Mehr als nur Klicks

Das Internet-Universum ist längst kein Mysterium mehr. Mit seinen unendlichen Möglichkeiten zur Informationsvermittlung und seiner täglich wachsenden User Zahl ist es heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Marketingmix.

Seit Beginn der Internetwerbung ging es vor allem um die Klickraten der Werbebanner. Endlich war Werbung direkt messbar. Diese einseitige Betrachtungsweise ist eigentlich schon längst überholt, weil es das Internet-Marketing auf eine gewissermassen moderne Art von Direktmarketing reduziert. Dies, obwohl unzählige Studien renommierter Institute belegen, dass Online-Werbung nicht nur im direkten Verkauf, sondern auch in der Markenbildung, der Markensympathie und der Markenaktualität grosse Wirkung zeigt. 13 Online-Key-Player – zum Teil auch Konkurrenten – haben sich auf unkomplizierte Weise zusammengefunden und lancierten diese Woche die Internet-Site www.mehr-als-nur-klicks.ch. Sehr informativ erklärt die Site die bisher oft unbekannten Möglichkeiten der Online-Werbung. Neben Beispielen gibt es auch die Möglichkeit, eine Vielzahl von Wirkungsstudien im Onlinebereich runterzuladen. Abgerundet wird das Angebot durch weiterführende Links mit zusätzlichen Beispielen.

Beteiligt an der Aktion sind die Firmen Plan.Net Suisse, 20 Minuten online, Newsnetz, Blick.ch, Adextra, Swisscom/Bluewin, Search.ch, Microsoft Advertising, Axel Springer, gmx.ch, Omnimedia, Stailamedia und Zattoo. Dadurch, dass die Aktion so breit abgestützt ist, wird sie ihre Wirkung sicher nicht verfehlen. Die Werbewoche wollte von Urs Schneider, dem Verwaltungsratspräsidenten von mediaschneider wissen, wie er sich zu dieser Initiative stellt und welche Punkte bei der Internetwerbung für ihn wichtig sind.

Urs Schneider: Verglichen mit Deutschland hinken wir bei der Internetwerbung hinterher. Nicht nur im Volumen, sondern auch im Einsatz kreativer Möglichkeiten. Warum ist das so?
Sicherlich liegen wir punkto Internetwerbung hinter den grossen europäischen Ländern zurück. Das liegt aber auch an der unvollständigen Erfassung der Werbeinvestitionen. Es gibt auch in der Schweiz ganz gute kreative Lösungen, aber im Vergleich mit Deutschland haben wir sicher Nachholbedarf. Umsetzungen mit störenden Pop-up-Ads sind doch keine wirklich kreativen Ideen.

Warum sprach man bis heute vor allem von Klickraten?
Ich denke, das liegt an den standardisierten, eingeführten Messmethoden. Den Erfolg einer Online-Kampagne nur auf dem Niveau von Klickraten zu beurteilen ist ungenügend, weil diese durch die eingesetzten Werbemittel massiv beeinflusst werden können. Wenn man ein Werbemittel zuerst wegklicken muss, um auf eine Website zu gelangen ist das schlichtweg Blödsinn. Aber es erhöht ja die Kilckraten und somit scheinbar den Erfolg einer Kampagne. Über das Ärgernis wird gar nicht gesprochen. Die Ansprüche und die technischen Möglichkeiten für Reportings sind enorm gestiegen und basieren nicht nur auf Klickraten.

Wie wichtig ist der Branding-Effekt beim Internet?
Nachdem jeder Konsument täglich zwischen 4000 bis 5000 Werbebotschaften erhält, muss Werbung den Filter durchbrechen, um wahrgenommen zu werden. Da helfen spezielle Werbeformen auch im Internet.

Warum wurde der Branding-Effekt von Online-Werbung bisher so stiefmütterlich behandelt?
Vielleicht wegen der fehlenden flächendeckenden Möglichkeiten. Zu Beginn einer Kampagne lohnt es sich auf jeden Fall, Branding Days einzusetzen und nach einigen Tagen auf Standard-Werbeformen zu wechseln. Auch die Wirkung von Standard-Werbeformen kann durch Streaming Ads signifikant gesteigert werden.

Kann Branding-Werbung auch den Erfolg von Performance- Marketing steigern?
Ich denke schon, da der Einfluss anderer Medien wie zum Beispiel Plakate, Anzeigen oder TV Spots, die gleichzeitig eingesetzt werden, den Response von Performance-Kampagnen steigern. Allerdings sind die Erfolgsmessungen von Performance-Kampagnen fragwürdig. Die Post-View-Conversions basieren teilweise auf Adimp, welche vor Wochen erfolgt sind. Dieser «Kontakt»wird dann einer Transaktion wie zum Beispiel einer Bestellung zugeordnet und als Erfolg gezählt. Das kann man alles schön berechnen, aber der Einfluss anderer Werbekontakte ist möglicherweise viel stärker. So gesehen kann man die Frage der Wirkungssteigerung nur bedingt beantworten.

Wird ein erhöhter Einsatz von Branding-Werbung im Internet, den Anteil der Internetwerbung am Gesamtwerbevolumen steigern können?
Branding-Werbung kostet ja auch mehr, was sicherlich einen positiven Einfluss auf die Werbeeinnahmen der Anbieter hat. Das Gesamtvolumen der Online-Werbung wird meiner Ansicht nach in den nächsten Jahren weiterhin mit zweistelligen Zuwachsraten wachsen. Ein richtiger Schub wird in zwei drei Jahren erfolgen wenn, TV und Internet noch näher verschmelzen und die Interaktion auf TV-Werbung Realität wird.
 

Process eröffnet Agentur in Shanghai

Die Branding- und Designagentur Process eröffnet im September 2011 einen neuen Standort in Shanghai. Mitten im historischen Teil Shanghais nimmt ein Team von lokalen Spezialisten seine Tätigkeit auf.

Das neue Team in Shanghai besteht aus lokalen Spezialisten, die von einem regen Wissenstransfer zwischen Zürich und Shanghai profitieren sollen. Damit wolle man auch dazu beitragen, die in China verhältnismässig jungen Disziplinen Branding und Markenberatung aufzubauen und zu festigen, so die Agentur in einer MItteilung.

Nach der Gründung von Process Corporate Design im Jahre 1995 in Zürich kam vier Jahre später Process Product Design in Luzern hinzu. Der Standort Taipeh wurde 2006 ebenfalls mit dem Fokus Produktdesign etabliert. Als Antwort auf die wachsende Nachfrage aus dem Chinesischen Festland liege der Schwerpunkt der neuen Agentur in Shanghai im Branding und Corporate Design, so die Agentur.
 

Apple: Tim Cooks präsentiert iPhone 5

Am 4. Oktober soll die nächste iPhone-Generation von Apple vorgestellt werden. Derweil will Samsung den Verkauf des iPhone 5 gerichtlich in ganz Europa verbieten lassen.

