Köpfe der Woche: Stimmungen zwischen Explosion und Teestunde

Carl Hänggi und Rino Meyer haben zusammen die Musikproduktion T&Tea gegründet. In ihrem Studio in Zürich sind die beiden ungleichen Partner spezialisiert auf Sound alikes, Coverversionen sowie Eigenkompositionen für Werbespots und Auftragsfilme.

Zwei auf das erste Hören radikal verschiedene Stilistiker machen zusammen Musik. Carl Hänggi kommt von der klassischen Gitarre. Rino Meyer ist ein Tontüftler im Bereich experimentelle Elektronik. Ihr harmonisches Finden wirkt wie das Zusammenspiel von TNT. Und die bekannteste Formel für explosiven Sprengstoff liefert auch den Namen für ihre neue Firma: T&Tea. Das Wortspiel steht für bombastische Dynamik in einer kreativen Kombination mit der Ruhe und Getragenheit einer Teestunde. T&Tea gibt es seit einem Jahr. Jetzt wollen Carl Hänggi und Rino Meyer mit ihrem Studio für Auftragsmusik in Zürich erstmals ein bisschen aus den Credits an die Öffentlichkeit treten. Zusammen sind sie noch unbekannt. Jeder für sich kann aber eine hochkarätige Erfahrung aus den verschiedensten Bereichen vorweisen. Und auch diese Mischung von zwei Lebensläufen birgt noch einmal viel Potenzial für explosive Dynamik. Mit Carl Hänggi und Rino Meyer kommen nicht nur zwei Musiker aus zwei verschiedenen Generationen zusammen. Die beiden bringen im Zusammenspiel auch die Töne aus zwei völlig verschiedenen Welten in einen Guss.

Bevor Carl Hänggi wieder nach Zürich zurückkehrte, erlebte er den Sound der grossen weiten Welt von klassischen Konzerten in Japan bis zu jazzigen Produktionen mit Stars zwischen Hollywood und New York. Rino Meyer suchte seine Töne gleichzeitig in Zürich, indem er immer tiefer in die Innereien seiner zahlreichen Synthesizer vordringen wollte. Rino besitzt eine Sammlung mit den interessantesten Synthis der ersten Stunde, zu denen zum Beispiel auch ein legendärer «ARP Quadra» gehört. «Auf solchen noch analogen Instrumenten lässt sich ein Sound viel authentischer als auf einem digitalen Gerät erzeugen», weiss Meyer. Trotzdem kann er natürlich im digitalen Bereich gleichzeitig auf sämtlichen Registern der heutigen Technik arbeiten.

Abdecken können die beiden mit dieser Kombination die vollständige Klangpalette für Auftragsmusik. Der wichtigste Markt für T&Tea sind Commercials. Hier sind in erster Linie «Sound alikes» gefragt. «Die Tendenz läuft auf solche Songs, von denen man die emotionalisierende Wirkung bereits kennt. Weil aber die Rechte meistens zu teuer sind, muss man etwas komponieren, das ähnlich tönt», erklärt Hänggi das Rezept. Mit seinem Background als akademisch geschulter Musiker «kann er eine Melodie innert kürzester Zeit in ihre harmonischen Teile zerlegen und neu zusammensetzen», schwärmt Rino Meyer von seinem Partner. Er ist anschliessend dafür zuständig, einen grossen Sound wie bei einer mit Starmusikern besetzten Session zu erzeugen. Bei Bedarf werden natürlich auch echte Instrumente eingesetzt. Dazu kann T&Tea auf ein Netz von ausgewiesenen Solisten sowie auch Sänger und Sängerinnen für alle gefragten Stilrichtungen zurück greifen. Neben den kreativen Ideen ist es auch eine Qualität von T&Tea, dass sie dank ihrem kombinierten Know-how «sehr schnell» auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen können. «Eine Dienstleistung, die heute vor allem in der Werbung gefragt ist, wo alles immer sehr schnell gehen muss», weiss Meyer. In solchen Situationen kann Carl Hänggi auch den Supervisor Musik ersetzen. «Dieser fungiert zwischen der Werbefirma und dem Komponisten. Weil hier Kunde und Musiker nicht immer die gleiche Sprache verstehen, kann ich in meiner Funktion als Komponist und gleichzeitig Produzent sehr schnell verstehen und allgemein verständlich vermitteln», ist Hänggi überzeugt. Sämtliche Jobs, die es für die Kompetenz als Supervisor Musik braucht, hat er in seiner Karriere schon irgend einmal irgendwo gemacht.

Nach einem Abschluss in Kammermusik am Konservatorium in Luzern und ein paar Semestern Kunstgeschichte zog es ihn nach Wien, «weil dort der beste Lehrer der Welt für meine Ausbildung als Konzertgitarrist wirkte», wie Hänggi erzählt. An der Akademie für Musik und bildende Künste besuchte er die Meisterklasse von Karl Scheit und studierte auch Komposition. Er machte sein Konzertdiplom «mit Auszeichnung» und durfte in der Folge als Gitarrist auch in Konzerten und Plattenaufnahmen mit Leonard Bernstein oder dem Stardirigenten Claudio Abbado mitwirken. Insgesamt spielte Carl Hänggi als Solist in über 100 Kammermusik-Konzerten in ganz Europa und tourte auch in Asien. Er gewann verschiedene Preise und wirkte auch als Dozent an der Universität Zürich sowie später als Gastdozent für Filmmusik an der Filmhochschule München.

Mit 30 Jahren folgte dann ein stilistischer Bruch. Hänggi, der schon als Teenager in Bands gespielt hat, entdeckte noch einmal seine alte Leidenschaft für Jazz und Pop. Per Zufall traf er Richard Schönherz von Supermax und zog mit diesem nach Amerika. In den USA realisierten die beiden zusammen verschiedene Projekte im Bereich Filmmusik, Theatermusik und Radio-Drama. Hänggi komponierte in Hollywood für Stars wie Sam Shepard oder Wolfgang Petersen. Nach einer Rückkehr aus den USA nach München folgten Filme für Wolfgang Panzer sowie die Serien «Tatort» oder «Terra X». Zusammen mit Stephan Massimo gründete Hänggi die Firma Carma Sound für die Vertonung von Werbespots. «Nach 150 Kompositionen haben wir aufgehört zu zählen.» Zu den Kunden zählten McDonald’s Europa, Sony Batman, Telekom Deutschland, Deutsche Post, Adidas, Camel, Herz USA. Für andere Projekte, die er eine Zeitlang auch aus seiner neuen Wahlheimat in Stockholm betreute, arbeitete Hänggi auch mit Gregor Ugovsek zusammen, dem Produzenten von Kylie Minogue und Atomic Kitten. Ein Auftrag der besonderen Art war die Begleitmusik für einen Disney-Spielfilm über das Leben des Komponisten von «Stille Nacht». Was hat er diesem wohl grössten Ohrwurm der Menschheit noch beifügen können? Hänggis Lösung war «eine sehr traditionelle Komposition». Darum herum hat die Story des Films den Titelsong «immer grösser gemacht », bis «Silent Night» schliesslich auf den grössten Plätzen in aller Welt gesungen wurde. Ein anderer Film mit historischem Charakter ist «Beresina». Auch für dieses letzte Werk von Daniel Schmid hat Carl Hänggi die Musik verantwortet. Eingebracht haben ihm all diese Arbeiten u.a. eine Goldene Auszeichnung am New York Commercial Festival, einen Emmy sowie einen Leoparden in Bronze am Filmfestival von Locarno.

