Eyekon schafft neue Lehrstelle für Mediamatiker

Eyekon hat per August 2012 eine neue Lehrstelle geschaffen. Die Zürcher Design- und Kommunikationsagentur begleitet damit zum ersten Mal einen Lernenden durch die vierjährige Ausbildung zum Mediamatiker EFZ.

Als Fachleute im Media-Umfeld beschäftigen sich Mediamatiker/innen mit der Informationsaufbereitung von verschiedenen Kanälen. So gehört sowohl das Gestalten und Pflegen von Websites, das Erstellen von Multimedia-Inhalten, als auch das Verfassen von Präsentationen und Dokumentationen zu den Hauptarbeitsbereichen. Die Bereiche Crossmedia und Interactive eignen sich hervorragend für die vielseitigen Tätigkeiten eines angehenden Mediamatikers, so die Agentur. Eyekon biete einem Lernenden Einblick und Mitarbeit in allen Ausbildungs-relevanten Themen: Von der Kreation interaktiver Kommunikations-Projekte über aktives Programmieren bis hin zu administrativen Aufgaben. Deshalb habe sich die Agentur aktiv darum bemüht, einen Ausbildungsplatz zu schaffen und den dringend benötigten Nachwuchs in der Schweizer ICT Branche zu fördern.
 

Etextera erweitert Portfolio

Etextera hat ein weiteres Unternehmen für ihre Dienstleistungen gewonnen: Die Wago Contact SA. Das Technologieunternehmen mit Sitz in Domdidier ist ein Zulieferer für Verbindungstechnik und Automation.

Das Unternehmen lässt Texte für die Unternehmenskommunikation sowie Marketing-Kommunikation von der Frauen-Textagentur auf den Punkt bringen. Dazu gehören unter anderem Medienmitteilungen und Interviews für Fach- und Publikumsmedien.
 

TV bleibt top

Im Zuge des technischen Wandels verändert sich auch die Mediennutzung in vielerlei Hinsicht. Interessant ist, dass das Fernsehen ungeachtet aller Verschiebungen seine Position als führendes Medium behauptet.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus den USA, für die das Marktforschungsunternehmen Knowledge Networks im Auftrag des Television Bureau of Advertising 1 557 Konsumenten ab 13 Jahren online befragt hat. Das Fernsehen erreicht der Studie nach zunächst einmal täglich mehr Menschen als jedes andere Medium. 88,3 Prozent der Konsumenten ab 18 Jahren sehen täglich fern. Das Internet wird von 73,1 Prozent der Erwachsenen genutzt und liegt damit vor dem Radio (58,8 %) und den Tageszeitungen (36,1 %). Lediglich jeder Vierte (24,8 %) schaut täglich in ein Magazin.

Im Vergleich zu 2010 wird deutlich, dass das TV seine starke Stellung behaupten kann, obwohl die Tagesreichweite des Internets in diesem Zeitraum von 67,5 auf 73,1 Prozent zugelegt hat. Im Jahr 2010 lag die Tagesreichweite des TV bei 89,5 Prozent, nun liegt sie mit 88,3 Prozent nur wenig darunter. Interessant ist zudem eine Analyse der Reichweiten nach soziodemografischen Parametern. Hier zeigt sich, dass das Fernsehen auch bei den ganz Jungen, also den 13- bis 17-Jährigen, in Sachen Reichweite mit dem Internet mithalten kann: 76,7 Prozent dieser Gruppe schauen täglich fern, 76,3 Prozent von ihnen nutzen täglich das Internet. In Front liegt das TV zudem, wenn es darum geht, besonders einkommensstarke Zielgruppen zu erreichen: 90,5 Prozent der Konsumenten, die über ein jährliches Haushaltseinkommen von mehr als 100 000 US-Dollar verfügen, schauen täglich fern – es folgt das Internet, das von 83,4 Prozent dieser Gruppe täglich genutzt wird.

Das TV ist aber nicht nur das Medium mit der grössten Reichweite, sondern auch das mit der höchsten Nutzungsdauer. Im Schnitt sehen die Amerikaner 5,2 Stunden am Tag fern, das Internet wird während 3,0 Stunden genutzt, das Radio 1,4 Stunden. Frauen haben dabei im Schnitt eine höhere Mediennutzungszeit als Männer (12,0 vs. 10,5 Stunden täglich). Das TV ist jedoch bei beiden Geschlechtern klar die Nummer eins (5,4 vs. 5,0 Stunden täglich). Auch die 13- bis 17-Jährigen schauen im Schnitt länger fern, als sie das Internet nutzen (3,1 vs. 2,3 Stunden täglich).

Wie sieht es nun mit dem Einfluss der Medien auf die Kaufentscheidungen der Konsumenten aus? Auch diesbezüglich kommt die Untersuchung zu spannenden Resultaten. So geben 39,8 Prozent der Befragten an, dass sie am ehesten im TV auf Produkte aufmerksam werden, die sie gerne kaufen oder ausprobieren möchten. Nur 8,7 Prozent sagen das über das Internet, lediglich 8,0 Prozent über Tageszeitungen und nur 6,8 Prozent über Magazine. Ganz ähnlich sieht es aus, wenn man die Konsumenten danach fragt, welches Medium den grössten Einfluss auf die eigenen Kaufentscheidungen ausübt. Fast vier von zehn Befragten (37,2 %) geben an, dass das Fernsehen ihre Kaufentscheide am stärksten beeinflusst.

Über Tageszeitungen sagen das nur 10,6 Prozent, über das Internet lediglich 5,6 Prozent. Der Impact der TV-Werbung wird dabei von allen Altersgruppen als am höchsten bewertet. Selbst unter den 13- bis 17-Jährigen nehmen 36,4 Prozent der Befragten das TV als einflussreichstes Werbemedium wahr, das Internet wird lediglich von 12,0 Prozent der Jugendlichen als einflussreichstes Werbemedium gesehen.

Dass TV-Werbung einen grossen Einfluss hat – und gut mit dem Web zusammenspielt –, sieht man auch an folgendem Ergebnis: 51,0 Prozent der Erwachsenen geben an, dass sie im Internet bereits nach weiterführenden Informationen zu im TV beworbenen Produkten gesucht haben.

Clemens Koob

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Flugroute Kundenservice

Wie viele Fluggesellschaften ist auch die Swiss auf Social Media äusserst aktiv. Da bei den Nutzern im Social Web vor allem der Kundendienst auf Interesse stösst, hat die Airline diesen Sommer das Serviceangebot ausgebaut.

Wir sitzen in der Business Lounge in Miami und sind enttäuscht: wenig nicht alkoholische Getränke und nur Knabberzeugs.» «Kann man online keine Entschädigung für gecancelte Flüge einfordern? » «Weshalb kann ich online auf Europaflügen keine Business-Class-Sitze buchen?» Immer häufiger kontaktieren Fluggäste die Swiss über Twitter oder Facebook, wenn sie mit einem Service unzufrieden sind oder Fragen zu einem Flug oder einer Buchung haben. Zwar sind die Social-Media-Kanäle der Swiss weit mehr als eine Kunden-Hotline: Im Blog geben Mitarbeitende den Kunden und Fans einen Blick hinter die Kulissen, neben Fotostrecken, Youtube-Videos und Wettbewerben werden Sonderangebote publiziert. Der Kern der Social-Media-Strategie ist allerdings der Kundendienst. «Bei uns hat sich früh gezeigt, dass die Nutzer vor allem diesen Service wünschen», so Christian Lüdi, Social Media Manager von Swiss International Air Lines. «Publizierten wir auf Facebook nur Angebote, würde dies auf Unverständnis der Nutzer stossen. Dafür sind Social-Media-Kanäle von ihrer Natur her nicht gedacht und ausgerichtet. Der Dialog steht im Vordergrund.»