Apple wird die nächste iPhone-Generation am 4. Oktober vorstellen. Die Präsentation werde die erste große Feuerprobe für den neuen Konzernchef Tim Cook, so das US-Blog-Portal  Allthingsd.com. Zeitgleich will Apple auch seinen Online-Speicherdienst iCloud und die neue Generation seines mobilen Betriebssystems iOS auf den Markt bringen.

Obwohl Samsung als Hardware-Lieferant bisher am Erfolg des iPhones gut mitverdient hat, will der Konzern den Verkauf nun gar Europa-weit verbieten lassen. Dies berichten gemäss Netzwoche.ch mehrere Medien unter Berufung auf die koreanische Zeitung Maeil Business.
 

Die Textperten

Rinaldo Dieziger, Fabian Dieziger und Rémy Blättler sind die Supertexter: 2005 haben der Texter, der Kaufmann und der IT-Profi in Zürich die Agentur Supertext gegründet. Sie koordiniert ein Netzwerk von rund 300 Schreib¬profis, die Texte und Übersetzungen aller Art produzieren. Über 1500 Unternehmen und Agenturen setzen bereits auf diesen Service – und es werden immer mehr.

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Schon so manch einer hat stundenlang über einer Pressemeldung, einem Slogan, einem Geschäftsbrief oder einer Übersetzung gebrütet mit dem festen Vorsatz, einen super Text zu formulieren. Heraus kam: eine Zumutung für den Leser. In solchen Nöten hilft Supertext, die erste Textagentur im Internet. Seit fünf Jahren textet und übersetzt die Agentur mit ihrem Netzwerk von rund 300 Textern, Autoren, Lektoren, Korrektoren und Übersetzern Webtexte, Newsletter, Mailings, Broschüren, Pressetexte, Slogans und Geschäftsberichte auf Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch. Und das funktioniert so: Wer einen Text braucht, kann unter www.supertext.ch auswählen, ob er einen bestehenden Text überarbeiten lassen will, einen neuen Text erstellen lassen möchte oder eine Übersetzung benötigt. Ist der Auftrag erteilt, sucht Supertext in seinem Freelancer-Pool nach dem richtigen Bearbeiter für diesen Auftrag. Bei Neukunden werden die Schreibprofis eruiert, deren Profil am besten zu den Ansprüchen des Auftraggebers passt; Aufträge von Bestandskunden werden stets von den gleichen Fachleuten bearbeitet, denn die sind bereits mit dem Wording und den spezifischen Anforderungen des Kunden vertraut. Welche Leistung er erwartet und worauf bei der Textproduktion besonders zu achten ist, hält der Auftraggeber in einem kurzen schriftlichen Briefing fest.

Die Freelancer, die zum Pool von Supertext gehören, haben nachgewiesene Qualifikationen und Erfahrung als Autoren, Journalisten, Texter, Lektoren oder Übersetzer. «Wir wurden zu Beginn grossartig vom Schweizer Texterinnen- und Texterverband Script unterstützt, bei dem ich heute auch im Vorstand bin», erklärt Supertext-Geschäftsführer Rinaldo Dieziger (36). «Wir arbeiten ausschliesslich mit Profis. Hobbyautoren und Nachttischpoeten haben bei uns nichts verloren.» Diese Profis sind entweder bekannte Köpfe der Branche, die die Agentur gezielt anspricht, oder Textspezialisten, die sich bei Supertext bewerben – pro Tag gehen etwa zwei bis drei Dossiers ein. Für die Bearbeitung der Bewerbungen und den Ausbau des Freelancer-Pools haben die drei Gründer deshalb einen eigenen «Poolwart» eingestellt.

Software als Herzstück

Die komplette Abwicklung der Text- und Übersetzungsaufträge inklusive Statusdokumentation läuft über eine webbasierte Software, die die Supertext-Gründer selbst konzipiert und entwickelt haben. «Unser System ist flexibel. Wir können Texte nach der Bearbeitung direkt ins Content-Management-System des Auftraggebers einbinden, beispielsweise in das fertige Layout eines Geschäftsberichts oder in den Blog auf der Unternehmenswebsite», erklärt IT-Profi Rémy Blättler (35). Ein Workflow ohne Unterbrechungen und zusätzliche Zwischenschritte für den Auftraggeber – komfortabler geht es nicht. «Unsere Software vereinfacht etliche Arbeitsschritte, die bei der Textproduktion oder Übersetzung anfallen, denn wir wollten eine möglichst einfache Lösung für uns und unsere Kunden», sagt Blättler. «Unser System lässt sich ohne Schwierigkeiten an jedes CMS unserer Auftraggeber anbinden. Damit haben wir auch vielen grösseren Konkurrenten etwas voraus.» 2009 war Supertext sogar als Finalist für den Red Herring 100 Europe nominiert, einen der wichtigsten Awards für Technologie-Start-ups.

Sprachpapst Wolf Schneider prägte das Bonmot: «Beim Text muss sich einer quälen, der Absender oder der Empfänger. Besser ist, der Absender quält sich.» Das ist auch das Argument, mit dem Supertext seine Kunden ködert. Über 1500 Auftraggeber zählen bereits zum Kundenstamm der Agentur, unter ihnen die Marketing-und Kommunikationsabteilungen von mittleren und grösseren Unternehmen, Agenturen wie Wirz, Unic und Burson-Marsteller sowie Marken wie Ovomaltine, Swissmilk, Toshiba, Digicomp, Ochsner-Sport, OBI, Amag Retail oder Ebay. Der Texteinkauf rechnet sich: «Wir sind kein Billiganbieter und machen bei der Textqualität keine Abstriche. Aber durch die automatisierten Prozesse sind wir effizienter und können einen erstklassigen Preis bieten», sagt Fabian Dieziger (34), der bei Supertext für das Kaufmännische zuständig ist. «Wir verkaufen Lösungen: Wir liefern beispielsweise innerhalb von 24 Stunden zehn Slogans für knapp 1000 Franken.» Wer schon einmal unter Termindruck einen Slogan kreieren musste, weiss, dass das nicht teuer ist.

Die Bearbeitung oder Erstellung von Texten rechnet Supertext nicht nach Stunden ab, sondern nach Textkomplexität, Zeichenmenge und der Anzahl der aufgebotenen Texter: Ein Text für ein Inserat beispielsweise ist günstiger als ein Pressetext; wenn der Kunde statt von einem Texter Vorschläge von drei Textern wünscht, muss er dafür tiefer in die Tasche greifen. Auch Express¬lieferungen kosten extra, Auftraggeber können zwischen fünf Tem-po-und Preisstufen wählen: 6 Stunden, 24 Stunden, 48 Stunden, drei Tage oder eine Woche. Für den Auf¬traggeber ist von Anfang an klar, was ihn die Quälerei der Supertexter kosten wird.

