Evoq konzipiert Kunden-Mailing für Ringier Print

Mit einer Zauberzeitung will Ringier Print zeigen, wie man mit einem Printprodukt seine Leser ganz einfach überraschen kann. Evoq hat dazu ein Mailing konzipiert.

Schritt für Schritt erklären die Ringier Print Zeitungsspezialisten ihre persönlichen Zaubertricks. Sei es mit einem Überraschungseffekt dank ausklappbarem Zeitungsformat oder mit der ablösbaren Selbstklebe-Etikette «Newspointer». An dieser Stelle wird der Leser sogleich Teil eines Zaubertricks und zieht direkt von der Zeitung eine Spielkarte aus den Händen von Thomas Akermann. Anschliessend wird der Kartentrick via Mobiltelefon und QR-Code in einem Video aufgelöst, wobei die Teilnehmer natürlich nicht leer ausgehen. Unter ihnen wird ein Abend mit Begleitung im Broadway Variété Theater verlost. Mitmachen beim Wettbewerb kann man unter Ringierpring.ch/wettbewerb.

Evoq war für die Gesamtkonzeption des Mailings zuständig, Ringier Print hat die Umsetzung übernommen.

Verantwortlich bei Ringier Print Adligenswil: Thomas Akermann, Rita Krummenacher (Projektleitung), Claudia Trinkler, Nadine Zuberbühler (Design), Simon Bolzern (Fotografie). Verantwortlich bei Evoq: Adrian Schaffner (Mandatsleitung), Michael Willisch (Beratung, Konzept).
 

Marxer/Schneider: Den Palais Liechtenstein nach Liechtenstein geholt

Das Landesmuseum Liechtenstein zeigt die Sonderausstellung «1712 – Das Werden eines Landes». Um dem Zeitbild «Barock» von vor 300 Jahren gerecht zu werden entwickelten die freischaffenden Grafiker und Art Direktoren Matthias Marxer und Gregor Schneider ein Ausstellungskonzept.

Dieses soll dem Pomp und dem Bedürfnis der Representation der damaligen Zeit ebenso gerecht wird wie den – mit Schätzen und Kuriositäten aus der damalig bekannten Welt – vollgestopften Schatzkammern und Schaubühnen der Adligen und gut situierten Bürgern. Für die Sonderausstellung 1712 kreierten die Gestalter Mathias Marxer und Gregor Schneider ein komplettes Corporat Design welches konsequent in sämtliche Werbemittel und Medien umgesetzt werden kann.

Verantwortlich beim Liechtensteinischen Landesmuseum: Rainer Vollkommer und Donat Büchel. Verantwortlich bei Mathias Marxer Est: Mathias Marxer (Art Direktion/Konzept). Verantwortlich bei Gschart: Gregor Schneider (Art Direktion/Konzept). Verantwortlich bei Reinold Ospelt: Heinz Beck. Verantwortlich bei Typico GmbH & Co KG: Birgit Baumann und Yasar Yenilmez.

 

Goldbach Group: Nutzung elektronischer Medien während Olympiade rückläufig

Die dritte Vergleichsbefragung der Electronic Footprint Studie der Goldbach Group bildet das Nutzerverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten in Bezug auf elektronische Medien und Online-Aktivitäten während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London ab. Im Vergleich zur letzten Erhebung anlässlich der Fussball Europameisterschaft vom Juni dieses Jahres wird ein Rückgang in der Nutzung sämtlicher elektronischer Medien verzeichnet.

Ferien, schönes Wetter und vielleicht auch eigene sportliche Aktivitäten konkurrenzierten die Nutzung der elektronischen Medien während der diesjährigen Sommer-Olympiade. Diesen Schluss legen die Resultate der aktuellen Vergleichsbefragung nahe, heisst es in einer Goldbach Group-Mitteilung. Über alle Zielgruppen hinweg ist die Nutzung der elektronischen Medien während der Olympischen Sommerspiele im Vergleich zur Fussball-EM zurückgegangen. Der Fernsehkonsum nahm insgesamt um 2.9 Prozentpunkte ab, lediglich in der Gruppe der 18 bis 39-Jährigen ist eine leichte Steigerung um 1.5 Prozentpunkte zu verzeichnen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Internet-TV. Nur Wilmaa kann den während der Fussball-EM erreichten Nutzungsgrad von 31.3 Prozent halten, Teleboy verliert rund 11 Prozentpunkte und Zattoo verzeichnet einen Rückgang um ganze 20 Prozentpunkte. Auch die Online-Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften verringerte sich um 3.5 Prozentpunkte, eine Ausnahme bildeten die Männer mit einer Steigerung ihres elektronischen Lesekonsums um 4.6 Prozentpunkte. Um ganze 5.4 Prozentpunkte liegt die Radionutzung tiefer als in der Vergleichsperiode. Ebenfalls deutlich weniger Aktivitäten waren im Netz zu verzeichnen.

Social Media sinkt nach der Zunahme während der Fussball-EM wieder um 2.9 Prozentpunkte. Die Zugriffe auf Suchmaschinen gingen um 6.3 Prozentpunkte zurück und auch Online-Shopping verliert 1.9 Prozentpunkte. Detaillierte Ergebnisse der Studie Electronic Footprint sowie die aktuellsten Daten im Bereich TV, Radio, Teletext, Adscreen, Internet-TV, Performance-Marketing, In-Game-Werbung und Mobile Marketing: www.goldbachgroup.com.
 

TBWA\Zürich bringt Aperol Spritz in aller Munde

Rechtzeitig zum schönen Wetter bringen Campari Schweiz und TBWA\ Zürich den Sommerdrink Aperol Spritz zurück in aller Munde. Gestartet wurde die Kampagne mit Spots in Open-Air Kinos, gefolgt von schweizweit geschalteten Plakaten und Anzeigen.

Durch die Möglichkeit, die Sujets beliebig zu verbreitern, konnten auch extreme Querformate, sowie Doppel- und Dreifachbelegungen flexibel gestaltet werden. Nebst dem Flagship-Drink «Aperol Spritz», der hier prominent in Szene gesetzt wurde, soll mit der laufenden Kampagne ebenfalls die Popularität der Marke Aperol erhöht werden.

Und für alle, die noch nicht wissen, wie man einen Aperol Spritz mixt, wird im Kinospot sowie auf ergänzenden POS-Materialien auch gleich noch die Zubereitung erklärt.

Verantwortlich Campari Schweiz: Sibylle Rauber, Pierina Maibach. Verantwortlich TBWA\: Frederick Rossmann, Johannes Dörig, Samuel Wicki, Cla Campell (Creation), Matthias Kiess, Edith Swiezy, Eunike Pilz-Heil (Kundenberatung), Christina Buergin, Agnes Meier (Art-Buying/Produktion).

