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Von Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management an der HWZ, Chief Networking Officer bei Centralway. www.about.me/mpn

Es soll der schönste Tag im Leben werden: die Hochzeit. Da bekanntlich Teilen glücklich macht, zeigen immer mehr Paare ihre Hochzeit in Echtzeit im Internet. Das Zivilstandesamt der Stadt Zürich hat reagiert und stellt seit Kurzem ein iPad mit Skype zur Verfügung. Anfang Mai war es soweit, zum ersten Mal übertrug das Zivilstandesamt Zürich eine Trauung live ins Ausland. Dies soll nicht ein Einzelfall bleiben. Das iPad mit Skype gehört zukünftig zur fixen Ausstattung im Zivilstandesamt. Die Projektgruppe «eZürich» will vermehrt Dienstleistungen über Internet und mobile Geräte zur Verfügung stellen. Eine gelungene Idee!

Es erstaunt eigentlich, dass nicht bereits früher Hochzeitspaare den Wunsch nach einer Skype-Übertragung äusserten. Von den 2382 Ehen, die 2011 in der Stadt Zürich geschlossen wurden, besass bei 75 Prozent der Trauungen mindestens einer der beiden Partner einen ausländischen Pass. Es wird sich zeigen, wie oft das Angebot künftig tatsächlich genutzt wird.

Dass die Hochzeit online mitverfolgt werden kann, ist an sich nichts Neues. In den USA gibt es längst Anbieter, die darauf spezialisiert sind. Unternehmen wie «Marry Me Live», «I Do Stream» oder «Live Vows» übertragen die Trauung professionell ins Internet. Der Zugang ist mit einem Passwort geschützt, damit nur Verwandte und Freunde zuschauen können.

Wer die Übertragung selber an die Hand nehmen will, ist mit Skype oder Ustream gut bedient. Gemäss Ustream wurde der Kanal im letzten Jahr von über 10 000 Hochzeiten benutzt. Es scheint also tatsächlich ein grosses Bedürfnis zu sein, den speziellen Moment in Echtzeit mit anderen zu teilen. Um Fotos sehr zeitnah hochzuladen, gibt es mit Eye-Fi neuerdings eine Wi-Fi-Speicherkarte für die Fotokamera. Dank integriertem Wi-Fi werden die Bilder direkt auf der gewünschten Seite bereitgestellt. Ohne grossen Aufwand kann man die Bilder gleich nach dem Knipsen auf Facebook, Flickr oder anderen Plattformen präsentieren.

Gegen Social Media an einer Hochzeit ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Besonders im Vorfeld können Apps und Online-Tools beim Organisieren und Planen sehr nützliche Dienste leisten. Auch die Live-Übertragung der Zeremonie scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Aber kann es auch zu weit gehen?

Auf YouTube gibt es Videos, die Paare vor dem Altar zeigen, welche live ihren «Relationship-Status » auf Facebook anpassen. Damit das Ehepaar die Hochzeit geniessen kann und nicht ständig am Smartphone hängt, ernennen einige Hochzeitsgesellschaften einen «Chief Tweeter». Dieser hat offiziell die Aufgabe, den Tag zu dokumentieren und die Social-Media-Kanäle zu pflegen.

Die US-Serie «Happy Endings» ging sogar soweit, dass es an der Hochzeit einen «Skype Table» gab. Auf diesem standen acht Laptops, und via Skype waren die zuhause gebliebenen Gäste zugeschaltet. Ist er das also, der schönste Tag im Leben?
 

Swiss E-Commerce Award für Printzessin.ch

Das Onlinedruckportal Pritzessin.ch hat den Swiss E-Commerce Award gewonnen. Zehn Fachleute aus Consulting, Werbung, SEO, Usability, Recht beurteilten Schweizer Onlineshops in zehn verschiedenen Kategorien.

In der gleichen Kategorie wie Printzessin – B2C Onlineshops X-Small bis 1 Million Umsatz – waren 29 Shops im Rennen. Printzessin.ch überzeugte die Jury dank klarer Benutzerführung, visuellem Effort, besonderer Sprache, Transparenz was wann zu welchem Preis geliefert wird sowie konsistentem Konzept und Umsetzung, wie das Medienhaus Jordi in einer Mitteilung schreibt. Der Award wurde am 9. Mai an der ONE-Messe in Zürich vergeben.
 

Let’s talk about Artwork

Christ Uhren & Schmuck präsentiert sich mit einem neuen visuellen Auftritt. Komet öffnet für uns eine Schatulle mit allerhand kreativen Überlegungen.

Das Unternehmen Christ Uhren & Schmuck ist die grösste Bijouterie-Kette der Schweiz. Die 82 Filialen gehören 100 Prozent zu Coop. Die strategische Ausrichtung sämtlicher Coop-Unternehmen wird alle fünf Jahre evaluiert und die Marketingkommunikation der Firmen entsprechend ausgerichtet. Auch die Strategie von Christ wurde von Univ.-Prof. Joachim Zentes am Wirtschaftsinstitut der Universität Saarbrücken analysiert. Die Erkenntnisse der Studie «Absatzmarktstrategie Christ Uhren & Schmuck 2015+» bildeten im Oktober 2011 die Basis für ein neues Kommunikationskonzept. Die Berner Agentur Komet gestaltete daraufhin einen neuen Auftritt für den Bijouterie-Spezialisten. Komet betreut seit 2010 die Gesamtkommunikation von Christ. Jährlich wird Christ Uhren & Schmuck mit vier Katalogen beworben. Diese werden jeweils in einer Auflage von bis zu 2,8 Millionen gedruckt. Dazu kommen Promotionen, regelmässige Inserate vor allem in der Coop-Presse, diverse Massnahmen am POS und in den Schaufenstern sowie Flyer für Mailings. Für all diese Umsetzungen hat Komet nun ein neues Konzept und entsprechende Leitlinien für die Kreation erstellt.

