Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die 20 Minuten/ Swiss-Kampagne von Publicis an der Spitze vor der Bell-Anzeige «Big Benny» der Werbeanstalt und der McDonald’s-Anzeige «Schwiizer Wuche» von TBWA. Die Anzeige für «Stop Piracy» der Werbeagentur Maxomedia liegt beim Kriterium Uniqueness an der Spitze. Auf Platz 2 folgt die Anzeige für HEKS von Advico Young & Rubicam und auf Platz 3 die Anzeige für Bell. McDonald’s liegt beim Kriterium Brand Fit an der Spitze, gefolgt von Zweifel-Snacketti von Advico Young & Rubicam und der «Stop Piracy»-Anzeige. Bei der Likeability gewinnt «Stop Piracy» vor Zweifel- Snacketti und Heks.

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Content & Commerce: Vitamin fürs Corporate Publishing

Content + Commerce + Community. So heisst die neue Zauberformel für erfolgreiches Corporate Publishing (CP). Doch wie bringt man die drei Disziplinen unter einen Hut? «Die Kunst ist es, aus der Unendlichkeit der Möglichkeiten einen einheitlichen Auftritt zu gestalten», stellt die Zürcher Design- und Kommunikationsagentur Crafft fest, die zu den Vorreitern auf dem Gebiet der drei magischen C gehört.

Im Printbereich war alles schon mal da. Es gab Kataloge, das waren Wälzer voll mit Angeboten, Preisen und Bestellnummern. Später kam man auf die Idee, zu jedem Produkt eine Geschichte zu erzählen. Mit Storytelling wollte man sich von der Konkurrenz abheben. The Sharper Image, Praktikus und Manufaktum hiessen bekannte Trendsetter. Monatlich oder viermal jährlich flatterten die Printprodukte in die Briefkästen.

Im Zeitalter des Internets ist alles anders: Der Briefkasten von einst ist heute ein Computer, ein Smartphone oder ein Tablet. Aus den Katalogen sind unzählige Online-Shops mit Abermillionen von Produkten geworden. Und als Trendsetter gelten heute diejenigen Anbieter, die versuchen, mit Content & Commerce oder Editorial Shopping dem Besucher einen Mehrwert zu bieten. Zu ihnen gehören etwa das Mini Magazin, Selects von American Express oder das Migros Magazin.

People – Shop – Community

Zu den Vorreitern der drei magischen C – Content, Commerce, Community – zählt die Zürcher Agentur Crafft. «Unsere Kunden haben hohe Ansprüche», sagt Partner Michael Rütti, «sie wollen einen glaubwürdigen Auftritt, der überzeugt und begeistert – und ganz nebenbei so viel Umsatz wie möglich generiert. » Die Möglichkeiten sind tatsächlich verlockend: «Dank Internet ist der Content rund um die Uhr verfügbar», so Rütti, «jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde bietet sich die Chance, Inhalte zu ergänzen, zu aktualisieren oder neu zu verlinken.» Um trotzdem nicht planlos in alle Richtungen zu kommunizieren, dürfe man ein weiteres wichtiges C nicht aus den Augen verlieren: die Corporate Identity. Denn: «Je sauberer der Markenauftritt, desto besser wirken die Kommunikationsmassnahmen.»

Was die CP-Profis im Büro von Crafft unter Content & Commerce verstehen, lässt sich am besten an einer umfassenden Dialogplattform aufzeigen, die bei Crafft derzeit für ein Schweizer Unternehmen entwickelt wird. Diese setzt sich nach Auskunft von Partner Cédric Tribolet aus drei Teilen zusammen: «People, Shop und Community». Und wird im Sommer 2012 live gehen.

Leute wie du und ich

Im ersten Teil sollen Menschen porträtiert werden, die in irgend einer Form mit dem Produkt zu tun haben. «Wir werden keine Schauspieler oder Models zeigen wie in der klassischen Werbung», sagt Tribolet, «sondern Leute wie du und ich, die völlig authentisch herüberkommen.» Im zweiten Teil werden auf ansprechende und teils unterhaltsame Weise die Produkte vorgestellt. «Hier kommt es auf hohe Glaubwürdigkeit, Qualität und Aktualität an», unterstreicht Tribolet. Der dritte Teil schliesslich ist für Diskussionen, Blogs und Social Media reserviert. Hier solle im ständigen Austausch mit den Zielgruppen eine loyale Community entstehen, die sich auch mal kontroverse Themen vornimmt.