Für die Qualität der ausgelieferten Texte sorgt Supertext mit Netz und doppeltem Boden: Jeder deutsche Text wird vor der Auslieferung von einem Korrektor gegengelesen, Übersetzungen werden nur von Muttersprachlern durchgeführt und danach noch einmal von einem Native Speaker redigiert. Denn eine gute Übersetzung ist nur eine, die nicht als Überset¬zung erkennbar ist. Ausserdem durchlaufen alle Übersetzungen ein Software-Tool, das sicherstellt, dass firmenspezifische Formulierungen und Begriffe nicht in jedem Text anders übersetzt werden. So bleibt das Wording auch in der Fremdsprache einheitlich. Und sollte ein Auftraggeber trotzdem einmal nicht zufrieden sein: Eine Nachbearbeitung ist bei jedem Auftrag im Preis inbegriffen.

Vielseitiges Trio

Rinaldo und Fabian Dieziger und Rémy Blättler sind in Eschenbach SG geboren und aufgewachsen. Rinaldo ist eineinhalb Jahre älter als sein Bruder, Fabian und Rémy gehen in die gleiche Schulklasse. Die beiden werden Freunde und auch Rinaldo versteht sich gut mit dem Jugendfreund seines Bruders. Trotzdem laufen die Wege der drei nach dem Schulabschluss erst einmal auseinander: Rinaldo, der als Bub eigentlich Sportreporter, Astronaut, Archäologe oder Gemeindeammann wie sein Vater werden wollte, geht nach der Matura für drei Jahre als Juniortexter zur St. Galler Werbeagentur Tomcat. Danach wechselt er nach Zürich zu Publicis und textet schliesslich für Spillmann/Felser/Leo Burnett. Nach einer Weltreise unterstützt er auf Einladung eines Freundes das St. Galler Institut für Jungunternehmen bei einem Messeauftritt und verfasst als Freelancer die Websitetexte des Instituts. Fortan will Rinaldo nur noch ei¬nes: Unternehmer werden. «Wenn jeder im Raum ein eigenes Unternehmen hat, nur du selbst nicht», sagt er, «dann kommst du schon ins Grübeln.»

Fabian orientiert sich Richtung Logistik: Nach der Lehre als Speditionskaufmann bei Welti-Furrer geht er als Distributionslogistiker zu Mettler-Toledo, macht an der Zurich Business School eine Weiterbildung zum Betriebswirtschaftler, wechselt 1998 als Verkaufslogistiker zur Dübendorfer Ascom Telematic und übernimmt schliesslich die stellvertretende Leitung des Bereichs Internationale Umzüge bei Welti-Furrer. 2002 übernimmt er dort als Mitglied der Geschäftsleitung die Verantwortung für den Bereich Kunsttransporte und -lagerungen.

Rémy, der als Knabe davon geträumt hatte, Autodesigner oder Architekt zu werden, macht eine Elektronikerlehre bei der Siemens-Tochter Cerberus, absolviert an der HSR Rapperswil einen Bachelor in Informatik und geht anschliessend mit einem Siemens-Stipendium an die Northwestern University Chicago. Dort macht er seinen Master in Computer-Enginee¬ring. Danach startet Blättler in der IT-Abteilung der New Yorker UBS-Filiale. Zwei Jahre später wechselt er zu Sungard, einem auf Finanzsoftware spezialisierten Hightechunternehmen. Dort erreicht ihn 2005 eine Anfrage aus der alten Heimat: Die beiden Dieziger-Brüder wollen wissen, ob er sich vorstellen könne, mit ihnen ein Text-Unternehmen zu gründen.

Plan mit Zukunft

Während seiner Zeit am Institut für Jungunternehmen ist Rinaldo Dieziger von etlichen jungen Unternehmern umgeben. Das inspiriert ihn. Er entwickelt verschiedene Businesspläne, darunter auch den für eine Internet-Textagentur, der er 2005 Leben einhauchen will. Sein Bruder Fabian ist sofort von der Geschäftsidee begeistert und beschliesst, Rinaldo bei der Firmengründung zu unterstützen – auch wenn die Selbstständigkeit für ihn ein «Retour zur Bescheidenheit» bedeutet. Immerhin ist Fabian Dieziger inzwischen in der Direktionsetage angelangt, mit Verant¬wortung für zwölf Mitarbeiter und einem entsprechenden Gehalt. Trotzdem tauscht er Chefses¬sel gegen Ikea-Stuhl: «Mich hat es gereizt, ein eigenes Unternehmen mit aufzubauen, etwas in Bewegung zu setzen und etwas ganz Neues zu lernen», sagt er. «Bis März 2007 war ich fest bei Welti-Furrer engagiert und konnte es kaum abwarten, endlich mit voller Kraft bei Supertext zu starten.»

Rémy Blättler fühlt sich sehr wohl in New York. Trotzdem verlässt er die Stadt schweren Herzens, weil ihn die Herausforderung, eine eigenes System zur Geschäftsidee seiner beiden Schulkollegen zu programmieren, allzu sehr lockt. In langen New Yorker Nächten ertüftelt er einen ersten Software-Prototyp und schlägt Ende 2006 für Supertext sogar einen lukrativen Job bei einer Grossbank aus. Anfang 2007 steigt der IT-Experte schliesslich endgültig bei Super¬text ein. «Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass das Supertext-IT-Projekt nach etwa zwei Wochen abgeschlossen ist», erinnert sich Blättler und lacht. «Darum bin ich zwei Jahre zwischen Zürich und New York gependelt, bevor ich 2009 meine Zelte in den USA abgebrochen habe. Inzwischen bin ich fünf Jahre bei Supertext und es macht mir riesigen Spass. Es ist ein tolles Gefühl, aus absolut nichts etwas aufzubauen. Ausserdem muss ich nie etwas machen, weil mir jemand sagt, dass ich das muss – ich weiss immer, wieso ich es tue.» Rinaldo Dieziger blickt stolz auf die vergangenen fünf Jahre zurück: «Als ich 1997 als Juniortexter in die Werbung einstieg, hat mir der Spruch von Tom Monahan gefallen: ‹Werbung ist der Rock ’n’ Roll der Geschäftswelt.› Kürzlich hat einer unserer grössten Konkurrenten über Supertext gesagt: ‹These are the Rock ’n’ Roll Guys of the Industry.›» Welch ein Kompliment.

Drei an einem Strang

Die drei Supertext-Inhaber könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Texter, der Kaufmann und der IT-Spezialist haben nicht nur ganz verschiedene Ausbildungen und Kompetenzen, sondern auch sehr unterschiedliche Charaktere. Doch genau das macht ihren Erfolg aus: Sie ergänzen sich perfekt und decken alle zentralen Verantwortungsbereiche im Unternehmen ab, von der Kreation über die Administration bis zur IT. Gleichzeitig sind sie sich einig darüber, dass «ihr Baby» wachsen und gedeihen soll. Rinaldo Dieziger: «Wir hatten von Anfang an ehrgeizige Ziele, schliesslich haben wir mit Supertext eine Marktlücke entdeckt.»