 

Newsjacking: Teletext schafft das perfekte News-Umfeld

Es geht wie die Feuerwehr: Noch nie haben sich Neuigkeiten so rasch verbreitet wie heute. Media-Alerts, Twitter, Facebook – innert weniger Minuten gehen Schlagzeilen (und Gerüchte) um die ganze Welt. Auch der Schweizer Teletext bewegt sich – seit seiner Gründung in den 80er-Jahren – immer dort, wo es brennt. Und greift im Minutentakt Themen auf, die im Brennpunkt stehen.

Rekorde – dank Echtzeitinformationen

Grosse Ereignisse werfen grosse Wellen und ziehen Massen von Besuchern an. So informierten sich heuer am 10. Juni, als parallel die EM, die Wahl zur französischen Nationalversammlung, die French Open und Formel 1 liefen, 1,4 Millionen Nutzer bei Teletext. Oder am 11. März dieses Jahres: Da schauten sogar 1,5 Millionen auf Teletext nach, wie die Abstimmungen zu 6-Wochen-Ferien, Buchpreisbindung und Zweitwohnungsbau ausgingen. Imposante Zahlen, ein imposanter Fundus an neuen Kunden auch – für Werber, die topaktuell produzieren wollen und die Gelegenheit beim Schopf packen wollen.

Am Puls des Geschehens

Und am besten packt man sie beim Thema selbst. Was PR-Strategen heute als «Newsjacking» bezeichnen – die sekundenschnelle Reaktion von Unternehmen oder Persönlichkeiten auf aktuelle Ereignisse mit vertiefenden Fakten per Blog, Tweet oder Media-Alert –, kennt Teletext schon lange. Geschieht in der Welt etwas Grosses, Spannendes, Aussergewöhnliches, sind Kontextinformationen dazu auf Teletext zu finden, in Echtzeit versteht sich. Und längst ist Teletext auch auf den mobilen Schnellzug aufgesprungen: Infos gibts auch im Internet und für Smartphones über die mobile Plattform oder die Teletext-App. Gesamthaft generiert Teletext damit monatlich über 55 Millionen Kontakte. Und das heisst: Werbeund Infofläche par excellence.

Perfektes Timing – grosses Echo

Wer bei heissen Themen mit Content auf Teletext präsent ist, erreicht eine enorme Frequenz. Denken wir an den Erdölpreis: Steigt er, sinkt er? Wie entwickelt sich die volatile politische Lage im Nahen und Mittleren Osten? Teletext liefert Impulse – und die passenden Trendberichte und Kaufempfehlungen von findigen Energielieferanten, zum Beispiel in einer Infospalte. Oder nehmen wir die Hitze-Welle der letzten Wochen, wo uns der Sommer nochmals so richtig einheizte. Experten mahnen zu Sonnenschutz, empfehlen kühlende Getränke sowie Vorbeugemassnahmen gegen hohe Ozonwerte. Teletext schafft hier das ideale Umfeld für Präventionsinformationen und Tipps, zum Beispiel beim Kauf von Sonnencrème. Die Assoziation ist perfekt. Von London 2012 ganz zu schweigen: 1,1 bis 1,2 Millionen Menschen tummelten sich konstant auf Teletext – nicht zuletzt während Nicola Spirigs Traumperformance. Starke Werte aus Biel rund um eine sackstarke Leistung der Triathletin aus Winkel ZH. Was die Olympiaerfahrung besonders zeigt: Besser und schneller kann man seine Gesundheitstipps, Pulsmesser oder Joggingschuhe nicht an den Mann und die Frau bringen. Es ist alles eine Frage des Timings, der passenden Botschaft und des glaubwürdigen, thematischen Mehrwerts, den man zu bieten hat. Mit wenig Aufwand entsteht beim Newsjacking so grosses Echo. «Der Schnäller isch der Gschwinder»: Der Wettkampf um die am klügsten besetzten Gefässe auf Teletext ist eröffnet.

Wie ein Lauffeuer um die Welt

Apropos: Das wussten schon die Londoner Feuerwehrmänner, die sozusagen als Erfinder des Newsjacking 2.0 gelten. Zur Geschichte hinter der Geschichte: Im letzten Sommer weilte Kate Winslet bei Sir Richard Branson auf seiner British Virgin Island. Während der Festlichkeiten brach ein Feuer aus. Kate Winslet rettete Richard Bransons betagte Mutter, was zu weltweiten Stories führte. Nur war kein einziger Korrespondent vor Ort, der hätte Bilder liefern können. Da sprang die London Fire Brigade (LFB) ein, indem sie die Schauspielerin zu einem Trainingsprogramm für Feuerwehrleute einlud. Die kurze Geschichte auf der LFB-Website – cheap and quick – verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Weltweit.

Beat U. Schneider
Leiter Marketing und Verkauf
SWISS TXT Schweizerische Teletext AG
www.swisstxt.ch

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Zur Sache: Der ganz normale Wahsinn

Nach drei Wochen Ferien, davon zwei Wochen im Ausland mit nur sporadischem Konsum von Schweizer Medien, bin ich einigermassen überrascht, was in der Medienbranche alles passiert ist. Nichts von Saure-Gurken-Zeit.

Da war einmal das peinliche Inserat des Walliser Boten, der seine Redaktoren in einem Inserat als PR-Autoren anpreist. Originalzitat: «Wir Walliser sind hilfsbereite Menschen. Deshalb schreiben die Autoren und Redaktoren von Mengis nicht nur für Mengis. Sie schreiben also für den Walliser Boten oder namhafte Kunden und Personen.» Peter Studer, ehemaliger Präsident des Presserates, fand im DRS-4-Interview deutliche Worte: «Es ist der krasseste Fall, der mir bis jetzt begegnet ist, nämlich dass ein Verleger und ein Chefredaktor auf einer Inserat-Seite diese Vermischung von Journalismus und Werbung geradezu anbieten und noch stolz darauf sind.» Presseratssekretär Martin Künzi meint hingegen gegenüber dem Infosperber, «dass der Presserat nicht auf blosse Anzeige hin tätig wird». Dazu sei eine schriftliche Beschwerde samt Begründung und Unterlagen an den Presserat notwendig. Von sich aus werde der Presserat «nur ganz ausnahmsweise» in konkreten Einzelfällen aktiv. Am ehesten noch, wenn es um generelle Themen/ Medienentwicklungen gehe. Aha, das scheint hier also nicht der Fall zu sein.

