NZZ-Verwaltungsrat schlägt Etienne Jornod als neuen Präsidenten vor

Der Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe wird im April 2013 der Generalversammlung der AG für die Neue Zürcher Zeitung Etienne Jornod zur Wahl in den Verwaltungsrat vorschlagen. Jornod ist exekutiver Verwaltungsratspräsident der Galenica-Gruppe.

Es sei vorgesehen, Etienne Jornod das Präsidium des Verwaltungsrates zu übertragen. Dies schreibt die Mediengruppe in einer Mitteilung vom Freitag. Der Entscheid für Etienne Jornod sei nach einer sorgfältigen Evaluierung durch den Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe gefallen.

Etienne Jornod beeindruckte den Verwaltungsrat durch seinen Leistungsausweis und seine Persönlichkeit. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass Etienne Jornod die besten Voraussetzungen mitbringt, um die NZZ-Mediengruppe durch den gegenwärtigen Strukturwandel im Medienbereich zu führen. Mit seiner breiten Führungserfahrung verfügt Jornod über die erforderlichen Kompetenzen, die Produkte der NZZ-Mediengruppe in einem zunehmend crossmedialen Umfeld weiterzuentwickeln sowie das digitale Geschäft auszubauen. «Etienne Jornod ist eine ausgewiesene Unternehmerpersönlichkeit. Er hat bewiesen, dass er ein Unternehmen erfolgreich zu entwickeln vermag. Wir sind überzeugt, dass er die richtige Person ist, die NZZ-Mediengruppe auf strategischer Ebene nachhaltig erfolgreich zu positionieren», erklärt Franz Steinegger, Präsident des Verwaltungsrates der AG für die Neue Zürcher Zeitung.

Etienne Jornod ist seit 17 Jahren Präsident des Verwaltungsrats der Galenica-Gruppe. Galenica ist weltweit führend im Bereich der medikamentösen Behandlung von Eisenmangel, betreibt in der Schweiz die grösste Apothekenkette und ist der führende Pharmalogistiker. Unter der Leitung von Etienne Jornod entwickelte sich die Gruppe von einer Gesellschaft mit Genossenschaftscharakter zu einem international tätigen, börsenkotierten Unternehmen. Seit Jornod 1995 die Verantwortung als Präsident und CEO der Gruppe übernommen hat, stieg die Mitarbeiteranzahl von 950 auf über 7000, während sich Gewinn und Aktienkurs mehr als verzehnfachten.

Am 1. Januar 2012 wurde die operative Führung der Galenica-Gruppe dem neuen CEO David Ebsworth übertragen. Etienne Jornod konzentriert sich seitdem auf seine Aufgabe als exekutiver Verwaltungsratspräsident der Galenica-Gruppe. Jornod ist zudem Mitglied der Verwaltungsräte von Alliance Boots und der Vaudoise-Versicherung, welchen er weiterhin angehören wird.  

Aufgrund Erreichens der statutarischen Altersgrenze wird der heutige Verwaltungsratspräsident Franz Steinegger an der kommenden Generalversammlung vom 13. April 2013 aus dem Gremium ausscheiden. Vorbehältlich seiner Wahl durch die Generalversammlung wird die Ernennung Jornods zum Präsidenten statutengemäss durch den Verwaltungsrat erfolgen.

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Bild: Markus Senn

Blick.ch lanciert Windows 8 Applikation

Zeitgleich mit der weltweiten Lancierung des Microsoft-Betriebssystems Windows 8 am 25. Oktober 2012 ist auch die neue Blick-Applikation im Windows-Store erhältlich. Die Blick-App ist für das neue Kachel-Design von Windows 8 optimiert und kostenlos downloadbar.

Die Blick-App ist für das neue Design von Windows optimiert und erlaubt es den Usern, die ganze Vielfalt von Blick.ch auf einfache und benutzerfreundliche Weise zu konsumieren, egal ob mit einem Windows 8 Tablet oder aber auf dem stationären PC. Mit der Windows 8 App erweitert die Blick-Gruppe ihr attraktives Portfolio an Applikationen. Erhältlich sind bereits die Blick-App für iPhone, Android und Windows Phone 7 sowie die iPad-Applikationen Blick HD und Sonntagsblick HD. Im Bereich Sport wurden aus der Blick-Gruppe bereits Applikationen für Fussball, Tennis, Eishockey und Ski-Alpin lanciert. Die neue Windows 8 Applikation ist im Windows Store per sofort gratis verfügbar.

Martin Fessler, Head Digital Media, äussert sich im Interview zur neuen App:

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Wie ist es der Blick-Gruppe gelungen, diese Kooperation mit Microsoft einzufädeln und damit zeitgleich mit der weltweiten Lancierung des neuen Betriebssystems Windows 8 auch bereits die neue Blick App zu präsentieren?
Wir haben schon lange einen sehr guten Kontakt zu Microsoft und waren beim Launch von Windows Phone 7 von Anfang an mit dabei. Im vergangenen März kam Microsoft auf uns zu. Es fanden erste Gespräche zum Thema Windows 8 statt. Kurz danach habe ich entschieden, eine App für das neue System rechtzeitig für den Launch zu entwickeln.

Welche Vorteile ergeben sich aus dieser Kooperation?
Die gute Zusammenarbeit mit Microsoft hat uns ermöglicht, von Anfang an im Store präsent zu sein. Unsere Entwickler wurden beim Know-how Aufbau sowie der Entwicklung des Designs und der Usability durch Experten von Microsoft während der gesamten Umsetzung unterstützt, dies haben wir sehr geschätzt.

Sind weitere Kooperationen mit Microsoft geplant?
Ich freue mich auf weitere erfolgreiche Kooperationen. Aktuell steht der Launch der Windows 8 App im Zentrum.

Was zeichnet die Blick App für Windows 8 aus? Auf welchen Geräten läuft sie?
Inhaltlich bietet die App das gesamte breite Spektrum von Blick.ch an. Die App setzt bei der Gestaltung auf die typischen Kachelelemente von Windows 8. Dadurch wirkt sie leicht und übersichtlich. Im Fokus stand klar die einfache Bedienung mit Gesten und Swipes, wie man sie auf Touch gesteuerten Geräten erwartet.

Die App läuft auf allen Geräten, welche Windows 8 verwenden d.h. vom Desktop PC über Notebooks bis hin zu den neuen Windows 8 Tablets. Sie ist ab sofort im Windows Store kostenlos zum Download verfügbar.

Microsoft bringt mit Windows 8 gleichzeitig auch ein neues Tablet und tritt damit gegen den iPad von Apple an. Besteht bei der enormen Marktpräsenz von Apple überhaupt eine Chance auf Erfolg?

Microsoft hat mit Windows 8 ein Betriebssystem entwickelt, welches neue innovative Funktionen bietet und das Potenzial hat, einen Teil des Tabletmarkets für sich zu gewinnen. Ich denke da vor allem an die nahtlose Integration der Office Produkte die das System für Business User sehr interessant macht. In dem Bereich bestehen echte Chancen, da die Möglichkeiten deutlich weiter gehen als mit einem iPad. Microsoft ist mit Abstand der grösste Betriebssystem Anbieter und daraus ergeben sich natürlich grosse Chancen, was die Verbreitung von Windows 8 anbelangt. Es ist der wichtigste Launch für das Unternehmen Microsoft in seiner Geschichte und wohl die letzte Chance, im mobilen Bereich richtig Fuss zu fassen. Die Voraussetzungen sind gegeben, nun muss der Markt entscheiden. Ich hoffe, dass es Microsoft gelingt und wir künftig drei grosse Player im mobilen Markt haben werden.

 

Infel gewinnt Mandat für «driven»

Infel hat das Mandat für «driven», das Magazin von Maxon Motor, gewonnen. Das Magazin erscheint in erster Linie auf Tablet und nur flankierend auf Print.

«Mit unserem neuen Magazin ‹driven› wollen wir unseren Zielgruppen die faszinierende Welt der Antriebstechnologie in einer ganz neuen Weise vor Augen führen», sagt Chefredaktorin Anja Schütz. Dabei sei vor allem der Wow-Effekt wichtig. Denn ein Tablet sei an sich schon etwas sehr Persönliches. Man wolle diese Emotionen mit dem Magazin verbinden und so ein einzigartiges, interaktives Maxon Erlebnis bieten.

Das Tablet-Design weist Verlinkungen zu Produktdetails im Maxon E-Shop auf sowie Rich-Media-Strecken als Bildergalerien, Videos und Infografiken. User Experience wird gross geschrieben, so die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag. Guido von Deschwanden, Kreativdirektor von Infel: «Die Herausforderung bestand darin, ein interaktives Magazin zu kreieren, das sowohl professionellen als auch publikumsnahen Kriterien genügt.»

Die Tablet-Version kann auch als Verkaufsunterstützung genutzt werden. So werden Featured Products werden in den E-Shop von Maxon Motor eingebunden und sollen den Kaufentscheid erleichtern. Geschichten, Interviews mit Experten und Fachartikel über Antriebstechnik sollen Einblick in die Welt der Mikromotoren geben. Eine über den Touchscreen freizurubbelnde Fläche eröffnet jeweils das Fokusthema der folgenden Ausgabe.

Die Tablet-Version von «driven» erscheint dreimal jährlich – im Frühling, im Sommer und im Herbst. Abgeschlossen wird die Serie durch eine Printausgabe zum Jahresende. Das gedruckte Magazin ist ein Best-of aus den Geschichten der Tablet-Ausgaben. Hier setzt das Unternehmen weniger auf User- als viel mehr auf Leser-Experience.

Das Magazin erscheint erstmals am 25. Oktober 2012. Das Tablet-Magazin liegt für Apple iOS und Android im App Store und im Google Play Store zum Download bereit.

Verantwortlich bei Maxon Motor: Michel Riedmann (Projektleitung), Anja Schütz (Chefredaktion). Verantwortlich bei Infel: Michael Frischkopf, Simona Stalder, Alexander Jacobi (Redaktion); Guido Von Deschwanden (Creative Director), Bernadette Schenker (Art Direction), Diana Ulrich (Bildredaktion), Phil Büchler (technische Verantwortung).

