Art.l.schock: Bus kurvt für Atzmännig durchs Zürcher Oberland

Zum 50-Jahr-Jubiläum der Sportbahnen Atzmännig liess die Zürcher Agentur Art.l.schock einen VZO-Gelenkbus einkleiden. Der Bus soll Orientierung schaffen.

Als Sujets dienen Wegweiser, welche zeigen sollen, wie vielfältig die Möglichkeiten im Atzmännig-Gebiet sind. Runde Fotos in Form von Feldstecherperspektiven geben tieferen Einblick in die Attraktionen. Die Botschaft lautet schlicht: Atzmännig steht für unbegrenztes Freizeitvergnügen für die ganze Familie.

Der Gelenkbus der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) wird während mindestens drei Jahren im öffentlichen Netz verkehren. Er fährt auf allen Linien im Oberland und am rechten Zürichseeufer.

Verantwortlich bei Sportbahnen Atzmännig: Cornelia Schneller (Marketingleiterin). Verantwortlich bei Art.I.schock: Philipp Bremer (Projektleitung), Valeria Häberli (Creative Director). Verantwortlich bei VZO: Joe Schmid (Leiter Marketing).

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Nœrd öffnet seine Tore

Am 2. Juni geben 25 Mieter und 300 Mitarbeitende - darunter die Taschenmanufaktur Freitag und Aroma, Agentur für dreidimensionale Kommunikation - Einblick in ihre Arbeitswelt.

Vor einem Jahr sei an der Binzmühlestrasse 170 in Oerlikon noch gebohrt, gehämmert und gefräst worden, heisst es in einer Mitteilung. Inzwischen habe sich das Gewerbehaus der Kreativen in Zürichs Norden mit Leben gefüllt: Die Ankermieter Aroma und Freitag hätten ihre neuen Räumlichkeiten im August 2011 bezogen. Das Konzept des «etwas anderen Gewerbehauses» werde auch von weiteren Agenturen geschätzt – etablierte Unternehmen aus der Schweizer Kreativwirtschaft hätten sich rund um die beiden Hauptmieter angesiedelt.

Am Tag der offenen Tore am 2. Juni steht von 12 Uhr bis 18 Uhr allen Interessierten die Möglichkeit offen, sich selbst ein Bild vom Nœrd zu machen – mit exklusiven Führungen durch die Aroma- & Freitag-Hallen, Einblicken in die Arbeitswelt von Werbeagenturen sowie Architekturführungen durch das Gebäude, aber auch mit Nœrd-Touren zum selber entdecken. Als weitere Attraktionen gibt es einen Freitag-Rampenverkauf, einen Lagerverkauf von Aroma, bei dem man sich mit zahlreichen Trouvaillen aus dem Aroma-Fundus eindecken kann und Unterhaltung für Kinder & Erwachsene. Für das leibliche Wohl ist Jürg Stacher – ehemaliger Chef des Restaurants Divine – mit seiner Nœrd-Kantine-Crew besorgt.

Über das Gewerbehaus Nœrd

Das Nœrd ist ein Low-Tech-Gewerbehaus, das kostengünstig ist und gleichzeitig qualitativ hochstehende architektonische Anforderungen erfüllt. Die Planung und Umsetzung des Gewerbeneubaus wurde vom Architekten Beat Rothen, der Immobilienberatungsfirma Wüest & Partner und der St. Galler Totalunternehmung Senn BPM AG als Projektentwickler durchgeführt. Eigentümerin ist die Anlagestiftung Pensimo.

> Weitere Informationen

Tamedia entlässt 21 Mitarbeitende

Der Medienkonzern Tamedia will in der Romandie 21 Mitarbeitende entlassen. Es handelt sich um Personal für Technik und Unterhalt der drei Westschweizer Redaktionen. Das Medienhaus gibt dort die Zeitungen La Tribune de Genève, 24 heures und Le Matin heraus.

21 Personen seien über ihre bevorstehende Kündigung informiert worden, bestätigte Eric Budry von der Redaktions- und Personalvereinigung der Tribune de Genève Meldungen der Zeitungen Courrier und La Liberté vom Samstag. Die betroffenen 5 Angestellten in Genf und die 16 in Lausanne sind nicht bei den einzelnen Blättern, sondern direkt von Tamedia angestellt. Ihre Aufgaben sollen extern vergeben werden.

Laut Budry ist ein Streik derzeit kein Thema beim Personal der Tribune de Genève. Allerdings wolle man zusätzliche Informationen zu den Entlassungen. Es sei seltsam, dass Leute entlassen würden, deren Dienstleistungen für die Redaktionen unentbehrlich seien. (SDA)
 

Blick-Newsroom lässt Kaninchen über EM-Resultate orakeln

Während der Fussball-WM in Südafrika war es der Deutsche Tintenfisch Paul, der über den Ausgang der Spiele orakelte – an der kommenden Fussball-EM in Polen und der Ukraine werden es Kaninchen sein. Zumindest im Newsroom der Blick-Gruppe.

