«Wir haben mit fast allen Zeitungen eine neue Kooperation»

Hanspeter Rohner, Präsident und CEO der PubliGroupe, erklärt im Gespräch mit der Werbewoche, wie weit das neue Geschäftsmodell gediehen ist.

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Vor zwei Jahren kündigte PubliGroupe-CEO Hanspeter Rohner ein neues Publicitas-Geschäftsmodell mit folgenden Eckpunkten an: 1. Für (Klein-)Inserate verlangt die Publicitas (P) kostendeckende Preise. 2. Die P bietet Dienstleistungen «à la carte», die Verleger wählen, was sie wollen. 3. Die P stoppt die Universalvermittlung: Verleger erhalten von der P nur noch, wofür sie ihr auch eine Kommission bezahlen. 4. Die P baut eine digitale Abwicklungsplattform auf.

WW: Herr Rohner, was konnten Sie vom angekündigten Geschäftsmodell bis heute umsetzen?
Hanspeter Rohner: Die Ziele, die wir uns diesbezüglich für 2010 gesetzt hatten, wurden alle erreicht. Es sind nun etwa 95 Prozent des Vorhabens umgesetzt. Was die neue Publicitas-Crew unter CEO Beat Roeschlin ab dem 1. Mai 2010 geleistet hat, ist beeindruckend: Sie konnte mit allen wesentlichen Verlagen Zusammenarbeitsverträge auf der neuen kommerziellen Basis abschliessen.

Was konkret wurde denn anders?
Es gab fundamentale Änderungen. Die Hauptpunkt ist ein neues Preismodell. Unsere Kommission besteht neu aus einem so genannten Sockelbetrag pro Inserat, dazu kommt wie bisher ein mengen- oder umsatzabhängiger Anteil. Der Sockelbetrag beträgt beispielsweise 60 Franken pro Inserat – unabhängig von dessen Grösse –, was natürlich bei einem Kleininserat von 200 Franken einen Riesenanteil ausmacht, bei einer Anzeige von 10 000 Franken hingegen fast nichts. Kurz: Aus Sicht der Verlage sind Kleininserate prozentual massiv teurer, grosse Inserate hingegen günstiger geworden. Bisher hatten wir für beide Anzeigenarten gleiche oder ähnliche Kommissionssätze, neu liegen sie weit auseinander.

Wie begründen Sie diesen Sockelbetrag?
Mit unseren betriebswirtschaftlichen Realitäten. Wenn uns ein Profiinserent in Sion ein fixfertiges PDF für ein ganzseitiges Inserat in der NZZ abliefert, das wir mit einem Klick übermitteln können, haben wir tatsächlich weniger zu tun, als wenn eine Privatperson mit einem handgestrickten Kleininserat für den Tages-Anzeiger kommt, das wir womöglich noch übersetzen und layouten müssen.

Decken die Kleininserate nun Ihre Kosten eher als vorher?
Sie sind jetzt über das ganze P-Netz, über alle Titel und Medienkategorien – Zeitungen, Zeitschriften, Online – genau so attraktiv wie andere Inserate. Früher war das nicht der Fall.

Zahlen alle Verleger in der Schweiz einen einheitlichen Sockelbetrag?
Wir verwenden überall die gleichen Kalkulationsgrundlagen (u. a. eine Transaktionsgebühr), wenden diese aber dann natürlich auf die einzelne Verhandlungssituation an. Je nach Auftragsvolumen, Umsatz-Mix der Werbearten etc. sieht unser Angebot dann von Verlag zu Verlag differenziert aus. Auch bei den nach wie vor zahlreichen Regieverträgen kalkulieren wir auf dieser Basis.

Was heisst das nun beispielsweise für lokale Anzeiger, wo ein einspaltiges Kleininserat vielleicht nur 50 Franken kostet?
In Einzelfällen ist es tatsächlich so, dass unsere Kommission höher ist als der Einschaltpreis. Für weniger machen wir es nicht mehr. Da aber Lokalblätter nur relativ wenige Kleininserate haben, fällt dies für uns nicht ins Gewicht. Wichtiger sind uns die rund 20 grossen Tageszeitungen, die etwa 95 Prozent des Kleininseratemarktes absorbieren.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

Gebündelte Kraft

Art & Work, Event Schweiz und Publicum pmi haben sich zu FBM Communications zusammengeschlossen. Die neue Agentur für integrierte Kommunikation gehört 100 Prozent zur Freddy-Burger-Management-Gruppe. Managing Director der neuen Unit mit zwölf Mitarbeitenden ist Carmen Schiltknecht.

