Wunderman bringt Facebook zum Strahlen

Wundermann hat für Beads4You und das World Tour Festival einen Wettbewerb entwickelt. Die Trollbeads machen sich auf Welttournee. Für alle, die das World Tour Festival mit Beads4You erleben wollen, hat Wunderman einen Facebook Wettbewerb lanciert.

Dabei können Perlenfans zwei ihrer Lieblings-Länder-Beads im Wert von 100 Franken gewinnen. Wer mitmachen will, muss aus 12 World Tour Ländern seine schönste Destination auswählen. Als Extra-Überraschung werden alle Teilnehmer mit einem Beads4You Einkaufsgutscheinen im Wert von10 Franken belohnt. Noch läuft der Wettbewerb – wer einen Blick auf die gesamte World Tour Kollektion werfen möchte, stöbert im Onlineshop auf Beads4You.ch oder direkt im Trollbeads Shop in Rapperswil.

Verantwortlich bei Beads4You: Jessica Paul. Verantwortlich bei Wunderman: Julia Miller (Design), Oliver Läubli (Programming), Sonja Wyss (Beratung).
 

Lehrgang Kommunikationsplaner abgeschlossen

An der KV Luzern Berufsakademie haben 80 Kommunikationsplaner ihren eidgenössischen Fachausweis erhalten, davon sieben Personen von der KV Luzern Berufsakademie.

Während drei Semestern wurden die Studierenden in integrierter Kommunikationsplanung, Produktion, Mediaplanung, Direktmarketing, Verkaufsförderung und der Organisation von PR-, Event- und Sponsoring-Projekten unterrichtet. Am Freitag, 6. Juli 2012, erhalten sie in Zürich ihren Fachausweis. Gesamtschweizerisch konnten 69 Prozent der Absolventen ihr eidgenössisches Diplom in Empfang nehmen.

Koch Kommunikation macht Ferien im Thurgau

In einer Konkurrenzpräsentation hat sich Koch Kommunikation gegen zwei weitere Agenturen durchgesetzt. Die Agentur betreut neu die Basiskampagne von Thurgau Tourismus für die Jahre 2013 - 2015.

Gemäss Monika Grünenfelder, Geschäftsführerin von Thurgau Tourismus, habe vor allem die überraschende und breite Kommunikationsplattform und die gute crossmediale Einbindung überzeugt. Erste Arbeiten werden bereits im Januar 2013 zu sehen sein.
 

Neutral realisiert Fortsetzung von Bally Love

Neutral hat eine neue Kampagne für Bally gestaltet. Als Fortsetzung der Capsule Collection Bally Love #1 mit Philippe Decrauzat hat Neutral den in New York ansässigen Schaffhauser Künstler Olaf Breuning zu Bally gebracht.

Das Ergebnis ist eine Kollektion von Schuhen, Taschen und Accessoires, die Breuning mit kolorierten Körpern konterkariert. Die Bally Love #2 Kollektion wurde im Dezember 2011 an der Art Basel Miami Beach gelauncht und seit April stehen die Artefakte in ausgesuchten Bally Flagship Stores, so die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag. Der Breuning Einfluss gehe weiter: Skulpturale Schaufensterinstallationen repräsentieren seinen unnachahmlichen Dilettantismus.

Verantwortlich bei Bally: Victoria Hennessy (Marketing Director), Francesca Nicol (Event Manager), Silvia Pavan (PR). Verantwortlich bei Neutral: Michelle Nicol, Rudolph Schürmann (Gesamtverantwortung), Peter von Ah (Art Direction), Pascal Hurschler, Sandra Oehy (Beratung).

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Olaf Breuning

Kanton Zürich setzt beim Amtsblatt stärker aufs Internet

Das Amtsblatt des Kantons Zürich erscheint seit dem 1. Juli unter Amtsblatt.zh.ch in vollständig neuer Form. Als erster Kanton arbeitet Zürich dabei eng mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zusammen und orientiert sich am Schweizerischen Handelsblatt SHAB.

Die amtlichen Publikationen erscheinen auch in Zukunft wöchentlich in gedruckter Form, und das Amtsblatt wird – von Gesetzes wegen – den Restaurants weiterhin gratis zur Verfügung gestellt. Die massgebende Fassung ist aber die elektronische Ausgabe. Über das Internet abgerufen werden kann das Amtsblatt zwar bereits seit 1998. Die Funktionalität der Online-Ausgabe war jedoch bis anhin eingeschränkt und nicht sehr nutzerfreundlich, wie Staatsschreiber Beat Husi am Freitag vor den Medien sagte.

Zuerst wurde die Zeitung produziert und anschliessend – quasi als «Abfallprodukt», wie Husi sich ausdrückte, die Zeitung in zwei PDF-Dokumenten ins Internet gestellt. Neu erfolgt nun eine Umkehr des Produktionsablaufes. Die Meldungen werden von den rund 1000 Meldestellen von kantonalen und kommunalen Verwaltungseinheiten, Gerichten und Notariaten nach einheitlichen Kriterien direkt am Bildschirm erfasst und zur Publikation freigegeben. Statt einem Zeilenpreis wird ein Einheitspreis von 30 Franken pro Meldung verrechnet – egal ob sie zwei Zeilen oder zwei Seiten umfasst.

Meldung per Suchmaschine suchen
Auch für die Nutzer bringt die Internetausgabe deutliche Vorteile. So erlaubt eine kostenlose Suchfunktion, spezifische Inhalte einfach und schnell zu finden. Neben dem Zeitungsabonnement gibt es für 60 Franken pro Jahr zudem kostenpflichtige Online-Abonnemente. Massgeschneiderte Angebote werden automatisch dem Abonnementen per E-Mail übermittelt.

