WW: Herr Wyss, Ihr Buch verspricht aufzuzeigen, wie Journalisten und Redaktionen Qualität in den Medien sichern können. Was ist überhaupt Medienqualität? Vinzenz Wyss: Soll Medienqualität bestimmt werden, so muss man sich an der Funktion orientieren, die der Journalismus in einer Gesellschaft erfüllt. Wir sprechen zwar von Medienqualität, gemeint ist aber eigentlich journalistische Qualität. Es geht nicht um Ziele der Medienorganisation, primär muss Journalismus etwas für die Gesellschaft leisten.
Was leistet er?
Der Journalismus soll dazu beitragen, dass sich die Gesellschaft selbst beobachten kann. Er bringt diverse Standpunkte in die Öffentlichkeit und ermöglicht so den Diskurs. Er vermittelt zwischen verschiedenen, zumeist inkonsistenten Perspektiven. Das heisst, er nimmt bezüglich eines bestimmten Sachverhalts «Soll man einen bestimmten Kreisel bauen oder nicht?» ökonomische, politische oder auch ästhetische Überlegungen auf und ermöglicht die Diskussion: «Soll man den Kreisel zu diesem Preis mit dieser Ästhetik bauen?»
Sie sprechen die Forumsfunktion des Journalismus an…
Der Journalismus muss einen Schritt weiter gehen. Er muss hierarchisieren, bewerten. Er muss die Frage stellen, welche Argumente glaubwürdig, welche ein Täuschungsmanöver sind. Der Journalismus bildet nicht nur Statements verschiedener Personen ab. Er stellt sie in einen Zusammenhang, versucht Transparenz herzustellen. Weshalb sagt jemand A, obwohl er früher B sagte? Der Journalismus gibt dem Publikum Orientierungswissen, um Entscheidungen zu fällen.
Und aus dieser Funktion leiten Sie die Qualitätsstandards ab?
Ja. Ein Kriterium, das sich ableiten lässt, ist beispielsweise die Relevanz. Es gehören gesellschaftlich relevante Informationen in die Öffentlichkeit. Themen, die einem öffentlichen Diskurs zugeführt werden müssen, weil sie einem Publikum helfen, Entscheidungen zu fällen. Ist Relevanz denn unabhängig vom Medientitel? Natürlich gibt es eine Arbeitsteilung zwischen den Medientiteln. Verschiedene Medien – Wochenzeitungen, Online-Plattformen oder Radio – haben unterschiedliche Herangehensweisen. Einige skandalisieren etwas mehr, andere bilden eher Strukturen ab, wiederum anderen ist es wichtig, Geschichten zu erzählen. Der Relevanzbegriff bleibt jedoch derselbe, unabhängig davon, ob es sich um einen Beitrag in einem Boulevardmedium oder der NZZ handelt.
Für ein Boulevardmedium sind dieselben Dinge relevant wie für die NZZ?
Wir sind hier bei den «Hardcore-Kriterien», die der Journalismus im Gegenteil zu anderen Akteuren in der Gesellschaft – der Politik, der Kultur oder der Wirtschaft – erfüllt. Wenn ein Unternehmen wirtschaftliche Ziele verfolgt, erwarten wir nicht, dass diese für die ganze Gesellschaft relevant sind. Vom Journalismus hingegen schon. Auch von einer Schweizer Illustrierten erwarte ich, dass etwa Leute porträtiert werden, über deren Geschichte Normen und Werte vermittelt werden: Wie gestalte ich mein Leben? Was finde ich gut, was schlecht? Auch das sind wichtige Leistungen, die gerade der Boulevardjournalismus explizit verfolgt. Ich mache keine Hierarchisierung zwischen verschiedenen Medientypen. Jeder hat seine Funktion in der Gesellschaft. Der Unterschied liegt allein im Zugriff. Beispielsweise, dass der Boulevard stark personalisiert.
Wird nicht gerade die Personalisierung bemängelt, wenn es um Qualität in den Medien geht?