«Immer mehr Menschen informieren sich im Internet, sie kaufen online ein und pflegen ihre sozialen Kontakte im Web. Darum muss man heute mehr bieten als nur einen Online-Shop, um im Markt zu bestehen», so Tribolet weiter. Das «CP-Barometer Herbst 2011 – Content & Commerce» bestätigt diese Aussage. Anhand von Umfragen und vielen Beispielen zeigt die Studie, wie Inhalte die Shopping-Portale bereichern und für Traffic, Kundenbindung und Umsatzsteigerung sorgen.

Gute Prognosen für die Zukunft

Gemäss Branchenbarometer erkennen fast zwei Drittel der Befragten im Corporate Publishing ein grosses Potenzial. Mehr als die Hälfte der Befragten betrachten Editorial Shopping als gute Alternative zu klassischer Werbung. 75 Prozent sind zudem überzeugt, dass journalistische Inhalte ein wirksamer Verkaufstreiber sind. Gemäss CP-Barometer hat das Editorial Shopping in Zukunft dank mobiler Endgeräte ein noch grösseres Potenzial. Gute Prognosen für die Kommunikationsspezialisten an der Zürcher Hohlstrasse. Mit ihrem Know-how komplettieren sie die Zauberformel: mit einem C wie Crafft. Roy Spring

Informationen:
www.crafft.ch
www.facebook.com/crafft.ch
Michael Rütti
[email protected]
 

Schweizer Typografie – nur ein Gattungsbegriff?

In der Buchstadt St. Gallen lud das Gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS) zu einem dreitägigen Symposium, das ganz im Zeichen der Schweizer Typografie stand.

Unter dem Namen «Tÿpo St. Gallen» startete das GBS von 18. bis 20. November eine neue Veranstaltungsreihe. Gibt es eine Schweizer Typografie überhaupt noch und wenn ja, was ist typisch schweizerisch daran? Diese beiden Fragen standen im Zentrum des dreitägigen Symposiums, das von der Schule für Gestaltung St. Gallen gemeinsam mit der höheren Fachschule für Künste, Gestaltung und Design organisiert wurde. «Das GBS St. Gallen macht sich bereits seit 1738 in der Typografie stark», sagt Thomas Gerig, Leiter der Schule für Gestaltung. «Unser Ziel ist es, den Austausch unter Fachexperten und Unternehmen mit dieser Veranstaltung noch mehr zu fördern sowie Lernenden und Studierenden hochkarätiges Design zu ermöglichen.» Als Referenten und Workshopleiter konnten die Organisatoren 13 Koryphäen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, England, Holland und den USA verpflichten. Darunter Buchgestalter und Typograf Jost Hochuli, Plakat- und Buchgestalter Bruno Monguzzi, Schriftdesigner, Schrifttheoretiker und Typograf Gerrit Noordij, Plakatgestalter und Dozent Ralph Schraivogel sowie Design-Bloggerin Tina Roth Eisenring aka swissmiss. Bei der Beantwortung der beiden Kernfragen waren sich die Referenten nicht wirklich einig. Für Andreas Maxbauer, Vorstand Forum Typografie Deutschland, steht beispielsweise fest: «Schweizer Typografie ist ein Gattungsbegriff. Eine Gattung, bei welcher die grösste Ornamentik die Hinzunahme einer zweiten Farbe bedeutet.» Für den Schweizer Jost Hochuli ist der Begriff «Schweizer Typografie» gar missverständlich. Denn eigentlich hätten in den 30er und 60er Jahren vor allem Personen aus der Deutschschweiz diese Ideologie vertreten. Einig waren sich aber alle über den Erfolg der Veranstaltung: Rund 450 Teilnehmende konnte das Symposium verzeichnen. Für Gerig ein guter Grund, das Projekt «Tÿpo St. Gallen» fortzusetzen. Wann dies sein wird, ist allerdings noch offen. Simone Fankhauser
 

Zu guter Letzt: Occupy Christmas Tree

Die Occupy Bewegung startet am 1. Dezember einen Adventskalender, der jeden Tag im öffentlichen Raum eine aktivistische Überraschung beinhaltet. Die Themen des Kalenders gehen von «Verteilen einer Dankwährung» über «Bouillons statt Fonds» zu «Occupy Christmas Tree» bis hin zu «Samichlaus & Schmutzli kontrollieren konformes Verhalten».