Verwaltet werden die aus dem Kanton Zürich übermittelten Daten vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Genutzt wird dabei die Plattform, auf der seit über 10 Jahren Wirtschaftsinformationen des Schweizerischen Handelsblattes veröffentlicht werden. Die gedruckte Ausgabe des Amtsblattes wird vom Druckzentrum Bern in Biel hergestellt.

Mit der neuen Produktionsform können die gesamten Betriebskosten um rund 15 Prozent gesenkt werden, wie Martin Jurt, Chef Zentrale Dienste der Staatskanzlei, ausführte. Die Kosten für die Umstellung beliefen sich auf 450'000 Franken und könnten innerhalb von zwei Jahren amortisiert werden.

Auch für andere Kantone sinnvoll
Der Einsatz der Publikationsplattform shab-online sei für weitere kantonale Amtsblätter sinnvoll und möglich, sagte Markus Tanner, Leiter Publikationen beim Seco. Die Erfahrung beim SHAB habe gezeigt, dass das Handelsblatt heute zum überwiegenden Teil über das Internet gelesen werde. Eine ähnliche Entwicklung sei auch beim Zürcher Amtsblatt zu erwarten.

Staatsschreiber Beat Husi schliesst denn auch nicht aus, dass das gedruckte Amtsblatt dereinst ganz verschwinden wird. Gleich bleiben wird jedoch der Sinn und Zweck des Amtsblattes, wie es schon im «Gesetz betreffend die Einführung eines Amtsblattes» vom 18. Dezember 1833 umschrieben wurde: «Dasselbe soll alles enthalten, was einer rechtsgültigen Bekanntmachung bedarf». (sda)
 

Schweizer Familie: Jean-Claude Plüss wird neuer Anzeigenleiter

Jean-Claude Plüss hat die Werbemarktleitung beim Verlag Schweizer Familie übernommen. Zudem wird sein Team durch die Neuzugänge von Daniel Felli und Roger Bührer vervollständigt.

Jean-Claude Plüss übernimmt die Werbemarktleitung ab dem 12. Juli 2012. Er blickt auf eine langjährige Erfahrung in der Medienbranche zurück und hat bereits in den Jahren 2004 bis 2009 in gleicher Funktion im Verlag Schweizer Familie gearbeitet, wie es in einer Tamedia-Mitteilung vom Donnerstag heisst. Anschliessend war Plüss als Account Manager Deutschschweiz bei der Zeitung Le Temps und ab 2010 als Leiter Werbemarkt bei der Weltwoche tätig.

Gleichzeitig wurden die beiden Vakanzen in der Gebietsverkaufsleitung der Schweizer Familie besetzt. Daniel Felli ist im Mai 2012 als Gebietsverkaufsleiter für die Westschweiz gestartet und Roger Bührer ist ab August 2012 für die Zentralschweiz und Zürich links der Limmat zuständig.
 

Breitling weiter im Steigflug

Trotz Wirtschaftskrise kann Breitling seinen Blick nach oben richten. Die Schweizer Fliegeruhren sind weltweit begehrt. Zum Dank sind die besten Händler zu einem exklusiven Event nach Buochs eingeladen worden.

WW: Breitling gilt als der Inbegriff der Fliegeruhr: Wie ist dieses Image entstanden?
Monika Pieren: Das geht auf die Gründer der Firma zurück. Léon Breitling und seine Nachfolger wollten sich bereits in ihrem ersten Werk, das 1884 in St- Imier die Basis für unser heutiges Unternehmen bildete, nicht nur mit der Herstellung von herkömmlichen Uhren begnügen. Léon Breitling spezialisierte sich von Beginn weg auf Chronographen. Als parallel zur Entwicklung der Firma auch die Aviatik ihre ersten Erfolge feiern konnte, das war ab 1903, benötigten diese Luftfahrtpioniere ebenfalls zuverlässige Instrumente. In seinem zweiten Werk in La Chaux-de-Fonds entdeckte Léon Breitling diese Marktlücke und startete mit der Produktion von technischen Instrumenten für Piloten und Navigatoren. Damals war die Technologie der Flugzeuge noch nicht so weit entwickelt und die Piloten mussten sich auf ihre Instrumente am Handgelenk verlassen und waren auf diese angewiesen. Seit diesen Pionier-Tagen sind wir bei Breitling mit der Fliegerei verbunden und statten auch weiterhin Piloten mit unseren Uhren aus – zivile wie Militärpiloten. Das ist für uns auch ein Testfeld und hilft uns, die Produkte noch zuverlässiger zu machen.

So ist Breitling mit den Bedürfnissen der Fliegerei gewachsen?
Im Verlauf der Aviatik-Geschichte war Breitling immer bestrebt und entwickelte neue technische Errungenschaften. Es gab Produkte, die man extra für die Fliegerei herstellte. Zum Beispiel in den 30er Jahren hat Breitling die Royal Air Force mit Bordinstrumenten ausgerüstet, 1962, vor genau 50 Jahren, war Scott Carpenter auf seiner Weltraum-Mission ausgestattet mit einem «Cosmonaut». Das ist ein Modell aus unserer Reihe der mechanischen Chronographen, aufgerüstet mit einem Rechenschieber. 1995 haben wir die «Emergency» lanciert. Diese Uhr ist mit einem Mikrosender ausgestattet, der auf der Flugnotfrequenz 121,5 MHz sendet und mithilft, vermisste Personen aus einem Unfall oder Ereignis in der Fliegerei zu lokalisieren. Dieses Instrument haben wir zusammen mit Dassault entwickelt, dem französischen Hersteller von Zivil- und Militär- Flugzeugen. Das sind nur drei Beispiele, die klar unsere Glaubwürdigkeit und Legitimation aufzeigen, die wir in der Fliegerei zusammen mit unseren Uhren entwickeln konnten.