Futurecom: Feuerwerk an der Schweizer Börse

Seit kurzem sorgen an der Schweizer Börse Six Swiss Exchange nicht nur die Kurse für ein Feuerwerk. Futurecom hat im «Decision»-Saal zwei riesige LED-Wände installiert.

Der vollständig von Glaswänden eingefasste Raum befindet sich an der Stelle des ehemaligen Tradingfloors und wird neben seiner Funktion als Meetingraum vor allem für Festanlässe im Rahmen eines Börsengangs (IPOs) oder Pressekonferenzen genutzt. Futurecom hat in Zusammenarbeit mit der Firma Leurocom zwei innovative LED-Screens auf den Glaswänden installiert, die individuell bespielbar sind: Mit statischen oder animierten Anzeigen zu an der Börse gehandelten Unternehmen oder zum weitreichenden Angebot an Infrastrukturlösungen der Schweizer Börse, mit Live-Aktienkursen oder mit einem von der Agentur speziell für Neulancierungen produzierten Feuerwerk-Film.

In ruhendem Zustand fügen sich die LED-Wände in die Glaskonstruktion ein. Einmal aktiviert, erzeugen sie eine Börsenatmosphäre ähnlich dem Times Square in New York. Mit dieser LED-Wand will die Schweizer Börse künftig ihre Kunden und Produkte publikumswirksam in Szene setzen.
 

Das Schweigen

Mit der Botschaft «Du kannst es nicht ewig verstecken – sprich über Geschlechtskrankheiten» geht die Love-Life- Kampagne mit Havas Worldwide Zürich in eine neue Runde.

WW: Seit 25 Jahren gibt es jetzt die Aids-Kampagnen des BAG. Welchen Anteil hat Havas Worldwide Zürich (vormals Euro RSCG) in dieser Geschichte?
Frank Bodin: Seit acht Jahren dürfen wir dieses Mandat betreuen, also beträgt unser Anteil etwa ein Drittel. Die Stop-Aids-Kampagne zeichnet sich von Beginn weg durch Popularität mit Witz und Geist aus. Wir sind stolz, eine gute Tradition bis heute fortsetzen zu dürfen.
 
Mit welcher Idee hat Ihr Team die grösste Wirkung erzielt?
Mit einem langfristigen strategischen Leitgedanken, mit dem wir im Jahre 2004 die Basis bis heute gelegt haben: «Aus Liebe zum Leben sich und die Partnerin und den Partner schützen.» Damit einhergehend haben wir den bestehenden, imperativen Claim «Stop Aids!» evolutioniert zur neuen Marke «Love Life» in Verbindung mit einem Kondom. Die Strategie war auch die Grundlage für die Stilistik: Sexualität soll Freude bereiten, also soll dies auch unsere Präventionskampagne. Mit Freude, Humor und Charme erreicht man mehr als mit Fingerzeig, Angstmacherei und Todesdrohungen. Darüber hinaus haben wir den neuen crossmedialen Ansatz eingebracht, bei dem Online das zentrale Medium ist.
 
Euro RSCG hat «Love Life» initiiert. War es einfach, diesen Kurswechsel einem doch sehr breiten Gremium zu verkaufen?
Ich erinnere mich gut an den Pitch im Jahr 2004. Wir gingen nur mit dieser einen Strategie und nur mit einer darauf aufbauenden Kampagne ins Rennen, weil wir davon überzeugt waren. Das BAG teilte diese Überzeugung. Auch wenn es diverse Gremien gibt und auch wenn diese Kampagne zuweilen zu einem Politikum werden kann, sind die Entscheidungsprozesse beim BAG vorbildlich schlank und sehr gut organisiert.
 
Ist die Idee inzwischen auch von internationalen Kampagnen aufgenommen worden?
Unsere Ideen sind auch international aufgefallen und gelten als Benchmark für Präventionskampagnen. Es gab auch Anfragen, Kampagnen zu übernehmen, und das eine oder andere Kampagnenelement hat sicher im Ausland inspiriert.
 
Präventionen rund um das Thema Sexualleben bergen für einen Teil der Bevölkerung auch Tabu- Zonen. Wie ist Havas Worldwide Zürich mit dieser Herausforderung umgegangen?
Auf der einen Seite verlangt die Thematik viel Sensibilität und die Wahrnehmung in den Sprachregio nen der Schweiz ist zum Teil sehr unterschiedlich. Auf der anderen Seite sind wir gezwungen, mit wenig Werbegeld die Bevölkerung der Schweiz zu erreichen. Zwei Dinge halfen uns bei dieser Gratwanderung. Erstens unsere Prosumer-Datenbank, die es uns erlaubt, wertvolle Insights herauszufinden und auch Kampagnenideen zu testen. Zweitens, dass wir als eine der ganz wenigen Agenturen in der Schweiz mit Havas Worldwide Genève eine starke Niederlassung in der Romandie haben und so besser auf sprachliche und kulturelle Unterschiede eingehen können. Eine Kampagne, die allen gefällt, ist nicht möglich und darf nie das Ziel sein. Wer sich positioniert, tut das im Hinblick auf spezifische Kampagnenschwerpunkte und sein Kernzielpublikum, das man mehrheitlich erreichen will. Die mit dem BAG erreichten Resultate sind ein schöner Beweis für die Effektivität der Kampagnen: Sie haben ja nicht nur enorm viele Kreativpreise gewonnen, sondern mehrere Effies.
 
Wo und warum hat Ihre Agentur auch ganz bewusst provozieren wollen?
Bei den meisten Kampagnen versuchten wir mit einem Minimum an Mitteln ein Maximum an Präventionswirkung zu erreichen. Kreativität ist in diesen Fällen nach wie vor das beste Mittel, um aufzufallen, zum Denken anzuregen und, ganz wichtig, eben auch zum Handeln.
 
Wo stecken Sie die Grenzen des Erlaubten?
Geltendes Gesetz darf nicht verletzt werden. Und wir wollen wenn immer möglich die Gefühle der Menschen nicht verletzen. Darüber hinaus haben wir einen Ethik-Codex, der auf unserer Website einsichtbar ist (havasworldwide.ch/werbeagentur-havas- ww-zuerich/ethik). Ein gutes Beispiel, dass uns der Spagat zwischen positiver Provokation und der Grenze des Erlaubten gelungen ist, sind die Kürzest- Spots «Gings zu schnell, um an Gummis zu denken? ». In den nur zweieinhalb Sekunden dauernden Sequenzen sieht man bekanntlich Paare beim Liebesakt. Es gab nur ganz wenige negative Reaktionen. Warum? Weil die Spots so witzig und gut gemacht sind und die Aussage absolut schlüssig auf den Punkt bringen. Es ist eben ein Unterschied, ob ich mit «Sex sells» beziehungsweise nackter Haut ein Produkt auf sexistische Weise anpreise oder ob wie in diesem Beispiel nackte Haut Teil der Botschaft und damit der Idee ist.
 
Wie offen empfinden Sie das Schweizer Publikum für provokante Werbe-Ideen?
Die Schweizerinnen und Schweizer tun sich schwer mit Ironie. Und schwarzer Humor überlässt man den Briten, unfortunately. Ansonsten ist die Schweiz als Standort für Innovation offen genug, für provokante und pointierte Werbung.
 
Welche Provokationen haben sich gelohnt und welche haben eher Ärger eingebracht?
Es gab keine Kampagne, die sich nicht gelohnt hat. Und es gab wenig Ärger. Aber es gab Kampagnen, an die man sich noch lange und darum etwas lieber erinnert: Die Kampagne mit den nackten Fechterinnen, Eishockeyspieler, Töfffahrer mit der Aussage «Hier schützt man sich ja auch». Oder die Kampagne mit den ultrakurzen Spots «Gings zu schnell …» Oder die jüngste Kampagne, die nicht nur Aids beinhaltet, sondern Geschlechtskrankheiten.
 
Über die Erfolgschancen von Prävention lassen sich lange Diskussionen führen. Was ist die Meinung des Werbers?
Werbung ist Information plus Emotion. Erfolgreiche Prävention versteht es, auch unangenehme Information attraktiv an den Mann und an die Frau zu bringen. Das Wissen um die Safer-Sex-Regeln konnte dank der BAG-Kampagne signifikant gesteigert werden. Der Kondom-Verbrauch auch. Dem BAG ist es mit Kontinuität und Kreativität gelungen, die Aids-Erkrankungen auf ein im Ländervergleich sehr tiefes Niveau zu senken. Es gibt eine klare Verhaltensänderung in der Gesellschaft im Umgang mit Kondomen. Die Check-your-Love-Life-Website hat beeindruckende Rates. Wer die Kampagnenmittel in Relation zu den Kosten bei Erkrankungen setzt, kann sich schnell ausrechnen, wie effektiv und effizient die BAG-Kampagne ist.
 
Was gefällt Ihnen an der aktuellen Kampagne?
Erstens, dass die im Jahre 2004 erarbeitete Strategie – nur noch den Claim «Love Life» zu nutzen – nun zur Anwendung kommt. Zweitens, dass die Kampagne nebst der Aids-Prävention generell Geschlechtskrankheiten thematisiert. Drittens der Insight «wie sag ichs meinem Partner im Falle einer Ansteckung». Das ist keine Augenwischer-Präventionskampagne, sondern da wird zum Ausdruck gebracht, dass wir wissen, dass das Kondom in gewissen Situationen leider auch mal nicht zur Anwendung kommt. Die Kampagne ist mehr als nur Information, nämlich Hilfestellung. Viertens finde ich die Kampagne auch in der Umsetzung ziemlich gelungen. Sie wird in drei Jahren hoffentlich noch viel Nützliches, Intelligentes und Gutes bringen.
 