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Aus drei mach eins, lautet das Konzept für mehr Power statt Verzettelung bei Freddy Burger. Seit November 2010 werden in seinem breit gefächerten Imperium alle bisher einzeln betreuten Disziplinen der integrierten Kommunikation unter einem Dach angeboten. Unter FBM Communications sind die Dienstleistungen Corporate Identity, Corporate Events und Public Relations zusammengefasst. Das Angebot reicht von der Konzeption einer kreativen Kommunikationsstrategie über die wirksame Umsetzung bis zur effizienten Erfolgskontrolle.

Geschäftsführerin des neuen Unternehmens ist Carmen Schiltknecht, bisherige Inhaberin von Art & Work. «Der Zusammenschluss der drei Agenturen entspricht den Bedürfnissen des Marktes», ist sie überzeugt. Der heutige Kunde wünscht eine Adresse, die kompetent 360-Grad-Kommunikation anbietet, und einen Partner, der weiss, wie der heutige Kunde und seine Zielgruppe tickt. Durch die unmittelbare Nähe zur Freddy-Burger-Management-Gruppe mit ihren Produkten der Unterhaltungsbranche und der Gastronomie soll vor allem die heute immer mehr gewünschte Live-Kommunikation stark an Bedeutung gewinnen. Die volle Integration in die FBM-Gruppe mit den Bereichen FBM-Entertainment und FBM-Gastronomie soll weitere Synergien für die Kunden bringen.

Die Event Schweiz war als Generalunterneh¬mung erfahren in der Realisation von Anlässen jeder Grösse. Der bisherige Geschäftsführer Michel Loris-Melikoff bleibt der Gruppe erhalten als Direktor der St.-Jakobs-Halle in Basel, die ebenfalls von FBM betreut wird. Die weiteren Spezialisten von Event Schweiz werden alle von Schiltknechts neuer Fusions-Agentur übernommen. Das gilt auch für die Mitarbeitenden der Publicum pmi. Diese hat in den vergangenen 17 Jahren ein wertreiches Netzwerk aufgebaut und weiss, wie man mit Public Relations arbeitet. Der langjährige Geschäftsführer Thomas Weber wird nach seinem Verkauf an Freddy Burger weiterhin als Freelancer die vielen Aufgaben rund um die Promotion von Udo Jürgens betreuen.

Art & Work, die bereits vorher sehr breit gefächerte Agentur der drei fusionierten Partner, ist seit 16 Jahren ein kreatives Frauenteam, das schon in den verschiedensten Bereichen Kommunikation erfolgreich auf den Punkt gebracht hat – vom Brand Consulting über Corporate Identity bis zum Coaching. Das vielseitige Angebot spiegelt auch die rei¬chen Erfahrungen von Carmen Schiltknecht.

Angefangen hat die Karriere der Gründerin von Art & Work mit der Wirtschaftsmatura in Stuttgart. Weil die Mutter meinte, dass eine «richtige Ausbildung» mehr bringen würde, hat Carmen Schiltknecht auch noch eine Lehre zum Kaufmann im Gross- und Aussenhandel angehängt. «Schon damals spürte ich in mir drin, dass ich beruflich mehr erreichen will. Ob angestellt oder selbständig, meine Haltung war in allen Phasen: leidenschaftlich nach vorne gehen, mit Macherlaune Konzepte realisieren und Menschen mit Ideen begeistern.» Belohnt wur¬de diese Einstellung zuerst mit mehr Verantwortung, dann mehr Lohn und schliesslich auch noch mit einer Lehrverkürzung. «Ich fand das toll, dass man sogar Ausbildungskonzepte verändern kann.»

1980 kam Carmen Schiltknecht in die Schweiz, sie ist einem Mann der Liebe wegen gefolgt. Der erfolgreiche Geschäftsmann hatte aber andere Lebensideen, für die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht reif war. Die junge Frau war noch voller Berufsträume. So war die Ehe nicht von langer Dauer.

Wieder auf sich gestellt, hat sich Carmen Schilt¬knecht als Moderatorin beim eben gegründeten Radio Z beworben. Mit ihrem Stuttgarter Akzent wur¬de sie allerdings nur belächelt. Mit Interesse zugehört haben die Chefs Hans-Peter Meng und Alfred Fetscherin aber bei Schiltknechts Visionen, wieso ein Radio auch eine Hörerbindung braucht – mit Angeboten, Wettbewerben und Events. So wurde für die junge Deutsche eine massgeschneiderte Stelle für das damals noch kaum bekannte Sponsoring geschaffen. Parallel zum Job machte Schiltknecht eine weitere Ausbildung zum PR-Assistenten. Nach der Anfrage eines Z-Kunden baute sie drei Jahre lang das Studio Migros Zürich auf, kreierte eine neue Art von redaktionellen Radiospots von zwei Minuten Länge und wurde mit dem Betreuen einer Hauszeitung auch stellvertretende PR-Leiterin.