Der Begriff Fliegeruhr und Taucheruhr wird inzwischen oft kopiert.
Jede Firma muss selber wissen, welche Strategie sie fahren will. Es gibt natürlich die Trittbrettfahrer sowie auch Marken, die Ihre Berechtigung in diesen Bereichen haben. Die Marke, die ganz klar mit der Fliegerei eine echte und fast eine genetische Verbindung hat, ist aber zweifelsohne Breitling. Unsere Geschichte zeigt dies eindrücklich.

Ab wann hat Breitling dieses Image auch für das Marketing eingesetzt?
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zur Mode, dass unsere Chronographen für Piloten auch zivil am Handgelenk getragen wurden. Die Beziehung mit der Fliegerei war da und man hat sie weiter gefördert. Weil wir technische Instrumente herstellen, ist das natürlich die perfekte Kombination. Wir haben auch vergleichbare Werte. Um was geht es in der Fliegerei? Um Präzision und Professionalität. Wir sind alle Passagiere und froh über diese Qualitäten, weil wir sicher ankommen wollen. Und das sind genau die Kriterien, die wir uns auch als Uhrenhersteller auf die Fahne geschrieben haben: präzise Instrumente – unsere Chronometer sind zertifiziert, zuverlässig, funktional und natürlich auch optisch ansprechend.

Was fasziniert Kunden an Fliegeruhren oder den Taucheruhren. Es taucht ja keiner auf 3000 Meter?
Es gibt zwei Sachen. Die Fliegerei ist klar. Es gibt, wie hier am Event in Buochs, wohl kein Mann, der als Bub nicht einmal Pilot werden wollte. Die Fliegerei ist Faszination. Wenn es um das Tauchen geht – Breitling hat ja auch einen Anker im Logo – taucht niemand auf 3000 Meter Tiefe. Trotzdem haben wir eine Uhr, die dort immer noch wasserdicht ist. Hier geht es vor allem um das Zeigen, dass wir die technische Fähigkeit und das Wissen haben, überhaupt solche Uhren herstellen zu können, die solchen Druckverhältnissen standhalten.

Zum Event: Breitling hat Kunden und Wiederverkäufer aus der ganzen Welt nach Buochs eingeladen. Eine Belohnung?
Ja, neben der Basler Uhren- und Schmuckmesse ist das unser wichtigster Event. Ein Corporate Event, der über zwei Wochen geht, wo wir unsere Kunden und Wiederverkäufer sowie ausgewählte Medienleute aus der ganzen Welt zu uns einladen. Der Event geht für jede Gruppe über zwei Tage. Der erste Tag ist der Fliegerei gewidmet. Hier können die Kunden aktiv erleben, was wir ihnen das ganze Jahr erzählen, und ihnen unsere enge Verbundenheit mit der Fliegerei demonstrieren. Jeder Kunde darf wählen, mit welchen Maschinen aus unserer Flugzeugflotte er mitfliegen möchte. Die Kunden sollen sehen, dass Breitling sein Marketing auf seiner Geschichte aufbaut, die wirklich authentisch ist. Am zweiten Tag reisen wir in die Westschweiz, wo wir unsere Manufaktur, Breitling Chronométrie, vorstellen. Hier können die Kunden aus nächster Nähe zuschauen, wie unsere Uhrwerke entwickelt und zusammen gebaut werden.

Wie viele Leute sind eingeladen?
Ungefähr 300 Kunden jedes Jahr. Es ist ein exklusiver Anlass. Pro Tag haben wir 45 bis 50 Gäste, damit jeder ein bisschen fliegen kann.

Dazu gibt es auch Gäste von einem exklusiven Club mit Prominenten?
Das sind für uns «Freunde des Hauses». Keine Promis, die man «kaufen» kann, sondern erfolgreiche Sportler, die eine grosse Affinität zu unserer Marke haben. Ihnen wollen wir «Danke» sagen, dass sie unsere Chronographen tragen. Das ist die beste Werbung, wenn diese Persönlichkeiten mit unseren Produkten unterwegs sind und zeigen, dass sie nicht dafür bezahlt wurden, sondern unsere Uhren, die sie teilweise geschenkt bekamen, gerne tragen. Dafür sind sie auch nicht zu weiteren Einsätzen in unserer Werbung verpflichtet. Es sind wirklich nur «Freunde des Hauses».

Aber John Travolta, der selber fliegen kann, ist ein bezahltes Aushängeschild?
Er ist auch ein «Freund des Hauses» – für uns ist er zuerst Pilot und dann erst Schauspieler und somit auch der einzige Ambassadeur. Da machen wir eine kleine Nuance. Er ist der Einzige, den wir in unserer Werbekampagne einsetzen. Ein Teil davon ist auf John Travolta fokussiert. Wir machen mit ihm Plakate und andere Werbesujets .

Was sind weitere Argumente für das Marketing?
Breitling ist noch eines der wenigen völlig unabhängigen Familienunternehmen. Wir sind 100 Prozent in Schweizer Hand, was in der Uhrenindustrie ganz selten ist. Unsere ganze Produktion ist nicht nur «Swiss Made» sondern «Made in Switzerland». Das ist ein wichtiger Unterschied. Alle Teile kommen aus der Schweiz. Es gibt keine Komponenten, die aus dem Ausland kommen oder dort produziert werden. Das sind gute Argumente auf dem Weltmarkt. Unser wichtigster Markt ist Amerika. Auch Japan ist interessant. Den chinesischen Markt sind wir am Aufbauen.