Doch. Aber es ist falsch anzunehmen, der Journalismus käme ohne Personalisierung aus. Damit etwas verständlich wird, braucht es die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu reduzieren. Die Verständlichkeit – auch das ein Qualitätskriterium – schafft der Journalismus, indem er konkrete Rollenträger benennt. Nehmen wir als Beispiel die Berichterstattung zu Philipp Hildebrand. Es gibt verschiedene Akteure, den Bankpräsidenten, den Politiker, den Anwalt, das Opfer etc. Eine wunderbare Geschichte. Letztlich geht es jedoch um ein strukturelles Problem, um die Fragen: Darf jemand in einer so wichtigen Position Devisengeschäfte tätigen? Und wie geht die schweizerische Gesellschaft damit um? Das Thema ist hochrelevant, der Journalismus kommt nicht darum herum, Rollenträger zu bezeichnen.
Personalisierung ist also kein Problem?
Doch, es gibt ein Problem, wenn man um des Personalisieren Willens Geschichten erzählt. Man hat tolle Helden – Täter und Opfer –, doch die Geschichte, die erzählt wird, ist vollkommen irrelevant. Wenn es darum geht, was Paris Hilton für ein Höschen trägt, muss man sich fragen, inwiefern diese Personalisierung dazu nützt, strukturell wichtige Fragen anzusprechen.
Personalisierung ist in Ordnung, wenn sie dazu beiträgt, Dinge zu erklären?
Genau, sie ist ein Mittel zum Zweck. Sie darf aber nicht über den Zweck gestellt werden. Es reicht nicht, eine tolle Geschichte zu haben, ein Märchen zu erzählen. Das sollte der Journalismus dem Kino, der Literatur, der Unterhaltungsindustrie, überlassen. Journalismus sollte auf Irritationen hinweisen, auf Probleme, die gelöst werden sollten.
Welche Kriterien sind neben Relevanz und Verständlichkeit weiter wichtig?
Im Unterschied zur Literatur, Werbung oder PR erwarten wir, dass sich der Journalismus auf Fakten bezieht, dass er sich bemüht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Zum Beispiel, indem er mehrere Quellen überprüft. Dazu gehört auch der Transparenzbegriff. Woher kommt eine Aussage? Ist sie glaubwürdig? Welche Interessen stehen dahinter? Dies geht bis zu den Produktionsbedingungen. Es soll transparent sein, wie ein Text zustande gekommen ist. Der Leser muss die Hintergründe kennen, um einschätzen zu können, wie ein Text zu beurteilen ist.
Gehört zur Transparenz auch das Wissen, wem ein Medienunternehmen gehört?
Unbedingt! Es ist naiv zu meinen, ein Medienunternehmen sei dasselbe wie ein Wirtschaftsunternehmen. Von Medienunternehmen geht Deutungsmacht aus. Sie haben die Freiheit, Wirklichkeit zu beschreiben, wobei wir nie bestimmt beurteilen können, ob eine Wirklichkeitsbeschreibung zutrifft. Diese Freiheit schreit nach Verantwortung, die auch Transparenz zu Besitzverhältnissen beinhaltet. Sie befürworten eine «Lex Weltwoche»? Durchaus. Ich bin dabei zu fordern, dass ein Publikum wissen muss, woher die Ressourcen kommen, die Journalismus hervorbringen, da wir davon ausgehen können, dass Machtmittel, die eingesetzt werden – Geld, Personal, einen Einfluss auf die Unabhängigkeit der Redaktion haben. Im Sinne der Transparenz sollte dies offen gelegt werden. Es ist legitim, dass eine politische Partei ein Medienunternehmen besitzt, solange es transparent ist.
Nun haben wir einige Qualitätskriterien…
Natürlich gäbe es noch mehr: Unabhängigkeit, Perspektivenvielfalt, das Fairnessgebot, Narrativität…
Die Liste wäre noch länger. Aber wie gelingt es einer Redaktion, die Qualität zu sichern?