Erneut abgeworben – «ich hatte das Glück, dass immer die Richtigen auf mich zugekommen sind» – leitete sie später die PR-Abteilung bei Adia Interim mit erstmaliger Berufswerbung im Radio sowie einem Kundenmagazin. In diese Zeit fällt auch das Diplom zum eidg. dipl. PR-Berater.

Über die Chefredaktion des Kundenmagazins Confetti für Phillips ist Carmen Schiltknecht mit Beat Curti ins Geschäft gekommen. Der Verleger hat ihr nach dem finanziell bedingten Einstellen des gesponserten Jugendmagazins die Weiterführung seiner PR-Agentur Extrablatt angeboten. «Ein Abenteuer, bei dem ich noch viel lernen musste, bis aus einem grauen Mäuschen innerhalb der Curti-Grup¬pe ein wichtiges Geschäftsmodell geworden ist.»

In einem Pitch hat Schiltknecht das Good-News-Magazin gewonnen und das Kleinformat zu einem richtigen Heft entwickelt. Als im Verlauf von 16 Jahren immer mehr grosse Kunden dazugewonnen wurden, wollte die Chefin sich finanziell an der Agentur Extrablatt beteiligen. Das Angebot für eine Partnerschaft war aber so teuer, dass Carmen Schilt¬knecht lieber rechnete: «Ich habe das Ganze aufgebaut. Und was ich für andere kann, das kann ich auch für mich.»

So hat sie 1995 Art & Work gegründet. «Wir funktionierten als Nischenagentur mit vier Angestellten, konnten aber zeitweilig zwölf Mitarbeiterinnen beschäftigen.» Wie der Name es vorgibt, ist Art & Work beim Stil der Agentur zum Programm geworden. «Der Inhalt ist bei uns genauso wichtig wie das Design. Umgekehrt haben wir bei allem auch einen sehr hohen ästhetischen Anspruch.»

Vor fünf Jahren ist Art & Work mit der Gruppe von Freddy Burger eine erste Partnerschaft eingegangen. Dabei ist das Team auch von der Freigutstrasse an die Carmenstrasse umgezogen, ins gleiche Gebäude wie Publicum und Event Schweiz. Über eine immer enger gewordene Zusammenarbeit ist schliesslich sichtbar geworden, wie die drei Agentu¬ren gemeinsam noch einmal stärker auftreten könnten. «Freddy Burger weiss sehr genau, was er mit uns gekauft hat», ist Carmen Schiltknecht überzeugt. «Wir sind sehr engagiert, haben ein relativ hohes Tempo, einen wachen Geist – und haben als Frauen die Fähigkeit, uns in andere einzufühlen: Wo wird was gebraucht?» In Zeiten, wo Kommunikation ständig mehr übergreifend wird, «kann man PR nicht mehr nur als PR betrachten und Brand Consul¬ting auch nicht mehr allein für sich. Am Ende steht nur die Frage: Was mache ich mit dieser Marke? Mit was kann ich sie füllen? Welche Auswirkungen hat eine solche Kommunikation auf alle Mitarbeitenden?» In diesem Gesamtradius will FBM Communications heute «ganzheitlich denken und auf allen Disziplinen Lösungen anbieten».

Soeben hat die junge Agentur einen Kick-off-Event zur Motivation von 800 Mitarbeitenden bei der Helsana konzipiert und realisiert. Für das Mö¬belzentrum Volketswil wurde das gesamte CI einem Relaunch unterzogen. Viele Budgets stammen auch aus dem Bereich B2B. Seit mehr als fünf Jahren darf Carmen Schiltknecht für die Fifa arbeiten, zuletzt mit der Freddy-Burger-Management-Gruppe für Organisation, Realisation und Dekoration des ge¬samten Events rund um den «Ballon d’Or» im Kongresshaus verantwortlich. Bei diesem Job hat FBM Communications auch mit externen Partnern wie zum Beispiel Aroma zusammengearbeitet.