Interview: Andreas Panzeri

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Die RTB-Welle rollt

Im Markt für Digital-Werbung stehen grundlegende Veränderungen vor dem Durchbruch – noch stellen sich viele Fragen.

Dass wir Online-Werbung für Schweizer Sites über das Telefon verhandeln, mittels Excel-Orderfile buchen und wenn's hoch kommt per Fax und Unterschrift bestätigen müssen, ist jenseits ineffizient, ja eigentlich schon fast absurd.» So beklagt sich in der Digital-Werbung-Trendumfrage der Werbewoche Philipp Semmler, Leiter Interactive bei Mediaschneider, über die heutigen Umstände. Und er hat guten Grund: Nach eigenem Bekunden sind die Agenturen Mediaschneider und Serranetga die Pioniere, wenn es in der Schweiz um das Automatisieren des Handels für Digital-Werbung geht. Sie betreiben eine eigene DSP (Demand- Side-Plattform), die mit einer Tradingdesk-Software gesteuert wird und Buchungen automatisiert bei SSP (Supply-Side-Plattform) vornimmt, wobei die Preisfindung dankt RTB (Real Time Bidding) in Echtzeit zustande kommt (vgl. WW 17/2011, S. 22ff). Diese Art des Werberaumhandels ist vor allem in den USA verbreitet und kommt nun in Europa in die Gänge – in der Schweiz gewohnt zögerlich.

Preise auf hohem Niveau stabil – Druck aus dem Ausland

Das prägende Merkmal der schweizerischen Digital- Werbe-Landschaft im Herbst 2012 ist recht eigentlich, wie unterschiedlich diese neuen Techniken eingeschätzt und angewandt werden. Das zeigt sich bei der Beurteilung der Preisentwicklung. Auf der einen Seite ist etwa Remo Prinz, Partner bei Serranetga: «Seit wir den Mediaeinkauf konsequent per Real Time Bidding abwickeln, sind die Preise massiv günstiger geworden.» Während Kunden für einen Online-Mediaplan im Jahr 2010 noch einen effektiven Tausendkontaktpreis (TKP) von etwa 25 Franken haben bezahlen müssen, könne man heute TKPs anbieten, die je nach Erfolgsziel fünf- bis zehnmal günstiger sind. Auf der anderen Seite berichtet das Gros der Umfrageteilnehmer bei weiter steigenden Volumina von stabilen Preisen, sowohl im Displaywie im Performance-Bereich. Zum Teil werden sogar leicht steigende Preise in einzelnen Bereichen erwähnt. Dabei wird anerkannt, dass die Preise in der Schweiz im Vergleich mit europäischen Vergleichsmärkten hoch sind, weshalb eine Anpassung nach unten erwartet wird. Es gibt ein wichtiges Argument, weshalb sowohl Preise weiter unter Druck kommen und sich automatisierte Handelsplattformen durchsetzen werden: Cross Border Traffic, vor allem aus Deutschland. Weil es in der Schweiz zu verschiedenen Nischenthemen keine oder nur wenige Angebote gibt, landen helvetische Surfer mit entsprechendem Informationsbedarf alsbald auf ausländischen Sites. Diese sind allerdings nicht darauf eingerichtet, den Verkehr aus der Schweiz selber aktiv zu vermarkten, weshalb er über automatisierte Handelsplattformen verkauft wird. Weil dabei aus Sicht dieser Publisher immerhin etwas Geld besser ist als gar kein Geld, sind die Preise dafür vergleichsweise tief. Schweizer Publisher mit einer qualitativ hochwertigen und bekannten Marke können sich wie bisher auf die hohe Qualität berufen und auch über einen automatisierten RTB-Verkauf die höheren Preise gegenüber dem Cross Border Traffic verteidigen. So leiden besonders Plattformen mit einfach ersetzbaren Zielgruppen und einer schwachen Marke unter der Auslandkonkurrenz. Es wird berichtet, die Preise für Cross Boarder Traffic lägen je nach Umfeld und Grösse der Formate und Platzierung zwischen 30 Prozent und 80 Prozent unter dem schweizerischen Preisniveau. «Das Volumen, das ins Ausland geht, wird sicher bei 10 bis 20 Millionen liegen», schätzt Roger Baur von der NetProfit GmbH. Für die grossen AdNetworks und Media-Agenturen ist damit oft ein profitables Arbitrage-Geschäft verbunden, das nun mit zunehmender Verbreitung moderner Handelssysteme verschwindet. Denn, wie Philipp Semmler von Mediaschneider betont, könne auch Cross Border Traffic auf Grund datenbasierter Echtzeit Aussteuerung, Visibilitätsmessung und Heatmap-Analysen qualifiziert werden. So kann die Spreu vom Weizen getrennt werden, und guter Verkehr auf ausländischen Sites wird qualitativ betrachtet mit inländischen Sites gleichziehen – und so deren Preise drücken.
 
 
Schweizer Publisher fürchten sich vor RTB
 
Und das ist genau die Befürchtung vieler Publisher, wenn es um das Thema RTB geht. So haben die wenigsten ihr Online-Inventar mittels einer SSP-Lösung dem automatisierten Handel geöffnet. Bezeichnend dafür ist das von den Zürcher Grossverlagen lancierte Premium Publishers Network, PPN (siehe Kasten). Das dafür eingesetzte technische System ist ohne weiteres in der Lage, automatisiertes Bidding abzuwickeln, doch wollen die PPN-Betreiber davon keinen Gebrauch machen. Sie geben vor, ihr qualitativ hochstehendes Inventar nicht in die Nähe von fragwürdigem Billiginventar, wie es oft mit RTB assoziiert wird, rücken zu wollen. Doch tatsächlich werden Ängste, dass Preise unkontrolliert erodieren könnten, mindestens ebenso ausschlaggebend sein. Doch die RTB-Welle rollt, und Hans-Georg Bardohl, Head of Digital Buying bei der OmnicomMediaGroup, bringt die möglichen Dimensionen auf den Punkt: «Theoretisch wäre es möglich, den kompletten Traffic unter Angabe des Mindestpreises automatisiert zu verkaufen.»

Mobile immer noch in den Kinderschuhen

Geht es um Mobile, sind sich alle Umfrageteilnehmer einig: Zwar übersteigt in der Schweiz die Mobile-Durchdringung schon seit Jahren die Einwohnerzahl, doch die Nutzung dieses Kanals für die Werbung steckt immer noch in den Kinderschuhen. Der Mobile-Werbemarkt wird einhellig als sehr zukunftsträchtig und vielversprechend beurteilt. Dabei wird anerkannt, dass die damit verbundenen Anforderungen deutlich höher sind als bei klassischer Online-Werbung, weshalb die Entwicklung vergleichsweise (noch) mehr Zeit benötige. Gründe für die langsame Umsetzung liegen in der erschwerten technischen Einbindung, vor allem beim Fehlen mobiler Landingpages sowie beim fehlenden Knowhow, was auch erklärt, weshalb Mobile noch kaum in Marketingkonzepten vorkommt. Hendrik van Dyck, Head of Online bei der Mediaxis-MPG, analysiert das so: «Wir müssen im Mobile-Bereich dafür bezahlen, dass wir im Online-Bereich es immer noch nicht geschafft haben, Vertrauen zu erzeugen.» So stammt denn auch bei Mobile-Werbung der weitaus grösste Teil der verfügbaren Werbeplätze aus dem Ausland, wie Remo Prinz von Serranetga bestätigt. Für ihn ist klar, dass auch diese Form digitaler Werbung sich künftig in Richtung RTB entwickeln wird. Vorderhand liegt die Vermutung nahe, dass viele Unternehmen nun erst verstärkt auf Online- Werbung setzen und zuerst die stationären Elemente vollständig in den Griff bekommen wollen, bevor sie für den Schritt zu Mobile bereit sind.

In Ausbildung und Nachwuchs investieren

Damit ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren angesprochen, nach denen in der Umfrage ebenfalls gefragt wurde: Es braucht in der Branche Aufklärungsarbeit mit einer offenen Kommunikation und vertrauensbildenden Massnahmen für die Digital- Werbung. Dazu gehört, in Forschung zu investieren und Fallbeispiele aufzuarbeiten, um den Werbeauftraggebern zu zeigen, dass etwa auch Branding in digitalen Medien seinen Platz hat. Zudem ist man sich allseits einig, dass dringend in Ausbildung und Nachwuchs investiert werden muss. Denn die steigende Komplexität der Online-Werbung stellt immer grössere Anforderungen an die Marktteilnehmer und deren Mitarbeiter. Dies führt zu einer hohen Nachfrage an spezialisierten Arbeitskräften, die im Schweizer Markt nur sehr schwer zu finden sind. Remo Prinz von Serranetga bringt die Situation auf den Punkt: «Es gibt einen klaren ‹run of talents›. Nur wer die ‹fittesten› Leute für den digitalisierten Werbemarkt rekrutiert, spielt in Zukunft vorne mit.» Durch die Digitalisierung werde der Werbemarkt mehr und mehr vom technologischen Fortschritt bestimmt, so dass der heutige Kommunikationsplaner bald vom Kommunikations-Ingenieur abgelöst werde. Hans-Georg Bardohl von der OmnicomMediaGroup hat dazu eine konkrete Forderung: «Die Bemühungen seitens der einen oder anderen Verbände sind sicherlich sehr begrüssenswert, sollten jedoch auch verstärkt an den grossen Marketing-Akademien und sogar Universitäten umgesetzt und massiv vertieft werden.»
 