Die Aktionen werden von der Neuen Dringlichkeit und Occupy-AktivistInnen organisiert und durchgeführt. Der Auftakt findet am heute, Donnerstag, im Rahmen der Ausstellung «Dada New York II» im Cabaret Voltaire in Zürich statt. Jede und jeder ist eingeladen, eigene Ideen für den Kalender einzubringen. Die Orte und der genaue Ablauf der Adventskalender-Aktionen werden jeden Morgen beim Informationszelt der Occupy-Bewegung am Stauffacher und auf der Homepage Occupzuerich.ch angekündigt.
Mit dem Adventskalender wollen die Aktivisten der Occupy-Bewegung und die Künstlergruppe «Neue Dringlichkeit» systemkritische Akzente in der konsumgeprägten Weihnachtszeit setzen. Die Adventskalender-Überraschungen sollen Passanten in der Öffentlichkeit zum Denken anregen und aufzeigen, dass die gesellschaftlichen Regeln mensch-gemacht sind und die Welt veränderbar ist. Die Occupy Paradeplatz Bewegung solidarisiert sich mit der weltweiten Protestbewegung, die sich gegen das global marode Finanzsystem auflehnt und für neue Lösungen im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenleben einsteht, heisst es in einer Mitteilung der Aktivisten. Die Bewegung ist online unter Occupyzuerich.ch, Occupy-switzerland.ch, auf Twitter unter occupyparadepl und auf Facebook, Occupy Zürich, zu finden.

Publigroupe: Restrukturierung und Abbau von 200 Stellen geplant

Die Publigroupe plant bis ins Jahr 2015 einen grösseren Stellenabbau. Der Werbevermarkter wird unter anderem einen Grossteil seines Immobilienportfolios verkaufen und bis 2015 rund 200 Stellen abbauen.

Der grösste Umsatzbereich Media Sales wird mit neuen, «einschneidenden Massnahmen zur Sicherstellung der Rentabilität und Steigerung der digitalen Umsätze» umgebaut. Dies gab die börsenkotierte Publigroupe am Donnerstagmorgen bekannt. Die Umsetzung durch Beat Roeschlin, CEO der Publicitas, werde durch einen Leitungsausschuss, bestehend aus Publigroupe Verwaltungsratsmitgliedern, unter der Führung von Pascal Böni begleitet.

Publigroupe-CEO Hans-Peter Rohner tritt an der Generalversammlung 2012 von seinem Doppelmandat zurück, bleibt aber Verwaltungsratspräsident.

Weiter sei «der Verkauf eines Grossteils des Immobilienportfeuilles» für das nächste Jahr geplant, heisst es weiter. In Lausanne und Bern werden vier Liegenschaften zum Verkauf ausgeschrieben. Der Nettoverkaufserlös im mittleren zweistelligen Millionenbereich soll weitestgehend an die Aktionäre von Publigroupe fliessen.
 

Rechnungslegung umgestellt

Im Frühling 2012 wird die Publigroupe die Kotierung an der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange) vom Hauptsegment (Main Standard) zum nationalen Segment (Domestic Standard) wechseln. Damit kommt es zur einer Umstellung der Rechnungslegung von IFRS auf Swiss GAAP FER. So soll eine höhere Transparenz bei den Beteiligungen Zanox und Local.ch, die beide mit Partnern geführt werden, erreicht werden, wie die Publigroupe dazu mitteilte. Der Publigroupe-Aktionär könne durch die einfache Quotenkonsolidierung die Entwicklung dieser beiden Investitionen genauer verfolgen. Ausserdem werde in Zukunft der Goodwill bei Akquisitionen nicht mehr aktiviert, sondern direkt im Eigenkapital abgeschrieben.

Stellenabbau

Die sogenannten Optimierungsschritte bei der Gruppenfirma Publicitas mit 1‘300 Angestellten sollen auf den dezentralen Stärken in der Printvermarktung aufbauen. So werde die Restrukturierungen zu einem Personalrückgang von netto rund 200 Mitarbeitenden bis 2015 führen, wobei über die Hälfte im Ausland anfallen wird», schreibt das Unternehmen zum Stellenabbau. Die Vermarktung digitaler und multimedialer Medienplattformen würden aber rasch und nachhaltig ausgebaut. Die Vermarktung von Werberaum in Kinos bleibe weiterhin.
 