Mit welcher Werbeagentur arbeiten Sie?
Keine Werbeagentur, wir machen alles inhouse mit ein paar wenigen Leuten im Marketing. Wir sind vielleicht eine bekannte Marke, aber eine relativ kleine Firma. Für PR arbeiten wir mit PPR Media Relations, einer Tochter von Keystone, aber nur für die Schweiz. Die ausländischen Medien werden von unserer internationalen PR- und Medienkoordinatorin betreut.

Eine dieser PR-Meldungen zeigt Simon Ammann bei seinem ersten Soloflug. Was heisst das?
Als bekannter Skiflieger war Simon Ammann vor drei Jahren der Götti, als unsere Jets mit der neuen schwarzen Bemalung frisch gelauncht worden sind. Für den Taufflug ist Ammann zu uns gestossen. Der Olympiasieger hat immer davon geschwärmt, einmal mit einem Jet fliegen zu dürfen. Das haben wir ihm angeboten und im Nachfeld haben wir Simon auch noch die Piloten-Lizenz ermöglicht. In Buochs macht er seinen ersten Alleinflug, die letzte Etappe vor dem Pilotenschein.

Interview: Andreas Panzeri

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Entschieden wird in Millisekunden

Mega-Trend oder nur ein Hype? Alle reden von «Real-Time-Bidding». Die neueste Vermarktung von Online-Werbung funktioniert wie eine «Banner-Börse». Gemeint ist der auktionsbasierte Einkauf von Online-Werbeplätzen in Echtzeit, wie Remo Prinz von Serranetga erklärt.

WW: Alle reden von Real-Time-Bidding. Über was reden diese Leute?
Remo Prinz: Gemeint ist damit der auktionsbasierte Einkauf von Online-Werbeplätzen in Echtzeit. Bei dieser neuen hoch technologischen Lösung findet der Austausch zwischen Nachfrage- und Angebotsseite – also zwischen Advertisern und Publishern – elektronisch statt. Damit das funktioniert, kommen auf beiden Seiten Software-Systeme zum Einsatz: die «Demand Side Platform» (DSP) auf der Nachfrageseite und die «Supply Side Platform» (SSP) auf der Angebotsseite. Der gesamte Prozess von der Anfrage und der Überprüfung der Verfügbarkeit über das Gebot bis hin zum Zuschlag und der Auslieferung des Werbemittels wird in wenigen Millisekunden abgewickelt. Das ist so schnell, dass die Werbung aus Sicht des angesprochenen Konsumenten in Real Time ankommt. Daher der Name Real- Time-Bidding oder abgekürzt RTB.

Sind auch falsche Vorstellungen im Umlauf?
Wir stehen am Anfang eines Innovationszyklus. Klar, dass da auch falsche Vorstellungen im Umlauf sind. Zunächst ist die Vorstellung falsch, man könne ohne Vorwissen auf diesen Zug aufspringen. Die aufkommenden DSPs und SSPs sind zwar wunderbare Werkzeuge, es braucht aber Menschen, die diese Innovationen vorantreiben und die Werkzeuge richtig bedienen können. Setzt man einen Laien ins Cockpit eines Düsenjets, wird dieser niemals abheben, geschweige denn sicher landen. Genauso verhält es sich mit Real-Time-Bidding. Schon das Auswahlverfahren für die richtigen Technologien ist aufwendig und setzt viel Vorwissen voraus. Nur wer bereit ist, Zeit und Geld zu investieren, und die richtigen Leute an Bord holt, um dieses Know-how aufund auszubauen, wird mit den neuen Technologien abheben und vielleicht sogar ein Looping fliegen.

Wie kam es überhaupt zu dieser Entwicklung?
Nahezu alle Websites verfügen über viel brach liegendes Werbeinventar, das sich mit den herkömmlichen Mitteln und im persönlichen Kontakt nicht verkaufen lässt. Diesen Zustand nutzen heute einzelne Online-Werbenetzwerke aus, indem sie das Inventar von unterschiedlichen Websites bündeln und daraus «strukturierte Produkte» machen – sogenannte Pools oder Channels – und diese an die Advertiser verkaufen. Das Problem für die Publisher ist, dass sie den Löwenanteil der Marge an das Netzwerk als Zwischenhändler abtreten. Das Problem für die Advertiser liegt wiederum darin, dass sie eine «Black Box» kaufen und sich in der Regel mit günstigen Klicks oder tiefen TKPs abspeisen lassen müssen. Es ist in der Online- Werbung aber nicht entscheidend, wie günstig Volumen oder Klicks eingekauft werden. Entscheidend ist vielmehr die Qualität – also die Resultate, die nach dem reinen Klick oder Sichtkontakt gemessen werden. Betrachtet man die heutigen Netzwerk-Produkte unter diesem Aspekt, sind sie für den Advertiser überteuert, um nicht zu sagen wertlos. Diese Diskrepanz zwischen Angebots- und Nachfrageseite wird in Zukunft vom elektronischen Handel bereinigt. Der Zwischenhandel mit manuell buchbaren Pools wird durch den elektronischen Handel mittelfristig ausgehebelt. Durch das Aufkommen von Demand-Sideund Supply-Side-Plattformen rücken Publisher und Advertiser im Rahmen der Digitalisierung näher zusammen, was schliesslich die Wertschöpfung für beide optimiert. Das Media-Business wird je länger, je mehr von Technologie beherrscht.