Offenbar: Die Agentur hat sich in den vergangenen fünf Jahren vom ambitionierten Drei-Mann-Unternehmen zur gut laufenden Textagentur mit neun fest angestellten Mitarbeitern, einem Texterpool mit über 300 Fachleuten und mehr als 1500 Kunden gemausert. «Bis 2007 haben wir alle Kraft in das Konzept und in die Entwicklung gesteckt und die Aufträge nebenbei abgewickelt», erzählt Fabian Dieziger. «Dann haben wir eine telefonische Verkaufsoffensive gestartet, die Supertext den entscheidenden Kick gegeben hat. Auf Drängen unserer Kunden haben wir 2007 ausserdem den Übersetzungsservice lanciert. Seither sind wir keine reine Textagentur mehr, sondern ein Sprachdienstleister.»

Die drei Supertexter haben weitere grosse Pläne: Sie wollen in den nächsten ein, zwei Jahren Agentur-Filialen im Ausland eröffnen, zunächst in Deutschland und Frankreich, später auch in den USA und Südamerika. Blättler und sein IT-Team sind bereits dabei, die Supertext-Software mehrsprachig aufzubauen.

Seltener Filmriss

Natürlich hat es in der Entwicklung von Supertext auch schwarze Tage gegeben. Zum Beispiel den vergeblichen Besuch eines Fernsehteams vom SF, über den die drei Firmengründer heute zum Glück lachen können: «In unserer Firmengeschichte gab es exakt einen Tag, an dem niemand im Büro war», erzählt Fabian Dieziger. «Ausgerechnet als ein SF-Fernsehteam bei uns vorbeischaute, um für die ‹Tagesschau› einen Bericht über Start-ups zu drehen und mit uns ein Interview zu führen, waren wir alle drei in New York. Fast eine Million Schweizer schauen die Tagesschau und hätten von uns erfahren – und wir sind nicht im Büro!»

Diese Panne belegt: Für Rinaldo und Fabian Dieziger und Rémy Blättler gibt es trotz allem Einsatz für ihre Agentur ein Leben neben Supertext. Rinaldo Dieziger ist derzeit vor allem mit seiner sieben Monate alten Tochter Estella beschäftigt, die ihn begeistert und mitreisst. Ausserdem träumt er davon, einmal etwas zu schreiben, das auch in 100 Jahren noch gelesen wird, und versucht, das Klavierspielen nicht zu verlernen. Auch sein Bruder Fabian ist ein Familienmensch: Als Vater einer zwölfjährigen Tochter und dreifacher Götti ist er permanent mit jungen Leuten auf Achse. In ruhigeren Stunden liest, backt und kocht er gern, Inspiration findet er auf Reisen. Rémy Blättler braucht als Ausgleich zur Programmierarbeit Reisen und Töfffahren und hegt insgeheim den Traum, einmal ein Boutiquehotel mit einer fantastischen Aussicht zu eröffnen. Wer dann die knackigen Werbeslogans für das Hotel texten wird, dürfte bereits heute klar sein.

Anne-Friederike Heinrich

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SRG: Raymond Loretan ist neuer Präsident

Raymond Loretan ist der neue Präsident der SRG. Die Delegierten haben ihn am Donnerstag in Bern gewählt.

Sie sind damit dem Vorschlag des Verwaltungsrats gefolgt. Der 1955 geborene bilingue Loretan ersetzt Jean-Bernard Münch. Loretan war unter anderem CVP-Generalsekretär und Generalkonsul in New York.  Regula Fecker wird neu Mitglied des Verwaltungsrats sein. Lucy Küng wurde für eine weitere Periode im Amt bestätigt. Dies schreibt die SRG am Donnerstag in einem Communiqué.

Loretan erhielt im dritten Wahlgang 21 Stimmen. Er tritt sein Amt am 1. Januar 2012 an. Der von den Präsidenten der Mitglied-Gesellschaften der SRG Deutschschweiz (SRG.D) zur Wahl vorgeschlagene Viktor Baumeler, Präsident der SRG.D und Mitglied des Verwaltungsrats SRG, unterlag knapp mit 19 Stimmen.

Raymond Loretan war unter anderem Generalsekretär der CVP. Von 1997 bis 2002 war er Botschafter der Eidgenossenschaft in Singapur und von 2002 bis 2007 Generalkonsul im Botschaftsrang in New York. Loretan schloss das Studium der Rechte an der Universität Freiburg mit dem Lizenziat ab und erlangte ein Diplom in europäischem Recht an der Universität Strassburg. Er ist Mitgründer und Partner des Beratungsbüros «Fasel Balet Loretan Associés» in Genf und vertritt verschiedene Unternehmen und Stiftungen in unterschiedlichen Funktionen und Mandaten. Loretan ist Mitglied verschiedener Verwaltungsräte, unter anderen Präsident der Klinikgruppe «Genolier Swiss Medical Network». In der Mitteilung der SRG sagt er zu seinem neuen Amt: «Trägerschaft und Unternehmen – wir alle müssen unsere Kräfte bündeln, um gemeinsam die grossen Herausforderungen zu meistern. Dies wird eine meiner Prioritäten sein.»

Jean-Bernard Münch ist zufrieden, dass der Vorschlag des VR angenommen wurde: «In einer Zeit des Umbruchs und der grossen Herausforderungen kann Raymond Loretan, der bilingue französisch und deutsch ist, den Verwaltungsrat dank seiner Erfahrungen und seiner schweizerischen und internationalen Sicht verstärken und den Dialog mit der Politik fördern.

Lucy Küng, bisheriges Mitglied des VR, wurde für eine weitere Periode im Amt bestätigt. Neu in den VR gewählt worden ist Regula Fecker, Partnerin und Mitbegründerin der Zürcher Werbeagentur Rod Kommunikation.

 

Coupons liegen beim Einkaufen im Trend – Mobile Coupons noch unterschätzt

Couponing, also das Gewähren von Einkaufsvorteilen gegen Vorlage eines Coupons, ist in Deutschland mittlerweile weit verbreitet. Während klassische Papier-Coupons und deren Online-Varianten bei der Nutzung weit vorne liegen, sind mobile Coupons, zum Beispiel für Mobiltelefone, noch nicht mehrheitlich bekannt.

Vier von fünf Deutschen haben bereits mindestens einmal einen Coupon eingelöst. 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Bedeutung von Coupons beim Einkaufen in Zukunft weiter zunehmen wird. Nur jeder Fünfte von den Befragten, die mobile Coupons kennen, hat bereits einen solchen mobilen Coupon eingelöst. Dies ergab eine aktuelle TNS Emnid-Befragung zum Thema «Couponing in Deutschland».

Vier von zehn Nutzern lösen mindestens einmal im Monat Coupons ein, als größten Vorteil sehen 68 Prozent der Befragten die Preisersparnis. Mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) profitieren von ihren Coupons gerne und oft bei Supermarkt-Produkten. Auch Modehäuser sind für knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) eine beliebte Einsatzmöglichkeit – gefolgt von den Bereichen Gastronomie (45 Prozent), Kosmetik (40 Prozent) und Elektronik (33 Prozent). Couponing wird in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen: Fast jeder dritte bisherige Nicht-Nutzer (28 Prozent) gab an, künftig Coupons einzusetzen, sofern dies für ihn keinen großen Zusatzaufwand bedeutet.

