«Ein verdammt gutes Gefühl»

Matthias Freuler hat nach fast dreissig Jahren in der kommerziellen Werbung einen neuen Sinn in der Kommunikation für NPOs und ihre gesellschaftlichen Anliegen entdeckt. Er arbeitet jetzt für Spinas Civil Voices.

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Der Schriftsteller Raymond Chandler hat einst gesagt, dass Werber und Schachspieler diejenigen sind, die ihr kreatives Talent am sinnlosesten vergeuden. 2010 hat sich Matthias Freuler gesagt, ganz so sinnlos wolle er diese Gabe in Zukunft nicht mehr verschleudern.

30 Jahre arbeitete er als Texter, Konzepter und CD in klassischen Agenturen. «Irgendwann hat man es gesehen, irgendwann wiederholt sich alles. Die Mobiliar-Kampagne mit den Schadenskizzen zum Beispiel hatten wir einst bei Aebi Strebel erfunden, später habe ich bei Publicis darauf gearbeitet und zu guter Letzt dann auch noch bei Wirz. Wenn man immer nur in Top-10-Agenturen tätig ist, fühlt man sich irgendwann wie im Film «Und täglich grüsst das Murmeltier». Immer die gleichen Kunden, die gleichen Kollegen, die gleichen Aufträge und die gleichen Awards.»

Deshalb sei es nach zehn Jahren als Executive Creative Director bei Wirz ein guter Zeitpunkt gewesen, endlich etwas anderes zu machen. Allerdings war für Freuler von Anfang an klar: «Reben schneiden in der Toskana oder Bücher schreiben auf Ibiza ist nicht mein Ding. Ich will weiterhin das tun, was ich am besten kann und am liebsten mache: Ideen aushecken. Same, but different!» Auf der Suche nach einem Job, der ihm zukünftig mehr bringt, ist Freuler schliesslich bei Spinas Civil Voices fündig geworden, einer Agentur, die sich auf Kunden und Engagements aus dem Bereich NPO spezialisiert hat. Zwar habe er es in seiner bisherigen Laufbahn sicher geschafft, «dem einen oder anderen Grosskunden das Image ein wenig aufzupolieren oder den Absatz zu steigern». Aber heute weiss Freuler, dass es ihm weit mehr Genugtuung verschafft, für WWF, Solidar, Heilsarmee oder Amnesty International etwas Sinnvolles und Nachhaltiges zu tun.

«Es ist ein verdammt gutes Gefühl, wenn man am Abend von der Arbeit heimkommt und weiss, dass man heute vielleicht ein paar Menschen vor dem Verhungern, ein paar Tiere vor dem Aussterben oder ein paar Quadratmeter Tropenwald vor dem Abholzen gerettet hat.»

Zwar hat Matthias Freuler auch schon in seinen Zeiten bei Wirz an Kampagnen für das Brockenhaus, die Heilsarmee oder für die Tibetische Gemeinschaft gearbeitet. «Wirklich Neuland ist für mich aber das Fundraising. Dort kann ich nicht nur meine Kreativität einbringen, sondern lerne jeden Tag auch wieder etwas Neues.» Spannend dabei: Bei Spinas Civil Voices wird nie etwas «ins Blaue hinaus» gemacht. Jeder Aussand wird getestet und erst wenn erwiesen ist, welche Ansprache die beste ist, wird ein Mailing generalisiert. Pro Jahr sind so bei der Spezialagentur rund 180 Aussände am Laufen. Spinas Civil Voices beschäftigt 30 Leute. Die Agentur nahe beim Zürcher Volkshaus ist mit einer «sehr flachen Hierarchie» organisiert. Lorenz Spinas ist der Inhaber, Geschäftsführer und Executive Creative Director in Personalunion. «Auf der nächsten Stufe kommen dann wir 29 anderen», meint Freuler mit einem Schmunzeln. Einige Spezialisten stammen aus NPOs und waren dort bereits als Fundraiser tätig. Andere kommen aus Werbeagenturen. Freuler wirkt als CD auf einzelnen Projekten, wo er seine langjährigen klassischen Erfahrungen einbringen kann. «Meine Stärke liegt sicher im Kreieren von Kampagnen. Aber mittlerweile bin ich auch als Fundraiser schon ziemlich sattelfest.»