Ein weiteres Eigeninserat gab zu reden: Die NZZ suchte den polyvalenten «Volontär Wirtschaft», der mit einem Einsatz von je sechs Monaten auf der Wirtschaftsredaktion der Zeitung und in der Kommunikationsabteilung von Economiesuisse die Möglichkeit erhalten soll, die Berichterstattung über Firmen mitzugestalten (in der Zeitung) und bei Wirtschaftskampagnen redaktionell tätig zu werden (für den Verband). Bravo! Neue Journalisten sucht das Land.

Dann gab es noch die Spekulation des anonym bleiben wollenden (auch nicht so die feine Art) Infosperber- Journalisten R.L., wonach Markus Somm Nachfolger von Markus Eisenhut beim Tages- Anzeiger werden solle. Was zu erwarten war, trat ein: Die Kommentar-Reizwörter Somm und Blocher führten zu erbitterten Wortgefechten in den Kommentaren des Infosperbers, die mit dem Artikel wie üblich nichts mehr zu tun hatten.

Auf den ersten Blick eher amüsant dann die Interview- Komödie mit den Degen-Zwillingen, die Christian Nill, Herausgeber des Online-Magazins Bar-Stories.ch, publik machte. Amüsant das Interview, problematisch dann aber die Rückzugsforderungen und Prozessdrohungen der beiden Kicker sekundiert vom FCB. Dass sich der Blick beim ehemaligen Partylöwen Hirschmann öffentlich entschuldigen musste, ist dann nur noch eine Petitesse. Die Schweizer Medienwelt hat mich wieder.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Aufgespiesst: Das Loch des Sommers

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über die krampfartige Berichterstattung in der wärmsten Zeit des Jahres.

Wenn am Samstag selbst das Zürcher Niederdörfli und das Züriseeufer wirken wie nach einem atomaren Angriff und auf den Strassen die schwachsinnigsten Baustellen aus dem Boden schiessen, ohne dass dort auch nur einmal ein Bauarbeiter zu sichten ist, befinden wir uns im grössten und dunkelsten Loch der Welt: dem Sommerloch. Kilometertief, staubig und völlig ausgetrocknet – und das Jahr für Jahr.

Ausgetrocknet scheinen auch die Hirne so mancher (bedauernswerter) Journalisten zu sein, die die (unklimatisierten) Redaktionen während dieser Zeit der Dürre nicht verlassen dürfen, damit bei den (armen) Abonnenten, die nicht in die Ferien fahren können, der Eindruck entsteht, es erscheine auch im Sommer eine Zeitung. Dabei ist das, was im Juli und August diesen Namen trägt, eigentlich nur ein Haufen unbrauchbares, bedrucktes Papier, das allerhöchstens dazu taugt, sich in der Badi draufzusetzen, wenn der Rasen die Erde allzusehr durchlässt. Was natürlich auch eine nicht zu verachtende Funktion einer papiernen Zeitung ist. Das geht mit dem iPad nicht. Oder nur einmal.

Joghurt ist Käse

Jahr für Jahr wird kurioser, was die drangsalierten Nachrichten-Sucher für berichtenswert erachten, damit das Sommerblatt voll wird: So wurde in einigen Medien über eine Rettungsaktion der Darmstädter Polizei berichtet. Sie befreite einen Igel aus einem Joghurtbecher, und zwar, falls es Sie interessiert, mit Schere und Skalpell. Im Artikel hiess es: «Mit Skalpell und Schere schnitten die Beamten vorsichtig den Becherboden auf, was dem Tier das Atmen erleichtern sollte. Danach trennten sie das Gefäss seitlich auf.» Sagen Sie nichts: ein echter Krimi. «Weil der Igel äusserlich unversehrt war», hiess es weiter, «wurde er nach der Operation wieder in freier Natur ausgesetzt. » Wo er sich erneut einen Joghurtbecher suchte. Leider vergass SDA, den Igel nach seiner Befreiung um ein Statement zu bitten – was das einzig Spannende an dieser Story gewesen wäre. Sie wissen schon: «Mann beisst Hund, das ist eine Meldung.»

Alles Wurst

Ein anderes Qualitätsblatt vermeldete, dass Thailands Mönche durch ungesunde Opfergaben dick und krank werden. Deshalb hat die Behörde für Gesundheitsförderung die thailändische Bevölkerung dazu aufgerufen, den Mönchen gesünderes Essen zu spenden. Zugunsten der schlanken Linie wird nun also am Karma gespart. Denn je fetter und süsser die Opfergaben, desto besser geht es den Verstorbenen im Jenseits, für die die Mönche beten sollen. Das jedenfalls glauben die Thailänder. Könnte einfach sein, dass die Mönche keine Lust haben, sich stundenlang mit Müesliriegeln in Trance zu wippen. Und dass Buddha bald grossen Ärger mit ein paar wütenden Seelen bekommt. Aber das interessiert die Behörde natürlich nicht. Und mich schon gar nicht. Meine Lieblingsmeldung dieses Sommers war die Jagd der Zuger Polizei nach «einer braungebrannten Riesenbratwurst». Nein, es ging nicht um Silvester Stallones Sommerurlaub am Zürisee, sondern tatsächlich um eine Plastikwurst, die einer Hünenberger Metzgerei in einem Akt niederträchtigster Gemeinheit entwendet wurde. Ich hatte mich schon auf einen weinenden Metzger und hohe Lösegeldforderungen der Vegi-Fraktion gefreut, da wurde die Plastikwurst bereits in einem nahegelegenen Wald wiederentdeckt. Einfach fortgeworfen. Welch schändliches Verbrechen!

Ast mit Knacks

Ach so, und Flöru Ast liess sich noch mit diesen Worten zitieren: «Ich glaube schon, dass ich treu bin.» Na dann.  Gott sei Dank ist der Sommer endlich vorbei!

Die Macherin

Bis vor kurzem war Claudia Lässer fürs Programm des Schweizer Sportfernsehens SSF verantwortlich. Nun baut die energiegeladene TV-Frau bei Teleclub das Angebot rund um den Sport aus.

Claudia Lässer beim Bungee Jumping. Beim Klettern. Beim Wakeboarden. Als Reporterin. Als Moderatorin. Als Interviewerin. So kennt man die blonde Ostschweizerin aus dem Fernsehen. Mit einer sonoren Stimme moderierend und einem Lächeln im Gesicht. Was am Bildschirm verborgen bleibt: Lässer steht nicht nur vor der Kamera, sondern ist ebenso als Produzentin, Programmchefin und Unternehmerin tätig. Selbst ein eigenes Modelabel hat sie gestartet.