Einen Ansturm erlebte der Online-Service vorübergehend im Frühling 2010, als der isländische Vulkan Eyjafjalla den halben europäischen Luftverkehr lahm legte. Über Twitter und Facebook gab Lüdi die neusten Informationen heraus und beantwortete darüber hinaus innert fünf Tagen um die 1200 Kundenanfragen. Auch nachfolgend wurden auf Twitter und Facebook eingehende Fragen beantwortet. Erst der Teamausbau erlaubt es nun aber, den Service in mehreren Sprachen anzubieten und schnell zu antworten – und damit einem 24-Stunden-Service gerecht zu werden.

Rund 25 in Basel und Kapstadt stationierte Mitarbeiter stehen dafür ab sofort im Einsatz. Agenten des Kundenservices, die abwechslungsweise Telefone entgegennehmen und dann wieder die Anfragen auf Social Media beantworten. Festnageln lassen, wie schnell die Swiss auf Anfragen reagiert, will sich Lüdi nicht. «Wir haben intern eine maximale Zeitvorgabe zur Bearbeitung festgelegt. Diese Angaben kommunizieren wir aber bewusst nicht. Es gibt vereinzelt auch Fälle, die länger dauern können, weil die Abklärungen aufwändig sind.» Eine Durchsicht des Twitter-Streams zeigt, dass sich die Antwortzeiten zumeist im Rahmen von einigen Minuten bis hin zu ein, zwei Stunden bewegen.

Mehr als eine Telefon-Hotline
Für den Nutzer liegen die Vorteile des Social Media Services auf der Hand: Kein Ausharren in der Warteschleife der Telefon-Hotline, ein einfacher und kostenloser Kontakt zum Unternehmen, der dank mobilen Geräten überall verfügbar ist. Für einfache Fragen funktioniert der Dienst problemlos. Sobald es komplexer wird, macht allerdings der beschränkte Platz dem Nutzer einen Strich durch die Rechnung. Gar nicht so einfach, eine komplizierte Frage auf 140 Zeichen zu formulieren. So verweist denn auch die Swiss ihre Kunden für solche Anfragen auf den Email-Kontakt. Häufig müssen Anfragen auch aus vertraulichen Gründen per Email abgewickelt werden: «Sobald wir zum Beispiel die Buchungsreferenz benötigen, können wir aus Datenschutzgründen nicht mehr über einen öffentlichen Kanal wie Twitter kommunizieren, sondern müssen auf Email ausweichen.»

Derzeit werden Facebook und Twitter für Anfragen etwa gleich häufig verwendet, so Lüdi. Es sehe aber so aus, als würden bald mehr Anfragen via Twitter gestellt. Und dies, obwohl die Swiss auf Twitter viel weniger Followers hat als Fans auf Facebook. Anders als bei der Telefon-Hotline sind auf Twittter und Facebook Anfragen für andere Nutzer in der Regel sichtbar. Das hat aus Unternehmenssicht den Vorteil, dass häufig auftauchende Fragen nicht immer wieder beantwortet werden müssen. Die Kehrseite der Medaille: Kritik und angriffslustige Kommentare sind ebenso sichtbar. Der eine oder andere Fluggast schreibt sich schon mal in Rage, wenn sich der Flug verspätet oder etwas anderes schief läuft. Wie geht die Swiss mit solchen Reaktionen um? «Es bleibt bei uns alles an der Wand, ausser Spam», sagt Lüdi. «Es wird nichts gelöscht, es sei denn, es handle sich um einen sexistischen oder rassistischen Kommentar.» Wenn ein Nutzer unsachgemäss kommentiere, regle sich dies für gewöhnlich innerhalb der Community, da sich andere Nutzer einschalten.

Allerdings wurde auch die Swiss schon einmal mit einer grösseren Lawine negativer Feedbacks konfrontiert: Als sie vor rund einem Jahr ihr neues Logo präsentierte, hagelte es im Social Web negative Kommentare. In solchen Fällen setzt Lüdi darauf, den Nutzern Hintergrundinformationen zu liefern – was die Swiss im entsprechenden Fall tat. Der Chief Commercial Officer, Holger Hätty, beantwortete eine Stunde lang in einen Chat Fragen zum Logo. «Danach wurde es schlagartig ruhiger», so Lüdi.

Ob positive oder negative Reaktionen – in erster Linie ist die Zweiwegkommunikation aus Unternehmenssicht ja gerade das Reizvolle an der Social-Media- Präsenz. «Wir arbeiten viel, um der Community etwas zu bieten. Gleichzeitig erhalten wir wertvolles Feedback», so Lüdi. «Besonders Vielflieger, die unsere Produkte und Flugzeuge gut kennen, haben ein grosses Bedürfnis, sich mitzuteilen und sehen häufig Verbesserungspotenziale.» Auch als kostengünstiges und effektives Marktforschungs- Tool setzt die Swiss Social Media ein. Schnell ist eine Umfrage erstellt. Zum Beispiel, um zu erfahren, ob die Kunden mit der neu eingeführten Business Class zufrieden sind. Ebenso hat Lüdi die Portale zur Rekrutierung für ein Food-Tasting verwendet, bei dem Essen für Langstreckenflüge getestet werden sollte. Im Nu kamen via Facebook 100 Bewerbungen zusammen. 30 Tester brauchte der Social Media Manager.

Im Auge behalten muss Lüdi ebenso, was Nutzer auf anderen Portalen über die Swiss schreiben. Was erstaunt: Ein spezifisches Monitoring-Tool, um die Kommunikation im Netz über Swiss zu beobachten, hat der Social Media Manager nicht im Einsatz. Die Swiss setzt fürs Monitoring auf Gratis-Tools wie der Google-Blogsuche oder auf Suchabfragen auf Facebook und Twitter. Und geht gegebenenfalls auf die Kommentatoren zu: «Wir kontaktieren sogar User, die immer noch von Swissair schreiben, wenn sie ein Problem haben.»

Social Media bald überall
Auf Grund des Ausbaus im Bereich Social Media besteht Lüdis Aufgabe derzeit vor allem darin, sämtliche Mitarbeiter, die mit Social Media zu tun haben, intern zu vernetzen und dafür zu sorgen, dass alle denselben Level erreichen. «Social Media durchdringt das Unternehmen immer mehr», beschreibt Lüdi die momentane Situation. Die Zuständigkeiten liegen dabei, wie das Beispiel der Kundenservice- Mitarbeiter zeigt, bei verschiedenen Abteilungen. Die zwei länderspezifischen Twitter-Kanäle für die Schweiz und die USA, die es zusätzlich zum offiziellen Kanal gibt, werden von der jeweiligen Marketing- Abteilung gepflegt. Um die lokale Betreuung der Social-Media-Kanäle kümmern sich derzeit an verschiedenen geografischen Punkten – in Zürich, New York, Mumbai, Tokyo und Shanghai – Mitarbeiter. Und für den Blog schreiben Mitarbeiter aus allen Bereichen.