Verblüffung mit Clooney und Blatter

Bereits einer sehr breiten Öffentlichkeit ist Freuler mit zwei viralen Filmen aufgefallen. Seine Parodie mit George Clooney, der von einer Nespresso- Leuchttafel erschlagen wird, wirbt für Fair Trade beim Kaffeeanbau. Der Clip für Solidar Suisse ist bis jetzt auf Youtube über 900 000-mal angeklickt worden. Der neueste Viralfilm mit Sepp Blatter als Samba- Tänzer, der darauf aufmerksam machen will, dass bei der Fussballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien über 150 000 Einheimische für einen Stadionbau vertrieben werden sollen, steht aktuell bei 350 000 Klicks. «Bei beiden Solidar-Filmen ging es darum, elektronische Unterschriften für die entsprechenden Petitionen zu sammeln.»

Während der Blatter-Spot mit einem professionellen Ballett-Tänzer unter einer massgefertigten Silikon-Maske realisiert wurde, hat man für die Nespresso-Parodie einen Clooney praktisch vor der Haustür gefunden: im Zürcher Brockenhaus. Serge Kaspar arbeitet dort als Kundenberater und schaut wirklich fast noch besser aus als der echte Clooney. Trotzdem möchte Kaspar nicht zum «Look alike» werden, sondern höchstens mit seiner eigenen Persönlichkeit «bei Gelegenheit etwas modeln». Ein Amateur-Weltstar aus dem Brockenhaus ist zwar nicht die neue Norm. Trotzdem hat sich mit dem Wechsel von Wirz zu Spinas Civil Voices auch produktionstechnisch und medial einiges verändert. «Früher habe ich aufwendige Werbespots kreiert, die später mit grossem Mediabudget unter die Leute gebracht wurden. Die der Zielgruppe zu besten ‹Tagesschau›-, ‹Meteo›- und ‹10vor10›-Zeiten gezeigt wurden, nicht immer aber von der Zielgruppe auch wirklich gesehen wurden. Oder wenn, dann vielleicht nur, weil sie gerade zu faul zum Pinkeln waren. Heute kreiere ich Filme, die so spannend, witzig, neu oder andersartig sein müssen, dass sie von den Leuten freiwillig angeschaut und im Idealfall weiterempfohlen werden. Diese Anforderung ist ungleich grösser, aber auch sehr viel interessanter.» Meist sei so wenig Geld vorhanden, dass zwingend eine gute Idee her muss, damit die Botschaft den Weg zu den Menschen findet. «Für einen Kreativen ist diese Ausgangslage grossartig.» Wobei das Seeding natürlich auch immens wichtig ist. Ob ein Youtube-Film auf 3000 Views sitzen bleibt oder aber der Zähler auf einige Hunderttausend hochgeht, «kann sehr wohl beeinflusst – allerdings nicht erzwungen werden», weiss Freuler.

Etwas geändert bei seinem neuen Job hat sich Freulers Verhältnis zu Kreativpreisen. «Ich habe jahrelang bei all diesen Wettbewerben mitgemacht und finde auch heute noch, dass Preise ein Ansporn sind, etwas Gutes zu machen. Institutionen wie der ADC, Cannes oder Clio sind extrem wichtig, damit wirklich bessere Arbeiten gemacht werden. Nur hat sich leider in den letzten Jahren gezeigt, dass an Wettbewerben oft Arbeiten gewinnen, die keinerlei Relevanz auf dem Markt haben. Stattdessen werden heute für den ADC, Cannes & Co immer mehr Arbeiten eingereicht, für die es niemals einen Auftrag gab. Sehr oft ist nicht nur der Auftrag frei erfunden, auch einen entsprechenden Kunden gibt es gar nicht oder der Kunde weiss nichts davon, dass in seinem Namen eine Arbeit eingereicht wurde. Hauptsache, es gibt einen Preis. Das macht auf die Dauer einfach keinen Spass mehr.»

Fast jede Agentur, die beim jährlichen Kreativ- Ranking unter den ersten 10 sein will, unternimmt heute spezielle Anstrengungen, um sogenannte Goldarbeiten zu realisieren. «Das Kreieren von reinen Fake-Arbeiten gehört mittlerweile zum Alltag und ist fix in die Arbeitsplanung mit einbezogen. Wohltuende Ausnahmen in Sachen kreative Arbeiten für reale Kunden sind für mich Ruf Lanz und Spillmann Felser», so Freuler.