Wir, die Autoren des Buchs, denken, dass man einen bewussten Umgang mit Qualitätsvorstellungen organisieren kann. Das beginnt, indem man sein Qualitätsverständnis explizit macht. Oft ist das journalistische Verständnis in den Köpfen der Redaktoren vorhanden. Nötig wären allerdings publizistische Leitlinien. Bei Tamedia zum Beispiel könnte man in den Leitlinien festhalten, wie man mit Themen umgeht, die das eigene Haus betreffen. Es muss geregelt sein, wie ein Redaktor bei 20 Minuten damit umgeht, wenn ein Produkt aus dem eigenen Haus auf der Anklagebank steht. Thematisiere ich es dann? Qualitätssicherung darf man nicht dem Zufall oder einem Ad-hoc-Gespräch überlassen.
Publizistische Leitlinien gibt es doch heute schon …
Oftmals sind solche Regelwerke aber Alibiübungen. Man macht sie, weil es zum guten Ton gehört. In der Praxis sind die Regeln jedoch verstaubt und werden kaum bewusst als Steuerungsmittel eingesetzt. Keiner kennt sie, niemand bezieht sich darauf. Es kann schizophren sein, wenn ein Unternehmen bestimmte Leitbilder aufstellt, jedoch ganz anders handelt.
Inwiefern kann dies Ihr Buch ändern?
Das Buch versucht Praktiken und Tipps zu geben, wie man in einer Organisation täglich im Arbeitsprozess auf solche Regelwerke Bezug nimmt. Nur wenn diese auch im Alltag aktualisiert werden und Bedeutung erlangen, werden sie zum Leben erweckt. Wichtig ist dabei, dass solche Selbstverpflichtungen – der Umgang mit Kindern, das Fairnessgebot, der Einsatz versteckter Kameras – bis ins kleinste Detail geregelt werden. Das Schweizer Radio und Fernsehen hat ein tolles Regelwerk, das übrigens auch öffentlich zugänglich ist.
Liegt es an den Chefredaktoren, solche Regeln zu erstellen beziehungsweise umzusetzen?
Es stehen vor allem die Chefredaktoren oder die leitenden Redaktoren in der Pflicht. Es ist wichtig, dass Führungskräfte ihr Commitment geben und dafür sorgen, dass diese Regeln durchgesetzt werden. Aber ohne dass die Journalistinnen und Journalisten ins Festlegen der Prinzipien einbezogen werden, bringt es nichts. Es muss ein ständiger Diskurs stattfinden. Sind unsere Richtlinien noch sinnvoll? Braucht es Anpassungen? Fälle, die im Widerspruch zu den Richtlinien stehen, sollen thematisiert werden.
Regelwerke könnten angesichts der heutigen Bedingungen in den Redaktionen – auf Grund des Ressourcen- und Personalabbaus – als zusätzliche Belastung empfunden werden.
Sicherlich. Deshalb, glaube ich, kommt unser Buch im richtigen Moment. Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Medienunternehmen haben zum Teil grosse Probleme, Journalismus zu finanzieren. Wir Autoren sind davon überzeugt, dass ein Journalismus langfristig nur überleben kann, wenn er die Selbstheilungskräfte intern stärkt. Um langfristig glaubwürdig zu sein oder um sich etwa von Social Media – vom ständigen Rauschen – zu unterscheiden, sollte es im Interesse der gesamten Berufsgattung sein, von den Journalisten bis zum Management, Strukturen der Qualitätssicherung zu etablieren. Es geht um ein bewusstes Optimieren und Verbessern der journalistischen Leistung.
Können Sie an einem Beispiel aufzeigen, wie man die journalistische Leistung optimieren kann?
