Bezirksgericht Dielsdorf verurteilt SRG wegen Persönlichkeitsverletzung

Die SRG ist vom Bezirksgericht Dielsdorf wegen Persönlichkeitsverletzung erstinstanzlich verurteilt worden. Das Urteil steht im Zusammenhang mit einem Dokumentarfilm des Tessiner Fernsehens RSI.

Darin zeigt der Sender gemäss Sonntagszeitung mit Bildmaterial der italienischen Ermittler und mit voller Namensnennung einen Mann aus Zürich, gegen den die Bundesanwaltschaft wegen angeblicher Geldwäscherei für die Mafia seit 2004 ermittelt. In diesem achtjährigen Verfahren ist es bis heute zu keiner Verurteilung gekommen. Das Dielsdorfer Gericht hält nun im Urteil gegen die SRG fest: Eine Namensnennung – zumal bei einem laufenden Verfahren – sei nur bei Personen der Zeitgeschichte gerechtfertigt. Je schwerer der Verdacht wiege, der sich bei einem Freispruch als ungerechtfertigt erweisen könnte, desto grösser müsse die Zurückhaltung bei der Namensnennung sein. «Bestrafung ist nicht die Aufgabe der Medien, sondern der Strafverfolgungsbehörden», schreiben die Richter.

 

Impressum fordert Urheberrechtsentschädigung im Gesetz

Journalisten und Journalistinnen müssen für die Abtretung von Urheberrechten angemessen entschädigt werden, und das soll im Gesetz verankert werden. Dies fordert die Journalisten-Gewerkschaft Impressum in einer Resolution von Bundesrat und Parlament.

Ausserdem müsse das Urheberrecht im Berufsalltag konsequent durchgesetzt werden, heisst es in der am Freitag veröffentlichten Resolution. Journalisten würden immer mehr gezwungen, alle Rechte an ihren Werken ohne zusätzliche Entschädigung unbegrenzt an Verlage abzutreten. Demokratie lebe jedoch von vielfältiger, qualitativ hochstehender und unabhängiger Information. Journalisten könnten diese nur gewährleisten, wenn sie dafür angemessen entschädigt würden. Der Verband fordert darum, eine angemessene Entschädigung für Urheberrechtsabtretungen gesetzlich zu verankern.

Die Resolution verabschiedeten die Delegierten am Freitag in La Chaux-de-Fonds einstimmig, wie es in einer Mitteilung von Impressum heisst. (SDA)
 

Streit um Online-Werbung: Keine Einigung in Sicht

Am 31. März läuft die Frist ab, die Medienministerin Doris Leuthard der SRG und den privaten Verlegern gesetzt hat. Bis dann sollten sie sich geeinigt haben, ob die SRG auch im Internet werben darf und was die Gegenleistung an die Verlage ist.

Wie Recherchen der Zeitung Sonntag zeigen, ist es unwahrscheinlich, dass sich die beiden Parteien innerhalb dieser Frist einigen werden. «Die SRG setzt alles daran, dass es eine gute Lösung gibt», sagt zwar Iso Rechsteiner, Leiter Unternehmenskommunikation der SRG. «Unsere Angebote liegen auf dem Tisch.» Insider im Umfeld der Verleger sagen aber, die Verhandlungen seien in allen Punkten auf guten Wegen, doch der Knackpunkt sei das Geld. «Wer gewinnt mehr Umsatz? Die Verleger oder die SRG?» Offiziell wollen die Verleger nichts sagen, beide Seiten haben sich zum Schweigen verpflichtet.

SRG und Verleger haben gemäss Sonntag drei Arbeitsgruppen gegründet, um zu einer Verständigung zu kommen. In der ersten geht es um Online-Werbung, die zweite befasst sich damit, wo sich die SRG selbst beschränken kann, und die dritte sucht nach Kooperationsmöglichkeiten. In den Arbeitsgruppen hätten sich neue Fakten ergeben, heisst es aus Verlegerkreisen: Die Argumentation der SRG, ihr drohten die herkömmlichen Werbegelder wegzubrechen, sei nicht nachzuweisen. Es seien vertiefte Abklärungen nötig. Weil die Bevölkerung wachse, nähmen zudem die Gebühren zu. Der Widerstand soll vor allem von Tamedia, NZZ und Ringier kommen. Diese Grossverlage investieren in News-Portale und wehren sich, dass die gebührenfinanzierte SRG ihnen dort Konkurrenz machen will.

Wenn bis 31. März keine Einigung gefunden werden sollte, entscheidet gemäss Leuthard die Politik.