Die Social-Media-Aktivitäten erfolgen in engem Austausch mit der Corporate-Communication-Abteilung. Und natürlich will auch die Branding-Abteilung mitreden. «Jeder Social Media Manager hat zu Beginn Diskussionen mit der Branding-Abteilung – nur schon wegen der Einschränkungen der Plattformen. » So heisst die Fluggesellschaft auf Twitter auf Grund der beschränkten Anzahl Buchstaben zum Beispiel «@SwissAirLines» und nicht regelkonform «Swiss International Air Lines». Für Social Media als ungeeignet erwies sich auch das alte Logo, der doppelte Kubus, der wegen seiner rechteckigen Form nicht in die quadratischen Einbindungen passte. Dies führte dazu, dass in das Branding neue Guidelines für Social Media erarbeitet wurden. Im Falle des alten Logos hat man sich darauf geeinigt, nur einen der beiden Würfel zu präsentieren.

Zudem sieht sich die Swiss im Social Web mit der Abhängigkeit von Drittparteien wie Facebook, Youtube etc. konfrontiert. «Es wäre eine kommunikative Katastrophe, würde Facebook über Nacht schlies– sen. Dann sind die 124 000 Beziehungen, die wir über Facebook haben, einfach weg», bemerkt Lüdi. Über eine vollständige Datenbank, in der alle Nutzer gespeichert sind, verfügt die Swiss nicht. Zwar bestünde die Möglichkeit, mit der Einwilligung der Nutzer oder zum Beispiel über Gewinnspiele an die Email-Adressen der Nutzer zu gelangen. Alle 124 000 würden aber wohl ihre Angaben nicht bekannt geben. Neben den unvollständigen Kontaktdaten muss die Airline mit Änderungen klar kommen, die teils quasi über Nacht vorgenommen werden. Auch die rechtliche Situation ist undurchsichtig. «Facebook hat das Copyright an jedem Bild, das wir auf unsere Seite laden. Als Unternehmen muss man sich, will man mitmachen, den Richtlinien einfach fügen.» Wohin die Reise geht, steht für Lüdi noch nicht fest. «Als Unternehmen gehen wir mit der Community. Es ist ein stetes Abtasten, was die Fans wollen.» Derzeit arbeitet die Swiss am Aufbau der Locationbased- Services. Spruchreif ist aber noch nichts. Eine interessante Entwicklung seien spezifische Netzwerke wie Wayn.com, auf denen es ausschliesslich ums Reisen gehe, die Zielgruppe also besser fassbar ist: «Dort wissen wir schon mal, dass alle ein Interesse daran haben, um die Welt zu reisen.» Allerdings stecken solche Portale noch in den Kinderschuhen. So heisst die Strategie vorerst Abwarten und Beobachten.

Isabel Imper

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Digital werben im Shopping Center

Der Aussenwerber Clear Channel baut sein Angebot im Bereich digitaler Werbung aus und ist damit ab sofort auch in Shopping Centern präsent.

Man begegnet ihnen immer häufiger, den digitalen Werbeflächen. Am Bahnhof, Flughafen, Tankstellen, in Apotheken, am Postschalter und beim Detailhändler. Auch Clear Channel setzt vermehrt auf das bewegte Bild. Seit mehreren Jahren vermarktet das Unternehmen digitale Screens am Flughafen Zürich und am Euro Airport Basel-Mulhouse-Freiburg. Nun sollen die Shopping Center erobert werden.

Während die Mehrheit der Anbieter wie Goldbach Media in Geschäften wirbt, platziert Clear Channel seine Screens ausserhalb der Läden, in der Mall. Startweise in vier Shopping Centern – im Löwen Center Luzern, Centre Meyrin bei Genf, Perry-Center Oftringen, Wankdorf Center Bern – sind ab sofort Bildschirme im Einsatz. Vorerst werden freistehende Stelen mit integrierten Displays aufgebaut. Möglich sei es aber ebenso, Screens direkt in Wände oder bestehende Strukturen zu integrieren, wie Jürg Rötheli, CEO von Clear Channel gegenüber der Werbewoche erklärte.

Mit dem neuen Angebot macht Clear Channel in erster Linie dem «Digital Out-of-Home»-Anbieter Neoadvertising Konkurrenz, dessen Werbeflächen momentan in 48 Einkaufscentren zu sehen sind – 28 davon in der Westschweiz, 19 in der Deutschschweiz sowie eines im Tessin. Noch kein vergleichbares Angebot bietet die Hauptkonkurrentin APG, die bereits an Bahnhöfen eBoards und ePanels vermarktet. Mehr Wettbewerb könnte es aber schon bald geben. Digitale Werbung in Shopping Centern erachte man durchaus als interessant und als Vertragspartner der zehn grössten Shopping Center prüfe die APG entsprechende Möglichkeiten, so Beat Holenstein, Leiter Partner- & Product Management bei APG.

Mit Bewegtbild zu mehr Aufmerksamkeit

Von der Integration der digitalen Werbeflächen in den Shopping Center verspricht sich Clear Channel unter anderem eine gezieltere Lenkung der Besucherströme. Durch Kombination von Plakaten und digitaler Werbung könnten die Konsumenten im Idealfall von ausserhalb des Einkaufscenters übers Parking bis hin ins Center beziehungsweise ins einzelne Geschäft geführt werden, so Rötheli.

Auf den Screens laufen neben Standbildern Animationen und Filmsequenzen. Im Unterschied zur Fernsehwerbung allerdings ohne Ton. Die Spotdauer beträgt dabei 10 Sekunden. Kein Zufall. Um den Kunden entgegenzukommen, biete man bei den Spots dieselbe Länge an wie die APG, so Rötheli. «Damit Auftraggeber, die einen Mix zum Beispiel bestehend aus Einkaufscentren, Bahnhöfen und Flughäfen buchen, keine separaten Spots produzieren müssen.»

In einem ersten Schritt will Clear Channel nun weitere Einkaufscenter dazugewinnen, um eine nationale Abdeckung anbieten zu können und damit für grössere Werbeauftraggeber, die landesweite Kampagnen schalten, attraktiv zu werden. Rötheli ist zuversichtlich, dass der Bereich digitale Werbung massiv ausbaufähig ist. «Es ist ein irreversibler Trend hin zu digital im Gange», so der CEO. So rechnet Clear Chanel damit, weltweit bis 2014 um die 10 Prozent des Umsatzes mit digitaler Werbung zu erzielen. In der Schweiz dürfte der Anteil geringer ausfallen. Auch im Bereich Aussenwerbung, in dem Plakatwände vermehrt von digitalen Werbeflächen abgelöst werden, ist einiges im Gange. Gemeinsam mit der APG ist Clear Channel momentan mit der Stadt Zürich über einen digitalen Pilot im Gespräch. Ziel sei es, noch in diesem Jahr mit der Testphase zu beginnen, so Rötheli.

Isabel Imper

 

Matter & Gretener gewinnt Neukunden

Matter & Gretener stösst auf einen neuen Kunden an. Neu gehört die Zürcher Oberland Medien zum Portfolio der Agentur.

Die Zürcher Oberland Medien hat die Nudge-Agentur mit der Realisierung von Abonnenten-Gewinnungsmassnahmen für den «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster» betraut. Erste Umsetzungen sind schon bald zu sehen, so die Agentur in einer Mitteilung.
 