Nur rund ein Drittel der Aufträge sollen aus der Gruppe von Freddy Burger generiert werden. Diese beschäftigt 350 Mitarbeitende. Die meisten davon sind dem Bereich Gastro angegliedert mit den Zürcher Restaurants Sonnenberg, Theater 11, Schifflände, Trattoria and Soul und Aqua. Dazu kommen die Clubs Adagio in Zürich und Berlin sowie Mascotte. «In dieser Sparte steht für Werbung und Kommunikation kein grosses Budget zur Verfügung. Ein Lokal muss für sich selbst sprechen mit seiner Qualität und entsprechend zufriedenen Kunden.»

Mehr Möglichkeiten für kreative Umsetzungen bieten sich im Bereich FBM-Entertainment. Dazu gehören die Shows im Theater 11, Musical-Theater Basel sowie Tours und Events in eingemieteten Lokalen. Carmen Schiltknecht und ihr Team können bereits in der Planungsphase ihre Ideen einbringen. In Vorbereitung ist eine Neuauflage von «Cats» im Zelt oder die Zürcher Premiere des Musicals von Udo Jürgens «Ich war noch niemals in New York».

Carmen Schiltknecht sieht es als ein Vorteil an, dass sie bei solchen Projekten dank der Nähe zu Freddy Burgers Aktivitäten viel früher als andere Agenturen «interessante Pakete für potenzielle Sponsoren» schnüren kann. Sie weiss aber auch, dass sie in ihrem privaten Leben genauso die nötige Distanz suchen muss. Man arbeitet schliesslich in einer Freizeitindustrie.

Seit zwei Jahren sind der Impresario und seine Kommunikatorin auch als Paar verbunden. «Da wird es ganz wichtig, dass man es versteht, die unterschiedlichsten Hüte aufzusetzen.» Carmen Schiltknecht findet es gut, dass sie mit Freddy Burger schon drei Jahre vor der Freundschaft intensiv zusammengearbeitet hat. «Für Freddy ist es klar, dass er mit mir jemand hat, der sehr engagiert ist, den Beruf liebt und sich mit vollem Herzen und damit auch harter Überzeugung für eine Sache einsetzt.» Umgekehrt funktioniert dieser Respekt allerdings genau gleich. Und deshalb gibt es beim Powerpaar nicht nur endlose Diskussionen um anstehende Projekte, sondern auch Raum für die nötige Musse.

Andreas Panzeri

 

Neue LGK: Sommermöbel zum Zuhause bleiben

In die Sommerferien zu fahren ist schön. Manchmal ist es aber noch schöner, Zuhause zu bleiben. Das zeigt die Neue LGK in ihrer neuen Sommerwohnen-Kampagne mit einem Augenzwinkern.

Einige der Motive hängen auch als Riesenplakate an den Fassaden der Interio-Einrichtungshäuser. Ergänzt wird die Kommunikation mit einem Sommerwohnen-Katalog sowie der Präsenz an der Sommermöbel-Ausstellung im Glattzentrum.

Die Anzeigen (Doppel-, Halbe- und Viertelseiten) sind ab sofort in der ganzen Schweiz zu sehen.

Verantwortlich bei Interio: Reto Waidacher, Werner Jakob, Eveline Jakob. Verantwortlich bei der Neuen LGK: André Benker, Hans Tanner (Creative Direction), Antonio Lopez (Text), Fabian Esslinger (Art Direction), Andrea Bachofner (Grafik) Petra Zehnder, Jasmina Fischer (Beratung), Christoph Kern, Annette Fischer (Fotografie Möbel), Ansichtsache (Bildbearbeitung).
 

Neuer Moderator bei Wissenssendung «Einstein»

Das SF-Wissensmagazin «Einstein» hat einen neuen Moderator. Ab dem 1. Juli wird Tobias Müller aus Mels (SG) die Sendung zusammen mit Nicole Ulrich moderieren.

Tobias Müller ersetzt Mario Torriani, der vollständig zum Radiosender DRS3 wechselt.Müller begann seine journalistische Karriere vor neun Jahren bei Radio Ri in Buchs, das heute Radio FM1 heisst. Seit gut drei Jahren ist er dort Studioleiter und Redaktor. Fernseherfahrung sammelte Müller als Moderator und Produzent einer Diskussionssendung beim Ostschweizer Sender TVO.
 

Affinity-Primemedia übernimmt Anzeigenverkauf für «The Must In»

Ab dem 1.März 2011 ist Affinity-Primemedia der neue, offizielle Vertreter Schweiz und Liechtenstein für Anzeigenverkauf für «The Must In». Die Zeitschrift existiert seit 2 Jahren und wurde erstmals als «The Must In» Genève publiziert.