Die repräsentative Studie wurde von der TNS Emnid Medien- und Sozialforschung im Auftrag der Payback durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1‘119 Personen ab 16 Jahren. Die Studie steht zum Download unter Tns-emnid.com sowie unter Payback.net bereit.
 

«Wir wollen uns wieder bei der Plakatforschung SPR+ einbringen»

Seit 15 Monaten ist Jürg Rötheli CEO von Clear Channel Schweiz (CCS), der Nummer zwei im Schweizer Plakatgeschäft. Im Interview mit der Werbewoche sagt er, weshalb er von der Swisscom zur Aussenwerbung wechselte, wie er das Image von CCS verbessern und den Städten digitale Strassenflächen schmackhaft machen will. Und er legt dar, weshalb CCS nun im Aussenwerbeverband mitmacht und auch bei der Plakatforschung SPR+ wieder den Anschluss sucht. 2005 war CCS dort ausgestiegen und hatte ein eigenes Projekt gestartet, aber nie beendet.

Seit gut einem Jahr sind Sie CEO von CCS, und bisher wissen nur wenige, wer Sie sind.

Jürg Rötheli: Dies hat sich in den vergangenen Monaten sehr stark geändert. Dass man mich in der Marketing- und Kommunikationsszene noch nicht überall kennt, liegt an meiner beruflichen Geschichte. Vor Clear Channel war ich Mitglied der Konzernleitung der Swisscom und dort für die Beteiligungsgesellschaften verantwortlich.

Wo sehen Sie Ihre Stärken? Welches sind Ihre Schwächen?
Ich bin ein sehr offener und kommunikativer Mensch, der sehr stark an die Leistungen seines Teams glaubt. Meine Aufgabe als CEO von Clear Channel vergleiche ich mit der des Dirigenten eines grossen Orchesters. Wir proben die einzelnen Stimmen, und ich füge diese mit allen Musikern und Musikerinnen zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Natürlich gebe ich dabei den Takt vor. Das Konzert wird aber erst dann richtig gut, wenn das ganze Orchester mitmacht.

Haben Sie ein Führungsprinzip?
Wenn man von einem Prinzip sprechen will, dann würde ich es «Vertrauensprinzip» nennen. Ganz grundsätzlich haben alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mein Vertrauen. Dieses müssen sie nicht erst jahrelang beweisen. Ich versuche immer, meinen Leuten über alle hierarchischen Stufen hinweg Verantwortung zu geben. Diese Verantwortung soll die Leute auch motivieren und führt zu guten Leistungen.

Wie steht es um Ihre Schwächen?
Ich habe die Tendenz, schnell vorwärts zu drängen, viel in sehr kurzer Zeit erreichen zu wollen. Das kann einen gewissen Druck ausüben und die Menschen in meinem Umfeld überfordern. Da muss man mit viel Feingefühl vorgehen und Veränderungen schrittweise und behutsam vornehmen, ohne den Menschen ihre Begeisterung und Motivation zu nehmen.

Sie kamen von der Swisscom zu CCS – was war Ihre Motivation für den Wechsel?
Ich kam sehr jung, mit 35 Jahren, in die Swisscom- Konzernleitung und war dort zehn Jahre lang tätig. Nach dieser doch recht langen Zeit wuchs in mir der Wunsch nach einem Wechsel. Hinzu kam, dass ich als CEO der Swisscom-Beteiligungen sehr viele unterschiedliche Firmen zu führen hatte: Neun Firmen in neun verschiedenen Märkten, darunter die Immobilien, die Telemedizingesellschaft Medgate, eine internationale Software- Firma, eine Kundenkartengesellschaft, alle Inkasso-Firmen, darunter auch die Billag. Heute bei Clear Channel gefällt es mir, den Fokus auf eine einzige Branche setzen zu können.

Vor 15 Monaten traten Sie bei CCS als CEO an. In welchem Zustand fanden Sie die Firma vor?
Ich fand ein motiviertes Team vor. Dies war nicht selbstverständlich, da die Mitarbeitenden eben erst eine Krise des Mutterkonzerns Clear Channel International durchlaufen hatten. Mein Fokus in den ersten zwölf Monaten richtete sich deshalb auf die strukturellen Fragen wie Organisation und Personal, um die grossen Herausforderungen in diesem Markt – Stichwort: Digitalisierung der Werbeflächen – optimal angehen zu können. Auch führte ich viele Gespräche mit Agenturen, Werbeauftraggebern und Vertragspartnern auf der Immobilienseite, dort, wo wir unsere Werbeflächen haben.

Sie tönten es an: 2008 stiegen die Private-Equity- Unternehmen Thomas H. Lee Partners und Bain Capital bei Clear Channel International ein, es kam die Finanzkrise, das Unternehmen war kurz davor, aufgeteilt zu werden. Die Unsicherheit war gross.
Ja, der Konzern durchlief eine schwierige Phase – allerdings nicht in der Schweiz: CCS war immer solide finanziert. Heute steht auch Clear Channel International wieder sehr gut da, und die Investoren wollen das Geschäft ausbauen. Natürlich haben Private-Equity-Investoren immer das Ziel, irgendwann mit Gewinn auszusteigen. In den nächsten zwei bis drei Jahren ist dies aber nicht in Sicht.

Ihr Vorgänger Beat Roeschlin musste sich immer erst nach oben absichern. Wie ist das heute?
Die Situation von damals lässt sich mit heute nicht vergleichen. Der Konzern lässt uns viele Freiheiten, das Geschäft lokal zu entwickeln. Dabei profitieren wir in der Schweiz, dass Clear Channel in 27 Ländern auf vier Kontinenten tätig ist, etwa beim Einkauf und der Entwicklung von innovativen Produkten. Die Europa-Zentrale in London unterstützt uns. Das empfinde ich als sehr positiv.

Ihr Konkurrent APG setzte letztes Jahr in der Schweiz 259 Millionen Franken um, 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Wo steht CCS?
Als in den USA börsenkotiertes Unternehmen veröffentlichen wir auf nationaler Ebene keine Umsatzzahlen. So viel kann ich aber sagen: Mit 200 Mitarbeitenden generieren wir in der Schweiz ein Offertvolumen von rund 200 Millionen Franken. Unsere operative Marge ist seit Jahren deutlich besser als jene unserer Hauptkonkurrentin. Wir erreichen mit etwa 20 Prozent der Werbeflächen einen Marktanteil von rund 30 Prozent.

Ich dachte, CCS habe 20 Prozent Marktanteil, die APG 75 Prozent?
Ich gehe eher vom Verhältnis 30 Prozent CCS und 65 Prozent bei APG aus. Den Rest teilen sich diverse kleinere Anbieter.

CCS hat 20'000 Strassenflächen, einen Stadtvertrag mit Bellinzona sowie 2 von 16 so genannten Losen in Zürich. Weiter haben Sie einen Exklusiv- Vertrag mit dem Flughafen Zürich. Letzterer ist wohl Ihre Cashcow?
Der Flughafen Zürich ist ein hervorragender, absolut innovativer Partner und für CCS ein klares «Flagship». Trotzdem kommen unsere Haupterträge nach wie vor aus den «Strassenstellen».

