Nationalrat für mehr Jugendmedienschutz

Der Nationalrat hat am Donnerstag der Idee eines «Medienführerscheins» eine Absage erteilt. Dafür will er den Jugendmedienschutz fördern.

Er unterstützte mit 116 zu 43 Stimmen eine Motion von Ivo Bischofberger (CVP/AI), wie die SDA am Donnerstag meldete. Der Ständerat will dem «bunten Flickenteppich» im Jugendmedienschutz und bei der Bekämpfung von Internetkriminalität entgegenwirken. So soll der Bund gesetzliche Grundlagen erarbeiten, die sicherstellen, dass die im Bereich Internetkriminalität tätigen Organe des Bundes, der Kantone und private Organisationen «effizienter und kostengünstiger» zusammenarbeiten.

«Medienführerschein» beerdigt

Beerdigt hat der Nationalrat hingegen die Idee des «Medienführerscheins» für Kinder und Jugendliche. Die Motion von Ständerat Rolf Schweiger (FDP/ZG) wurde mit 88 zu 66 Stimmen und 6 Enthaltungen abgelehnt. Der Vorstoss ist damit vom Tisch. Schweiger verlangte im Lehrplan 21 einen sogenannten «Medienführerscheins» – ein Zertifikat als Leistungsnachweis dafür, dass Schülerinnen und Schüler altersgerecht im Umgang mit Internet, Computerspiele und Fernsehen unterrichtet wurden. Der Bundesrat anerkennt die Wichtigkeit der Medienkompetenz, sie sei aber keine Aufgabe der Schule. Auch die Familie stünde in der Verantwortung, sagte Burkhalter. Ausserdem habe der Bund im Bereich der Volksschule keine Kompetenz, gesamtschweizerisch zu wirken.
 

Mobiler Guide zum Schweizerischen Marketing-Tag 2011 lanciert

Rechtzeitig zum alljährlich stattfindenden Schweizerischen Marketing-Tag im KKL Luzern hat die auf Mobile und Social Media spezialisierte Online-Kommunikationsagentur Webgearing eine iPhone-App für den Anlass realisiert.

Der mobile Guide bietet umfassende Informationen zum Programm, eine automatische Aktualisierung der Anwesenheitsliste und den digitalen Austausch von Visitenkarten, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Die App «Swiss Marketing (SMC)» für iPhone steht ab sofort im Apple App Store kostenlos zum Download bereit. Der Schweizerische Marketing-Tag findet am 8. März 2011 im KKL in Luzern statt.

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Kein M besser

Sollen jetzt Kinder zwischen 5 und 15 Jahren via die Animalos, Spuukies, Robots, Pinkies oder den Luxious, Kapseln vom kleinsten Planeten der Milchstrasse, eine Umsatz-Mania bei Migros auslösen?

Um was es geht: Mit einer cleveren Marketingstrategie und einem gewaltigen Werbevolumen werden unsere Kinder, Göttibuben, Enkel und Urenkel mit 48 verschiedenen kreativ gestalteten, 33 mm grossen, purzelnden, pillenförmigen Figürchen terrorisiert.

Um ein solches «Nano» mit Stickerchen zu bekommen, muss ein Einkauf von mindestens 20 Franken getätigt werden. An bestimmten Joker-Tagen gibt es auch noch leuchtende, glitzernde oder sogar goldene, so genannte Super-Nanos. Aber dafür muss die Mutter schon mindestens für 60 Franken einkaufen. Migros-Mediensprecherin Oliva Luginbühl sagte in einem Interview, dass die Migros-Marketingabteilung diese Aktion für ihre Kunden im Sinne eines kleinen Dankeschöns mit Belohnung durchführe.

Meine Meinung dazu: Will man die Eltern, die ja das Geld auch verdienen müssen, um es bei der Migros wieder auszugeben, belohnen, dann ist die Lösung mit der Nanomania-Erfindung völlig falsch.