Nehmen wir als Beispiel einen Tag in einer Redaktion. An der morgendlichen Redaktionssitzung sagt jemand: «So, was machen wir heute?» (Hier übrigens schon das erste Problem: Es wird zu wenig im Voraus geplant.) Ein anderer antwortet: «Ich habe gehört, ein Politiker wolle in Luzern wieder die Sperrfrist einführen. Wollen wir dazu etwas machen? » Ein anderer sagt: «Ok, ich übernehme das.» Fertig. Hier müsste man ansetzen. Es wäre wichtig, sich schon beim Planen an den Richtlinien zu orientieren. Zu fragen: Weshalb ist es relevant? Eine Geschichte ist dann relevant, wenn sie dem Publikum Orientierung gibt, um Entscheidungen zu fällen. Der Journalist muss aufdecken, welche Motive dahinter stecken. Weshalb will der Politiker die Sperrfrist? Ginge es um Lärm, würden Sperrfristen ja nichts bringen. Ausserdem sollte der Journalist einen Aussagewunsch formulieren: «Ich will, dass das Publikum durch meinen Artikel erfährt, versteht, dass…
Die Qualität wird also in der Redaktionssitzung gesichert?
Der Prozess geht selbstverständlich weiter. Wenn sich der zuständige Redaktor auf den Weg macht, O-Töne einholt – was Politiker, Betroffene auf der Strasse von der Sperrfrist halten –, muss man sich erneut fragen: Sind die Ziele, die wir uns gesetzt haben, erreichbar? Oder haben wir neue Informationen und müssen deshalb die Geschichte abändern? Die Qualitätssicherung geht bis zum Feedback, das nur dann etwas wert ist, wenn man sich auf Regeln bezieht. Oftmals heisst es bloss: «Das war noch gut.» Warum es gut war, welche Anforderungen erfüllt wurden, wird nicht genannt. Aus «gut» kann man nichts lernen. Ich muss mich auf Regeln beziehen. Zum Beispiel: «Ich fand den Artikel interessant. Das Fairnessgebot hast du aber verletzt, du hast ja gar nicht mit dem Angeschuldigten geredet…»
Sie sind selber als Evaluator tätig. Kann man Qualität intern genügend sichern oder wäre es für Printmedien hilfreich, sich extern überprüfen zu lassen, wie dies bei den konzessionierten Radio und TV-Stationen geschieht?
Dezidiert bin ich der Meinung, dass es auch den Printmedien gut täte, einen externen, kritischen Blick auf die eigene Organisation zuzulassen. Ohne Zwang, versteht sich. Wenn ein Unternehmen aber sagt: Wir denken, wir machen das nicht schlecht, wir haben Redaktionskonferenzen, Planungsprozesse, geben auch Feedbacks, nichts desto trotz wollen wir jemanden beiziehen, der mit einer anderen Brille auf diese Dinge schaut, finde ich das sinnvoll.
An wen wenden sich Medien dazu?
Evaluatoren, die derzeit die konzessionierten Radiound Fernsehstationen überprüfen, wären sicherlich auch geeignet, das im Printbereich zu tun. Mediaprocessing, Publicom, Certimedia oder auch Media Quality Assessment (MQA), meine eigene Firma. Bevor man aber eine externe Begutachtung durchführen lässt, kann man schon viel selber tun. Man muss diese Brille, die ein externer Evaluator verwenden würde, selbst aufsetzen und seine eigenen Prozesse kritisch unter die Lupe nehmen. Da kann unser Buch auch helfen. Was gelten für Regeln? Man sollte mal den typischen Prozess von der Idee zu einer journalistischen Geschichte über die Planung bis hin zur Kritik am Schluss aufzeichnen. Sofort wird man Stellen finden, wo es Brüche gibt. Dabei sollte man auch Mitarbeiter einbeziehen und sie fragen, wo Prozesse optimiert werden können. Oder auch der Umgang mit Publikumsrückmeldungen oder Beschwerden.
Inwiefern?
Zum Beispiel in Form eines Publikumsrats, wie ihn die SRG hat. Zwar haben einige das Gefühl, das sei nur eine Selbstbeweihräucherung der SRG. Es gibt allerdings auch Publikumsräte bei privaten Medien, zum Beispiel bei Tele Basel. Auch Tele 1 in Luzern will so etwas einführen. Diese Sender wollen eine Spiegelung von Personen, die ihr Programm regelmässig anschauen und Rückmeldung geben, was ihnen aufgefallen ist. Das kann sehr fruchtbar sein. Kurt
Imhof hat seine Schwierigkeiten, bei Praktikern mit dem Jahrbuch «Qualität der Medien» auf Gehör zu stossen. Sind sie zuversichtlich, beachtet zu werden?