Top der Woche 1: NZZ, Ringier und Tamedia mit Online-Werbenetzwerk

Unter dem Namen PPN – Premium Publisher Network – lancieren die NZZ-Mediengruppe, Ringier und Tamedia ein gemeinsames Online-Werbenetzwerk.

Auf Ppn.ch haben Werbekunden künftig die Möglichkeit, Performance- und Targeting-Werbung im Umfeld von 20 Minuten online, Blick.ch, Newsnet, NZZ-Netz, Search.ch und weiteren Seiten der Medienhäuser zu buchen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Das Netzwerk erreicht gemäss Netmetrix Profile 74 Prozent aller Schweizer Internet- Nutzer und steht nach der Einführungsphase auch reichweitenstarken Websites anderer Unternehmen zur Teilnahme offen. Durch die Zusammenarbeit im Bereich der Performance- und Targeting-Werbung wollen die Medienhäuser den Schweizer Online-Werbemarkt aktiv mit entwickeln. Ziel ist es, mit PPN ein neutrales Performanceund Targeting-Netzwerk zu schaffen, das von allen Mediaagenturen, Vermarktern und Direktwerbeauftraggebern gebucht werden kann. Dabei legen die NZZ-Mediengruppe, Ringier und Tamedia grossen Wert auf Transparenz bei der Erhebung sowie der Verwendung der erfassten Nutzerprofile.

Maz: Zertifikate für Social Media-Fachleute

18 Teilnehmende schlossen Anfang Dezember 2011 am Maz den zweiten Lehrgang zu Social Media ab. Im «Kompaktkurs Social Media – Unternehmen im Dialog» befassten sie sich während drei Monaten mit Facebook, Google+, Twitter, YouTube und anderen Netzwerken beziehungsweise Plattformen aus der Optik der Unternehmenskommunikation.

Die Teilnehmenden lernten zusammen mit Profis, Social Media strategisch zu beurteilen, Auftritte zu planen, Dialog per Social Media in die interne und externe Kommunikation (auch in Krisensituationen) einzubetten und die Wirkungen zu überprüfen. Zertifikate der Maz-Abteilung für Kommunikationsprofis gab es für jene, die eine anspruchsvolle Konzeptarbeit verfasst haben. Der «Kompaktkurs Social Media – Unternehmen im Dialog», den das Maz in Zusammenarbeit mit Bernet_PR entwickelt hat, umfasst 10 Präsenztage in rund drei Monaten. Geleitet wurde der Kurs von Frank Hänecke. Der dritte Durchgang beginnt im März 2012 und dauert bis Juni 2012.



Abgeschlossen haben:

Julia Antoniou, ABZ Allgemeine Baugenossenschaft Zürich, Zürich

Regula Beetschen, Zühlke Engineering, Schlieren

Claudia Bosshardt, wortgewandt, Basel

Nadine Fieke, Stiftung Mercator Schweiz, Zürich

Karin Frei Dostal, Schweiz. Bankpersonalverband, Bern

Heike Freiberger, Universität Basel, Basel
Danica Gröhlich, Swisscom (Schweiz), Zürich

Brigitte Heinrich, Nettwerk, Luzern
Beat Jost, Kantonspolizei Zürich, Zürich

Daniela P. Küng, Gadget, Zürich
Reto Liniger, Angestellte Schweiz, Zürich

Sarah Nünlist, Die Schweizer Post, Bern
Ruth Schmid-Iser, Kernkraftwerk Leibstadt, Leibstadt

Patrick Stämpfli, YJOO Communications, St. Gallen

Daniel Stuber, EKAS, Fribourg
Jörg Suter, FelderVogel, Luzern

Uschi Tschannen, Task Line Tschannen, Seeberg

René Walker, Thömus Veloshop, Niederscherli


PIN-Daten kaum vor 2014

Das neue Zeitalter der TV-Planung mit PIN-Daten, das die PDAG im Sommer 2011 einläutete, ist noch längst nicht angebrochen. Im Gegenteil. Vor 2014 ist kaum damit zu rechnen.

