Cannes Lions: Eine letzte Shortlist-Nomination

Am Cannes Lions Festival haben die Schweizer bereits sieben Löwen mitgenommen. Bei der letzten Shortlist-Nomination wurde nur eine Schweizer Agentur nominiert.

Die Nomination in der Kategorie Film-Lions geht an Advico Young&Rubicam (Exxtra Kommunikation) mit dem Markenfilm «Peace Talks» für die Sonntagszeitung. Nun ist also noch ein Schweizer Vertreter im Rennen um die Film-Löwen. Diese werden am Samstag vergeben.

Shortlist-Nomination in der Kategorie Film Lions:
Exxtra Kommunikation, «Peace Talks» für die Sonntagszeitung
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Cannes Lions: Drei Löwen für SFLB
 

Farner macht für Cemsuisse unsichtbaren Rohstoff sichtbar

Farner wurde vom Verband der Schweizer Cementindustrie Cemsuisse beauftragt, in einer Kampagne die Bedeutung der Schweizer Zementproduktion ins Bewusstsein zu rufen. Entstanden ist eine 2-jährige nationale Informations- und Sensibilisierungskampagne.

Die Kampagne soll Zement und seinen gesellschaftlichen Nutzen in einen unmittelbaren Zusammenhang bringt. Im Alltag ist Zement allgegenwärtig, wird überall gebraucht und verwendet, er spielt eine im wahrsten Sinne tragende Rolle in jeder hochzivilisierten Gesellschaft, aber man nimmt ihn nicht wahr, so Farner in einer Mitteilung. Die Agentur entwickelte für die Schweizer Zementindustrie eine Kampagnenidee, die konzeptionell den Spiess umdreht: «Was auch immer man sich in unserer Schweiz vorstellen kann, Zement macht es möglich, weil er so vielseitig einsetzbar ist. Und genau da, wo man Zement gebrauchen kann, da ist er auch zu haben. Er ist der unsichtbare aber allgegenwärtige und in seiner ökologischen Bedeutung unterschätzte einzige wirkliche Rohstoff der Schweiz.»

Die Kampagne soll Zement und seinen gesellschaftlichen Nutzen in einen unmittelbaren Zusammenhang bringen: Die Headline übernimmt die Funktion von Bauwerken aus Zement. Es entstehen Schlüsselbilder, die zeigen, für welche zivilisatorischen Errungenschaften der Einsatz von Zement unverzichtbar geworden ist. So für unsere Energiegewinnung, unsere Mobilität, unseren Wohnungsbau oder unseren Bildungsbereich respektive unserer Zukunftssicherung.

Die Kampagne ist auf zwei Jahre ausgelegt. Inserate, Plakate und Website http://www.schweizer-zement.ch werden durch weitere Kommunikationsmassnahmen flankiert.

Verantwortlich bei Cemsuisse: Georges Spicher (Direktor), Olivia Zbinden (Leiterin PR und Promotion). Verantwortlich bei Farner: Michel Grunder (Beratungsleitung PR), Alexander Roosdorp (Beratungsleitung Werbung), Matthias Berg (CD, Text), Reto Sidler (Beratung PR), Irena Barbaric (Beratung PR), Tsunshan Samson Ng (AD), Marco Cavalli (DTP), Peter Thieu (Webprogrammierung), Nina Wick (Mediaplanung), Otto Zingg (3-D Design, formD).
 

UBI weist Beschwerde gegen «DOK»-Beitrag über SVP ab

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI hat am Freitag eine Beschwerde gegen den SF «DOK»-Film «Die SVP-Schweiz - Ein Volk im Reduit» abgelehnt. Der Entscheid fiel im Rahmen einer öffentlichen Beratung einstimmig.

Die Reportage war am 27. Oktober 2011 – nach den eidgenössischen Wahlen und vor dem zweiten Wahlgang für den Zürcher Ständerat – ausgestrahlt worden. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen drei aktive SVP-Mitglieder aus dem Zürcher Unterland. Aber auch der damalige Ständeratskandidat Christoph Blocher kam im Beitrag vor.
 
In der Beschwerde wurde kritisiert, der Film vermittle kein repräsentatives und zutreffendes Bild der SVP. Es würden bloss Vorurteile und Klischees bestätigt. Problematisch sei überdies der Zeitpunkt der Ausstrahlung. Der Beitrag habe die Chancen von Christoph Blocher als Ständeratskandidat geschmälert.