(Bild: Keystone)
 

Zu guter Letzt: Mit wenigen Steinen auf den Punkt gebracht

Wechsel im Vorstand der Konferenz der ChefredaktorInnen

An der Generalversammlung der Konferenz der ChefredaktorInnen in Bern haben die Chefredaktoren der Schweizer Print- und elektronischen Medien Diego Yanez, Schweizer Fernsehen, David Sieber, Südostschweiz und Christian Dorer, Aargauer Zeitung neu in den Vorstand gewählt. Martin Spieler, Sonntagszeitung, wurde als Präsident einstimmig wiedergewählt.

Zusätzlich im Vorstand vertreten sind: Ariane Dayer, Le Matin Dimanche, Markus Eisenhut, Tages-Anzeiger, Colette Gradwohl, Der Landbote, Béat Grossenbacher, ATS, und Daniel Weber, NZZ Folio. Die Konferenz der ChefredaktorInnen zählt 56 Mitglieder. Vertreten sind alle bedeutenden privaten Medienhäuser der Schweiz sowie die Chefredaktoren des Schweizer Fernsehen SF und der Schweizer Radio DRS. Ein Anliegen der Konferenz der ChefredaktorInnen ist die Förderung der publizistischen Qualität in den Schweizer Medien sowie die Weiterbildung der Journalistinnen und Journalisten.
 

SES New York: Die Highlights des dritten Tages

Der dritte und letzte Tag der SES Konferenz ist vorbei. Er wartete unter anderem mit aufschlussreichen Sessions zu integriertem Marketing, Mobile Marketing und Remarketing auf.

Das Keynote-Panel am Morgen zum schön formulierten Thema «Integrated Marketing : What does that really mean?» brachte Experten von Neo@Ogilvy, Procter & Gamble und Deloitte Consulting an einen Tisch, um zusammen die Vorteile integrierter Marketing-Ansätze zu besprechen. Es wurde schnell klar, dass «integriert» nicht nur bedeutet, gleichzeitig mehrere Kanäle mit der gleichen Idee zu bespielen, sondern vielmehr das richtige Zusammenspiel aller involvierten Abteilungen und Agenturen sicher zu stellen. Bei erfolgreichem integriertem Marketing geht es also um die optimale Verbindung von Kreativität und Big Data, die durch proaktive Agenturen vorangetrieben werden.

Advanced Mobile Marketing

Die Session zum Thema Mobile Marketing zeigte, dass das Werben auf mobilen Geräten alles andere als einfach ist und noch vor einigen grundlegenden Problemen steht. Die Kombination von Tausenden von unterschiedlichen Geräten und damit unterschiedlichen Bildschirmgrössen, zwei weit verbreiteten und vielen kleineren Betriebssystemen und der Nutzung sowohl des Browsers wie der Apps erfordert ein sorgfältiges Durchdenken einer Kampagne von den Werbemitteln bis zur Art und Darstellung des Inhalts, auf den man den User bringen möchte. «Make Brands portable» ist das Fazit.

Remarketing weiterdenken

Die Session «Remarketing done right – or wrong» zeigte, welches enorme Potential Remarketing auch ausserhalb von AdWords hat. Die Experten – unter anderem von AdPoll (grösster Remarketing-Anbieter der USA, mit über 4‘000 Kunden) – präsentierten ihre Strategien, um potentiellen Kunden erfolgreich und zielgerichtet Werbung zu zeigen, welche zuvor die Website besucht haben. Wie überall zeigt sich: Der Erfolg liegt im Detail und nur eine systematische Segmentation der User erlaubt es, Budgets effizient zuzuordnen und zu optimieren. Die verstrichene Zeit nach dem ersten Besuch der Website, der Kanal auf welchem die User auf die Seite gelangen (AdWords, Banner, direkt) und weitere Faktoren können genutzt werden, um Zielgruppen individuell anzusprechen.

Über alle Sessions und Vorträge hinweg bestätigte auch der dritte Tag, dass die wichtigste Währung im Online-Marketing weiterhin die Relevanz ist: Alle Daten und Methoden können helfen, Werbung für jeden individuellen User relevanter zu machen und ihm jene Informationen zu liefern, die er sucht. Erfolgreiche Werbung spricht die Sprache der User und generiert für ihn einen Mehrwert. Oder wie es Marty Weintraub in seiner Social Media Session auf den Punkt gebracht hat: «If you want Friends, be nice.»
Im Gegenzug können Online Marketers aus den riesigen Mengen an Traffic- und Userdaten Informationen ableiten, die ihnen helfen, ihre Geschäftsstrategie zu verfeinern und ihr Produkt zu verbessern.