Im Gegenteil hat die Werbeagentur richtigerweise das Briefing bestimmt perfekt verstanden, interpretiert und eine zielgruppengerechte Lösung gefunden (siehe Artikel in der WW 03, S. 12). Sicher sind auch juristische Aspekte präzise überprüft worden. Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass eine Agentur beim Zuspruch eines solch grossen Budgets mögliche ethische Bedenken gar nicht erst aufkommen lässt. Die Nanomania-Kampagne ist eine Schlangenfängerei, da sie 5- bis 15-jährige unbedarfte Kinder multimedial vor den Umsatzkarren der Migros schnallt. Die Omi, die Tante, die Gotte, der Onkel – alle müssen für den Enkel, das Gottekind etc. möglichst viel von diesen «Pillen» besorgen und ja nicht mehr bei Coop einkaufen. Die Mutter ist des Geklöns längst überdrüssig und könnte sich über diese Stresssituation, in die sie gebracht wird, auch ärgern. Ihre positive Präferenz zu Migros könnte plötzlich kippen. «Die Migros legt mich mit diesem Nano-Terror rein», könnte sie denken.

Wir kennen ja unsere Kinder, die keine Grenzen kennen, wenn es darum geht, möglichst alle 48 Figürchen zu haben. Kostenpunkt 980 Franken, ohne Accessoires, die es auch noch zu kaufen gibt. Bei den Panini-Bildchen hast du als Vater ruck zuck zwar nur 100 Franken in diese Hysterie investiert. Interessant wäre es zu erfahren, wie viel Mehrumsatz die Migros mit dieser Kundenbelohnungsaktion erwirtschaften wird.

Ich finde, dass die Migros schon über längere Zeit gute, unterhaltende und witzige Werbung macht. Für diese Nano-Invasion passt jedoch der Slogan «Ein M besser» schlechter.

Aufgestellt hat mich diese Woche, dass ich mich nach langem Hin und Her doch entschlossen habe, gegen Migros und Wirz, zu Gunsten unethischer Werbung meinen Motz loszuwerden.

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Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
 

Flop der Woche

Affichage: Verlust von über 50 Millionen Franken

Die gescheiterte Ausland-Expansion namentlich in Griechenland kommt den Aussenwerber Affichage teuer zu stehen. Das Geschäftsjahr 2010 endet mit einem Verlust von 52,3 Millionen Franken. Nun will sich Affichage auf den Heimmarkt konzentrieren. Der Umsatz fiel um 10,5 Prozent auf 304,3 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch gemäss SDA mitteilte. Darin schlugen sich die allgemein negative Entwicklung im Ausland und Währungseffekte nieder. Der Reinverlust ist von Wertberichtigungen bei den Auslandsaktivitäten geprägt. Sie kosteten Affichage 70,8 Millionen Franken. Ohne diese Abschreiber hätte ein Gewinn von 15,1 Millionen Franken herausgeschaut. Bereits 2009 hatte Affichage 82,6 Millionen Franken abschreiben müssen, was zu einem Konzernverlust von 59,1 Millionen Franken führte. Die erneuten Wertberichtigungen fielen in Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Serbien und Bosnien an. Beim Betriebsergebnis (Ebit) resultierte 2010 ein Verlust von 39,1 Millionen Franken (Vorjahr: –65,2 Millionen). Der Auslandsumsatz schrumpfte um fast die Hälfte auf 45,2 Millionen Franken.
 

MACH 3 im 1:1-Test

Die MACH 3, das neue Forschungssystem der WEMF für die Erhebung der Printreichweiten, ist so angelegt, dass sie als Teil einer künftigen «Intermediastudie Schweiz» dienen kann. Derzeit durchläuft sie in den Kantonen Zürich und Waadt noch einen 1:1-Test. Klappt alles, startet 2012 die Vollerhebung der MACH 3 Basic.

Die nationale Leserschaftsstudie Media- Analyse Schweiz (MACH), die die WEMF aktuell für schweizweit rund 350 Printtitel durchführt, stösst an ihre Grenzen. Denn es ist immer aufwändiger, jährlich 23 500 repräsentative Personen zu finden, die zu einem 35-minütigen Telefoninterview bereit sind. Kommt dazu, dass ca. 20 Prozent der Haushalte gar nicht mehr erreicht werden können, weil sie entweder ihre Festnetznummer nicht in offizielle Telefonverzeichnisse eintragen lassen oder nur noch über Handy erreichbar sind. dern auch wissen, wer gleichzeitig oder separat die entsprechenden Titel-Websites und mobilen Applikationen. 

Aber auch die Anforderungen an die Leserschaftsstudie sind gestiegen. Im Zeitalter von iPad & Co wollen die Verleger natürlich nicht nur die Reichweiten ihrer Printtitel kennen, son nutzt. Kurz: Gefragt sind die Kontaktwerte von Medienmarken.