Was sind handfeste Argumente für Real-Time-Bidding?
Es gibt meiner Meinung nach drei Hauptargumente:
Erstens: Die Effizienzsteigerung gegenüber den manuellen Buchungsprozessen ist enorm. Was heute eine Woche oder gar länger dauert – jede einzelne Website anrufen, verhandeln, reservieren, die Buchung bestätigen und die Werbemittel versenden –, geschieht mit RTB in wenigen Millisekunden. Zum Vergleich: Wir können uns kaum mehr vorstellen, dass Wertpapiere an der Finanzbörse noch in den 80ern unter lautem Gebrüll der Händler den Besitzer wechselten. Heute gibt der Kunde der Bank den Auftrag, ein Wertpapier zu erwerben, während ein anderer Kunde seine Bank beauftragt, seine Aktien zu verkaufen. Die Transaktion wird in der Folge elektronisch erledigt. Genau gleich wird es sich in naher Zukunft beim Buchen von Online-Kampagnen verhalten. In etwas fernerer Zukunft wird dieses Prinzip für alle Formen digitaler Werbung greifen.

Zweitens: Der Return on Investment des eingesetzten Online-Werbebudgets verbessert sich für die Advertiser deutlich. Nicht nur weil der Zwischenhandel ausgeschaltet wird, sondern weil die Effizienz bei der Auslieferung gesteigert wird. Die Kontaktdosis pro Userprofil lässt sich neu über alle Platzierungen hinweg genau steuern. Teure Doppelund Mehrfacheinkäufe von Konsumenten auf einzelnen Platzierungen fallen weg – die Werbung findet den Weg zum Userprofil zum wirtschaftlichsten Preis und in der definierten Kontaktdosis. Zusätzlich lassen sich alle modernen Targeting-Möglichkeiten mit RTB verbinden. Bei Serranetga hat sich der Return on Investment für unsere Kunden durch den Einsatz von RTB jedenfalls um ein Mehrfaches verbessert.

Drittens: Auch die Publisher verdienen dank RTB mehr Geld mit Online-Werbung. Ihr brachliegendes Werbeinventar kann durch den elektronischen Handel einfacher monetarisiert werden. Die Supply-Side- Plattformen übernehmen mittelfristig das sogenannte Yield-Management der Publisher – sprich, es sind Algorithmen, die für die maximale Auslastung des Werbeinventars zu möglichst guten Preisen für die Publisher sorgen. Dabei ist die potenzielle Kannibalisierung des Premium-Inventars eine berechtigte Sorge der Verlage. Qualitätstitel müssen deshalb zwingend dafür sorgen, dass sie für ihre Premiumprodukte entsprechend hohe Mindestpreise festlegen, welche die Qualität des Werbeumfelds widerspiegeln – auch beim elektronischen Handel.

Was bedeutet das für die Publisher?
Für kleine und mittlere Websites ist das Aufkommen von RTB eine gute Nachricht. Sie erhalten dadurch Zugang zum Werbemarkt. Über den Direktverkauf ist es heute für kleinere Websites schwierig, an Buchungen heranzukommen. Der manuelle Einkauf und Buchungsprozess macht es für die Advertiser mangels Ressourcen praktisch unmöglich, kleinere Websites in einem Mediaplan zu berücksichtigen. Das ändert sich nun. Denn mit dem Aufkommen von RTB partizipieren auch sie an einem zentralen elektronischen Marktplatz für das Werbeinventar. Die Schweizer Verlage müssten eigentlich versuchen, die unverkauften Restplätze, die einen grossen Teil ihres Werbeinventars ausmachen, über ein RTB-System zu verkaufen. Denn mittels elektronischem Handelssystem könnte auch auf der Angebotsseite eine markante Effizienzsteigerung erzielt werden. Noch ist aber wenig Interesse seitens der Verlage auszumachen. Eigentlich schade, denn diese Gelder fliessen heute allesamt ins Ausland. Spätestens wenn die RTB-Budgets der Advertiser in die Höhe schnellen, wird sich das aber ändern.

Wer kann das in der Schweiz handeln?
Das können nur Online-Units mit top ausgebildeten Spezialisten. Es braucht viel Know-how und eine gewisse Risikobereitschaft, um einen Trading Desk zu etablieren. Wenn der Ad Trader beispielsweise eine Buchung versehentlich nicht auf die Schweiz einschränkt, wäre hiermit die Schleuse für die Werbeauslieferung weit offen und es könnten innert Minuten Mediakosten in Schwindel erregender Höhe entstehen. Dieses nicht versicherbare Einkaufsrisiko übernimmt Serranetga als Agentur. Aber genau aus diesen Gründen investierten wir zuerst mehrere Monate in das Testen der Technologien und in die interne Schulung unserer Spezialisten, bevor wir die erste RTB-Kampagne live geschaltet haben. Abgesehen vom Umgang mit einer DSP muss man auch andere Ad-Serving-Systeme beherrschen und dazwischen Schnittstellen programmieren. Erst so greift ein voll funktionierender Trading Desk. Aus all diesen Gründen werden es in der Schweiz in absehbarer Zeit nur sehr wenige auf die Reihe bringen, denn der Umgang mit RTB ist nicht zu vergleichen mit beispielsweise Social Media, wo die Eintrittshürde für Marktteilnehmer minim ist.

Was läuft aktuell in diesem Geschäft?
Lassen Sie mich dies an einem aktuellen Fallbeispiel erklären: Die Mobiliar hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten für ihre Autoversicherungs-Leads zu senken. Wir kreierten dazu in einem ersten Schritt User-Profile, die möglichst genau mit den angepeilten Zielgruppen übereinstimmen. In einem zweiten Schritt haben wir diese Zielgruppe – in diesem Fall «Frauen aus der Region Zürich, die an Autos interessiert sind» – per RTB kostengünstig angesprochen. Dabei ist ganz egal, auf welcher Website sich diese gerade aufhalten.