Radikal Award-verdrossen soll das aber nicht tönen. Immerhin hat Freuler mit Lovely, der polysportiven Milchkuh, und als «Vater» der Schadenskizzen der Mobiliar zwei Klassiker kreiert, die bis heute im Einsatz sind. Aber nach geschätzten 258 gewonnenen Preisen ist Award Nr. 259 halt einfach nicht mehr ganz so prickelnd. «Unserer Kundschaft bei Spinas Civil Voices sind Preise sowieso absolut egal.» Trotzdem bleibt Freuler aber im ADC. Im Schulrat nimmt er weiterhin Prüfungen ab und macht jeweils mit den jungen Talenten die Nachbesprechungen. Auch die Events und Partys der Szene sind nicht mehr sein Ding. «In meiner Funktion als CD musste ich repräsentieren und wurde von vielen Leuten kontaktiert.» Wer nachher einen Schritt zurück tritt, merke sehr schnell, dass von den vielen «engen Freunden» nur wenige bleiben. Diese Freundschaften sind allerdings wirklich eng und gut und bleibend. Aus dem ganzen Rest wurden «Geschäftsfreunde, die ich ehrlich gesagt auch nicht gross vermisse ».

Umso mehr hat er es dafür genossen, im letzten Monat mit seiner Familie ein paar «kreative Tage» in New York zu verbringen. «Es war ein spezielles Erlebnis, zusammen mit meiner 15-jährigen Tochter und meinem 17-jährigen Sohn am Times Square zu stehen. So mitten drin zu sein in diesem riesigen Werbe-Tohuwabohu und total eingelullt und zugedröhnt zu werden.» Werbung, so hat Matthias Freuler wieder einmal feststellen dürfen, kann halt doch eine fast magische Faszination ausüben. Man muss es nur für das Richtige machen. Andreas Panzeri

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Studie: Unternehmen bei sozialen Medien noch in der Pubertät

Die Unternehmen haben im anschwellenden Boom sozialer Medien noch nicht herausgefunden, wie sie den Hype um Facebook und Co. gewinnbringend nutzen können. Laut einer Studie stecken die Firmen in der Pubertät: Sie geben sich viel Mühe auf der Suche nach Beziehungen zu ihren Kunden, wissen aber nicht, wie es geht.

Im vergangenen Jahr haben sich viele Unternehmen vor allem bei Facebook engagiert, um möglichst viele «Gefällt-mir»-Klicks zu ergattern. Dies geht aus dem E- Commerce-Report 2012 hervor, der am Donnerstag vor den Medien in Zürich veröffentlicht wurde. Firmen, die an einem schnellen Wachstum ihrer Freundeszahlen interessiert seien, belohnten ein «Gefällt mir» beispielsweise mit Gutscheinen oder Zugang zu speziellen Angeboten.

«Welchen Wert diese gekauften Freunde haben, ist dennoch schwer einzuschätzen», heisst es in der Studie, die von der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrags des Zahlungsabwicklers Datatrans im ersten Quartal durchgeführt wurde. Dazu wurden Verantwortliche von 34 wichtigen im Schweizer Internethandel tätigen Unternehmen befragt.

Ernüchterung nach Hype
«Vor zwei, drei Jahren herrschte Goldgräberstimmung auf Facebook. Inzwischen macht sich Ernüchterung breit», wird Weltbild-Verlag-Chefin Rita Graf zitiert. «Facebook hat weniger Einfluss auf Kaufentscheide, als wir dachten», erklärte der E-Commerce-Verantwortliche Janos Heé von der Fluggesellschaft Swiss. Eine Reihe von Unternehmen, die sich ernsthaft bei den sozialen Medien engagiert hätten, seien nach den bisherigen Erfahrungen enttäuscht, hiess es in der Studie. Einige würden ihr Engagement wieder reduzieren.