Vor jedem Spiel der Euro 2012 wird man ein Kaninchen in eine eigens angefertigte Mini-Fussball-Arena einlaufen lassen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die beiden Tore des Stadions sind jeweils mit Rüebli und den Flaggen der gegeneinander antretenden Teams versehen. Es gewinnt – voraussichtlich – jenes Team, bei welchem das Tier innerhalb von 90 Sekunden anbeisst. Wird gar nicht geknabbert, endet das Spiel unentschieden.

Für die nicht ganz ernst gemeinte Spiele-Prophezeiung hat die Blick-Sportredaktion auf dem Erlebnisbauernhof Jucker Farmart in Seegräben ZH eigens eine vier mal fünf Meter grosse,  Arena anfertigen lassen. Vier Kaninchen wurden bereits als Fussball-Experten ausgebildet und haben prominente Göttis, die sich während der Euro um sie kümmern: Eisprinzessin Sarah Meier, Siebenkämpferin Linda Züblin, Olympia-Held Donghua Li und Schwingerkönig Nöldi Forrer.

Die langohrigen Fussballexperten können ab dem 8. Juni täglich live ab 16 Uhr vor Ort im Hasenstadion auf der Jucker Farmart in Seegräben, per Video auf Blick.ch sowie auch auf allen anderen Blick-Kanälen bei der Arbeit beobachtet werden.

 

Solides Jahr für die Südostschweiz Medien

Die Südostschweiz Medien konnten im Geschäftsjahr 2011 den Betriebsertrag auf stabilem Niveau halten, obwohl auch die schweizerischen Medien von der Finanz- und Eurokrise betroffen wurden.

Die Südostschweiz Medien (SOM) erzielten im Geschäftsjahr 2011 einen leicht höheren Betriebsertrag, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Cash flow und Jahresgewinn sanken gegenüber 2010 aufgrund von höheren Aufwendungen wie Zeitungsvertrieb und Abschreibungen. Die Finanz- und Eurokrise machten den SOM vor allem im Bereich Kundendruck zu schaffen. Der tiefe Frankenkurs, das hohe Lohnniveau der Schweiz und höhere Rohstoffpreise wirkten sich für die Umsätze und die Kalkulation von Druckgütern negativ aus. Erfreulich gut entwickelten sich das Anzeigengeschäft im Raum Südostschweiz, obwohl dieses national rückläufig war sowie die Web- Agentur NewMedia. Die elektronischen Medien, vor allem Radio Grischa, erzielten erfreuliche Werte, dies ebenfalls entgegen dem gesamtschweizerischen Trend. Nicht erwartungsgemäss entwickelten sich die Umsatzzahlen einiger Fachmagazine. In allen Unternehmensbereichen, deren Umsatzerwartungen nicht erfüllt werden konnten, wurden schon im Laufe des Jahres Spar- und Effizienzsteigerungsprogramme umgesetzt.

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Print und online aus einer Hand

Die SOM verstärkten ebenfalls ihre digitalen Medienangebote entscheidend, wie es weiter heisst. Die im Februar 2011 in Betrieb genommene Print-Online-Redaktion bedient nun die Tageszeitung Südostschweiz wie den Internet-Auftritt im neu geschaffenen Newsroom mit aktuellen Informationen und kann das Print- und Online-Angebot gezielt auf die Kundenbedürfnisse ausrichten. Unterstützt wurde dieser Trend durch die Einführung eines Print-Online-Abonnements. Ebenfalls wurden Apps für Tablet-Computer und Smartphones entwickelt.

Medienhaus nimmt Züge an

Die Planung für das neue Medienhaus, das in zwei Jahren an der Churer Sommeraustrasse beim Rossboden bezogen werden soll, läuft auf Hochtouren. Als Architekturbüro für die Umsetzung eines Medienhaus-Konzeptes wurden die Architekten von Maurus Frei Partner Chur/Zürich beauftragt. Das Medienhaus wird mit einem neuartigen Drei-Zonen-Konzept geplant, in dem nicht nur die publizistische Zusammenarbeit der einzelnen Medien, sondern auch spartenübergreifende Verkaufs- und Marketingprojekte umgesetzt.

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Freuen sich über den ausgeglichenen Jahresabschluss: Verleger Hanspeter
Lebrument und CEO Andrea Masüger.
 

Zu guter Letzt: Na endlich!

Klassischerweise zieren Frauen die Cover von Frauenmagazinen. Warum eigentlich? Das hat sich auch Elle gefragt – und kurzerhand einen Mann auf dem Titelbild platziert.

Dabei hat das Magazin den Urgrossvater der Metrosexualität als ersten Cover-Mann gewählt: David Beckham. Man muss ja schliesslich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und die Leserinnen mit Chuck Norris oder Silvester Stallone schockieren, werden sich die Verantwortlichen gedacht haben – so können sich die Damen langsam an Bartstoppeln, Brusthaare und kantige Gesichter auf dem Cover gewöhnen.

Chef-Redakteurin Lorraine Candy ist mit der Wahl zufrieden. David Beckham sei eine Ikone, und Elle sei bekannt dafür, Ikonen auf dem Cover abzubilden. Mit einem männlichen Cover-Star erhofft sich Candy, beide Geschlechter anzusprechen. Es sei das erste Mal, dass nur ein Mann das Elle-Titelbild ziere. Sie glaube, dass sowohl Männer als auch Frauen es mögen werden.