Aus diesen Gründen arbeitet die WEMF schon seit 2008 an einer neuen Studie. Unterdessen steht das neue Forschungssystem praktisch fest. Dabei behält man Bewährtes bei: So wird man die Telefoninterviews wie bisher das ganze Jahr hindurch durchführen (CATI-Methode). Auch wird weiterhin gefragt, wann die einzelnen Titel letztmals gelesen wurden (bei Tageszeitungen etwa «gestern gelesen?»). Die MACH 3 bleibt also dem MACH 3 im 1:1-Test Die MACH 3, das neue Forschungssystem der WEMF für die Erhebung der Printreichweiten, ist so angelegt, dass sie als Teil einer künftigen «Intermediastudie Schweiz» dienen kann. Derzeit durchläuft sie in den Kantonen Zürich und Waadt noch einen 1:1-Test. Klappt alles, startet 2012 die Vollerhebung der MACH 3 Basic. LpA-Ansatz (Leser pro Ausgabe) treu. «Der LpA-Wert ist nach wie vor der Weltstandard und somit absolut State of the art», sagt WEMF-Forschungsleiter Harald Amschler.

Ändern wird sich aber die Stichprobengrösse: Aus Kostengründen werden künftig nur noch 18 000 Personen befragt. Und ihre Rekrutierung erfolgt neu mittels eines mehrstufigen Verfahrens («zweiteiliges CATI mit RDD»): Statt wie heute die Telefonnummer computerunterstützt zufällig aus Verzeichnissen zu ziehen, lässt man bei der MACH 3 die Nummern von einem Zufallsgenerator (RDD) zusammenstellen und anwählen. Ist die Nummer in Betrieb, kann die entsprechende Person zur Studienteilnahme eingeladen werden. So lassen sich auch Personen kontaktieren, die nur mobil erreichbar sind oder auf einen Eintrag im Telefonbuch verzichten.

Ist die erreichte Person zu einem MACH- 3-Interview bereit, fragt man sie nach ihren Grunddaten (Alter, Geschlecht, Wohnort). Dann stellt man ihr neu entweder ein telefonisches Hauptinterview oder eine Online- Befragung zur Auswahl. Entscheidet sie sich für Ersteres, wird ein Termin vereinbart. Zudem erhält die Person per Post ein Heft, in dem die zur Befragung anstehenden Titel- Logos abgebildet sind. Das Interview wird dann mit Hilfe dieses Heftes durchgeführt, um Titel-Verwechslungen (etwa bei NZZ und NZZ am Sonntag) zu vermeiden. Auch das ist neu, bisher fanden die Interviews ohne visuelle Unterstützung statt.

Zieht die angefragte Person hingegen eine Online-Befragung vor, erhält sie per e-Mail einen entsprechenden Link. Auch hier erfolgt die Abfrage mit Titel-Logos, der Proband füllt sie aber selbständig aus. In beiden Fällen erhalten die Interviewpartner übrigens einen Zehn-Franken-Gutschein fürs Mitmachen, eine weitere Neuerung zur Optimierung der Ausschöpfung.

Da die MACH 3 nicht mehr nur die Reichweiten der Printtitel erheben, sondern auch Angaben zur Nutzung der entsprechenden Websites und Apps machen soll, wird die Abfrageliste auch mit deren Logos oder Screenshots ergänzt. Zu diesem Intermedia-Teil hat die WEMF übrigens mit der Firma Net Metrix, die die Online-Reichweiten erhebt, ein gemeinsames Pilotprojekt durchgeführt, dessen Resultate bereits vorliegen (siehe untenstehender Artikel).

Alle diese Neuerungen wurden ausgetestet und vom Verband Schweizer Medien sowie vom WEMF-Verwaltungsrat für gut befunden. Noch nicht definitiv ist einzig, ob die MACH-3-Daten tatsächlich telefonisch und online erhoben werden. Derzeit läuft dazu in den Kantonen Zürich (WG 43) und Waadt (WG 12) ein 1:1-Test der MACH 3-Basic – parallel zur heutigen Erhebungsart. Seine Resultate werden Ende April vorliegen. Er soll darüber Aufschluss geben, ob die Online- Erhebung die Qualität der telefonischen Befragung erreichen kann und die Erhebung mit zwei parallelen Methoden in der Praxis umsetzbar ist. Erst danach wird entschieden. Der Test wird weiter aufzeigen, wie stark die Ergebnisse von jenen der heutigen Erhebungsart abweichen.