«Mit so vielen Stationen kann ich noch nicht mithalten. Dafür kann ich den Tatendrang der Jugend einbringen», scherzt Rino Meyer beim Durchgehen von Hänggis Lebenslauf. Er selber gründete seinen musikalischen Werdegang in der Faszination zum Klang. Mit der Vorstellung «Ein Klang ist schon eine Melodie» entwickelte Rino Meyer synthetische als auch natürliche Klangwelten. Eine Inspiration zu jener Zeit war Brian Eno. Unter dem Namen «Test- Tube» hat Meyer seine eigenen Ideen ab 1995 bei diversen Konzerten vorgetragen. Zunächst arbeitete der Tontüftler nur mit Synthesizern, später zunehmend auch mit akustischen Instrumentalisten und Gastsängern. Damit konnte seine Musik schlussendlich auch bei einem mehrheitsfähigen Publikum landen. «Das bedeutete aber gleichzeitig das Ende dieses avantgardistischen Projekts», meint der überzeugte Künstler.

Als Ersatz wurde Rino Meyer kontinuierlich immer mehr auch als Eventorganisator im kulturellen Segment aktiv. Für die «lange Nacht der Museen» in Zürich hat er drei aussergewöhnliche Eventreihen im Migros-Museum für zeitgenössische Kunst mit organisiert. Zwei Jahre lang hat er auch die «1st floor lounge» stilvoll eingerichtet und für Kulturanlässe mit Gastronomie zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit handelte Rino Meyer mit Vintage- und Designmöbeln und eröffnete mit einem Geschäftspartner zwei Läden in Zürich – Sugus und Individum. Diese hat er inzwischen verkauft. Das sich jährlich wiederholende Eventradio «Rundfunk.fm» erblickte 1999 unter der Co-Initiation von Rino Meyer die Welt. In diese Zeit wurde auch Phonogen.com gegründet, ein Label für gehobene Musikansprüche, das sich zurzeit im Wandel befindet. Auch als Co-Produzent diverser Musikproduktionen war Meyer massgeblich beteiligt. Ab 2005 arbeitet er als Werbemusikproduzent für Film, Fernsehen und Internet. Zu seinen Kunden zählen u. a. Ikea, Phonak (Hear the World), Emmi, Siemens (USA), Smart, Jura mit Roger Federer sowie das Schauspielhaus Zürich.

Andreas Panzeri

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Das neue Google-Zeitalter

Noch hat Google Plus in der Schweiz nicht abgehoben – nun richtet Google den Dienst auf Unternehmen aus, so dass Abseits-Stehen bald zum Nachteil werden kann.

Lady Gaga hats gemerkt: Sie ist seit dem 16. Januar auf Google Plus mit einem Profil vertreten, wo sie sich seither regelmässig zu Wort meldet. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Pop-Ikone ein eigentliches Social-Media-Schwergewicht ist: Auf Twitter steht sie mit 18 Millionen Followern an der Spitze, und auch ihre Facebook-Seite hat fast 47 Millionen Fans gefunden. Doch mit Google Plus liess sie sich seit dessen Start sechs Monate Zeit, weshalb sie auf dieser Plattform erst noch zu Spitzenreiterin Britney Spears aufholen muss, die von 1,6 Millionen Benutzern in ihre Kreise aufgenommen worden ist. Vor allem reagierte die «Mutter der Monster» flugs auf die Neuausrichtung, die der Suchmaschinen- Riese in den ersten Wochen des Jahres angekündigt oder bereits eingeführt hat.

Dass Google ein rauer Wind entgegenweht, fällt bei uns, wo der Suchmaschinen-Riese einen Marktanteil von weit über 90 Prozent hat, nicht derart deutlich auf wie im amerikanischen Heimmarkt, wo es lediglich 65 Prozent sind. Und Google scheint ins Hintertreffen geraten zu sein: Mit dem Konzept der «Sozialen Suche» haben sich im letzten Mai Microsoft und Facebook daran gemacht, Google Paroli zu bieten. Dazu wurden Microsofts Suchmaschine Bing und die Facebook-Plattform enger verzahnt, um bei den Ergebnissen stärker die Meinung der Facebook-Freunde eines Nutzers zu berücksichtigen. Dem trat nun Google entgegen und lancierte am 10. Januar «Search Plus Your World» oder abgekürzt: SPYW, was mitunter als SPEW (Deutsch: spucken) ausgesprochen wird. Angemeldeten Google- Nutzern werden seither auch Ergebnisse angezeigt, die sich aus deren Nutzungsverhalten, Internetkontakten und online abgelegten Informationen ableiten lassen. Es geht darum, mit mehr und aussagekräftigen Signalen über den Benutzer bessere Suchresultate liefern zu können und so vor allem auch treffsicherer Werbeeinblendungen ausspielen zu können.

Unternehmen sollen Google Plus anschieben
Deshalb hat Lady Gaga nichts anbrennen lassen: Wer künftig bei möglichst vielen Suchanfragen zuoberst erscheinen will, muss von möglichst vielen Google-Plus-Nutzern in deren Kreise aufgenommen werden. Und davon gibt es immer mehr: Bei der Präsentation der Quartalsergebnisse für das letzte Quartal 2011 berichtete CEO Larry Page am 19. Januar von 90 Millionen Google-Plus-Nutzern weltweit. Verglichen mit Facebook (800 Millionen aktive User), sind das immer noch wenige, zumal viele ihre Profile zwar eingerichtet haben, aber kaum aktiv zu nutzen scheinen. Damit die Sache besser in Schwung kommt, hilft Google nach und beschert allen, die sich neu für einen Dienst anmelden, gleich auch ein Google-Plus-Konto. Nicht nur sollen Google-Nutzer auf Google Plus aktiv werden, vor allem sollen sie ständig bei Google eingeloggt bleiben. Denn wer so Google-Dienste häufig nutzt, hinterlässt eine fette Datenspur: Natürlich bei Suchanfragen, aber auch bei E-Mail-Mitteilungen, abgerufenen Videos, mit Standortdaten und neu eben auch mit den sozialen Kontakten auf Google Plus. All diese Signale können so registriert und analysiert werden, um die Suchergebnisse und vor allem die Werbeeinblendungen für jeden Benutzer massgeschneidert zu optimieren.

