Bedürfnis nach Animationen
Kaum eine Welt, kaum Themen, Phantasien oder Träume, die von der Filmindustrie nicht effektgewaltig und eindringlich visualisiert oder geschaffen werden. Eine Filmindustrie, die Tag für Tag mit modernster Produktion und Postproduktionstechniken alle Kommunikationsbereiche von der Kunst, Unterhaltung, Information bis zur Werbung mit neuen Beiträgen versorgt. Doch reicht das Angebot längst nicht mehr, um dem rasant wachsenden Bedarf an hochwertigen, dynamischen Inhalten gerecht zu werden. Ausgelöst durch die Entstehung neuer Medien und speziell durch die Schaffung digitaler Komplementärangebote innerhalb klassischer Medien, hat ein mediales Wettrüsten begonnen. Fliessende Botschaften, medienübergreifende Kommunikation und dynamische Inhalte gewinnen gegenüber statischer Dominanz immer mehr im Wettstreit um Aufmerksamkeit und Involvierung. Zudem stellt sich in der heutigen Schnelllebigkeit die Frage der Aktualität. Was aber, wenn kein Filmmaterial vorhanden, der Audioteil überflüssig ist und die Botschaft auf rein statischen Kommunikationselementen aufbaut? Dann ist es Zeit für Animationen!
Botschaften zum Leben erwecken
Die Erinnerung an das Daumenkino mag verblasst sein, doch ist die Faszination geblieben. Unter anderem dafür, wie einfach statische Schranken umgangen und durch richtige Techniken die erstaunlichsten Effekte erzielt werden können. Animationen unterliegen dem gleichen Prinzip der Bewegungsdynamik, und noch immer definiert die Bildfolge die Illusion von Bewegung. Bei statischen Botschaften und im Gegensatz zum Film definiert nicht eine Selektion aus einer Vielzahl von Frames die Bewegung, sondern die Logik künstlicher, aus mindestens einem Ursprungsbild geschaffener Schlüsselbilder und das sogenannte Tweening/Rendering zur automatisierten Generierung der für die Bewegung notwendigen Zwischenbilder. Computergestützt und unter Anwendung ausgereifter Instrumente und innovativer Techniken werden so Botschaften zum Leben erweckt. Je nach Bedürfnis und Einsatz lässt sich jede Botschaft mehrdimensional für alle Ausgabekanäle animieren und im entsprechenden Ausgabeformat aufbereiten. Für eBoards, ePanels und andere Screens, für das Web, Kino oder für mobile Endgeräte. Die wichtigste Erkenntnis liegt also darin, dass Animationen mehr Premediaals PostproductionCharakter besitzen und primär die Fähigkeiten des Bildspezialisten, Retuscheurs, Grafikers und typografischen Gestalters verlangen.
Entstehung und Ingredienz
Animationen leben von der Auseinandersetzung mit dem Ausgangsmaterial und der Botschaft, von weiterführenden Ideen und von Kreativität. Animationen unterstreichen Aussagen, heben diese hervor, verstärken sie und kompensieren mediale Mankos. Das geht jedoch nur, wenn die Rahmenbedingungen des gewünschten Kommunikationskanals wie Ausgabeformat, Betrachtungsdistanz oder Blickwinkel mitberücksichtigt werden. Ein Storyboard stellt auch beim Animieren einen strukturierten Ablauf sicher, wobei darauf geachUmsetzungsbeispiel für Floralp: Hochformatige ePanelAnimation tet wird, dass innerhalb des Entstehungsprozesses genug kreativer und experimenteller Freiraum bleibt. Frühe Grobvisualisierungen helfen dabei, sich abzugleichen. Klassische, typografische Gestaltungselemente, kombiniert mit Zeit, Raum, Perspektive oder immer wichtiger auch Interaktion, dienen bspw. der Erzeugung von Dramaturgie, Spannungsmomenten, Provokation und Erlebbarkeit durch Überwindung der virtuellen Trägheit statischer Botschaften.
10 Animationsgebote
1. Wählen Sie den richtigen Partner – not every one who is riding a horse is a jockey.
2. Stellen Sie hochaufgelöstes Ausgangsmaterial zur Verfügung – reduziert werden kann je nach Kanal immer.
3. Animationen sollten kurz sein, denn das Verhalten des Betrachters entspricht selten jenem des Fernsehzuschauers.
4. Lassen Sie keine Gesamtentfremdung zu und kommen Sie nach dem bereicherten Animationsteil zurück zum Ursprung.
5. Wiedererkennung steigert die Gesamtwirkung Ihrer Botschaft.
6. Weniger ist mehr und Subtiles wirkt oft stärker als krampfhaft Realistisches.
7. Positionieren Sie den Absender/Brand intensiver und vermeiden Sie die im TVBereich oft verwendete Schlussnennung – möglicherweise ist es dann zu spät.
8. Nutzen Sie das gesamte Spektrum der Ansprache von humorvoll, skurril bis realistisch, um den Betrachter zu verführen.
9. Unschärfe kann bei Animationen helfen, die Bewegung zu schärfen.
10. Animationen sind sehr kostenattraktiv.
Florian Walz, CEO, Daniel Straumann AG