Warum Social Media immer wichtiger wird

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich schafft per Januar 2012 die erste Fachstelle für Social Media Management der Schweiz. Geleitet wird die Fachstelle durch Manuel P. Nappo, lic. oec. HSG, schon bisher Studienleiter des Zertifikatslehrgangs CAS Social Media Management.

WW: Sie leiten die erste Fachstelle für Social Media Management der Schweiz. Was genau darf man darunter verstehen?
Manuel P. Nappo: Die Fachstelle in dieser Form ist etwas Neues für die Schweiz. Es gibt bisher kein Center oder Institut, welches sich auf diese Weise exklusiv nur Social Media widmet. Das primäre Ziel ist es, Wissen über die neuen Medien breit zugänglich zu machen. Wir bieten zum Beispiel massgeschneiderte Schulungen an und beteiligen uns an Forschungsprojekten. Zudem wird es Weiterbildungsveranstaltungen und Studien geben, um Wissen um Social Media für Schweizer Unternehmen und andere Organisationen besser verfügbar zu machen. Ganz nach dem Motto «sharing is caring».

Welche Änderungen ergibt diese neue Aufgabe bei Ihnen auch bezüglich Ihrer Stelle als Studienleiter des Zertifikatslehrgangs CAS Social Media Management?
Ganz einfach: Ich werde zusätzlich die Fachstelle leiten, die wir Schritt für Schritt personell ausbauen. Das wird bestimmt positive Auswirkungen auf den Unterricht haben, da Lehre, Praxis und Forschung optimal miteinander verknüpft werden können. Es hat sich gezeigt, dass eine beträchtliche Nachfrage in diesem Bereich herrscht. Zwar sind junge Leute als Nutzer in Social Media sehr gewandt, weil sie sozusagen hineingewachsen sind. Auf der anderen Seite haben wir Leute, die womöglich sehr erfahren sind, was Strategien und Konzepte angeht, und jetzt von diesen Neuen Medien regelrecht überrollt wurden. Für uns gilt es, diese zwei Welten zusammen zu bringen und beiden das bestmögliche Know-how zu vermitteln.

Was fasziniert Sie persönlich an Social Media und an Ihrer Arbeit bei der Fachstelle und dem Lehrgang Social Media Management?
Was mich fasziniert, ist die Verknüpfung von Praxis, Forschung und Lehre. Ich kann meine vielseitigen Interessen und Kompetenzen ausleben. Mich interessiert nicht nur, wie man einen Tweet schreibt, sondern auch, was damit passiert und was er auslösen kann. Mich interessiert, wie Social Media funktioniert. Ein Beispiel: Ich habe etwa 2500 Facebook- Freunde, von denen viele nicht Schweizer, sondern Asiaten, Australier oder Amerikaner sind. Dabei interessiert mich, wie sich das entwickelt, warum funktionieren gewisse Dinge und andere nicht? Wann kommt auf der anderen Seite des Globus etwas an? Historisch betrachtet, haben wir erstmals etwas, das weltweit praktisch zeitgleich eingeschlagen hat. Nehmen wir beispielsweise Coca-Cola. Es dauerte Jahrzehnte, bis diese Marke eine globale Abdeckung erreichte. Facebook war vor zwei Jahren inexistent, und jetzt ist es plötzlich omnipräsent. Mir gefällt auch der Dialog mit den Menschen, die dahinter stecken. Dass man interessante Menschen, mit denen man auf andere Weise nie in Kontakt käme, einfach ansprechen kann. Es entstehen neue Netzwerke und neue Möglichkeiten.

Ist es deshalb nicht schwierig, einen Studiengang anzubieten, der sich ständig den schnellen Entwicklungen anpassen muss?
Die grosse Herausforderung bei diesem Studiengang ist tatsächlich, dass er immer wieder den neusten Social-Media-Formen und -Funktionen gerecht werden muss. Nehmen wir als Beispiel Crowdsourcing, also die Idee, dass die Nutzer selber Innovationen für Unternehmen generieren, wie beispielsweise die «Erdbeermund»-Konfitüre der Migros. Wenn ich nun über Crowdsourcing unterrichte, soll ich dann weniger zum Thema Blog vermitteln? Wohl kaum. Ein Vorteil von Social Media ist, dass Facebook, Twitter oder auch LinkedIn eigentlich nach demselben Prinzip ablaufen: Man braucht eine Mail und ein Passwort, man kann sich mit Freunden vernetzen, kann Nachrichten schreiben und so weiter. Somit ist es wichtig, die Funktionalität der Vernetzungen zu verstehen und die Beweggründe der Menschen zu erfahren.