Zum Treffen in einer Zürcher Bar erscheint sie in einer pinkfarbenen Hose. Kein Zufall. Lässer hüllt sich gerne in farbigen Stoff. Besonders Rottöne haben es ihr angetan – Farben, die Kraft verleihen, wie sie sagt. Energie benötigt die experimentierfreudige und zielstrebige TV-Frau gewissermassen am Laufband. Ein Projekt reiht sich bei ihr ans nächste. Sendung an Sendung, Engagements als Moderatorin, Veranstaltungen, Auftritte als Werbebotschafterin. Und privat trainiert die Sportfanatikerin vier bis fünf Mal die Woche. Am liebsten geht sie joggen – daneben Schwimmen, Kick-Boxen oder Tanzen. Stillstand ist keine Option.

«Ich habe das Macher-Gen in mir», sagt die heute 35-Jährige von sich. Schon als Kind hat sie Zirkus vorstellungen organisiert, Tanzprogramme einstudiert und vor Publikum aufgeführt. Ihr Traum war es als Kind und später als Jugendliche allerdings nicht, vor der Kamera zu stehen, sondern zu unterrichten. So begann die Ostschweizerin nach dem Lehrerseminar als Realschullehrerin. Eine schwierige Aufgabe. Mit gerade mal 21 Jahren stand sie vor Schülern, die nur ein paar Jahre jünger waren als sie selbst. Sie hatte das Gefühl, für diese Aufgabe noch nicht reif zu sein. «Ich war noch grün hinter den Ohren.» Ihre Nebenbeschäftigung als Model und ihre Finalteilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl öffneten der 1.80 Meter Grossen die Tür für ein Casting bei Star TV. Geschäftsführer Paul Grau sprach Lässer auf ihren pädagogischen Hintergrund an und schlug ihr vor, als Redaktorin das Kinder- und Jugendprogramm auszubauen. Das war für die Lehrerin die Chance, über ein ihr naheliegendes Thema ins Fernseh-Business einzutreten. Ein «artverwandter Einstieg» so zu sagen. So verabschiedete sich Lässer vom Klassenzimmer und wurde alsbald das Aushängeschild des nationalen Privatsenders.

Mit «Claudias Sofa» bekam die Moderatorin ihre erste Talk-Sendung. Studiogäste auszufragen, gefiel der TV-Einsteigerin. Denn ebenso gerne wie Lässer im Mittelpunkt steht, lässt sie sich gerne auf andere ein, hört zu und stellt Fragen. Sie will wissen, wofür sich Menschen interessieren, was sie tun und was sie bewegt. So kommt denn auch im Gespräch mit ihr immer wieder die neugierige Journalistin zum Vorschein. Lässer stellt Gegenfragen: «Wie ist es bei dir?» oder beendet eine Erzählung mit: «Kennst du das nicht auch?»

Eine Spielweise – mit Sport

Heute blickt Lässer dankbar auf ihre Zeit bei Star TV zurück. Beim Lifestyle-Sender lernte sie das Fernsehhandwerk von der Pike auf. Sie drehte selber, sass am Schnittplatz und musste eigenständig Licht setzen. Die TV-Frau konnte ausprobieren, was am Fernsehen funktioniert und was nicht. Ruhig durfte es etwas frech und «freakig» sein. Zudem konnte sie als Fitnessfan ihren sportlichen Lifestyle einbringen.

Aufgewachsen mit einem sportverrückten Vater, der Aerobic-Stunden gab, einem Bruder, der Profi-Was serballer war, hatte Lässer selbst von klein auf getanzt und sich im Eiskunstlauf geübt. Bei Star TV kam der Link zum Fun-Sport. Als Moderatorin des Magazins «Freestyle» probierte sie zusammen mit Marco Schwab diverse Sportarten aus. «Das war sehr cool. Sendungsmässig etwas vom Lässigsten, was ich je gemacht habe», schwärmt die Sportbegeisterte noch heute. «Wir durften alles. Es gab keine Richtlinien. » Snowboarden, Skaten, Wakeboarden, Surfen, Base Jumping, Klettern. Sportarten, wovon die eine oder andere von Lässer verlangte, sich zu überwinden und an ihre Grenzen zu gehen. Die Zeit bei «Freestyle» half ihr, «im Leben mutig zu werden». Man müsse sich ab und zu «aus der Wohlfühlzone heraus bewegen», meint sie. Sich selbst immer wieder von neuem herauszufordern und einen Schritt weiter zu gehen, gehört für sie zum Leben einfach dazu.

Dies tat sie im Laufe ihrer Karriere wiederholt. Zum Beispiel, als es zum Bruch mit Star TV kam und Lässer zusammen mit ihrem ehemaligen Partner Mathias Walther, damals Sportchef der Grashoppers, die Produktionsfirma Trendscout gründete. Das war der Start als selbständige Unternehmerin. Mit ihrer Firma stampfte Lässer in den darauffolgenden Jahren diverse TV-Formate aus dem Boden. Mit Mike Gut hat sie das Prosieben-Fenster «Faces TV» eröffnet, für Sat 1 Schweiz und Österreich zur EM 08 das Fussballmagazin «Kickoff» realisiert und ausserdem für den österreichischen Privatfernsehsender Puls 4 eine eigene Rubrik betreut. Auch mit dem grossen TV-Markt in Deutschland liebäugelte die Unternehmerin. Damals wie heute kam es für sie allerdings nicht in Frage, ihre «Homebase » aufzugeben. Dafür ist zu sehr «Schweiz-Fan»: «Ich flippe immer fast aus, wenn ich in der Schweiz umherreise. Wenn ich in Arosa in den Bergen bin. Es ist der Hammer, oder?» Ausserdem sei es hierzulande eine gute Konstellation, um sich selbständig zu machen: «Ich behaupte: Der Schweizer ist oft zu wenig mutig. Aber möglich ist extrem viel.»

