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Faspo zeichnet beste Sponsoring-Projekte aus
Die besten Sponsoring-Projekte des Jahres 2011 wurden am 22. März 2012 in Hamburg vom Fachverband Sponsoring Faspo mit dem 19. Internationalen Sponsoring Award (ISA) ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie «Publicsponsoring» ging dabei an Schweizer Unternehmen.
Die Gewinner 2012:
Kategorie Publicsponsoring
In der Kategorie Publicsponsoring wird der ISA für das Projekt «2 x Weihnachten» vergeben, eine Aktion der Schweizerischen Post, des Schweizerischen Roten Kreuz und der SRG. In der Begründung der Jury heißt es, dass bei dem Projekt eine optimale Verbindung von Sponsoring und Kerndienstleistung gelungen sei. Der Paket-Versand als originäre Geschäftsausrichtung werde eingesetzt, um eine soziale Leistung zu erbringen, die sowohl Kunden, Geschäftspartner als auch die Mitarbeiter begeistere. Das Engagement zeichne sich durch eine hohe Glaubwürdigkeit aus und positioniert die Schweizerische Post als sympathisches und vertrauenswürdiges Unternehmen. Die Jury würdigt, dass die Aktion «2 x Weihnachten» bereits 15 Mal stattgefunden hat und damit eines der profiliertesten Social-Sponsorships in der Schweiz ist.
Kategorie Kultursponsoring
In der Kategorie Kultursponsoring erhielt Bayer für Bayer Kultur den ISA. In der Begründung der Jury wird das bedeutende, bereits mehr als 100 Jahr bestehende Engagement des Unternehmens als «herausragend» bewertet.
Kategorie Sportsponsoring
In der Kategorie Sportsponsoring geht der ISA an die Deutsche Post und die Agentur BBDO Live für das Projekt «Absolut treffsicher», der E-Postbrief-Kampagne zur Fifa-Frauen WM 2011. Die Jury bezeichnet das Projekt als beispielhafte Sponsoring-Aktivität für den Frauenfußball, für das Unternehmen und seine Produktneuheiten wie den E-Postbrief.
Kategorie Mediensponsoring
In dieser Kategorie wurde der ISA an die Berliner Bank und die Agentur Felten & Compagnie für das Sponsoring «Berliner Bank Zukunftsdialoge» vergeben. Aufbauend auf wissenschaftlichen Studien initiierte die Bank, gemeinsam mit ihren Medienpartnern, Veranstaltungen zur Zukunft der Stadt.
Kategorie Innovation
Mit einer Auszeichnung wurde A1 Telekom Austria und die ausführende Agentur WWP für die «neuartige Identifikation der Marke A1 im Sportsponsoring» gewürdigt.
Die Jury des 19. Internationalen Sponsoring Awards: Jean-Baptiste Felten (Vorsitz), Faspo-Vizepräsident (Felten & Cie, Winterthur); Christine Angenendt (Pilot Group); Stephan Frucht (Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI); Oskar Gut (Schweiz); Arnold Hermanns (Universität der Bundeswehr, München); Oliver Kaiser (Präsident Faspo, Ledavi Group); Brigitte Kössner-Skoff (Initiativen Wirtschaft für Kunst, Wien); Dieter Mussler (Mussler Communication, Frankfurt); Hans Conrad Walter (Causales, Berlin); Lutz Weidner (Bureau Weidner); Yvonne Wodzak (New Business), Jochen Zimmer (Horizont).
La Folie erweitert Team
Ab sofort verstärkt die Zürcher Eventagentur La Folie das Team mit Joël Flesch und Viviane Jörimann.
Mit Joël Flesch holt sich die Agentur einen erfahrenen Sales Manager an Bord, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Flesch verfügt über eine Ausbildung als diplomierter Marketingfachmann und weist über 12 Jahre Erfahrung im nationalen und internationalen Marketing und Verkauf auf. Unterstützt wird er in seiner Tätigkeit von Viviane Jörimann, die als Sales Assistant ebenfalls neu zu La Folie stösst. Jörimann verfügt über eine abgeschlossene Lehre als Detailhandelsfachfrau und Erfahrung im Verkaufssupport.