Die Definition des Begriffes Social Media stellt sich immer als etwas problematisch heraus. Wie würden Sie persönlich Social Media definieren?
Für unseren Kurs habe ich eine eigene Definition erstellt: «Social Media is people talking with people about things they care about.» Es sind also Menschen – keine Maschinen –, welche mit anderen Menschen über das reden, was sie interessiert. Das ist genau der springende Punkt, denn die Dinge, welche sie interessieren, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Das Schöne dabei ist, dass es für jeden eine Plattform gibt, wo er sich austauschen kann. Facebook eignet sich vielleicht mehr für die Robert-Pattinson-Twilight-Fans oder für die Fotos der letzten Party, Xing für die Karriereplanung und Twitter für schnelle Tech-News. Dabei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass es immer Menschen sind, mit denen ich spreche. Wenn ich mit Swisscom twittere und eine Frage stelle, ist das nicht einfach der Customer Service, der mir eine Antwort gibt. Es ist die Person mit dem Kürzel DG, welche mir auf mein Problem eine spezifische Antwort gibt.

Sind Einfluss und Wirkung von Social Media wirklich so enorm, dass es einen Social Media Manager in den Unternehmen braucht?
Pauschal kann man dies natürlich nicht sagen. Bei grossen Unternehmen wie ABB oder Novartis ist ein Social Media Manager wahrscheinlich die beste Lösung, wenn auch nur als interner Know-how-Aggregator. Bei KMU, bei welchen der CEO auch gleich das Marketing und den Verkauf tätigt, wird dieser auch Social Media abdecken. Es wird also verschiedene Stufen der Umsetzung geben. Mein Verständnis ist, dass am Ende sowieso alle Mitarbeiter Kenntnisse von Social Media haben müssen. Genauso, wie Sie heute kaum einen Mitarbeiter ohne Powerpoint- Kenntnisse anstellen würden, werden Sie in zwei bis drei Jahren einen Mitarbeiter, der Facebook nicht beherrscht, nicht mehr einstellen. Für uns ist Social Media selbstverständlich geworden. Das Leben ist spontaner, wir werden immer mobiler und sind eigentlich ständig online. Wenn ein Unternehmen nicht auftritt, läuft es Gefahr, in Vergessenheit zu geraten. Den Unternehmen muss bewusst sein, dass Social Media ein nachhaltiger Wandel mit sich bringt.

Welche Auswirkungen hat diese neue Form der Kommunikation auf die klassische Werbung wie Print-, Fernseh- oder Plakatwerbung?
Ich glaube nicht, dass Social Media die klassischen Werbeformen einfach verdrängen wird, was wir auch von früheren Technologiesprüngen wissen. Im Gegenteil glaube ich, dass Social Media viele neue Möglichkeiten mit sich bringen wird, da es einen Austausch ermöglicht und Inhalte viral weiter verbreitet. Nimmt man beispielsweise eine gute, klassische Werbekampagne. Wenn sie wirklich gut ist, wird sie geteilt und weitergepostet und es wird darüber diskutiert.

Diskussionen über Datenschutz und Privatsphäre warfen im letzten Jahr vermehrt ein schlechtes Licht auf diverse Social-Media-Plattformen. Könnte dies nicht negative Auswirkungen für ein Unternehmen haben?
Wo Vorteile sind, sind immer auch Nachteile. Wenn man nun die Vorteile nutzen möchte, welche Social Media anhand von neuen Kundenbeziehungen oder Know-how-Sharing bringt, dann gibt es auch Risiken. Meiner Meinung nach wurde das Thema Datenschutz etwas übertrieben. Klar ist, dass man mit Risiken rechnen und mit ihnen umgehen muss. Aber ich glaube, dass die Vorteile für ein Unternehmen grösser sind als die Risiken. Es wird ohnehin über mein Unternehmen geredet, ob ich nun dabei bin, mitlese oder nicht. Wenn ich aber dabei bin, dann kann ich wenigstens Stellung dazu nehmen.