Für den neuen kommunikativen Auftritt wurde das bestehende Logo ins Positive gekehrt und auf weissen Hintergrund gesetzt. Die zentrale Platzierung inmitten des oberen Bildrandes sorgt in den verschiedenen Werbemitteln für maximale Aufmerksamkeit. «Der Brand erhält mehr Priorität und fällt direkter auf», erklärt Managing Director Marcel Durst bei Komet. «Diese Art der Logo-Positionierung im Stil von Magazincovers wird im konkurrierenden Umfeld nur selten gesehen und hebt sich dadurch visuell deutlich ab», ist CD Thom Pfister überzeugt.

Die neue zentrale Leitfarbe ist Warm Grey. Die Nuancierung soll «emotional einladend» sein und vermittelt – anders als die meisten Grautöne – positive Wärme statt mondän-kühler Zurückhaltung. Die Farbfläche bildet das Framework für Image- und Produktwelt und führt die beiden Bildbereiche ineinander. Der spezielle Farbton ist in der Branche bislang nicht geläufig und bietet eine Chance zur unverwechselbaren Positionierung.

Im Rahmen des visuellen Auftritts wurde auch eine eigenständige Bildwelt definiert und für den Fotografen aufbereitet. Dies ermöglicht «maximale Abgrenzung gegenüber den Auftritten der Konkurrenz sowie gegenüber Stockmaterial aus Bilddatenbanken. » Die Shootings finden im Studio statt. Sympathische und nahbare Models stehen im Close-up, sind weder overstyled noch zu sehr retuschiert, jedoch immer elegant, chic und ästhetisch. Sie sind locker, relaxed und zeugen von Lebensgefühl, Emotionen und Spontaneität, statt statisch in gekünstelten Posen zu verharren.

Der Fokus bei der Produktintegration wird in erster Linie auf die Abbildung von Schmuck gelegt. Uhren stehen im neuen Auftritt an zweiter Stelle. Innerhalb der Imagewelt wirken die von den Models getragenen Produkte positiv unterstützend auf die Atmosphäre ein. Den eigentlichen Impact erzielen sie jedoch durch ihre separate Abbildung. Als eigenes Element innerhalb der Gestaltung nimmt ein Schriftzug im Headline-Duktus «Let’s talk about …» die verschiedenen Themen textlich auf. Andreas Panzeri

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Koch Kommunikation: Kampf dem Chaos

Koch Kommunikation hat in Zusammenarbeit mit dem ERP-Lieferanten Dynasoft für Büro Schoch direct eine mehrsprachige Website mit integriertem Online-Shop realisiert. Eine Postkarte mit typischem Schreibtischschubladen-Chaos macht Kunden darauf aufmerksam.

Koch Kommunikation zeichnete sich für die Konzeption, die komplette Gestaltung der Plattform, sämtliche (Online-) Marketing-Massnahmen und für die technische Umsetzung der Website auf Basis des Content Management Systems «TYPO3» verantwortlich. Für die technische Umsetzung des Online-Shops war der ERP-Lieferant dynasoft zuständig.

Die Seite hat eine durchdachte Webstory und ein modernes Design. Damit habe das mühsame Suchen nach dem richtigen Produkt ein Ende, so die Agentur in einer Mitteilung. Mit mittlerweile bis zu 500 Bestellungen täglich nehme Büro Schoch direct mehr als 80 Prozent der Aufträge elektronisch entgegen und sei seit dem Relaunch zu einer der führenden Internet-Plattformen im schweizerischen Markt avanciert.

Verantwortlich bei Koch Kommunikation: Michael Koch (Geschäftsführer Digital), Jean-Marc Demeulemeester (Creative Director), Claudio Sprenger (Technischer Leiter). Verantwortlich bei Dynasoft: Pascal Glauser (Projektleiter). Verantwortlich bei Büro Schoch direct: Thomas Schoch (Geschäftsführer), Erich Hutter (IT).
 

Zur Sache: Heisse Luft

Heute Morgen habe ich mich wieder einmal über einen grottenschlechten PR-Text geärgert. Ein Text, den man am liebsten direkt in den elektronischen Briefkasten geschmissen hätte – auch wenn das Thema von Interesse war. Keine gute Voraussetzung für einen PR-Text, von dem der Absender hofft, dass man ihn abdrucke.

Ich erinnerte mich an das Blablameter im Internet, das ich vor langer Zeit mal ausprobiert hatte. Das Blablameter sagt von sich: «(…) prüft die Texte auf unterschiedliche sprachliche Merkmale. Es wird u.a. geprüft, ob übermäßiger Nominalstil vorliegt, darüber hinaus wird der Text in unterschiedlicher Gewichtung auf bestimmte Phrasen geprüft» und weiter «Wenn das BlaBla Meter Alarm schlägt, kann man in der Regel davon ausgehen, dass auch bei einem menschlichen Leser ein inneres Warnsignal ertönt. Menschen werden heute täglich darauf trainiert, authentische Botschaften von künstlichen Werbebotschaften zu unterscheiden – es wäre naiv zu glauben, sie könnten es nicht!».