Milieustudie – kein Parteiportrait
Die UBI folgte den Argumenten der Beschwerdeführerin indes nicht. Der Beitrag habe keine der Vorgaben für eine ausgewogene und sachgerechte Berichterstattung verletzt. Die Befragten hätten sich frei äussern können. Es habe sich überdies nicht um ein Parteiportrait gehandelt, sondern um eine Milieustudie. Laut UBI-Präsident Roger Blum konnten sich die Fernsehzuschauer durchaus eine eigene Meinung bilden. Zum kritisierten Sendezeitpunkt sagte Blum, Medien müsse es erlaubt sein, eidgenössische Wahlen zu thematisieren. Die Beschwerde wurde schliesslich einstimmig abgewiesen.

UBI-Jubiläumssitzung
Die UBI besteht seit 1984. Ihre Vorläuferin war die Beschwerdekommission für Radio und Fernsehen. Am Freitag konnte sie mit ihrer 200. Sitzung ein Jubiläum feiern. Laut Blum wurden seit 1984 insgesamt 668 Beschwerden entgegengenommen. Die UBI setzt sich aus neun nebenamtlich tätigen Mitgliedern, die vom Bundesrat gewählt werden, und einem Sekretariat zusammen. Sie hat ihren Sitz in Bern. Im Rahmen ihres Aufgabenbereichs ist sie an keine Weisungen von Bundesversammlung, Bundesrat und Bundesverwaltung gebunden. Dem Bundesrat hat sie jährlich einen Tätigkeitsbericht zu erstatten. Administrativ ist die UBI dem Generalsekretariat des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Uvek angegliedert. (sda)

Saatchi&Saatchi: Der grösste neue Kleine von Seat

Seat hat seine Modellpalette im Kleinstwagensegment erweitert. Für die Schweizer Premiere des Seat Mii hat die Agentur Saatchi&Saatchi den Namen «Mii» zum Programm gemacht.

Dieser wird im Facebookspiel, auf interaktiven Bannern sowie auf Printanzeigen und Megapostern inszeniert. Keyvisual der Mii-Kampagne bildet eine blaue Wand, vor der sich der neue Wagen präsentiert. Saatchi&Saatchi hat für den Schweizer Markt die Launch-Ideen entwickelt. Lovemarks Touchpoints garantiert.

Verantwortlich bei Seat: Ronald Ziegler (Markenchef), Andreas Huwyler (Marketingleiter), Diane Simeone (Marketingassistentin). Verantwortlich bei Saatchi & Saatchi: Petar Dakovic (Managing Director), Marlon Chng (Client Service Director), Léonie Kelly (Beratung), Jürg Aemmer (Creative Direction), Felix Freese (Text), Chantal Ehrensperger (Art Direction), René Berzia (DTP), Detail (Bildbearbeitung/Litho).
 

Metzgerlehner designt Markenauftritt für Schmidlin

Der Hersteller von Kanal- und Rohrsystemen Schmidlin hat Metzgerlehner beauftragt, einen neuen Markenauftritt zu gestalten. Mit neuem Logo und dem neuen Claim «Wegweisend im Luftverkehr» soll die Marktführerschaft des Lüftungspioniers gefestigt werden.

Der neue Marktauftritt soll dadurch einen Neubeginn als auch Kontinuität im Leistungsversprechen markieren, so die Agentur in einer Mitteilung. Das neue Erscheinungsbild wird an allen vier Firmensitzen implementiert. Neben den bereits vollzogenen Anpassungen bei Briefschaften, Fahrzeugen und Gebäuden werden demnächst Preislisten, Broschüren sowie eine komplett neue Website folgen.

Verantwortlich bei Schmidlin: Jürg und Robert Schmidlin (Inhaber). Verantwortlich bei Metzgerlehner Worldwide Partners: Michael Rottmann (Creative Direction), Patrick Meyer (Text/Konzept), Janine Aebischer (Art Direction), Annette Vetsch und Katja Kurzweck (Grafik), Mark Berger (metzgerlehner digital), Silvan Metzger und Anna-Lea Michael (Beratung).
 

Ideart zeigt für Pastinella den feinen Unterschied

Ideart hat für seinen langjährigen Kunden Pastinella einen neuen Firmenprospekt realisiert. Er trägt den Titel «Pastinella - Der feine Unterschied».

Der Firmenprospekt ist ab Mai 2012 im Einsatz.

Verantwortlich bei Pastinella Orior Menu, Oberentfelden: Patrizia Fischer (Assistentin Marketing). Verantwortlich bei Ideart, Luzern: Ludek Martschini (Kreation, Beratung), Peter Martschini (Produktion, Organisation), Andreas Troxler (Text). Foto: Lukas Bidinger (Foto Plus).
 