SFLB lanciert den Emmentaler mit Gecko-Technologie
Emmentaler Switzerland geht bei der Suche nach Qualitätsverbesserung neue Wege. In enger Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt ALP wurde die Gecko-Technologie entwickelt. Spillmann/Felser/Leo Burnett hat eine Kampagne dazu realisiert.
Fliegen stelle für Kühe einen Stressfaktor dar, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Sie schwirrten dauernd um deren Köpfe, weswegen die Kühe mit nervösen Abwehrbewegungen reagierten. Dies beeinträchtige die Milch auf zwei Arten: Die zusätzliche Stressbelastung führe zu einer Verminderung der Milchqualität und die Milch werde durch Abwehrbewegungen im Euter stärker bewegt. Deshalb sei zusammen mit der Forschungsanstalt ALP nach einem Weg gesucht worden, die Kühe von den lästigen Fliegen zu befreien. Die Lösung: Die Gecko-Technologie.
Die Gecko-Technologie sei so einfach wie unkonventionell, heisst es weiter: Geckos, die sich von Insekten ernährten, würden auf den Kühen ausgesetzt. Sie würden ungefähr 20 Fliegen pro Tag fressen und sorgten deshalb für ein rasches Ende der Fliegenplage. Die ungewöhnliche Technologie werde unter anderem mit einem TV-Spot beworben.
Verantwortlich bei Emmentaler Switzerland: Franziska Borer (Geschäftsleitung), Christoph Stadelmann (Leiter Marketing/Kommunikation), Sandra Fahrni, Claudia Meyer (Marketing/Kommunikation Schweiz). Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Peter Brönnimann (Executive Creative Director), Diana Rossi, Simon Staub (Creative Direction), Niels Schäfer (Grafik), Barbara Hutter, Diana Rossi (Text), Pam Hügli, Tobias Schoen, Ivana Giannakis (Beratung), Suzana Kovacevic (Art Buying); Plan B (Produktion).
10 Jahre Facing
Die Zürcher Beratungsagentur Facing feiert Jubiläum. Die Agentur wurde vor 10 Jahren von Lucius Leonhardt gegründet.
Grundstein war das Mandat für die Markenführung von Coop, welches er bereits bei seinem vorherigen Arbeitgeber, der Branding Agentur Külling&Partner (heute Schneiter Meier) geführt hatte. Facing ist in den vergangenen Jahren auf zehn Mitarbeiter gewachsen und hat im Portfolio Kunden wie das Universitätsspital Basel, GastroSuisse, CSS (Sanagate), Coop Mineraloel, Betty Bossi, Schuler St.JakobsKellerei sowie die Wirtschaftskanzlei Niederer Kraft & Frey.
Google Maps in den CD-Farben der Agentur
Notch Interactive hat für die Agentur Alert am Bellevue den neuen Webauftritt gestaltet. Der Auftritt wurde mit grossflächigen Bildern, einer klaren Benutzerführung und einem zeitgemässen Design umgesetzt.
Alert ist eine inhabergeführte Kommunikationsagentur in Zürich und entwickelt individuelle Konzepte für integrierte Kommunikation und Strategien für die Unternehmenskommunikation. Die Agentur ist auf Offline- und Onlineplattformen sowie Kundenmagazine und Geschäftsberichte spezialisiert. Als Kompentenzzentrum liefere Alert das fehlende Puzzlestück, das zur Vervollständigung einer umfassenden Kommunikationslösung nötig sei, so die Agentur in einer Mitteilung. Diesen Gedanken hat Notch Interactive in einem grossflächigen Bild-Konzept umgesetzt.
Die Textelemente der Website reagieren dynamisch auf die Browsergrösse. Ausserdem wurde Google Maps in den CD-Farben der Agentur integriert.