Eine amüsante Seite, die jedem zu empfehlen ist, der Texte verfasst. Sicher nicht ganz ernst zu nehmen, aber witzig und aufschlussreich. Nun also zum Feldversuch. Ich nahm zehn zufällig ausgewählte Medienmitteilungen, die ich in den letzten Tagen erhielt, und liess sie durch das Blablameter laufen. Das Ergebnis hat mich nicht wirklich überrascht. Der Mittelwert betrug 0,52, was ausgedeutscht meint: «Ihr Text signalisiert deutlich: Sie wollen etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Es wirkt unwahrscheinlich, dass damit auch eine klare Aussage verbunden ist – und wenn ja: wer soll das verstehen?» Der beste Wert lag bei 0,3, was heisst: «Ihr Text zeigt schon erste Anzeichen heißer Luft. Für Werbe- oder PR-Sprache ist das noch ein guter Wert, bei höheren Ansprüchen sollten Sie vielleicht noch ein wenig daran feilen.» Der schlechteste brachte es auf einen Wert von 0,81, was in klaren Worten heisst: «Es stinkt gewaltig nach heisser Luft! Auch wenn Sie PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sind – beim Eindruckschinden sollten Sie Ihre Aussage nicht vergessen. »

Der Fairness wegen analysierte ich auch zehn willkürlich ausgewählte Texte aus der Werbewoche. Der Mittelwert betrug 0,21 («Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‹Bullshit›-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau»). Der beste Wert war 0,11 («Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ‹Bullshit›- Deutsch»). Der schlechteste war 0,28, was das Gleiche bedeutet wie 0,21 Punkte, Wieso sind PR-Texte also schlechter als redaktionelle? Eigentlich wollen sie das Gleiche: das Interesse des Lesers wecken und ihn fesseln. Fehlanzeige.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Grosse Bühne für kleine Werbung zwischendurch

An der Rose d’Or in Luzern war auch Branded Entertainment ein wichtiges Thema. In einem Forum wurden die aktuellen Tendenzen analysiert und einige der erfolgreichsten Projekte vorgestellt.

Brandet Entertainment ist schon lange kein Buzz- Wort mehr sondern ein wichtiger Aspekt im Mix einer erfolgreichen Marketing-Kommunikation. Den «Power of Brand» kombinieren mit Drama und Story-Telling. Das war auch das Thema bei einem Forum im Rahmen der «Rose d’Or» Anfang Mai in Luzern. Mehr als 350 Spezialisten aus aller Welt haben daran teilgenommen und ihre Ideen ausgetauscht. Die Werbewoche war vor Ort und durfte ein paar interessante Facts und Projekte kennen lernen. Geschätzte 3,6 Milliarden $ sind allein in den USA im Jahre 2010 in die Budgets von Branded Entertainment geflossen. Bei den in Hollywood produzierten Spielfilmen sind durchschnittlich 10 bis 15 Prozent der Produktionskosten mit Product-Placement finanziert. Noch ziemlich bescheiden sind die Ansätze in der Schweiz.

On Air sind die verschiedensten Formate, denn Brands können in fast jeden Drama-Content eingebaut werden. Nike macht regelmässig Werbung in Form-Product-Placement. 2011 zum Beispiel im Basketballfilm «Black Mamba» mit Kobe Bryan, Bruce Willis und Kanye West. Der Film handelt von Kobes Alter Ego Black Mamba, das seine tägliche Entschlossenheit und seinen unbedingten Siegeswillen als einer der besten Spieler und Beschützer des Basketballs verkörpert.

In Deutschland ist Brainpool mit Stefan Raab an vorderster Front mit dabei. In diesem Unternehmen arbeiten 17 auf Branded Entertainment spezialisierte Autoren. Ein Projekt von Brainpool hat beim Festival of Media Global 2012 in Montreux den Award für die «Best Targeted Campain» gewonnen. Als Produkt wurde ein Spielzeug von Haspro in einer Folge der Serie «Stromberg» platziert. Die witzige Plastikpistole war ganze 350 Sekunden lang in der TV-Serie zu sehen, wo alle mit dem Produkt namens «Nerf» rumballern wollten. Die spielerische Integration der Produkte Nerf in das TV-Format wurde mit diversen crossmedialen Massnahmen während der TV-Ausstrahlung begleitet, wie zum Beispiel einem Facebook-Gewinnspiel, bei dem es die original Nerf-Blaster, die in der Serie verwendet wurden, zu gewinnen gab. Darüber hinaus konnten Fans ausgewählte Nerf-Blaster auch über den «Stromberg»-Shop auf Myspass.de beziehen. Insgesamt hat die Kampagne einen enormen Social Buzz erzeugt und zu spürbaren Mehrverkäufen geführt.

Erste Award-Shows für Product-Placement

Wie solche Werbemassnahmen immer mehr etabliert werden, zeigt auch bereits der erste Product Placement Award in Deutschland. Dieser wurde im Oktober 2011 anlässlich des Fachkongresses «Branded Entertainment – 9. Product Placement Kongress » in Stuttgart überreicht. Er wird für herausragende Placements vergeben, die sich neben ihrer fachlichen Qualität durch eine besondere Kreativität und Originalität sowie eine zielgruppengerechte Ansprache auszeichnen. Als Kriterien wurden bewertet: Einbindung des PP in die Handlung, Überzeugendes Cross-Marketing, Umsatz-/Absatzwirkung, Erreichung des Kommunikationsziels, Witz, Originalität, Kreativität, gestalterische Umsetzung.