Die hohen Erwartungen an die Möglichkeiten zur Bindung der Kunden hätten sich bei der diesjährigen Befragung bereits wieder abgeschwächt, sagte Studien- Mitautor Ralf Wölfle von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Swiss sehe Facebook als Kommunikations- und Marketingkanal, aber nicht als Verkaufsplattform, erklärte Heé. Ins selbe Horn stiess Marketingchef Matthias Thürer von ebookers.ch: «Facebook ist keine E-Commerce-Seite. Unsere Buchungsmaschine auf Facebook generiert nur sehr wenige Buchungen.» Mit den sozialen Medien könnten die Firmen die Wahrnehmung von Marken erhöhen, aber eher kaum Umsätze erzielen, sagte Wölfle.

Verkäufe über Handy boomen
Dagegen boomen die Bestellungen über mobile Geräte wie iPhones und iPads weiter. Die SBB würden mittlerweile mehr Tickets über Handys verkaufen als über ihre Webseite, erklärte E-Business-Leiter Patrick Comboeuf.

Ein Viertel der von der Studie befragten Unternehmen erzielen mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit Bestellungen über mobile Geräte. Weiteren Schub dürfte der Boom der Tabletcomputer verleihen, sagte Wölfle. (sda)
 

Net-Metrix Mobile: Schweizer Mobile-Sites und Apps rege genutzt

Net-Metrix hat die Mobile-Publikation veröffentlicht. Aktuell stehen der Branchenorganisation die Nutzungsdaten zu über 50 Mobile-Angeboten zur Verfügung.

Mit dem Aufkommen der bedienerfreundlichen Smartphones und Tablets besuchen Internetnutzer das Web immer häufiger auch über mobile Geräte. Umgekehrt bieten die Website-Betreiber ihren Content mittlerweile oftmals auch über bildschirmoptimierte Mobile-Sites oder Apps an. Mit diesem geänderten Verhalten steigen gleichzeitig die Bedürfnisse nach standardisierten und damit vergleichbaren Nutzungsdaten zu den verschiedenen Mobile-Angeboten, so Net-Metrix in einer Mitteilung zur Mobile-Publikation vom April.

Auf den vorderen Rängen
Auf den teilnehmenden Mobile-Angeboten wurden im April 2012 insgesamt fast 400 Millionen erzeugt und über 45 Millionen Visits registriert. Mit rund 9 Millionen Visits führt die iPhone-App von 20 Minuten Online die Visit-Rangliste an. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die Mobile-Sites von Blick Online mit über 5.3 Millionen Visits sowie von Bluewin mit rund 3.2 Millionen Visits.

Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich für die Anzahl Unique Clients (UCs). Im April 2012 wurde auf rund 482‘000 iPhones die App von 20 Minuten Online mindestens einmal genutzt, die Mobile-Site von Blick Online wurde auf rund 479‘000 Geräten mindestens einmal aufgerufen. Auf den Plätzen 3 und 4 folgen die Mobile-Sites von Bluewin (411'000 UCs) und 20 Minuten Online (311‘000 UCs).

Die Mobile-Publikation von Net-Metrix umfasst monatlich einheitlich gemessene und zertifizierte Kennzahlen zu den teilnehmenden Mobile-Angeboten. Die Premiere fand am 19. April 2012 mit über 40 Angeboten statt. Bei der zweiten Publikation vom 16. Mai 2012 sind nun über 50 bekannte Schweizer Mobile-Sites und Apps vertreten.
 

Gemi April 2012: Adscreen legt zu, Internet verliert

Im stabilen Gesamtmarkt zeigt der Werbedruck von Adscreen und Internet auch im April die stärksten Veränderungen. Der Gesamtmarkt bleibt stabil, während sich die elektronischen Medien insgesamt leicht steigern können.

Mit 482 (470) Indexpunkten und somit einem Plus von 12 Punkten befindet sich Adscreen im April nach wie vor auf Wachstumskurs. Internet schreibt im Gegensatz dazu mit 671(683) Indexpunkten ein Minus von 12 Punkten. Weit weniger stark verändert sich der Werbedruck der übrigen Medien: TV und Radio legen mit 601 (600) beziehungsweise 424 (423) Indexpunkten je einen Punkt zu, Teletext büsst mit 97(99) Indexpunkten zwei Punkte ein. Der Gesamtmarkt bleibt mit 238 Indexpunkten stabil, die elektronischen Medien insgesamt können den Werbedruck mit 606 (605) Indexpunkten leicht steigern.
 