Lustlos auf Warteposition
Unter der Ägide von Larry Page, Mitgründer von Google und seit neun Monaten im Amte des CEO, wird das Google-Imperium fokussiert. Dabei ist in den letzten Monaten das Sammelsurium an Diensten, die durch Zukäufe oder eigene Initiativen entstanden war, ausgemistet worden. Seine Vision: Google-Produkte sollen mit einem einheitlichen und schönen Auftritt daherkommen und entsprechend wahrgenommen werden – gleich wie bei den Rivalen Apple und Facebook. Zentral ist dabei die Ankündigung, ab dem 1. März die Nutzerdaten sämtlicher Dienste zusammenzuführen, wozu die Geschäftsbedingungen und Datenschutzregeln vereinheitlicht wurden. Google will seine (angemeldeten) User künftig über alle Dienste hinweg als einen einzigen Nutzer behandeln, wie die für Privatsphäre und Datenschutz zuständige Google-Managerin Alma Whitten in einem Blogeintrag erklärte. Wie ernst es der Google-Führung mit der neuen Strategie ist, zeigte sich an einem Mitarbeiter-Meeting, wo Larry Page auf kritische Bemerkungen reagierte, indem er kundtat, wer SPYW nicht kapiere, suche sich am besten anderswo einen Job. Diese Äusserung des Google-Chefs erscheint symptomatisch für die ungelenke Kommunikationskultur bei Google, und gerade bei der Marktkommunikation ist dem Online-Riesen mehr Eleganz zu wünschen. Denn eine Welle der Begeisterung (man denke an all das Aufhebens rund ums Apple iPhone) für Google Plus und für SPYW ist nicht auszumachen. Wie eine Umfrage der Werbewoche bei Social-Media-Praktikern zeigte, ist auch in der Schweiz kaum Begeisterung für Google Plus festzustellen. Man ist allenthalben auf Warteposition: Viele Unternehmen haben Google- Plus-Konten einzig registriert, um die Präsenz für die eigene Firma zu sichern, und mitunter sind ein paar inzwischen längst veraltete Einträge anzutreffen – regelmässig und strategisch gepflegte Auftritte sind eine Rarität.

Zuzuwarten erscheint denn bislang auch realistisch, da SPYW erst auf Google.com und auch nur für Suchanfragen in Englisch im Einsatz ist. Wird das neue Google-Zeitalter dereinst auch bei uns eingeläutet, stellt sich die Frage, wie verbreitet es beim hiesigen Online-Publikum ist, beim Surfen ständig mit dem Google-Account angemeldet zu sein. Dieser Anteil kann in der Schweiz im einstelligen Prozentbereich veranschlagt werden, zumal wenn auf vereinzelte entsprechende Analysen aus den USA abgestellt wird. Google wird sich auf eine lange Aufholjagd und Durststrecke einstellen müssen, bis Google Plus eine annähernd gleich grosse Bedeutung wie Erzrivale Facebook hat. Kommt dazu, dass ein Gegenwind weht: Die neue Strategie wird bei Datenschützern allemal, aber auch bei manchen Benutzern kritisch aufgenommen, und es wird viel und gute Anstrengungen brauchen, um ein PR-Desaster (man erinnere sich an Streetview) zu vermeiden.

SEO zwingt zum Mitmachen
Mit der neuen Google-Strategie ist grundsätzlich die Chance verbunden, dass ein Firmenauftritt bei Google Plus als vertrauenswürdiger gilt als bei Facebook, das von Anfang an auf Personen ausgerichtet war. Und weil Google mit der SPYW-Strategie nun darauf abzielt, dass Unternehmen das Google-Netz- werk anschieben werden, kommen diese nicht darum herum, sich beim Google Plus einzurichten. Denn wer künftig bei den Suchergebnissen auf einem Top-Platz erscheinen will, kann dies nicht länger allein mit guten Inhalten und einigen Regeln zur Suchmaschinen-Optimierung (SEO) bewerkstelligen, sondern muss dazu auch einen guten Auftritt auf Google Plus haben, der von möglichst vielen Leuten in einen Kreis aufgenommen wird. So sind denn von SPYW vor allem SEO-Berater betroffen, für deren Geschäft bei Google nun neue und schwierigere Spielregeln gelten. Dabei sind Google-Plus und SPYW immer noch Baustellen: Seit der Einführung sei durchschnittlich jeden Tag ein neues Feature hinzugekommen, berichtete Larry Page nicht ohne Stolz. Und auch bei der Frage, wie mit Social- Media-Daten bei den Suchanfragen umzugehen sei, fliessen laufend Erkenntnisse aus der Praxis in die hochkomplexen Such-Algorithmen ein. Eine weitere Chance für Unternehmen liegt im internen Einsatz der verschiedenen Google-Tools, um die Konzepte der sozialen Vernetzung auch bei der internen Kommunikation anzuwenden (Stichworte: Social Enterprise oder Enterprise 2.0).

Wie auch immer Google Plus sich weiter entwickelt, wird dadurch kein bestehendes Soziales Netz vollständig verdrängt werden. Dies bestätigt auch die Werbewoche-Umfrage: Fast überall ist Facebook als klarer Favorit gesetzt, an dem vor allem wegen seiner grossen Verbreitung kaum vorbeizukommen ist. An zweiter Stelle steht Twitter. Der Kurzmitteilungsdienst wird häufig eingesetzt, um mit Verweisen auf neue Inhalte zusätzliche Reichweiten zu erzielen, und dient oft als Instrument im Kundendienst. Weil nicht alle Social-Media-Nutzer auf allen Netzwerken anzutreffen sind oder diese je nach Tageszeit oder Situation unterschiedlich einsetzen, erscheint es angezeigt, auf allen bedeutenden Kanälen präsent zu sein – und alles deutet darauf hin, dass in diesem Jahr Google Plus sich auch in der Schweiz etablieren wird.