Schweizer Milchproduzenten und APG|SGA bringen Lovely hoch hinaus

Im Bahnhof Bern überrascht die schweizweit bekannte Lovely für einen Monat die Passanten. Lächelnd, in über sechs Metern Höhe, begrüsst sie die Besucher des Berner Hauptbahnhofs.

Die Schweizer Milchkuh Lovely hat viele Hobbys, unter anderem Fussball, Yoga oder Velofahren. Dieses Jahr wird eine ihrer Aktivitäten, das Klettern, in 3D inszeniert: In der Nordhalle des Hauptbahnhofs Bern klettert Lovely ein Mega Poster empor. Ganz nach dem Motto: «Milch. Dein Natürliches Fitnessprogramm».

In Zusammenarbeit mit den Schweizer Milchproduzenten/AMS Media und APG|SGA Mega Poster ist diese 3D-Umsetzung entstanden. Als Basis wurde ein kleines Gipsmodell erstellt, welches dann mit einem 3D-Scanner digitalisiert wurde. Mit den daraus erstellten 3D Daten fräste eine CNC-Maschine die Einzelteile aus expandiertem Polystrol EPS heraus, die zusammengeklebt und von Hand nachmodelliert wurden. Im nächsten Schritt wurde eine Kunstharz-Beschichtung aufgetragen, welche Lovely extrem witterungsbeständig macht, so die APG|SGA in einer Mitteilung vom Freitag. Den letzten Schliff gab die Farbe, die mit Airbrush-Technik aufgespritzt wurde. Statiker haben die eigens für Lovely produzierte Montagevorrichtung geprüft und freigegeben. Die Partnerfirma Richnerstutz war über sechs Stunden mit den nächtlichen Montagearbeiten beschäftigt.

Lovely wird bis am 15. Juli 2012 in Bern gastieren.

Verantwortlich bei Swissmilk/Schweizer Milchproduzenten: Charlotte Hofstetter (Leiterin Marketing), Martin Rüst (Abteilungsleiter Werbung & Media), Olivia Etter (Projektleiterin Werbung Milch), Matthias Glauser (Leiter AMS Media). Verantwortlich bei AGP|SGA Mega Poster: Ernst Fuhrer (Leiter APG|SGA Mega Poster), Denise Cevallos (Verkaufsberaterin).

Publicitas kündigt Premium Sell Side Plattform Initiative an

Im Rahmen des Digital Forums 2012 haben Publicitas und das Schwesterunternehmen Adnative den Launch einer Initiative für eine internationale Sell Side Plattform SSP angekündigt. Diese soll sich an Publisher im Premium-Segment richten und Premium-Medienanbieter dabei unterstützen, ihr digitales Werbeinventar besser zu monetarisieren und zu verwalten.

Über 60 Medienanbieter aus ganz Europa nahmen an dem zweitägigen Event teil. Das Digital Forum 2012, das am 21. und 22. Juni in Berlin stattfand, wurde von Publicitas sowie dem Schwesterunternehmen Adnative ausgerichtet. Es soll Medienanbietern einen Einblick in die SSP-Initiative gewähren, schreibt Publicitas in einer Mitteilung.

Die SSP biete Medienanbietern eine technologisch und dynamisch getriebene Plattform, auf der sie bei voller Kontrolle ihr nicht abverkauftes Werbeinventar dem automatisierten Ad-Trading-Markt zur Verfügung stellen können. So könnten Medienanbieter Real Time Bidding Käufern einen Zugang zu diesem Inventar gewähren und zudem geschlossene und private Marktplätze einrichten.
 

Aufgespiesst: Fernsehabend mit Film und Spott

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über TV-Werbung mit Verblödungsgarantie.

Neulich habe ich mir mal wieder etwas ganz Seltenes gegönnt: einen Fernsehabend. Oh mein Gott, was habe ich mir angetan! Das gilt sowieso für den völlig niveaulosen Film mit dem völlig niveaulosen Til Schweiger. Aber wer schaut auch schon Sat.1, und das nach langer Fernsehabstinenz?! Selber Schuld. Das gilt enttäuschenderweise aber auch für die Werbespots. Nach zwei Werbeunterbrechungen war mir klar: Die Spielfilme müssen so dämlich sein, damit dem Zuschauer nicht auffällt, wie idiotisch die Werbung ist. Wer sich erst einmal auf das unterirdische Niveau der Filme herabgelassen hat, wird auch bei hirntoten Spots nicht um- oder ausschalten, so wohl die Hoffnung der Programmstrategen. Blödsinn betäubt. Damit der Schlachtplan aufgeht, flies sen Filme und Werbung quasi ineinander über. So kann der Zuschauer nach wenigen Minuten nicht mehr beurteilen, ob er gerade im Werbeblock ist oder im (falschen) Film, und seinem weichgekochten Stammhirn gelingt es nicht mehr, den Daumen oder sonst ein Körperteil auf den Ausschaltknopf zu bugsieren. Fertig ist die Einschaltquote.