Christoph J. Walther


 

Zögerliche Drucker

Eine der markantesten Einwicklungen im Digital-Werbemarkt in der Schweiz ist die Lancierung des Premium Publishers Network, PPN, im März 2012. Die NZZ-Mediengruppe, Ringier und Tamedia wollen damit ihre Werbeplätze in einem gemeinsamen Performance- und Targeting-Netzwerk vermarkten und so ein Gegengewicht zu den globalen Werbenetzwerken, vorab gegen Google, aufbauen. Die Geschäfte seien «hervorragend angelaufen», gab PPN-Geschäftsleitungsmitglied Marco Billeter gegenüber der Werbewoche zu Protokoll. Bereits ist der Partnerkreis erweitert worden, indem die Titel von Axel Springer Schweiz ebenfalls Zugang zu PPN haben. Und mit den AZ Medien sei man auch im Gespräch und strebe eine Lösung bis Anfang kommenden Jahres an. Zudem gebe es zahlreiche weitere Anfragen von Sites, die gern über PPN verkaufen möchten. Derzeit vermarkten 48 Sites ihr Inventar im PPN, darunter Blick. ch, 20Minuten.ch, Lematin.ch, NZZ.ch, Homegate.ch oder auch Beobachter.ch. Gemäss NET-Metrix Profile erreicht PPN monatlich 4,27 Millionen Unique User in der Schweiz, was einer nationalen, beglaubigten Netto-Reichweite von 80,6 Prozent entspricht. Im August analysierte PPN rund 1,2 Milliarden unterschiedliche Seitenaufrufe (Page Impressions) und lieferte über 350 Millionen Banner aus. Rund 70 Prozent der Umsätze kommen heute via Media-Agenturen, schätzt Billeter. Der Rest wird direkt verkauft, wobei Buchungen in beiden Fällen manuell über ein Online-Tool erfolgen. Angesprochen auf RTB im Speziellen und den Anschluss an automatisierte Handelsplattformen im Allgemeinen, gibt sich Billeter zurückhaltend: «Wir möchten uns aktuell auf die bestehende Produktpalette und den damit verbundenen Direktverkauf konzentrieren.» Man beobachte die Markttrends sehr genau und tausche sich regelmässig mit ausländischen Medienhäusern und Werbenetzwerken aus, die unterschiedliche Erfahrungen mit RTB gemacht haben. Und bei Bedarf wäre man technologisch «sehr schnell in der Lage», das Inventar über ein automatisiertes Bidding anzubieten. Doch Billeter macht kein Geheimnis daraus, von solchen Methoden am liebsten noch möglichst lange Abstand nehmen zu können. So erhalten all die Betreiber automatisierter Handelsplattformen einen Abschlag, die das PPN-Restinventar über ihre Netzwerke weiterverkaufen möchten. Billeter räumt ein, damit Geld liegen zu lassen, schätzt es aber wichtiger ein, PPN so nicht in die Nähe von qualitativ minderwertigem Billig-Traffic zu bringen. Und er weiss sich mit dieser Haltung in Übereinstimmung mit seinen Kunden, die es schätzen, in einem qualitativ guten Umfeld auftreten zu können, ohne dazu grundlegend neue Abläufe aufbauen zu müssen. An oberster Stelle der Entwicklungs-Roadmap stehe die Umsetzung von Targeting-Display auf mobilen Endgeräten, wozu in den nächsten Wochen «auf Grund grosser Nachfrage» ein Mobile- Angebot lanciert werden soll.

Nur Tamedia setzt voll auf PPN

In der Digital-Werbung-Trendumfrage der Werbewoche fallen die Einschätzungen zu PPN durchzogen aus. Verschiedentlich werden die protektionistischen oder monopolistischen Aspekte des Projekts kritisiert. Konkrete Erfahrungen scheinen noch nicht weit verbreitet zu sein oder werden nicht mitgeteilt resp. fallen (in einem Fall) negativ aus. Hendrik van Dyck, Head of Online bei der Mediaxis-MPG, sagt es so: «Es stellt sich die Frage, ob das Angebot nicht mehr auf den Wünschen der Verlage basiert und weniger auf den Bedürfnissen des Marktes.» Und Andreas Nigg von Adwebster, dem nach eigenen Angaben grössten Schweizer Display Ad Network, kommt zum Schluss: «Die Markt- Resonanz bezüglich PPN ist nicht wirklich positiv.» Er führt an, seine Partner (NZZ, Blick, Pro Sieben, Sat 1, GMX, Scout24, Axel Springer etc.) setzten weiterhin diverse Tools innerhalb eines Yield-Management- Prozesses ein, was zu namhaften Mehreinnahmen führe. Derweil setze lediglich Tamedia (als Treiberin hinter PPN) dieses Tool ausschliesslich ein und verzichte damit auf Mehreinnahmen.

Andere machen vorwärts

Einen anderen Weg als PPN geht die Stailamedia AG, die sich als grösster unabhängiger Online-Vermarkter der Schweiz bezeichnet. Managing Director Michael Baum betont: «Für uns gibt es keinen Zweifel, dass dem automatisierten Mediaeinkauf die Zukunft gehört. » So hat das Unternehmen kürzlich bekannt gegeben, mit App Nexus, dem Weltmarktführer im Bereich der Echtzeit-Werbetechnologie, zu kooperieren. Und vor wenigen Tagen hat auch Publicitas ihre Strategie rund um einen automatisierten Werbeinventar- Marktplatz konkretisiert. Eine entsprechende Initiative hatte sie bereits im Juni dieses Jahres angekündigt. Nun hat die Publigroupe, die Muttergesellschaft von Publicitas, den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an der holländischen Firma Improve Digital bekannt gegeben. Diese verfügt gemäss einer Pressemitteilung über eine «mehrfach ausgezeichnete Sell-Side-Plattform-(SSP-)Technologie» und ist ein «führender europäischer Anbieter in diesem Gebiet». «Zusammen mit unseren Partnern werden wir eine führende Rolle bei der Schaffung eines neuen Marktplatzes einnehmen, auf dem Premium-Werbeinventar gehandelt wird», heisst es in der Publigroupe- Mitteilung weiter. Einen solchen Marktplatz für Premium- Medienanbieter will die Publicitas noch in diesem Jahr lancieren.

 


Braucht es ein Swiss-RTB?

cjw. Die RTB-Welle wird nicht aufzuhalten sein. Offen ist einzig, welche Teile des Marktes bis wann so abgewickelt werden. Die entscheidende Frage ist somit, wie solche Praktiken im Schweizer Markt breit eingeführt werden. Ob einfach ausländische Unternehmen mitsamt deren Modellen sich breit machen können oder ob es eine «Swiss-RTB»-Spielart geben wird, die auf hiesige Gegebenheiten Bezug nimmt. Vorab wird es darum gehen, das Verständnis für solche modernen Abläufe zu fördern. Denn die Publisher in der Schweiz sind vor allem deshalb sehr zurückhaltend mit dem Thema, weil sie nicht genau wissen, wie damit umzugehen. Und das ist verständlich. Die mit RTB verbundenen Techniken sind neu, sehr komplex und erfordern Fachwissen, das typischerweise im Werbegeschäft nicht vorhanden ist, etwa betreffend Informatik oder Mathematik. Kommt dazu, dass die RTB-Techniken in der Praxis gewachsen sind und weiter wachsen, wobei Pleiten und Pannen unvermeidlich sind. Diese werden von Gegenspielern genüsslich ausgeschlachtet, wobei es meistens um die automatisierte Platzierung von Werbebotschaften in ungünstigen Umgebungen oder um Doppelbuchungen über verschiedene Handelskanäle geht. Solcherlei kann weitgehend vermieden werden, wenn die Möglichkeiten der RTB-Standards (wie sie etwa im OpenRTB-Standard des Interactive Advertising Bureau, IAB, beschrieben sind) voll ausgeschöpft und allenfalls um lokale Aspekte ergänzt werden. Hier sind vorab die Unternehmen, die zuvorderst auf der RTB-Welle reiten wollen, aufgerufen, nicht nur Marktkommunikation zu betreiben, sondern darüber hinaus den Wissensstand in der Branche und so das Vertrauen in die neuen Techniken zu fördern. Damit die RTB-Technik entsprechend schweizerischem Qualitätsdenken funktioniert, braucht es vor allem bei den Publishern Investitionen in neue Technik und Abläufe (etwa damit Metadaten zu Inhalten vollständig und korrekt vorhanden sind). Denn richtig und sinnvoll eingesetzt, kann RTB für Publisher eine gute Chance sein, neue Kundensegmente (nicht zuletzt im Ausland oder bei Mobile) zu erschliessen und damit den Umsatz zu steigern.

 


TEILNEHMER

Die Digital-Werbung-Trendumfrage der Werbewoche basiert auf den Einschätzungen dieser Branchenexponenten (in alphabetischer Reihenfolge):

Hans-Georg BARDOHL, Omnicom
Media Group Schweiz AG
Michael BAUM, Stailamedia AG
Roger BAUR, NetProfit GmbH
Alexander HORROLT, Goldbach Audience
Andreas JORGELLA, The House Agency AG
Dominik LÄMMLER, Adextra AG
Andreas NIGG, Adwebster AG
Remo PRINZ, Serranetga AG
Christoph SCHNEIDER, Axel Springer Schweiz AG
Philipp SEMMLER, Mediaschneider AG
Stephan SUTER, Adkey GmbH
Lukas STUBER, Yourposition GmbH
Hendrik VAN DYCK, Mediaxis-MPG AG
Ueli WEBER, Publimedia AG und IAB (Schweiz)

Werberecht: Rauschen im Alpenland

Geistiges Eigentum gegenüber Dritten erfolgreich zu verteidigen, ist nicht immer so einfach, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Von Ueli Grüter

Das Plagiat hat scheinbar Hochkonjunktur. Die neue iPad-Uhr erinnert stark an die Schweizer Bahnhofsuhr, und vom Modelabel «Alprausch» gibt es nun offenbar auch Süsses. Während die Sache mit der iPad-Uhr gegessen ist, werden beim Modelabel «Alprausch» erst die Messer gewetzt. Man will nicht dulden, dass ein Süsswarenhersteller seine neusten Kreationen ungefragt mit Namen und Look des Modelabels ziert. Während der Tages-Anzeiger den Süsswarenhersteller des geistigen Diebstahls bezichtigt, meint dieser, er sei kein Kopist, sondern kreativ. Er hätte sich vom Alpen-Ethno-Stil «inspirieren» lassen. Der Tages-Anzeiger mutmasst denn auch, das Modelabel habe wohl Mühe, seine Rechte gegen den Süsswarenhersteller durchzusetzen. Ist das so?