Doch so viel ist schon jetzt klar: Obwohl die MACH 3 den LpA-Wert beibehält, werden die Resultate nicht vergleichbar sein. Fest steht auch: Die MACH 3 wird rund 20 Prozent teurer.

Die Verlage müssen sich nun bis Mitte Jahr entscheiden, ob sie an der ersten MACH-3-Basic-Vollerhebung teilnehmen wollen. Diese soll im April 2012 beginnen und wird von den Instituten Link und Demoscope durchgeführt. Die heutige Erhebungsart wird per März 2012 gestoppt. «Wir sind auf gutem Weg. Die Finanzierung der MACH 3 dürfte zustande kommen», sagt WEMFGeschäftsführer Marco Bernasconi. «Denn die Verleger begrüssen es, dass das MACH- 3-Forschungssystem auch Teil einer übergeordneten ‚Intermediaforschung Schweiz’ sein kann.»

Markus Knöpfli
 

Aufgespiesst: Informationsleck als Reisesouvenir

Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Heinrich über die Abnahme der Neuronenbildung im Hippocampus durch Flugreisen – oder schlichter: über Jetlag und Vergesslichkeit.

Also gut, wenn man Anfang des Jahres vier Wochen auf Reisen gehen muss, während alle anderen normalen Menschen arbeiten, ist man selbst schuld. Während der Sommerpause bleibt die Zeit ein wenig stehen, für alle. Auch das Postfach füllt sich kaum, selbst wenn man auf eine Urlaubsfunktion verzichtet. Bricht man aber mit dem Common Sense und urlaubt im Februar, gibt es kein langsames wieder Warmlaufen, keine Schonfrist, keine Gnade.

Die perfide Strafe für vier Wochen Genuss und hundertprozentiges Abschalten ist das Gefühl, am ersten Arbeitstag alles, aber wirklich alles vergessen zu haben. Wie ein Kind, das laufen lernt. Allerdings mit 35 Jahren. Am Stock. Na toll.

Zuerst fahre ich mit dem Lift ins falsche Stockwerk. Na ja, das kann ja mal passieren. Mein Büro finde ich ohne Mühe, aber wer sind all die Leute, die da herumlaufen? Chef?? Auf meinem Pult liegt neben einer schmutzigen Fremdtasse ein Stapel Zeitungen und ich habe keine Ahnung, was drinsteht. Gibt es schon wieder eine Krise? Fährt Blocher jetzt den Pfuusbus von Pfarrer Sieber? Moderiert Schawinski neu DRS 1? Nur von Grusel-Gaddafis jüngsten Hirnverbranntheiten habe ich gehört. Vor diesem wüsten Sohn kann man nicht einmal im Regenwald abtauchen.

Zum Glück habe ich gute Kollegen, die sich für ein Update der verlorenen Mitarbeiterin nicht zu schade sind: Der Saubermann Guttenberg hat bei seiner Diss beschissen, Schluss machen darf man jetzt auch per SMS und der Gottschalk will nicht mehr «Wetten, dass …?». Danke, Jungs. Noch dringender bräuchte ich allerdings folgende Informationen: Welcher Tag ist heute? Wie spät ist es? Wann erscheint die nächste Ausgabe? Muss ich dafür noch etwas schreiben und warum bin ich überhaupt hier?? Wie geht mein Rechner an? Wo habe ich den Schlüssel für meinen Schreibtisch deponiert? Und wer verrät mir mein Passwort – das ich zwar schlaufuchsmässig auf einem Zettel notiert habe, der aber im Schreibtisch liegt, der abgeschlossen ist und der Schlüssel … Aber das erwähnte ich ja bereits.

Zum Glück liegt mein Brieföffner immer auf meinem Pult. Wofür ein Schlüssel, wenn es mit Gewalt geht?! Doch die Reue folgt auf dem Fusse: 500 Mails, och neeee. Aber vielleicht holen die mich wieder ins Hier und Jetzt. «Dear President & CEO», lese ich. Wurde ich befördert und hab’s vergessen? Ausserdem schreibt mir Dr. Axel Lehmann «aus Harlesden, North West London, hier in England ». Hier in England? Bin ich vielleicht am falschen Arbeitsplatz?? Das würde einiges erklären, zum Beispiel die Sache mit den Leuten in meinem Büro, die ich noch nie gesehen habe. «Die Wahl der Kontaktaufnahme mit Ihnen ist aus der geographischen Natur», schreibt Herr Lehmann weiter. Das ist mir zu hoch, ich brauche einen Kaffee.