Im Bereich der Casting-Shows sind Product- Placements auffallend bei Model-Wettbewerben zu finden. In «perfektes Model» mit Eva Padberg und Karolina Kurkovà auf VOX bekommen die Kandidatinnen statt Punkten Schmuck aus dem Hause Pandora. In der Konkurrenzshow «Germanys Next Topmodel » sind Caffé Latte von Emmi nicht zu übersehen. Hier soll die prominente Platzierung dieses Getränks zu einer Absatzsteigerung von 26 Prozent geführt haben. Der Absatz der Light-Version des Getränks ist sogar dank dem Zielpublikum der jungen Frauen um 395 Prozent gestiegen. «Your Shape: Fitness Evolved» ist das populärste Fitnessspiel, das frau gratis für die Xbox downloaden kann. Hier hat Nivea Sarah Maxwell als Fitnessexpertin auserkoren. Als ein wegweisendes Beispiel für Branded Entertainment gilt ein Projekt von Sting. Zu seinem 60. Geburtstag wurde für den Rocksänger eine App produziert, über welche seine Fans alle wichtigen Konzerte sowie Videos und anderes Dokumentationsmaterial aus dem Leben des Sängers downloaden können. Die App ist gratis und wurde vollständig über Sponsoring finanziert, zum Beispiel von American Express.

Grey Goose hat als Vodka-Marke einen eleganten Weg gefunden, um die Werbeverbote für Alkohol umgehen zu können. Auf dem Sundance Channel von Robert Redford wurde im Jahre 2005 die TVSerie «Iconoplasts» ins Leben gerufen. In dieser werden künstlerisch anspruchsvoll jeweils zwei ziemlich gegensätzliche Persönlichkeiten in einem gemeinsamen Filmporträt zusammengebracht. Die Stars wie Meryl Streep, Bono oder Isabella Rosselini spenden ihre Gage für einen guten Zweck. Der Vodka von Grey Goose soll mit solchen Stars mit dem Attribut «Qualität» in Verbindung gebracht werden. Die Serie ist inzwischen weltweit derart erfolgreich an weitere TV-Stationen verkauft worden, dass Grey Goose als Sponsor die Produktionskosten bereits wieder einspielen kann.

Wer sich selber auf die Suche nach den erfolgreichsten Ideen im Bereich Branded Entertainment machen will, kann bei Youtube die Rubrik «most wanted» anklicken. Dort finden sich automatisch die vom Publikum am meisten gefragten Filme. Weiterführende Infos gibt es auch auf der Website Brandedentertainmentonline.de. Andreas Panzeri

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Die Aktivitäten von Ringier Entertainment

WW: Sie haben in Luzern das Forum «Branded Entertainment » moderiert. Wie weit fortgeschritten beurteilen Sie die Entwicklung von Branded Entertainment in der Schweiz?
Stefan Kastenmüller: Auch in der Schweiz nimmt die Bedeutung von Branded Entertainment immer mehr zu. Die Markenkommunikation wird auch hier zu Lande immer mehr, komplementär zu der klassischen Kommunikation, mit Engagements im Entertainment oder Sportbereich ergänzt. Dabei wird vor allem mehr Wert auf die Markenaktivierung gelegt, damit die Verknüpfung von Markenwerten und Entertainmentinhalten effizient auf das Markenimage einzahlt.

Was sind für Sie gelungene Beispiele in der Schweiz?
Natürlich muss ich gerade aus unserem Haus den Case von Mercedes-Benz, Einführung der A-Klasse an der Energy Fashion Night, lobend erwähnen. Hier wurde das Produkt perfekt inszeniert und wurde sogar aktiver Part des Laufstegs. Natürlich waren die ergänzenden Media-Massnahmen wichtig. Diese thematische Verknüpfung scheint auch nachhaltig geplant zu sein. Bemerkenswert ist auch der Case der AVO Session, wo in geradezu perfekter Weise der Brand Teil der Entertainment-Plattform geworden ist. Ob sich dadurch der Absatz von AVO-Zigarren signifikant erhöht hat, kann ich an dieser Stelle nicht sagen.

Welche Chancen sehen Sie für Ringier Entertainment in diesem Bereich?
Unsere unterschiedlichen Bereiche bieten den Werbung treibenden Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, Marken mit Inhalten zu verknüpfen. Im Sportbereich durch Infront Ringier, die Themen wie Tour de Suisse, die Schweizer Super League oder die Olympiabewerbung 2022. Im Portfolio haben wir Möglichkeiten für eine 360-Grad-Markenaktivierung. Natürlich unsere Marke Energy, die mit Events und Multiplattform-Themen wie Energy Stars for Free mittlerweile zu den Highlights der Schweizer Entertainment-Marken zählen. Aber auch andere Bausteine des Portfolios, TV-Formate wie Schweizer Talente, Good-News-Konzerte oder die Classical Company bieten Marken spannende Plattformen.

Wie wichtig ist dieses neue Geschäftsfeld für Ringier?
Nun, in erster Linie trägt sich das Entertainment- Portfolio von selbst durch die Geschäfte der jeweiligen Bereiche. Gleichzeitig bieten diese aber auch Marken Inhalte, die sie in ihrer Markenkommunikation aktivieren können. Klassisches Branded Entertainment, wobei die Markenwerte auch immer zu den Entertainment-Inhalten passen müssen.

Können Sie etwas zu konkreten Projekten verraten?
Kann ich leider nicht an dieser Stelle. Nur so viel zu einem Segment: Die Schweizer Super League wird sich in der neuen Saison mit einer neuen Aufstellung Partnern und Sponsoren präsentieren. Diese Marken haben eine sehr klare Vorstellung, wie Sie den Asset für Ihre Marketingziele nutzen werden. Von daher sind in diesem Bereich einige spannende Cases zu erwarten.