Wie sieht Remo Prinz die Zukunft von Real-Time-Bidding?
Im Moment wird RTB vor allem bei Display-Bannern und bei Restplätzen eingesetzt. Schon bald aber dürfte auch das Buchen von Online-Bewegtbildwerbung automatisch über RTB erfolgen. Der Online-Vermarkter Stailamedia ist für sein Swiss- Video-Network bereits in der Testphase. Alles Weitere ist Zukunftsmusik. Fest steht lediglich: Die Digitalisierung wird dafür sorgen, dass der Grossteil der Mediennutzung über digitale Kanäle erfolgen wird – einschliesslich Zeitungen, Plakate und Fernsehen. Also wird die Digitalisierung auch nicht vor dem Medieneinkauf halt machen. Künftig werden also Algorithmen in Real Time und nicht manuell arbeitende Menschen darüber entscheiden, ob ein Konsument am richtigen Ort und zur richtigen Zeit angesprochen wird. Dieser Trend nimmt jetzt gerade seine Anfänge im Bereich Online-Display-Werbung und wird sich in den kommenden Jahren sukzessive auf alle digitalen Werbeformen ausdehnen. Interview: Andreas Panzeri

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Erstmals auch möglich: Keyword-basierte Display-Werbung über Real-Time-Bidding
Dank einer neuen Technologie lassen sich ab sofort auch Werbebanner über Keywords den gewünschten Umfeldern zuordnen und über Real-Time-Bidding (RTB) ausliefern. Der Trading Desk von Serranetga hat die Technologie als einer der ersten Anbieter in Europa im Einsatz. Und so funktionierts: Ein Crawler sucht alle über RTB ansteuerbaren Websites auf die entsprechenden Keywords ab. Liest der Konsument einen Artikel mit dem gewünschten Keyword, wird das Werbemittel umgehend über RTB eingekauft und direkt angezeigt. Dies eröffnet den Werbetreibenden komplett neue Möglichkeiten: So werden die Zielgenauigkeit von Keyword-Werbung und die Wirksamkeit von Bildern miteinander verknüpft. Das ist für alle Werbetreibenden interessant, die bereits Suchmaschinen-Werbung betreiben – die relevanten Keywords können eins zu eins für Display-Werbung eingesetzt werden.

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Franz & René gewinnt Mandat von der ACV

Nach einem gemeinsamen Pitch mit 4 west‐ und deutschschweizer Agenturen, hat Franz & René das Kommunikationsmandat der ACV (Association Charcuterie Vaudoise IGP) gewonnen. Das Mandat beginnt im Jahr 2013 und läuft bis 2015.

Die Kampagne wird im Jahr 2013 nationalweit in diversen Formen von klassischen Medien, wie auch in dynamischen Formen zu sehen sein. Dies schreibt die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Association Charcuterie Vaudoise IGP wurde 1997 gegründet und ist eine Branchenorganisation, welche Schweineproduzenten und Wurstwarenhersteller angehört.
 

Ein Land, ein Label

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über das ewig Zürcherische, das die (Deutsch-)Schweiz hinanzieht.

Wenn einer Balz Hösly heisst, muss er einfach Recht haben. «Um stark zu sein, muss man Ressourcen und Wissen bündeln», sagt der, der so heisst und obendrein Präsident der (!) Greater Zurich Area (GZA) ist. Hösly hat ein wenig gebündelt und will ausländischen Investoren nun die gesamte Deutschschweiz als Greater Zurich Area verkaufen. Der Präsident der GZA ringt nämlich um die Ansiedlung ausländischer Wirtschaftskraft in der (Deutsch-)Schweiz. Und da es nach Höslys Meinung im Ausland nur drei schweizerische Marken von internationalem Renommee gibt – die Schweiz selbst, Zürich und Genf –, muss alles unter diesen drei Dächern zusammenrücken. Sorry Luzern! Sorry Basel! Sorry alle anderen Städte, die Ihr Euch für attraktive Standorte haltet.

Ringen um Rang

Der Standort wird zum Standpunkt. Der da lautet: Hauptsache Zürich! Schliesslich ist Zürich ja auch die schönste und grösste Stadt der Schweiz, wenn nicht der ganzen Welt. Und damit der Massstab aller Dinge. So gehören bereits die Kantone Glarus, Graubünden, Schwyz, Zug, Solothurn und Schaffhausen zum Greater Zurich Area. Dass das ziemlich «greater » ist, und Fridolin, der Schaffhauser Bock und Co. deshalb wohl mit den Augen oder anderen Körperteilen rollen, macht nichts. Regionale Empfindlichkeiten müssen hinter Höslys Bündelei einfach zurücktreten. Aber wie gesagt: Der Mann hat Recht. Denn innen und aussen ist schliesslich zweierlei. Während ein Schweizer ein und denselben Topf für Zürcher, Schaffhauser und Glarner schier unerträglich findet, ist Höslys kleine Schummelei im Ausland gar nicht dramatisch. Schlimmer noch: Sie wird gar nicht bemerkt!

Denn die ausländischen Investoren, die die erklärte Zielgruppe der GZA sind, sollen ja keinen Test in schweizerischer Heimatkunde bestehen, sondern hier einfach ein wenig Geld liegen lassen. Und Zürich, pardon: Zurich, klingt einfach geiler als Glarus. Also braucht es einen ausreichend grossen Topf, ein passendes Deckelchen, und schon ist die Suppe gekocht. Bereits der unsäglich unschweizerische Markenname Greater Zurich Area verdeutlicht, wie Höslys Linse eingestellt ist: Es geht um den Tanz auf internationalem Parkett. Es geht um Cash und Credits. Wie die Schweiz wirklich ist, will hier niemand erzählen. Polyglott ist einfach flott. Kasse ist klasse.

Zurich is great!

