Niemand nutzt Smartphones intensiver als die Schweizer

Google Schweiz und Ricardo.ch haben aktuelle Zahlen zum Verhalten der Schweizer Mobile-Nutzer präsentiert. Unser Land steht dabei an der Spitze: Die Schweizer Nutzer sind Europameister, wenn es um das mobile Internet geht.

So viele Nutzer wie in keinem Nachbarland suchen in der Schweiz über ihr Smartphone nach Produkten und Dienstleistungen – und shoppen auch stark mobil. Käuferinnen und Käufer geben per Mobiltelefon pro Artikel mehr Geld aus als beim Einkauf im Internet am Desktop, und sie kaufen immer mehr mobil: Im Vergleich mit dem Vorjahr legten die Käufe 2012 um 79 Prozent zu, wie die aktuelle Statistik von Ricardo.ch zeigt.

Die Schweizerinnen und Schweizer sind überdurchschnittlich mobil unterwegs und nutzen ihr Smartphone extensiver als ihre europäischen Nachbarn. Dies belegt die Studie «Our Mobile Planet – Schweiz», die zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung zur europäischen Spitze gehört, wenn es um das mobile Internet geht. Die mobilen Suchanfragen in der Schweiz steigen rasant an, 96 Prozent der hiesigen Smartphone-Nutzer haben bereits mobil nach einem Produkt oder einer Dienstleistung gesucht. So wird in der Schweiz europaweit am meisten mobil nach Ferien und Reisen gesurft.

Ricardo.ch hat in seiner ersten Mobile-Nutzer-Analyse ein rasantes Wachstum bei den Käufen über das Mobiltelefon beobachtet: Fast 14 Prozent aller Zugriffe auf die Website erfolgen von Mobiltelefonen aus. «Der Trend wird sich fortsetzen, bis Ende Jahr rechnen wir mit einer Steigerung auf 20 Prozent», sagt Ricardo.ch-CEO Heiner Kroke. In diesem Jahr haben die aktiven Mobil-Nutzer gemäss Heiner Kroke 79 Prozent mehr eingekauft als im Vorjahr.

Es sind deutliche Verhaltensunterschiede zwischen Apple-Mobile-Nutzern (iPhone und iPad) und den Besitzern von Geräten mit anderen mobilen Betriebssystemen (Android, OVI) auszumachen: iPhone-Nutzer surfen besonders viel auf Ricardo.ch, und sie kaufen dort mehr und teurer ein als die anderen Nutzer. Auch generell sind Mobile-Käufer «rentabler» als Desktop-Käufer: Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt deutlich höher. Im Gegensatz zum Kaufverhalten am Desktop-PC sind die weiblichen Käuferinnen bei Ricardo.ch mobil aktiver als die männlichen, ihr Mobile-Anteil bei den Geboten beträgt 12.8 Prozent, derjenige der Herren 10.5 Prozent. Dafür geben die Männer pro Artikel im Durchschnitt 33 Franken mehr aus als die Frauen.
 

Erstes Open-Government-Data-Portal der Schweiz geht online

Zürich stellt als erste Schweizer Stadt der Öffentlichkeit kostenlos ein Datenportal zur freien Nutzung zur Verfügung. Frei geschaltet wird das Open-Government-Data-Portal im Rahmen der zweiten schweizerischen Opendata-Konferenz «Opendata.ch 2012» am 28. Juni.

Ziel des Projektes sind der offene Zugang zu Behördendaten und deren freie Verwendung. Dies teilte die Stadt am Donnerstag mit. Der Stadtrat hofft, dass auf der Basis dieser Daten innovative Informationsdienstleistungen entwickelt werden.

Zunächst werden in einem ersten Schritt Daten aus den Bereichen Soziodemografie und Bauen freigegeben. Dazu gehören beispielsweise Gebäude- und Wohnungsstatistik, Geoinformationen wie die Basiskarte Stadtplan, ein Auszug aus der Point-of-Interest-Datenbank und das Stassennamenverzeichnis. Ausserdem werden die Resultate aller Abstimmungen seit 1933 auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene zugänglich gemacht. Das Open-Government- Data-Portal (OGD-Portal) wird künftig von Statistik Stadt Zürich betreut und weiter ausgebaut.

Zürich soll Top-ICT-Standort werden
Entwickelt wurde das Portal im Rahmen des Projektes «eZürich», das vom Stadtrat zu einem Legislaturschwerpunkt erklärt wurde. Damit sei ein starker Impuls gesetzt worden, um Zürich zu einem europäischen Top-Standort der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) zu machen, wird Stadtrat Martin Vollenwyder (FDP) in der Mitteilung zitiert.

Es sei gelungen, innerhalb der ICT-Branche den Schulterschluss zu stärken und den Anliegen des ICT-Standortes Zürich bei einer breiten Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. Laut Vollenwyder wurden seit Herbst 2010 in Kooperation mit Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zahlreiche Projekte angestossen. Dazu gehört auch das Projekt «Zeeder», eine Finanzierungsplattform für Internet- Jungunternehmen in der Anfangsphase. Sie wurde von vier Zürcher Startup- Gründern lanciert und erweitert das Angebot der Stiftung «Blue Lion» zur Förderung von Jungunternehmen.

Persönliche Dokumente in «digitalem Safe» speichern
In der Realisierungsphase befinde sich das Kooperationsprojekt «Data Purse» – ein «hochsicherer Dienst» für die Speicherung und Verwaltung von persönlichen und schützenswerten Daten und Dokumenten, wie es in der Mitteilung heisst. In dem «digitalen Safe» können beispielsweise Lohnausweise oder der Pass sicher hinterlegt werden, sagte eine Sprecherin der Stadt

Nutzer haben so die Möglichkeit, ihre Daten mit Bank, Steueramt, Polizei oder Versicherung über ein einziges Konto elektronisch auszutauschen. Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit ICT-Unternehmen und der Universität Zürich. Es wurde vom Bund mit einem Beitrag unterstützt.