Wir sagen: Na endlich! Denn: Diejenigen Männer, die Elle lesen, werden sicher begeistert sein. Und die eigentliche Zielgruppe, die Frauen, sowieso – welche Frau schaut sich nicht lieber einen schönen Mann an als eine dünne, mit Photoshop noch dünner gemachte Schönheit, welche die Betrachterin gnadenlos daran erinnert, wie hässlich sie doch eigentlich ist?

(Quelle: 20min.ch)

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Switch zeichnet Web-Kreativität von Schulklassen aus

Am sechsten Junior Web Award hat Switch am Donnerstag die zehn besten Schweizer Schulklassen zu Web-Talenten gekürt. Erstmals gewinnt je eine Klasse aus dem Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz einen ersten Preis.

Gleich zwei Doppel-Gewinner gibt es am diesjährigen Junior Web Award der Stiftung Switch, ausgewählt aus 157 Web-Projekten. «Die wilde 13» des «Pädagogischen Zentrums für Hören und Sehen» gewinnt den Publikumspreis und den ersten Preis der Kategorie «Primar». Die Schüler aus Münchenbuchsee (BE) setzten ihre Geschichten in Gebärdensprache via YouTube in Szene. Zweiter Abräumer ist «Change Your Light», das zum Stromsparen bei der Beleuchtung animieren soll. Die professionell umgesetzte Webseite der Ecole des Métiers Techniques aus Porrentruy (JU) gewinnt den ersten Preis in der Kategorie «Sek II» und den Programmierpreis.

Sieger aus drei Sprachregionen

«In diesem Jahr geht erstmals je ein erster Preis ins Tessin, die Romandie und die Deutschschweiz», freut sich Jury-Präsident Claudio Dionisio. Alle zehn Gewinner-Projekte der Primar- bis Berufsschulklassen würden mit Phantasie und Vielfalt glänzen: von der Schulhausabfall-Analyse über die Anleitung für ein 3D-Grafikprogramm bis zu spannenden Physik-Experimenten.

> Weitere Informationen zu den Gewinner-Projekten

Nachwuchsförderung im Web

Seit Switch den Förderwettbewerb 2007 ins Leben gerufen hat, wurden über 850 Projekte eingereicht. Der Junior Web Award bietet Schülern die Möglichkeit, eine eigene Webseite zu kreieren und dabei spielerisch den Umgang mit Web-Technologie zu üben. Switch unterstützt sie dabei mit Informationsmaterial und einfach bedienbaren CMS-Programmen. 2013 geht der Wettbewerb in die nächste Runde: Interessierte Lehrpersonen können sich ab 13. August 2012 anmelden unter www.juniorwebaward.ch.

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Surfen statt zappen

Der Kampf um das Fernsehen der Zukunft ist weltweit in vollem Gange – auch bei uns gibt es dazu erste Versuche und einen Zank.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

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Geht es um das Fernsehen der Zukunft, sind nicht «dreidimensional» (3D) oder «hochauflösend» (HD) die ausschlaggebenden Stichworte, sondern Smart-TV. So heisst die Verbindung von TV-Geräten mit dem Internet, wofür auch die eher sperrigen Begriffe Hybrid-TV oder Connected- TV verwendet werden. Damit wird Fernsehen zum Teil der Online- Welt, womit sich namentlich bei der Werbung neue Märkte eröffnen. Wer professionell kommuniziert, muss sich darauf einstellen, TV als Kommunikationskanal anders und neu einzusetzen.

Längst werden TV-Geräte nicht mehr nur für den Empfang von Sendungen genutzt. Diese werden zunehmend zeitversetzt konsumiert, sei es dank Harddisk- Rekordern oder zentralen Angeboten der Netzbetreiber. Zudem sind vielerorts Spielkonsolen, Bluray Player oder Home Theater Personal Computer an den TV-Geräten angeschlossen. Damit kann nicht nur die eigene digitale Video- und Musiksammlung abgespielt, sondern es können auch Inhalte aus dem Internet geholt werden. Allerdings ist der Installationsaufwand mitunter gross und der Komfort eingeschränkt. Mit Smart-TV soll das Internet nun nahtlos in HD-Fernseher integriert werden, und Informationen aus dem Netz sollen so nun auch im Fauteuil mit der Fernbedienung in der Hand einfach zugänglich werden: nicht nur die gewohnten Informationsportale, sondern vor allem Video-on-Demand-Dienste wie YouTube und Konsorten ebenso wie Foto- und Musik- Dienste zusammen mit Gaming- oder Social-Media- Angeboten. Das oft gelangweilte Zappen durch die ewig gleichen Kanäle wird nun durch das kontemplative Surfen in den Weiten des Web mit seiner schier grenzenlosen Vielfalt abgelöst.