Viel Bewegung im Markt der Schweizer Bewegtbilder

Am 31. August ist Anmeldeschluss für den Edi, den Schweizer Filmpreis für Auftragsfilme. Die Werbewoche hat die Vorstandsmitglieder der Swissfilm Association gefragt, welche Entwicklungen Sorge und Freude bereiten.

WW: In welchen Bereichen sehen Schweizer Filmproduzenten in Zukunft ihre Chancen und wo ihre drohenden Gefahren?

Roduner: Im Bereich Auftragsfilm – und in der Folge sprechen wir nur über diesen – befinden wir uns mitten im Wandel. Die Strukturen von Auftraggeber, Agentur und Produktion sind übergreifend geworden. Neue Möglichkeiten für neue Medien und Plattformen verschmelzen die Hierarchien. Alle machen alles. Die Chance von uns Produzenten liegt in der konsequenten Auseinandersetzung mit der Thematik und im Mut, Veränderungen einzuleiten und Wege zu gehen, die noch kein anderer gehen will, weil noch keine Geländer angebracht sind.

Kristian Widmer: Die Gefahren sind identisch mit den Chancen: neue Produkte, sich verändernde Wertschöpfungsketten, neue Spielregeln.

Levente Paal: In der Vielfältigkeit der Anwendungen findet sich beides. Ich sehe es aber vor allem als Chance. Konzeptionell alles so aufgleisen, dass schlussendlich auch alles zusammenpasst, ganz egal für welche Bereiche. Das entspricht dem Generalunternehmer «Filmproduzent» sowieso.

Nadia Rosasco: In der Flexibilität, in der Kundennähe und im Verständnis den Auftraggebern gegenüber. Wir Schweizer sind anders, eigen. Und nur wer hier aufgewachsen und verwurzelt ist, die Mentalität des Schweizers kennt, hat auch den nötigen Background, um Kunden bei ihren Projekten schweizbezogen zu unterstützen.

Was sind aktuelle Herausforderungen für Schweizer Filmproduzenten?

Rosasco: In einem Hochpreisland mit stetig schwindenden Budgets immer noch qualitativ hoch stehende Filme zu produzieren.

Paal: Es darf nichts mehr etwas kosten. Mit dieser Haltung geht auch die Wertschätzung für die komplexe Arbeit verloren. Unter diesen Bedingungen die Motivation für sich und ein ganzes Team aufrechtzuerhalten, ist sehr anspruchsvoll.

Reiner Roduner: Primär seine eigenen Kompetenzbereiche neu definieren. Wir müssen uns auf die aktuellen Veränderungen einlassen. Neue Lösungen bieten.

Widmer: Die Herausforderung besteht darin, mit der notwendigen Gelassenheit zu erkennen, was bleibt, und mit der geforderten Konsequenz zu akzeptieren, was ändert.

Wie präsentiert sich unsere Qualität im internationalen Vergleich?

Paal: Dass Schweizer Filme bei internationalen Wettbewerben immer wieder Preise gewinnen, zeigt, dass da keine Unterschiede sind. Wir sehen von ausländischen Produktionen meistens nur die besten Werke. Daher wird der Eindruck erweckt, im Ausland werden nur hervorragende Filme gemacht. Man braucht aber nur ausländische TV-Werbung und Imagefilme auf Webseiten anzusehen, um schnell zu merken, dass dem nicht so ist.

Widmer: Das Volumen an Produktionen aus der Schweiz ist bedingt durch die Grösse des Marktes markant kleiner als das anderer Nationen. Das reduziert die Anzahl herausragender Filme alleine schon statistisch. Differenziert betrachtet, können sich die Schweizer Auftragsfilme im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Wer das weiss, kann auch in der Schweiz nach Perlen tauchen.

Roduner: Ich denke, die prämierten EDI-Filme stehen einem internationalen Vergleich in nichts nach. Dass sich Kunden und Agenturen trotzdem oft für das Ausland entscheiden, hat viele Gründe. Der Preisdruck kann einer sein, die Wahl der Werbeagentur, welche im Ausland domiziliert ist, oder die Wahl der Regie, die oft an ausländische Produktionen gebunden ist.

Wie erleben Schweizer Produzenten die Internationalisierung im Werbefilmmarkt?

Roduner: Der Druck ist enorm geworden. Vieles läuft leider nur noch über den Preis. Qualität wird sekundär. Wir haben schlechte Karten, wenn es um Budgetkompedition mit unseren Kollegen aus dem Ausland geht, was uns dann oft zwingt, im Ausland zu produzieren – und das wiederum schwächt den eigenen Markt.

Widmer: Positiv, weil dank der Internationalisierung auch die Anzahl der verfügbaren Talente für Schweizer Kunden wächst. Negativ, weil der aktuelle €-Kurs dazu verführt, Know-how im Ausland nachzufragen. Dieses Problem trifft Filmproduktionen wie Agenturen.

Paal: Es ist immer schwierig zu akzeptieren, wenn der Tenor vorherrscht, dass im Ausland alles und jeder besser ist. Gleichzeitig muss man sich der Situation stellen und die Herausforderung annehmen, oder was anderes anfangen.

Rosasco: Der Preisdruck ist massiv und es wird immer schwieriger, gegen unsere Nachbarn bestehen zu können. Aber auch hier baue ich auf die Verwurzelung. Die Dreisprachigkeit, der Röstigraben, alles Eigenheiten, die nur wir Schweizer kennen. Deshalb denke ich, werden wir uns trotzdem immer wieder gegen ausländische Konkurrenz durchsetzen.

Haller: Der Markt ist in den letzten Jahren immer internationaler geworden. Als Herausforderung – und genauso als Chance – sehe ich für die Schweizer Produzenten das internationale mit dem nationalen Schaffen optimal zu verbinden, sodass der bestmögliche Film entstehen kann.

Die Schweiz hätte alle Möglichkeiten: Geld, Landschaft, Talente. Wieso sind wir trotzdem keine führende Filmnation?

Paal: Die Schweiz hat keine Filmindustrie. Daher wird sie in der Öffentlichkeit auch nicht wahrgenommen. Wenn irgendwo das Schweizer Fernsehen auftaucht und drei Lampen aufstellt für irgendein Interview, empfinden die Leute das schon als «Hollywood ». Selbst Leute aus der Werbe-Branche können oft die Spreu nicht vom Weizen trennen. Dazu fällt mir die Redewendung vom Etiketten-Trinker ein.

Haller: Im Vergleich zu vielen Ländern hat die Schweiz – für ihre Verhältnisse – leider nur wenige Ausbildungsstätten für das Filmschaffen. Nichtsdestotrotz gibt es viele Talente, die sich als Alternative entweder autodidaktisch oder auch im Ausland ausbilden. Ebenso gibt es Produzenten, die junge Interessierte nachziehen. Leider ist dies für die meisten Produktionen nur beschränkt möglich.

Roduner: Nein wir sind keine Filmnation. Wir sind es nicht, weil wir uns generell im Ausland orientieren und oft nur noch kopieren und adaptieren. Es gibt aussergewöhnlich kreative Agenturen in der Schweiz, die grossartige neue Ideen liefern. Die fallen dann eben oft durch, weil man doch lieber den sicheren Weg wählt. Werbefilme sind bei uns generell Mittel zum Zweck und nicht Herzsache – und darum sind wir keine führende Filmnation.
Widmer: Weder im Spielfilm noch im Auftragsfilm sind Geld, Landschaft und Talente die Zutaten, die ein Land zu einer führenden Filmnation machen!