Christoph J. Walther

Die aktuellen Social-Media-Überflieger:

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Die Werbewoche hat bei Social-Media-Praktikern nachgefragt, wie sie Google Plus
und die anderen Sozialen Netzwerke einschätzen. Hier eine Auswahl:

«Ich glaube, dass Google Plus sehr gute Karten hat, sich im Firmenumfeld stark zu etablieren und von dort auch in den Privatbereich ausstrahlen wird.» Markus Gabriel, Angelink AG, Crossover Agentur, Zürich

«Google Plus bietet für uns kaum neue Möglichkeiten, die wir nicht schon mit Facebook abdecken können.» Philipp Furrer, Webredaktor, Swiss Olympic, Ittigen b. Bern

«Google Plus hat mit Sicherheit noch das grösste Potenzial und könnte sich in eine eminent wichtige Rolle manövrieren – dorthin ist es aber noch ein weiter Weg.» Stefanie Hynek, Public Relations Manager, Digitec AG|Galaxus AG, Zürich

«Wir verfolgen nicht die Strategie, möglichst auf allen Plattformen präsent zu sein. Vielmehr ist uns wichtig, unsere bestehenden Kanäle nachhaltig zu betreuen.» Manuela Gallati, Kommunikation & Medien, Destination Davos Klosters, Davos Platz

«Aus der ganzen Vielfalt an Netzen könnten wir zur Zeit auf viele verzichten, jedoch nicht auf Facebook.» Sabrina Gubler, Marketing Schweiz, Interhome AG, Glattbrugg

«Facebook und Google Plus richten sich an eine breite, interessierte Öffentlichkeit. Twitter ist gut, um Journalisten zu erreichen.» Simon Rindlisbacher, Kommunikation und Marketing, Alternative Bank Schweiz AG, Olten

«Wir nutzen alle drei Plattformen als Image-Plattform. Hier erzählen wir die Geschichten des Hochschulalltags.» Adrian Stitzel, Marketing & Kommunikation, Hochschule Luzern, Luzern

«Die Frage für ein KMU ist: Wie bediene ich all die Sozialen Netzwerke, ohne in unnützer Arbeit zu versinken.» Frank Huber, ADOLA-Trading GmbH, Thalwil

«Mir gefällt Google Plus von der Qualität der Diskussionen her.» Marie-Christine Schindler, mcschindler.com, Zürich

«Twitter ist nicht wie Facebook ein Mainstream-Produkt, vor allem nicht in der Schweiz.» Cendrine Gafner, Client Service Direction & Board Member, Numéro10 AG, Bern

«Wir schieben Google Plus nicht in eine Ecke – auch dort können sich noch spannende Entwicklungen ergeben – vor allem wenn Google Shopping integriert würde.» Evelyn Schneider, Marketing Manager, FashionFriends AG, Langenthal

«Aus Markenschutz- und SEO-Gründen haben wir eine Unternehmensseite auf Google Plus erstellt. Eine strategische Priorität hat das Netzwerk für uns momentan aber nicht.» Marcel Härtlein, Head of Online Properties, KPMG AG, Zürich

«Wir sind insofern aktiv, als dass wir die Google-Plus-Schaltflächen auf unseren Produkten integriert haben, da das organische Ranking auch davon beeinflusst wird.» Zeynep Sayin, Leiterin www.books.ch, Orell Füssli Buchhandlungs AG, Zürich

«Wir möchten dort sein, wo unsere Kundinnen und Kunden sind. Daher können wir sicher nicht auf Facebook verzichten.» Jens Wiesenhütter, Berater Gruppenkommunikation, Social Media Manager, Raiffeisen Schweiz, St.Gallen

«Social Media verstehen wir als Paradigmenwechsel bei der Herstellung von Öffentlichkeit – welches die konkreten technischen Plattformen sind, ist zweitrangig und hängt ab von der Zeit und der Art, wie sich die Nutzer diese Netze für ihre Zwecke zurechtbiegen.» Daniel Rei, PR Manager, Brack Electronics AG, Mägenwil

«Google Plus hat eine hohe Glaubwürdigkeit, Facebook wird oft immer noch als Plattform der Teenies belächelt.» Sandra Albisser, Geschäftsführerin & Beraterin, SocialCom GmbH, Luzern

«Google Plus schätze ich als wichtige Social-Media-Plattform ein, auch schon auf Grund des Plus 1 Buttons und die Verbindung zum SEO Ranking, das künftig mehr und mehr sozialer werden wird.» Tanja Adis, Heartbeatmedia, Rümlang

«Man darf sich auf keinen Fall kopflos in alle Netzwerke stürzen, die überall am Entstehen sind. Hinter jedem Engagement muss eine konkrete Idee mit einem klaren Konzept für Inhalt, Form und Pflege stecken.» Dominique Locher, Marketing & Sales Director, LeShop SA, Ecublens

«Vor zwei Jahren sind bei Ringier die Accounts wie Pilze aus dem Boden geschossen. Inzwischen haben wir gelernt, dass ungepflegte Accounts keinen Mehrwert schaffen – ja sogar reputationsschädigend sein können.» Jonathan Sejnoha, Social Media Manager, Ringier AG, Zürich.

 

Der Werberiese tritt sanfter auf

Mit diversen Verlagen steht die Publicitas aktuell in teils zähen Verhandlungen. Doch um keine weiteren Brüche zu riskieren, scheint sie ihr Preismodell für die Inseratevermittlung neuerdings weniger konsequent durchzudrücken.

An der Bilanzpressekonferenz der PubliGroupe vor einem Jahr berichtete CEO Hanspeter Rohner, dass die Publicitas (P) ihr Geschäftsmodell angepasst und «per 1. Januar 2011 fast alle ihre Partnerschaften mit Schweizer Verlagen auf dieser Grundlage verlängert» habe. Doch kurz danach zeigte die Werbewoche etwas anderes auf: Erstmals verzichteten zwei Eigenregie-Zeitungsverlage, die W. Gassmann (Bieler Tagblatt/Journal du Jura) und Mengis Druck und Verlag (Walliser Bote), auf die Zusammenarbeit mit der P. Der Grund: Man konnte sich nicht auf das neue P-Preismodell einigen, das den Vermittlungsabkommen einen fixen Sockelbetrag pro vermitteltes Inserat plus eine umsatzabhängige Kommission zugrunde legt. Die Folge des Bruchs: Die P teilte mit, dass sie die erwähnten Titel in ihrem System lösche und für sie keine Anzeigen mehr vermittle, auch auf ausdrücklichen Kundenwunsch hin nicht. Kurz: Die P brach mit der Universalvermittlung.