Wo orten Sie Probleme oder zumindest «Baustellen» für Branded Entertainment in der Schweiz?
Ich kann hier keine Baustellen konkret ansprechen. Allgemein kann man feststellen, dass bei vielen Engagements von Marken noch nicht das volle Potenzial einer Branded-Entertainment-Aktivierung ausgeschöpft wird. Hinzu kommt, dass die TV-Plattformen in der Schweiz leider kein Forum für spannende Cross-Media-Cases bieten. Aber auch das wird mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit werden, allein schon durch den Werbedruck des Internets. pan

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best Yet 2012: Nur Käse im Kopf

Beim Nachwuchswettbewerb best YET in Oslo drehte sich zwei Tage lang alles um Käse. Nach belgischem Bier (2010) und kroatischen Krawatten (2011) sollten die Kreativen dieses Jahr norwegischen Käse bewerben. Die Bilanz der Schweizer Teams: einmal Bronze sowie eine Shortlist-Platzierung.

Grosse Bühne für kleine Werbung zwischendurch

An der Rose d’Or in Luzern war auch Branded Entertainment ein wichtiges Thema. In einem Forum wurden die aktuellen Tendenzen analysiert und einige der erfolgreichsten Projekte vorgestellt.

Brandet Entertainment ist schon lange kein Buzz- Wort mehr sondern ein wichtiger Aspekt im Mix einer erfolgreichen Marketing-Kommunikation. Den «Power of Brand» kombinieren mit Drama und Story-Telling. Das war auch das Thema bei einem Forum im Rahmen der «Rose d’Or» Anfang Mai in Luzern. Mehr als 350 Spezialisten aus aller Welt haben daran teilgenommen und ihre Ideen ausgetauscht. Die Werbewoche war vor Ort und durfte ein paar interessante Facts und Projekte kennen lernen. Geschätzte 3,6 Milliarden $ sind allein in den USA im Jahre 2010 in die Budgets von Branded Entertainment geflossen. Bei den in Hollywood produzierten Spielfilmen sind durchschnittlich 10 bis 15 Prozent der Produktionskosten mit Product-Placement finanziert. Noch ziemlich bescheiden sind die Ansätze in der Schweiz.

On Air sind die verschiedensten Formate, denn Brands können in fast jeden Drama-Content eingebaut werden. Nike macht regelmässig Werbung in Form-Product-Placement. 2011 zum Beispiel im Basketballfilm «Black Mamba» mit Kobe Bryan, Bruce Willis und Kanye West. Der Film handelt von Kobes Alter Ego Black Mamba, das seine tägliche Entschlossenheit und seinen unbedingten Siegeswillen als einer der besten Spieler und Beschützer des Basketballs verkörpert.

In Deutschland ist Brainpool mit Stefan Raab an vorderster Front mit dabei. In diesem Unternehmen arbeiten 17 auf Branded Entertainment spezialisierte Autoren. Ein Projekt von Brainpool hat beim Festival of Media Global 2012 in Montreux den Award für die «Best Targeted Campain» gewonnen. Als Produkt wurde ein Spielzeug von Haspro in einer Folge der Serie «Stromberg» platziert. Die witzige Plastikpistole war ganze 350 Sekunden lang in der TV-Serie zu sehen, wo alle mit dem Produkt namens «Nerf» rumballern wollten. Die spielerische Integration der Produkte Nerf in das TV-Format wurde mit diversen crossmedialen Massnahmen während der TV-Ausstrahlung begleitet, wie zum Beispiel einem Facebook-Gewinnspiel, bei dem es die original Nerf-Blaster, die in der Serie verwendet wurden, zu gewinnen gab. Darüber hinaus konnten Fans ausgewählte Nerf-Blaster auch über den «Stromberg»-Shop auf Myspass.de beziehen. Insgesamt hat die Kampagne einen enormen Social Buzz erzeugt und zu spürbaren Mehrverkäufen geführt.

Erste Award-Shows für Product-Placement

Wie solche Werbemassnahmen immer mehr etabliert werden, zeigt auch bereits der erste Product Placement Award in Deutschland. Dieser wurde im Oktober 2011 anlässlich des Fachkongresses «Branded Entertainment – 9. Product Placement Kongress » in Stuttgart überreicht. Er wird für herausragende Placements vergeben, die sich neben ihrer fachlichen Qualität durch eine besondere Kreativität und Originalität sowie eine zielgruppengerechte Ansprache auszeichnen. Als Kriterien wurden bewertet: Einbindung des PP in die Handlung, Überzeugendes Cross-Marketing, Umsatz-/Absatzwirkung, Erreichung des Kommunikationsziels, Witz, Originalität, Kreativität, gestalterische Umsetzung.

Im Bereich der Casting-Shows sind Product- Placements auffallend bei Model-Wettbewerben zu finden. In «perfektes Model» mit Eva Padberg und Karolina Kurkovà auf VOX bekommen die Kandidatinnen statt Punkten Schmuck aus dem Hause Pandora. In der Konkurrenzshow «Germanys Next Topmodel » sind Caffé Latte von Emmi nicht zu übersehen. Hier soll die prominente Platzierung dieses Getränks zu einer Absatzsteigerung von 26 Prozent geführt haben. Der Absatz der Light-Version des Getränks ist sogar dank dem Zielpublikum der jungen Frauen um 395 Prozent gestiegen. «Your Shape: Fitness Evolved» ist das populärste Fitnessspiel, das frau gratis für die Xbox downloaden kann. Hier hat Nivea Sarah Maxwell als Fitnessexpertin auserkoren. Als ein wegweisendes Beispiel für Branded Entertainment gilt ein Projekt von Sting. Zu seinem 60. Geburtstag wurde für den Rocksänger eine App produziert, über welche seine Fans alle wichtigen Konzerte sowie Videos und anderes Dokumentationsmaterial aus dem Leben des Sängers downloaden können. Die App ist gratis und wurde vollständig über Sponsoring finanziert, zum Beispiel von American Express.