Webrepublic ist eine Agentur für effizientes Online Marketing und Digitale Strategie. Vom 20. bis 23. März berichtet Webrepublic exklusiv für die Werbewoche live von der SES New York 2012 über die wichtigsten Trends und Entwicklungen im Online- und Suchmaschinen-Marketing.

SES New York: Die Highlights des zweiten Tages
 

Maz erwägt Wegzug aus Luzern

Der Kanton Luzern hat den Betriebsbeitrag von 50‘000 Franken für das Medienausbildungszentrum Maz gestrichen. Nun erwägt dieses einen Wegzug.

Der Entscheid des Luzerner Kantonsrates, den Beitrag definitiv aus dem Budget 2012 zu streichen, fiel am Dienstag. Die bürgerliche Mehrheit, die eine Steuererhöhung verhindern wollte, zeigte sich wie bei vielen anderen Sparmassnahmen hart – und brüskierte damit das Maz, wie Stiftungsratspräsident Iwan Rickenbacher am Freitag Medienberichte bestätigte. Die Linke hingegen wollte gemäss SDA die Sparmassnahme streichen, auch der städtische Finanzdirektor Stefan Roth (CVP) setzte sich fürs Maz ein.
 
Der Sparbeschluss sorgte für Aufsehen in der Maz-Führung, weil der Kanton Luzern Gründungskanton der Journalistenschule und im Stiftungsrat vertreten ist. Das Maz habe deshalb das Gefühl, dass Luzern nicht mehr richtig zur Institution stehe. Bei einem Budget von 5.6 Millionen Franken seien 50'000 Franken nicht existenziell, sagte Rickenbacher gemäss SDA. Sie seien es aber auch für Luzern nicht. Andere Institutionen erhielten vom Kanton weiter Beiträge, obwohl keine gesetzliche Verpflichtung bestehe. Das Maz erhält die Summe gemäss Rickenbacher nun von privater Seite.

Insgesamt beurteilt Rickenbacher den Standort Luzern als gut. Es gebe aber andere Standorte, welche die gleichen Bedingungen erfüllen würden: Ein gutes mediales und kulturelles Umfeld, oder die gute Erreichbarkeit. Es gebe auch schon konkrete Angebote, so etwa aus Zug.

Dominique Strebel wird neuer Studienleiter am Maz
 

Jim & Jim gründet Marktbereich Promotionen

Die auf Jugend- und Studentenmarketing spezialisierte Agentur Jim & Jim baut ein Jahr nach der Gründung sein Angebot aus. Die Agentur lanciert mit «Jim & jim Promotions» eine hauseigene Promotions-Abteilung.

Die Agentur konzipiert und realisiert interdisziplinäre Marketingkampagnen und ist ausschliesslich auf Jugend- und Studentenmarketing fokussiert. Die jeweiligen Kampagnen umfassen neben Online-Marketing, insbesondere im Bereich Social Media, auch Guerilla-Marketing und setzen dabei stark auf Below the Line-Massnahmen. Zu den Kernkompetenzen von «Jim & jim Promotions» zählen die Konzeption und Ausführung von Promotionen, Guerilla-Aktionen, Events und Roadshows sowie Flyerings und Samplings.
 

Dominique Strebel wird neuer Studienleiter am Maz

Das Maz hat den Journalisten Dominique Strebel zum neuen Co-Studienleiter der Diplomausbildung Journalismus gewählt. Er tritt die Nachfolge von Studienleiter Rolf Wespe an, der im Herbst in Pension geht.

Dominique Strebel arbeitet als Redaktor der Zeitschrift Beobachter und als Buchautor. Er ist Mitbegründer und Präsident des Vereins Investigativ.ch, dem Recherche-Netzwerk Schweiz sowie Projektleiter der Whistleblower-Plattform des Beobachters. Das Maz unterstreiche mit dieser Wahl auch die Bedeutung der Recherche in der journalistischen Aus- und Weiterbildung, so eine Maz-Mitteilung vom Freitag.

Dominique Strebel war früher unter anderem als Redaktor, Produzent und Geschäftsführer der Zeitschrift Plädoyer und als Bundesgerichts-Korrespondent von Schweizer Radio DRS tätig. Er wurde mehrfach mit Journalistenpreisen ausgezeichnet, etwa dem Zürcher Journalistenpreis 2011 oder dem Medienpreis des Schweizerischen Anwaltverbandes 2009.

Maz erwägt Wegzug aus Luzern

 

Pixeldisko: Träume erleben mit Canon live

Anfang 2012 lancierte Canon Schweiz unter dem Namen «Canon live» ein Shop-In-Shop-Konzept für den Markt Schweiz. Mit der Lebenserweckung der Marke wurde Pixeldisko betraut.