Pärchenschiff am Kentern

Til Schweiger verschwindet, und es kommt eine mittelhübsche Dame mittleren Alters aus weissem Hintergrund auf den Bildschirm gewackelt und sagt: «Heute leben wir in derselben Wohnung. Kennengelernt haben wir uns unter derselben Adresse.» Dann hampelt ein halbschöner, halbalter Typ neben die Dame auf die Bildfläche und lächelt süffisant. Zu sagen hat er nichts. Dieses durchaus realistische Szenario ist Werbung für den Lebensabschnittspartner- Finder Parship. Liebe Leute, wenn eine Partnerschaftsvermittlung sich das schlichte Ziel setzt, dass zwei halbschöne und halbalte Menschen schliesslich «in derselben Wohnung leben», dann könnte sie auch einfach WG-Partner oder Zimmer im Seniorenheim vermitteln. Aus einer WG auszuziehen, ist denn auch günstiger, als sich scheiden zu lassen. Und den betreffenden beiden Menschen blieben eine lange Kennenlernprozedur sowie unzählige Und-was-machstdu- so-?-Verhöre erspart. Ach, es geht um mehr als ums gemeinsame Klingelschild? Dann täten die beauftragten Werbespezis gut daran, diese Inhalte auch zu transportieren. Gerne gewitzt. Aber: Wortspiele sind nicht der Werbung letzter Schluss.

Ei der Daus

Dann haben noch ein paar animierte Eier, eine Senfund eine Mayonnaisetube ihren grossen Auftritt. Die Eier jauchzen, die Mayonnaise staunt über den Freudentaumel, und der Senf erklärt, er habe «seinen Senf dazugegeben» – darum die super Laune. Au Backe, auch hier waren Flachwitzproduzenten am Werk! Wen animiert ein solcher Spot zum Kauf irgendeines Produkts? Ich möchte mir diese Leute nicht vorstellen und hoffe, dass Til Schweiger nun endlich zu mir zurückkommt. Und wenn ich mich nach Til Schweiger sehne, muss es mir wirklich schlecht gehen.

Doch bevor die zweifelhafte Erlösung naht, funkt erst noch eine blonde, polnische Hausfrau dazwischen. Sie hat sich in einen weissen Kittel gehüllt und stellt sich als Dr. Lefkowitz vor. Das heisst, sie bewegt ihren Mund und ein Synchronisator hat sich einen schlecht passenden Text dazu ausgedacht. Irgendwie geht es um Schuppen. Dann taucht eine schwarzhaarige Frau auf, der die Frau Doktor einen schwarzen Zettel auf den Scheitel presst, den sie sodann freudestrahlend wieder emporreisst. Schauen Sie sich diesen Spot mal ohne Ton an … «Head & Shoulders», Kopf & Schultern – naja, auch der Markenname ist ja irgendeinem Branding-Experten noch kurz vor knapp von der Schippe gesprungen.

Irgendwie muss ich eingenickt sein. Geweckt werde ich jedenfalls nicht von Til Schweiger, sondern von einer Stimme, die skandiert: «So frisch, so nah, so … SPAR.» Was für ein Albtraum!
 

Vice, Versa – für Social Media gibts kein Patentrezept

Beat Hürlimann nahm in New York an der Blog World & New Media Expo teil. Von seinen Eindrücken berichtet er exklusiv für die Werbewoche.

Drei Tage lang fühlte ich in 14 Fachreferaten und zahlreichen Gesprächen den Social- Media-Expertenpuls. Es bleiben Erinnerungen an engagierte Menschen und folgende Erkenntnis zur Weitergabe: Verfallen Sie beim Aufbau Ihrer Social-Media-Strategie und bei der Gestaltung Ihrer Social-Media- Kampagnen niemals dem Zauber grossartig aufgetischter Patentrezepte – denn es gibt sie nicht. Die Blog World & New Media Expo vom 5. bis 7. Juni war für mich ein Kongress der spannenden Widersprüche. Jede Expertise wurde umgehend mit einer Gegenexpertise widerlegt – Vice, Versa. Deshalb: Ziehen Sie Ihr eigenes Ding hoch. Hängen Sie sich rein in die Materie, arbeiten Sie methodisch, erschliessen Sie sich Ihre Quellen und erzeugen Sie Ihre eigenen Spannungsfelder. Spannungsfelder sind der fruchtbarste Boden für strategisch verankerte Social-Media-Ideen und wirkungsvolle New-Media-Kampagnen. Es folgen drei, wie ich denke, praxisnahe Zitatduelle mit spannenden Denkanstössen für Ihre Social-Media-Arbeit.