Der Erfolg gibt, sagt man, Recht: Der (!) GZA konnte im vergangenen Jahr 91 neue Firmen mit 1200 geplanten Stellen in die «Region» holen, also nach Glarus, Graubünden, Schwyz, Zug, Solothurn, Schaffhausen und Zürich. Wäre der Aargau nicht vor anderthalb Jahren abgesprungen und hätte sich Basel an den Hals geworfen, gäbe es jetzt weisse Socken, made in Greater Zurich Area. Das wäre ja was gewesen. Aber vielleicht kommt auch das «Greater Aarau Area (GAA)» bald ganz gross raus. Mit Basel, Lausanne und dem Tessin unter seinem Dach. Die Mischung macht’s.

Das Hösly an

Der irritierte Betrachter fragt sich, ob angesichts der nicht vorhandenen Grösse unseres Ländchens nicht die Marke «Schweiz» völlig ausreichen würde. Für einen Investor aus den USA wird sich ohnehin nicht erschliessen, warum es auf einer Fläche von 41 285 Quadratkilometern – das ist halb so gross wie der Lake Superior in Nordamerika – ein Zürich, ein Basel und ein Genf Area gibt. Und es wird ihn auch nicht interessieren. Wer in einem Land lebt, das 233 mal so gross ist wie die Schweiz, kann sich die Grabenkämpfe im Ministaat wahrscheinlich gar nicht vorstellen.

Ein Vorschlag an Herrn Hösly: Könnte man nicht die ganze Schweiz zum Greater Zurich Area machen? Dann wären Kantönligeist und Röschtigraben auch endlich überbrückt. Oder aber wir vermarkten die Schweiz als «Greater Swedish Area». Diese Sache mit «Greater» und «Area» klingt schliesslich noch gut, und die Amerikaner verwechseln Schweden und die Schweiz sowieso dauernd. Ausserdem fühlen sich Glarus, Schaffhausen und Graubünden unter dem Dach «Schweden» bestimmt wohler als unter Zürcher Fittichen. Und der Aargau wäre dann vielleicht auch wieder dabei.
 

Überraschende Kombinationen

Er verbindet, was auf den ersten Blick keinen Zusammenhang hat, und präsentiert das Ergebnis plakativ und schnörkellos. Zu Besuch bei Simon Hofer, Enkel des Berner Werbepioniers Max Hofer.

Ein Kiesweg führt zu einem alten Stadthaus, das ursprünglich eine Liegenschaft der Berner Patrizierin Madame De Meuron war. Die Hausfassade ist begrünt, Efeu rankt sich empor. Hier im Erdgeschoss hat sich der Grafiker und Art Director mit seiner kleinen Simon Hofer Werbeagentur eingemietet. Zeichnungen, Illustrationen und Fotos schmücken sein Büro und geben dem Raum eine spezielle Note. Hofer legt Wert darauf, seine Kunden in einer persönlichen Atmosphäre zu empfangen. Auch am Kachelofen, auf dessen Ablage ein grosser schwarzer Buddha ruht, kleben unzählige Fotos. Keiner soll hier «von einem rauchenden Grafiker abgefertigt» werden. Für seine Kunden – vor allem KMU – nimmt sich der Kreative Zeit. Man kommt zum Kaffee, tauscht sich im Büro oder auf der Terrasse in der Lounge – gleich neben der Hängematte – aus. Einen Einblick in Hofers Schaffen erhält der Besucher bereits beim Eintreten in die Agentur. Eine Auswahl seiner Arbeiten hat er aufgehängt. Da ein Plakat für die Berner Young Boys, dort ein Sujet, das Hofer für die Camel Creative Challenge realisiert hat.

Zwei in einem

Sein Büro ist dekoriert, seine Arbeiten sind dagegen aufgeräumt und schnörkellos. Klar und einfach muss es dem Grafiker sein. Und eine weitere Linie ist in seinen Werken erkennbar: Hofer liebt es, Gegenstände aus zwei unterschiedlichen Kontexten zu vermengen. Für den spanischen Wein- und Spirituosenhersteller Osborne hat er die Arme eines Zapfenziehers nach dem Vorbild von Stierhörnern geformt. Bei der Kampagne «Glaube an YB» hat er den Fussball und die Weltreligionen zusammengebracht. Und für einen Möbelhändler hat er die vier Beine eines Holztisches analog zu Baumstämmen im Wald verwurzelt. Hofer sucht bewusst nach diesen Entsprechungen. Der Reiz besteht für ihn darin, den Dingen durch die Verknüpfungen einen neuen Sinn zu geben.

Als er 2008 unter eigenem Namen startete, hatte er zuerst noch Mitarbeiter an Bord. Mittlerweile steuert er sein Boot ohne Mannschaft. Der Grafiker ist ein Einzelkämpfer. Eigenständig zu arbeiten, erlaubt es ihm, sich vollkommen auf ein Projekt zu konzentrieren, sich in kreativen Phasen auszupowern, bis der Tank leer ist. Danach herrscht auch mal Flaute. Hofers Arbeitsrhythmus gleicht einer Berg- und Talfahrt, auf die er sich am liebsten alleine begibt. Projektbezogen arbeitet Hofer in einem Netzwerk mit Freelancern zusammen. Oftmals mit den Werbern von Franz&René, einer zweisprachigen Agentur, die ihr Büro im selben Haus hat.

Nicht in Grossvaters Schuhen

Die Simon Hofer Werbeagentur ist dabei nicht sein erstes Projekt in der Selbständigkeit. Nach einigen Jahren als Art Director bei Polyconsult und Contexta gründete Hofer gemeinsam mit zwei Partnern die Agentur Siebensinn. 2008 sagte er sich schliesslich von dieser Agentur los.