Welche Social-Media-Plattformen eignen sich am besten für Unternehmen, um mit der Kundschaft in Verbindung zu treten?
Genauso wie die Kulturen unterschiedlich sind, so sind es die Ziele oder Bedürfnisse der Unternehmen. Indessen gibt es eine Plattform – Facebook –, welche durch ihre enorme Reichweite sehr viele Aspekte abdecken kann. Bei anderen Plattformen stellt sich die Frage, was ein Unternehmen erreichen möchte. Twitter ist schnell und immediat, es eignet sich beispielsweise für einen Kundendienst, für Medienunternehmen oder für eine Event-Berichterstattung. Xing wiederum eignet sich für Business Networking. YouTube eignet sich gut für Image-Zwecke, da man Werbefilme verbreiten kann. Je nachdem, was man kommunizieren und wen man erreichen möchte, nutzt man unterschiedliche Plattformen. Monica Danuser

nappo

In Kürze
Die nächsten Kurse des CAS Social Media Management starten am 17. Februar und 17. August 2012. Weitere Informationen unter
www.fh-hwz.ch/fsmm
www.facebook.com/fhhwz
www.twitter.com/fhhwz
www.twitter.com/manuelnappo
 

Kreative Wünsche für Weihnachten und das Jahr 2012

Weihnachten ist nicht nur eine Zeit der Besinnung, sondern auch ein dankbarer Moment für kreative Ideen. Mit möglichst individuellen Grüssen kann man sich bei alten Freunden und neuen Kunden in Erinnnerung rufen.

The House Agency: Seasons Greetings e-Card für Swiss realisiert.

The House Agency wurde mit der Konzeption und Umsetzung der Weihnachtskarte sowie der e-Card für Swiss International Air Lines beauftragt.

Von der e-Card wurde eine Partner- und eine Kundenvariante in HTML5 programmiert. Zentrales Element war, dass die Besucher der Microsite ihren Wunsch für das Jahr 2012 erfassen konnten, welcher als leuchtender Stern am Himmel dargestellt wurde. Für jeden eingereichten Wunsch auf der Partner-Seite spendete Swiss fünf Franken an das SOS Kinderdorf.

Bei der Kundenvariante wurde unter allen Teilnehmern ein Hin- und Rückflug in Swiss Business für 2 Personen verlost. Insgesamt haben rund 14'000 Kunden einen Wunsch erfasst. Die Kundenvariante wurde im Swiss Newsletter, auf Swiss.com sowie auf Facebook mit einem Spezial-Reiter bekanntgemacht.

Verantwortlich bei Swiss: Marcel Benz, Head of Marketing Communications; Parand Rohani, Manager Online Marketing; Alexander Strehler, Project Management Online Marketing. Programmierung: Vanija GmbH.
 

Die neue APG SGA

Die neue Marke APG SGA feiert am 19. Januar ihre Geburtsstunde. Alle Geschäftstätigkeiten in der Schweiz werden nur mehr unter einer Unternehmensmarke geführt, ergänzt durch vier Segmentmarken.

Der neue Markenauftritt ist Teil einer strategischen und operativen Neuausrichtung der Affichage Holding, welche sich im Wesentlichen auf den Heimmarkt Schweiz konzentriert. Dabei vollzieht die bisher im Schweizer Markt tätige APG (Allgemeine Plakatgesellschaft) mit dem Rebranding auch visuell den Schritt in die Zukunft der dynamischen Aussenwerbung. Das Dreieck des alten Logos hat sich zu einem Punkte-Dreieck weiterentwickelt, welches für die zunehmende Digitalisierung, aber auch für die Angebots-Vielfalt, die Netze und vielfältigen Partnerschaften der APG SGA steht. Das satte Rot symbolisiert die «Swissness» und damit das Fundament der Marke, die seit über hundert Jahren einen festen Platz in der Schweizer Wirtschaft hat.

Die «neue» APG SGA und mit ihr die Segmentmarken bleibt ihren Wurzeln treu: Gedruckte Plakate in allen Formaten und Ausprägungen an besten Standorten sind weiterhin das Kerngeschäft der APG SGA. Die Zukunft der Out of Home Medien liegt jedoch auch in digitalen Flächen und interaktiven Werbeformen. Die APG SGA stärkt ihre Stellung als Marktführerin in der Schweiz, indem sie vermehrt auf innovative wie auch segmentübergreifende Angebote setzt. Sie entwickelt sich weiter in Richtung eines Unternehmens, das alle Elemente der Out of Home Werbung und der Bewirtschaftung des öffentlichen Raumes aus einer Hand anbietet.