Vice: «Don’t worry about being consistent – just blog and have fun». Als Jünger holistisch geprägter Kommunikationslehren – von Bruhn (Uni Basel) bis Bleustein (Publicis) – finde ich dieses Statement von Starblogger Chris Bogan bemerkenswert. Was uns Brogan sagen will: Planen ist gut, starten ist besser. Langes Grübeln darüber, welche Posts und Tweets wohl am meisten Likes, Comments und Retweets erzeugen, ist das falsche Rezept. Besser ist ein Prinzipienmix aus Learning by Doing und Trial and Error. Sie lernen dabei schnell und erkennen Ihre Fehler rasch. Denn die Feedbacks Ihrer Empfänger auf Posts, Kommentare, Tweets und Retweets kommen postwendend, und sie sind authentisch.

Versa: «Framing matters!». Das sagt der gleiche Brogan, und er meint damit Folgendes: Erzeugen Sie Ihre Inhalte und achten Sie dabei auf eine einheitliche Struktur und Dramaturgie. Sie werden über Zeit in der Formgestaltung routinierter, im Inhalt kreativer, und der Betrachtende wird in der Aufnahme geübter.

Vice: «Move away from word driven content to picture driven content» – sagt Mat Knell, Head of Social Media bei AOL. Visuelle Darstellungen kommunizieren schneller und emotionaler. Beide, Speed und Emotionalität, sind Grundvoraussetzun- gen, wenn Sie das 3-Sekunden-Aufmerksamkeitsfester der vorbeisurfenden Menschen zu Ihren Gunsten nutzen wollen. Knell und seine drei Co-Referentinnen dokumentieren den Siegeszugs der Bildsprach mit der explosionsartig wachsenden Beliebtheit visuell orientierter Online-Netzwerke: Pinterest ist das am schnellsten wachsende Netzwerk. Instagram wurde von Facebook für eine Milliarde Dollar übernommen, und Tumblr ist der Liebling einer jungen, aufstrebenden und einflussreicher Bloggergeneration.

Versa: «Visual pollution». Dieser Ausspruch kommt von Jay Bear, Autor des sehr empfehlenswerten Social-Media-Buches «Convince and Convert». Bildstürme erobern die Netzwerke, wirbeln Staub auf und trüben den allgemeinen Durchblick. Das erschwert dauerhaftes Zusammenwachsen von Bild- und Markenwelten. Erik Decker ist professioneller Blogger aus Indianapolis und Co-Autor des Buches mit dem Titel »No Bullshit Social Me Media – The All-Business, No-Hype Guide to Social Media Marketing». Decker führt uns als Captain durch den Bildsturm ins ruhige Zentrum, und er hat eine klare Botschaft: «A word is worth more than 1000 pictures». Er setzt dabei auf «The art of creating methaphors » und das «Iceberg Principle» des grossen Ernest Hemingway. Eisberge ragen zu einem Achtel aus dem Wasser. Zu gleichem Anteil ragen Worte aus scheinbarer Bedeutungslosigkeit. Tau- chen Sie ab und gehen Sie der Bedeutung von Wörtern für Menschen, für die Sie schreiben, auf den Grund. In Deckers Worten: Das richtige Wort ist wertvoller als tausend Bilder. Und noch ein Argument pro Wort: Googlebots, das sind jene Programme von Google, die das Internet bei Abfragen durchsuchen. Googlebots können keine Bilder erkennen. Für Suchmaschinen ist ein Bild als visuelles Objekt unsichtbar. Sie finden einzig Bildbeschreibungen.

Vice: «Automate what you can.» Stephanie Sammons ist Texanerin und Verfechterin der sozialen Automatisierung. Und sie ist damit in guter Gesellschaft. Gefühlte 99 Prozent aller Posts von Firmen auf den vier grössten Social Networks Facebook, Linkedin, Twitter und Pinterest werden automatisch publiziert. Sammons begründet ihre «Automate what you can»-Philosophy mit einer «Minimize your time, maximize your impact»-Strategie. Ziel dabei ist eine flächendeckende «Always on – 24/7»-Präsenz, und dies mit möglichst geringem Aufwand. Mit Hilfe von Social Media Management Dashboards werden Posts, Tweets und Updates getimt und automatisch in die Kanäle eingespeist. Wenn Sie beispielsweise den Spielverlauf Ihrer Lieblingsmannschaft auf Facebook oder Twitter kommentieren und dafür keine anerkennenden Worte gepostet bekommen, dann interagieren Sie in der Regel mit einem Automaten.