Damit verschieben sich die Geschäftsmodelle im Fernsehmarkt. Der TV-Schirm wird zum Vertriebskanal, und anstatt um Reichweiten geht es zunehmend um Zielgruppen. Gleich wie bei den Smartphones und Tabletts werden auch auf den Fernsehschirmen Inhalte über Bezahl-Apps vermarktet. Die grösste und konkreteste Marktchance eröffnet sich Video-Verleihdiensten. Mittels einer App bieten sie Filme gegen gutes Geld zum Download oder als Stream an. Bei uns haben solche Angebote noch kaum Fuss gefasst, doch in den USA geht zu Spitzenzeiten ein Drittel des gesamten Internetverkehrs auf den führenden Video- Anbieter Netflix zurück. Aber auch Nischenanbieter erhalten neue Chancen. Als Vorzeigebeispiel hat Samsung mit den Berliner Philharmonikern das seit dem Jahr 2005 bestehende Internet-Angebot des weltberühmten Orchesters, die «Digital Concert Hall», für Smart-TV lanciert. Mit dieser App können gegen eine Monatsgebühr von 14,90 Euro Live-Konzerte, Mitschnitte oder Hintergrundinformationen abgerufen werden. Geht es nicht um direkte Einnahmen, werden Apps zur Promotion und/oder zur Markenpflege eingesetzt. So haben etwa Audi und Red Bull eigene Smart-TV-Apps lanciert, um ihre jeweilige Klientel zu informieren und zu unterhalten.

Es gelten neue Spielregeln

Es wird klar: Im Kampf um die Gunst des Publikums vor den TV-Schirmen hat eine neue Runde mit neuen Spielregeln begonnen. Es gibt viele Kontrahenten, und alle Anzeichen deuten auf einen langwierigen Abnützungskrieg hin, der die Akzeptanz und die Verbreitung der neuen Möglichkeiten beim Publikum eher behindern denn begünstigen wird.

Die potenziellen Verlierer sind offensichtlich: Fernsehsender, deren Strukturen auf den althergebrachten linearen TV-Konsum ausgerichtet sind. Hat das Publikum dank Smart-TV unendliche Alternativen, werden sie zwangsläufig weiter Reichweiten verlieren. Deshalb versuchen sie, eine eigene Smart- TV-Variante ins Spiel zu bringen, und setzen auf HbbTV.

Hinter diesem Wortungetüm aus den Technikerstuben verbirgt sich die Möglichkeit, Smart-TV-Inhalte gleich mit dem digitalen TV-Signal zu verschicken, wobei in der Regel nicht die Informationen selber, sondern ein Link darauf gesendet wird. Dieser kann etwa auf ergänzende Videobeiträge in der Internet-Mediathek des jeweiligen Senders oder bei einem Werbespot auf eine weiterführende Präsentation verweisen. HbbTV ist nicht der erste Versuch, den inzwischen 30-jährigen Teletext zu modernisieren, und noch ist offen, in welchem Umfang sich diese Technik wird durchsetzen können. Seit der Internationalen Funkausstellung im Herbst letzten Jahres haben vor allem Sender in Deutschland Hbb- TV-Angebote hochgefahren, und auch immer mehr Endgeräte unterstützen diesen Standard. In der Schweiz scheint sich die HbbTV-Einführung bei der SRG zu verzögern, da dieses Thema Teil des laufenden Disputs der Verleger mit der SRG über Online- Werbung ist (vgl. Zwist um den «roten Knopf»). Auch Netzanbieter können an Smart-TV kaum Gefallen finden. Sie sind damit beschäftigt, Kunden für ihre Digital-TV-Angebote (IPTV) zu gewinnen, um sie so mit ihren Angebotsbündeln mit Telefonie und Internet- Zugang (sog. Triple-Play) an sich zu binden. Dieses Geschäft boomt bei uns derzeit mit Wachstumsraten zwischen 35 und 40 Prozent. Ende März schauten gemäss Angaben des Branchenverbands Swisscable bei den Kabelnetzbetreibern über 1,142 Millionen Haushalte digital fern, und weitere 655 000 Haushalte beziehen das digitale Fernsehangebot bei der Swisscom. Die Telekomm-Unternehmen müssen fürchten, dass Smart-TV dieses Geschäft behindert und gleichzeitig Ausbauten in die Netzinfrastruktur nach sich ziehen wird, für die kaum Preisaufschläge durchgesetzt werden können. So gibt es in den USA den Trend zum «cable cutting»: Das Kabelfernsehen wird gekündigt, und TV-Inhalte werden nur noch über Video-Portale im Internet bezogen, die zum Teil von den TV-Sendern betrieben werden (z. B. Hulu). Dabei nehmen Zuschauer Abstriche in Kauf:

Bei den Inhalten, die nicht alle gleichermassen online verfügbar sind, was vor allem bei den im Sport wichtigen LiveÜbertragungen ins Gewicht fallen kann oder bei der Übertragung, die schon mal ins Stocken geraten kann (deshalb wird diese Reinform des Smart-TV in der qualitätsverwöhnten Schweiz kaum zum Massentrend werden). Dafür wird das TV-Menü mit Inhalten aus dem Internet angereichert, die nur online zu haben sind (z. B. auf YouTube) und die oft über Soziale Netz weiterempfohlen werden. Eigentlich haben Netzanbieter mit ihren Settop-Boxen eine Plattform, um mit digitalen Zusatzangeboten aus dem Internet Zusatzerträge zu erwirtschaften. Doch gibt es dazu kaum Initiativen, so dass dieses Geschäft anderen überlassen bleibt.