Informatikunterricht für Schulklassen
Verschiedene Aktivitäten laufen in der Nachwuchsförderung. So wird in zwei Stadtzürcher Schulklassen die Projektwoche «Informatik ist spannend» durchgeführt. Die Kurse, die von der Stadt Zürich in Kooperation mit der ETH entwickelt wurden, sollen in einem zweiten Schritt im ganzen Kanton angeboten werden. Zum neuen Angebot gehört zudem der Kurs «Hack an App in one Week».

Auch von den verwaltungsinternen E-Government-Projekten sind einige bereits realisiert. So werden in den städtischen Altersheimen betreute Internetcorner angeboten, temporäre Verkehrsvorschriften sind online einsehbar und eine kostenlose App der Stadtpolizei erleichtert die Alarmierung im Notfall.

Weitere 29 Projekte befinden sich in der Umsetzungsphase, die nicht direkt im Rahmen von «eZürich» entwickelt wurden, aber das gleiche Ziel verfolgen. So führen die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich EWZ zurzeit eine Studie durch, um den möglichen Einsatz der Smart-Meter-Technologie zur Senkung des Energieverbrauchs zu testen. (sda)
 

Der Überzeugungskünstler

Nick Brambring ist seit bald einem halben Jahr neuer CEO von Zattoo und damit Nachfolger des Gründers Beat Knecht. Er will den Internet-TV-Anbieter weiterhin als «die Nummer 1 in der Schweiz» positionieren sowie auch den Ausbau in weiteren Ländern vorantreiben. In Europa hat Zattoo über 10 Millionen registrierte Nutzer.

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In 2006 wurden sie belächelt. Video on Demand war das Thema, Live-Streaming wurde als geradezu reaktionär angesehen. Inzwischen ist klar, dass die Vision von Zattoo-Gründer Beat Knecht, dass lineares Fernsehen auch im Internet stattfinden muss, sehr reell ist. «Als Pionier und Marktführer sind wir in dem stark wachsenden Segment eine feste Grösse», darf sich Nick Brambring selbstsicher freuen. Bei einem Stand von rund zehn Millionen registrierter Nutzer hat der bisherige Chief Operation Officer Anfang Februar 2012 Beat Knecht an der Spitze des Unternehmens abgelöst. Vor Zattoo wirkte Brambring bei der Boston Consulting Group. Zwischenzeitlich machte er noch seinen MBA an der Insead in Singapur und Fontainebleau, einer der weltweit renommiertesten Business Schools. «Dank Volkswirtschaftslehre und Boston Consulting Group hatte ich gute Business- Grundkenntnisse. Die wollte ich in den Bereichen Medienwirtschaft, aber auch Verhandlungsführung und Finance vertiefen. Im Vordergrund stand aber die persönliche Erfahrung, ein Jahr Auszeit vom Job im Ausland mit tollen Kommilitonen und viel Spass. Den hatte ich!»

Der Kontakt zu Zattoo kam genau im richtigen Moment dieser kreativen Phase in Singapur über Francesco Vass, heute Geschäftsführer des Online- Marktplatzes Tutti in der Schweiz. Vass war bereits 2006 bei Zattoo und hat über die Online-Job-Börse von Insead einen Content Acquisition Manager für das Internet-Fernsehen gesucht. So liess sich Brambring im Januar 2007 nach Zürich locken.

«Ich war schon immer film- und fernsehbegeistert. Als Jugendlicher habe ich Kurzfilme und Musikfilme produziert», erklärt er sein Interesse für die Welt der Medien. Bereits während seiner Arbeit für die Boston Consulting Group habe er sich immer wieder nach spannenden Jobs in der Medienbranche umgeschaut. «Zattoo bot mir schliesslich ein starkes Paket: spannende Kollegen, eine faszinierende Geschäftsidee und einen Job, in dem ich von Anfang an eigenverantwortlich gestalten konnte. Und Zürich ist eine tolle Stadt.»

In seinem ersten Jahr bei Zattoo hat Brambring als Content Acquisition Manager vor allem Rechte mit Fernsehsendern und Verwertungsgesellschaften verhandelt. Aber bei einem Start-up bleibt es nicht bei den «eigentlichen» Aufgaben. «Wenn wir ein neues Land mit neuen Sendern eröffnet haben, habe ich mich im Zweifel auch um Sat-Decoder-Karten und Allgemeine Geschäftsbedingungen gekümmert.»

Als seine wichtigsten Erfolge beim Aufbau von Zattoo sieht Brambring zunächst die Expansion in neue Märkte. «Das hat viel Überzeugungsarbeit insbesondere bei Fernsehsendern gebraucht. Wir waren immer der ‹Kleine›, der nur das Versprechen bieten konnte, das Zattoo ein tolles Produkt hat und mal etwas wird.» Wichtige Überzeugungsarbeit konnte Brambring auch beim Aufbau des Werbegeschäfts leisten. Diese Erfolge führten 2008/2009 zum Turnaround. «Wir hatten eine hohe Burn-Rate und fast keine Einnahmen. Das konnten wir trotz schwierigen Bedingungen – Wirtschaftskrise, aufkommende Konkurrenz, grosse technologische Änderungen – schliesslich drehen durch fundamentale Änderungen, damals unter der Führung von Beat Knecht.» In Verantwortung als COO gelang Nick Brambring später das Führen von Zattoo zum «Erwachsenwerden » in den Jahren 2010/2011. «Wir haben intern an Effizienz und Zuverlässigkeit gearbeitet und Stellen gezielt neu geschaffen und besetzt. Wir wissen jetzt viel besser als früher, was es für ein erfolgreiches Internet-TVBusiness braucht.» In der Folge wurde eine Vielzahl von Partnerschaften mit grossen Kunden und Partnern ges chlos sen.