Rosasco: Als grosse Filmnation kann man uns wohl kaum bezeichnen. Nein. Den Schweizer Auftraggebern fehlt es an Mut und an Humor. Keiner traut sich, auch mal über sich selbst zu lachen. Es ist eine Mentalitätssache. Die Dreisprachigkeit macht es auch nicht einfacher, eine nationale Kampagne zu produzieren, die in allen Landesteilen gleich gut ankommt. Daraus resultiert meist ein Kompromiss. Und Kompromisse sind in der Regel unbefriedigend.

Gibt es zu viele Filmproduzenten in der Schweiz – gemessen am kleinen Markt?

Rosasco: Meiner Meinung nach ist die Anzahl ernst zu nehmender Konkurrenten gesund.

Widmer: Diese Frage wird und muss die Entwicklung des Marktes beantworten. Die Meinung eines einzelnen Marktteilnehmers scheint mir irrelevant, weil dieser sich naturgemäss weniger Mitbewerber wünschen wird.

Haller: Ja und nein. In der Schweiz gibt viele kleinere «Boutique-Produktionen», die sich voll und ganz einem Projekt widmen können, was ich auch als Vorteil sehe.

Paal: Da sind wir wieder bei der Einstiegsfrage: Gibt es überhaupt noch Filmproduzenten. Dazu kommt, dass der kleine Markt auf Europa ausgeweitet wird – und dann ist die Konkurrenz definitiv zu gross.

Wie haben sich die Budgets für Auftragsfilme verändert und wie wird sich das noch entwickeln?

Widmer: Auftraggeber orientieren sich bei der Budgetierung nicht mehr nur an den Wirkungszielen eines Filmes, sondern verstärkt auch an den Distributionskanälen. Kreation, Herstellung und Distribution verschmelzen beim Image- und Produktfilm zunehmend.

Haller: Die Budgets sind tendenziell kleiner geworden, dies hängt aber auch mit dem technologischen Fortschritt zusammen. Der Markt regelt aber letztendlich die Preise.

Paal: Es darf nichts mehr kosten. Die Budgets sind unheimlich knapp geworden, nach dem Motto: drei für zwei. Es gibt aber auch Profis unter den Kunden, die wissen, dass Qualität seinen Preis hat. Daher wird es immer mehr «billige» Filme geben und einen kleineren Teil qualitative hoch stehende. Die Kostenschere wird grösser.

Rosasco: Die Budgets werden immer kleiner. Nach wie vor werden Virals immer noch als kleine, billige «Internetfilmli» angesehen, die ja nichts kosten sollen. Sich aber trotzdem von selbst verbreiten sollen. Ein Film ist ein Film. Ob er nun im Internet, im TV oder im Kino läuft. Und wenn sich ein Film von selbst verbreiten soll, dann muss er frech sein. Was leider hier sehr selten der Fall ist.

Wie haben sich die Ansprüche und vielleicht auch falschen Erwartungen der Auftraggeber verändert?

Haller: Der Anspruch an Auftragsfilme war immer hoch. Es hat schon früher sehr gutes Schweizer Filmschaffen gegeben und wir sind immerzu daran, uns zu verbessern, um dem internationalen Niveau die Stange halten zu können.

Roduner: Die Verwirrung über die Wirksamkeit von Web und Internet und ihren Möglichkeiten sind im Moment das grosse Thema. Die richtige Gewichtung der Ausgaben ist eine zentrale Frage geworden. TV – Kino – Web und Internet? Die Erwartungen der Auftraggeber sind meistens klar. Das Erreichen dieser Ziele schwieriger denn je.

Paal: Es wird intern keine Auseinandersetzung geführt. Überspitzt: Man will einen Film, weiss aber gar nicht für wen und wo er gezeigt werden soll. Hauptsache, er ist nächste Woche fertig und kostet möglichst nichts.

Wie hat Youtube den Markt verändert?

Paal: Youtube hat die Filme internetfähig gemacht. Dank Youtube wird mehr produziert.

Rosasco: Kunden erwarten, dass sich ihre Filme wie Youtube-Filme von selbst verbreiten. Dabei wird aber eben ausser Acht gelassen, was Youtube-Filme ausmacht: Witz, Mut, Ironie, Schadenfreude … Attribute, die in Schweizer Werbefilmen leider sehr selten zu finden sind! Einfach nur einen «visuell schlechten Film im Stil von Home made» zu produzieren, der nichts kosten darf und ein Skript hat, welches nicht witzig ist: das reicht nicht für die selbstständige Verbreitung.

Widmer: Dank Youtube wächst das Bewusstsein der Auftraggeber, dass nicht jedes bewegte Bild bewegt. Die Messbarkeit der Wirkung kann weh tun, aber daran führt langfristig kein Weg vorbei.
Haller: Youtube ist für uns eine tolle Informationsplattform, jeder kann sich ansehen, was zu einem Thema aktuell «angesagt» ist. Das finde ich spannend.
 
Alle Unternehmen wollen auf ihren Webseiten bewegte Bilder. Spüren die professionellen Filmproduzenten etwas von diesem Boom oder läuft das über einen anderen Markt?

Roduner: Wir spüren das ganz enorm. Der Markt ist offen. Aktuell verschmelzen Agentur- und Filmleute. Neue Firmen werden gegründet, neue Märkte erforscht und viel Pionierarbeit geleistet. Die ersten pflügen bereits den Weg.

Widmer: Die Nachfrage nach Bewegtbild für das Web ist deutlich spürbar. Die Herstellung erfordert allerdings andere Abläufe als die klassische Auftrags- und Werbefilmproduktion. Einer Produktionsfirma stellt sich dabei die Frage, ob sie ihre Abläufe darauf einrichten kann und will.

Haller: Das kommt auf die Auftraggeber an. Es gibt sehr schöne Websites, die mit professionellem Filmmaterial bestückt sind und genauso gibt es das Gegenteil. Somit ist es für uns teilweise spürbar.

Rosasco: Diese Entwicklung spüren wir stark. Dass «nur» solches Material produziert wird, ist allerdings selten. Sehr oft wird angehängt an einen Dreh noch zusätzliches Material gewünscht, welches für die Webpage, das App, das Banner eingesetzt werden kann.

Paal: Sogenannte Internetfilme hatten oder haben zum Teil immer noch den Status von «Billigfilm». Auf Youtube ist die ganze Palette sichtbar. Da gibt es Filme für kein Geld bis zu sehr sehr teuren Produktionen alles. Da fängt der Filmproduzent schon bei Schulkindern an.

Die Entwicklung der digitalen Fotografie hat den Beruf des Fotografen nachhaltig verändert. Nur noch die Besten haben Jobs. Die Aufgaben im Mittelfeld werden von professionell ausgerüsteten Amateuren übernommen. Zeichnet sich eine solche Entwicklung auch im Filmbusiness ab?

Paal: Es gibt tatsächlich Inhalte, die von ambitionierten Amateuren ausgeführt werden können. Sobald es aber um Film geht, der mehr will, als einen Zustand dokumentieren, braucht es Filmproduzenten, Konzepte, Drehbücher, Regisseure, Kameraleute, Ausstatter und so weiter. Und dann sind wir wieder dabei.