Sie sprachen vorher Ausbau und Digitalisierung an. Welche Schritte haben Sie vor?
Bei der Digitalisierung haben wir drei Stossrichtungen: Zum einen bauen wir schon in diesem Herbst die digitale Werbung am Flughafen Zürich aus. Die zweite Initiative betrifft den POS (Point of Sale): Wir sind heute die Nummer eins punkto POS-Volumen in der Schweiz, inklusive Verträge mit Shoppingcenter und Tankstellen. Diesen Markt wollen wir auch digital ausbauen. Bei der dritten Initiative, der digitalen Outdoor-Werbung in Städten, stehen wir dagegen erst am Anfang: Sie war lange ein «regulatorisches» Tabu. Darüber hinaus haben wir noch weitere Wachstumsprojekte.

Zum Beispiel?
Wir wollen das Geschäft mit Direktkunden, die nicht durch Media-Agenturen vertreten sind, ausbauen. Zudem gibt es viele Unternehmen, die nicht mit Plakaten werben, sondern über andere Kanäle. Die Aussenwerbung hat heute einen Marktanteil von nur etwa 11 Prozent. Diesen wollen wir mit neuer Technologie entwickeln. Unser Fokus richtet sich demzufolge nicht auf die klassischen Konkurrenten, sondern die Gattungen Print, TV und Online.

Zurück zur digitalen Werbung für Städte: Wie sieht diese konkret aus?
Wir denken an tonlose Screens in den gängigen Formaten F12 und F200, die leicht bewegte Bilder ermöglichen und auch «outdoor» angebracht werden können. Mit einigen grossen Städten sind wir bereits in Kontakt mit dem Ziel, ein Pilotprojekt aufzubauen.

Mit welchen Argumenten gehen Sie auf die Städte zu?
Zum Beispiel, dass digitale Flächen die Werbung im öffentlichen Raum auf jene Orte konzentrieren, wo eine starke Werbewirkung erzielt werden kann, und dass im Gegenzug vielleicht einige missliebige Stellen verschwinden. Werbung im öffentlichen Raum ist immer auch Teil des Stadtbildes. Will eine Stadt modern oder innovativ erscheinen, kann digitale Werbung dafür ein Baustein sein. Es gibt zudem Studien, die zeigen, dass digitale Werbung die Verkehrssicherheit nicht mehr beeinträchtigt als herkömmliche Werbung.

Bei den konventionellen Plakatsubmissionen in Städten hatte CCS wenig Erfolg. Kürzlich verloren Sie auch die Ausschreibung in Genf. Welche Ziele setzen Sie sich in diesem Bereich?
Bisher wurde das Städteinventar meist für mehrere Jahre exklusiv an einen Anbieter vergeben. Wir befürworten jedoch ein Modell wie in Zürich, wo 2006 eine öffentliche Ausschreibung mit so genannten Losen durchgeführt wurde. Das heisst, das Städteinventar wurde öffentlich ausgeschrieben und auf mehrere Anbieter aufgeteilt, was für alle Seiten, auch für die Stadt Zürich, zu einer Win-Win-Situation führte. Unser Ziel ist es nicht, unbedingt ganze Städte zu gewinnen.

Das sind neue Töne. Bisher hatte CCS das Image des schlechten Verlierers, der Entscheide zu Gunsten der Konkurrenz regelmässig durch alle Instanzen anfocht.
Das war gestern und ist für mich nicht der Weg der Zukunft. Wir wollen die Städte überzeugen, dass wir ein kompetenter Partner sind für die Bewirtschaftung von Werbeflächen und dass eine ausgewogene Inventaraufteilung und eine gesunde Konkurrenzsituation für die Städte ihre Vorzüge hat.

Stossen Sie damit auf offene Ohren?
Ja, ich spüre, dass dieser partnerschaftliche Ansatz positiv aufgenommen wird. Ich rechne damit, dass nicht nur Zürich wieder in Losen ausschreiben wird, sondern dass auch andere Städte diesen Weg gehen.

Seit neun Monaten läuft ein Kooperationsversuch zwischen CCS und den Genfer Verkehrsbetrieben. Wie geht es dort weiter?
Wir bewirtschaften dort 100 Werbeformate F12 und F200 an den Hecks und auf der Seite von Bussen. Unser Ziel ist klar: Wir möchten diesen Pilot in eine länger dauernde Partnerschaft überführen. Im wichtigen Raum Genf haben wir heute eine ungenügende Präsenz. Mit der Verkehrsmittelwerbung könnten wir diese Präsenz ausbauen.

CCS hat sonst keine Verkehrsmittelwerbung. Soll Ihnen Genf also als Vorzeigemodell dienen?
Richtig. Das Konzept lässt sich ohne Weiteres auf andere Verkehrsbetriebe in Basel, Bern oder Zürich übertragen.

Sie traten kürzlich mit CCS dem Verband Aussenwerbung Schweiz (AWS) bei. Warum?
Auch wenn man die Konkurrenzsituation der beiden wichtigsten Marktteilnehmer anschaut, denke ich, dass wir uns nicht einfach bekämpfen sollten. Es gibt einiges, das wir auch zusammen machen können.

Zum Beispiel?
Es gibt gleiche Interessen, etwa wenn es um die Regulierung der Aussenwerbung geht, ebenso bei den Werbeverboten oder dem Ausschluss gewisser Werbekategorien. Aber auch hier kann es nicht einfach darum gehen, unsere Vorstellungen gegen die Befindlichkeit in der Bevölkerung durchzudrücken. Diese müssen wir ernst nehmen und versuchen, sinnvoll damit umzugehen.

CCS war in letzter Zeit zweimal in den Schlagzeilen – wegen Tabakwerbung im Umfeld von Schulen und wegen Werbung für ein Bordell in einem Wohnquartier.
Punkto Tabakwerbung bei Schulen ist für mich der Fall klar: Wir waren im Fehler. Bei politischer oder erotischer Werbung hingegen sind die Grenzen weniger klar. Zudem dürfen wir uns als Werbedienstleister nicht in eine Zensoren-Rolle drängen lassen.

Zurück zum AWS: Dort könnte auch die Plakatforschung ein Thema sein.
Ja, daran arbeiten wir intensiv. So überlegen wir zusammen mit der APG, ob und wie sich CCS wieder bei der Forschungsfirma SPR+ einbringen kann. Ziel muss es sein, dass wir in der Aussenwerbung nur eine «Branchenwährung» haben.

Kommt diese Strategieänderung von Ihnen oder von London?
Sie kommt von mir und der Affichage. Unser Verbandsbeitritt und die neue Zusammenarbeit wurden extrem erleichtert, weil beide Firmen unter neuer Führung stehen. Der neue Affichage-CEO, Daniel Hofer, und ich sind unbelastet und kommen persönlich gut mit einander aus.