Verantwortlich bei Alert: Erich Hirschi (Inhaber und VRP), Regula Talismani (Inhaberin und Geschäftsführerin). Verantwortlich bei Notch Interactive: Peter A. van der Touw (Gesamtverantwortung), Martin Pfeiffer (Producing), Jeff Gerber (Creative Direction), Marco Klein (Art Direction), Mathias Lingenhel (Screen-Design), Marina Sancho Vila (Graphic-Design), David Elmiger (Text), Mathias Tanner (Beratung), Julia Grolimund (Projekt Management), Tobias Fuhlroth (Technical Direction), Matthias Meier (Interface-Programming), Bastian Ballmann (Application-Programming)
Ruf Lanz für das Zoofäscht Zürich: Jetzt wäre jeder gern ein Fisch
Ruf Lanz führt mit der Kampagne 2012 für das Zoofäscht das Konzept der neidischen Tiere weiter: Während 2010 jeder Zoobewohner gern ein Flamingo gewesen wäre, möchten nun Eule, Strauss und sogar der Gorilla gerne im neuen grossen Aquarium untertauchen.
Das Zoofäscht ist die Sommernachts-Gala für den Zürcher Zoo, die alle zwei Jahre stattfindet. Dabei wird jeweils für ein neues Gehege für eine bestimmte Tierart gesammelt. 2012 wird für ein grösseres Aquarium gesammelt.
Die Kreativagentur Ruf Lanz ist seit vier Jahren für den Zoofäscht-Auftritt verantwortlich: Von der Entwicklung des Schriftzugs und die Gestaltung der Briefschaften über Inserate und Plakate bis hin zu Internet-Auftritt, Programmheft und Menükarte.
Verantwortlich im Zoofäscht-Komitee: Bernhard P. Blum-Steiner, Simona von Orelli-Borsari. Verantwortlich bei Ruf Lanz: Danielle Lanz, Markus Ruf (Creative Direction), Marcel Schläfle (Art Direction), Maren Beck (Text), Florian Fleischmann (Grafik), Kristina Burch, Doelkar Monkhar, Sabrina Luck (Beratung). Bildbearbeitung: Markus Graf.
Red dot Award: Communication design 2012 ist gestartet
Der Wettkampf der Kommunikatoren und Kampagnen hat begonnen: Ab sofort sind Unternehmen, Agenturen, Grafikdesigner sowie alle Kommunikatoren der PR- und Marketingbranchen aufgerufen, ihre Leistungen beim Red dot Design Award einzureichen.
Im letzten Jahr wurden 6‘468 Kommunikationsarbeiten zum Red dot Award: Commmunication Design eingereicht. Den Höhepunkt des Wettbewerbs bildet die Red dot Gala, traditionell moderiert vomInitiator Peter Zec. Die Preisverleihung findet auch diese Jahr wieder in Berlin statt. Und im Anschluss daran werden die Sieger auf der Designers‘ Night gebührend gefeiert.
Neue Kategorien
Die red dot-Jury bewertet Einreichungen in 21 Kategorien. Neu dabei sind «Mobile & Apps» sowie «Social Media». Die frisch eingeführten Kategorien sollen der weiter fortschreitenden Digitalisierung Rechnung tragen.
Immer wieder stechen aus den qualitativ hochwertigen Einreichungen einige wenige heraus: Arbeiten, die die Juroren in ihren Bann ziehen und echte Highlights setzen. So erhalten einige wenige Arbeiten einer Kategorie die Auszeichnung Best of the best für höchste Designqualität. Wer für seine Leistung mit dem Best of the best belohnt wurde, darf sich zudem Hoffnungen auf den Grand prix machen. Erst auf der Gala wird traditionell verkündet, welche der nominierten Arbeiten mit der höchsten Einzelauszeichnung des Wettbewerbs geehrt werden. Die Messlatte hierfür ist derart hoch, dass bislang in den meisten Kategorien kein Grand Prix vergeben wurde. Auch Nachwuchstalente gehen innerhalb des Red Dot Award: Communication Design nicht leer aus. Wer sich schon den Best of the best sichern konnte, hat auch die Möglichkeit, den mit 10‘000 Euro dotierten Junior Prize für die beste studentische Arbeit zu erhalten. Er ist die Chance für den kreativen Nachwuchs, den Durchbruch im Design zu schaffen und potentielle Auftraggeber vom eigenen Können zu überzeugen.