Unterdessen hat sich die Situation bekanntlich akzentuiert: Im letzten halben Jahr lösten auch die Basler Zeitung Medien sowie Ziegler Druck (Der Landbote und Winterhurer Stadtanzeiger) die Zusammenarbeit mit der P auf. Nun wollte es die Werbewoche genauer wissen und fragte bei 40 Regie- und Eigenregie-Verlagen nach, wie es um ihr ver-tragliches Verhältnis zur P steht. Das Resultat: 15 der angefragten Verlage verbleiben auch 2012 in Publicitas-Regie, in einem Fall ist der Vertrag jedoch gekündigt. Alle übrigen angefragten Verlage sind Eigenregie-Verlage, von denen aber erst sieben einen neuen Vertrag mit der P haben – fünf mit und zwei ohne (!) Sockelbetrag je Inserat. Vier Verlage stehen aktuell mitten in Neuverhandlungen, vier sind wie erwähnt vertragslos, und bei neun weiteren ist die P noch gar nicht vorstellig geworden. Und in einem Fall (Migros Media) erhielt die Werbewoche keine Auskunft.

15 Verlage sind in P-Regie
Die 15 Verlage, die auch 2012 in P-Regie bleiben, sind im Wesentlichen bekannt: Neben der NZZ-Gruppe mit St. Galler Tagblatt und Neuer Luzerner Zeitung sind dies der Anzeiger Region Bern, Touring, Le Temps, Le Nouvelliste, La Liberté, die Hersant-Titel Express, Impartial und Le Quotidien Jurassien sowie die Tessiner Zeitungen Corriere del Ticino, La Regione Ticino und das Giornale del Po¬polo. Zur Vertragsdauer oder zur Frage, ob in den (neueren) Regie-Verträgen ebenfalls Sockelbeträge für Inserate vorgesehen sind, hat die Werbewoche keine Informationen. Klar ist einzig, dass bei der Neuen Fricktaler Zeitung Änderungen bevorstehen. «Wir haben unseren Regie-Vertrag mit der P gekündigt, Verhandlungen über die weitere Zusammenarbeit sind am Laufen», teilte Verleger Walter Herzog mit. In welche Richtung es gehen wird, liess er offen.

Moderateres Auftreten im zweiten Halbjahr 2011?
Bekannt ist zudem, dass die grossen Eigenregie-Verlage Tamedia, Edipresse, Ringier und Axel Springer Schweiz mit der P per 2011 neue Verträge ab¬schlossen und dabei auch das neue Preismodell samt Sockelbetrag pro Inserat akzeptierten. Dem hat sich offenbar auch der Zehnder Verlag in Wil (SG) angeschlossen. Verleger Rolf Zehnder liess jedenfalls durchblicken, dass er kürzlich neu verhandelte, da¬bei für seine 25 Gratistitel das neue Preismodell samt Sockelbetrag durchaus «vernünftig» fand und bloss mit den Preisvorstellungen der P Mühe hatte.

Dass es 2011 innert kurzer Zeit gleich mit vier Verlagen in Basel, Winterthur, Biel und Visp zum Bruch kam, schien die P nicht kalt zu lassen. Ende Jahr begann sie jedenfalls moderater aufzutreten. So konnte sie im Dezember auch mit der AZ Medien einen neuen Vertrag vermelden, allerdings mit einem gewichtigen Unterschied: Die AZ Medien stieg nicht auf das P-Modell mit dem Sockelbetrag ein. «Wir haben gemeinsam ein faires Modell entwickelt, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt», sagt CEO Christoph Bauer auf Anfrage.

Dies deckt sich mit der Erfahrung der FMM Fachmedien Mobil. Der Verlag, der die Automobil Revue und die Revue automobile herausgibt, war im letzten Sommer aus Tamedia herausgelöst worden. Folglich musste ein neuer Vertrag her. Doch wie die Werbewoche aus vertraulicher Quelle weiss, besteht neu ein reiner Kommissionierungsvertrag, der – im Gegensatz zum Vertrag bei Tamedia – keinen Sockelbetrag für Anzeigen mehr enthält!

Fünf stehen in teils harzigen Verhandlungen…
Interessant ist weiter, dass fünf Eigenregie-Verlage erst jetzt vor dem Entscheid stehen, ob und wie sie künftig mit der P kutschieren wollen. Schon seit Monaten am Verhandeln ist die Freiburger Nachrichten. Aktuell will man sich dort nicht äussern, doch der Verlag hatte sich bereits früher kritisch zum neuen Preismodell geäussert. Gar zweijährige Diskussionen mit der P führt Kimedia, die neun Zeitschriften der Konsumenteninfo AG (darunter den K-Tipp) vermarktet. «Wir sind weiterhin an einer Zusammenarbeit mit der P interessiert, aber nicht zu ihren Konditionen», sagt Geschäftsleitungsmitglied Peter Salvisberg mit Blick auf Sockelbetrag und Kommissionssatz. Kimedia sei jedenfalls «nicht auf Gedeih und Verderb auf die P angewiesen». Bei der Genfer Wirtschaftszeitung Agefi (Eigenregie) wurde der abgelaufene Kommissionierungsvertrag um ein Jahr verlängert. 2012 stehen somit Neuverhandlungen an. «Doch der Sockelbetrag interessiert mich nicht», sagt Martin Schaedel, Head of Sales, schon jetzt. Speziell ist die Situation beim Eigenregie-Titel Schaffhauser Nachrichten, der sich seit Neujahr stärker ans St. Galler Tagblatt (in P-Regie) anlehnt: Punkto Verhältnis zur P seien noch einige Fragen offen, heisst es aus der Munot-Stadt. Ähnliches gilt wohl für das Oltner Tagblatt, das per 2011 in die Eigenregie wechselte und mit der P einen einjährigen Kommissionierungsvertrag – ohne Sockelbetrag – abschloss. Dieser wurde nun um ein Jahr verlängert.