«Zattoo ist zu einer festen Grösse in der Schweiz und Teilen von Europa geworden.» Seit 2008 wurde Nick Brambring von Beat Knecht mit verschiedenen Führungsrollen betraut. Das war eine sehr gute Vorbereitung für die spätere Übertragung der operativen Führung als COO im 2. Halbjahr 2010. Knecht hat sich seither verstärkt auf Investmentfragen und strategische Projekte konzentriert. Die Aufgabenteilung hat gut funktioniert und wird nun konsequent fortgesetzt mit Knecht als Vorsitzendem des Verwaltungsrats.

Und Zattoo heute?

In dem schönen Business-Buch «Rework» von Jason Fried steht überspitzt «planning is guessing». Brambring kann dieser Einschätzung in Teilen beistimmen: «Bei Zattoo und im Umfeld des Unternehmens hat sich so viel getan, dass wir die Gesamtentwicklung nicht wie am Reissbrett planen konnten. Es war wichtig, immer wieder schnell und flexibel auf neue Gegebenheiten zu reagieren. Das haben wir sehr oft sehr gut gemacht. Genauso wichtig war es, aus Fehlern – und wir haben klare Fehler gemacht – zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. » Bei Zattoo arbeitet «ein tolles Team» und das erwachsen gewordene Start-up will weiter massiv in gute Leute und die Entwicklung des Produkts investieren. «Die Möglichkeit haben wir dank stetig steigender Umsätze sowohl im Werbemarkt als auch bei den Nutzergebühren für unser Premium-Angebot. Das Thema Internet-TV ist in aller Munde und wir führen es weiterhin in Sachen Nutzerzahlen und Innovationen an.» Dabei sei es natürlich wichtig, die Mission nicht aus dem Blick zu verlieren. «Wir wollen die Nr. 1 im Internet-TV weltweit sein.» Und bei all diesen Strategien gäbe es übrigens auch Bereiche, die durchaus planbar sind, will Brambring ergänzen: «Im Schweizer Werbemarkt zum Beispiel haben wir seit Jahren stabile Kundenbeziehungen und arbeiten mit gut kalkulierbaren Budgets.»

Aktuell arbeiten bei Zattoo rund 25 Mitarbeitende. Nach wie vor werden immer noch weitere Software- Entwickler und ganz aktuell auch ein Campaign Manager im Werbe-Team gesucht. «Wir sehen die nächsten Schritte, die wir mit unserem Produkt gehen wollen, deutlich vor uns. Aber der Flaschenhals sind oft die Ressourcen. Es ist nicht leicht, Software-Entwickler zu finden, die unseren hohen Ansprüchen gerecht werden.»

Dazu wird es auch Zeit, wieder zu expandieren. «Weil das meine erste Aufgabe für Zattoo war, liegt mir das Thema besonders am Herzen. Expansion kostet aber zunächst immer Geld. Dafür suchen wir momentan nach einem Investor, der zu uns passt.» Bei all diesen Visionen bleibt aber die Grundidee für Produkt und Geschäftsmodell, die Beat Knecht schon 2005 hatte, immer noch die Gleiche. «Wir bieten Live-TV kostenlos und verdienen Geld mit Werbung. Das Modell haben wir gezielt ergänzt, zum Beispiel um Recording und gebührenpflichtige Premium- Pakete. Wir können uns also voll darauf konzentrieren, unser Geschäft entlang des bestehenden Modells auszubauen, und zwar über regionale Expansion, über Anwendungen für neue Endgeräte inklusive Smart TVs und inhaltliche Ergänzung des TV. Bei Letzterem geht es zum Beispiel um soziale Features und Empfehlungen: Was schauen deine Freunde?»

Nick Brambring ist sich bewusst, dass es immer wieder neue Konkurrenten gibt, die in einem bestimmten Bereich sehr gute Arbeit machen. Wilmaa zum Beispiel habe eine gelungene Browser-Version und Teleboy erfolgreiche Mobil-Apps. «Das spornt uns jeweils an, in jedem einzelnen Bereich die Nr. 1 zu bleiben oder, falls wir die Position in einem Bereich verlieren, zu werden.»

Dass der Eintritt für neue Player immer schwieriger wird, zeigt Blick TV, «was trotz massiven Investments und enormer Werbung – oft versteckt in redaktionellen Beiträgen – nach meinem Kenntnisstand kein Erfolg ist». Ausserhalb der Schweiz sieht Brambring aufgrund der komplexen rechtlichen Situation «keine legale Konkurrenz».

Für den neuen CEO von Zattoo ist es «toll zu sehen », wie aus Beat Knechts Idee ein kompletter, sehr dynamischer Markt entstanden ist. «Nicht nur Internet- Fernsehen als solches, auch viele Zattoo- Details wie Channel-Chooser oder Channel-Switch- Ads sind inzwischen Industrie-Standard. Wir bekommen dafür zwar keine Lizenz-Gebühren, freuen uns aber über die Bestätigung.»

Ein besonderer Stolz gilt auch dem Team. «Mit 25 Leuten bieten wir Millionen von Usern einen tollen Service, stemmen wir Hunderte von Werbekampagnen und arbeiten mit über 100 Vertragspartnern eng zusammen. Das Ganze machen wir mit viel Freude. Gerade in schwierigen Zeiten haben wir gezeigt, dass wir als Team zusammenstehen. Das macht uns stark für künftige Aufgaben.» Wo Erfolg ist, lauern auch Gefahren. «Unser Angebot ist eine tolle Ergänzung zum traditionellen TV-Angebot und dem entsprechenden Geschäftsmodell. Das sehen die Teilnehmer dieses traditionellen Eco-Systems nicht immer gern und wehren sich. Das ist zum Teil absolut legitim, etwa wenn die Swisscom unser Modell des Web-TV kopiert. Zum Teil, insbesondere in Deutschland, stellen wir aber fest, dass sich Marktteilnehmer gezielt gegen Zattoo positionieren, um den Anpassungsbedarf, der mit dem Internet kommt, noch einige Jahre hinauszuzögern. » Besonders ärgerlich empfindet es Brambring, «dass illegale Plattformen, die sich um Rechte nicht scheren, in der gleichen Zeit Nutzer auf sich ziehen». In der Schweiz spielt Letzteres dank dem vollständigen TV-Angebot auf Zattoo und Konkurrenzplattformen keine Rolle.