Vor und hinter der Kamera

Mit ihrer eigenen Firma schärfte Lässer nicht nur ihr Profil als Produzentin, sondern wuchs gleichzeitig in die Rolle der Geschäftsfrau hinein. Sie musste selber budgetieren, Formate vermarkten und Kooperationen schliessen. Erfahrungen, die ihr später zugute kamen. Allem voran, als sie 2008 als Programmchefin zum SSF wechselte und gemeinsam mit dem technischen Leiter Simon Schmidlin den Sender aufbaute. Von der Suche nach geeigneten Studios, die man in den alten Räumlichkeiten von TV 3 fand, über Playouts bis hin zu Kabelnetzen und der Einstellung neuer Mitarbeiter – alles hatte in kürzester Zeit zu geschehen. Nach dem Entscheid des Bundesamts für Kommunikation Bakom Ende Februar 2009, dass der Sender aufgeschaltet werden durfte, blieben nur vier Monate bis zum Start. «Eine sportliche Aktion», so Lässer. Ein Kraftakt, der sich verstärken sollte, als ihr Kollege Schmidlin tödlich verunglückte. Für sie menschlich eine Tragödie. «Wir waren wie eine Familie. Und ich das Mami des Senders.» Trotzdem musste sie den Sportsender, der dem Rand- und Breitensport eine Plattform bieten sollte, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern zum Laufen bringen. Lässer setzte ihre Kraft in den Aufbau des Kanals, kümmerte sich um Rechte und Kooperationen mit Sportverbänden sowie um die Lancierung neuer Formate. Dank eines Kooperationsvertrages und der guten Zusammenarbeit mit dem SF gelang es ihnen, Cup-Spiele des Schweizer Fussballs, Volleyball- Meisterschaften und Handball-Matches zu zeigen. Im Gegenzug stellte der Sportsender Zusammenschnitte für die SF-Magazinsendungen zur Verfügung. Darüber hinaus sprang Lässer für einige Formate gleich selbst als Moderatorin ein. Einerseits beim Fussball-Talk «Kick it!», in dem sie zusammen mit dem ehemaligen Nati-Goalie Jörg Stiel jeweils zwei Fussballexperten befragte. Andererseits beim Sportler-Talk «Close up», in dem sie Sportler und sportbegeisterte Prominente interviewte und dabei versuchte herauszufinden, was ihre Studiogäste bewegt, was sie antreibt. In ihrem Talk ging es darum, nicht die Sportler und ihre Leistung in den Vordergrund stellen, sondern den Menschen dahinter zeigen. «Ich wollte kein Kurzfutter-Thema.» Vorbereitet hat sie sich auf ihre Fernsehauftritte derweil systematisch. Wie eine Spitzenathletin, die für einen Wettkampf trainiert, arbeitet die sportbegeisterte Lässer mit Mentaltraining: Sie visualisiert im Voraus, wie alles ablaufen wird, um sich, sobald die Kamera läuft, 100-prozentig auf ihre Fernsehpräsenz konzentrieren zu können. «Vor allem bei Life-Aufnahmen: Im Ohr der Regisseur, der Produzent, der Aufnahmeleiter, Gäste, dann passiert etwas Unvorhergesehenes…. Da muss man fokussiert sein.»

Dem Sport verschrieben

Wenn Lässer von ihrer Zeit beim SSF erzählt, heisst es immer noch «wir». Der Abschied scheint ihr schwer zu fallen. Dennoch will sie einmal mehr einen Schritt weiter gehen. Für .die Realisatorin wurde es Zeit, «aus ihrer Wohlfühloase herauszukommen». Für den verzögerten Geschäftsgang des Senders, der auch nach drei Jahren keine schwarzen Zahlen schreibt und mit geringen Marktanteilen kämpft, habe ihr Weggang nichts zu tun, betont Lässer. Dafür sei das SSF zu sehr «ein Herzensprojekt». Und dass sie bei einem Spartensender nicht auf Quote setzen konnte, sei ihr von Anfang an bewusst gewesen. Man dürfe SSF als Spartensender mit einer viel kleineren Zielgruppe nicht mit einem breiten Sender vergleichen. «Man sollte messen, wie viel Prozent der Sport-Community SSF erreicht. Jemand, der kein Sport schaut, beginnt nicht plötzlich damit. Da kann das Programm noch so gut sein.» Dem Sport bleibt Lässer auf alle Fälle treu. Nach vier Jahren im Business schlägt ihr Herz stark dafür. Mit Teleclub hat sich die TV-Frau denn auch einen Pay-TV-Anbieter gesucht, der über ein riesiges Sportangebot verfügt. Als Leiterin Sportprogramme will sie vor allem das Programm rund um die Übertragungen ausbauen. Ihre neue Stelle verlangt von ihr ausserdem ein Umdenken: Von einem einzigen Sender hin zu über 30 parallel programmierten Sendern, wobei auf dem einen die Super League, auf dem zweiten die Bundesliga, auf dem dritten Tennis und auf dem vierten ein Unterhaltungsfilm läuft. Ein Angebotspaket, das die Managerin noch besser verzahnen will. Weiter geht’s nebenbei mit der Sendung «Faces TV», die Lässer mit ihrer eigenen Firma produziert. Soeben wurde ein Pilot gedreht, und alsbald soll das Fashion- Magazin wieder zu sehen sein – mit verändertem Konzept. Zurücklehnen ist also nicht angesagt. Das sähe Lässer auch gar nicht ähnlich. Die Macherin lebt davon, Neues zu schaffen. «Wenn es zu bequem wird, wird man faul. Das mag ich nicht.»

Isabel Imper

In Kürze

Claudia Lässer (*1976) absolvierte die Matura, dann die Lehrerausbildung in Kreuzlingen und arbeitete danach als Lehrerin und als Model. 2000 stieg sie bei Star TV ein, wo sie das Kinder- und Jugendprogramm aufbaute. Im Frühjahr 2002 übernahm sie die Redaktion und Moderation der Sendung «Fashion» und wechselte ins Abendprogramm. 2002 vertraute ihr Star TV die Ressortleitung sowie den Programmeinkauf des gesamten Lifestyle-Programms an. Ab 2008 war Lässer als Programmleiterin des Schweizer Sportfernsehens SSF für den kompletten Sendeinhalt, den Rechteeinkauf sowie die Lancierung neuer TV- Formate zuständig. 2011 wurde sie mit der Gesamtleitung des Senders betraut. Diesen Sommer hat die Sport- und Medienmanagerin zum Pay-TV-Anbieter Teleclub gewechselt, bei dem sie künftig als Leiterin Sportprogramme und Stellvertreterin des Sportchefs Roger Feiner für die Sportgefässe verantwortlich zeichnet. Seit 2007 produziert Lässer zudem mit ihrer eigenen Firma für Pro Sieben Schweiz, Sat 1 Schweiz und Sat 1 Österreich diverse TV-Formate («Faces TV», «Kickoff», «Face of Faces»).

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SPR+ misst bald alle Schweizer Plakatstellen

SPR+ gehört punkto Plakat- und Mobilitätsforschung zwar zur Weltspitze, doch erhebt das System keine Plakatflächen auf dem Land, ebensowenig Plakatkontakte von Pendlern. Mit dem Projekt MobNat soll sich das nun ändern: Ab 2014 will SPR+ die ganze Schweiz abdecken können.