Versa: «You can’t automate authenticity.» Scott Stratten ist Kanadier, Autor des Buches «Unmarketing», und er nennt die Dinge pointiert beim Namen. So etwa, wenn er sagt: «Social media automation is mannequin networking. » Die Hälfte aller Updates auf Linkedin erfolgt via Twitter. Der Empfänger befindet sich in diesem Moment auf Linkedin und der Absender auf Twitter. Gleiches gilt, wenn der Blogger seinen neusten Eintrag via Twitter promotet. Der Empfänger befindet sich auf Twitter, der Blogger in seiner Blogsphäre. Was solche Absender praktizieren, hat für Stratten nichts mit «social» zu tun. Denn was der Absender seinem Empfänger damit signalisiert: «Ich bin hier, um etwas zu verkünden. Ich bin nicht hier, um mich mit dir auseinander zu setzen, auf dich zu hören oder deine Fragen zu beantworten.» Doch genau das ist nach Stratten die einzig wirklich effektive Form, mit der man sich in den Sozialen Netzwerken engagieren sollte: In dem Moment beim Empfänger sein, wenn er auf die Botschaft reagiert, indem man seine Frage beantwortet, seine Äusserung kommentiert oder seine Meinung aufnimmt. Zum Beispiel Twitter: Die Halbwertzeit eines Tweets liegt bei zehn Minuten. Innerhalb dieses Zeitfensters hat der Absender die einmalige Gelegenheit, mit engagierten Empfängern – Kunden, Käufern, Mitarbeitern, Meinungsführern – Konversation zu betreiben. Danach ist der Empfänger weg und die Chance futsch. Das Rezept von Stratten? «You don’t have to be at every social media site.» Beat Hürlimann

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Grayling Pulse Studie prophezeit Wachstum für PR-Branche

Über 1'200 Kommunikationsexperten, die im Rahmen der Grayling Pulse Studie weltweit befragt wurden, sehen für die PR-Branche trotz Wirtschaftskrise grosses Potential. Die PR-Branche wird laut der Studie einen weltweiten Bedeutungszuwachs erfahren.

Sie schafft es häufiger auf die Geschäftsführungsebene und der Beitrag der Kommunikationsarbeit für den Unternehmenserfolg wird zunehmend erkannt. Dies schreibt Grayling in einer Mitteilung. Zugleich seien jedoch Vorsicht in der Budgetplanung, verstärktes Insourcing von PR-Kompetenzen und eine Verschiebung von Rahmenverträgen in Richtung Projektgeschäft zu erwarten. Während die Konsumenten von Unternehmen mehr Dialog statt Einwegkommunikation fordern, gelte Online-PR für viele Unternehmen und Organisationen nach wie vor als Versuchslabor.

PR-Branche wächst – Asien und Naher Osten gewinnen
Mehr als ein Fünftel der weltweit Befragten gibt an, dass – trotz Spardrucks der Unternehmen und der globalen wirtschaftlichen Instabilität – die Investitionen in PR-Aktivitäten grundsätzlich eher steigen werden. Das stärkste Wachstum an PR-Ausgaben wird in der Asien-Pazifik-Region (17 Prozent) prophezeit, gefolgt vom Nahen Osten (9.2 Prozent). Vorsichtiger ist man aktuell in Westeuropa, 12.2 Prozent meinen, die Budgets werden steigen, 28.9 Prozent denken sie bleiben gleich und 13,7 Prozent vermuten einen Rückgang). Global betrachtet erwarten lediglich 5 Prozent der Befragten einen Rückgang der PR-Budgets. «Diese Zahlen bestätigen unsere Beobachtungen in der täglichen Arbeit mit nationalen und internationalen Kunden» erklärt Stephan Oehen, Managing Director von Grayling in der Schweiz. «Die Veränderungsprozesse in der Medienlandschaft Schweiz, die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz, der erhöhte Wettbewerbsdruck im Inland und nicht zuletzt die Konsequenzen der anhaltenden Frankenstärke – all diese Veränderungen erhöhen die Anforderungen an die PR-Branche. Gefragt sind strategische Erfahrung sowie starke Umsetzungskompetenz, regional, national und vielfach auch mit internationalem Fokus.» In Bezug auf Budget- und Ressourcenplanung werden Unternehmen und Organisationen hingegen vorsichtiger. 22.3 Prozent der Befragten sehen einen Rückgang im Bereich von langfristigen Beratungsverträgen, während 19.6 Prozent eine Steigerung bei kurzfristigeren Aufträgen auf Projektbasis erwarten. «Diese Entwicklung ist in der aktuellen wirtschaftlichen Situation nachvollziehbar, erschwert jedoch die klare und vor allem kontinuierliche strategische Positionierung von Unternehmen und Marken. Verliert ein Unternehmen aufgrund kurzfristiger Entscheidungen den Fokus auf ein langfristig angelegtes Reputationsmanagement, so kann das rasch zum Bumerang werden» so Oehen.