Die APG SGA bietet ein umfassendes Plakatangebot auf Strassen, Plätzen, Bahnhöfen sowie am POS und POI und ersetzt die Marken APG in der Deutschschweiz und SGA in der Westschweiz sowie im Tessin. Die Unternehmensmarke APG SGA wird neu einheitlich in allen Sprachregionen gleichermassen eingesetzt. Die bisher am Markt auftretenden Segmentmarken werden unter dem neuen Unternehmensmarkendach mit einheitlichem Namenskonzept eingebunden, aber weiterhin als APG SGA Airport (Ex-Bercher Publicité), APG SGA Mega Poster (Ex-Paron), APG SGA Mountain (Ex-APGMontagne) und APG SGA Traffic (wie bisher) eigenständig im Markt agieren. Das APG-Profitcenter eAd/e-Advertising mit den erfolgreichen digitalen Angeboten ePanel und eBoard wird in das Stammgeschäft der APG SGA integriert und weiter ausgebaut. Keine Veränderungen in der Markenführung ergeben sich für die Affichage Holding und ihren Beteiligungen Ecofer und Impacta in der Schweiz sowie für die Gesellschaften im Ausland. Ebenso unverändert bleiben die Namen der juristischen Gesellschaften aller Marken.
 

Publi Groupe vertraut IT-Arbeitsplätze Swisscom IT Services an

Swisscom IT Services übernimmt die IT-Arbeitsplätze des Bereichs Media Sales und des Headquarters der Publi Groupe an 59 Schweizer Standorten. Der Vertrag läuft zunächst vier Jahre.

Xentive, Tochtergesellschaft und IT-Dienstleisterin der Publi Groupe, übergibt Swisscom IT Services im Rahmen eines Outsourcings die Arbeitsplätze von 59 Standorten in der Schweiz. Es handelt sich um mehr als tausend Geräte, die ersetzt und vereinheitlicht werden. Die Publi Groupe profitiert von modernen, leistungsfähigen Arbeitsplätzen, optimiert damit ihre Prozesse und reduziert ihre Kosten. Swisscom IT Services unterstützt Xentive, die Applikationen und die Softwareumgebung auf Windows 7 zu migrieren. Der IT-Provider stellt den Anwendern zudem einen Service Desk zur Verfügung und erbringt den Support vor Ort. Das Projekt ist bereits angelaufen und soll bis im Frühling 2012 abgeschlossen sein.

Die Publi Groupe setze bei der Wahl des IT-Outsourcing-Partners auf den weitreichenden Erfahrungsschatz von Swisscom IT Services, wie es in einer Pressemitteilung hiess. «Ihre grosse Fachkompetenz und ihr modernes, leistungsstarkes Workplace-Angebot haben uns – zusammen mit ihren soliden Services in den Bereichen Hard- und Software – überzeugt», sagt Thierry Magnenat, Head of Infrastructure & Operations Services von Xentive. Für Christian Rohrbach, CEO von Xentive, ist es wichtig, dass Swisscom IT Services die Dienstleistungen an den zahlreichen Standorten erbringen könne. «Nur so können wir uns auf andere, wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren und dabei Kosten optimieren», betont er.
 

Schaffhausen erobert Genf mit Flugzeugträger

IWC Schaffhausen startet effektvoll in ihr Fliegeruhren-Jahr 2012. Die «Top Gun»-Kollektion etabliert sich mit fünf neuen Modellen als eigenständige Formation innerhalb der IWC-Fliegeruhren- Familie. Vorgestellt wurde die Kollektion diese Woche am Uhrensalon in Genf auf einem nachgebauten Flugzeugträger.

WW: Für den IWC-Stand im Uhrensalon in Genf ist ein Flugzeugträger gebaut worden. Wurde dieser eigens für diese Ausstellung gebaut oder wird er später noch weiterverwendet?
Chris Grainger: Nein, das ist eben das Interessante bei uns: Wir kreieren jedes Jahr eine komplette Themenwelt. Das heisst, wir bauen und entwickeln ein Jahr lang, um ein Thema zum Leben zu erwecken. Der Flugzeugträger ist exklusiv für fünf Tage und wird nicht wieder eingesetzt. Er soll danach natürlich nicht zerstört werden. Er wurde so gebaut, dass wir den grössten Teil der Unterkonstruktion wieder verwenden können. Nur die dekorative Schicht obendrauf, die ist einmalig.

Was lässt sich über das verwendete Budget sagen?
Genaue Zahlen können wir hier natürlich nicht nennen. Aber sagen wir es mal so: Es ist ein signifikantes Investment, das IWC hier tätigt, um sicherzustellen, dass die für uns wichtigste Woche im Jahr ein Erfolg wird.