Weiter wird der Ehrentitel Client oft he year verliehen. Dieser geht an denjenigen Auftraggeber, der in besonderem Maße auf die Fähigkeiten von Agenturen oder eigenen Kommunikationsprofis setzt, die mit ihren gestalterischen Entwürfen herausragenden Ideen eine ausdrucksstarke Form geben. Der Client of the year wird für seinen Erfolg, aber auch für seinen Mut auf der Gala geehrt. Für den Ehrenpreis Agency of the year kann man sich nicht bewerben. Verdient hat ihn die Agentur, die kontinuierlich mit überdurchschnittlichen Designleistungen überzeugt.
WS Kommunikation bewirbt Manor Grillsortiment
Die Kommunikationsagentur WS hat für Manor die Grillsaison eingeläutet: Das Sortiment wird im neuen Manor-Grill-Guide beworben.
Mit dem neuen Guide soll die Kundschaft ihren Grill-Typ bestimmen können und dadurch schnell und einfach das passende Modell finden.
Verantwortlich bei Manor: Rolf Gamma (Division Merchandising Manager), Mark
Rothenhäusler (Buyer Kleinelektro), Oliver Schwarzenbach (Buyer Küche), Irene Sconza (Koordination). Verantwortlich bei WS Kommunikation: Reto Meyer (Gesamtverantwortung), Markus Stöckli, Davide Bonina (Konzept, Art Direction, Text), Andrea Sutter (Grafik), Daniel Kloetzli (Beratung).
Zu guter Letzt: «As Time Goes Byte»
Des Berner Museum für Kommunikation hat seine Dauerausstellung «As Time Goes Byte» um ein futuristisches Modul ergänzt, das es in sich hat: In einem Wohnzimmer in der Zukunft übernimmt Computertechnik eine viel grössere Rolle ein als heute.
So dient in diesem Zimmer beispielsweise das Sofa nicht nur zum Ausruhen und Lesen. Es kann auch eine medizinische Kontrolle durchführen. Die daraus resultierenden Daten liefert das Sofa dem interaktiven Tisch, der dann dem Bewohner einen Menuvorschlag unterbreitet. In einer Mitteilung des Museums für Kommunikation heisst es dazu, dass in der Zukunft Computer überall in Räumen und Gegenständen integriert seien, und sich gegenseitig untereinander austauschen.
Die digitale Technologie dringt also bald nicht mehr nur durch Social Media in unser Wohnzimmer- Sie ist bald unser Wohnzimmer.
Das neue Modul ist ab Donnerstag zugänglich. Es bildet den Abschluss der Ausstellung «As Time Goes Byte» und basiert auf einem Forschungsprojekt, das vom Berner Museum zusammen mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz und weiteren Partnern durchgeführt wurde.
Bundesgericht weist Beschwerde um Entlassung von Tagi-Redaktor zurück
Bei der Massenkündigung von 52 Mitarbeitern des Tages-Anzeiger im Mai 2009 war auch Daniel Suter entlassen worden. Die Entlassungen rechtfertigte das Verlagshaus Tamedia mit wirtschaftlichen Gründen.
Das Bundesgericht hält nun daran fest, dass das Verlagshaus Tamedia bei der Entlassung des Tages-Anzeiger-Redakteurs korrekt gehandelt habe. Denn auch Arbeitnehmer-Vertretern eines Betriebes dürfe wirtschaftlichen Gründen gekündigt werden. Im Jahr 2010 kam das Zürcher Arbeitsgericht auf Suters Klage zum Schluss, dass seine Entlassung missbräuchlich gewesen sei und sprach dem Journalisten eine Entschädigung zu. Das Zürcher Obergericht gab dann vor einem Jahr Tamedia Recht und stiess den Entscheid um. Daniel Suter war gemäss SDA seit 1987 für die Zeitung tätig gewesen und 2005 zum Präsidenten der Personalkommission gewählt worden.