Das Modelabel führt die Bezeichnung «Alprausch » nicht in seinem Namen. Einer seiner Shops wird aber durch eine «Alprausch»-Gesellschaft betrieben. Da der Süsswarenhersteller seine Homepage unter dem Namen «Alprausch» führt, könnte die «Alprausch»-Gesellschaft einwenden, dies führe zu firmenrechtlichen Verwechslungen. Das Modelabel «Alprausch» besitzt verschiedene «Alprausch»-Marken für diverse Waren und Dienstleistungen. Gegenüber dem Tages-Anzeiger bemerkt der Geschäftsführer des Modelabels, dieses habe den Namen «Alprausch» «bis nach Hinterindien» für diverse Produkte schützen lassen, jedoch nicht für die von der Konkurrenz nun hergestellten Süsswaren. Nur in den ersten fünf Jahren können alle mit einer Marke geschützten Waren und Dienstleistungen geltend gemacht werden. Danach geniesst die Marke nur noch für Waren und Dienstleistungen Schutz, die im Markt effektiv angeboten werden. Wie ein Blick auf die Homepage des Modelabels zeigt, verkauft dieses offensichtlich keine Süsswaren. Somit dürfte im konkreten Fall der Markenschutz nicht greifen.

Darüber hinaus kommt wohl der Bezeichnung «Alprausch» auch kein urheberrechtlicher Schutz zu. Wenn es sich beim Begriff «Alprausch» um eine originelle Wortschöpfung handeln würde, könnte das Wort an sich urheberrechtlich geschützt sein. Alp ist aber ein Synonym für Alm, und Almrausch ist gemäss Duden eine Alpenrose.

Der Tages-Anzeiger behauptet in seiner Berichterstattung, der Süsswarenhersteller habe vom Modelabel «das Design und den grafischen Auftritt in einem Ausmass abgekupfert, das weit über das Übliche hinausgeht ». Wenn dem so wäre, könnte das Modelabel basierend auf Urheberrecht und/oder Lauterkeitsrecht gegen den Süsswarenhersteller vorgehen. Dabei führt der Tages-Anzeiger vorab den Schriftzug «Alprausch » ins Feld, der dem «Original fast aufs Haar» gleiche. Ein Vergleich der Homepages der Kontrahenten zeigt aber, dass das Modelabel keinen besonderen und damit auch keinen besonders originellen Schriftzug gewählt hat. Es setzt der Bezeichnung «Alprausch» einfach noch ein Kreuz voran, das jedoch nicht besonders kennzeichnend ist. Damit spielt es auch keine Rolle, dass der Süsswarenhersteller in seinem «Alprausch»-Logo auch ein Schweizerkreuz verwendet. Die Produkt- und Werbedesigns von Modellabel und Süsswarenhersteller basieren auf den Elementen Holz, Fels und teilweise dem typischen Karo-Muster von Tischtüchern. Diese kommen, wie auch der Tages- Anzeiger bemerkt, häufig in Hotels, Restaurants und Shops von Tourismusorten in den Alpen vor und sind damit nicht besonders individualisierend. Der Fall zeigt: Wenn geistiges Eigentum gegenüber Dritten erfolgreich verteidigt werden soll, braucht es auch aus rechtlicher Sicht: 1. Originalität, 2. Originalität und 3. Originalität. Nur Rauschen im Alpenland reicht nicht.

Ueli Grüter, LL.M., Rechtsanwalt, Grüter Schneider & Partner AG, Zürich, ist Dozent für Kommunikationsrecht und Co-Herausgeber des Buches Kommunikationsrecht.ch. Er nimmt einmal im Monat in der Werbewoche zu aktuellen rechtlichen Fragen in der Werbung Stellung. Fragen an den Werbewoche-Rechtsexperten unter [email protected].
 

André Béchir beendet sein Mandatsverhältnis mit Good News

André Béchir, Gründer, langjähriger Geschäftsführer und heutiger Senior Advisor des Konzert- und Eventveranstalters Good News, wird sein Tätigkeitsfeld verändern. Er fokussiert neu auf Moon & Stars und beendet sein Mandatsverhältnis mit Good News.

André Béchir hatte die Good News Productions 1972 übernommen und im Jahr 2000 weiterverkauft. Good News gehört heute zu 52 Prozent der Deutschen Entertainment DEAG und zu 48 Prozent dem Medienhaus Ringier. Die Firma führt rund 100 Anlässe mit insgesamt rund 700'000 Besuchern durch pro Jahr und beschäftigt heute 32 Mitarbeitende. Geschäftsführer ist seit Frühjahr 2012 Gérard Jenni (Werbewoche.ch berichtete).

André Béchir wird seinen zum Ende des Jahres auslaufenden Mandatsvertrag als Senior Advisor mit der Good News Productions nicht verlängern. Bereits früher hatte er seinen Rücktritt aus dem operativen Geschäft angekündigt und möchte diesen Schritt nun vollziehen, so das Unternehmen in einer Mitteilung vom Donnerstag. Béchir werde die durch ihn gebuchten Veranstaltungen auch 2013 noch abwickeln und sich daneben eigenen Projekten widmen. Er bleibt auch weiterhin verantwortlich für die Durchführung des Open Airs Moon and Stars (5. bis 14. Juli 2013 auf der Piazza Grande in Locarno), das Good News veranstaltet.

Good News verliert die Exklusivität im Hallenstadion
 
Gemäss Ticketino wird der Exklusiv Vertrag von Good News (Ringier/DEAG Beteiligungsgesellschaft) als alleiniger Veranstalter für Rock und Pop im Hallenstadion per Ende 2013 aufgelöst. Das bedeutet auch Drittveranstalter können sich ab 2014 einen Slot im Hallenstadion reservieren und ein Konzert veranstalten. Dies würde bedeuten, dass nicht mehr 50 Prozent des Tickets über den Ticketvermarkter Ticketcorner (50 Prozent Ringier Beteiligungsgesellschaft) abgewickelt werden muss. Noch vor einigen Wochen hat das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde der drei Ticketcorner-Mitbewerber Ticketino, Starticket, Ticketportal gegen die Verfügung der Weko abgewiesen.

Showbiz: Keine Krise in Sicht

Am 1. November startet «Ich war noch niemals in New York» in Zürich im Theater 11. In Hamburg, Wien und Tokio haben sich bis jetzt über 2,5 Millionen Menschen von diesem Musical mit 20 Songs von Udo Jürgens begeistern lassen. Sein Manager Freddy Burger analysiert diesen Erfolg – und macht sich auch Gedanken über die Zukunft seines Unternehmens FBM Management, welches pro Jahr 120 Millionen Umsatz generiert.

WW: «Ich war noch niemals in New York» bricht als Musical sämtliche Rekorde. Was steckt hinter diesem Erfolg? Freddy Burger: Wir haben in unserer Firmengeschichte noch nie ein Musical so lange und so professionell vorbereitet. Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus, die sich in der Breite des Marketings einsetzen lassen. Inserate und Plakate reichen ja schon lange nicht mehr. Wir brauchen auch Cross-Marketing in Kanälen, wo wir an Leute herankommen, die wir auf klassischen Wegen nicht mehr in einer solchen Intensität erreichen können.
  
Wie zeigt sich ein solcher Einsatz im Vorverkauf?
Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir können damit rechnen, dass wir bei der Premiere in Zürich mit 50 000 verkauften Tickets starten. Wenn wir das erreichen, dann ist das aussergewöhnlich. Wir spielen vorerst bis zum 10. Februar. Wenn wir gestartet sind und sehen, wie sich der Verkauf weiterentwickelt, muss ich irgendwann die Option ziehen und verlängern. So konnten wir das in den Jahren 2006/2007 auch mit «We Will Rock You» machen.
  
Was steht im Drehbuch für die Kommunikation?
Die Strategie lautet: Wir haben ein gutes Produkt und eine gute Location. Das wollen wir mit einem guten Kommunikationsmix sowie guten und soliden Partnerschaften bekannt machen. Es ist das erste Mal, dass wir so lange planen konnten. Deshalb sind wir schon früh mit allen Sponsoren und Partnern zusammen an einen Tisch gesessen und haben analysiert: Wer kann was wo kommunizieren?
  
Was haben Sie für Partner?
Wir haben Ringier als Medienpartner und Coop als Hauptsponsor. Coop ist bei uns seit bald 20 Jahren in fast allen grossen und long running Produktionen als Partner dabei. «Ich war noch niemals in New York» ist nun auch für Coop ein Schwerpunktprojekt. Es werden zum Beispiel in allen Coop-City-Filialen in der deutschsprachigen Schweiz Schaufenster- Dekorationen auf das Musical aufmerksam machen. Ein anderer Partner ist Kuoni. Das Reisebüro bietet im Umfeld, wo es auch seine Kunden akquiriert, Reisen nach New York an. Diese sind mit dem Thema unseres Musicals verbunden. Auch Hapag- Lloyd-Kreuzfahrten macht ein Mailing mit einem Angebot an all ihre Kunden.
 
Das bedeutet eine sehr breite Abdeckung des Zielpublikums.
Die Breite und Tiefe haben wir durch unseren Partner Raiffeisenbank, über den wir 1,5 Millionen Kunden erreichen. Bei Coop sind es alleine über die Coop-Zeitung sogar noch mehr. In dieser auflagenstärksten Zeitung in unserem Land sind wir auf der Titelseite präsent und lancieren eine Aktion, bei der es für Coop-Kunden 30 Prozent Ermässigung auf ausgewählte Vorstellungen gibt.
  
Was bietet Ringier als Medienpartner?
Wir konnten bereits eine Sonderbeilage mit 32 Seiten dem SonntagsBlick beilegen. In dieser Art hat es das im Hause Ringier noch nie gegeben. Andere wirkungsvolle Beiträge sind auch bei Radio Zürisee als Medienpartner vorgesehen.  
 