Gehört es schon länger zum Stil von IWC, mit solchen Bauten aufzutreten?
Ja, aber es wird jedes Jahr ein bisschen aufwendiger. Ich denke, in diesem Jahr haben wir alles übertroffen, was wir bisher realisiert haben. Das war mit Abstand das Komplexeste überhaupt. Ich meine, alleine um hier die Holzbaustruktur hinzustellen, haben wir vier Holzbauunternehmen parallel gebraucht. Auch die Tatsache, dass über 50 individuelle Lieferanten beteiligt waren, plus die sehr aufwendigen Grafik- und Metallinstallierungen. Dafür sind viele verschiedene Unternehmen hier zusammengekommen.

Wie ist die Messe in Genf positioniert im Vergleich zur Uhren- und Schmuckmesse in Basel?
Die Messe in Genf ist eine deutlich exklusivere Angelegenheit. Der Unterschied ist, dass die Messe hier nur für geladene Gäste ist, also unsere Kunden, Retailer und Journalisten werden eingeladen. Es ist keine öffentliche Publikumsmesse wie in Basel. Daraus ergibt sich eine deutlich reduziertere und exklusivere Atmosphäre. Es sind weniger Leute, ein anderes Publikum und die Crème de la Crème der Leute, die wir eigentlich sehen möchten. Das Konzept ist, dass die Messe von aussen einheitlich präsentiert wird mit Cafés und Catering in der Mitte und dann die Marken sich innerhalb ihres Bereiches individuell präsentieren können.

Was werden die Besucher bei IWC selbst erleben können?
Wir unterscheiden uns von vielen Marken dadurch, dass wir eine sehr offene Struktur haben bei unseren Messeständen. Das heisst, jeder ist bei uns herzlich willkommen, kann etwas trinken oder essen. In der Mitte befindet sich der Flugsimulator, bei welchem man Start, Landung und Flüge durchspielen kann. Hier haben wir einen US-Marine-Jet nachgebaut. Wir haben versucht, ihn sehr detailgetreu zu konzipieren, was uns gelungen ist. Das bestätigt auch das Feedback, das wir von Top-Gun-Instrukteuren und -Piloten erhalten haben. Es ist alles sehr detailliert recherchiert und wir haben viele Originallieferanten der US Navy benutzt, für Beleuchtung, für technische Einrichtungen, für Rettungsinseln und für Schleudersitze. Es ist also nicht einfach eine Freestyle-Interpretation. Die Leute können sich in ein sehr authentisches Jet-Cockpit setzen und einmal wirklich das Gefühl erleben, wie es ist Pilot eines Marine-Fliegers zu sein. Am Ende bekommen sie von uns ein Top Gun-Zertifikat, sozusagen als zertifizierter IWC-Pilot. Ich denke, das ist im Messekontext eine starke Art, den Menschen das Gefühl zu geben, was marine Fliegerei bedeutet und wie sich das anfühlt.

Was lässt sich zum Konzept der Fluguhren sagen?
Ich denke, der Spass an IWC ist die mechanische Komplexität und das Engineering. Und der Flugzeugträger ist eines der komplexesten Objekte, die es im Bereich Engineering überhaupt gibt. Eine 332 m lange schwimmende Stadt mit 5500 Leuten Personal und 100 Flugzeugen an Board. Das dient wunderbar als analoges Sinnbild für die Komplexität einer mechanischen Uhr. Was für uns wichtig ist bei diesem Thema, ist nicht nur das Engineering, aber auch die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, die Teil vom Pilot-Sein ist. Das wollen wir hier auf diesem Flugzeugträger auch zeigen. Die Besucher können dies im Flugsimulator nachempfinden.

Wer ist verantwortlich für diese kreative Idee?
Dieses Jahr ist es mein Konzept gewesen. Ich habe das komplette Design entwickelt und mithilfe eines Teams in Schaffhausen und eines externen Teams die Idee umgesetzt. Wir haben Messebauer, Architekten, Rendering-Agenturen und Merchandising- Agenturen, die uns helfen, die Details am Ende auch Realität werden zu lassen.

Wie stark ist die Agentur Jung von Matt/Limmat bei dieser Ausstellung involviert?
Jung von Matt/Limmat hat die Pressepräsentation geschrieben. Sie haben den Präsentationsfilm und die Medienpräsentation, die wir innerhalb unseres Presseraums zeigen, entwickelt und umgesetzt.