Diese erscheint zwei mal pro Jahr – im Winter auf russisch, englisch, französisch und im Sommer auf arabisch, chinesisch, englisch und französisch. Zum ersten mal wird auf Ende Juni ebenfalls MustIN Zurich geplant mit einer weiteren Ausgabe auf Ende Jahr. Die Zielgruppe ist eine anspruchsvolle, internationale Klientel mit einer sehr hohen Kaufkraft, wie es in einer Affinity-Mitteilung heisst. Als «Weekend Destination» behandelt «The Must In» Zürich den Ort St. Moritz, als ein «Must» des internationalen Jetsets.

Ebenfalls ab dem 1.1.11 ist die in der Nähe von Lausanne ansässige Firma verantwortlich für Anzeigenverkäufe der Zeitschrift «L’Hommes Officiel Deutschland». Das Magazin informiert den Mann zwischen 28 und 50 Jahren über die wichtigsten Trends auf Mode, Beauty und Kultur, mit künstlerischen Fotostrecken, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Das Hochglanzmagazin erscheint neu viermal jährlich mit einer Auflage von 60'000 Exemplaren.
 

Facebook mit Aussicht statt Street-View

Nach Google hat ein weiteres Topunternehmen Zürich als neuen Standort entdeckt. Facebook will im Prime Tower ein Office mit 170 Mitarbeitenden aus dem Bereich Marketing eröffnen.

Dieses Office wird Google-Street-View kaum Ärger mit dem Datenschutz bereiten. Rund 100 Meter über dem Boden wird der grösste Konkurrent des Suchmaschinen-Giganten nämlich seine neuen Büros eröffnen. Unerreichbar für die Kameras. Dafür beachtet von Experten in aller Welt. Nach Palo Alto, Seattle, New York, Singapur, São Paulo und London will Facebook im Herbst 2011 auch in Zürich ein wichtiges Office in Betrieb nehmen. In zwei Stockwerken im Prime Tower werden vorerst 170 Mitarbeiter eine neue Marketingabteilung aufbauen und von hier aus zentral die noch wenig erschlossenen Internet-Märkte in den Regionen Eastern Europe, Middle East und Afrika betreuen. Geri Saltfield, der designierte CEO für Facebook Switzerland, findet die Adresse im Prime Tower «wie geschaffen für die Prime-Website des Social Media».

Das Duell der Giganten

Der Wettbewerb zwischen Facebook und Google ist in vollem Gang. Zwar haben im Februar weltweit fast eine Milliarde Menschen die Google-Startseite aufgerufen. Trotzdem lässt sich beim Suchmaschinen-Giganten ein bisschen Nervosität ausmachen – was sich nicht zuletzt in einem überraschenden Wechsel an der Konzernspitze zeigt, der für Anfang April angekündigt ist. Ein möglicher Hintergrund: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der weltweiten Facebook-Nutzer bis Januar 2011 um 47 Prozent. Für Google betrug der Zuwachs lediglich 7 Prozent. Bei gleich bleibendem Wachstum wird Facebook Mitte des kommenden Jahres Google überholen. Vor allem beim Aufbau sozialer Netze wollen die Kritiker bei Google ein paar Flops ausmachen. Wave, eine Verschmelzung von E-Mail und Chat, wurde nach nur einem Jahr wieder eingestellt. Wenig hört man auch vom neuen Google-Dienst Buzz. In diversen Blogeinträgen sagen Experten deshalb Google einen Wachstumseinbruch voraus, «wenn der Konzern nicht bald mit einem eigenen Dienst à la Facebook Fuss fassen kann».

Keine Angst vor Facebook zeigt man im Zürcher Sitz von Google hingegen in Sachen Personal. Auch dieses Unternehmen will demnächst in Zürich 300 neue Leute einstellen und hat dafür ein weiteres Gebäude auf dem Hürlimann-Areal dazugemietet. «Bei Google Zürich sind aber vorwiegend Ingenieure gesucht, während bei Facebook im Prime Tower die Spezialisten des Marketings gefragt sind», zeigt sich Matthias Meyer unbeeindruckt von der neuen Konkurrenz. Der Unternehmenssprecher von Google Schweiz glaubt sogar im Gegenteil, dass gleich beide Leader auf so engem Raum den Standort Zürich für Internet-Experten aus aller Welt zu einem «neuen Zentrum» machen. Glücklich über die Standort-Wahl von Facebook zeigt man sich natürlich auch bei den Behörden. Nachdem die international tätigen Grossbanken immer wieder diskret mit einem Rückzug aus Zürich drohen, weiss man die Investitionen von Facebook doppelt zu schätzen. Immerhin ist das Unternehmen über eine Milliarde wert und liebäugelt mit einem Börsengang. Aber auch wenn es sich dabei um Social Media handelt: «Steuergeschenke wie für den gemeinnützigen Verein Fifa wird es bei Facebook keine geben», erklärt die kantonale Finanzdirektorin Ursula Gut-Winterberger.