Grey Goose hat als Vodka-Marke einen eleganten Weg gefunden, um die Werbeverbote für Alkohol umgehen zu können. Auf dem Sundance Channel von Robert Redford wurde im Jahre 2005 die TVSerie «Iconoplasts» ins Leben gerufen. In dieser werden künstlerisch anspruchsvoll jeweils zwei ziemlich gegensätzliche Persönlichkeiten in einem gemeinsamen Filmporträt zusammengebracht. Die Stars wie Meryl Streep, Bono oder Isabella Rosselini spenden ihre Gage für einen guten Zweck. Der Vodka von Grey Goose soll mit solchen Stars mit dem Attribut «Qualität» in Verbindung gebracht werden. Die Serie ist inzwischen weltweit derart erfolgreich an weitere TV-Stationen verkauft worden, dass Grey Goose als Sponsor die Produktionskosten bereits wieder einspielen kann.
Wer sich selber auf die Suche nach den erfolgreichsten Ideen im Bereich Branded Entertainment machen will, kann bei Youtube die Rubrik «most wanted» anklicken. Dort finden sich automatisch die vom Publikum am meisten gefragten Filme. Weiterführende Infos gibt es auch auf der Webseite http://brandedentertainmentonline.de. Andreas Panzeri

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Die Aktivitäten von Ringier Entertainment

WW: Sie haben in Luzern das Forum «Branded Entertainment » moderiert. Wie weit fortgeschritten beurteilen Sie die Entwicklung von Branded Entertainment in der Schweiz?
Stefan Kastenmüller: Auch in der Schweiz nimmt die Bedeutung von Branded Entertainment immer mehr zu. Die Markenkommunikation wird auch hier zu Lande immer mehr, komplementär zu der klassischen Kommunikation, mit Engagements im Entertainment oder Sportbereich ergänzt. Dabei wird vor allem mehr Wert auf die Markenaktivierung gelegt, damit die Verknüpfung von Markenwerten und Entertainmentinhalten effizient auf das Markenimage einzahlt.

Was sind für Sie gelungene Beispiele in der Schweiz?
Natürlich muss ich gerade aus unserem Haus den Case von Mercedes-Benz, Einführung der A-Klasse an der Energy Fashion Night, lobend erwähnen. Hier wurde das Produkt perfekt inszeniert und wurde sogar aktiver Part des Laufstegs. Natürlich waren die ergänzenden Media-Massnahmen wichtig. Diese thematische Verknüpfung scheint auch nachhaltig geplant zu sein. Bemerkenswert ist auch der Case der AVO Session, wo in geradezu perfekter Weise der Brand Teil der Entertainment-Plattform geworden ist. Ob sich dadurch der Absatz von AVO-Zigarren signifikant erhöht hat, kann ich an dieser Stelle nicht sagen.

Welche Chancen sehen Sie für Ringier Entertainment in diesem Bereich?
Unsere unterschiedlichen Bereiche bieten den Werbung treibenden Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, Marken mit Inhalten zu verknüpfen. Im Sportbereich durch Infront Ringier, die Themen wie Tour de Suisse, die Schweizer Super League oder die Olympiabewerbung 2022. Im Portfolio haben wir Möglichkeiten für eine 360-Grad-Markenaktivierung. Natürlich unsere Marke Energy, die mit Events und Multiplattform-Themen wie Energy Stars for Free mittlerweile zu den Highlights der Schweizer Entertainment-Marken zählen. Aber auch andere Bausteine des Portfolios, TV-Formate wie Schweizer Talente, Good-News-Konzerte oder die Classical Company bieten Marken spannende Plattformen.

Wie wichtig ist dieses neue Geschäftsfeld für Ringier?
Nun, in erster Linie trägt sich das Entertainment- Portfolio von selbst durch die Geschäfte der jeweiligen Bereiche. Gleichzeitig bieten diese aber auch Marken Inhalte, die sie in ihrer Markenkommunikation aktivieren können. Klassisches Branded Entertainment, wobei die Markenwerte auch immer zu den Entertainment-Inhalten passen müssen.

Können Sie etwas zu konkreten Projekten verraten?
Kann ich leider nicht an dieser Stelle. Nur so viel zu einem Segment: Die Schweizer Super League wird sich in der neuen Saison mit einer neuen Aufstellung Partnern und Sponsoren präsentieren. Diese Marken haben eine sehr klare Vorstellung, wie Sie den Asset für Ihre Marketingziele nutzen werden. Von daher sind in diesem Bereich einige spannende Cases zu erwarten.

Wo orten Sie Probleme oder zumindest «Baustellen» für Branded Entertainment in der Schweiz?
Ich kann hier keine Baustellen konkret ansprechen. Allgemein kann man feststellen, dass bei vielen Engagements von Marken noch nicht das volle Potenzial einer Branded-Entertainment-Aktivierung ausgeschöpft wird. Hinzu kommt, dass die TV-Plattformen in der Schweiz leider kein Forum für spannende Cross-Media-Cases bieten. Aber auch das wird mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit werden, allein schon durch den Werbedruck des Internets. pan

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Wo die Bilder laufen lernen

In Schlieren will eine private Filmschule eine Lücke zwischen Migros-Klubschule und elitärer Filmhochschule schliessen. Studio 1 wurde vom TPC-Profi Stefan Tüscher und dem Marketingberater Manfred Hager gegründet.