Die Suche nach nicht sofort ersichtlichen Betätigungsfeldern ist bei Nick Brambring nicht neu. Bereits nach seinem ersten Studium an der Universität Köln hat er als Repetitor Kollegen auf das Jus-Examen vorbereitet und als Referendar bei Gericht und Staatsanwaltschaft gearbeitet. Danach ging es zu BCG, bewusst als Sprungbrett für eine Business- Laufbahn in der Medien-Industrie. «Generell» sieht Brambring diesen Sprung in die Welt von Film und Fernsehen als «geschafft». Auch heute noch nicht ganz ausgeträumt ist dabei der Plan, «irgendwann selbst einmal einen Film zu produzieren». Das Ziel, bei der Boston Consulting in der Welt der Medien arbeiten zu können, ist er wie alles mit einer durchdachten Strategie angegangen. «Ich habe mir schon ein halbes Jahr vor Start die Kontaktdaten der Partner geben lassen, die Medienprojekte gemacht haben. Leider gab es zu dem Zeitpunkt damals kaum Projekte in dem Bereich. Ich habe dann in ganz verschiedenen Industrien gearbeitet, von Insurance bis Telco. Der schwache Medienbezug hat mich gestört. Im Nachhinein bin ich dennoch froh und dankbar für meine Zeit bei BCG. Es hat mich für meinen Job bei Zattoo gut vorbereitet. »

Geblieben ist aus dieser Zeit ist der Bezug zu den USA. Das Developer-Team von Zattoo arbeitet nach wie vor in Ann Arbor, Michigan. Aufgrund der schwierigen rechtlichen Situation in den USA und daraus resultierend einem schwachen Sender-Lineup, ist Zattoo aber bei Nutzern dort praktisch unbekannt. «Ich verfolge aber natürlich die Entwicklungen in den USA. Zum einen, um den richtigen Zeitpunkt für einen Markteintritt abzupassen. Zum anderen, um Inspiration bei technischen Entwicklungen zu finden. Privat bin ich ohnehin USA-Fan und verbinde meine Reisen nach Ann Arbor immer mindestens mit einem Wochenende in New York.» Ganz auf der anderen Seite des Atlantiks wohnen möchte Brambring aber nicht. Das Leben in Zürich gefällt ihm. «Die Schweizer Medienlandschaft ist klein. Man sieht sich nicht nur zweimal im Leben, sondern sicher 20-mal. Wer heute Konkurrent ist, kann morgen Geschäftspartner oder Arbeitskollege sein.

Das führt zu einem sehr anständigen und bedachten Umgang. Versprechen werden nicht leichtfertig gemacht, haben dann aber eine hohe Verbindlichkeit. Und man lässt dem Gegenüber Luft zum Atmen, hält sich auch mal zurück. Das schätze ich sehr.» In einem solchen Klima kann Nick Brambring neben seinem «planning is guessing» aus dem Buch «Rework» auch noch den früheren CEO von General Electric zitieren. Jack Welch hat sinngemäss gesagt «Enjoy your job and never work again». Der CEO von Zattoo ist in der glücklichen Lage, dass das auf ihn zutrifft. «Mir macht das Leben generell Spass.» Andreas Panzeri

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Der Motz von Butz: Die Swisscom-Werbung ist am Ende

In der Werbung ist alles möglich. Was die Swisscom via Heimat von Berlin jetzt aber abliefert, ist unmöglich. Kolumne von Theophil Butz.

Um was es geht: Die Swisscom pflegte in den letzten Jahren eine Zusammenarbeit mit Contexta, Valencia, Jung von Matt, Y&R, Saatchi & Saatchi, Publicis und arbeitet neuestens mit der Berliner Werbeagentur Heimat. Eine Werbewelt oder eine Werbeidee mit starkem emotionalem Wert sei gefunden worden. Wenn das Inserat (siehe Bild) tatsächlich, wie Tages-Anzeiger und Basler Zeitung berichteten, von Heimat Berlin stammt, dann ist dieser Versuch in die Hosen gegangen. Wer meinen Motz vom 11. Mai gelesen hat, begreift jetzt, dass die Swisscom keinen Virus oder keine bakterielle Erkrankung hat, sondern im höchsten Grad an einer Geistesstörung leidet.

Meine Theorie: In jedem Werbeklugbuch ist zu lesen, dass A eine glaubhafte Positionierung, B eine kreative und witzige Umsetzung und C vor allem Kontinuität das Erfolgsrezept für erfolgreiche Wer- bung ist. Dieses ABC haben die Swisscom-Marketing- Verantwortlichen noch nicht begriffen. Ich, als Swisscom-Kunde, entlasse den Marketingleiter mal als erstes fristlos. Für mehr Kündigungen und Kommentare in dieser Kolumne fehlen mir die Worte. .. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………… ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. …..

Mein Aufsteller der Woche war, dass seit einer Woche auf meinem Hausanschluss von Swisscom, der seit drei Jahren nur noch für die Alarmanlage in Funktion ist, kein Akquisitionsanruf «Bonjour. Avec nous vous êtes à la bonne adresse!» mehr rein kam. Mehr darüber im nächsten Motz.

Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

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Happy Birthday, MEC Switzerland!

MEC Switzerland feiert den 10. Geburtstag. Managing Director Sandro Prezzi unterhält sich mit Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier.