Roduner: Im Bereich Low Budget auf jeden Fall. Es wird in diesem Bereich sehr viel produziert, gerade weil das Web so viele Möglichkeiten bietet. Aber hier schliesst sich der Kreis und darum gibt es einen Edi. Er will kreatives Filmschaffen fördern und aussergewöhnliche Produktionen aus dem Schlamm der Durchschnittlichkeit ziehen. Aber er gibt jedem eine Chance, auch einem professionell ausgerüsteten Amateur.

Widmer: Ich gehe davon aus, dass es zukünftig wie in jeder Branche drei Gruppen geben wird: die Qualitätsführer, Firmen mit Price Leadership und eine Gruppe dazwischen, die entweder eine Nischenstrategie zu fahren in der Lage ist oder sich nur mit Mühe im Markt halten kann.

Rosasco: Eine solche Entwicklung sehe ich nicht. Ohne der Fotografie gegenüber despektierlich zu sein, ist Film doch eine viel komplexere Angelegenheit. Im Film braucht es eine Dramaturgie, damit das Ziel, die Aufmerksamkeit des Konsumenten, geweckt wird. Und Dramaturgie will gelernt sein, ist nichts für Amateure. Durch die stetig wachsenden technischen Möglichkeiten kommen in diesem Bereich viele neue junge Talente nach. Diese aber als Amateure zu bezeichnen, wäre falsch.

Haller: Als grösste Veränderung sehe ich die Kosten und den Zeitfaktor. Der Druck ist hier höher geworden. Einen Film zu gestalten, hängt aber vor allem von den Leuten ab. Meine Bedenken sind, dass heute jedermann behaupten kann, professionell einen Film drehen zu können – aber es ist ja eigentlich wie mit einem guten Buch: Computer und Papier haben ja auch alle. Trotzdem kann nicht jeder ein gutes Buch schreiben. Das positive allerdings ist, dass sich so junge Talente autodidaktisch das Schaffen erarbeiten können.

Was wäre ein schöner und was ein konkreter Wunsch der Filmproduzenten an die Schweizer Werbeagenturen und Auftraggeber?

Rosasco: Mehr Mut, mehr Ironie in den Skripts. Dies vor allem an die Auftraggeber. Denn wie man immer wieder erfährt, gibt es durchaus witzige Skripts, die dann aber leider dem Kompromiss weichen müssen.

Widmer: Ich wünsche mir Agenturen und Filmproduktionen, die Hand in Hand gemeinsam ihren Kunden beweisen, was hervorragende Filme bewirken können.

Haller: Ganz im eigenen Interesse von uns allen das Filmschaffen vor der Haustür mit zu fördern, so dass es auch weiterhin in der Schweiz möglich ist, herausragende Filme zu drehen.

Umfrage: Andreas Panzeri
 
 
Peter Beck, Beck & Friends, Präsident Swissfilm Associati on

WW: Welche Entwicklungen haben bei der Planung und der Definition der Kriterien für den EDI-Wettbewerb innerhalb der Branche zu Diskussionen geführt?

Peter Beck: Bereits am Anfang vor 12 Jahren stand fest, dass der Edi ein nationaler Wettbewerb sein soll. Er sollte zum Schaufenster für Qualität und Kreativität der Schweizer Auftrags- und Werbefilmproduktion werden. Dieser Anspruch stand sowohl für die Organisatoren als auch für das EDI fest und gilt auch heute noch. Schwieriger gestaltet sich die Festlegung der einzelnen Bereiche und Kriterien. Die Kommunikation mit Film und Bewegtbild, das Aufkommen ganz neuer Kanäle und unzähliger neuer Möglichkeiten verlangt nach einer flexiblen Anpassung der Kategorien.

Welche Umstände mussten speziell berücksichtigt werden?

Es ist nicht so schwierig, eine neue Kategorie wie zum Beispiel Multimedia und Interactive zu schaffen. Die Frage ist, entwickelt sich dieser Bereich tatsächlich in diese Richtung oder ist das nur eine Eintagsfliege? Dann braucht es eine entsprechend professionelle Jury. Und dann braucht es auch noch genügend passende Einsendungen in dieser Kategorie.

Hat der Edi auch etwas mit «Heimatschutz» zu tun?

Ich verstehe die Frage nicht. Edi ist ein nationaler Wettbewerb unter dem Patronat des Eidgenössischen Departements des Innern und zeichnet Schweizer Leistungen aus. Dieser Wettbewerb schützt nichts, er ist die Messlatte für Filme und Produktionen unserer Kreativwirtschaft in der Schweiz. Wer sich im internationalen Wettbewerb messen will, hat dazu viele andere Gelegenheiten.

Wie präsentiert sich unsere Qualität im internationalen Vergleich?

Die Schweiz kann im Bereich der Qualität international sehr gut mithalten. Gemessen am kleinen Markt und somit auch der Auswahl an Produktionen ist der Anteil an qualitativ hochstehenden Produktionen gross. Im Bereich des Corporatefilmes haben Schweizer Produktionen zudem in internationalen Wettbewerben in den letzten Jahren überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

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KSB: Eröffnung Umwelt Arena Spreitenbach

Grosses Kino für die Umwelt Arena Spreitenbach. Eine Gruppe von Umwelt-Aktivisten stürmt nachts ein düsteres Gebäude. Sicherheitsleute mit Hunden stellen sich entgegen, kommen zu spät.

Die Aktivisten seilen sich hoch und entrollen ein riesiges Transparent. Wir erwarten etwas Greenpeace-typisches wie: Stop! Aber da steht: Bravo! Mit diesem Film will KSB Krieg Schlupp Bürge einen Paukenschlag zur Eröffnung der neuen Umwelt Arena Spreitenbach setzen – der Ausstellungs- und Veranstaltungs-Arena für alle Bereiche des umweltfreundlichen Lebens. Die Aussage soll sein: «Die Umwelt Arena begeistert alle Besucher, sogar die kritischen», wie die Agentur in einer Mitteilung schreibt.

Die Umwelt Arena vereint unter dem grössten gebäudeintegrierten Solardach der Schweiz über 40 interaktive Ausstellungen von den vier Hauptpartnern Zürcher Kantonalbank, Coop, Erdgas Zürich, ABB Schweiz und über 90 weitere Aussteller.

Verantwortlich bei Umwelt Arena Spreitenbach: Katharina Teuscher (Geschäftsführerin), Monika Sigg (PR und Werbung). Verantwortlich bei KSB Krieg Schlupp Bürge: Uwe Schlupp (Creative Director), Beat Egger (Text/Kontept), Rahel Witschi (Art Direction), Flavia Salvisberg (Beratung). Verantwortlich bei Onfilm: Hans Kaufmann (Regie), Pascal Walder (Kamera), Peter Scherz (Produktionsdesign), Marko Strihic (Schnitt). Visuelle Effekte: Online Video. Produktion: Michèle Seligmann, Michael Gloor, Rhea Mandanis.

 

Caples Format mit neuem Konzept

Am 6. Dezember küren 200 Kreative und Marketingfachleute in New York die weltweit besten Arbeiten aus der Dialog- und Marketingbranche. Alex Schmid ist seit über 20 Jahren Chairman des Award für die Schweiz.