Neue Ertragsquellen tun sich auf

Gerätehersteller: Es sind vor allem die Hersteller von TV-Geräten, die Smart-TV pushen. Zum einen weil sie sich im hart umkämpften Unterhaltungselektronikmarkt davon bessere Absatzchancen versprechen, zum andern weil sie neue mögliche Ertragsquellen erhoffen. So gibt es «LG Smart TV», «Philips Net TV», «Samsung Smart Hub», «Sony Bravia Internet Video», «Panasonic Viera Connect» und «Toshiba Places». All diese Plattformen sind in der Regel mit einem App- Store verbunden, wo gegenwärtig einige hunderte Apps zur Auswahl stehen, wobei zu deren Genuss die Kenntnis der englischen Sprache in den meisten Fällen von Vorteil ist. Weil heute für jede dieser Plattformen die TV-Apps neu entwickelt werden müssen, ist hier eine Konsolidierung absehbar und nötig. So hat der grösste europäische Unterhaltungselektronik- Hersteller Philips bereits eine Smart-TV-Allianz mit seinen asiatischen Konkurrenten Sharp und LG sowie dem deutschen TV-Produzenten Loewe gebildet. Dienstanbieter: Mit von der Partie sind auch die Internetschwergewichte Google und Apple. Sie haben schon vor längerer Zeit ihre Produkte (Google- TV und Apple-TV) als separate Böxchen lanciert, aber damit keinen Durchbruch erzielt. Ihnen geht es vor allem darum, die bestehenden Plattformen (Google Play und iTunes) auf die Grossbildschirme in den Wohnzimmern zu verlängern.

Noch lassen die bestehenden TV-Apps kaum etwas von der künftigen Kommerzialisierung des TV-Bildschirms erkennen, noch sind Werbeeinblendungen und bezahlpflichtige Apps die grosse Ausnahme. Diese beiden von Smartphone und Tablett her bekannten Geschäftsmodelle stehen indes auch bei Smart-TV im Vordergrund. Dabei fällt vor allem der grösste südkoreanische Mischkonzern Samsung mit einer energischen Vorwärtsstrategie auf. Zusammen mit anderen Herstellern aus Südkorea, Taiwan und China hat Samsung in den letzten Jahren mit Niedrigpreisen wesentliche Marktanteile am TV-Gerätemarkt erkämpft. Und bei Smartphones und Tabletts liegen die Südkoreaner mit Apple im Clinch, der nicht nur am Markt, sondern auch vor Gerichten mit Patentanfechtungen ausgetragen wird. Beim Smart-TV-Geschäft setzt Samsung nun offenbar alles daran, die Nase vorn zu haben, und versucht, einen möglichst grossen Marktanteil zu gewinnen, noch bevor Apple mit eigenen Fernsehgeräten seinen lange erwarteten Eintritt ins TV-Geschäft startet. Samsung erwähnt zu Smart- TV eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 90 Prozent, und Branchenbeobachter gehen davon aus, dass neuerdings mehr als die Hälfte der bei uns verkauften TV-Geräte mit Grossbildschirmen Internetfähig sind, und zwar auch im Tiefpreissegment. Nun hat Samsung als erster grosser Gerätehersteller seine Ambitionen als Player im Werbemarkt offenbart. Zuerst wurde Anfang Jahr «Samsung Ad- Hub für Smart-TV» als Vehikel für Werbung auf Smart-TV-Geräten lanciert, und Anfang April folgte die Ankündigung des «Samsung AdHub Market», womit die Werbeplattform auf Mobiltelefone und Tabletts erweitert wurde. Dazu ging Samsung eine Kooperation mit OpenX Technologies Inc., einem der weltweit führenden Anbieter von digitalen Werbetechnologien, ein.

So entsteht ein Marktplatz für gezielte Werbeeinblendungen auf allen drei Geräteplattformen, der seinen Betrieb in der zweiten Jahreshälfte aufnehmen soll. Bisher aus der Online-Werbung bekannte Konzepte wie Targeting und Real Time Biding werden so auch für Werbung auf den Fernsehbildschirmen anwendbar. Und Samsung kann sich daraus Einnahmen erhoffen ebenso wie aus Vertriebserlösen aus dem App-Store, etwa wenn per Fernbedienung eingekauft und bezahlt wird. Damit versucht sich Samsung auf Augenhöhe mit Apple (iAds) und Google (AdMob) zu positionieren, und man kann gespannt sein, welche Allianzen und Marktabgrenzungen sich ergeben. Apple wird wohl seine eigene abgegrenzte Welt beibehalten wollen, doch Google wird sich anstrengen müssen, das auf Android basierende Google-TV in den Markt zu bringen. Wird Samsung seinen Kurs zum Aufbau einer eigenständigen Werbeplattform fortsetzen und dafür weitere Partner finden, um so Google das Wasser abzugraben? Oder wird Google marktmächtige Partner, darunter vielleicht sogar Samsung, um sich scharen können? Wird Apple mit Fernsehgeräten an die Erfolge von iPhone und iPad anknüpfen können? Und welche Akzeptanz wird Smart-TV bei uns zuteil werden – beim Publikum auf der einen und bei der Werbebranche auf der anderen Seite?