WW: Sandro Prezzi, wir sitzen hier in einem schön eingerichteten Raum mit allen möglichen Geräten der Unterhaltungselektronik. Ist das Ihr Büro?
Sandro Prezzi: Nein (lacht). Das ist unsere Media-Lounge. Früher war dies mal das Büro unseres Buchhalters, welches wir zum Multifunktionsraum umgestaltet haben. Wir hatten schon immer Bedarf nach einem zusätzlichen Konferenzraum, wollten aber was Spezielles. Einen Raum. wo man mit Kunden oder Mitarbeitern etwas ungezwungener zusammensitzen und sprechen kann. Ausserhalb dieser Meetings kann er von den Mitarbeitern frei genutzt werden, sie sollen sich wohlfühlen. In der Mittagspause zum Essen noch die letzte Folge der Lieblingsserie mit Video on Demand auf dem 3D LED Screen geniessen. Oder mit dem Fifa-EM-Fussball-Game das Spiel von gestern mit der PS3 nachstellen. Wenn es abends mal (zum Beispiel wegen eines Pitches) länger dauert, geniessen wir hier auch mal eine Pizza. Der Raum ist neben Technologielabor auch ein Rückzugspunkt, wo die Mitarbeitenden zur Ruhe kommen können. Das dient dem Betriebsklima und fördert das Verständnis der Nutzung der neusten Unterhaltungstechnologie.

Seit Februar sind Sie verantwortlich für die MEC Schweiz und damit auch für die beiden Standorte Zürich und Lausanne….
Das ist richtig. Im Rahmen der neuen Organisations- Struktur habe ich die Verantwortung als Geschäftsführer der MEC in der Schweiz übernommen und führe zusammen mit Myrtha Hafner (MEC Zürich), Vera Presas (MEC Lausanne) und Huw Jones (Global Solutions) die Schweizer Agenturen sowie die Special Unit Global Solution (Service für international tätige Schweizer Unternehmen). Insgesamt arbeiten rund 40 Mitarbeitende bei MEC Switzerland. Strategisch werde ich durch unseren Chairman, Konrad Mayr- Pernek, Geschäftsführer der MEC in Österreich, in meiner Aufgabe unterstützt.

MEC gehört zur GroupM. Was ist die GroupM?
GroupM ist das konsolidierte Media-Investment-Management- Unternehmen der WPP, welche als Muttergesellschaft die Agenturen MEC, Maxus, MediaCom und Mindshare unterstützt. Hauptzweck der GroupM ist es, die Leistungsfähigkeit der Media-Agenturen der WPP im Sinne unserer Kunden, unserer Shareholder und unser Mitarbeiter zu maximieren. Maximieren im Sinne von leistungsfördernden Aktivitäten in den Bereichen Digital, Finanz, Research, Trading, Administration und IT. Der Fokus liegt dabei auf der intelligenten Anwendung von physischen und intellektuellen Grösseneffekten im Sinne der Kunden. GroupM entwickelt auch Initiativen, welche die Media-Agenturen an der Spitze der Branche etablieren und deren globalen, regionalen und nationalen Ruf als gestalterische Kraft am Markt weiter ausbauen. GroupM entwickelt Marktanalysen, Benchmarking-Systeme und Marktsimulationen, um unseren Kunden die bestmöglichen Strategien und Ergebnisse zu sichern. Darüber hinaus fördert sie Investitionen in neue Technologien, Tools, Systeme und Methoden, um die Innovationskraft der Gruppe und den Einfluss auf den schweizerischen Medienmarkt zu stärken.

Wie geht es den Schweizer Media-Agenturen?
Auch wenn einige Kollegen laufend über Preise, Honorare und Personalprobleme lamentieren, gehts doch gar nicht so schlecht. Klar gibt es immer Kunden, die noch weniger bezahlen wollen, die wird es wohl auch immer geben. Diese Kostenoptimierer nutzen die Media-Agenturen als Hebel – einige auch als Brecheisen –, um bei den Medienhäusern die Preise zu drücken. Diese Haltung haben sie konsequenterweise meist auch gegenüber den Agenturhonoraren. Eines der Basisprobleme ist, für umfangreiche Services anständig bezahlt zu werden. Die Arbeit einer Media- Agentur ist trotz modernsten Systemen und Tools sehr aufwändig. Die schnelle Veränderung der Media- Landschaft braucht Know-how, Ausdauer und bedeutet immer noch viel Handarbeit. Dies vom Kunden vollumfänglich bezahlt zu kriegen, heisst Überzeugungsarbeit und Transparenz. Dies bedingt aber auch entsprechende Agenturstrukturen. MEC ist in Pitches selten der absolut billigste. Wir bieten dafür volle Transparenz und wohl eines der besten Preis-/Leistungsverhältnisse über alles gesehen. Es ist wichtig, dass wir dem Kunden seinen Mehrwert aufzeigen können. Das ist leider genau das, was man normalerweise in einer Agentur im Daily Business als Letztes macht. Wir haben schon Kunden in einem Pitch verteidigt, obwohl unser Honorar im direkten Vergleich deutlich höher war. Wir konnten dem Kunden das Vertrauen geben, dass die Qualität der Beratung, das Wissen über ihn und seine Marke und deren Herausforderungen sowie der Mehrwert unserer MEC-Tools auch entsprechend höher ist. Jeder betriebswirtschaftlich denkende Mensch weiss, dass zu tiefe Honorare dazu führen, dass nicht die besten Leute am Auftrag arbeiten. In den meisten Fällen kriegt der Kunde bei 2 Prozent Honorar keinen Senior-Strategen mit 15 bis 20 Jahren Markterfahrung und dazu noch ein Heer von erfahrenen und gut ausgebildeten Planern. Der Kunde definiert mit seinem Honorar die Beratungsqualität weitgehend selbst. Ich möchte hier auf die BSW-Richtlinien verweisen, welche für ein mittleres Budget ein Honorar von 5 Prozent vorschlägt. Sehr grosse Budgets sollten mit nicht weniger als 3 und kleine mit 10 Prozent abgegolten werden. Wie wir wissen, ist dies leider immer noch weit weg von der Realität.