WW: Alex Schmid, Sie wirken seit über 20 Jahren als Chairman für die Schweiz beim Caples Award in New York. Wie hat sich der Wettbewerb in dieser Zeit entwickelt?
Alex Schmid: In den Anfängen lief das Ganze sehr handgestrickt ab: Eine mehrheitlich amerikanische Jury beurteilte in kleinen Gruppen an Bistro-Tischchen die Einreichungen, im Anschluss fand die Preisverleihung statt. Heute ist die Jury-Zusammensetzung viel internationaler, und die Award- Verleihung wird von einem mehrtägigen Kongress umrahmt, an dem Kreation im Zeitalter von Consumer- Daten auf strategischer Ebene thematisiert und diskutiert wird.
 
Welche Gründe und Entwicklungen haben in diesem Jahr eine komplette Überarbeitung des Wettbewerbs notwendig gemacht?
Innerhalb von 35 Jahren sammelt sich so einiges an Altlasten an. Es wurde Zeit, alte Kategorien auszumisten und neue Kategorien wie digitaler Content zu etablieren. Generell kann die Digitalisierung als Treiber für die Neuerungen bezeichnet werden.
 
Was sind die wichtigsten Neuerungen?
Am spannendsten ist bestimmt der «Courageous Client Award». Hier wird die Partnerschaft von Kunde und Agentur ausgezeichnet. Dies ist der Fall, wenn die Agentur den Kunden dazu bewegen konnte, die Komfortzone von Briefing und Präsentation zu verlassen oder umgekehrt, wenn der Kunde die Agentur ans Limit gepusht hat. Dazu kamen die Kategorien «Digital Content», «Mailings flat» und «3‑D». Mobile Marketing und Mobile Apps wurden in eine Kategorie zusammengelegt.
 
Welche Vorteile bringt das konkret auch für Schweizer Einreichungen?
Bei internationalen Wettbewerben haben wir immer das Handicap der Grösse und der Bekanntheit der Brands. Mit den Cases von Coca-Cola oder Nike können wir nur schwer mithalten. Die neuen, vereinfachten Kategorien kommen uns sehr entgegen, die Sache steht viel mehr im Zentrum als Brand oder Branche.
 
Welche Chancen sehen Sie für Arbeiten aus unserem kleinen Land im internationalen Vergleich?
Seit den Reformen habe ich wieder Gas gegeben. Ergebnisse stellen sich schnell ein, wenn man aktiv ist. Das habe ich am eigenen Leib an Cannes erlebt: Macht man vorwärts, geht etwas, lehnt man sich zurück, ist gleich der Ofen aus. Dieses Jahr haben wir in Cannes in der Direct-Kategorie wieder drei Lions gewonnen. Das geht aber nur, wenn man in der Jury vertreten ist und während des Jahres für den Anlass wirbt. An den Zahlen sieht man das gut: Seit wir die Einreichungen erhöht haben und eine Schweizer Jury stellen, geht es auch mit den Finalisten und Winnern aufwärts. In New York werden von der Schweiz Rene Eugster und Roger Ruegger wieder in der Jury vertreten sein. Ich habe in New York keine besondere Aufgabe, ausser dem Privileg, die Schweiz an der Award Night zu repräsentieren. Und ich bin überzeugt: Der Trend zeigt nach oben, von dem her schätze ich unsere Chancen für die Zukunft gut ein, Rückschläge kommen dann von selbst …
 
Wer sollte unbedingt einreichen, und wo glauben Sie an spezielles Potenzial?
Leider haben sich die Direct-Kategorien vieler Awards zum Sammelbecken diverser Ideen entwickelt. Diesen Trend beklagt insbesondere auch der Deutsche Direktmarketing-Verband. Viele Dialogagenturen reichen aus diesem Grund gar nicht mehr ein. Beim Caples Award werden richtige Dialogkonzepte von richtigen Dialogfachleuten beurteilt. Von dem her kann ich Dialogmarketing-Agenturen und Auftraggeber mit Dialog-Know-how nur ermutigen mitzumachen.
 
Interview: Andreas Panzeri

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«Grossartiges Marketing fürs Marketing» – Statements zur Schweizerischen Marketing-Trophy

Wer sich langfristig auf dem Markt behaupten will, braucht ein krisenfestes Image. Die Schweizerische Marketing-Trophy spielt dabei die Rolle des Multiplikators guter Nachrichten. Sie rückt die Sieger in den Fokus der Fachmedien und pusht deren Image. Neuerdings gibt’s auch geldwertigen Gewinn.

Wer seine Marketing-Kompetenz im Ring der Marketing-Trophy präsentiert und nominiert wird oder gar aufs Siegerpodest steigen darf, kann in vielerlei Hinsicht profitieren: «Die Marketing-Trophy war und ist grossartiges Marketing fürs Marketing. Die Auszeichnung hat Effektivität, Effizienz und Glaubwürdigkeit unserer Kampagnen unter Beweis gestellt. Intern wie extern haben SAM-Mitarbeitende an Ansehen dazu gewonnen. Der Gewinn der Marketing-Trophy hat sie mit Stolz erfüllt und motiviert, weiterhin innovative und effektive Marketingkampagnen zu entwickeln und durchzuführen», sagt Katja Breitenmoser Karpf, Head of Marketing SAM. Dass dies auch für den Bereich der NPO gilt, bestätigt Helmuth Fuchs, Geschäftsführer der Stiftung Pro Kloster Einsiedeln: «Die Marketing-Trophy und die Tatsache, dass unser Projekt zur Sanierung des Klosterplatzes in Einsiedeln den Publikums- und Jurypreis zugesprochen bekam, war eine tolle Belohnung für alle am Projekt Beteiligten. Noch wichtiger aber waren die überaus positiven Reaktionen von Spendern, Partnern und Personen, die bis anhin nichts von unserem Projekt wussten. Der Preis war beste Werbung für das Klosterplatzprojekt. » Das Kloster, das von nationaler und internationaler kultureller Bedeutung ist, hat dadurch sowohl materiell als auch ideell profitiert.

Glaubwürdige Anerkennung von Bestleistungen

Menschlich sehr fair und fachlich äusserst kompetent empfand Trophy-Sieger Georg Twerenbold, Partner Best of Swiss Gastro, die Beurteilung der Jury: «Mit fachlicher Beratung und dienstleistungsorientiertem Service hat uns das Team der Marketing-Trophy unterstützt und begleitet. Wir haben eine sehr faire und fachliche Beurteilung der Fachjury erhalten. Noch heute schwelgen wir in Erinnerung an das Erlebte, welches wir bei jeder Gelegenheit in unserem Netzwerk weiter erzählen. Eine Teilnahme an der Marketing-Trophy und einen Besuch des Marketing-Tags können wir sehr empfehlen.» Dass dieser Preis sowohl für die Unternehmen als auch für die mitwirkenden Agenturen von grosser Bedeutung ist, bestätigt Peter Josika, CEO Auskunftsdienst 1818. Auf die Frage, was ihm spontan zum Thema Marketing-Trophy einfällt, antwortet er: «Mir fällt spontan ein, dass der Preis intern im Konzern stark positiv thematisiert wurde und dass zu jener Zeit auch in der Telekom-Branche der Schweiz darüber viel gesprochen wurde. Uns wurde mehrmals gratuliert. Draft-Lowe-Mitarbeiter, die zu jener Zeit involviert waren, haben sicher alle diesen Preis in ihrem CV vermerkt. Möglicherweise kann auch gesagt werden, dass unsere manchmal anfangs als etwas ‹schräg› angesehenen 1818.Zwillinge (im Werbespot) durch den Preis vielleicht noch mehr zum Schweizer Kult geworden sind, wobei dies sicherlich nur einer von vielen Faktoren ist.»