Sein Grossvater, der vor über 60 Jahren in Bern die Agentur Hofer Kommunikation gründete, diente ihm auf seinem Weg in die Eigenständigkeit als Inspirationsquelle. Im beruflichen Alltag kennengelernt hat ihn Hofer allerdings nie. Als er seine Lehre bei Hofer Kommunikation beendete, hatte sich Max Hofer bereits aus der Werbung zurückgezogen. Sich später bei der Agentur seines Grossvaters zu engagieren, kam für Simon Hofer nicht in Frage. «Das ist eine Generationengeschichte.» Er wollte eigene Spuren hinterlassen. (Mittlerweile wird Hofer Kommunikation von Reto Steiner und Daniel Scheuzger geführt; siehe «Kopf der Woche» in der Werbewoche vom 17. Februar 2012.)

Mit Ideen geladen

Verbindendes Stück zwischen Simon Hofer und seinem Grossvater ist denn auch vielmehr ihr Talent als Zeichner und Illustrator. Und der Tatendrang.

Die Ideen kom men bei Hofer wie aus der Pistole geschossen. Ein Maschinengewehr mit Farbstiften als Munition hängt dafür stellvertretend an einer Wand in seinem Büro. «Wenn ich die Idee im Kopf habe, muss sie raus», so der Grafiker. Und dann wird sie umgesetzt – auch ohne Auftrag. Wie seine neuste Idee, eine Produktentwicklung, die er sicher in einem Eckwandschrank bunkert, bis er einen Abnehmer dafür gefunden hat. Alles noch streng geheim. Soviel sei aber verraten: Seiner Linie, Dinge auf überraschende Art zu vermengen, ist Hofer treu geblieben. Isabel Imper

In Kürze
Seine Lehr- und Wanderjahre absolvierte der gelernte Grafiker Simon Hofer (* 1975) unter anderem bei Contexta und Polyconsult. Bei Contexta begleitete und kreierte er als Art Director Kampagnen für Kunden wie Swiss Lotto, Euro Millions, Swisscom Mobile und Swisscom. 2004 gründete er mit zwei Freunden seine erste Werbeagentur Siebensinn. Seit 2008 führt er mit der Simon Hofer Werbeagentur sein eigenes Geschäft und entwickelt als Freelancer Kampagnen für folgende Kunden: Blatter AG Keramik, Olmo Market, Musikhaus Krompholz, BMW, Schweizerisches Rotes Kreuz, USIC und andere. www.simonhofer.ch

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Storyselling – Geschichten verkaufen

Wie der hochdiversifizierte Energieversorger WWZ den klassischen Publishing-Kanal des Kundenmagazinszur Vermarktung des Low-Involvement-Produkts digitales Fernsehen nutzt.

Digitales Fernsehen ist zwar in aller Munde, der Markt aber noch lange nicht gesättigt. Die WWZ, die Wasserwerke Zug AG, nutzen ihr Kundenmagazin Strom (vierteljährlich, Auflage 55 0000) als Instrument der Marktdurchdringung unter anderem für ihr Telekommunikationsangebot, insbesondere für das digitale Fernsehen. Die Herausforderung besteht darin, dieses an sich rein technische Verkaufsangebot über das Erzählen von Geschichten zu emotionalisieren. Storyselling statt Storytelling.  
 

Innovationen machen Geschichten 

Anfangs gibt der Innovationszyklus des digitalen Fernsehens den Rhythmus vor. Bei vier Strom-Ausgaben fällt pro Jahr jeweils eine Story für digitales Fernsehen ab: Die Ausgabe 2/2010 stellt anlässlich der Fussball-WM in Südafrika die hohe Bildauflösung ins Zentrum. Zusammen mit Xaver Stierli, dem ehemaligen WM-Teilnehmer und Teamkollegen von Köbi Kuhn und Karl Elsener, entführt Infel den Leser auf eine Reise ins Jahr 1966, als an der WM in Eng- land noch «hell» gegen «dunkel» spielte. Die Ausgabe 2/2010 konzentriert sich auf die Innovation «Smartcard », welche die Set-Top-Box überflüssig macht. Text und Bild dramatisieren die Absenz qualitativer Einbussen. Noch ein Jahr später bestimmt das interaktive Fernsehen die Verkaufsargumentation der WWZ: Infel übersetzt die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens dank digitaler Technologie mit einem Augenzwinkern in die analoge Welt. 
 

Sequenzielles Storyselling 

Ende 2011 wird digitales Fernsehen noch wichtiger für die WWZ. Infel erhöht die Kadenz. Ab sofort erscheint in jeder Nummer des Strom ein Artikel zum Thema. Jetzt können sich die Geschichten nicht mehr nur alleine entlang der technischen Innovationen entwickeln. Die Vorteile müssen repetiert und in überraschende Kontexte gestellt werden. So packt Infel die Kunden zum Beispiel an der Ehre und inszeniert die digital Abstinenten als ewig gestrige Couch Potatoes (4/2011). Oder: Als Trittbrettfahrer der Umschaltkampagne auf HDTV des SRF macht Infel den 29. Februar zum Schalttag im doppelten Sinne (1/2012).  
 

Emotions lead to action 

Jeder Artikel hat zwar seine eigene Dramaturgie und «funktioniert» als abgeschlossene Geschichte. Doch erst die Summe aller Leseerlebnisse führt zu einem Gesamteindruck des Angebots. Wichtig hierbei ist die Emotionalisierung der Stories. Wie wir aus der Neurologie wissen, erinnern sich die Rezipienten kaum an Fakten, aber an Gefühle. Donald B. Calne, Professor für Neurologie an der University of British Columbia, bringt es auf den Punkt: «The essential difference between emotion and reason is that emotion leads to action while reason leads to conclusions.» Darum ist es das Ziel des Storyselling, rationale Aspekte wie technologische Innovationen oder Produkteigenschaften mit Humor, positiven Überraschungseffekten und emotional stark aufgeladenen Geschichten im Consideration Set der Leserinnen und Leser zu verankern.  Matthias Bill, Martin Fritsche

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