Seit Ende 2006 stellt die APG|SGA-Tochter SPR+ dem Aussenwerbemarkt nach Sichtbarkeit gewichtete Kontakt- und Reichweitenwerte für F200-, F12- und F24-Plakatflächen an Strassen zur Verfügung – und zwar anbieterübergreifend. Grundlage dieser Strassenstudie sind die mittels GPS-Geräten aufgezeichneten Wege, die schweizweit 10 000 Personen in den zwölf grössten Agglomerationen während einer Woche zurücklegten. Auf Grund dieser Daten sowie Modellierungen wurden dann die Leistungswerte in den 43 übrigen Agglos ermittelt. 2009 kam die Bahnhofstudie hinzu, die auch für die Plakatflächen in 392 Bahnhöfen die Medialeistung ausweist, also dort, wo die GPS-Geräte mangels Empfang keine Wegstrecken aufzeichnen können (siehe WW 34/09 oder www.werbewoche.ch/zeitung/ sprbahnhofstudie-zeigt-die-wirklichkeit-bewusst- vorsichtig).

Noch stellt sich Plakat schwächer dar, als es ist

Dabei blieb aber ein Problem immer bestehen: In den Agglos kamen jeweils nur Testpersonen zum Einsatz, die auch dort wohnten (etwa Berner in Bern). Zudem interessierten nur jene Wegstrecken, die sie auch in der Wohnagglo zurücklegten, die Wege ausserhalb waren zu wenig repräsentativ. Anders gesagt: Die rund 55 000 Schweizer Plakatstellen kommen in Wirklichkeit auf höhere Leistungswerte, SPR+ bildet derzeit nur das «garantierte Minimum » ab.

Doch nun hat SPR+ ein Modell entwickelt, mit dem für Flächen auf dem Land ebenfalls Leistungsdaten und für Agglo-Flächen auch die Kontakte von Durchreisenden und Pendlern berechnet werden können. Das Modell heisst MobNat (Mobilitätsnacherhebung und Nationales Modell), wurde 2010 in der Ostschweiz mit einer Pilotstudie getestet und im März vom Research Advisory Council von SPR+ methodisch abgesegnet. Diesem Gremium gehören neben APG|SGA und Clear Channel Schweiz (CCS) auch Wissenschafter, Werbeauftraggeber und Media- Agenturen an. Nun wird MobNat umgesetzt – 2014 sollte es dann die vollständigen Kontakt- und Reichweitendaten für alle Strassen- und Bahnhofsflächen in der Schweiz liefern.

Eine Million Strassensegmente

MobNat funktioniert in den Grundzügen ähnlich wie die Bahnhofstudie: Wurde damals für jeden Bahnhof ein Wegstreckenmodell erstellt, welches alle Abbiegemöglichkeiten (Knoten) und Wegabschnitte zeigte, so macht man dies nun für die ganze Schweiz. «Insgesamt kommt man auf knapp eine Million Strassensegmente», sagt SPR+-Geschäftsführer Felix Mende. Wie in den Bahnhöfen sind nun an einigen ausgewählten Orten Frequenzzählungen nötig. Doch während SPR+ diese in den Bahnhöfen selbst durchführen liess, greift man bei MobNat auf rund 4000 öffentliche Frequenzmessungen von Bund, Kantonen und Gemeinden zurück. Dazu ge-hören auch automatisierte Zählungen an Ampeln oder Radaranlagen, die ganzjährig Zahlen liefern. Da sie aber keine Fussgänger erfassen, muss SPR+ selbst nochmals ähnlich viele manuelle Frequenzmessungen durchführen. Gemäss Mende reichen dafür aber pro Standort viermal zehn Minuten, zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Tagen.

Hochkomplexer Datenmix

Nun kann man bei den gezählten Personen aber nicht nach Wohnort, Geschlecht oder Alter unterscheiden. Deshalb müssen die Frequenzen verknüpft werden mit Daten aus der Volkszählung sowie aus der Mikrozensus-Studie. Für Letztere wurden 2010 insgesamt 63 000 Personen nach den am Vortag zurückgelegten Wegstrecken und Zielen befragt. Alle diese Angaben werden schliesslich in einem ausgeklügelten Verfahren, das das deutsche Fraunhofer-Institut entwickelt hat, mit den GPSDaten aus den SPR+-Agglostudien verbunden. Auch wenn dieser Mix aus Daten verschiedener Quellen für Laien kaum mehr nachvollziehbar ist: Auf diese Art werden quasi für jede in der Schweiz wohnende Person die wöchentlich zurückgelegten Routen bestimmt. Weil gleichzeitig bekannt ist, wo die einzelnen Plakatflächen stehen, kann man ableiten, welche Person wie oft mit welcher Fläche in Kontakt kommt. Daraus lässt sich wiederum die Medialeistung jeder beliebigen Plakatstelle errechnen.

Kombinierbar mit Mobilfunkdaten

«MobNat ist so angelegt, dass Änderungen bei der Verkehrsführung oder der Anzahl Plakatflächen jederzeit einfliessen können», sagt Mende. Selbst wenn dereinst digitale Plakate Einzug halten, die beispielsweise während dem Stossverkehr andere Sujets zeigen als untertags, sei man gerüstet. «Wir könnten dann beispielsweise anonymisierte, aber sekundengenaue Standortdaten von Mobilfunk oder Navigationsgeräten beziehen und einspeisen, wenn dies der Sache dienlich wäre», sagt Mende.

Markus Knöpfli

Clear Channel macht wieder mit

Das Projekt MobNat kostet gemäss Felix Mende «einen mittleren einstelligen Millionenbetrag». An diesen Kosten beteiligt sich neuerdings auch CCS wieder, die 2005 aus der gemeinsamen Plakatforschung mit Konkurrent Affichage ausgestiegen war. Die Einigung zwischen SPR+ und CCS wurde auch möglich, weil es bei Affichage und CCS 2010 praktisch zeitgleich zu einem Führungswechsel gekommen war. An die bisherige SPR+-Forschung zahlt CCS aber weiterhin nichts. (mk)

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Felix Mende, Geschäftsführer Swiss Poster Research Plus AG.
 

Republica: Stramme Waden, Sportsgeist und jede Menge Herzblut

Am 25. August werden Runde um Runde am Michaelskreuz/LU auf Rennrädern, Mountainbikes oder E-Bikes Spendengelder für die Krebsliga eingefahren. Republica engagiert sich für den Event «Race against Cancer» und fährt zudem mit einem eigenen Team mit.