Hohen Geldwert gewinnen

Bei der nächsten Prämierung der Schweizerischen Marketing-Trophy kommt noch ein weiterer Vorteil hinzu: Medienleistungen im Wert von CHF 10‘000.- für die Trophy-Gewinner und unterstützende Beratungsdienstleistungen für den Sonderpreis ebenfalls im Wert von CHF 10 000.-. Mitmachen ist deshalb eine sehr zu empfehlende Option. Wer die Chance ergreifen will, kann sich jetzt noch anmelden – und gehört vielleicht bald schon zu den Nominierten oder gar Siegern mit echtem Nutzen.

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Wo Selbstkontrolle funktioniert

Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich eine amerikanische Fachzeitschrift wie die Columbia Journalism Review (CJR) ernsthaft für etwas interessiert, was sich ausserhalb der Vereinigten Staaten zuträgt. Von Stephan Russ-Mohl, Leiter des Europäischen Journalismus-Observatorium an der Universität Lugano.

Vor kurzem war es wieder einmal so weit: Das Magazin widmete den Presseräten in den skandinavischen Ländern eine längere Geschichte. «Self-Regulation Done Right» – Selbstregulierung, richtig gemacht – war die Story überschrieben. Aufgehängt an der Berichterstattung der norwegischen Medien über den Massenmörder Anders Breivik, skizzierte die Zeitschrift anhand einer Vielzahl überzeugender Beispiele und voll des Lobs, weshalb sich im Norden Europas mehr als anderswo in der Welt die Überzeugung durchgesetzt hat, dass funktionierende journalistische Selbstkontrolle nicht etwas Lästiges ist, sondern der Glaubwürdigkeit des Journalismus aufhilft – vorausgesetzt, die Medien berichten angemessen über die Arbeit der Presseräte.
 
 Im deutschsprachigen Raum dürfte die Schweiz dem nordischen Ideal am nächsten kommen, während die Presseräte in Österreich und Deutschland eher im Schatten medialer Aufmerksamkeit agieren. Der Schweizer Presserat trägt gewiss sein Scherflein dazu bei, dass sich in den Redaktionen Qualitätsbewusstsein etabliert. Er ist nicht nur redlich um Fairness im Umgang mit Beschwerden bemüht. Es präsidierten ihn auch stets angesehene Journalisten, die der Gründervater der Medienwissenschaft, Emil Dovifat, zu «publizistischen Persönlichkeiten » geadelt hätte – seit 1991waren es Roger Blum und Peter Studer, derzeit amtiert Dominique von Burg. Selbst die deutsche Medienfachzeitschrift Message kommentiert seit Jahren nicht nur interessante deutsche Fälle, sondern schenkt dem Schweizer Presserat dieselbe Aufmerksamkeit. Die Schweizer Redaktionen wissen allerdings auch, dass der Presserat auf die Unterstützung der Journalisten angewiesen ist, wenn er nicht im luftleeren Raum operieren soll, und berichten dementsprechend über seine Entscheidungen.
 
Leider ist es alles andere als einfach, in Europa flächendeckend solch eine Journalismus-Kultur zu entwickeln, welche die Fähigkeit, Kritik zu akzeptieren, mit dem Ringen um Glaubwürdigkeit verbindet. Das zeigen erste Forschungsergebnisse aus dem MediaACT-Projekt (www.mediaact.eu), das in zwölf europäischen und zwei arabischen Ländern systematisch die Instrumente der Selbstkontrolle auf ihre Tauglichkeit hin untersucht, ebenso wie eine jüngst publizierte Studie des Reuters Institute for the Study of Journalism, die gezielt Presseräte international vergleicht. In Österreich verklagten derweil jüngst das gleichnamige Boulevardblatt sowie zuvor bereits die berüchtigte Kronenzeitung den eben erst reinstitutionalisierten Presserat vor ordentlichen Gerichten. Einschüchtern statt fördern – das ist gewiss das falsche Signal.
 
Irritierend bleibt, weshalb sich Journalisten und Medienunternehmen, die so gerne andere wegen ihrer Verfehlungen öffentlich vorführen, mit dem Eingeständnis eigener Fehler so schwer tun. Mit Sparzwängen hat das jedenfalls nichts zu tun, denn mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit wären ausgesprochen preisgünstig zu haben. Das beginnt mit Korrekturspalten, um die sich Redaktionen zwar zu kümmern hätten, wenn sie sie endlich einrichteten, die aber kaum Geld kosten. Die Mittel, die für einen Presserat nötig sind, werden unter den Medienunternehmen umgelegt – wenn sie nur wollen, können sie das aus der Portokasse bezahlen. Deutlich teurer wären Ombudsleute, die Konflikte schlichten, und Medienjournalisten, die kontinuierlich über Medien und Journalismus berichten. Wenn Ombudsleute ihren Job gut machen, werden sie allerdings Medienunternehmen so manchen teuren Rechtsstreit ersparen.
 
Und selbst um Medienjournalismus zu betreiben, bedarf es nicht unbedingt zusätzlicher Ressourcen. Es würde genügen, redaktionsintern Schwerpunkte anders zu setzen – einfach um die Publika für journalistische Qualität zu sensibilisieren. Dazu bedarf es eigentlich nur der Einsicht, dass Glaubwürdigkeit ein kostbares Kapital des Journalismus ist, weil nur medienkompetente Leser, Hörer, Zuschauer und User zwischen PR und Journalismus zu unterscheiden vermögen und bereit sein werden, für soliden, sauber recherchierten Journalismus etwas zu bezahlen. Solche Publika braucht der anspruchsvolle Journalismus – eben weil er sich künftig absehbar nicht mehr aus sprudelnden Werbeerlösen finanzieren lässt. 

RTR: Euro RSCG Zürich macht aus einer Nachricht eine Geschichte

Seit Anfang Jahr positioniert sich die SRG-Tochter Radiotelevisiun Svizra Rumantscha als mediale Geschichtenerzählerin Graubündens. Im Rahmen dieser Neuausrichtung hat Euro RSCG Zürich mit minimalsten Mitteln einen neuen Kinospot für RTR konzipiert.

Der 30-Sekünder erzählt den Hergang der regional viel diskutierten Nachricht über den Braunbären M13, der vor wenigen Wochen mit einer RhB-Lok kollidierte, als packende Story mit verrückter Kausalkette. Denn hinter jeder News steckt eine Geschichte, die von den RTR-Journalisten sorgfältig recherchiert und anschaulich illustriert wird.

Der neue Spot ist in ganz Graubünden ab September on Air.

Verantwortlich bei RTR: Mariano Tschuor (Direktor), Maurus Dosch (Kaufmännischer Leiter), Esther Bigliel (Kommunikation und Marketing). Verantwortlich bei Euro RSCG Zürich: Alexander Holtz (CD), Ivan Madeo (Konzept/Text), Philipp Lengyel (Art Direction), Remo Rudolf (Grafik), Cara-Anne Specker (Art-Buying), Christina Mayer (Strategie), Marcel Mägerle, Niklaus Huwyler (Beratung), Frank Bodin (Gesamtverantwortung). Kompost Film (Filmproduktion), RTR/Jingle-Jungle (Tonstudios).
 

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