Geschäftsführungsebene nimmt PR ernst
47 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Sichtbarkeit und Relevanz von strategischer Kommunikation auf Geschäftsführungsebene zukünftig wichtiger werden, 55 Prozent sind der Ansicht, dass auch der wahrgenommene Wert der PR für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens weiter steigen wird. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Personalpolitik. Ein Viertel der Befragten erwartet, dass die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den diversen Kommunikationsabteilungen in den nächsten Quartalen eher steigen wird.

Konsumenten erwarten Dialogkommunikation statt Marketing
Der grösste Umsatzzuwachs in der PR entfällt laut der Grayling Pulse Studie in Zukunft auf die Consumer & Retail Branche. 28 Prozent der Befragten geben an, dass die Budgets für Marken-PR ihrer Ansicht nach steigen werden, 32 Prozent erwarten eine Zunahme an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesem Bereich und 52 Prozent denken, dass in diesem Sektor die Sichtbarkeit und Relevanz der PR-Arbeit auf Stufe Management wichtiger wird. Oehen sagt dazu: «Konsumenten erwarten von den Markenartiklern innovative Ansätze und echten Dialog. Einfache Slogans und Einwegkommunikation sind nicht zielführend. Ebenso rücken Aspekte wie Nachhaltigkeit und soziales Verantwortungsbewusstsein stärker in den Fokus. Dialog, Transparenz und Authentizität zu vermitteln, sind klassische Kernaufgaben der PR.»

Online-PR – für viele Unternehmen nach wie vor ein Versuchslabor
Wenig überraschend ist knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass in Zukunft noch stärker in Social Media und Digital PR investiert werden wird, wohingegen die Ausgaben für Corporate Communications und Reputation Management, CSR-Kommunikation und Krisenkommunikation gleich bleiben werden. «Das prognostizierte Wachstum in diesem Bereich hängt mit der Tatsache zusammen, dass viele Unternehmen Online-PR erst für sich entdecken und erschliessen müssen. Es handelt sich also nicht ausschliesslich um ein Mehr an Investitionen, in vielen Fällen geht es darum, dass, abseits von Marketing- und CRM-Aktivitäten, im Bereich des Reputation Management erstmals überhaupt strategisch investiert wird», so Oehen.

Grayling Pulse
Grayling Pulse ist eine globale Studie zu aktuellen und zukünftigen Trends in der PR. Dazu werden Kommunikationsprofis in Unternehmen, Organisationen und Agenturen weltweit vierteljährlich befragt. Der Pulse Report zeigt wichtige Veränderungen in der PR-Branche auf. Ermittelt werden Unterschiede nach Region, Branche, Kommunikationsdisziplinen, Budgets oder wahrgenommenem Wert der PR- und Kommunikationsarbeit für Unternehmen und Organisationen.

 

Publicitas bewegt sich

Die Inseratevermittlerin beugt sich dem Druck der Werbekunden und schliesst mit ersten Verlagen wieder Kommissionsverträge nach altem Muster ab. Allerdings mit extrem kurzen Laufzeiten.

Seit Anfang Juni vermittelt die Publicitas wieder Inserate an die Tageszeitungen Bieler Tagblatt, Journal du Jura und Walliser Bote – sowie an alle anderen Titel der beiden Eigenregie-Verlage Gassmann AG (Biel) und Mengis (Visp). Dies teilten die beiden Verlage und die «P» am 5. Juni in einem gemeinsamen Communiqué mit.

Muskelspiel machte nicht überall Eindruck

14 Monate zuvor hatten die beiden Medienhäuser mit der P gebrochen, weil Letztere den Verlagen ein Vermittlungsabkommen mit neuem Preismodell aufzwingen wollte. Dieses sah einen fixen Sockelbetrag pro vermitteltes Inserat – dem Vernehmen nach 30 bis 65 Franken pro Anzeige, je nach Verlag und Titrlportfolio – plus eine umsatzabhängige Kommission vor. Die Grossverlage akzeptierten, Gassmann und Mengis hingegen wehrten sich. Doch Hanspeter Rohner, VR-Präsident und CEO der PubliGroupe, sowie der damals neue Publicitas-CEO Beat Roeschlin statuierten ein Exempel: Sie stoppten das Vermitteln von Anzeigen an die Mengis- und Gassmann-Titel und liessen deren Daten im P-System löschen. Kurz: Die P brach mit der Universalvermittlung. Doch Gassmann und Mengis waren nicht allein: Monate später verzichteten auch die Basler Zeitung und der Landbote auf die Dienste der P – aus demselben Grund.