Auf was sind Sie besonders stolz?
Natürlich freuen wir uns über jeden Pitch, in dem wir überzeugen und gewinnen konnten. Einer der umfangreichsten Pitches, den wir hier in Zürich gewonnen haben, war der für das globale Budget der Schweizer Marke Geberit. Wir betreuen und koordinieren aus Zürich 19 Länder und Märkte. Gleiches gilt für ABB und Adobe, für welche wir weltweit von hier aus Kampagnen planen und umsetzen. Stolz macht uns, dass wir über eine grosse Anzahl langjähriger Kunden verfügen, welche uns die Treue halten und mit denen wir über die Jahre gewachsen sind. Das ist in der schnelllebigen Marketing- und Werbebranche keine Selbstverständlichkeit mehr. Freude bereitet mir auch die Performance unserer Digital Unit – der MEC Interaction. Dieses Team hat seit Jahren die Nase im Wind. MEC Interaction nutzt die enge Vernetzung innerhalb der MEC weltweit und die Grösse der GroupM sehr smart, um neue Trends früh zu erkennen und diese umgehend in Kampagnen für unsere Schweizer Kunden umzusetzen. Wir haben bereits 2009 konsequent in den Bereich Social Media investiert und in den letzten zweieinhalb Jahren ein kleines Team aufgebaut. Als Teil der MEC Interaction kann das Social Media Team heute entsprechende Strategien, Vernetzungskonzepte, Promotionen und Kampagnen planen und durchführen und dabei auf seine gut etablierten Kontakte zu den bedeutendsten Social-Media-Anbietern wie z. B. Facebook zurückgreifen. Während der letzten 12 Monate hat unsere Unit über eine Milliarde AdImpressions bei Facebook in der Schweiz geplant, gebucht, optimiert und kontrolliert.

Was kommt als Nächstes?
2012 ist für uns ein Jahr der Konsolidierung und Reorganisation. Wir haben unsere Teamstrukturen konsequent auf die Bedürfnisse der integrierten Kommunikation und «Integrated Planning» ausgerichtet. Das heisst, die Spezialisten der Fach-Units wurden direkt in die Kundenbetreuungs-Teams integriert. So können wir vom Briefing bis zur Abrechnung sicherstellen, dass die volle Spezialisten- und Channel-Kompetenz zur Anwendung kommt. Dies macht die smarte Integration von Digitalmedien einfacher und hat einen positiven Einfluss auf die Media- Strategien, welche Paid, Owned und Earned Medien effektiver orchestrieren. Um dies noch besser umzusetzen, werden wir weiter in Forschung (Werbe- Effizienz-, Touchpoints, Medienkonvergenz), Tools (verbessertes Benchmarking, Tracking und Dashboards) sowie den weiteren Ausbau der Kompetenz in den digitalen und mobilen Medien investieren.

Interview: Pierre C. Meier

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Euro RSCG gestaltet neue Printkampagne für Credit Suisse

Die Credit Suisse hat eine neue Testimonial-Kampagne im Private Banking gestartet. Dafür wurden Kunden der Bank vom Zürcher Fotografen Nico Schaerer vor den eindrucksvollsten Bäumen der Schweiz aufgenommen.

Ein über Jahrzehnte gewachsener Baum soll die Werte symbolisieren, die das Private Banking der Credit Suisse auszeichnen: Stabilität, Nachhaltigkeit, Langfristigkeit, Flexibilität und Wachstum. Diese Botschaft wird durch die Headline zusätzlich verstärkt. Ziel der Kampagne ist es, die Rolle der Credit Suisse im Schweizer Private Banking weiter zu festigen, so die Agentur in einer Mitteilung.

Die Print-Kampagne umfasst fünf Sujets. Darunter die 550 Jahre alte Mümliswiler Eiche im Kanton Solothurn, den Bergahorn von Wiesenberg mit einem Stammumfang von rund zehn Metern sowie die älteste Eiche Europas in Châtillon im Jura. Die Kampagne ist seit dem 16. Juni 2012 in Zeitungen und Zeitschriften in der ganzen Schweiz zu sehen.

Verantwortlich bei Credit Suisse: Tarkan Özküp (Gesamtverantwortung), Beat Wyss (Marketing Private Banking Schweiz), Anja Herrmann, Alessandra Ira, Delila Kurtovic (Advertising Private Banking). Verantwortlich bei Euro RSCG Zürich: Frank Bodin (Gesamtverantwortung), Axel Eckstein (Executive Creative Director), Andrea Huber (Art Direction), Florian Birkner (Text/Konzept), Laurie Morard (Grafik), Walter Tagliaferri, Patrick Naef.
 

TV auf dem Weg von Print?

Der Trend zu zeitversetztem Fernsehen (Catchup-TV) gewinnt an Schwung und wird das Geschäft mit der TV-Werbung markant beeinflussen. Denn es gilt der Generalverdacht: Wer Sendungen zeitversetzt betrachtet, überspringt die Werbeblöcke.

Die zunehmende zeitversetzte Nutzung bringt Mediapulse in eine schwierige Situation: Auftraggeber, Agenturen und Media-Spezialisten haben grosse Erwartungen an das neue TV-Panel geknüpft, das vor allem deshalb aufgebaut wurde, um Web-TV und die zeitversetzte Nutzung messen zu können. Wie Mediapulse auf Anfrage der Werbewoche bestätigte, kann mit dem neuen Panel allerdings nicht direkt erhoben werden, inwiefern dabei Werbung übersprungen wird. (Ein ausführlicher Bericht dazu findet sich in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche).