Christoph J. Walther

selbstversuch

Zwist um den «roten Knopf»

Die NZZ kann sich rühmen, die erste Schweizer Smart-TV-App lanciert zu haben. Wie Manuel Küffer, Leiter NZZ-Netz & Rubriken, gegenüber der Werbewoche ausführte, wurde diese in Zusammenarbeit mit Samsung im Hinblick auf die Internationale Funkausstellung im letzten Herbst lanciert. Seither sei sie rund 20 000 Mal installiert worden. Allerdings sei die Zahl der aktiven Nutzer weit geringer, doch wer die NZZ auf dem TV-Bildschirm lese, rufe im Vergleich zu normalen Web-Nutzern deutlich mehr Seiten ab. Smart-TV habe «nicht erste Priorität», und man habe damit vor allem Erfahrungen sammeln wollen. Der Aufwand ist vorderhand gering: Die App wurde im Hause selbst erstellt, für die Inhalte wird auf eigene Newsfeeds zurückgegriffen, und die App wurde bisher nicht beworben. Zwar denkt Küffer über einen Update nach und wünscht sich Videos und allenfalls auch mehr aktuelle Top-Themen, um als Alternative zum Teletext auftreten zu können. Konkrete Pläne gebe es indes nicht.

Auch Tamedia steht bei Smart-TV nicht abseits und ist mit einer App für 20 Minuten auf der Plattform von Samsung vertreten. «Mittelfristig sind weitere Apps denkbar», sagt Unternehmenssprecher Christoph Zimmer. Angesichts der «noch sehr geringen» Nutzung seien Angebote auf TV-Plattformen im Moment in erster Linie «eine Investition in die Zukunft». Denn wie bereits im Smartphone-Markt sei der Aufwand, für jede technische Plattform eine eigene App zu entwickeln, «erheblich». Dennoch sei man daran interessiert, die eigenen Inhalte auf verschiedenen Plattformen anzubieten, und so könne man sich auch beim Newsnet die Lancierung von Smart-TVAngeboten «mittelfristig vorstellen».

Bei der Blick-Gruppe ist Smart-TV laut Caroline Thoma, Geschäftsführerin der Blick-Gruppe, «auf der Projektliste». Blick werde präsent sein, doch der Zeitpunkt sei noch offen. Denn man wolle nicht die einfachste Lösung, sondern das attraktivste Angebot bieten, das fernsehgerecht sein müsse. Bei der SRG fällt die Antwort zum Thema Smart-TV auffallend dürr aus: «Die SRG hat Hybrid-TV-Projekte gestartet; erste Services sind in internem Testbetrieb», gibt Unternehmenssprecher Daniel Steiner Bescheid und verweist darauf, die Geschäftsleitung werde Anfang Juni über «entscheidende Schritte der Umsetzung diskutieren und beschliessen». Immerhin hat der Auslanddienst Swissinfo.ch als erste Unternehmenseinheit der SRG SSR Mitte April eine TV-App für Panasonic- und Samsung-Geräte in sechs Sprachen gestartet. Steiner bestätigt, dass die SRG bei ihren Pilotprojekten auch HbbTV zum Einsatz bringt. Daran stören sich die Verlage, die mit der SRG seit längerem über deren Engagement im Online-Bereich disputieren. Wie Urs F. Meyer, Geschäftsführer des Verlegerverbandes Schweizer Medien, auf Anfrage bestätigt, ist HbbTV Teil dieser Verhandlungen. Die Verleger wollen verhindern, dass die SRG HbbTV für Werbung einsetzen kann. Konkret geht es um den Einsatz des «roten Knopfs», über den auf der Fernbedienung HbbTV-Informationen abgerufen werden können. Um Zuschauer bei passender Gelegenheit dazu zu ermuntern, kann ein entsprechendes Symbol im Bild eingeblendet werden. Und genau dagegen wehren sich Verleger: Die SRG soll den Einsatz des roten Knopf bei Werbung nicht kommerzialisieren und so den privaten TV-Medienunternehmen Werbegelder abgraben können.

Bereits ist Smart-TV in der Schweizer Werbebranche angekommen: So bietet der führende Vermarkter, Goldbach Media, als Teil des auf Multi Screen Advertising ausgerichteten Goldbach Video Network auch Schaltungen auf Smart-TV-Apps an. Vorerst geht es um Pre-Roll-Ads bei der Samsung-App des Schweizer Internet-Videothek- Anbieters Viewster.