Spezielle Aktionen?
Jeder Besucher erhält einen Boarding Pass, in welchem unsere Partner die Möglichkeit hatten, ein spezielles Angebot zu platzieren. Integriert ist auch ein Wettbewerb mit Preisen im Wert von 22 000 Franken, als Hauptpreis eine Kreuzfahrt, welche von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gesponsert wird. In den Coop-Supermärkten werden 20 Millionen Kaffeerahmportionen mit den Szenensujets von «Ich war noch niemals in New York» verkauft. In unseren eigenen Gastronomiebetrieben verteilen wir bedruckte Zuckerbeutel. In Zürich gibt es ein voll bemaltes Tram, welches sowohl aussen als auch innen das Thema verkörpert. Die Lastwagen von Cardinal- Bier sind mit dem Plakat bestückt. Auch arbeiten wir mit einem Carunternehmen zusammen, welches einen ganzen Car beklebt hat.
 
Sind all diese Werbemittel bei Ihrer FBM Communications realisiert worden?
Das Logo und die Vorlagen für das Design sind bei der Lancierung des Musicals in Hamburg von einer Agentur in Deutschland kreiert worden. Wir haben bei FBM Communications jetzt alle Formate adaptiert und mit unseren Erfahrungen für Zürich optimiert. Von uns kommt auch die gesamte Marketing- Strategie sowie das Konzept für das Cross-Marketing mit den Sponsoren. Alle sind in der Partnerschaft integriert und das ist heute die hohe Schule, dass dieser Mehrwert für alle Beteiligten zum Spielen kommt.
 
2,5 Millionen Besucher hat das Musical «Ich war noch niemals in New York» in Deutschland und Österreich schon erreicht. Wann haben Sie realisiert, dass aus diesem Projekt etwas mehr werden könnte?
Als Manager von Udo Jürgens habe ich schon viele Angebote bekommen von grossen Produzenten, die ein Musical realisieren wollten. Das Theater an der Wien, ein grosser Player dieser Sparte, hat uns ein Angebot unterbreitet. Dort hat aber die Vorstellung, was man mit Udos Musik machen könnte, für uns nicht gestimmt. In diesem Garten hier an der Carmenstrasse in Zürich, wo wir jetzt unser Interview führen, hat uns dann Stage Entertainment aus Deutschland einen konkreten und seriösen Vorschlag unterbreitet. Das muss vor rund zehn Jahren gewesen sein. Die Idee hat Udo und mir gefallen. Bis zur Umsetzung auf der Bühne hatten wir aber noch einen weiten Weg zu gehen. Erst etwa vier Jahre später waren wir alle mit dem Ergebnis rundum zufrieden und wir haben in der Folge die Musikrechte eingebracht.  

Was waren Ihre konkreten Erwartungen an ein solches Musical?
Ich war immer schon fasziniert von «Mamma Mia». Meiner Meinung nach ist es das wahrscheinlich perfekteste Musical, das eine eigenständige Story mit der Musik von Abba ineinanderfliessen lässt. Die Geschichte muss mit den Songtexten eine Einheit ergeben. Das war auch meine Idee. Man kann nicht ein Musical machen, für das Udos Hits irgendwelchen Tänzen unterlegt werden. Damit gewinnt man nicht. Die Geschichte von «Ich war noch niemals in New York» – davon war ich überzeugt – ist eine Geschichte, die über drei Generationen gehen muss. Das hat mich fasziniert. Dazu ist sie aus dem heutigen Leben gegriffen und passt damit perfekt in unsere Zeit.
 
Können Sie die Geschichte mit Ihren Worten zusammenfassen?
Das Musical erzählt von Sehnsüchten, Träumen und der Suche nach einem erfüllten Leben. Wir haben das alte Ehepaar, das in einem Altersheim lebt. Dort wollen die Leute heute am liebsten nicht hin gehen, weil sie so altern möchten, dass sie auch dort sterben können, wo sie ihr bisheriges Leben verbracht haben. Das gelingt wenigen. Die Geschichte fängt dort an mit zwei alten Menschen, die sich im Altersheim kennen lernen und verlieben und aus dem Altersheim ausbüxen. Sie wollen noch einmal einen Traum verwirklichen, irgendwann unter der Freiheitsstatue in New York sich gegenseitig sogar das Jawort geben. Für die Reise dorthin besteigen sie heimlich ein Kreuzfahrtschiff.
 
Und die junge Generation?
Die wird verkörpert von einer erfolgreichen Fernsehmoderatorin. Sie ist ausgelastet durch Beruf und Karrierepläne und vernachlässigt dadurch ihre Mutter. Ihren Gegenpart spielt ein freiheitsliebender Wildtierfotograf. Gemeinsam nehmen sie die Verfolgung des aus dem Altersheim verschwundenen Paares auf – denn es sind ihre eigenen Eltern, die abgehauen sind. Eine wichtige Rolle spielt auch ein halbwüchsiger Bub, der Sohn des Fotografen. Er interpretiert auf der Bühne den Hit «Mit 66 Jahren …», aber interessanterweise nicht in der gewohnten Fassung von Udo, sondern als coolen Rap.

 Ist Inhalt ein ebenso wichtiger Faktor wie die Musik, gerade wenn Udo nicht selber auf der Bühne steht?
Das ist der wichtigste Faktor. Als die Geschichte stand, haben wir geschaut, welche Hits in die Story passen könnten. Wir haben einen Fundus von über 900 Songs, die Udo Jürgens komponiert hat und die bei uns im Verlag sind. Mit 20 davon haben wir einen roten Faden spannen können, ohne dass wir am Text ein einziges Wort ändern mussten. Es sind sowohl die Original-Musik wie die Original-Texte, die in die Geschichte integriert sind.
 
Udos Musik ist bei einem Millionenpublikum bekannt. Reicht das bereits für die Promotion von einem Musical oder müssen da noch zusätzliche Marketing-Aktivitäten zum Spielen kommen?
Es gibt viele Stars, die mehr Platten verkauft haben als Udo Jürgens und es nicht geschafft haben, dass man ein Musical aus ihrem Werk machte. Bonny M haben ja weltweit unendlich viele Platten verkauft. Ihr Produzent Frank Farian hat ebenfalls versucht, ein Musical zu lancieren. Es hat in London Premiere gefeiert, aber es wurde zum Flop. Die Musik allein reicht nicht. Man muss auch einen Inhalt haben.
 
Und der Bezug zu Udo?
Die Leute hatten immer das Gefühl, er trete dort auf. Aber das ist ja unmöglich. Zudem wäre das völlig falsch. Das Interessante an unserem Musical ist, dass hier das Publikum von Udo Jürgens in den Mittelpunkt gerückt wird. Eine Frau, die im Altersheim ist, singt Udos Songs. Die Worte von Udo drücken die Sehnsucht zu ihrem Mann aus. Genauso die beiden anderen Generationen, die ihre Erlebnisse, Wünsche und Träume in Udos Lieder verpacken. Das Publikum wird gespiegelt. Die Story hat mit dem Leben von Udo Jürgens rein gar nichts zu tun, ausser dass er die Songs komponiert und getextet hat.
 
Wie erklären Sie sich das Geheimnis dieses Erfolgs?
Ich habe «Ich war noch niemals in New York» sicher schon zehnmal gesehen und wo immer ich war, hat es jeden Abend eine Standing Ovation gegeben. Man geht beschwingt nach Hause. Gerade in der Zeit, in der wir uns heute befinden, in der von morgens bis abends nur Negativnachrichten auf uns einprasseln, ist das wie eine Befreiung. Man geht in das Musical, taucht in eine andere Welt ein und geht mit den schönen Songs von Udo und den schönen Bildern der Inszenierung im Kopf wieder glücklich nach Hause.
 
Wie wichtig ist bei der Lancierung die Wahl der geeigneten Stadt?
In Zürich hätte ich nie den Mut gehabt, eine Weltpremiere zu machen. Dazu ist unser Land viel zu klein. Wir haben im Raum Zürich ein Einzugsgebiet von etwas über 1,2 Millionen Menschen. In Hamburg und seinem Einzugsgebiet reden wir von 6 Millionen. Hamburg ist weltweit auf Rang 3 der Musical- Städte und die Stadt, die am meisten Musicals präsentiert im europäischen Raum. Wien ist ebenfalls eine etablierte Musical-Stadt, in die vor allem viele Touristen reisen, um ein Musical zu besuchen. Das ist in Zürich nicht der Fall. In Hamburg konnten wir in den ersten 18 Monaten eine Auslastung von über 95 Prozent verzeichnen. In Wien ist «New York» zwei Jahre mit 99 Prozent gelaufen. Wir konnten mit «New York» mehr Erfolg verbuchen als «Cats», das als erstes Musical überhaupt von England nach Wien gekommen ist und sich dort zu einer riesigen Story gemausert hat. Inzwischen wurde «Ich war noch niemals in New York» sogar in Tokio aufgeführt, übersetzt ins Japanische und sechs Wochen ausverkauft, jeden Abend.
 
Welche Rolle spielte Zürich in der Planung?
Als wir nach Wien gegangen sind, hatten wir bereits ganz klar schon in der Planung, dass nach dem Abspielen in Wien Zürich folgen wird. Das war der Deal. Das Bühnenbild in Wien ist deshalb bereits so gebaut worden, dass es im Theater 11 problemlos übernommen werden kann. Das ist auch für ein Budget sehr entscheidend.
 
In Hollywood werden 40 Prozent einer Filmproduktion in das Marketing investiert. Wie ist das bei einem Musical? Als wir «New York» in Deutschland lanciert haben, musste für die Vermarktung ganz Deutschland abgedeckt werden. Die Produktion hat inklusive Marketing beim Start in Hamburg nahezu 20 Millionen Franken gekostet. Viel Geld. Das hätten wir in der Schweiz nie stemmen können.