Pikantes Detail am Rande: «Zufällig» genau seit diesen Tagen ist der Kanton Zürich neuerdings auch auf Facebook vertreten. Informationen wie Medienmitteilungen und Veranstaltungshinweise sollen dank Facebook und Twitter ein breites Publikum schnell erreichen. Der Regierungsrat hat seine Kommunikationsabteilung mit einem entsprechenden einjährigen Pilotprojekt beauftragt. «Als zukunftsoffener und moderner Kanton will er die Chancen von Social Media nutzen», heisst es in einer der ersten auf diesem Weg verbreiteten Mitteilung des Regierungsrates. Noch nichts getwittert wurde allerdings über die Pläne von Saltfield, in Zürich ein Office mit 170 Mitarbeitenden zu eröffnen.

Andreas Panzeri

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In Kürze

Facebook steht vor einem
gewaltigen Wachstum und
muss sich deshalb neu
organisieren. Allein im
vergangenen Jahr ist die
weltweite Nutzung um
47 Prozent gestiegen. Und
noch stehen die
Zukunftsmärkte in Afrika,
Eastern Europe und
Middle East erst am
Beginn des Internet-
Zeitalters. Dieses Potenzial
soll dank einem strategisch
ideal gelegenen neuen
Facebook-Office von
Zürich aus erschlossen
werden. Hier werden ab
nächstem Jahr rund
10 Prozent der insgesamt
über 1700 Facebook-
Mitarbeiter stationiert
sein. Weitere Offices gibt
es bereits in Seattle, Palo
Alto und New York sowie
Singapur, São Paulo und
London.
 

Microsoft Klage: Google soll marktbeherrschende Stellung missbrauchen

Microsoft hat am Donnerstag vor der EU- Kommission in Brüssel eine Wettbewerbsklage gegen den Konkurrenten Google eingereicht. Der Software-Konzern wirft Google vor, alles zu tun, um seine Dominanz auf den Märkten der Online-Suche und der Suchmaschinenwerbung zu Lasten der europäischen Konsumenten zu festigen.

Microsoft betreibt seinerseits die Suchmaschine Bing, die mit Google in Konkurrenz steht. Bereits im November 2010 hatte die EU-Kommission ein Verfahren gegen Google eröffnet. Die EU-Wettbewerbshüter gehen Hinweisen nach, wonach der Konzern – womöglich vorsätzlich – bei Produktanfragen die Angebote anderer Suchdienste bei den Ergebnissen zu weit hinten angezeigt haben soll. Google habe stattdessen eigene Dienste an prominenter Stelle unter den Suchergebnissen platziert. Der IT-Riese habe zudem möglicherweise die Preise für Online-Werbung hochgetrieben.

Ein Google-Sprecher sagte in einer ersten Reaktion gemäss SDA in Hamburg, man sei nicht überrascht von diesem Schritt von Microsoft. Das Unternehmen habe ja bereits mit seiner Tochtergesellschaft, dem Konsumentenportal Ciao.de, zu den Beschwerdeführern in Brüssel gezählt.
 

Top der Woche 2: Schweizer beweisen sich als Filmnation

Die Schweiz-Spötter der letzten Tage dürfen wieder die Klappe halten. Wo unsere Fussballer die grosse Nullnummer durchgeben, präsentiert sich die Werbefilm-Nati geradezu im Torrausch beim Bewegtbild-Wettbewerb Die Klappe in Hamburg.

Nach dem Steilpass mit 12 Ballabnahmen auf der Shortlist, gingen acht Filme voll ins Netz der Jury. Das entspricht einem Spielanteil der Schweizer von fast 20 Prozent am gesamten Wettbewerb, wo 274 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um 45 Klappen kämpften. Einen detaillierten Matchbericht gibt es nach der Preisverleihung am 7. April. Bei der zweitägigen Jurierung am vergangenen Freitag und Samstag in Hamburg waren Einsendungen von nur vier Schweizer Agenturen zu entdecken. Zwei teilen sich die acht Klappen, darunter auch Gold. Auf der dazu notwendigen Shortlist landete der «Steinbrocken» für Schweiz Tourismus von Spillmann Felser Leo Burnett sowie die Sunrise-Spots und Migros Klubschule der gleichen Agentur. Pius Walker ist noch im Spiel mit dem «Zonenplan» für Greenpeace sowie Möbel Pfister und Rega. Seed Audio-Visual Communication hat die Jury mit einem «Kuss» für Ricola betört.

Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Beim Kriterium Awareness liegt die Migros-Nanomania-Anzeige der Werbeagentur Wirz an der Spitze, gefolgt von der Raiffeisen-Anzeige von Metzgerlehner und derjenigen für Erdgas von Rod. Die Migros-Nanomania-Anzeige siegt auch bei der Uniqueness vor der Anzeige Max Shoes von Jung von Matt und der Biogas-Anzeige von Polyconsult. Beim Kriterium Brand Fit liegt wiederum die Migros-Nanomania-Anzeige an der Spitze vor Max Shoes und Raiffeisen. Bei der Likeability siegt die Anzeige für Max Shoes, auf dem zweiten Platz liegt das Sujet Erdgas und an dritter Stelle die Anzei-ge für Biogas.

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Fragestellung und Methodik

Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI).
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com-reSEARCH-Plattform.
Zielgruppe: webaktive Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 59 Jahren.
Sample-Grösse: n = 500 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten.
Erhebungszeitraum: 17. 03. 2011 – 23. 03. 2011.

Fragen:
– Wir haben Ihnen zu Beginn der heutigen Befragung einige Anzeigen vorgestellt. An welche dieser Anzeigen können Sie sich erinnern? Bitte nennen Sie uns die werbenden Unternehmen bzw. die beworbenen Marken. (Awareness)
– Inwieweit heben sich diese Anzeigen Ihrer Meinung nach von anderer Werbung in Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften ab? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= hebt sich überhaupt nicht ab) bis 6 (= hebt sich sehr stark ab). (Uniqueness)
– Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken/Unternehmen haben? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= passt überhaupt nicht zu meinem Bild von dieser Marke) bis 6 (= passt sehr gut zu meinem Bild von dieser Marke). (Brand Fit)
– Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= gefällt mir überhaupt nicht) bis 6 (= gefällt mir sehr gut). (Likeability)
Bei den abgedruckten Werten handelt es sich jeweils um die Top-Box-Bewertungen «hebt sich sehr stark ab», «passt sehr gut zu meinem Bild der Marke», «gefällt mir sehr gut».

Verfasserin der repräsentativen Studie «Werbelieblinge der Schweiz» ist die auf Online-Marktforschung spezialisierte Marketagent.com Schweiz, die über ein registriertes Panel von 20 000 befragungswilligen Personen in der Deutsch- und der Westschweiz verfügt. Marketagent.com Schweiz ist ein Tochterunternehmen des führenden österreichischen Marktforschungsunternehmens Marketagent.com online reSEARCH und der Schweizer Kommunikationsagentur Contract Media.
 

Kunst am Katalog

Das Spielzeugmuseum zeigt eine spielerische Geschichte der Werbung.

Inmitten der Altstadt an der Fortunagasse beherbergt das Zürcher Spielzeugmuseum eine einzigartige Sammlung europäischer Spielwaren aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, die das Leben der jeweiligen Epoche «en miniature» widerspiegeln. Anlässlich seines 30. Geburtstags präsentiert das Spielzeugmuseum die Sonderausstellung «Franz Carl Weber Kataloge – eine langjährige Tradition», welche nebst den legendären Katalogen auch Spielwaren aus der 130-jährigen Geschichte von Franz Carl Weber zeigt. Die von Franz Carl Weber bereits seit 1891 publizierten Spielzeugkataloge fallen insbesondere durch ihre einzigartigen Titelseiten auf, welche nicht selten von namhaften Künstlern wie Alois Carigiet, Niklaus Stöcklin, Celeste Piatti, Herbert Leupin, Moritz Pieper und Hermann Pieper gestaltet wurden. Pan

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Der SRG sollen online Grenzen gesetzt werden

Über die Problematik der SRG-Online-Strategie.

An einer Medienkonferenz forderte der Verband Schweizer Medien letzte Woche eine Einschränkung für SRG-Online-Angebote und -Werbung. Er bezieht sich dabei auf ein Rechtsgutachten von Professor Urs Saxer. Die SRG müsse auf die privaten Medien, insbesondere die Presse, Rücksicht nehmen. Ihre Aktivitäten im Online-Bereich widersprächen der Verfassung und dem Gesetz.