Der allenfalls auferzwungene Verlust des roten Knopfs für die Werbung bei einem künftigen HbbTV-Angebot der SRG würde die Werbewirtschaft zwar einer neuen Chancen für möglichst gute Werbemöglichkeiten berauben. Doch weil HbbTV in der Schweiz bisher kein Thema ist, ist offen, ob dies je relevant sein wird. Denn es ist gut möglich, dass HbbTV von der Smart-TV-Welle aus dem Internet überrollt werden wird.

Den privaten Medienunternehmen eröffnet Smart-TV eine wunderbare Chance, jenseits von Konzessionsauflagen auf die Bildschirme in den Wohnzimmern zu kommen und dort neue Geschäftspotenziale zu heben. Anstatt sich von Existenzängsten treiben zu lassen und nach Verboten zu rufen, könnten sie einfach den Unternehmergeist wieder wach rütteln und beginnen, neue innovative Inhalte zu produzieren – denn noch fehlt Smart-TV eine eigentliche Killer-App.

ZSPR: Nicole Grossenbacher neu im Vorstand

An ihrer Generalversammlung vom 24. Mai 2012 haben die Mitglieder der Zentralschweizer Public Relations Gesellschaft (ZSPR) Nicole Grossenbacher vom Luzerner Carsharing Unternehmen Mobility in den Vorstand gewählt.

«Ich freue mich auf die Mitarbeit im Vorstand der ZSPR, weil ich mich gerne mit anderen Personen zu aktuellen Fachthemen austausche, Neues dazulerne, mich mit meinem Marketing-Wissen einbringen kann und diese Fachthemen durch den ZSPR auch anderen interessierten Personen zugänglich gemacht werden», sagt Nicole Grossenbacher, Produktmanagerin bei der Mobility Genossenschaft. Sie ist von den Mitgliedern der ZSPR einstimmig als Ersatz für Susanne Zürcher, Informationsbeauftragte der Gemeinde Ebikon, in den Vorstand gewählt worden. Mit einer Freimitgliedschaft haben sich die Mitglieder ausserdem bei André L. Egger aus Kerns für sein langjähriges Wirken im Verband bedankt. Er ist bereits seit 40 Jahren Mitglied und war 17 Jahre lang im Vorstand, zehn Jahre davon als Programmchef.

Mehr Mitglieder und grosses Interesse an Veranstaltungen

Die Präsidentin Brigitte Heinrich konnte in ihrem Jahresbericht auf ein erfolgreiches 2011 zurückblicken. Die ZSPR hat seine Mitgliederzahl seit Anfang 2011 um 30 Mitglieder steigern können und die Veranstaltungen sind auf grosses Interesse gestossen. Zusammen mit dem Schweizerischen Public Relations Verband hat die ZSPR zudem Anfang Jahr eine neue, umfassende Website lanciert, die sich sowohl an Mitglieder wie auch an andere Fachpersonen der Kommunikationsbranche richtet.

Netzwerk für Zentralschweizer Kommunikationsprofis

Die ZSPR ist die Organisation der Zentralschweizer Kommunikationsprofis und eine von sieben Regionalgesellschaften von pr suisse, dem Schweizerischen Public Relations Verband. Die ZSPR zählt rund 140 Mitglieder und führt jährlich acht bis zehn Veranstaltungen zu Kommunikationsthemen durch. Die nächste Veranstaltung findet am 27. Juni 2012 statt. Zum Thema «Erfolgreiche Luzerner KMU» werden Toni Ottiger vom Weingut Rosenau, Designer Hanspeter Meyer von Neustahl und Markus Rast von der Gourmet-Rösterei Rast zeigen, wie sie ihre Kunden ansprechen. 

Der Vorstand der ZSPR besteht aktuell aus: Andreas Renggli, Polarstern GmbH; Christina Konvalina, Nolax AG (Leiterin der Geschäftsstelle); Jasmin Amrein, SAN GmbH; Mark Vogel, FelderVogel Kommunikation in Wirtschaft und Gesellschaft AG; Marc Lustenberger, media-work GmbH (Vizepräsident); Brigitte Heinrich, nettwerk gmbH (Präsidentin); Nicole Grossenbacher, Mobility Genossenschaft; Theo Froelich, Jenni Kommunikation (v.l.n.r.). Es fehlt Reto Martinelli, Verband Schweizerischer Polizeibeamter.
 

Scholz & Friends Zürich: Kampagne für Emmi Energy Milk realisiert

Ab sofort ist der neue Kampagnenauftritt für Emmi Energy Milk in der Deutschschweiz und Westschweiz on Air. Mit dem Claim «Power for you» will Scholz & Friends Zürich das Prokukt als Powersnack unter den Milchmischgetränken positionieren.

Dieses Versprechen werde in der aus vier Sujets bestehenden Plakatkampagne immer wieder durch pointierte Produktheadlines plakativ inszeniert, so die Agentur in einer Mitteilung. Die Energie, die in dem Produkt stecke, lasse sich im Rahmen der Kampagne auch virtuell erfahren. Denn für die Teilnahme an der Facebook-Promotion unter Powerlike.ch reiche herkömmliches «liken» nicht aus. Die Teilnehmer müssten beim «Powerliken» beweisen, dass sie mit Emmi Energy Milk mithalten könnten. Durch die Nutzung der Motion-Sensor-Technik verschiedener Smartphones erfolge der «Power-like» per Mobile, indem die Teilnehmer ihr Smartphone kraftvoll und lang genug schütteln.