Doch in der Küche erwartet mich schon das nächste Desaster. Was war noch einmal zu tun, wenn dieses Lämpchen an der Kaffeemaschine blinkt? «Selamat datang», schiesst es mir durch den Kopf. Das ist malaiisch und bedeutet «Herzlich willkommen». Keine Ahnung, warum mir das gerade jetzt einfällt.
 

Y&R Gruppe: ÖKK-Aktion zu Gunsten von Pro Juventute

Damit Pro Juventute auch morgen noch für Kinder und Jugendliche da ist, unterstützt ÖKK die Stiftung mit einer Briefmarken-Aktion: Vom 23. März bis 27. Mai 2011 tourt sie mit einem mobilen Fotostudio durch die Schweiz.

Familien können sich kostenlos fotografieren lassen und erhalten im Anschluss einen Briefmarkenbogen mit ihrem Familienportrait. Für jede Familie, die mitmacht, spendet ÖKK 2.50 Franken an Pro Juventute.

Dreh- und Angelpunkt der Aktion ist die von Futurecom entwickelte Online-Plattform Meine-briefmarke.ch. Hier kann man alle entstandenen Familienportraits ansehen und bewerten, online an der Aktion teilnehmen und einen Briefmarkenbogen aus einem eigenen Foto erstellen lassen oder Pro Juventute mit einer Direktspende unterstützen.

Für die Kampagne sowie für die Gestaltung des mobilen Fotostudios zeichnet Advico Young&Rubicam verantwortlich. Die Plakate sind teilweise mit Flyerdispensern versehen und mit der neuen PosterPlus-App kann man sich alle wichtigen Infos direkt aufs iPhone holen. Anzeigen, Tramhänger, Direct Mailings, Radiospots und Online-Massnahmen runden die Kommunikation ab.

Alle Infos und Tourdaten finden Sie ab 7. März 2011 unter Meine-briefmarke.ch. Tourstart ist am 23. März 2011.

Verantwortlich bei ÖKK: Mario Theus (Markt Privat- und Unternehmenskunden, Mitglied der Geschäftsleitung), Venanzi Vincenz (Leiter Marketingkommunikation), Linda Meyer (Projektleitung). Verantwortlich bei Advico Young&Rubicam: Dominik Oberwiler (ECD), Martin Stulz (CD), Lukas Wietlisbach (AD), Annik Weber (Grafik), Julia Brandstätter (Text), Pablo Koerfer, Julia Kull (Beratung), Daniel Ganahl (Illustration).

Etats der Woche

Maxomedia, Flowcube, PPR Media und Grayling

Finecom setzt auf Maxomedia
Mit der Finecom Telecommunications AG hat Maxomedia einen spannenden Neukunden gewonnen. Der Fullservice-Provider für Netzbetreiber bietet Endkunden unter der Produktmarke «QuickLine» Internet, Festnetztelefonie, Mobiltelefonie und Digital-TV an.

Flowcube für Thalia-Bücher
Thalia-Bücher hat Flowcube Communications ein Mandat für die Public-Relations-Aktivitäten des Unternehmens gegeben. Thalia-Bücher betreibt in der Schweiz 23 Filialen.

Diverse Mandate für PPR Media
Brand-PR, ein Dienstleistungsbereich von PPR Media Relations, unterstützt ab sofort die Marken Lancia, Fiat, Alfa Romeo, Abarth und Jeep der Fiat Group Automobiles Switzerland.
Grayling für ASUS Switzerland

ASUS Switzerland hat Grayling mit der Kommunikation
für den Schweizer Markt beauftragt. Grayling betreibt ab sofort die Medienstelle von ASUS in der Schweiz und begleitet den taiwanesischen Hardware-Giganten bei der gesamten Medienarbeit, an Messen und bei Produktlancierungen.
 

Brain2: Lancierung der neuen Flirt-App Citykiss

Die Agentur Brain2 aus dem Zürcher Seefeld hat für den ortbasierten Datingdienst Citykiss aus dem Hause Ringier eine Kampagne realisiert.