Aber der Austritt bei SPR 2005 war keine Laune Ihres Vorgängers Beat Roeschlin, sondern eine Direktive der Clear-Channel-Zentrale. Ebenso, dass man in ein eigenes Forschungssystem namens More investierte. Was bewirkte nun die Kehrtwende?
Die Hintergründe kenne ich nicht, und für mich gehört dies zur Vergangenheit. Lassen Sie uns nach vorne schauen. More wurde abgelöst durch den «Mobilitätsatlas», ein Projekt der ETH Zürich, dem Bundesamt für Statistik, Affichage und CCS sowie weiteren Partnern. Er ermöglicht uns, die Mobilitätsströme zu erfassen. Konkret erhalten wir ein System, das uns sagt, wo und wie sich die Menschen mit welcher Absicht bewegen. Die Frage wird sein, wie wir diese bahnbrechende Neuerung mit SPR+ zu einer «Branchenwährung» zusammen führen können.

Aber das Hauptproblem besteht doch darin, dass CCS seit dem Ausstieg bloss Trittbrettfahrer beim SPR+ war: SPR+ erhob zwar alle CCS-Flächen und wies sie auch aus, aber CCS zahlte nichts daran.
Das ist genau der Knackpunkt. Die Kunst wird sein, eine Lösung zu finden – sei es über eine Partnerschaft oder Beteiligung –, die dem Rechnung trägt, was seither bei SPR+ gemacht wurde, die aber umgekehrt auch jenen Dingen entgegen kommt, die wir einbringen können. Ein solches Resultat zu erreichen, ist nicht einfach.

Ist das im AWS ein Thema, und wird bis Ende Jahr eine Lösung unter Dach sein?
Ja. Und auf Grund der Akteure, die ich dort kennen lernte, glaube ich, dass ein Zusammenführen der beiden Ansätze gelingen kann.

Der Forschungsberater Ihres Vorgängers war Urs Zeier, ehemaliger Projektleiter der Gratiszeitung Metropol. Steht er auch in Ihren Diensten?
Ja, er arbeitet seit vielen Jahren auf Mandatsbasis für CCS und leitet für mich einige strategische Projekte. Auf Grund seiner langjährigen Erfahrung ist er ein hervorragender Sparringpartner für mich und die gesamte Geschäftsleitung.

Ist auch Toni Jarvis, der ehemalige Forschungsleiter von Clear Channel International, noch mit von der Partie?
Nein.

Interview: Markus Knöpfli

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Kommunikationskonzepte: Nie ausgelernt

Die Kommunikationsberaterinnen Nicole Zeiter Sixt und Marion Tarrach sind Konzepterinnen aus Leidenschaft. Im Gespräch mit der Werbewoche beleuchten sie den Wandel, den Konzeptarbeit durchlaufen muss, um den Anforderungen der Zeit standzuhalten.

Manche Fachbücher sind fast schon veraltet, wenn sie auf dem Markt erscheinen. In der Konzeptliteratur hingegen scheint die Zeit still gestanden zu sein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die gängige Konzeptionstheorie kaum verändert, der Konzeptraster ist derselbe geblieben – nicht aber die Welt darum herum. Was den Blick auf die Anpassungsleistung in der konzeptionellen Arbeit lenkt.

Sie sind beide sowohl als Beraterinnen und Konzepterinnen wie auch als Dozentinnen für Konzepttechnik im Einsatz. Was fasziniert Sie an dieser Materie?
Marion Tarrach: Dass Konzeption eben nicht eine blosse Technik ist, sondern etwas sehr Praxisnahes und Lebendiges.
Nicole Zeiter Sixt: Wir sehen Konzeption als Kern¬stück der Beratungstätigkeit. Die konzeptionelle Auseinandersetzung mit Themen, Organisationen, Menschen und Meinungen gehört zu den spannendsten Aufgaben, die das PR-Business zu bieten hat. Gerade weil es immer wieder neue Ansprüche, neue Situationen aufzunehmen und zu integrieren gilt.

Lässt sich Konzeptarbeit auf der Schulbank erlernen?
Zeiter Sixt: Die Grundlagen dazu sicher. Das Verständnis für die Konzeptschritte, ihr Zusammenspiel, die Herangehensweise an eine neue Fragestellung… Was man im Austausch untereinander auch entwickeln kann, ist ein Bewusstsein dafür, dass in der Praxis jedes Konzept anders ist. Copy/paste funktioniert nicht.

Tarrach: Konzeption ist wie Autofahren. Erst gilt es, die Technik zu erlernen. Der persönliche Stil, das Antizipieren potenziell heikler Situationen, die Möglichkeit, sich auf jeder Strasse, bei jeder Witterung, und in verschiedenen Fahrzeugmodellen wohl und sicher zu fühlen – das kommt mit der Erfahrung. Konzeption ist in hohem Mass Erfahrungssache.

Der Konzeptraster ist über die Jahre hinweg stabil geblieben. Gibt es zum Thema Konzeption nichts Neues zu sagen?
Zeiter Sixt: Doch, natürlich. Es gilt zum Beispiel ein Fragezeichen hinter die altbekannte Problemorientierung in der Konzeptarbeit zu setzen. Das klassische Konzept gliedert sich in einen analytischen, einen strategischen und einen operativen Konzeptteil. Erst wird das Problem umrundet und dingfest gemacht, dann werden die Zukunft und das Vorgehen vorgezeichnetn und letztlich wird ein stimmiges Massnahmenpaket definiert. Aus Psychotherapie und Coaching kennt man aber auch den Ansatz, den «Problemtalk» komplett zu meiden und sich direkt mit der Zukunft als bereits realisiertes Wunschbild zu beschäftigen. Das setzt positive Energien und Ideen frei, die man einer sorgfältig durchgeführten Situationsanalyse gut an die Seite stellen könnte.

Konzeptarbeit braucht Zeit. Ist ein solcher Luxus im heutigen Umfeld, wo hohes Tempo und Informationsdichte dominieren, noch alltagstauglich?
Tarrach: Je hektischer das Umfeld, desto wichtiger sind Konzepte. Sie schaffen Übersicht, Ordnung und Orientierung – Dinge, die im Alltagsgeschäft manchmal verloren gehen. Sie schützen vor Aktionismus und steigern die Effizienz. Ein Konzept kann man nicht entwickeln, ohne einen Schritt zurückzutreten und die aktuelle Fragestellung mit etwas Distanz und Ruhe zu betrachten.
Zeiter Sixt: Das Konzept dient als Argumentarium dafür, was wir machen und was wir aus guten Gründen bleiben lassen. Jedoch ohne dabei einen Wälzer zu produzieren. Kürze, Prägnanz und auch Pragmatismus sind in der Konzeptarbeit eindeutig wichti¬ger geworden. Nicht in jedem Fall und für jeden Auftraggeber braucht jeder Konzeptschritt zum Beispiel voll ausgearbeitet zu sein. Je nach Aufga¬benstellung (und je nach Ressourcen) genügt ein Ideenkatalog anstelle eines detaillierten Massnahmenplans. Oder eine Diagnose «auf den ersten Blick» statt einer fundierten, breit abgestützten Analyse.
Tarrach: Und natürlich geht es immer darum, auf einen unternehmerischen Nutzen hinzuwirken und diesen im Konzept hervorzustreichen. Schön, wenn wir eine höhere Mitarbeiteridentifikation erreichen oder ein neues, modernes Erscheinungsbild schaf¬fen. Aber was gewinnt die Organisation daraus? Das müssen wir deutlich machen, auch wenn dies in aller Regel nicht mit harten Zahlen belegt werden kann.