New York mit dem Broadway ist auch ein Mekka für Musicals. Ist es auch möglich, dass «Ich war noch niemals …» selber nach New York geht?
Das kann eine logische Folge sein. Wenn diese Überlegung da ist, dann wird aber der Produzent Stage Entertainment entscheiden. Sie haben die Buchrechte und Musikrechte. Derzeit konkret im Raum steht das Angebot, einen Kino-Film zu realisieren. Wenn alles rund läuft, könnte die Premiere zum 80. Geburtstag von Udo gefeiert werden.

Alle reden von Krise. Aber Sie laden zur Show. Wie funktioniert das?
Das ist das Interessante in dieser Branche. Im Moment erleben wir eine Krisen-Situation und niemand weiss, wohin der Weg führen soll. Die Leute spüren eine Verunsicherung wie noch nie. Wir hingegen sind mit unserer Gruppe als Investor aktiv wie noch nie. Wir kommen ja parallel im Dezember mit «We Will Rock You» nach Basel. Wir produzieren im Dezember mit «Viva Verdi» eine Welturaufführung im Hallenstadion und starten am 1. November mit «New York» im Theater 11. Das bedeutet ein Investitionsvolumen aus unserem Haus von über 20 Millionen. Ich bin in meiner ganzen Karriere von nahezu 50 Jahren noch nie so viele Risiken eingegangen.

 Was hat Sie bewogen, so viel Risiko einzugehen?
Was mich bewogen hat, sind die Zahlen. Wir durften im Bereich Entertainment 2011 unser bisher bestes Geschäftsjahr erleben, seit wir in diesem Business tätig sind. Und ich habe realisiert: Die Leute suchen Ablenkung. Immer wenn eine Krise herrscht, muss man antizyklisch agieren, dachte ich. Ich hoffe, ich habe recht und das Risiko rechnet sich.

Sie haben schon früh damit angefangen, den Gewinn aus dem Showbiz in die Gastronomie zu investieren. Ein logischer Schritt?
Alles ist anders entstanden. Ich habe nicht den Gewinn von hier nach dort investiert, sondern probiert, aus allen Bereichen heraus Gewinn generieren zu können. Heute ist die Freddy-Burger-Management- Gruppe in drei Geschäftsbereiche unterteilt: FBM Entertainment, FBM Communications, FBM Gastronomie. Insgesamt sind unter dem Dach von Freddy Burger Management über 30 Firmen mit 350 Mitarbeitenden gebündelt. Das ist immer wieder grösser geworden. Früher habe ich auch einmal neun Jahre lang für Puma Schweiz die Generalvertretung geführt.

Wie ist es dazu gekommen?
Man hat mich angefragt. Ich habe immer Angebote bekommen von Leuten, die auf mich zugekommen sind.

FBM ist auch in Deutschland aktiv: Was läuft im Adagio und im Theater?
Wir betreiben nur noch das Adagio in Berlin. Aus der Schweiz heraus kann man das fast nicht organisieren. Man braucht wieder Partner, die vor Ort das erfüllen können, was wir in der Schweiz machen. Im Bereich Theater stand ich in Diskussion, mich an zwei Bühnen zu beteiligen. Ich habe dann aber entschieden, dass es besser ist, wir konzentrieren uns auf unsere Sachen. Wir haben in der Schweiz zwei Theater, das Musical Theater Basel und das Theater 11 in Zürich. Dazu machen wir seit zwei Jahren auch das Management der St.-Jakobs-Halle in Basel.

Wie läuft B&B Endemol?
Sehr gut. Wir sind in der Schweiz die grösste private Fernsehproduktionsgesellschaft. Dazu muss man sagen: In diesem Land gibt es nur einen Grosskunden. Das ist SRF. In dieser Konstellation muss man immer wieder den Weg finden. Ringier TV hat sich zurückgezogen und die Abteilung aufgelöst. Wir haben eine sehr gute Basis. Wir wissen, dass wir im Internet-TV aktiv sein müssen. Für die Migros haben wir fast zwei Jahre lang die tägliche Sendung «m-cooking» produziert. Das ist Ende 2009 eingestellt worden. Aber diesen Web-Bereich wollen wir weiter ausbauen. Gleichzeitig machen wir weiterhin die von Endemol kreierten Quiz-Shows im SRF.

Wie sind in Ihrer Gruppe die Bereiche Gastronomie und Entertainment gewichtet?
Umsatzmässig liegen wir ähnlich. In der Gastronomie, zu der auch Nightlife gehört sowie bis vor zwei Jahren auch das Hotel Flora in Luzern, generieren wir etwa gleichviel Umsatz wie in der Unterhaltung. Wir machen gesamthaft in der Gruppe 120 Millionen pro Jahr. Im Entertainment-Bereich und in der Gastronomie, die ja ein Dienstleistungsbereich ist, gilt das als ein überdurchschnittlich hoher Umsatz.

Können Sie das noch selber kontrollieren?
Nein. Es ist eine Struktur da. Ich habe in jedem Bereich einen verantwortlichen CEO sowie einen Finanzchef, die ihre Aufgaben absolut vertrauensvoll und äusserst engagiert und motiviert erfüllen. Wir haben ergänzend unsere eigene Treuhandabteilung, wo wir auch Anwälte beschäftigen für Vertragssituationen. Ich bin sicher noch der Stratege und in gewissen Bereichen weiterhin im operativen Geschäft tätig, aber ich will mich logischerweise ein bisschen zurückziehen.

Zurück zum Musical: Wie oft waren Sie schon in New York?
Ich bin das erste Mal mit 20 in New York gewesen, vor 46 Jahren. Ich war sehr beeindruckt von dieser Stadt. Fast erschlagen. Aber nach einer Woche hatte ich den intensiven Wunsch, wieder nach Hause in die Schweiz zu gehen, weil ich gemerkt habe: Das wäre nie die Stadt, die ich als meinen Lebensort haben möchte. Ich habe keine Bäume gesehen, nur Wolkenkratzer. Es ist eine Stadt mit einem irrsinnigen Puls und Drive. Da bin ich schon froh, lebe ich in der Schweiz. Ich bin ein schollengebundener Mensch und am glücklichsten, wenn ich in meinem eigenen Bett schlafen kann. Wir wissen gar nicht, dass wir in der Schweiz im Paradies leben. In der Schweiz bin ich beruflich auch am effizientesten.

Udo Jürgens in den USA: Wie war das genau?
Bei einem meiner Besuche in New York haben wir über einen Schallplatten-Vertrag für Udo Jürgens diskutiert. Ich habe die Verhandlungen geführt. Aber ich habe Udo gesagt: «Wenn Du in Amerika Erfolg haben willst, dann musst du einen anderen Manager nehmen! Dann brauchst Du einen, der in den USA lebt und das ganze Business dort kennt. Aber Du musst auch bereit sein, mindestens die Hälfte des Jahres in Amerika zu verbringen. Dann hast du das Risiko, dass du den Markt im deutschsprachigen Raum verlierst.» Und für Udo war ganz klar: Das will er nicht. Deshalb hat er dann den Entscheid gefällt, dass ich weiterhin sein Management machen soll und wir haben mit Bertelsmann, unserem Partner in der Schallplattenindustrie, den Vertrag unterzeichnet. Dieser hat dann mit Sony fusioniert – und das ist auch wieder eine weltweite Company.

Müssig zu fragen: Wie wäre Ihre Karriere ohne Udo verlaufen?
Das kann man nicht definieren. Bevor ich Udos Manager wurde, war ich schon selber erfolgreich, hatte mein Haus schon gebaut und konnte es zahlen. Ich befand mich also nicht in einer Abhängigkeit, was wichtig und gut war für uns beide. Die Synergien, die dann entstanden sind, haben uns beiden irrsinnig geholfen. Das ist fast eine Fügung gewesen, dass wir uns begegnet sind. Wo gibt es auf der Welt eine Partnerschaft, wie Udo und ich sie gelebt haben, in der man 37 Jahre lang miteinander einen gemeinsamen Weg gegangen ist. Und es hat Bestand. Man darf sagen, dass Udo in diesem Jahr die erfolgreichste Tournee seines Lebens feiern kann. Wir hatten 2012 im Frühling alle grossen Hallen ausverkauft und die Wiederholungskonzerte laufen ebenfalls grandios. Es ist uns noch nie so gut gegangen wie jetzt.

Sie wollen ruhiger treten, haben Sie einmal gesagt. Was ist aus dem geworden?
Mein Weg dazu ist, dass ich mir für Freitag und Montag keine Termine mehr buchen lasse und frei entscheiden kann: Will ich ins Büro gehen oder kann ich einmal wegfahren und auch mein Privatleben anders geniessen? Das ist für mich etwas ganz Zentrales. Ich habe drei Jungs. Der Älteste ist in der Gastronomie, hat selber ein Restaurant. Der Mittlere hat das Wirtschaftsstudium abgeschlossen und betreut jetzt den zweiten Teil der Tournee von Udo als Stellvertreter des Tour-Managers. Dann geht er ans Theater an der Wien und macht dort für ein Jahr ein Stage durch alle Abteilungen. Wenn alles läuft wie geplant, wird er Ende 2013 in unser Unternehmen zurückkommen und dann logischerweise auch da seine Sporen abverdienen müssen. Damit er dann, wenn es mal so weit wäre, den Betrieb übernehmen und weiter führen könnte. Der Jüngste hat sein erstes Jahr Jusstudium hinter sich und mir auch schon signalisiert, dass es ihn auch lockt, einmal ins Unternehmen zu kommen. Das lassen wir auf uns zukommen.

Also alles bestens abgesichert mit einem Trio: Jurist, Gastronom, Theatermann?
Abgesichert wohl nicht. Aber es schaut gut aus.

Interview: Andreas Panzeri

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Tangram lanciert neues Kundenmagazin für Swiss Prime Pack

Die in Widnau und Zürich beheimatete Agentur Tangram für Marke & Kommunikation hat für den Schweizer Verpackungsspezialisten Swiss Prime Pack mit «Cup&Co» ein neues Kundenmagazin realisiert. Dieses richtet sich an die internationale Kundschaft des Unternehmens.