Wird der Auftritt in Genf noch weitere Werbematerialien wie Plakate nach sich ziehen?
Bei IWC ist die Werbekampagne immer ein komplettes Package, das alle Medien umgreift. Das fängt an beim Internetauftritt, über Website, soziale Medien und geht über zu Katalogen, Literatur, Pressetexten bis hin zu Werbematerialien, Produktkampagnen und so weiter. Das ist alles Teil davon. Wir haben auch eine komplette Serie von Werbegeschenken entwickelt, die extra von uns für IWC designt wurden, wie Pilotentaschen oder Pilotenjacken. Wir versuchen, immer alle Kanäle zu benutzen, da es sich um Pilotenuhren handelt und der zentrale Punkt die marine Fliegerei ist.

Welches sind die Eindrücke, die vom IWC-Stand mitgenommen werden?
Es ist wahnsinnig beeindruckend und das Feedback ist überwältigend. Sie müssten die Gesichter der Besucher sehen, wenn sie hier vorbeilaufen und den Flugsimulator erblicken. Ich mache diese Messe seit sieben Jahren und habe selber noch nie so etwas gesehen. Unglaublich! Man muss wissen, Uhrenmarken sind oft sehr nüchtern in ihrem Auftritt. Dies ist nun eine ganz andere Art, ein Thema zu verkaufen, als wenn wir nur über Mechanik und Engineering sprechen und irgendwelche Uhrenmodelle zeigen. Die Besucher werden alle zu grossen Spielkindern und haben Spass. Zu sehen, wie viel Faszination dies bei den Leuten auslöst, hat mich selber auch total überwältigt. Man denkt neun oder zehn Monate darüber nach und es existiert nur im Kopf und am Ende kommt alles zusammen. Das ist auch für mich sehr imponierend.
Interview: Monica Danuser

flugi_0

 

Ausschreibung für die Grafik12

Grafikdesign wird durch die zunehmende Digitalisierung und Popularität der Online Medien zum kreativen Massenphänomen. 100 ausgewählte Grafiker und Illustratoren präsentieren an der Grafik12 ihre liebsten Werke aus dem Jahr 2011.

«Die Schweiz hat im Bereich Grafik und Typografie mit Schnittstelle zur Kunst international einen hervorragenden Ruf. Zu verdanken ist das unter anderem dem Schweizer Bildungssystem im Sektor Kreativ-Wirtschaft. Noch bevor wir die Ausschreibung an über 8000 potenzielle Aussteller versendet haben, gab es schon etliche Interessenten. Wir erwarten sehr viele Anmeldungen», sagt Harun Dogan, der künstlerische Leiter der Grafik12 und erklärt so, warum die Schweizer Grafikszene seit Jahrzehnten international führend ist. Interessierte Grafiker und Illustratoren – Profis, Amateure oder Studenten – sind eingeladen, sich mit ihrem Portfolio über www.grafik12.ch zu bewerben. Dabei ist es den Ausstellern selber überlassen, ob die Arbeiten zwei- oder dreidimensional sind. Einziges Limit ist ein Styropor-Kubus, auf dem die Arbeiten präsentiert werden und der für alle Aussteller gleich gross ist. Die Anmeldefrist läuft bis zum 21. Januar 2012, wird aber bis 05. Februar 2012 verlängert.

Die Grafik12 findet vom 2.-4. März 2012 in der Maag Halle statt.

Zur Sache: Absurdistan

Die beste Analyse der Causa Hildebrand erfolgte meines Erachtens durch Peer Teuwsen in der Zeit. Leider vergass er die Rolle der Medien zu hinterfragen. Die war genau so pitoyabel wie die der Wirtschaft.

Dadurch, dass die ganze Sache von der rechten Schmuddelecke aus angestossen wurde, griff zuerst einmal der Anti-Blocher-Reflex. Verständlich, aber leider auch unprofessionell. Anstatt, dass man versuchte, durch eigene Recherchen der Wahrheit näherzukom¬men, nahm man den angeschossenen Hildebrand zuerst einmal in Schutz und überliess so das Feld den selbst ernannten Moralhütern der SVP. Kritischer Journalismus sollte immer neutral bleiben, auch wenn die Sympathien beim Verdächtigten liegen.