Das Zeitalter der PIN-Daten beginnt. Dieser euphorische Satz stand über einer Offerte, die die Mediapulse-Tochterfirma Publica Data (PDAG) Ende April 2011 den Media-Agenturen und TVVermarktern vorlegte – eine Offerte für den Bezug der «personenindividualisierten Nutzungsdaten» (PIN) aus der TV-Forschung, samt GfK-Auswertungs- Tool EvoAd. Den Start des neuen «Zeitalters» legte die PDAG auf den 1. Juli 2011 fest. Corinna Schneider, bei der PDAG eigens als Senior Project Manager für PIN-Daten und EvoAd-Verkauf angestellt, weibelte, was sie konnte. Ihr Auftrag war es, genügend Agenturen und Vermarkter zu finden, die den Vertrag für PIN-Daten und EvoAd-Tool rechtzeitig unterschreiben und den Schritt ins neue Zeitalter wagen wollten. Wie viele es mindestens sein müssten, wollte Mediapulse-CEO Manuel Dähler zwar nicht genau beziffern, er sprach aber von «weniger als zehn».




Weiter im Text – ohne PIN-Daten


Doch als sich die Werbewoche letzte Woche bei Mediapulse, Agenturen, Vermarktern und der Interessengemeinschaft Elektronische Medien (IGEM) nach den ersten Erfahrungen mit PIN-Daten erkundigen wollte, fand sich von einem neuen Zeitalter nicht die geringste Spur. Im Gegenteil: Alle Agenturen arbeiten weiterhin mit den bisherigen, aggregierten TV-Daten und dem alten Publisuisse-Tool Mediaoptimizer. Der Grund: Die Nachfrage nach dem PDAG-Angebot war zu gering, es habe «mehr als ein Interessent gefehlt», sagte Dähler. Andernorts ist zu hören, dass die PDAG höchstens zwei oder drei wirkliche Interessenten gefunden habe. Fest steht: Bisher wurden noch überhaupt keine PIN-Daten ausgeliefert.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche

ADC Wettbewerb 2012: Das Rennen um die Nägel ist eröffnet

Der Startschuss zum wichtigsten Kreativwettbewerb im deutschsprachigen Raum ist gefallen: Ab sofort sucht der Art Directors Club für Deutschland ADC die besten Arbeiten des laufenden Jahres und aus Januar 2012.

Beim Rennen um die begehrten ADC Nägel können die Arbeiten für die acht Wettbewerbsbereiche Klassische Medien, Digitale Medien, Dialogmarketing/Promotion/Media, Design, Editorial, Räumliche Inszenierung, Craft – mit den Kategorien Text, Typografie, Fotografie, Illustration sowie Musik und Sound – und Ganzheitliche Kommunikation eingereicht werden. Neu in diesem Jahr ist das erleichterte Einreichungsprozedere, das im September 2011 in einem Workshop mit 15 Wettbewerbsteilnehmern, Award-Koordinatoren und Vertretern des ADC Präsidiums erarbeitet wurde. Unter anderem wurde die Teilnahmeplattform den Wünschen der Einreicher angepasst und technisch sowie organisatorisch noch einmal vereinfacht, so eine Mitteilung des ADC.

Die fünf wichtigsten Vereinfachungen der Einreichung auf einen Blick:
– Anzeigen müssen nicht mehr zwingend im Veröffentlichungsformat eingesendet 
werden.
– Dateien werden vor dem Upload geprüft. Somit erhält der Einreicher nun 
bereits vor dem Upload einen Hinweis zu falsch formatierten Dateien.

– Zwischenspeichern: Eine Eingabe kann nun bereits direkt nach der Erfassung 
auf der Maske und nicht erst am Ende des Eingabe-Vorgangs gespeichert werden.

– Veränderbare Eingaben nach dem Upload sind weiterhin der Titel der Arbeit, die Credits, die Kurzbeschreibung und neu dabei: Die Anzahl der Teile. Weitere Teile der Einreichung können auch nach einem Upload noch hinzugefügt werden.

– Es werden nur noch wenige relevante Pflicht-Credits (zum Beispiel Auftraggeber, Hauptbeteiligte oder kategoriespezifische Credits) abgefragt. Alle anderen Credits kann der Einreicher freiwillig und nach eigenem Ermessen angeben. Die Credits Creative Direction (CD), Art Direction (AD) und Text sind ein Team und werden zukünftig zusammen stehen.