Ich bin zuversichtlich. Zum Teil tut man den Praktikern mit der Kritik unrecht. Sie geben sich Mühe, sie lieben ihren Beruf, nur leider sind sie oft strukturellen Bedingungen ausgeliefert, die sie auspressen. Ich denke, die Journalistinnen und Journalisten auf den Redaktionen machen bereits sehr viel von dem, was ich erwähnt habe. Mit dem Buch können wir ihnen zeigen, dass das, was sie machen, wichtig ist, dass man Qualitätssicherung allerdings bewusster steuern kann. Damit würde auch das Selbstbewusstsein gestärkt, das meiner Meinung nach derzeit in der Branche etwas fehlt. Werte und Ziele zu formulieren, die man mit Journalismus verfolgen will, zwingt einen dazu, das Selbstverständnis zu formulieren. Warum man da ist, wie man Qualität im Journalismus versteht. Somit hat man auch bessere Argumente jenen gegenüber, die Strukturen schaffen. Man muss sie davon überzeugen, dass es wichtig ist, in Qualität zu investieren.
Das Buch richtet sich also nicht an Verleger, sondern in erster Linie an Journalisten?
Genau, das Buch richtet sich vor allem an die Macher, aber auch Redaktionsmanager bis hin zum einzelnen Journalisten, der bei einer Redaktionskonferenz sitzt und sich fragt: «Was mache ich da überhaupt? Das ist doch verlorene Lebenszeit.» Das Wissen, das im Buch vermittelt wird, kann dem Journalisten helfen, sich einzubringen, bessere Strukturen zu schaffen. Natürlich täte es auch jedem Verleger gut, das Buch zu lesen, um besser zu verstehen, wo die Möglichkeiten und wo die Grenzen der journalistischen Qualitätssicherung liegen. Wenn er dieses Verständnis hat, ist er ein besserer Gesprächspartner für die Redaktionen und wird so auch ernst genommen.
Isabel Imper
Vinzenz Wyss (46) studierte Germanistik, Publizistikwissenschaft und Soziologie an der Universität Zürich. Von 1991 bis 1998 arbeitete er als Redaktor und Moderator für das Privatradio Radio 32 in Solothurn. An der Universität Zürich war er von 1994 bis 2003 als Assistent, Oberassistent, wissenschaftlicher Mitarbeiter und zuletzt als Geschäftsführer von IPMZ Transfer tätig. 2002 hat er zum Thema «Redaktionelles Qualitätsmanagement» promoviert.
Seit 2003 ist er Professor für Journalistik und Medienforschung am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur. Er ist zudem Lehrbeauftragter am Medieninstitut des Verbands Schweizer Presse und unterrichtet an der Journalistenschule MAZ in Luzern sowie am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung IPMZ der Universität Zürich. 2009 wurde Wyss zum Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft gewählt. Er betreibt mit MQA – Media Quality Assessment – eine vom Bundesamt für Kommunikation Bakom anerkannte Evaluationsstelle, mit welcher Konzepte des Qualitätsmanagements in Medienorganisationen evaluiert und verbessert werden.
Das Buch von Vinzenz Wyss, Peter Studer (ehemaliger Präsident des Schweizer Presserats, Chefredaktor des Schweizer Fernsehens und Chefredaktor des Tages-Anzeigers) und Toni Zwyssig (ehemaliger Ausbildungsleiter des Schweizer Fernsehens SF, Korrespondent und Redaktor) ist am 15. Januar im Orell Füssli Verlag erschienen. Mit dem 209 Seiten umfassenden Werk wollen die Autoren einen klärenden Beitrag zur laufenden Diskussion rund um Medienqualität liefern und zeigen, was Medienqualität ausmacht und wie man sie in Redaktionen umsetzt. Die Autoren haben im deutschen Sprachraum mit professionellen Medienherstellern und kritischen Mediennutzern gesprochen, sich nach Befunden und Rezepten umgesehen und diese in einem Leitfaden festgehalten.