Als Einzelkämpfer oder im Team sammeln die Teilnehmer – darunter zahlreiche Prominente wie die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig, die ehemalige Schweizer Meisterin im Turnen Ariella Kaeslin, Snowboard-Olympiagold-Gewinnerin Tanja Frieden oder der vierfache Rennbahn-Weltmeister Franco Marvulli – Geld für die Krebsforschung und -bekämpfung. Republica hat für den Event ein neues Key Visual kreiert und Plakate, Inserate, den Event-Flyer, das Renn-Heft «Update!», animierte Banner für die Website sowie das Facebook-Visual gestaltet.
Republica ist zusammen mit ihrem Produktionspartner Denz Bedruckbar bei «Race against Cancer» am Start.

Verantwortlich bei «Race against Cancer»: Markus Aerni (Viceversa). Verantwortlich bei Republica: Chris Morgan (Gesamtverantwortung, CD), Christoph Emch (Beratung), Rita Steinauer (Text), Katja Dürig (AD), Fabian Schäublin (Online). Fotografie: Eliane Clerc (7pictures).
 

Der Motz von Butz: Keine Medaille für das CI des Schweizer Olympia-Teams

Aus dem Land mit einer hohen Grafik- und Design-Tradition traten die Sportler an den Olympischen Spielen in Jekami-Uniform auf. Von Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit über anderthalb Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Um was es hier geht: Die Olympiade 2012 ist zwar vorbei, was aber bleibt, ist ein gutes oder schlechtes Image der einzelnen Länder. Kein anderes Land ausser der Schweiz hat eine so aussergewöhnliche und einfache Identity: das Schweizer Kreuz, weiss auf rotem Grund. Das wissen wir alle. Nur die Designer der Sportler-Trikots haben es vergessen. Das Kreuz ersetzt die Wörter wie Swiss, Suisse, Schweiz usw. Deshalb muss das Kreuz auf jeden Fall das erste und wichtigste Symbol sein. Adidas und Nike haben das schon längst herausgefunden. Den Gipfel in diesem Sammelsurium-Auftritt haben sich die Fussballer geleistet. Sie haben einfach jeglichen Hinweis auf die Schweiz weggelassen. (Meiner Meinung nach sollte Fussball an der Olympiade sowieso weggelassen werden).

Lieber Design-Verantwortlicher, würden Sie VW auch vorschlagen, mal das Logo, mal einen Schriftzug oder mal nichts auf die Autos zu platzieren? Sicher nicht. Nur beim Sport ist man sich da nicht einig. Meine These: Jedes Land ist wie ein Markenartikel, bei welchem es darum gehen sollte, ein möglichst gutes Image abzugeben. Deshalb ist es wichtig, dass ein klares und einheitliches Design zum Einsatz kommt. Ich glaube, dass die Sportbekleidungs- Verantwortlichen davon ausgehen, dass ja jeder auf der Welt weiss, dass die Farbe rot «Schweiz» bedeutet. Dieser Irrtum wird auch von Markenartiklern gemacht, welche denken, dass die Kampagne jetzt jeder gesehen hat und was Neues generiert werden muss. Auch die Schweiz ist ein Markenartikel. Und der sollte konsequent gepflegt und zur Anwendung kommen. Ja, ich rede von einem der genialsten Logos – dem Schweizer Kreuz.

Übrigens gibt es dazu eine ganz präzise Design- Anleitung: 1989 legte die Bundesversammlung im Bundesbeschluss betreffend das eidgenössische Wappen vom 12. Dezember die heutige Form fest, bei welcher das Seitenverhältnis der Arme 7 zu 6 beträgt: «Das Wappen der Eidgenossenschaft ist im roten Feld ein aufrechtes, freistehendes weisses Kreuz, dessen unter sich gleiche Arme je einen Sechstel länger als breit sind.»

So wie sich die Schweizer Krieger zur Zeit der Kreuzzüge im frühen 12. Jahrhundert, um sich vom Gegner zu unterscheiden, ein Kreuz auf die Rüstung malten, hätten sich alle Schweizer Olympia-Kämpfer einheitlich an diese Regel halten sollen. Dies hätte unserem Land einen grösseren Imagebonus eingebracht. Ich glaube, dass wir Schweizer uns fälschlicherweise unstolz unserer Nationalität gegenüber geben. Roger Federer oder die deutsche Swiss Airline nutzen diesen Vorteil genial aus. Mein Aufsteller ist, dass die Briten die Spiele optimal für ihr Image ausgenutzt haben, auch mit dem Symbol ihres Union Jack.

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Reiseziel New-Media-Werbung

Beat Hürlimann nahm in New York an der New Media Expo teil und berichtete darüber exklusiv in der Werbewoche. Heute präsentiert er ein 11-stufiges Inspirationsprogramm für erfolgreiche Schritte mit Reiseziel New-Media-Werbung.

Hergé schoss 1953 seinen Comic-Helden Tim auf die Reise zum Mond. 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond und sprach den Satz: «Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein grosser Sprung für die Menschheit.» Zwischen Hergés grossartiger Fiktion und Armstrongs kühnem Schritt liegen 16 Jahre harter Arbeit. Seit meinem Besuch der New Media Expo Anfang Juni in New York bin ich überzeugt, dass die (Science)-Fiction-Phase für Werbung mit Einbezug sozialer Kanäle überwunden ist. Experten formulieren erste, brauchbare Aufgabenstellungen und entwickeln dazu passende Strategiemodelle. Gleichzeitig lassen Praktiker erste New-Media- Pilotprojekte steigen. Hier als Mitbringsel aus New York ein 11-stufiges Inspirationsprogramm für nächste Schritte auf Planet New-Media-Werbung.

Schritt 1 – Menschen vertrauen Menschen mehr als Marken!
Die vertrauenswürdigste Informationsquelle des Menschen ist der Mensch. Die neuen sozialen Medien haben die firmeneigenen PRund Marketingkanäle als häufigste Informationsquelle abgelöst. Menschen bevorzugen Informationen von Menschen und bedienen sich dabei der Erfahrungsberichte aus ihren eigenen Netzwerken oder Produktforen. Wollen Sie im Geschäft bleiben, müssen Sie ihnen dahin folgen.

Schritt 2 – Zuhören ist wichtiger als selber Reden!
Der Stammtisch von gestern ist heute das World Wide Web. Und es ist nach wie vor sinnvoll, diesen Gesprächen zu folgen. Die Themen fliegen in rasantem Tempo ungefiltert und unverblümt von User zu User und von Netzwerk zu Netzwerk. Jeder Gesprächsfetzen ist die Chance zum Einstieg in eine spannende Diskussion. Welche gehen Sie etwas an? Wie können Sie sich einbringen? Welches sind die Risiken?