Die im letzten Jahr eingeführte ADC Mediathek ist auch in diesem Jahr ein besonders nützliches Tool zur Einreichung, so der ADC. In der Mediathek werden alle bereits im Upload-Manager hochgeladenen Dateien (Bild-, Audio- oder Film-Dateien) gespeichert und können – ohne erneuten Upload – für weitere Einreichungen in anderen Kategorien des ADC Wettbewerb 2012 wiederverwendet werden.


Der Einsendeschluss für Arbeiten aus 2011 ist der 17. Januar 2012, für Arbeiten aus Januar 2012 gilt der 07. Februar 2012. Der Frühbucherrabatt von 10 Prozent auf die Teilnahmegebühren in den jeweiligen Kategorien gilt bis zum 20. Dezember 2011. Jede eingereichte Arbeit wird von einer Jury, bestehend aus über 300 ADC Mitgliedern, vor Ort live diskutiert und bewertet und in der großen Ausstellung im Rahmen des ADC Festival 2012 vom 09. bis 13. Mai 2012 in Frankfurt am Main präsentiert.


PIN-Daten kaum vor 2014

Das neue Zeitalter der TV-Planung mit PIN-Daten, das die PDAG im Sommer 2011 einläutete, ist noch längst nicht angebrochen. Im Gegenteil. Vor 2014 ist kaum damit zu rechnen.

Das Zeitalter der PIN-Daten beginnt. Dieser euphorische Satz stand über einer Offerte, die die Mediapulse-Tochterfirma Publica Data (PDAG) Ende April 2011 den Media-Agenturen und TVVermarktern vorlegte – eine Offerte für den Bezug der «personenindividualisierten Nutzungsdaten» (PIN) aus der TV-Forschung, samt GfK-Auswertungs- Tool EvoAd. Den Start des neuen «Zeitalters» legte die PDAG auf den 1. Juli 2011 fest. Corinna Schneider, bei der PDAG eigens als Senior Project Manager für PIN-Daten und EvoAd-Verkauf angestellt, weibelte, was sie konnte. Ihr Auftrag war es, genügend Agenturen und Vermarkter zu finden, die den Vertrag für PIN-Daten und EvoAd-Tool rechtzeitig unterschreiben und den Schritt ins neue Zeitalter wagen wollten. Wie viele es mindestens sein müssten, wollte Mediapulse-CEO Manuel Dähler zwar nicht genau beziffern, er sprach aber von «weniger als zehn».

Weiter im Text – ohne PIN-Daten

Doch als sich die Werbewoche letzte Woche bei Mediapulse, Agenturen, Vermarktern und der Interessengemeinschaft Elektronische Medien (IGEM) nach den ersten Erfahrungen mit PIN-Daten erkundigen wollte, fand sich von einem neuen Zeitalter nicht die geringste Spur. Im Gegenteil: Alle Agenturen arbeiten weiterhin mit den bisherigen, aggregierten TV-Daten und dem alten Publisuisse-Tool Mediaoptimizer. Der Grund: Die Nachfrage nach dem PDAG-Angebot war zu gering, es habe «mehr als ein Interessent gefehlt», sagte Dähler. Andernorts ist zu hören, dass die PDAG höchstens zwei oder drei wirkliche Interessenten gefunden habe. Fest steht: Bisher wurden noch überhaupt keine PIN-Daten ausgeliefert.

Der Flop der PDAG-Offerte kann nicht erstaunen. Denn bei Tests vor einem Jahr hatte sich herausgestellt, dass das von der GfK aufwändig entwickelte Tool EvoAd bloss als Reporting-Instrument taugt, mit dem die Vergangenheitswerte der TVProgramme vertiefter als bisher ausgewertet werden können. Doch für eigene Prognosen, Planungen, Optimierungen und Kontrollen war es nur bedingt geeignet. Zudem verlangt die PDAG für eine Jahreslizenz 19 000 Franken – das Achtfache dessen, was die Agenturen heute für die aktuellen Planungs- Tools TC2000, Mediaoptimizer und Publiplan be- zahlen (rund 2'300 Franken jährlich – inklusive Daten). «Für den Reportingteil alleine sind die Kosten doch sehr hoch», konstatiert denn auch IGEM-Präsident Stephan Küng.