Längerfristig betrachtet stellt sich die Frage, ob die Digitalisierung des Fernsehkonsums (dazu gehört nicht nur Catchup-TV, sondern auch Smart-TV, also Fernsehen über das Internet) vergleichbare Auswirkungen auf die Ertragslage von TV-Sendern haben wird, wie der Einbruch bei der Printwerbung in der Folge des Aufkommens des Internets in den letzten rund 15 Jahren? Diese Frage wird von verschiedenen Branchenexponenten unterschiedlich beantwortet:

TV Konsum mittels eines Online Devices verändert den Charakter der TV Werbung an sich nicht – es eröffnet dem Konsumenten lediglich die Möglichkeit an jedem erdenklichen Ort zu konsumieren. Die Möglichkeit Werbung zu überspringen, wird sicher von unterschiedlichen Zielgruppen unterschiedlich genutzt werden. Abhängig von den gebotenen Rahmenbedingungen werden Zielgruppen mit einem geringeren, täglichen Zeitbudget, etwa Personen mit höherem Einkommen, hieran eher Gefallen finden als breite Zielgruppen. An letztere richten sich ja doch die meisten im TV beworbenen Produkte, so dass eher eine evolutionäre als eine revolutionäre Entwicklung zu erwarten ist.
Karen Wilbrand, Director TV, Mediabrands

Nein, absolut nicht. Solange gemessen werden kann, wo die Nutzung erfolgt, sehe ich da keine Probleme. Anders als Print wird TV ja weiterhin konsumiert, nur die Verbreitungswege ändern sich.
Axel Beckmann, CEO, Mediacom

Der Vergleich hinkt, wir sehen eher Wachstumspotential durch die Digitalisierung, da die Sender nicht nur Werbung, sondern neu auch Content verkaufen können. Anders als die Verlage, die beim Aufkommen des Internets zuerst abwartend reagiert haben, sehen wir bei den TV Sendern mehr Flexibilität (sie haben wohl aus der Vergangenheit auch gelernt).
Brigitte Gubser, CEO, Zenith Optimedia Switzerland

Nein, davon kann keinesfalls ausgegangen werden! TV wird über die neuen Verbreitungswege, insbesondere das Internet, stimuliert. Zudem gibt es viele Formate, die nicht oder kaum zeitversetzt konsumiert werden, wie zum Beispiel Livesendungen, aktuell Gross-Sportanlässe wie die Fussball Europameisterschaft oder die Olympischen Spiele, generell Sportübertragungen oder Showhighlights. Lineares Fernsehen wird auch in Zukunft den Grossteil der Mediennutzung ausmachen und bleibt ein soziales Erlebnis.
Alexander Duphorn, CEO, Goldbach Media

Wir hoffen natürlich nicht. Unsere Studie „Medien der Zukunft“ zeigt, dass in den nächsten 5 Jahren der TV-Konsum eher noch etwas zunimmt. Dazu kommt die vielfältige Nutzung des von den TV-Veranstaltern produzierten audiovisuellen Contents auf anderen Übertragungswegen und anderen Nutzungsformen. Sofern dies mit Werbung bespielt werden darf (Gesetzgebung, Copyrights) und kann (technische Voraussetzungen und Nutzerakzeptanz) sehen wir durchaus Möglichkeiten, die voraussichtlich leicht rückgängigen Live-TV-Nutzungs-Werbeeinnahmen mit ergänzenden Einnahmen auf anderen Vektoren mindestens teilweise ausgleichen zu können.
Markus Hollenstein, Leiter Marketing, Publisuisse

Nein davon gehe ich nicht aus – nicht das Internet per se hat die Printwerbung einbrechen lassen. Der Stellen- und Liegenschaften Markt hat sich ins Internet verschoben wegen der deutlich bequemere Handhabung – den Rest hat der Kosten- und Effizienzdruck besorgt. Dank der Digitalisierung hat für sich das Fernsehen die technologische Reichweite deutlich erhöht, nicht zuletzt wegen mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones. Damit ist die Basis für eine gute Ertragslage für die TV Sender gegeben. Wer spannende Sendungen und genügend Live-Events (die niemand freiwillig zeitversetzt anschaut) ausstrahlt, die Werbeunterbrechungen im erträglichen Rahmen hält (Länge und Anzahl), interessante Integrationsmöglichkeiten für Werbetreibende (Sponsoring, Placements, Sonderformate, etc.) und dies mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis anbietet, wird noch lange im Geschäft bleiben.
Sandro Prezzi, Managing Director, MEC

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

Cannes Lions: Drei Löwen für SFLB

Erfolg für Spillmann/Felser/Leo/Burnett: Die Schweizer Agentur gewinnt drei Silberlöwen bei der Preisverleihung in Cannes. Die drei Löwen erhielt SFLB in der Kategorie Press Lions.

Der erste Löwe ging an «Broken Vase» für Fleurop.
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Einen weiteren Silberlöwe erhielt die Agentur für «I love my house» für Swiss Life.
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Der dritte Löwe ging an «Not interested in getting married» für Swiss Life
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Cannes Lions: Keine Löwen für die Schweiz

 

Schmidli.Cometti.Dialog und Dialogköpfe schliessen sich zusammen

Nach über einem Jahr enger Zusammenarbeit haben die beiden Dialogmarketing-Agenturen Dialogköpfe und Schmidli.Cometti.Dialog ihre Tätigkeit zum 1. April 2012 unter einem Firmendach vereint.

Für die neu gegründete Agentur Dialogköpfe mit Sitz im zürcherischen Bubikon betreuen Remo Bachmann und Guido Cometti künftig die Kunden gemeinsam. Im Portfolio sind unter anderen Swisscard AECS, Helsana Krankenversicherungen, Sport Trend Shop, Tages-Anzeiger, Alpha, Axa Versicherungen und ITS Coop Travel. Die Agenturinhaber von Schmidli.Cometti.Dialog und Dialogköpfe habe sich i m Sinne einer langfristig angelegten Nachfolgeregelung und zur Konzentration auf ihre Kernaufgaben entschieden, ihre Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Erweiterte Geschäftsleitung
Remo Bachmann, Inhaber und Geschäftsführer von Dialogköpfe, ist sehr glücklich über die gemeinsame Zukunft: «Die Zusammenarbeit mit Guido Cometti ist sowohl professionell als auch menschlich eine grosse Bereicherung». Remo Bachmann, der sich in der neuen Konstellation wieder vermehrt der Konzeption und Kreation widmen will, wird von Guido Cometti (Mitglied der Geschäftsleitung, Leitung Strategie und Beratung) und Alice Schmidli (Leitung Administration) unterstützt.
 