Der Sockelbetrag ist vom Tisch

Und so sehen die neuen Lösungen aus: Gemäss Mengis-CEO Kurt Hasen und Marcel Geissbühler, VR-Delegierter der W. Gassmann AG, verzichtete die P in beiden Fällen auf den Sockelbetrag pro Inserat und akzeptiert wieder je einen Vermittlungsvertrag nach altem Kommissionsmodell. Umgekehrt erhält sie von den beiden Verlagen nun eine «etwas höhere Kommission» als früher. «Für uns ist zentral, dass der Vertrag nach bisherigem Modell weitergeführt wird», sagt Geissbühler. Das sieht auch Hasen so: «Ein Sockelbetrag ist für kleine Verlage nicht akzeptabel», sagt er. «Kein Unternehmer kauft Leistungen ein, bei denen er Geld verliert.»

Und was sagt die P dazu? Eine direkte Bestätigung gab es nicht. «Publicitas konnte sich mit W. Gassmann AG und Mengis AG auf ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Modell für die Vermittlung von Inserateaufträgen einigen», schrieb P-CEO Beat Roeschlin bloss. Aber halt – wenn er die neu-alte Kommissionslösung «betriebswirtschaftlich sinnvoll» nennt, dann darf man wohl daraus schliessen, dass er das Modell mit Sockelbetrag mittlerweile als weniger sinnvoll ansieht und gegenüber kleinen Verlagen fallen lässt. Manches deutet darauf hin, so auch die Situation in Winterthur.

Doch was führte in Biel und Visp zur Annäherung? Von Roeschlin gab es dazu keine Informationen. Dafür von den beiden Verlagen. «Die P wurde flexibler. Sie hat gemerkt, dass sie mit den Verlegern im selben Boot sitzt», sagt Hasen. Zudem verweist er auf die wirtschaftliche Situation: Für die Verlage seien die Zeiten eben härter geworden, vor allem, weil einzelne Firmen und Grossverteiler die Printwerbung massiv reduziert hätten. Geissbühler sieht noch weitere Gründe für die erfolgreichen Gespräche: «Auf Seite der P haben neue Leute die Verhandlungen geführt.» Zudem hätten nationale Kunden Druck gemacht, weil via P- Kanäle nicht mehr alle Titel buchbar sind. «Die Kundenzufriedenheit muss unser oberster Grundsatz bleiben», meint er.

Noch viel Arbeit auf den P-Baustellen

Allerdings haben die neuen Vertragswerke auch einen Haken: Sie sind auf Ende Jahr befristet. Im Herbst werde deshalb wieder neu verhandelt, heisst es in Visp und Biel. Walliser Bote und Bieler Tagblatt sind mit der Freiburger Nachrichten (FN) im Zeitungspool liiert. Darum ist für beide wichtig, was sich bei der FN tut, umso mehr, als bei dieser im Herbst 2011 ebenfalls Verhandlungen mit der P anstanden. Seither hatte man jedoch nichts mehr gehört. «Wir haben miteinander gesprochen, beliessen aber alles beim Alten. Wir haben noch immer dieselbe Kommission», sagt Vizedirektor Gilbert Jenny. Und weiter: «Die P ist für uns ein wichtiger Partner. Wir warten nun ab, wie sie sich in Fribourg neu aufstellt.» (siehe Kasten).

Wenig Bewegung auch auf der P-Baustelle in Basel. Roland Steffen, CEO der Basler Zeitung Medien, wünscht zur Zeit «keine Veränderung», denn trotz Bruch mit der P mache man am Rheinknie «ausschliesslich positive Erfahrungen». Dennoch hält er die Tür einen Spalt breit offen: «Überzeugt uns Publicitas mit Leistung und einem fairen Vergütungsmodell, steht einem Gespräch über eine Zusammenarbeit grundsätzlich nichts im Wege», schreibt er. Ganz anders tönt es in Winterthur: «Wir führen mit der P intensivere Gespräche als auch schon», sagt Markus Wenger, Verlagsleiter des Landboten. Und wie in Biel und Visp rede man «über eine höhere Kommission – jedoch ohne Sockelbetrag!». Markus Knöpfli

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