Trotz Rückschlag ein neuer Hoffnungsschimmer

Damit geht die Thematik PIN-Daten nach Jahren der Pannen und Verzögerungen erneut in eine weitere Runde. Denn nun haben die beiden TV-Vermarkter Publisuisse (SRG) und Goldbach Media (Schweizer und ausländische Privatsender) in Abstimmung mit der IGEM und Mediapulse und unter Einbezug der anderen Vermarkter den Lead übernommen, um nun Werbeplanungs-Tools zu evaluieren. «Diese werden uns in der nächsten Zeit präsentiert, und wir werden erste Tests machen», sagt dazu Publisuisse-Direktor Martin Schneider. Abhängig von den verfügbaren Tools und von den ersten Testresultaten werde sich dann zeigen, ob man in Zukunft auf ein «All in»-Tool (von der Prognose bis zum Reporting) setzen wird oder auf ein reines Planungs-Tool, das mit entsprechenden Tools ergänzt werden muss.

Mediapulse, bleib bei deinen Leisten!

Die Arbeitsgruppe, welche die Tools testen wird, soll in enger Koordination mit der IGEM die Tool-Anforderungen und die Marktbedürfnisse evaluieren. Dabei sollen Spezialisten aus den verschiedenen Anwendungsbereichen (z.B. Agenturen für die Planung, Vermarkter für die Prognosen) in die Arbeitsgruppen delegiert werden. Dies bedeutet aber auch eine neue Rollenverteilung zwischen Vermarktern und Mediapulse. Dies sagen sowohl Küng als auch Schneider. Konkret soll sich Mediapulse künftig darauf konzentrieren, ein Panel zu betreiben und TVNutzungsdaten zu erheben, während die TV-Vermarkter die für die Werbewirtschaft geeigneten Tools besorgen und betreiben. «Dahinter steht die Auffassung, dass im TV-Markt das Bereitstellen der Daten vor allem im Interesse der Vermarkter liegt, so wie dies im Print- oder Plakatbereich schon lange der Fall ist», sagt Küng. Und dann fügt er hinzu: «So haben wir nun endlich auch in Bezug auf die TVDaten die richtige Rollenverteilung.»

Alles wartet auf Mediapulse

Im Moment schaut aber die ganze TV-Branche auf Mediapulse. Denn d Martin Schneider ort hat man in den letzten Monaten unter den drei Anbietern Kantar Media, Nielsen und GfK ein neues TV-Messsystem evaluiert, das das bisherige Telecontrolsystem voraussichtlich ab 2013 ablösen soll (siehe Kasten). Der Entscheid für das Nachfolgesystem wird noch im Dezember erwartet. Das neue System wird aber auch Einfluss auf die Wahl der künftigen Auswertungs- und Planungs- Tools haben. «Weil das neue Messsystem ja auch eine neue Generation PIN-Daten liefern wird, macht es Sinn, die Evaluation des Prognose- und Planungs- Tools darauf abzustimmen», meint Schneider. Und weiter: «Der Entscheid für das neue Messsystem ist deshalb der nächste entscheidende Meilenstein auf dem Weg zur TV-Planung mit PIN-Daten. Die PINDaten sind somit automatisch ein Sub-Projekt im Zuge der Ablösung des heutigen TV-Messsystems.» In den nächsten Monaten entscheidet sich also, ob die neue Tool-Landschaft wie geplant per 2013 bereit stehen wird. Wenn nicht, verzögert sich auch die Einführung der PIN-Daten. Mit einer Verschiebung per 2014 ist aber ohnehin zu rechnen. Denn sollte die Planung mit PIN-Daten schon ab 2013 möglich sein, setzt voraus, dass ein entsprechendes Tool schon im Mai oder Juni 2012 zur Verfügung steht, damit die Agenturen und Vermarkter bis zur Buchungseröffnung im Herbst 2012 noch üben können. «Das Timing für eine Einführung auf 2013 ist sicherlich eng. Zudem ist noch unklar, wie genau der Übergang von den ‚alten’ zu den ‚neuen’ Daten vonstattengehen wird», meint Stephan Küng. Markus Knöpfli