Es war ja anzunehmen, dass der Anti-Blocher-Reflex noch weitere mediale Peinlichkeiten verursachen würde. Am letzten Sonntag war es dann so weit. Die Präsidenten aller grossen Parteien ausser der SVP forderten in der SonntagsZeitung von der Weltwoche, ihre Eigentumsverhältnisse offenzulegen. In der Affäre Hildebrand habe die Weltwoche offensichtlich «eine von der SVP beeinflusste Kampagne gefahren», die sich auch gegen die staatlichen Institutionen richte. Deshalb müsse jetzt geklärt werden, wer hinter der Weltwoche stehe und welche Rolle Christoph Blocher dort allenfalls spiele. Aber es kommt noch besser: GLP-Chef Bäumle meint, «alle Medien müssen darlegen, wer bei ihnen Einfluss ausübt». Die Öffentlichkeit müsse wissen, wer die grossen Aktionäre, Finanzgeber und Spender, aber auch die grossen Inserenten sind. «In letzter Konsequenz brauchen wir neue medienrechtliche Bestimmungen, die Transparenz bei Verlagen herstellen», sagt SP-Mann Christian Levrat. Eine «Lex Weltwoche» soll es richten.

Ging da etwa ein Aufschrei durch die Medien? Mitnichten. Nur ganz vereinzelte Stimmen haben sich gegen eine solche «Lex Weltwoche» gewandt. Eine Ungeheuerlichkeit, denn immerhin haben praktisch alle Parteipräsidenten nichts weniger als ein neues Gesetz gefordert, das die Medien kontrollieren und gängeln soll. Gleichzeitig haben sie alle ihre Mit¬glieder zu tumben Medienkonsumenten degradiert, die nicht selbst beurteilen können, welche parteipo-litischen oder wirtschaftlichen Interessen ein Artikel oder ein Medium verfolgt.

Pro memoria: Nach dem zweiten Weltkrieg mussten die Verleger bei den Besatzungsmächten in Deutschland eine Lizenz beantragen, um eine Zeitung zu machen. Da diese jederzeit entzogen werden konnte, ergaben sich Möglichkeiten der Disziplinierung und Kontrolle der Lizenzzeitungen. Vielleicht gibt es ja in Zukunft auch in der Schweiz ein ähnliches Verfahren. Irgendwo gibt es sicher noch Platz für ein entsprechendes Bundesamt der Medienwächter. Willkommen in der Vergangenheit!

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Der Daily David erscheint und kämpft gegen Goliath

Die «Jetzt David werden»-Kampagne von Greenpeace Schweiz geht bereits in die dritte Phase. Hauptwerbemittel in dieser Phase ist eine eigens für Greenpeace gestaltete Zeitung namens Daily David, die als Mailing für neue und bestehende Mitglieder zum Einsatz kommt.

Highlight dieser Zeitung sind Illustrationen des international renommierten Künstlers Anatolij Pickmann. Die Motive von Pickmann greifen den Kampf David gegen Goliath auf und übertragen ihn in einen für Greenpeace relevanten Kontext. So erscheinen in der Zeitung vier verschiedene Goliaths, um Themen wie den brutalen Rohstoffkampf in der Arktis, die Überfischung der Weltmeere, die Abholzung der Urwälder und die Gefahren der Atomindustrie symbolisch aufzugreifen.

Die Spezialzeitung Daily David wird an 260’000 Greenpeace-Supporter versendet und dient als langfristiges Kommunikationsmittel, um allen wichtigen Greenpeace-Themen den nötigen Raum zu bieten. Von der legendären Unabhängigkeitserklärung der Greenpeace-Gründer über globale Themen wie die Detox-Kampagne, den Schutz der Meere oder den anstehenden Rohstoffabbau in der Arktis bis zu den aktuellen Energy-Academy-Workshops für die Schweiz wird das gesamte Spektrum anhand des Daily David dargestellt.

Verantwortlich bei Greenpeace Schweiz: Dan Schaefler (Leiter Fundraising), Katja Schaffner (Fundraising) und Steff Kerkhof (New Media, Fundraising). Verantwortlich bei Draftfcb/Lowe Group: Dennis Lück (ECD), Tizian Walti (Text), Christoff Strukamp, Cinthia Stettler, Denise Frech, Cristian Neuenschwander (Grafik), Marie-Theres Ott (Client Service Director), Sandra Kopplin (Senior Account Director), Yvonne Friedli (Account Director), Anatolij Pickmann (Illustration) und Jakob Kohlmayer (Illunet GmbH).

Flowcube: Piega und Artweger neu im Portfolio

Flowcube Communications startet ins 2012 mit zwei neuen Kunden. Die Agentur wurde mit den Kommunikations-Aktivitäten für Piega und Artweger beauftragt. Zudem feiert Flowcube auch das 10-jähriges Jubiläum.