Neun wissen noch von nichts
Bei einer ganzen Reihe weiterer Eigenregie-Verlage wurde die P noch nicht einmal vorstellig: «Wir haben nach altem Modell einen Vertrag mit der Publicitas. Ich habe nicht im Sinn, dies zu ändern», schreibt etwa Konrad Müller, Verlagsleiter des Zürcher Oberländers. Ebenfalls «noch nichts von der P gehört» haben die Zürichsee Werbe AG, die gut 30 Zeitschriften vermarktet, die Wochenzeitung WoZ, die Zeitlupe, das Zofinger Tagblatt, die Weltwoche, die CoopZeitung sowie der Verlag Medien & Medizin, der auch die Werbewoche herausgibt. Bei Letzterem besteht gemäss Anzeigenleiter Thomas Stuckert ohnehin kein Defacto-Vertrag, man bezahle der P einfach die branchenübliche Kommission von 5 Prozent. Bemerkenswert ist ferner, dass selbst Irmgard Ritz von der Geschäftsleitung der Südostschweiz Publicitas «das neue P-Modell nicht im Detail» kennt –immerhin ist die P zu 50 Prozent an der Churer Anzeigenfirma beteiligt. So oder so – für Ritz ist klar: «Wir sehen keinen Handlungsbedarf, das neue Tarifmodell zu übernehmen.»

Weit entfernt vom eigenen Ziel
Fazit: Auch heute ist die P weit von dem entfernt, was sie vor knapp einem Jahr als «erledigt» verkaufte. Zudem gewinnt man den Eindruck, dass sie seit Herbst 2011 weniger forsch auftritt, der Sockelbetrag je Inserat scheint jedenfalls nicht mehr zwingender Bestandteil eines neuen Vertrages zu sein. Davon will die P offiziell aber nichts wissen. Auf eine Interviewanfrage ging sie nicht ein. Beat Werder, Head of Corporate Communications bei PubliGroupe, nahm bloss wie folgt Stellung: «Das präsentierte Tarifmodell kommt zur Anwendung. Zu spezifischen vertraglichen Details können wir keine Stellung nehmen. Aus unserer Sicht gibts keinen weiteren Ausführungsbedarf.»

Markus Knöpfli

Vermittelt doch an Verlage ohne Vertrag
Einige Media-Agenturen wickeln (grosse) Teile ihrer Printaufträge – auch jene für Eigenregie-Titel – traditionell über Publicitas Publimedia ab. Der Vorteil für Agenturen und Kunden: weniger Aufwand und eine Sammelrechnung. Solange die P als Universalvermittlerin auftrat, lief das auch problemlos. Seit einem Jahr ist es damit jedoch vorbei. Doch wie die befragten Agenturen OMD, ZipMedia und m&m übereinstimmend mitteilten, waren die Folgen für sie bisher gering, da die P alle Aufträge weiterhin weiterleite, auch solche an Eigenregie-Verlage, mit denen sie offiziell nicht mehr kooperiert und von denen sie keine Kommission mehr erhält. Der einzige Nachteil: Diese Aufträge erscheinen teilweise nicht mehr auf der Sammelrechnung, sondern werden von der P öfters separat verrechnet. In einigen Fällen sind die Agenturen deshalb dazu übergegangen, solche Aufträge direkt zu buchen. (mk)

(Teaserbild: Keystone)
 

Aufgefallen …

Neuer Look und Ideen für das Magazin von Swisscom TV

Nach dem Gewinn einer international ausgeschriebenen Konkurrenzpräsentation durch das Zürcher Design-Büro Beling Thoenen Design wurde auf Jahresbeginn 2012 das redaktionelle und visuelle Konzept von Play, dem früheren Swisscom-TV-Magazin, umgesetzt. Beling Thoenen überzeugte den Neukunden mit einem durchdachten Gesamtpaket sowie einer emotionalen Interpretation und Weiterentwicklung des Swisscom-Corporate-Designs. Play besitzt nun ein vielseitiges redaktionelles Konzept mit lesernaher, journalistischer Anmutung. Der aktivierende Namen «Play» und die dynamische Covergestaltung animieren zum Lesen und ein Wende-Cover zum Thema Sport sorgt dafür, dass die entsprechende Zielgruppe noch wirksamer angesprochen wird. Für Filmfans gibt es auf dem Haupt-Cover jeweils ein Szenenbild aus dem wichtigen Film des Monats. Das Neukonzept im Heftinnern verwendet grosse Bilder im Leinwandformat, um Play glaubwürdig in der Welt des Kinos zu verankern. Das gleiche Ziel hat die Einführung einer Chefredaktion und neuer Rubriken: News, Star-Interview, Cover-Filmreportage und Themen des Monats. Das Magazin hat eine Auflage von 400'000 Exemplaren.

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Adweek kürt OMD zur Global Media Agency des Jahres 2011

OMD erhält von Adweek nach 2008 und 2009 erneut die Auszeichnung «Global Media Agency of the Year». Auch mit weiteren Auszeichnungen wie acht Media Lions durfte sich OMD zufrieden geben.

Im letzten Jahr hat die von Adweek ausgezeichnete «Global Media Agency of the Year» sieben von acht globalen Konkurrenz- präsentationen für sich entschieden, darunter Kunden wie Levi’s, Groupe Bel und Tourism Australia. Neben Neukundengewinnen konnte die OMD auch in Cannes grosse Erfolge für sich verbuchen; im Juni gewann sie acht Media Lions, darunter einen Goldenen Löwen in der Kategorie Best Use of Branded Content für ihre Unterstützung bei der GT Academy von Nissan. Das machte sie zum meist ausgezeichneten Mediaagenturnetzwerk des 2011 Festivals.

DMVÖ Award 2011: Einreichfrist bis 17. Februar

Dialog Marketer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die ihre Top-Dialog-Kampagnen aus dem Jahr 2011 noch nicht eingereicht haben, sind aufgerufen, das noch bis 17. Februar nachzuholen.

Wie bereits im Vorjahr erfolgreich eingeführt, kann auch 2012 über Facebook eingereicht werden. «Wir gestalten das Einreichprozedere so einfach und effizient wie möglich. Für die teilnehmenden Agenturen und Auftraggeber ist es ein kleiner Schritt, aber mit grosser Wirkung. Denn wer beim DMVÖ Award einen Columbus mit nach Hause nimmt, hat sich gegen die Besten im deutschsprachigen Raum durchgesetzt», sagt Jürgen Polterauer, DMVÖ Vizepräsident und Geschäftsführer der Dialogschmiede.

In diesem Jahr steht der DMVÖ Award unter dem Motto der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und wird in 22 Kategorien vergeben: zwei Integrierte Kampagnen (B2B und B2C), neun Medien- und neun Branchen-Kategorien sowie zwei Sonderkategorien.

Weitere Informationen finden Sie unter facebook.com/DMVOE.award oder unter dmvoe.at/award.

Saatchi & Saatchi: Crossmediale Swisscom Kampagne für Jeder Rappen zählt

Swisscom hat auch letztes Jahr die Sammelaktion Jeder Rappen zählt (JRZ) von Schweizer Radio und Fernsehen und der Glückskette unterstützt. Gesammelt wurde im Dezember für Mütter in Not.