Schritt 3 – Die Zeiten des Überzeugens sind vorbei!
Ist Ihre Strategie schon auf den mitdiskutierenden Menschen ausgerichtet? Oder basieren Ihre Botschaften nach wie vor auf dem Konzept des Überzeugens? Konsumenten wollen nicht überzeugt werden. Sie wollen authentische Geschichten, Erfahrungen und Meinungen – spannend und schnörkellos erzählt. Doch authentisch ist nur, wer sich gut kennt. Wie gut kennen Sie sich selbst?

Schritt 4 – Bringen Sie Ihr Geschäft nach Hause!
Verlangen Sie nach dem Return on Investment (ROI)! Bei aller Romantik um kreative Ideen und originelle Facebook-Wettbewerbe lautet Ihr Anliegen im Grunde: Wie entlocke ich Adressaten mit minimalen Investitionen ein Maximum an geldwertem Verhalten. Der ROI quantifiziert dieses Anliegen. Betrachten Sie dabei den ROI als Resultat einer linearen Abfolge von fünf kausal zusammenhängenden Schritten: Investiertes Kapital – Anzahl erreichter Kontakte – Intensität der erzielten Wirkung – Grad des geschaffenen Vertrauens – messbar geldwertes Verhalten. Testen Sie nach jedem Schritt die Wirkung jeder einzelnen Massnahme. Greifen Sie ein und verbessern Sie, wenn sich eine Massnahme als mangelhaft erweist.

Schritt 5 – Formieren Sie Ihr All-Star-Team!
New-Media-Projekte sind Extremsituationen, und sie gleichen Mannschaftssportarten: Kein Spiel gleicht dem anderen, Aufstellung und Taktik müssen immer wieder neu den sich ergebenden Herausforderungen angepasst werden. Talent und eingeübte Automatismen entscheiden in Extremsituationen über den Erfolg, Regeln sorgen für Fairplay und ein positiver Winner Spirit treibt zu Höchstleistungen an. 

Schritt 6 – Erzeugen Sie Aufmerksamkeit!
Das beste Mittel für Aufmerksamkeit ist eine kreative Werbeidee. Die stärkste Aufmerksamkeitswirkung erzeugt ein perfekter Mix aus Botschaft, Idee, Dramaturgie und Design. Idealerweise bedienen Sie die intensivste Nachfragemotivation mit Ihrem besten Argument. Beschaffen Sie sich vor jedem Zusammentreffen das Profil des Besuchers und liefern Sie eine massgeschneiderte Botschaft. Social Media Monitoring macht’s möglich.

Schritt 7 – Knüpfen Sie neue Beziehungen!
Das beste Mittel zum Aufbau loyaler Beziehungen ist ehrlich gemeinte Wertschätzung. Die stärksten Beziehungsmomente erzeugen persönliche Produkt- oder Markenerlebnisse, bei denen Nachfrager und Anbieter an realen Schauplätzen aufeinander treffen. Idealerweise bieten sie dem Erlebnisträger als Anreiz einen einzigartigen Mehrwert. Besonders wirkungsvoll sind kluge Einbezüge des Users ins Geschehen. Beispielsweise indem Sie ihm die Verbreitung seiner Erlebnisse über Social-Media-Kanäle so leicht wie nur möglich machen. Reagieren Sie auf seine Aktivitäten. Bedanken Sie sich. Denn nichts ist dem Menschen wertvoller als Wertschätzung – zeigen Sie solche.

Schritt 8 – Generieren Sie Verkäufe!
Das beste Mittel für Verkäufe ist der konsistente Pfad zum Deal. Die Treiber auf dem Weg zum Social- Media-Kauferlebnis sind die Botschaften in den Social-Kanälen, die sich neuerdings mit Bildern und Videos ausschmücken lassen. Bebilderte Nachrichten ermöglichen umfassende Produkterlebnisse. Ist ein Produkterlebnis überzeugend, ist der Kaufentscheid nah. Idealerweise bieten Sie einen direkten, hürdenfreien Pfad zum Deal. Bleiben Sie dabei innerhalb des entsprechenden sozialen Netzwerks oder errichten Sie eine Shopping- Seite, die den eingeschlagenen Erlebnispfad fortführt.

Schritt 9 – Schaffen Sie Kampagnen zum Mitwirken!
Designen Sie Ihre Kampagne mit Planern, die in der New-Media-Welt angekommen sind. Herkömmliche Mediaplanung begnügt sich mit dem Ziel der Kontaktaufnahme. Modernes Kampagnendesign beruht auf dem Prinzip des Mitwirkens. Dazwischen liegen in jeder Hinsicht Welten. Zwei Begriffe, die Sie sich merken sollten: Der Pfad (Lead) führt die Zielperson vom Erstkontakt zur gewünschten Handlung. Dem Planer steht bei der Pfadgestaltung eine grosse Vielfalt an Kanälen, Applikationen und beeinflussenden Mitwirkenden offen. Der Anreiz hält die Zielperson auf dem Pfad. Kampagnenplaner sind Dramaturgen, die Pfade designen, Verbindungen herstellen und das Terrain für Mitwirkung bereiten.

Schritt 10 – Nutzen Sie Social Media Monitoring!
Verfolgen Sie die Wirkung Ihrer Kampagnen und erforschen Sie die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen. Dank dem Social Monitoring können Sie die Wirksamkeit Ihrer Kampagnen in nie dagewesener Präziszion ermitteln. Die Ergebnisse liegen in Echtzeit vor und ermöglichen ein rasches Eingreifen. Mit dem Monitoring können Sie aber auch aus den Handlungen und Äusserungen Ihrer Zielgruppen brauchbare Marken- und Consumer-Trends filtern. Sie brauchen diese Informationen zur Gestaltung wirksamer Botschaften. Sie erkennen dabei auch allfällige Lücken, die Sie mit eigener Primärforschung schliessen sollten.

Schritt 11 – Als Eidgenossen wissen wir: Nichts geht über eine perfekte Organisation!
Wenn Sie die dialogbasierte Kommunikation forcieren, ist eine gute Organisation unerlässlich. Sie wünschen sich adäquates Verhalten Ihrer Mitarbeitenden und Kunden in den Social-Media-Kanälen? Erstellen sie ein realistisches, der freien Meinungsäusserung entsprechendes Regelwerk. Übertragen Sie Ihren erfahrenen Mitarbeitenden Selbstverantwortung und engagieren Sie sie im Dialog mit Ihren Zielgruppen. Gewinnen Sie Kunden, Anwender und Fachexperten als Ambassadoren. Verzichten Sie auf Hierarchien. Formen Sie stattdessen Leader und erklären Sie Weiterbildung, Netzwerken und Teamwork zu Prioritäten.
 
Beat Hürlimann

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