Man akzeptiere, dass die SRG das Internet als einen weiteren Distributionskanal nutze und eindeutig programmbezogene Aktivitäten entfalte, teilte der Verband in einem Communiqué vom Freitag mit. Die SRG dürfe aber auf gar keinen Fall ein neues Medium etablieren und dies mit Werbung alimentieren. Online sei nicht Service public.

Ausgehend vom Gutachten «Möglichkeiten und Grenzen der Online-Angebote der SRG», das Saxer im Auftrag des Verbandes erstellt hat, leitet Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument für den Verband drei Hauptforderungen ab:

Die Werbeeinnahmen seien in den Printmedien in den letzten zwei Jahren um 12 Prozent eingebrochen. Die SRG weise demgegenüber für 2010 eine Werbezunahme von 12 Prozent im Bereich TV und eine Zunahme von 11 Prozent beim Sponsoring aus. Ausserdem habe ihr der Bundesrat ab 2011 zugestanden, die Werbung von 8 auf 15 Prozent auszudehnen, was ebenfalls zu Lasten der Printmedien gehen werde. Eine neue Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ) sage zudem einen weiteren Rückgang für Printprodukte voraus, während für Rundfunkwerbung eine Steigerung prognostiziert wurde. Der SRG müsse die Werbung in Radio und Online weiterhin untersagt bleiben, denn fehlende Werbung verteuere die Preise für die Printprodukte massiv.

Online sei für die Zukunft der privaten Medien absolut zentral. Online sei grundsätzlich Privatwirtschaft, nicht Service public. Der Verkauf von Werbung und Inhalten müsse daher auch online möglich sein. Für private Online-Angebote gebe es aber nur Finanzierungsmöglichkeiten, wenn die SRG nicht gebührenfinanzierte Online-Angebote gratis zur Verfügung stelle. Ein ausgedehntes Online-Angebot der SRG würde die Einführung von Bezahlmodellen für Qualitätsinformationen erschweren, so Albert P. Stäheli, CEO NZZ-Mediengruppe und Mitglied des Präsidiums von Schweizer Medien.

Zuletzt fordert der Verband, dass die Politik den Service public für den Rundfunk endlich klar definiere. Die Konzession müsse entsprechend angepasst werden. Nur mit einer klaren Grenzziehung zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunkauftrag einerseits und privatem Medienschaffen andererseits könne nachhaltig Klarheit für beide Seiten geschaffen werden. Marktverzerrende Angebote würden so verhindert.

Die SRG wehrt sich gegen den Vorwurf, ihre Online-Aktivitäten würden der Verfassung und dem Gesetz widersprechen, und verweist in einer Stellungnahme auf Untersuchungen des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom). Sämtliche Studien zeigten, dass die SRG mit ihrem Online-Angebot Gesetz und Konzession einhalte.

 

Nivea aus der Natur gewonnen

TBWA Zürich hat für die neue Pflegelinie Pure & Natural von Nivea eine umfangreiche Kampagne mit einem neuen strategischen Ansatz entwickelt.

In einer breit angelegten Kampagne produzierte TBWA Zürich für die Produktkategorie Pure & Natural von Nivea eine ganze Reihe von ATL- und BTL-Kommunikationsmitteln. Pure & Natural ist die wichtigste Lancierung von Nivea im Jahr 2011. In der neuen Pflegelinie treffen milde Formeln auf die Wirksamkeit von Bio-Inhaltsstoffen. Bei der Kreation galt es, sich für eine solche Neuerung entsprechend auch von bisherigen Konventionen zu lösen und im Rahmen der Stra-tegie neue Ansätze zu finden. Im Zentrum der Kampagne steht jetzt ein Key Visual, das die Gesichtskonturen vollumfänglich aus einer natürlichen, atmosphärischen Wald-Szene nachstellt. Der Ansatz, dass Nivea die Natur in ihren Produkten zum Menschen bringt und somit der Mensch der Natur näher kommt, wurde in diversen Kommunikationsmitteln in augenfälliger Weise umgesetzt. Beispielsweise realisierte die Agentur eine ganzseitige Lentikular-Anzeige in der Annabelle, in der beim Bewegen des Hefts wechselweise die Naturszenerie mit dem Gesicht eines echten Models zu sehen ist. Das gleiche Wechsel-Prinzip wurde auch auf den Bannern angewendet. Weitere Werbemittel waren Broschüren, Beihefter, Leporellos, Thekensteller, Plakate und Film-Animationen, die auf E-Boards zum Einsatz kamen.

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