Saatchi & Saatchi hat für das Rückführungsprogramm der alten Handys innerhalb von JRZ die crossmediale Sammelkampagne «Swisscom Mobile Aid» entwickelt. Denn jedes Handy hat bei Swisscom auch eine Zusaztfunktion. Durch die nachhaltige und sozial gerechte Initiative der Swisscom werden die Handys gesammelt und aufbereitet. Anschliessend kommen sie in Ländern mit geringer Kaufkraft zu erschwinglichen Preisen wieder in den Verkauf. So wird Menschen Mobilkommunikation ermöglicht, ohne dass der lokale Handel vor Ort untergraben wird. Der Erlös kommt den Glückskette-Projekten Mütter in Not zu Gute.

Saatchi & Saatchi hat im Zuge des neuen Kommunikationsauftritts das Mobile-Aid Key-Visual für Inserate, Flyer und Social Media entwickelt. Ebenso wurde mit TV-Moderator Marco Fritsche, eine «Swisscom Mobile Aid» Promotion ins Leben gerufen, um die Aktion bei der breiten Bevölkerung bekannt und erlebbar zu machen. Auf seiner kleinen Tour de Suisse besuchte er spontan Schweizer Wohnungen, Shops, Schulhäuser und sogar das Bundeshaus um alte Handys einzusammeln und Mobile Aid Sammelbags zu verteilen.

Bis nach Ablauf der JRZ Spendenwoche wurden bereits über 10‘000 alte Handys gesammelt. Swisscom sammelt auch 2012 mit verschiedenen Massnahmen weiter alte, nicht mehr gebrauchte Handys.

Verantwortlich bei Swisscom: Kathrin Amacker (Leiterin Unternehmenskommunikation), Olivier Quillet (Head of Strategic Marketing), Tom Hauk (Leiter Markenkommunikation), Florian Birchmeier (Projektleiter JRZ), Diana Busch (Projektleiterin Kommunikation JRZ), Sascha Weisshaupt (Head of Corporate Identity). Verantwortlich bei Saatchi & Saatchi: Petar Dakovic (Managing Director), Dino Ceccato, Sonia Ducu (Beratung), Jürg Aemmer (Creative Director), Pascal Schaub (Strategy Director), Urs Schrepfer, Mark Stahel (Text/Konzept), Guido Masson, Christian Bobst (Art Direction), Ilija Gautschi (Graphic Design), Stephan Schacher (Foto).
 

Südostschweiz-Köpfe schlüpfen in Power-Körper

Als braungebrannter Strahlemann präsentiert sich Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument in der neuen Anzeigen-Kampagne der Südostschweiz Publicitas (SOP), die in diesen Tagen in den Fachmedien startet.

In Gestalt der bekannten Marken-Symbolfigur Meister Proper sendet Lebrument eine blitzsaubere Botschaft: «Die Südostschweiz bringt Ihre Marke zum Strahlen.» Will sagen: Die Tageszeitung der Schweiz mit 98 Prozent Abo-Anteil gehört in jeden nationalen Mediaplan. Denn: Sie deckt nicht nur ein Drittel der Deutschschweiz ab. Die Haushaltsausgaben der Konsumenten hier betragen 45 Milliarden Franken pro Jahr, mehr als die der Regionen Basel, Bern oder Genf. Und: 237 000 dieser Konsumenten sind Leser der Südostschweiz.

Die Marken-Kampagne des Mediendienstleisters SOP ist Teil des neuen Kommunikationskonzepts des Südostschweiz-Zeitungsverbunds. Die Südostschweiz zeigt sich innovativ, souverän und kann es sich deshalb leisten, selbstironisch aufzutreten. Weitere bekannte Südostschweiz-Köpfe in Körpern echter Powerfiguren sollen folgen.

Hinter der Marken-Kampagne steht mit der Kommunikationsagentur Viva eine Zürcher Agentur, deren Wurzeln im Bündnerland liegen.

Verantwortlich bei SOP: Irmgard Ritz (Leiterin Anzeigenmarketing national). Verantwortlich bei Viva: Claude Catsky (Creative Director), Georg Gasser (Senior Berater), Christina Dotzel (Junior Beraterin), Heini Schmid und Robert Knopf (Art Directors), Remo Poletti (Illustrator), Roni Langauer (Bildkombination).
 

Schlafapnoe auf den zweiten Blick

Das Plakat von Numéro 10 zeigt einen Mann mit Krawatte – erst beim zweiten Blick erkennt man, dass diese als Gesicht interpretiert werden könnte. Genau wie die Krankheit Schlafapnoe, die nicht von allen Betroffenen bemerkt wird.

Über 120 000 Schweizer leiden an Schlafapnoe, ohne es zu wissen, lautet die Headline auf einem der Plakate. Die Krankheit, bei welcher in der Nacht Atembeschwerden auftreten und am Tag Müdigkeit die Oberhand der Patienten gewinnt, wird seit neustem von der Berner Agentur Numéro 10 beworben. Passend zum grauen Januar wurden zwei leuchtende Kontrastfarben gewählt, um die Motive des englischen Künstlers Noma Bar auffallen zu lassen. Klassischerweise wurde wieder eine Plakatkampagne gestartet, welche dafür sorgt, dass die Zielgruppe der Lungenliga angesprochen wird. Jedoch wollte sich Numéro 10 – welche sich in einem Pitch gegen zwei weitere Konkurrenten durchgesetzt hat – absichtlich von der fotografischen Welt trennen und die Leide der Betroffenen grafisch umsetzen. In Zusammenarbeit mit Noma Bar entstanden mehrere Sujets, die durch ihre Zweideutigkeit brillieren. Auf den ersten Blick sieht der Betrachter nur einen Mann mit Krawatte, erst beim genauen Hinsehen erkennt man, dass die Krawatte auch als Gesicht gesehen werden kann. Ebenfalls zu finden ist die Zweideutigkeit bei den Sujets Kissen und Mond. Auf den zweiten Blick sind in beiden Motiven Silhouetten zu sehen, schlafend und schnarchend. Diese sollen die Tagesmüdigkeit und das Schnarchen als zwei Nebenerscheinungen von Schlafapnoe darstellen. Mit diesen bisherigen Motiven möchte die Lungenliga auf ihren Online-Test aufmerksam machen. Mit wenigen Fragen kann ein Betroffener erfahren, ob er zur Risikogruppe gehört und was er dagegen unternehmen kann.