Das Bundesgericht hat Suters Beschwerde nun abgewiesen. Das Gericht erinnerte gemäss SDA zunächst daran, dass die Entlassung eines Arbeitnehmer- Vertreters dann als missbräuchlich gelte, wenn sie wegen seiner Tätigkeit in der Personalkommission ausgesprochen werde. Könne der Arbeitgeber hingegen einen davon unabhängigen begründeten Anlass nachweisen, sei die Kündigung zulässig. Ein solcher begründeter Anlass könne gemäss bestehender Rechtsprechung auch in wirtschaftlichen Gründen bestehen. Für eine Änderung dieser Praxis gebe es keinen Grund. Suters gegenteilige Ansicht würde einem absoluten Bestandesschutz gleichkommen. Dies sei aber durch Sinn und Zweck des Gesetzes nicht gedeckt.
Ausserdem würden die Arbeitnehmer-Vertreter so bei Massenentlassungen zu Lasten der anderen Angestellten privilegiert. Damit wäre der Arbeitgeber allenfalls gezwungen, die Einsparungen an anderer Stelle durchzuführen. Die Massnahmen könnten in diesem Fall weniger sozialverträglich sein und einen grösseren Personenkreis betreffen.
Impressum und Syndicom zum Bundesgerichtsentscheide
Der Entscheid des Bundesgerichts zeige, dass dringender Handlungsbedarf beim Schutz von Arbeitnehmer-Vertretern bestehe, so der Berufsverband Impressum und die Mediengewerkschaft Syndicom in einer Mitteilung vom Dienstag. Mit der vorgenommenen Verschärfung seiner eigenen Rechtssprechung würde das Bundesgericht den Kündigungsschutz von Arbeitnehmer-Vertretern bei Massenentlassungen völlig aushebeln: Das behindere und verunmöglicht die Arbeit von Personalkommissionen, die ohne Druck ihr heikles Amt wahrnehmen sollen.
Man orte hier einen dringenden rechtspolitischen Handlungsbedarf. Der Ball liege nun definitiv beim Parlament. Die Schweiz sei von der ILO bereits mehrfach gerügt und aufgefordert worden, den Schutz der Arbeitnehmenden und ihrer betrieblichen Vertretern zu verbessern. Die entsprechenden Rechtsgrundlagen, für die eine Gesetzesänderung vorentworfen wurde, müssten zügig verbessert werden.
Wer in Basel gescheit und wer ein Pit Bull ist
Erstmals trat der neue Baz-Verleger Filippo Leutenegger öffentlich in Basel auf – anlässlich einer Podiumsdiskussion über Moral im Journalismus. Dabei stellte sich Leutenegger voll hinter seinen Chefredaktor Markus Somm - und erhielt Support von unerwarteter Seite.
Dient der Enthüllungsjournalismus wirklich der Sache, nehmen die Medien damit ihre Kritik- und Kontrollfunktion wahr, oder geht es nur um Auflage und Einschaltquoten?» Diese Frage stand im Zentrum des «Stadtgesprächs», das am Dienstagabend in Basel von der lokalen Volkshochschule und dem DRS-Regionaljournal organisiert worden war. Dass es den Medienmachern auch um Quoten geht, das bestätigte Patrick Müller, Chefredaktor der Zeitung Sonntag. Insbesondere im Onlinebereich zähle jeder Click. «Deren Anzahl entscheidet über die Werbeeinnahmen», sagte er. Das führe dazu, dass Onlinejournalisten ihre Artikel eher zuspitzten. «Dass man dann etwas experimentiert und Grenzen überschreitet, das ist hier viel virulenter als beim gedruckten Papier», sagte Müller – und blieb in diesem Punkt unwidersprochen.
Baz-Verleger rügt eigenes Blatt
Einig war man sich auf dem Podium auch, als Moderator Dieter Kohler das Gespräch auf zwei Unglücke lenkte – den Carunfall im Wallis und eine Amokfahrt in Basel: In beiden Fällen hätten mehrere Medien die Grenzen überschritten, hiess es unisono. Müller erwähnte eine Reuters-Webcam, die auf Blick Online freigeschaltet war und das Geschehen vor der Leichenhalle in Siders zeigte. Auch das Bild eines verunfallten Kindes im Blick kritisierte er. Filippo Leutenegger, Verwaltungsratspräsident der Basler Zeitung Medien, rügte bei seinem ersten grösseren Auftritt als Baz-Verleger gar sein eigenes Blatt. Es sei «ein Fehler» gewesen, dass die Baz bei der Basler Amokfahrt ein Bild abdruckte, auf dem Sanitäter erkennbar waren.