Der Bedarf ist nicht zu übersehen: Immer mehr Bewegtbilder sind gefragt. Heute findet man auf jeder attraktiven Webseite einen Film. Die technische Entwicklung macht es möglich: Immer mehr Bandbreite, bessere Endgeräte sowie zunehmend smartere Möglichkeiten, die bewegten Bilder sogar mobil zu empfangen. Diese müssen allerdings auch produziert werden. «Nur weil es täglich mehr Möglichkeiten gibt, diese Filme zu verteilen, heisst das noch nicht, dass es plötzlich auch mehr Leute gibt, welche das Filmhandwerk verstehen», meint Stefan Tüscher. Zusammen mit dem Marketingberater Manfred Hager sieht der Kameramann und Ausbildner beim Schweizer Fernsehen deshalb «ein grosses Potenzial» für eine neuartige Filmschule.

Ein Jahr lang war das Duo mit seiner Idee schwanger. Jetzt hat das Studio 1 in Schlieren seinen Betrieb aufgenommen. Angeboten werden die Workshops, Kurse und Seminare im ehemaligen Sony- Gebäude. In diesem bietet inzwischen die Firma Schweizer als eine der bekanntesten, markenunabhängigen System- und Zubehörlieferanten ihre Geräte für professionelles Video an. Studio 1 und Schweizer sind selbständig. Eine Synergie ist allerdings nicht zu übersehen. Studio 1 wird im Unterricht die jeweils neusten Geräte von Schweizer zur Verfügung haben. Der Händler kann seinen Kunden umgekehrt das Studio 1 zur Ausbildung empfehlen. «Moderne Videotechnik bekommt man heute zu einem Preis wie noch nie. Semi-Profis oder ambitionierte Amateure arbeiten immer öfter mit der gleichen Ausrüstung wie echte Berufsleute. Das verleitet dazu, dass man sich schnell aufmunitioniert mit raffinierter Technik. Aber man weiss nicht, wie sie bedienen», hat Tüscher in der Praxis beobachtet. «Wenn ich Webvideos anschaue, finde ich interessante Sachen darunter, aber oft fehlt das handwerkliche Know-how und noch mehr das Gestalterische», meint auch Hager als Kommunikationsspezialist. Zudem: «Wenn jemand weiss, wo er die Kamera einschalten muss, ist er noch lange kein Videofilmer.»

Ein besonderes Augenmerk bei den Kursen von Studio 1 wird deshalb auch auf die Gestaltung gerichtet. Der in London ausgebildete Kameramann Stefan Tüscher ist seit über zehn Jahren in der Ausbildung tätig. Er wirkt als Trainer bei SRF und betreut nach wie vor auch die ganze Fachausbildung beim TPC. Gereift ist seine Idee für eine eigene Schule, als immer mehr Anfragen von lokalen Sendern gekommen sind sowie zum Teil auch von Händlern. «Damit kam langsam der Punkt, wo ich das Gefühl hatte: Hier fehlt in der Schweiz eine Ausbildungsmöglichkeit.» Das Zielpublikum von Studio 1 sind neben dem Nachwuchs der Lokalsender auch Printjournalisten, die im Hinblick auf eine Tätigkeit bei den Online- Ausgaben ihrer Medien das Bewegtbild verstehen müssen. Ebenso Werber, die selber Filme für ihre viralen Kampagnen auf den Kanälen von Social Media realisieren wollen, oder Kommunikationsprofis bei Unternehmen, die ihre Webseiten mit Videobotschaften anreichern wollen.

Der Ausbildungs-Level von Studio 1 ist zwischen der Migros-Klubschule und den elitären Schulen der Filmkünstler angesiedelt. Klassen gibt es für Einsteiger, Fortgeschrittene und Master. Als Dozenten konnte eine Reihe ausgewiesener Spezialisten verpflichtet werden, wie zum Beispiel der Kameramann Peter Indergand, der auch schon einen Emmy für seine Kameraarbeit in «War Photographer» gewonnen hat. Andrea Rüd ist Dozentin u. a. am Kölner Filmhaus und bei der ARD. ZDF Medienakademie in Deutschland. Die Kurse am Studio 1 sollen «sehr praxisbezogen » sein. Unterrichtet wird in kleinen Gruppen. Beim Videoschnitt sind das zum Beispiel maximal zehn Personen, von denen jeder einen eigenen Übungsschnittplatz zur Verfügung hat. Als Ziel bei dem umfassenden VJ-Workshops für Einsteiger gilt, dass die Teilnehmenden nach einer Woche einen vollständig selbständig gedrehten, geschnittenen und vertonten VJ-Beitrag vorweisen können. Andreas Panzeri

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Initiant von Studio 1 ist Stefan Tüscher (l.), Absolvent der London Filmschool mit Abschluss in Regie und Kamera. Bis 2008 war er Chefkameramann beim Schweizer Fernsehen und stellvertretender Leiter des Bereiches ENG. Neben der Leitung von Studio 1 arbeitet er weiter als Kursleiter für die internen Ausbildungsabteilungen von SRF und TPC. Manfred Hager war viele Jahre in leitender Stellung für führende Werbe- und Kommunikationsagenturen wie AY&R, Wirz, Optimedia tätig und publiziert regelmässig zu Kommunikations- und Marketingthemen.

 

Mit Gress an die Euro

Zur Euro 2012 tritt Gilbert Gress nicht nur als Fussballexperte im Fernsehen auf, sondern ist auch das Aushängeschild von Carlsberg. Mit der Online-Kampagne «Gress for Success» stimmt er die Fans auf das Fussballereignis ein.