Piega wurde 1986 in Horgen am Zürichsee von Leo Greiner und Kurt D. Scheuch gegründet. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit der Herstellung von Lautsprechern in minutiöser Handarbeit. Artweger ist in Europa eines der führenden Unternehmen für Duschabtrennungen und Multifunktionsduschen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Bad Ischl in Österreich beschäftigt 250 Mitarbeitende.

Die PR-Agentur Flowcube Communications, die vor zehn Jahren gegründet wurde, ist international tätig und berät Kunden aus den Bereichen Lifestyle, Mode, Schmuck, Design, Architektur, Immobilien, Tourismus, Hotellerie, Detailhandel sowie Gesundheit. Flowcube mit Hauptsitz in Zürich verfügt über eine Niederlassung in Mailand und eine Partner-Agentur in München. Sie bietet einen umfassenden Full-Service an, der Beratung, Konzeption und Umsetzung von Kommunikationsmassnahmen sowie die externe Betreuung von Pressestellen beinhaltet. Inhaber und Managing Partner sind Maja Amrein und Alfredo Schilirò.
 

Aufgespiesst: Carpe Diem

Simone Fankhauser, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über den Anfang vom Ende.

Wie Puderzucker liegt Reif auf Wiesen und Feldern. Krähen im schwarzen Federmantel stolzieren krächzend auf und ab. Der Blick der Sonne reicht trotz Nebelschleier aus, um erste Primeln aus dem Boden zu locken. Es sind Vorboten des Frühlings mitten im Januar. Während die Natur nur darauf wartet, wach geküsst zu werden und alle Säfte für einen neuen Lebenszyklus zu mobilisieren, herrscht bei den Menschen Endzeitstimmung. Die hübsche Szenerie vor unseren Fenstern mag nicht darüber hinwegtäuschen, dass in etwa 336 Tagen die Welt untergehen wird. Selbst wenn man nicht an das unheilvolle Ende des Mayakalenders glaubt, die Vorboten des Untergangs sind da. Die Weltbank warnt vor einem «globalen Absturz auf beiden Seiten des Atlantiks». Worte, bei denen Erinnerungen an Emmerichs Städte verschlingenden Graben wach werden. Die Weltwirtschaft stürzt ins Nirwana und ausgerechnet die Schweiz steht ohne Nationalbankpräsident da. Ist Christoph Blocher etwa ein apokalyptischer Reiter? Doch der Niedergang der zivilisierten Welt offenbart sich im ersten Monat des Jahres nicht nur in der Wirtschaft. Der internationale Skiverband muss sich mit der Beschaffenheit von Damenunterwäsche beschäftigen und RTL zeigt zum x-ten Mal den Überlebenskampf von C-Promis im australischen Dschungel. Es gibt wahrlich nicht mehr viel Hoffnung für die Menschen.

Finale Vermarktung

Was sollen wir also mit der restlichen Zeit anfangen? Ich bin für die Strategie Unilever: «Machen wir das Beste draus.» Versuchen wir, vor dem Ende noch ein bisschen Geld zu verdienen. Und so geht’s: Man nehme eine bestehende Marke, kreiere einen neuen Duft, gebe dem Gemisch den klingenden Namen «2012 Final Edition», produziere einen Werbespot und schon ist sie verflogen, die Endzeitdepression. Es gibt wohl kaum ein Konsumgut, das sich nicht mit dem Weltuntergang vermarkten liesse: Eine Jeans mit dem Namen «Final Cut», eine neue Lebensmittellinie «Final Food», eine Bar mit dem Namen «Final Destination». Die Drinks würden dann Namen tragen wie «Süsser Tod», «Langsamer Tod» oder für ganz Mutige «Qualvoller Tod». Aber eigentlich könnte man noch einen Schritt weitergehen. Jedes Unternehmen plant und budgetiert nur bis zum 21. Dezember 2012. Keine Rückstellungen, kein Sparen. Wir können ja sowieso nichts mitnehmen, wenn wir diese Welt verlassen – ausser die Anhänger von Fiat Lux, die rechtzeitig ein Raumschiff bestellt haben. Für alle anderen bietet das nahe Ende eine riesige Chance. Der Baum vor unserem Fenster überlegt sich schliesslich auch nicht, ob er heuer seine Blütenproduktion herunterfährt, weil der Muotataler Wetterschmöcker für Anfang Mai einen Kälteeinbruch prophezeit hat. Eben. Carpe diem. Und hätte jemand anno 600 das Smartphone bereits erfunden gehabt, wäre 2012 ein Jahr wie jedes andere. Es guets Nois!

 

get_footer();