Markus Huppenbauer, Ethiker an der Uni Zürich, bestätigte, dass für solche Bilder das Einverständnis der betroffenen Personen oder ihrer Angehöriger unabdingbar sei, da sonst ihre Persönlichkeitsrechte verletzt würden. Zudem stelle sich immer die Frage nach dem Informationsgehalt eines Bildes. Dass Redaktionen oft unter Druck stünden, reiche nicht als Entschuldigung für Fehler, sagte er und regte an, wie bei der Feuerwehr Ernstfallübungen durchzuführen – damit Journalisten lernten, auch unter Druck ethisch und juristisch richtige Entscheide zu fällen.
Das leise Geständnis des Thomas Borer
Stärker gingen die Meinungen im Fall Hildebrand auseinander. Thomas Borer, ehemaliger Schweizer Botschafter in Berlin und heute Berater, plädierte für eine grosszügigere Fehlerkultur in der Schweiz. Sicher habe der Nationalbankpräsident Fehler gemacht. Doch dass er deswegen zurücktreten musste, stellte Borer in Frage. «Es hätte genügt, ihm eins auf die Finger zu geben und ihn dann weiter arbeiten zu lassen», meinte er. «Die moralische Empörung macht uns manchmal blind», sagte auch Huppenbauer, und bezeichnete die rasche Rücktrittsforderungen als Zeichen «mangelnder Vernunft». Anders sah es FDP-Nationalrat Leutenegger. Hildebrands Hauptfehler sei es gewesen, in seiner Verteidigungsstrategie eine entscheidende E-Mail nicht zu erwähnen. «Die Erfahrung zeigt: Wenn einer nicht ganz die Wahrheit sagt, wird es eng.» Müller pflichtet ihm bei.
Nur kurz kam der so genannte Fall Borer vor genau zehn Jahren zur Sprache. Der Sonntagsblick hatte dem damaligen Botschafter eine ausserehelichen Affäre angehängt – frei erfunden, wie sich später herausstellte. Borer musste zurücktreten, ebenso der damalige Sonntagsblick-Chefredaktor. Es sei damals eine traumatische Erfahrung gewesen, sagt Borer. Beiläufig erwähnte er allerdings, dass er selbst auch «nicht ganz unschuldig» gewesen sei. Leider hakte hier niemand nach. Doch etwas später nahm Leutenegger diesen Faden von sich aus auf und mahnte die «im Rampenlicht stehenden Personen», sich von den Medien «nicht hochjubelns und allzu sehr in die Stube schauen zu lassen». Das könne sehr leicht ins Negative kippen, sagte er.
Markus Somm ist für AZ Medien unverzichtbar
Am Schluss kam es noch zu einem humorvollen Schlagabtausch unter Zeitungskonkurrenten. Auf eine Frage hin aus dem Publikum lobte Leutenegger seinen Chefredaktor Markus Somm als «gescheiten Mann mit sehr viel Fundus», der zwar manche Leute nerve, aber heute eine «besser recherchierte» Baz mache. Dass die AZ Medien mit Basellandschaftlicher Zeitung (BZ) und Sonntag die Baz konkurrenziere und sich insbesondere Patrik Müller wie ein Pitbull an Somms Fersen hefte, störe ihn jedenfalls nicht, fügte Leutenegger spitzbübisch an.
Müller revanchierte sich schlagfertig, indem er ebenfalls ins Lob auf seinen Kollegen Somm einstimmte. Er bezeichnete den Baz-Chefredaktror als «unseren besten Werbeträger», der der BZ viele Neuabonnenten generiere. «Darum bitte, entlassen Sie ihn nicht!», rief er Leutenegger unter dem Gelächter des rund 200-köpfigen Publikums zu.
Markus Knöpfli
(Bild: Keystone)