Fussball und Bier passen zusammen, das findet auch der ehemalige Schweizer Nationaltrainer. «Klar ist es gemütlich, ein Bier zu trinken, wenn man sich abends ein Fussballspiel anschaut.» Bis vor kurzem war noch Kronenbourg-Bier sein Favorit, wie der gebürtige Elsässer der Werbewoche gesteht. Vor ein paar Monaten habe er dann aber Carlsberg probiert und war vom Produkt überzeugt. So sehr, dass er nun während der Euro als Botschafter von Carlsberg unterwegs ist und in dieser Funktion die Biermarke und die Fussballfans noch näher zusammenschweissen will. Als neues Gesicht der dänischen Brauereigruppe leitet Gress auf der Website und der Facebook-Page durch verschiedene Gewinnspiele. Bei «La-Ola Unlimited» beispielsweise müssen ihm die Fussballfans auf die Sprünge helfen, damit er seinen Einsatz bei der Laola- Welle nicht verpasst (siehe Bild links). Kleine Schwierigkeit: Die Laola-Welle wird immer schneller und wechselt sogar die Richtung. Bei «Ball Hunter» schickt Gress die Fans auf die Suche nach Fussbällen, die er überall in der Schweiz versteckt hat. Ausserdem sollen die Teilnehmer dem Fussballexperten beweisen, dass sie gute Fans sind – auch wenn die Schweizer Nationalmannschaft an der Euro 2012 nicht dabei sein wird. Zum Beispiel mit einem Fan-Schrei. Wer sich besonders ins Zeug legt, gewinnt auf Facebook den Fan-Titel und wird, wie bei den übrigen Spielen, mit VIP-Tickets für die Europameisterschaftsspiele inklusive Flug und Hotel belohnt.

Gilbert Gress – als Werbefigur Kult

Vorerst heizt der ehemalige Profi-Fussballer für Carlsberg die Stimmung im Web an. Weitere Massnahmen seien noch nicht geplant. «Ich lasse mich jedoch gerne überraschen », so Gress und meint, man könne auch über eine grössere Kampagne reden. Als Werbefigur ist er schliesslich nicht zum ersten Mal tätig. Für die Schweizer Unfallversicherung Suva klärte Gress über Unfallprävention im Sport auf oder warb zusammen mit Sänger Baschi für die Sportwetten von Swisslos. Stets mit Pilotenbrille und Kult-Frisur. Neben Carlsberg ist Gress auch als Markenbotschafter für Hyundai unterwegs. Seit zwei Jahren fährt er nicht mehr mit deutschen Autos, sondern mit einem Modell des koreanischen Herstellers durch die Gegend. «Im Hyundai sitzen und ein Carlsberg trinken, das ist das Ideale», schwärmt Werbebotschafter Gress. EIN Bier sei schliesslich erlaubt. Mit Carlsberg und Hyundai hat sich Gress gleich zwei Sponsoren der UEFA Euro 2012 geschnappt. Kommen bald weitere Euro-Sponsoren dazu? Zum Beispiel McDonald’s? Abgeneigt wäre Gress jedenfalls nicht. Isabel Imper

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Top der Woche: Migros ist die stärkste Schweizer Marke

Migros ist laut der aktuellen Brand-Studie von Millward Brown die stärkste Schweizer Marke in Bezug auf ihren Markenwert. Swisscom rangiert bei den Schweizer Marken auf Platz 2, gefolgt von Coop auf Rang 3.

Millward Browns Zahlen zeigen die Stärke der beiden Detailhandelsriesen im Schweizer Markt. Berücksichtigt man jedoch die Präsenz globaler Marken in der Schweiz, so werden Migros und Coop von der US-Marke Google geschlagen, die in der Schweiz den ersten Rang einnimmt. Apples iPhone ist eine weitere überaus beliebte Marke in der Schweiz und rangiert an dritter Stelle. In einer weiteren Studie analysierte Millward Brown den Markenwert globaler Marken in der Wahrnehmung der Schweizer Konsumenten. Sana Carlton, Managing Director von Millward Brown Schweiz, erläutert: «Sechs der zehn Marken mit der stärksten Performance in der Schweiz sind Schweizer Marken. Dieses Ergebnis ist erstaunlich angesichts der Tatsache, dass sie mit internationalen Namen wie Facebook, IBM oder Evian konkurrieren. Es zeigt die Bedeutung, die Schweizer Konsumenten den Marken des Landes und insbesondere den heimischen Detailhandelsunternehmen Migros und Coop beimessen».

Flop der Woche: Printmedien mit weniger Inserateinnahmen im April

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Einnahmen um 13,2 Prozent auf 124,1 Millionen Franken. Auch im Vergleich zum Vormonat nahmen sie deutlich ab.

Noch im März hatten die Zeitungen und Zeitschriften in der Schweiz 150,3 Millionen Franken mit Inseraten eingenommen. Dies teilte die Wemf für Werbemedienforschung mit. Bei den Stellenanzeigen gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 9,9 Millionen Franken zurück (-36,2 %). Die Einnahmen der Liegenschaftsanzeigen sanken auf 3,7 Millionen Franken (-23,2 %). Die übrigen Inserate erzielten insgesamt 99,5 Millionen Franken (-11,6 %). Einziger Gewinner im April: Die Prospektbeilagen. Hier stiegen die Einnahmen auf 10,9 Millionen Franken (+9,1 %). Die Umsätze der Finanz- und Wirtschaftspresse gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 3,5 Millionen Franken (-23,2 %) zurück. Die Tagespresse verzeichnete einen Rückgang von 17,4 Prozent. Auch die Publikumspresse musste Einbussen hinnehmen (-14,2 %), die regionale Wochenpresse (-11,3 %), die Fachpresse (-8,4 %) und die Spezialpresse (-7,6 %). Mit 14,4 Millionen Franken verzeichnete die Sonntagspresse 13,1 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresmonat.

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