Die Agentur ist verantwortlich für Naming, die Wort-/Bildmarke, die Bildwelt, den Corporate Sound und die Gestaltung der Online- und Printelemente. Das Konzept «Canon live» soll ermöglichen, dass Besucher in ausgewählten Filialen von Media Markt, Saturn, Manor und Interdiscount in die pulsierende Canon Produktwelt eintauchen können und ihre Träume hautnah erleben.

Verantwortlich bei Pixeldisko: Othmar Küng (Art Direction, Beratung), Pia Fleischmann (Grafik), Corinne Wyssen (Desktop Publishing), Katja Zimmermann (Text), Hannes Quaderer (Audio) Verantwortlich bei Pintscha Film: Sonja Bruman (Regie, Kamera, Postproduction) Verantworltlich bei Square Interactive: Micha Seger & Susanne König (Web Entwicklung). Verantwortlich bei Be Different: Thierry Zaugg (CGI Rendering). Verantwortlich bei Canon Schweiz: Michael Brumann (Channel Marketing Manager), André Boss (Fotografie).
 

In Flagranti mit drei neue Kunden

Die Werbeagentur In Flagranti hat drei neue Kunden gewonnen: Hauert, Vitogaz und Swiss Post Solutions, ein Tochterunternehmen der Schweizerischen Post.

Die neuen Kunden haben sich nach systematischen Agenturevaluationen für In Flagranti entschieden. Ausschlaggebend waren die bisherigen Arbeiten, erste Ideen und Strategieansätze, so die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag.

 

Tamedia: Förderpreis für drei Journalisten

Tamedia zeichnet zum vierten Mal seit 2008 herausragende Beiträge in ihren Medien mit einem Förderpreis aus. Verliehen werden die Förderpreise vom Ausschuss der publizistischen Konferenz der Chefredaktionen unter dem Vorsitz von Verleger Pietro Supino.

Mitarbeitende oder Teams, denen im vergangenen Jahr ein anerkannter Medien- oder Journalistenpreis zugesprochen wurde, werden bei der Auswahl automatisch berücksichtigt. Für den Förderpreis 2011 haben sich drei Journalisten von Le Matin und Tages-Anzeiger qualifiziert: Ludovic Rocchi von Le Matin, Michael Meier vom Tages-Anzeiger und Maurice Thiriet, Tages-Anzeiger.
 
Die Förderung soll den individuellen Bedürfnissen der Gewinnerinnen und Gewinner Rechnung tragen und sie bei publizistischen Projekten oder einem Perspektivenwechsel unterstützen, heisst es in einer Tamedia-Mitteilung. Den Preisträgerinnen und Preisträger werden bezahlte Arbeitszeit, finanzielle Unterstützung für eine grosse Recherche, ein Austausch mit einer anderen Redaktion im In- oder Ausland und die Möglichkeit einer Weiterbildung angeboten.

Gewinner des Förderpreises
Ludovic Rocchi, Redaktor bei Le Matin, erhielt den Prix Dumur 2010 für seine Enthüllungen im Fall Hainard, die zum Rücktritt des Neuenburger Staatsrates führten. Seit 1987 verleiht eine Jury, bestehend aus rund zwanzig Journalisten, Chefreaktoren und ehemaligen Chefredaktoren, den prestigeträchtigsten Journalistenpreis in der Romandie. Der Prix Dumur ist benannt nach dem ehemaligen Informationschef des Westschweizer Fernsehens.

Michael Meier, Redaktor beim Tages-Anzeiger, erhielt 2011 den Zürcher Journalistenpreis für sein Gesamtwerk. In den Ressorts Inland, Ausland, Zürich, Kultur, Hintergrund und Leben hat Michael Meier in den vergangenen mehr als 25 Jahren für den Tages-Anzeiger wichtige Beiträge verfasst. «In seinem Fach ist er ein Kulturkritiker im besten Sinn des Wortes», heisst es in der Laudatio der Jury. Michael Meier lese die Zeichen der Zeit mit Blick in die Zukunft.
 
Maurice Thiriet, Redaktor beim Tages-Anzeiger, erhielt für seinen Artikel «Die eingebildete Astronautin» den Zürcher Journalistenpreis 2011 in der Kategorie Nachwuchs. Die Jury hielt fest, dass er sich nicht von forschen Aussagen habe blenden lassen, die im heutigen Medienbetrieb gerne gemacht werden. Die attraktive Geschichte einer jungen Frau aus dem Toggenburg, die es zu Nasa-Astronautin geschafft hat, haben viele bereitwillig nacherzählt. Thiriet hingegen ging der Sache auf den Grund und entlarvte die «stratosphärische» Story, lobte die Jury.
 
 

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