Zen und die Kunst der Kommunikation

Der folgende Text über die Grundregeln des Bogenschiessens stammt aus dem sogenannten Shaho-Kun. Er lässt sich einfach auf die Kunst der Kommunikation übertragen. Gastkommentar von Oliver Reichenstein, Informatikarchitekt in Tokio.

Zürcher Journalistenpreis 2012 verliehen

Am 23. Mai fand im Casino Theater Winterthur die Feier zur Verleihung des Zürcher Journalistenpreises statt. Vier herausragende Arbeiten wurden ausgezeichnet.

Der diesjährige Zürcher Journalistenpreis geht in der Kategorie Zeitung an Gion Mathias Cavelty, in der Kategorie Zeitschrift an Daniel Ammann und Julia Hofer und in der Kategorie Nachwuchs an Joel Bedetti. Die ausgezeichneten Arbeiten hat die Jury aus knapp 150 Einsendungen ausgewählt. Die Festansprache hielt Tobias Trevisan, der in der Schweizer Verlagslandschaft bestens vernetzte Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Stiftungsratspräsident Andrea Masüger kündigte anlässlich der Preisverleihung Neuerungen an, die ab 2013 gelten. Neu sollen auch Texte die Möglichkeit einer Auszeichnung erhalten, die nur online erschienen sind. Die bisherigen Preiskategorien werden abgeschafft, verliehen werden künftig maximal drei Preise sowie ein Preis für das Gesamtwerk. Damit, so Masüger, werde «die Flexibilität der Juryarbeit erhöht und die Auswahl der Besten nicht durch Kategorie-Vorgaben eingeschränkt».

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Würdigungen der Jury

Der in diesem Jahr in den Kategorien Zeitung, Zeitschrift und Nachwuchs vergebene Zürcher Journalistenpreis stellt die Qualität des Medienschaffens und das persönliche Engagement von Journalistinnen und Journalisten in den Mittelpunkt. «In Gion Mathias Caveltys Text ereignet sich in zeitgemässer Aufmachung die Wiedergeburt des Opernberichterstatters alter Schule», sagte Jury-Mitglied Marco Meier in seiner Laudatio. «Dieses legendäre Genre leuchtet in der Reportage brillant noch einmal auf und findet eine eigenständige Form. Hier macht hohe Kunst Spass», würdigte Meier den Ausgezeichneten.

Jurorin Margrit Sprecher lobte Julia Hofer: «Sie tut, was viel zu wenig Medienschaffende tun: Sie erforscht das scheinbar Wohlbekannte, ihre nächste Umgebung. Und stösst dabei auf weit Exotischeres als manche Weltreisende. Es ist nicht nur das Warum, das der Jury gefallen hat. Es ist auch das Wie.»

«Daniel Ammann blieb mit seinen Recherchen sieben Jahre lang an dem Fall Holenweger», erkannte Laudator Alain Zucker. «Wir würdigen einen Journalisten, der unbeirrbar, unabhängig und gekonnt grobe Missstände bei der Bundesanwaltschaft aufdeckte. Ohne ihn wären sie womöglich nie ans Licht gekommen.»

«Was ist eine gute Geschichte? Sie muss Neues erzählen, sie muss es klug erzählen, und gut geschrieben sollte sie sein», stellt Jury-Mitglied Susan Boos fest. «Joel Bedetti hat ein wunderbares Porträt über Meinhard von Seckendorff geschrieben – über den Baron, der 90 Semester an der Uni Zürich studierte», heisst es in ihrer Laudatio.

> Broschüre zur Preisverleihung 2012 (PDF)

Über den Zürcher Journalistenpreis

Zweck der vom Zürcher Presseverein gegründeten Stiftung Zürcher Journalistenpreis ist es, über die Ausschreibung und Vergabe eines Preises einen konkreten Beitrag zur Förderung der journalistischen Qualität zu leisten. Die Prämierung von herausragenden Arbeiten soll den Journalistinnen und Journalisten Ansporn sein, ihre schwierige Aufgabe inhaltlich wie auch stilistisch auf hohem Niveau zu meistern und journalistische Highlights zu kreieren, die über den Tag hinaus in Erinnerung bleiben. Seit 1981 werden Arbeiten, die in den Kantonen Zürich und Schaffhausen publiziert worden sind oder die von Autorinnen und Autoren stammen, die hauptsächlich in diesen Kantonen arbeiten, von einer unabhängigen Jury begutachtet. Sie wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Der Jury gehören Fredy Gsteiger (Präsident), Susan Boos, Marco Meier, Margrit Sprecher und Alain Zucker an. Der Stiftungsrat setzt sich aus Andrea Masüger (Präsident), Esther Girsberger, Kaspar Loeb und David Strohm zusammen.