Mit der neuen Flirtplattform fürs Handy werden User dank GPS-Technologie direkt über Singles in ihrer Umgebung informiert, wie es in einer Mitteilung der Agentur heisst. Der Slogan «der Kuss mit Herz», soll Citykiss zum Objekt der Begierde machen. Sie wird auf Anzeigen, Plakaten im Partyumfeld und verschiedenen Web-Bannern eingesetzt.

Verantwortlich bei Citykiss: Julia Ostermann, Rebekka Ricken. Verantwortlich bei Brain2: Oliver Kindhauser, Piotr Müller (CD), Joni Müller (Text), Philipp Jeker (Foto).
 

Gute und schlechte Nachrichten verbreiten sich wie ein Lauffeuer

Die Verfügungsgewalt über die Veröffentlichung von Persönlichem muss deshalb beim Einzelnen liegen. Vertrauen und Misstrauen sind gegeneinander abzuwägen.

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Im Befreiungstaumel freut man sich am Sieg der Guten über die Bösen. Kurz gerät dabei in den Hintergrund, dass Achtsamkeit für das Wohlbefinden auch die Aufmerksamkeit für diejenigen einschliesst, die uns nicht so wohl gesinnt sind. In der digitalen Welt geht es um Selbstbestimmung: Die Verfügungsgewalt über die Veröffentlichung von Persönlichem muss beim Einzelnen liegen. Denn sowohl wohltätige wie verletzende Nachrichten verbreiten sich über die digitalen Medien wie ein Lauffeuer.

Die Jasmin-Revolutionen werden gerne als Facebook-Revolutionen dargestellt. In der Tat spielen die neuen Kommunikationsplattformen eine zentrale Rolle. Ein Aufständischer definierte ihre Rolle als die Zündschnur, welche das Pulver zum Explodieren brachte. Früher hiess es, Nachrichten hätten sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Facebook und Twitter sind die Lauffeuer von heute. Genau wie in früheren Zeiten werden darüber nicht nur aufklärerische Nachrichten, sondern auch manipulative Informationen verbreitet. Im Öffentlichen wie auch Privaten gilt es deshalb hier, Vertrauen und Misstrauen wohl zu dosieren.

Die Generation Google und Facebook spielt bei den Revolutionen in der arabischen Welt eine zentrale Rolle. Die Umstürze bedeuten nicht zuletzt eine Befreiung der Kommunikation. Die direkte Kommunikation unter Bürgern hat das Bewusstsein für Würde und Menschenrechte verstärkt. Eine Rolle spielten auch Dokumente auf Wikileaks, welche die Selbstinszenierung und Korruption der Potentaten mit weiteren Informationen bestätigten.

In der Schweiz kämpft hingegen der Datenschutz gegen Google. Ein Anachronismus? Nein. Letztlich können alle Kommunikationsinstrumente wie auch sämtliche Werkzeuge sowohl für das Gute wie auch das Böse genutzt werden. Auch in der digitalen Welt bleibt mit gutem Grund das Bedürfnis bestehen, die Haustür zu schliessen.

Macht setzt sich mit Gewalt und einer strikten Kontrolle von Kommunikation durch. In der arabischen Welt fürchtet die aufständische Bevölkerung die Sanktionen der Potentaten nicht. Gewann erst einmal die Wut über die Unterdrückung die Überhand, liess sich der Drang nach Freiheit durch keine Waffen zurückbinden. Die westliche Welt, welche die arabischen Regimes gerne mit kulturellen Erklärungen legitimierte, reibt sich die Augen: Menschenrechte sind universal. Opportunistische Freundschaften mit Diktatoren verwandeln sich innert Tagen in Hypotheken für Regierungen und Unternehmen.

Währenddessen standen sich letzte Woche vor dem Bundesgericht der eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür und die Anwälte des Google-Konzerns gegenüber. Streitpunkt ist Street View,das Google-Instrument, welches es erlaubt, auf allen Strassen virtuell zu spazieren, in Gärten und Häuser zu blicken, Menschen und Autos zu beobachten. Google argumentiert mit dem grossen Erfolg der Anwendung. Klar doch, wer kann es sich verkneifen, neugierig in Gärten und Wohnzimmer zu blicken. In Zukunft werden wir ohne Aufwand dank der Bilderkennung wissen, wer uns auf der Strasse kreuzt, und dürfen uns nicht wundern, wenn wir von Wildfremden mit Namen angesprochen werden. Sind wir selber auf Erkundungstour, freut uns der grenzenlose Zugang in private Sphären. Werden wir jedoch selber auf Schritt und Tritt beobachtet, fühlen wir uns zu Recht verfolgt. Stalker aller Art eröffnet die virtuelle Grenzenlosigkeit Tür und Tor.