Die orchestrierten Kampagne, für die Scholz & Friends Zürich neben F200-Plakaten, Tram-Hängekartons und Online Promotion auch eine Markenwebsite und Facebook-Fanpage entwickelt hat, wird durch Youtube-Channel, Facebook-, Mobile-Ads und einen E-Newsletter ergänzt. Die Kampagne ist noch bis 15. Juni im Einsatz.

Verantwortlich bei Emmi Energy Milk: Nicole Grond (Marketing Manager), Veronica Hilti (Group Brand Manager), Sarah Villani (Junior Brand Manager). Verantwortlich bei Scholz & Friends Zürich: Christian Sommer, Alexander Ardelean (CD), Ivo Hlavac, Cora Riegel, Caroline Breitenmoser, Martin Nagel (AD), Jan Kempter, Florian Ammann (Text und Konzeption), Mathias Rösch, Britta Hartleb, Carina Bullinger (Beratung), Anne Schild, Martin Baumann, Karin Gartmann (Produktion). Technische Umsetzung: Pemedia, Agentur für digitale Medien (Ennepetal, NRW).

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Roger de Weck als Experte in Wien

SRG-Generaldirektor Roger de Weck hat vergangenen Mittwoch als internationaler Experte in die Auseinandersetzung um die Organisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF eingegriffen. Dies stösst auf Kritik.

Im Nachbarland tobt ein Streit um Vetternwirtschaft bei der Besetzung von ORF-Schlüsselposten, wie die Sonntagszeitung schreibt. Anlass war die Beschwerde der Redaktoren gegen die Berufung des Journalisten Thomas Prantner zum ORF-Online-Chef, dessen Stelle von einem internen Förderer extra für ihn geschaffen worden war. In diesem aufgeheizten Klima muss die Arbeitsgruppe nun Reformvorschläge für den ORF ausarbeiten.

Dass sich der SRG-Generaldirektor gerade jetzt im Ausland als Experte anbietet, ist pikant: Seine Gesellschaft hat soeben vier harzige Lohn-Verhandlungsrunden mit Vertretern seiner Mitarbeiter hinter sich. Die Gespräche sind vorerst gescheitert. Die SRG-Mitarbeiter werden womöglich das erste mal seit Jahren ohne Gesamtarbeitsvertrag dastehen.

SSM-Sekretär Ernst Gräub gehört zu denen, die von de Weck enttäuscht sind. Dass dieser ausgerechnet jetzt im Ausland seine Dienste als Experte anbietet, löst bei ihm Kopfschütteln aus. De Weck müsste in erster Linie schauen, dass er im eigenen Laden eine gute Sozialpartnerschaft erreichen könne, so Gräub. Auch FDP-Medienpolitiker Filippo Leutenegger kritisiert das Verhalten des SRG-Generaldirektors: «In dieser Situation, in der sich die SRG befindet – Stichworte sinkender Marktanteil, Konvergenz – sollte die Priorität im Inland liegen.», wird er in der Sonntagszeitung zitiert. Und SVP-Nationalrätin Natalie Rickli zeigt sich erstaunt darüber, dass De Weck Zeit hat, als Experte nach Wien zu reisen.

Roger de Weck sei auf Einladung nach Wien gereist, so SRG-Kommunikationschef Iso Rechsteiner gegenüber der Sonntagspublikation. Es handle sich nicht um ein Mandat, betont er zudem.

(Bild: Keystone)

Berner Zeitung und Langenthaler Tagblatt zusammengeführt

Ab dem Montag, 2. Juli erscheint im Oberaargau die neue Zeitung BZ Langenthaler Tagblatt. Damit werden die beiden Titel BZ Berner Zeitung Ausgabe Oberaargau und Langenthaler Tagblatt zusammengeführt.

Die neue Zeitung erreiche mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner im Oberaargau, schreibt Espace Media in einer Mitteilung vom Freitag. Der Name BZ Langenthaler Tagblatt sei Programm: Das rote «BZ» stehe für Berner Zeitung, die dank einem Netz von Redaktionen in Bern, Burgdorf, Interlaken, Langenthal, Langnau und Thun umfassend über das Geschehen im Kanton Bern berichte. «Langenthaler Tagblatt» stehe für den Traditionstitel, der seit bald 150 Jahren umfassend über den Oberaargau berichtet. Durch die Zusammenführung mit der Berner Zeitung würden die Leserinnen und Leser dank einer starken Langenthaler Redaktion künftig in den Genuss einer ausgebauten regionalen Berichterstattung über Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport kommen.

Abonnentinnen und Abonnenten des Langenthaler Tagblatts, die den Sonntag abonniert haben, werden die Sonntagszeitung auch nach der Umstellung weiterhin in ihrem Briefkasten finden, wie es weiter heisst. Über die Veränderungen und neuen Angebote sollen die Abonnentinnen und Abonnenten in den nächsten Wochen regelmässig informiert werden.
 

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