 

Zu guter Letzt: Keiner will nach Winterthur

Die Kampagne «…winterthur…» soll bis Ende 2013 den Bekanntheitsgrad von Winterthur steigern. Zusätzlich zu den Plakaten, Fahrzeugbeschriftungen, Tragtaschen und so weiter haben die Projektpartner nun eine Facebook-Aktion lanciert – mit mässigem Erfolg.

«10 Tage Winterthur – Die Entdeckungstour» heisst die Facebook-Aktion, wie im Tages-Anzeiger zu lesen ist. Und so funktioniert’s: Wer will, darf zehn Tage lang zum Entdecker werden und dabei gratis in einer Wohngemeinschaft in Winterthur wohnen. Wenn er/sie denn denn das Voting gewinnt. Im Gegenzug muss er/sie während dieser Zeit auf Facebook über seine Erlebnisse berichten. Die Facebook-Nutzer können ihm/ihr dabei sagen, was er/sie alles unternehmen soll. Die Idee ist gut – doch die Welt scheinbar noch nicht bereit. Denn: Es haben sich gerade mal zwei Personen beworben: Stefan (43) aus dem Aargau und Fabienne (22) aus dem Thurgau. Und die beiden liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zur Zeit liegt Stefan vorne – mit 379 zu 280 Stimmen. Aber das kann sich jederzeit ändern – bis am Donnerstag kann noch abgestimmt werden.

Darüber, weshalb fast keiner die schöne Stadt Winterthur entdecken will, kann nur spekuliert werden. Tages-Anzeiger hat ein paar Ideen notiert. Beispielsweise wird vermutet, dass keiner, der Winterthur wirklich schön findet, angefixt werden will – schliesslich muss die Stadt nach zehn Tagen wieder verlassen werden, und das kann schmerzen. Oder aber das WG-Leben schreckt ab. Oder keiner will ferngesteuert Dinge unternehmen, geschweige denn, auf Facebook über diese Dinge berichten. Oder es will ganz einfach keiner nach Winterthur. Wobei das nicht ganz nachzuvollziehen wäre. So ein schönes Städtchen – das Beste, was Zürich zu bieten hat eben.

> Euro RSCG Zürich: Winterthur ist das Beste, was Zürich zu bieten hat
> Euro RSCG: Neue Testimonials für Winterthur

SFLB kommuniziert neu für Verband für Strukturierte Produkte

Die Agentur Spillmann/Felser/Leo Burnett hat den Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) als neuen Kunden gewonnen.

Das Ziel des SVSP ist es, die Bekanntheit von Strukturierten Produkten weiter zu fördern und Anlegern deren Potenzial aufzeigen. Für die Bewerbung setzt der Verband auf Spillmann/Felser/Leo Burnett. Gemäss Jürg Stähelin, Geschäftsführer beim SVSP, überzeugte SFLB mit einer klaren Strategie und einer smarten Idee, die sich in den verschiedensten Medien umsetzen lässt. Erste Resultate sind in den nächsten Wochen zu sehen.
 

Paroli verstärkt Führung

Oliver Suter, bisheriger Alleininhaber der Zürcher PR- und Kommunikationsagentur Paroli, holt Tanja Hollenstein als Partnerin an Bord. Die beiden teilen sich ab 1. Juni 2012 die Geschäftsführung.