Wie spielen die neuen Kommunikationsplattformen in die Konzeption hinein?
Zeiter Sixt: Die Verführung, alles zu machen und überall präsent zu sein, hat mit den Social Media zugenommen. Daraus muss ein Kommunikationskonzept neue Strategien ableiten und darauf hinarbeiten, dass sich in einer Organisation eine spezifi¬sche Haltung von Geben und Nehmen etablieren kann.
Tarrach: Wir haben es mit einer starken Dynamik in den Meinungsmärkten zu tun. Diese Unberechenbarkeit führt dazu, noch mehr in Szenarien und Optionen denken zu müssen. Konzeptarbeit bietet diese Plattform.
Zeiter: Das Nichtplanbare, das Monitoring und die Interaktion mit Dialogpartnern als Unbekannte sind ins Konzept einzudenken. Kurskorrekturen «in the middle of the game» müssen möglich sein. Nur so können wir kommunikativ handlungsfähig bleiben, auch wenn sich im Umfeld Überraschendes tut. Dies setzt unter anderem kurze Laufwege und Reak¬tionszeiten voraus.

Sehen Sie auch Veränderungen im Prozess der Konzeptarbeit selbst, in der Zusammenarbeit der Konzeptschaffenden mit den Kunden?
Tarrach: Aus unserer Anfangszeit in der Kommunikation kennen wir noch die Situation, als wir einen Konzeptauftrag fassten und etliche Wochen später ein Papier ablieferten. Wir waren Lieferanten und Experten gleichzeitig und entwickelten für die Kunden eine fixfertige Lösung. Heute ist das viel stärker ein «mit» als ein «für». Die Haltung gegenüber Beratern aller Art ist ja generell kritischer geworden. Stattdessen steht Coaching hoch im Kurs, verstan¬den als Partnerschaft auf Augenhöhe. Beratende bzw. Konzeptschaffende durchlaufen im Idealfall mit den Auftraggebenden zusammen einen Entwicklungs- oder Problemlösungsprozess, der transparenter, intensiver und näher bei den Kunden stattfindet.

Interview: Regula Ruetz, PR Suisse

In Kürze
Nicole Zeiter ist als Kommunikationsberaterin und Coach/Supervisorin BSO in Winterthur tätig. Marion Tarrach (PR-Beraterin und Erwachsenenbildnerin) führt eine Kommunikationsagentur in Basel. Beide unterrichten regelmässig am SPRI in Zürich und am MAZ in Luzern und engagieren sich in weiteren Organisationen als Dozentinnen oder Fachcoaches. Gemeinsam betreiben sie den Blog Prkonzepte.wordpress.com. Ihre Dokumentation «PR-Konzeption – Arbeitsmaterial, Leitfaden, Diskussionsbeiträge» ist im März 2011 erschienen.

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Flop der Woche: Aus für Ringiers iPad-Magazin The Collection

Ringiers monothematisches Tablet-Magazin The Collection steht nach zwei Ausgaben schon wieder am Ende. Ein Hauptgrund für die Ein- respektive Umstellung seien die schlechten Verkaufszahlen.

Dies sagt der bisherige CEO von The Collection, Thomas Trüb, gegenüber Medienwoche.ch. Bei der Lancierung des Magazins war Trüb noch zuversichtlich. Man wolle regelmässig weitere Themen lancieren, sagte er noch im April. Die beiden monothematischen Magazine erschienen zum Thema «Royal Wedding» und dem «Globalen Baby». Doch das Erfolgsrezept eines aufwendigen Journalismus hat zumindest bei diesem iPad-Magazin nicht funktioniert. Man habe The Collection nicht so gut verkaufen können, wie erwartet, so Trüb im Gespräch mit der Medienwoche. Ausserdem wäre der Aufwand für ein Marketing, um die Verkaufszahlen anzukurbeln, zu gross gewesen. So habe Ringier beschlossen, das Geschäftsmodell anzupassen und von der Nutzerfinanzierung Abschied zu nehmen. Nun wolle Ringier seine eigenständigen publizistischen Apps von Partnern und Sponsoren finanzieren lassen. Dies gelte jedoch nicht bei den Applikationen von bestehenden Zeitungen und Zeitschriften.

50 Jurymitglieder für das Rose d’Or Festival 2012

Die internationale Jury für das 51.  Rose d'Or Festival steht fest: Die 50 Experten aus der Fernsehbranche kommen aus 27 Ländern. Sie werden vom 6. bis 10. Mai 2012 die Gewinner der Goldenen Rosen beim Global Entertainment Television Festival küren.

Der Wettbewerb des Rose d'Or Festivals zeichnet die besten Programme dieses Jahres in 13 verschiedenen Kategorien aus. Neu sind auch Telenovela, Series, Lifestyle und TV Movie sowie Children und Youth als eigenständige Kategorien mit dabei. Wer im Mai 2012 in Luzern eine Goldene Rose gewinnen will, kann bis zum 31. Dezember 2011 am Wettbewerb teilnehmen.

In der Leitung der Jury 2012 sitzen Shane Allen (Channel 4, Grossbritannien) für Comedy und Sitcom, Fabrizio Battocchio (RTI, Mediaset Group, Italien) für Game Show, Barbara Uecker (ABC, Australien) für Children und Youth, Karoline Spodsberg (Banijay International, Frankreich) für Factual Entertainment, Aurelio Valcárcel (Telemundo Internacional, USA) für Series und Telenovela, Reinhold Elschot (ZDF, Deutschland) für TV Movie, Toshio Asaoka (NHK Enterprises, Japan) für Arts Documentary & Performing Arts, Roek Lips (Nederlandse Publieke Omroep, Holland) für Live Event Show, Lyne Denault (Canal Vie, Les Chaînes Télé Astral, Kanada) für Lifestyle sowie Ricardo Villa (RTVE, Spanien) für Multiplatform. Auch bei den weiteren 40 Jurymitgliedern handle es sich um Experten der Fernsehunterhaltung aus der ganzen Welt, so eine Mitteilung des Veranstalters.

Die Anmeldung zum Rose d'Or Wettbewerb erfolgt neu online. Dies ermöglicht der internationalen Festival-Jury, bei der Vorselektion jederzeit direkt auf die Beiträge zugreifen zu können. Die nominierten Programme in den 13 Kategorien werden dann im Februar 2012 bekanntgegeben. Die Teilnahmebedingungen und weitere Informationen gibt es auf der Website
 

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