Selbstbestimmung im Kollektiven und Individuellen gehört zu den universalen Bedürfnissen der Menschen. Institutionen, welche politisch, wirtschaftlich und kulturell nachhaltig auf die Loyalität der Beteiligten zählen wollen, tun deshalb gut daran, in ihren Strukturen Raum für autonome Entscheidungen zu schaffen. Die grossen Akteure der digitalen Revolution sollten deshalb ihre aktuelle Dominanz nicht ausreizen. Früher oder später werden die Menschen Wege finden, ihrer Kontrolle zu entgehen. Auch die Nachrichten über die Gewinner und Opfer der Diktatur der Öffentlichkeit, wie sie Richard Sennett treffend beschrieb, werden sich wie ein Lauffeuer verbreiten.

Von Josefa Haas, Leiterin Medieninstitut
 

Toyota startet mit Goldbach Interactive den Designwettbewerb für Verso-S

Goldbach Interactive realisiert die Kampagne für Toyotas neuestes Modell Verso-S. Die Agentur entwickelte die Idee zur Kampagne, Werbemittel sowie die Microsite. Das Team hatte Toyota im Pitch überzeugt.

Toyota lanciert das Modell Verso-S und Goldbach Interactive entwickelte die Kampagne, die das sogenannte Raumwunder näher vorstellt, potenzielle Kunden involviert und mit ihnen interagiert. Mittelpunkt der Kampagne bildet die Microsite Colour-your-verso-s.ch mit Designwettbewerb, Produktinformationen und einer einfachen Möglichkeit zur Terminvereinbarung für eine Probefahrt, wie es in einer Mitteilung der Agentur heisst. Für den Wettbewerb können die User über die eigens entwickelte Applikation ihre Kreativität entfalten, ihren eigenen Designvorschlag für einen Verso-S hochladen und über ihre Favoriten abstimmen.

Die breite Zielguppe von Toyota wird mit einer Mediakampagne mittels Bannern und Printmaterial auf die Microsite gelenkt und zum Mitmachen animiert. Social Media Elemente sorgen für die virale Verbreitung der Kampagne. Alle Promotionsmassnahmen sind konsistent crossmedial für Online, Print, und am Point of Sales umgesetzt.
 

Facebook soll Selbstachtung steigern

Die soziale Netzwerkerei von mehreren Hundert Millionen Usern dient nicht nur der Kontaktpflege und der Gesundheit von Beziehungen zu Freunden. Darüber hinaus steigern Facebook und Co. in erster Linie auch das persönliche Wohlbefinden des individuellen Nutzers.

So fördert die Aktivität in Social Networks das eigene Selbstwertgefühl und die Achtung vor sich selbst, wie Wissenschaftler der Cornell University gemäss Pressetext herausfanden. Schließlich sehen beim Blick in den Networking-Spiegel die meisten User gut aus.

Der überwiegende Großteil der Anwender präsentiert sich in sozialen Netzwerken von seiner besten Seite – zumindest in der subjektiven Wahrnehmung des Profilbetreibers. Das Online-Ich befähigt den Nutzer sogar, Eigenschaften hervorzukehren, die er im «realen Leben» nicht zeigen würde. Er selbst kann darüber entscheiden, welche Informationen und Merkmale er von sich preisgibt und im Social Web mit anderen teilt. Was hingegen ein schlechtes Licht auf den User werfen könnte, wird gefiltert und findet in seiner virtuellen Realität keinen Platz.

Das Bild im Spiegel sozialer Netzwerke, das User online von sich sehen, entspricht somit oft den eigenen Idealen – im Gegensatz zu dem Bild in einem echten Spiegel. Facebook könne eine positive Version von uns selbst zeigen, so Jeffrey Hancock, Professor an der Cornell University. Dem Experten zufolge ist diese Version noch nicht einmal trügerisch, aber sie ist durchwegs positiv. Darüber hinaus steigert das meist überschwänglich anerkennende Feedback, das User von Freunden im Web öffentlich in Form von Kommentaren und Klicks auf den Like-Button erhalten, die Selbstachtung noch zusätzlich.
 

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