Mit dem Ziel, das bestehende Angebot auszubauen und neue Geschäftsfelder zu erschliessen, teilen sich Oliver Suter und Tanja Hollenstein ab Juni 2012 die Geschäftsführung, so die Agentur in einer Mitteilung. Oliver Suter wird den Bereich Kreation verantworten und Tanja Hollenstein die Beratung. «Ich freue mich, Tanja Hollenstein als Partnerin gewonnen zu haben, die ich bereits während dreier Jahre als engagierte Mitarbeiterin und Mitglied der Geschäftsleitung kennengelernt habe», erklärt Oliver Suter, bisheriger Alleininhaber. Tanja Hollenstein ergänzt: «Wir sind überzeugt, dass wir uns optimal ergänzen und so die Strategie der Konzentration auf unsere Kernkompetenzen und ein massvolles Wachstum gemeinsam mit unserer bestehenden Geschäftsleitung und unserem Team in den nächsten Jahren gezielt vorantreiben können».

Tanja Hollenstein hat sich gemäss Mitteilung in den letzten 15 Jahren ein umfassendes Know-how in der Kommunikationsbranche erarbeitet, wobei sie vorwiegend auf Agenturseite tätig war, unter anderem von 2008 bis 2011 bei Paroli. Sie verfügt über vertiefte Kenntnisse in den Bereichen Corporate Communications, strategische Beratung, Produkt PR, Publikationen und Krisenkommunikation. Die praktischen Kenntnisse hat sie mit der Ausbildung zum Master in Business Communications ergänzt. Ihr Themenfokus liegt auf den Bereichen Konsumgüter, Lifestyle, Tourismus und Corporate Social Responsibility.

 

Renzen Communications: SVA-Jahresbericht realisiert

Seit mehreren Jahren wird Renzen Communications mit der Gestaltung des Jahresberichts der SVA Aargau betraut. Auch dieses Mal wurde der Bericht von der Aarauer Agentur konzipiert und realisiert.

Der Jahresbericht 2011 steht unter dem Motto «Es sind die Menschen, die Projekte erfolgreich machen». Im redaktionellen Teil kommen neben der zahlenmässigen Berichterstattung verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Wort, die massgeblich an der «Mission Apollo08» – der Einführung des neuen IT-Systems AKIS net – beteiligt waren. Sie werden im Büro-Umfeld vor einer grossen Leinwand porträtiert, auf der jeweils ein Statement zu einer bestimmten Projektphase zu lesen ist.

Verantwortlich bei SVA Aargau, Aarau: Bergita Kayser (Direktorin), Karsten Poppe (Generalsekretär), Claudia Meier-Suter und Beatrice Fiechter (Support Direktion). Verantwortlich bei Renzen Communications, Aarau: Achim Kaufmann (AD), Alain Götschi (Beratung).

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CR Basel: Plakate für tiefere Gesundheitskosten kreiert

CR Basel hat für Mepha eine gesamtschweizerische Plakatkampagne realisiert. Die Botschaft: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Mepha-Generika.

Während die Gesundheitsausgaben in der Schweiz stetig steigen, gibt es in Form von Mepha Generika mehr als 140 wirkungsvolle, preiswerte Medikamente, um diesem Trend entgegenzuwirken. Darauf weist auch die von CR Basel für Mepha konzipierte, gesamtschweizerische Plakatkampagne hin, die in der konkreten Aufforderung mündet, sich stets nach günstigen Alternativen zu erkundigen. Oder: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Mepha-Generika.

Verantwortlich bei Mepha: Andreas Bosshard (CEO), Christoph Herzog (Head Corporate Communications). Verantwortlich bei CR Basel: Gabriel Heuberger (CD) Philipp Kropf (AD), Philipp Schweizer (Text), Monika Wüthrich, Peter Frey (Beratung).

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Sport.ch setzt auf Adello

Die mobilen Dienste von Sport.ch werden ab sofort von Adello vermarktet. Für das Ad- Management wird die in der Schweiz von Adello vertriebene Smart Ad Server-Technologie eingesetzt.

Sport.ch sei mit 1.6 Millionen Visits pro Monat das grösste unabhängige Sport-Portal der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Web-Apps für iPhone und Android machten einen stetig wachsenden Anteil davon aus; insbesondere Fussball- und Eishockey-Events würden zunehmend unterwegs mitverfolgt.

Für die Vermarktung im Mobilbereich setzt Sport.ch neu auf Adello. Für das Ad-Management wird die in der Schweiz von Adello vertriebene Smart Ad Server-Technologie eingesetzt, welche neben den standardmässigen IAB-Formaten diverse Rich Media-Formate wie beispielsweise Travelling Ads oder Video Layer Ads ermöglicht.

 

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