Auf den ersten Schluck irritierend

Renzen Communications lanciert den neuen Rimuss Secco mit gewagten Tabu-Brüchen: Alkohol trinken während der Schwangerschaft oder bei der Arbeit? Die Auflösung heisst: «Zum Wohl», denn es handelt sich um Rimuss Secco!

Ob beim Fahren, am Arbeitsplatz oder während der Schwangerschaft – gute Gründe für den alkoholfreien Genuss gibt es viele. Und dazu jetzt auch den guten Tropfen. Der neu lancierte Rimuss Secco hebt sich aus der ganzen Rimuss-Palette durch seinen trockenen, weniger süssen Geschmack hervor. Beworben wird die trendige Entwicklung von Renzen Communications in Aarau. «Gleich der erste Auftrag für diesen neuen Kunden war eine echte Herausforderung, galt es doch, das etwas ‹verstaubte› Image aufzufrischen und vom Klischee ‹süsser Kinderchampagner› wegzukommen», erklärt CD Hanno Lietz. Entstanden ist eine Anzeigenkampagne, die den USP «Genuss ohne Alkohol in jeder Situation» klar transportiert und Rimuss Secco als stilvolles, edles Apérogetränk für Erwachsene positioniert. Zu sehen gibt es bis jetzt drei verschiedene Anzeigensujets, weitere Massnahmen wie ein TVSpot sind in Planung.

Seit über 50 Jahren lässt Rimuss Gross und Klein zusammen feiern. 1945 kaufte der Landwirt und Rebbauer Jakob Rahm eine erste Traubenpresse. Bereits 1949 wurden hunderttausend Liter Traubensaft abgesetzt. Schliesslich schlug eine Westschweizer Versuchsanstalt der Branche vor, sich doch an die Herstellung eines prickelnd-schäumenden Edeltraubensafts zu wagen. Nach einigem «Pröbeln» konnte die erste alkoholfreie «Sekt»-Flasche entkorkt werden. Aber nicht eine Grossfirma, sondern der kleine Familienbetrieb Rahm machte 1954 das Rennen in den Markt. Diese geschichtsträchtige Entwicklung hat Renzen stilvoll in die neue Bildwelt einfliessen lassen. «Mit Rimuss stossed alli aa!», lautete der bisherige Claim. Dieses Gefühl galt es aufzunehmen, jedoch etwas weg vom Familiengroove zu kommen. Renzen ist das mit etwas gewollter Irritation gelungen.

Andreas Panzeri

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Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die Migros I-am- Anzeige von der Werbeagentur Advico Young & Rubicam an der Spitze, gefolgt von der Anzeige für die Post der Agentur Wirz Wietlisbach Dialog und der Floralp-Anzeige von Spillmann Felser Leo Burnett. Beim Kriterium Uniqueness liegt die Floralp-Anzeige weitab an der Spitze, gefolgt von der Anzeige für Dar-Vida von Jung von Matt und der Anzeige Trink Wasser ebenfalls von Jung von Matt. Floralp gewinnt auch beim Kriterium Brand Fit weit vor dem Sujet Nescafé der Werbeagentur Publicis und der Anzeige für Dar- Vida. Auch bei der Likeability siegt Floralp mit Längen vor Dar-Vida und Trink Wasser.

> Ergebnisse im Überblick (PDF)
> Detaillierte Ergebnisse (PDF)

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Das Nutzerverhalten in elektronischen Medien

Seit Anfang dieses Jahres lässt die Goldbach Group als führende Vermarkterin elektronischer, digitaler, interaktiver und mobiler Medien sechsmal pro Jahr die Nutzung der elektronischen Medien erheben.

Einbezogen werden TV, Radio, Online, Instore Radio und Adscreen. Auch Aktivitäten in Social Media oder Search, Online Shopping und -Gaming werden abgefragt. Nach der Basisbefragung im Februar 2012 erfolgte Ende April die zweite Befragung. Die Resultate geben der Goldbach Group und ihren Kunden wichtige Informationen, um ihre Angebote noch gezielter auf die Bedürfnisse des Marktes auszurichten. Mit den sechsmal pro Jahr durchgeführten Befragungen will die Goldbach Group auch kurzfristig zu beobachtende Veränderungen im Medienverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten feststellen, die durch besondere Ereignisse z. B. in den Bereichen Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur und Wetter merklich gesteuert oder beeinflusst werden können. Diese Erkenntnisse können bei der Gestaltung von Werbekonzepten, taktischen Massnahmen und crossmedialer Vernetzung der Medien von hoher Bedeutung sein.

Die Agentur Marketagent.com führt die Befragungen direkt bei 500 repräsentativ ausgesuchten, web-aktiven Personen zwischen 18 und 65 Jahren in der Deutschschweiz in der Form von Online- Interviews durch. Gefragt wird nach der Mediennutzung sowie Aktivitäten im Netz vom Vortag. Heute liegen die Resultate der zwei ersten Befragungswellen vor: eine erste Basisbefragung im Februar und eine Vergleichsbefragung im April 2012. Auffallend ist die Übereinstimmung der zwei Befragungen bei der TV-Nutzung mit rund 79 Prozent. Im Gegensatz dazu reduziert sich die Nutzung von Radio und Online-Zeitungen und -Zeitschriften um rund je 5 Prozentpunkte (Grafik E-Medien zusammengefasst). Gleiches lässt sich bei den Netzaktivitäten sagen, wo sich Social Media mit rund 53 Prozent stabil zeigt, während Suchmaschinen, Online- Spiele und -Shopping Verluste hinnehmen mussten (Grafik E-Aktivitäten zusammengefasst). Detaillierte Ergebnisse der Studie «Electronic Footprint» der einzelnen Medien und Tätigkeiten sowie demografische Merkmale stellt die Goldbach Group im Goldbach Guidegoldbachguide.ch zur Verfügung. Die nächste Befragungswelle wird während der Fussball-Europameisterschaft im Juni durchgeführt und im Juli publiziert. Mit jeder der kommenden Befragungen werden die Resultate aussagekräftiger. red

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