Das Magazin wartet mit  Inhalten rund um das Thema Industrie- und Serviceverpackungen auf. Interviews mit Kunden und Spezialisten sollen die technischen Inhalte zusätzlich auflockern. Das Kundenmagazin erscheint 3 x jährlich und wird in mehreren Sprachen realisiert.

Gucci und chinesische Neondrachen

Die Strassenwerbung ist Teil der Faszination der asiatischen Metropole.

Menschen wimmeln rund um die Uhr durch die Nathan Road im Hongkonger Stadtteil Kowloon, viele sind in Eile, andere flanieren, und die meisten hängen am Handy. Über dem Meer der Köpfe tobt das Neongewitter unzähliger Lichtreklamen. Auch tagsüber wirkt die Hauptgeschäftsstrasse der asiatischen Metropole überfüllt , doch wenn die Tropennacht einbricht, schwellen die Menschenströme weiter an. Die meisten Bewohner Hongkongs leben nicht in der City, sondern pendeln aus den uniformen Satellitenstädten in den New Territories, die Tai Wo Hau, Tsuen Wan oder Tuen Mun heissen, in die Innenstadt zur Arbeit. 1898 wurden die New Territories von den Chinesen an die britische Kronkolonie Hongkong für 99 Jahre verpachtet, 1997 fiel Hong Kong – mit einem Sonderstatus – an China zurück und blüht seither wirtschaftlich mehr als je zuvor, denn der gewaltige chinesische Markt hat der Stadt unerwarteten Schub verliehen. Hongkong ist mitsamt den New Territories kaum grösser als der Kanton Thurgau, jedoch mit rund 7 Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern extrem dicht bevölkert. Die Satellitenstädte mit ihren an Staumauern gemahnenden Wohnsiedlungen wirken öde, umso bunter sind Kowloon und die andern innerstädtischen Bezirke.

Touristen und Pendler

Nach der Arbeit kaufen die Pendler in der City noch ein, dann fahren sie in überfüllten MRT-Zügen zurück in die Wohnsilos in den New Territories. Auch 42 Millionen Touristen, die Hongkong 2011 besuchten, darunter viele Tagesbesucher aus dem nahen Mainland China, beleben die City und sorgen für Umsatz. Hongkong ist eine Stadt, «die niemals schläft», verheisst das Hong Kong Tourism Board, und das ist schon fast Understatement. Die meisten kleineren Geschäfte und auch die riesigen Einkaufszentren sind sieben Tage in der Woche bis 21.30 Uhr geöffnet, doch auch ein Shopping-Bummel nachts um zwei ist hier möglich. Verpflegen kann man sich fliegend an einem der zahllosen Strassenstände oder edel zum Beispiel in einem kantonesischen Restaurant bis lange nach Mitternacht, viele Bars und Clubs sind bis zum Morgengrauen offen. Unter den gleissenden Neonreklamen mischen sich die Nachtschwärmer mit den Frühaufstehern, die den Büros zustreben oder sich in den Parks mit Tai-Chi-Gymnastik für den Arbeitstag fit machen.

Hongkong hat mit seinen Museen und dem Kulturzentrum am Victoria Harbour kulturell viel zu bieten und fasziniert mit seiner Pferderennbahn die Wettbegeisterten, doch Shopping ist neben Gaumenfreude, einzigartiger Skyline und dem westöstlichen Ambiente das stärkste Magnet der einstigen britischen Kronkolonie. Anbieter, die bei der enormen Konkurrenz auffallen wollen, müssen bis hin zum chinesischen Neondrachen optisch alles aufbieten. Der Mix aus kantonesischen Schriftzügen und westlicher Werbung bietet denn auch eine faszinierende Show in den Häuserschluchten der City. Den Vogel schiesst gegenwärtig eine Werbung für den italienischen Edelschneider Ermenegildo Zegna ab, die über eine gesamte Wolkenkratzerwand reicht und selbst vom andern Ufer des Victoria Harbour noch zu sehen ist.

Die Labels all der bekannten Marken, die auch an der Zürcher Bahnhofstrasse oder am Kursfürstendamm in Berlin präsent sind, ringen zwischen dem Geflacker chinesischer Schriften um Aufmerksamkeit. Rolex, Dior, Gucci, Omega, Maserati oder IWC begegnen einem an der Nathan Road, in den Shopping Mekkas Ocean Center oder Causeway Bay auf Schritt und Tritt.

Um einen pelzgefütterten Burberry-Mantel zu kaufen, muss man also nicht nach London jetten, man kann das edle Kleidungsstück für kalte Tage auch im subtropischen Hongkong im dezent gekühlten Shop kaufen. Doch es sind, wie man hört, vor allem die Mainland-Chinesen, welche – oft als Tagestouristen – die Marken-Shops stürmen.

Hongkong-Chinesen erwerben ihre Omega jedoch als Statussymbol lieber in Luzern oder auf dem Jungfraujoch statt in einem der distinguierten Läden an der Nathan Road. Schweizer Militärsackmesser liegen hier im Markenshop aus, als wäre man in Gstaad, Toblerone dito in der Nachbarschaft getrockneter Schlangen und Tigerpenisse. Die Stadt ist ein Schmelztiegel der Globalisierung, doch die Werbeshow über den Köpfen der Passanten hat ihr unverwechselbares, lokales Flair behalten und ist Teil der Faszination Hongkongs.

Werner Catrina

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Lesen, hören und geniessen – was zählt, ist der richtige Mix

Noch nie war die Auswahl an Kommunikationskanälen grösser als heute. Entsprechend hoch sind die Herausforderungen an die Unternehmen, den richtigen Inhalt über das richtige Medium ans richtige Zielpublikum zu spielen. Was also zählt, ist der richtige Mix. Die Integration der gewählten Kanäle zu einem konsistenten Markenerlebnis ist ebenso entscheidend wie die Dialogführung mit dem Publikum über interaktive Anwendungen.

E ines der populärsten Beispiele der Schweiz ist das Kundenmagazin Via der SBB. Mit einer Auflage von 250 000 erscheint dieses Publikumsheft zehnmal jährlich. Via gibt es auch als App. Und auf www. via.ch geniesst die Zeitschrift einen dialogstarken Auftritt: Selbstverständlich ist es möglich, Via online als E-Paper zu lesen und als pdf herunter zu laden. Und die «Wichtigsten Themen» werden auf dem Netz bereits angeteasert.
 
 
Interaktiv und dialogorientiert
 
Doch Via ist auch interaktiv. So fordert uns eine einfache Navigation auf, einen Leserbrief zu schreiben. Über eine Eingabemaske ist es zudem möglich, ein Leserfoto einzusenden. Und nur ein Click weiter steht das Leserkreuzworträtsel mit entsprechendem Gewinnspiel bereit. Nahezu spielerisch ist es möglich, mit Via bzw. den SBB in einen Dialog zu treten.
 
Via leistet Online und Offline, was ein starkes Kundenmagazin ausmacht: Es baut den Dialog zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden auf. Dialogstarke Magazine geniessen eine stärkere Leserbindung als monologische Medien. Und eine stärkere Leserbindung erhöht die Loyalität des Publikums zum Unternehmen.
 
 «Bei den SBB legen wir sehr grossen Wert auf einen lebendigen Kundendialog, nicht nur am Schalter und in den Zügen», meint Reto Kormann, Konzernsprecher der SBB. «Unser Via stellt somit einen weiteren Türöffner zum Unternehmen dar. Dies macht die SBB für das Publikum transparent und nahbar.»
 
 
Via in der Hörversion
 
Eine weitere crossmediale Verlängerung des Via stellt die Hörversion dar. Sie geht auf eine Initiative der SBS Schweizerischen Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte zurück. Die Hörversion ist schnell auffindbar und macht den Text akustisch zugänglich. «Wir setzen alles daran, Seh- und Lesebehinderten so viele Zugänge zu wichtigen Print- und Online- Medien zu ermöglichen, wie es eben geht. Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit den SBB», meint Ursula Vogt von der SBS. Tatsächlich wird bei den SBB darüber nachgedacht, in den nächsten Wochen die Hörversion als Podcast bereit zu stellen. Damit macht sich Via vier Kanäle zunutze: das gedruckte Heft, die Website, die App und der Hörtext.

Go! und Export, der crossmediale Mix der Osec

Go!, das Aussenwirtschaftsmagazin der Osec, erscheint viermal jährlich in deutscher und französischer Sprache mit einer Auflage von 19 000. Die jeweils letzten acht Ausgaben lassen sich von der Website als pdf herunterladen. Die Osec evaluiert zur Zeit, das Go! auch als E-Zine, angereichert mit Rich Media, zur Verfügung zu stellen. Flankiert wird das Go! vom Online-Magazin Export. Während das Printmagazin Go! vertiefte Hintergrundreportagen zu Schweizer Aussenwirtschaftsthemen erlaubt, beleuchtet Export in erster Linie das Dienstleistungsangebot der Osec. Es informiert die rund 8000 Abonnenten über aktuelle Entwicklungen in den Exportmärkten sowie über die kundenorientierten Veranstaltungen und Messen der Osec.
 
Alle zwei Wochen erhalten KMU, die entweder schon exportieren oder es tun wollen, ein kostenloses Update zu relevanten Themen. Die News sind leicht über einen RSS-Feed zu abonnieren. Eine Georeferenzierung der Informationen auf der Webseite steht zudem kurz vor der Umsetzung. Das heisst, jeder geograpfische Raum, in dem das Osec tätig ist, stellt jeweils asynchron aktualisiert länderspezifische Inhalte bereit. «Wir liefern stets frischen Content über unser Online-Magazin direkt in die Mailboxes unserer Mitglieder. Zudem prüfen wir den Ausbau des Go! zum Online-Magazin, mit zusätzlichen Inhalten via Film, Bildstrecken und Animationen», sagt Sibylle Zumstein, Content und Public Relations Manager.
 
 Martin Fritsche

via

 

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