Heutiges Panel misst rund 8 Prozent der TV-Nutzung nicht
Ende Mai hat Mediapulse angekündigt, das TV-Panel namens Telecontrol per 1.1.2013 zu erneuern. Der Grund: Das aktuelle TV-Panel, das schweizweit 1'918 Haushalte unter Messung hat, kann zeitversetztes Fernsehen nicht messen, was gemäss Mediapulse- CEO Manuel Dähler gegen 7 Prozent der gesamten TV-Nutzung ausmacht. Auch Web-TV (Live-Streaming etwa via Zattoo oder Wilmaa) wird nicht ausgewiesen, wobei TV derzeit nur etwa zu 1 Prozent über diesen Vektor genutzt wird. Mediapulse will aber mit dem neuen Panel gleich beide Messlücken schliessen. Für die Investition in die Panelerneuerung rechnete Dähler «mit einem einstelligen Millionenbetrag».

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Neues Magazin Swissbau 2012 von Basel West

Anfang November ist das Magazin zur Swissbau 2012 erschienen. Die wichtigste Schweizer Messe der Bau- und Immobilienwirtschaft will damit ihre Themenführerschaft dokumentieren und auf Highlights und Premieren hinweisen, welche die Attraktivität der Messe erhöhen.

Das Magazin greift aktuelle Themen der Branche unter dem Fokus der Nachhaltigkeit auf und zeigt Zukunftstendenzen entlang des Lebenszyklus von Immobilien. Zu diesem Themenkreis finden an der Messe zahlreiche Veranstaltungen unter dem Titel «Swissbau Focus» statt. Das 64-seitige Heft ist eine Bestandesanalyse der neusten Erkenntnisse in den Bereichen Architektur, Planung, Gebäudetechnik, Energie, Innenausbau, Renovation, Berufsbildung und wagt einen Blick in die städtebauliche Zukunft. Ein Porträt von Herzog & de Meuron zeigt das internationale Wirken, aber auch die städtebaulich bedeutsamen Projekte des Architekturbüros am Beispiel der Stadt Basel, wo zurzeit eine neue Messehalle entsteht. Vorgestellt werden auch neue Baustoffe sowie Trends im Recycling von Baumaterial. Das neu erstellte Zukunftshaus des Trendforschers Matthias Horx in Wien dient als Beispiel für innovatives Bauen. Horx wird an der Swissbau zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Christophe Girot über Städtebau der Zukunft diskutieren. Die Produktion des Magazins konnte mit Inseraten finanziert werden.

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«Im Alleingang gehts besser»

Urs Heller, Geschäftsführer Zeitschriften Ringier Schweiz, äussert sich im Gespräch mit Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier zu den Gründen für den Erfolg von Landliebe, zu Auflagezielen, Erfolgsfaktoren und Glaubwürdigkeit.

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WW: Was gab den Ausschlag zur Lancierung von Landliebe?
Urs Heller: Ganz klar der Erfolg von Landlust in Deutschland. Es ist faszinierend, dass sich in Deutschland plötzlich ein so rustikales Magazin mit dem Spiegel am Kiosk duelliert. So etwas regt natürlich die Fantasie an. Zuerst haben wir die Entwicklung aus der Ferne verfolgt, dann haben wir mit dem LandLust-Verlag verhandelt.

Also war ursprünglich ein Zusammengehen mit der deutschen Landlust geplant?
Wir haben über eine Lizenz nachgedacht. Dann haben wir herausgefunden: im Alleingang gehts besser!

Warum kam es nicht dazu?
Wir konnten uns finanziell nicht einigen. Unsere Gesprächspartner hatten relativ hohe Vorstellungen für eine Lizenzgebühr; sie hätte sich in einem kleinen Land wie der Schweiz nicht rechnen lassen. Gleichzeitig haben wir gemerkt, dass die Synergien gar nicht so gross sind: Wir Schweizer sind eher «Bergliebe»-Menschen als den Flachland-Themen zugetan; mit Heidekraut- Reportagen kann man bei uns nicht punkten. Im Nachhinein sind wir froh, dass wir den Alleingang riskiert haben. Als Lizenzprodukt hätten wir diesen riesigen Starterfolg nicht.

Wer entwickelte das Schweizer Konzept?
Ich bin bei den Ringier-Zeitschriften für Neuentwicklungen und neue redaktionelle Konzepte zuständig. Also auch für die LandLiebe. Ich konnte dabei auf die Unterstützung von ein paar echten Profis zählen.

Mehr dazu lese Sie in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

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