Ziel von Numéro 10 war es, eine eigenständige grafische Sprache zu wählen, um sich von anderen Plakaten zu differenzieren. Sie sollen nicht nur die Betroffenen, sondern auch viele Personen ansprechen, welche noch nicht wissen, dass sie unter der Krankheit leiden, da sie im Schlaf stattfindet. Schlafapnoe kann zu bis zu hundert Atemstillständen in der Nacht führen, und die Betroffenen sind als Folge davon tagsüber oft müde. Die Zahl der 120 000 betroffenen Schweizer soll als Headline auf die anzufordernde Hilfe der Lungenliga hinweisen.

Damit die Personen, die an der Krankheit leiden, nicht auf unangenehme Art mit ihrem Leiden konfrontiert werden, zeigt sich Numéro 10 zufrieden, auf die Krankheit spielerisch aufmerksam zu machen, ohne dabei den Ernst der Lage zu vergessen. Dieser konzeptuelle Mix hat dazu geführt, dass die Agentur mit der Schlafapnoe-Kampagne beauftragt wurde.

Monica Danuser

schlafapnoe

IDG Communications frischt den Onlineauftritt von Idg.ch auf

Die Unternehmenswebsite Idg.ch der IDG Communications wurde während den letzten Wochen inhaltlich und visuell komplett überarbeitet und einem zeitgemässen Re-Design unterzogen.

Die aufgefrischte Website beinhaltet Informationen zum gesamten Angebotsportfolio aus den Bereichen Print, Online, Mobile, Social Media und Events. Neben einer klaren und inhaltlich sortierten Übersicht stehen auch aktualisierte Informationen zu Angeboten, Tarifen sowie Studien und Factsheets zum Download zur Verfügung ebenso wie der brandneue IT Media Guide 2012.

Verantwortlich bei IDG Communications: Roland von Aesch (Head of Webdevelopment), André Reichenbach (Sales Director), Hansjörg Honegger (Chefredaktor).

Der Motz von Butz: Die Migros macht Werbung für Coop

Hier sollte der Coop-Dekorateur mal vor seinem Laden aufräumen. Denn die Denner-Werber erwarten mit diesem Wortgeklaue viel zu viel vom Konsumenten.

Nehmen wir mal an, Sie sind an Werbung interessiert, dann lesen Sie, dass der Denner, also die Migros, im Prix garantiert klein ist und dass das Plakat vor einer Coop-Filiale steht. Bis zu meinem Redaktionsschluss vom 16. Januar – bin in den USA – habe ich noch erlebt, wie ein solches Plakat vor dem Aldi stand mit dem unsäglichen und unverständlichem Satz «Für ALDI rechnen können». Wahrscheinlich steht vor dem Spar ein Steller mit dem Text «Spar besser bei uns» oder «Wir können ein Lidl singen».

Es gibt bestimmte Rätsel, die heissen «Um die Ecke gedacht». Dieses Inserat, immerhin eine ganze Seite, 4-farbig, ist für den Konsumenten, der bei Denner einkauft, doppelt um die Ecke gedacht. Meine Analyse: Dass Coop seine günstigeren Produkte unter die Rubrik «Prix Garantie» zusammengefasst hat, sollte man ja erst einmal und zwar sofort wissen. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass ich verstehe, was Denner mit dieser Aussage auf dem Strassensteller «Prix garantiert klein» mir sagen will. Aha, wo ist denn da der Unterschied? Zuerst habe ich an vergleichende Werbung gedacht. Aber wie man sieht, suggeriert Denner nur, dass er günstiger ist. Aber die Preise sind ja nicht kleiner, sondern nur klein.

Aus einem älteren Beispiel der Waschmittelwerbung hat man gelernt, dass «Persil, keiner wäscht weisser» dem Konsumenten einflössen wollte, dass die Konkurrenz nicht so weiss wäscht. Juristisch aber steht das nicht so da. Sondern: Alle waschen so weiss wie Persil und keiner weisser. Dementsprechend war das juristisch keine vergleichende Werbung.

Eigentlich habe ich meinen Motz jetzt schon rausgelassen, habe da aber noch einen weiteren entdeckt.

Coop sagt, dass sie ein Geschäft sind, für mich und dich, also eines für alle, wie Denner ja auch einer für alle sei. Da macht die Migros dies wenigstens um ein M besser. Übrigens war Jägermeister auch einer A420812 für alle. Ob Spar, Aldi, Lidl und unsere drei Schweizer Lebensmittler in der Printwerbung: alle sind mit durchgestrichenen Preisen, Prozentzeichen, Rabatten, Packshots und krachenden Headlines in etwa gleich langweilig). In den TV-Spots hat die Migros die Nase vorn.
Die Konsumenten, die einen Prix garantiert kleiner suchen, gehen sowieso über die Grenze. Die sind nämlich nicht blöd. Neue Werbekonzepte mit mehr Inhalt für eine psychologische Präferenz sind jetzt gefragt. Der Aufsteller ist, dass Blocher sich wahrscheinlich selbst ins eigene Knie geschossen hat.

Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
 

Super Bowl XLVI live im SSF

Fast 150 Millionen Zuschauer weltweit fiebern jährlich vor den TV-Bildschirmen mit. Das Schweizer Sportfernsehen überträgt das Finale zwischen den «New England Patriots» und den «New York Giants» live und exklusiv ab 23.55 Uhr.

Bereits zum 46. Mal jährt sich die Austragung des Super Bowls. Auch dieses Jahr treffen wie-der die jeweils besten Football-Teams der American Football Conference (AFC) und der Nati-onal Football Conference (NFC) aufeinander und kämpfen im Lucas Oil Stadium in Indianapo-lis um die begehrte Vince Lombardi Trophy.

Mit der Begegnung «New England Patriots» gegen «New York Giants» wiederholt sich der Titelkampf des Super Bowls aus dem Jahr 2008. Die Giants, welche 2008 den Titel gewinnen konnten, setzten sich dieses Jahr im Halbfinal auswärts gegen die «San Francisco 49ers» mit 20:17 nach Verlängerung durch. Die Patriots ihrerseits gewannen die AFC mit 23:20 gegen die «Baltimore Ravens» und stehen damit zum siebten Mal im Endspiel. Auch das Rahmenprogramm hat wieder Einiges zu bieten: In der berühmten Halbzeit-Show wird Poplegende Madonna auftreten, die US-Nationalhymne singen die Youtube-Stars «The Cactus Cuties». Das Spektakel wird in über 230 Länder übertragen. Für das SSF kommentiert Gabriel Oldham live aus dem Studio in Zürich. Als Experte steht ihm unter anderem Phil Hofstetter von den Zürcher Renegades zur Seite.
 

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