«Das kann nur ein Inserat» schickt junge Kreative nach Wien

Der Verband Schweizer Medien schreibt zum elften Mal «Das kann nur ein Inserat» aus, den Wettbewerb für junge Kreative. Die Gewinner realisieren ihre Arbeit und reisen zum Nachwuchswettbewerb Best YET nach Wien.  

Die Aufgabe ist dieselbe wie bisher: Der Verband Schweizer Medien möchte die beste Werbung für Anzeigen machen. Dazu sucht er die besten Ideen junger Kreative bis Alter 28. Einsenden kann man Ideen für Einzelanzeigen und Ideen für Kampagnen – in beliebiger Zahl. Die Arbeiten werden komplett anonymisiert, so dass für die Jury weder der Name der Einsender noch deren Arbeitgeber ersichtlich ist.

Der Gewinn

Die Sieger erhalten ein Preisgeld von 2000 Franken, dazu den Auftrag für die Realisierung ihrer Arbeit. Zwei Gewinnerteams fliegen zum best YET nach Wien, einem Wettbewerb für junge Kreative aus ganz Europa, der zwischen Briefing und Präsentation genau 24 Stunden dauert. Wer dort das Rennen macht, fliegt zu den Cannes Lions.

Die Jury

Michael Conrad (Gründer und Präsident Berlin School of Creative Leadership, ehemaliger Chief Creative Officer der ganzen Leo Burnett Gruppe, Ehrenmitglied ADC Schweiz)
Rob Hartmann (AD, Wirz Werbung, Zürich, Mitglied ADC Schweiz seit 2011)
Julien Joliat (Grafiker, Gewinner «Das kann nur ein Inserat 2012», Werbeagentur inflagranti)
Roger Löhrer (Vizedirektor TCS, als Repräsentant der Auftraggeberseite)
Sandro Rüegger (Geschäftsführer Weltwoche, als Repräsentant des Verbands Schweizer Medien)
Andreas Prokesch (Jurypräsident, Werbeagentur Hubatka/Prokesch/Seiler, 16 Jahre lang Jury-Chairman des ADC Schweiz)

Die Termine

Briefing-Erläuterungen 20. November 2012 (Anmeldung bis 10. November an [email protected])
Einsendeschluss 14. Januar 2013
Jurierung 25. Januar 2013
Preisverleihung 7. Februar 2013
best YET in Wien 23./24. Mai 2013

«Das kann nur ein Inserat» wird unterstützt von Keystone (Gratis-Downloads aus dem Foto-Archiv), Art Directors Club (ADC) Schweiz, ASW Allianz Schweizer Werbeagenturen, BSW swiss leading agencies, Textverband, SW Schweizer Werbung und Swissprinters AG Zofingen. Medienpartner sind Cominmag.ch und die Werbewoche.

Weitere Informationen hier und auf Das-kann-nur-ein-inserat.ch.

Dominique Hiltbrunner tritt vom Kauf der Beteiligung am Schweizer Bauer zurück

Dominique Hiltbrunner wird die 49-Prozent-Beteiligung der Espace Media am Schweizer Bauer nicht übernehmen. Espace Media hält jedoch weiterhin an der Absicht fest, sich vom Schweizer Bauer zu trennen.

Nach dem starken Ausbau seines Medienportfolios im letzten Jahr folgt für den Basler Medienunternehmer eine Phase der Konsolidierung seiner Aktivitäten. Aus diesem Grund hat Dominique Hiltbrunner Espace Media sowie die Miteigentümerin Ökonomische und Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG) darüber informiert, dass er vom im Februar 2012 vereinbarten Kaufvertrag zurücktreten will. Die beiden Partner haben diesem Schritt zugestimmt, wie sie in einer Mitteilung vom Freitag schreiben.

Espace Media halte jedoch weiterhin an der Absicht fest, sich aus strategischen Gründen vom Schweizer Bauer zu trennen. Für die 27 Mitarbeitenden des Redaktions- und Verkaufsteams ergeben sich aus dem Rücktritt von Dominique Hiltbrunner keine direkten Folgen, heisst es in der Mitteilung weiter. Zur Zeit finden exklusive Verhandlungen für den Verkauf der 49-Prozent-Beteiligung der Espace Media am Schweizer Bauer statt, die bereits weit fortgeschritten seien. Der Verkauf der Beteiligung am Schweizer Bauer werde noch im vierten Quartal 2012 vollzogen.


Der Schweizer Bauer wurde 1846 von der Ökonomischen und Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern OGG gegründet und während fast 150 Jahren von dieser geführt. 1992 übernahm die Espace Media 49 Prozent der Fachzeitung sowie die Geschäftsführung. Die wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreiche Schweizer Landwirtschaftszeitung erscheint zweimal wöchentlich am Mittwoch und Samstag in einer Auflage von 31'290 Exemplaren (Wemf Auflagenstatistik 2012).

Women in Business in neuen Händen

Weiter hat sich Dominique Hiltbrunner entschieden, auch das Magazin Women in Business in neue Hände zu geben. Women in Business, das Schweizer Wirtschaftsmagazin für die Frau, wurde vor drei Jahren von Hiltbrunner lanciert. Per November wird das Magazin neu von P.A. Media herausgegeben.

Als Verleger wird sich Hiltbrunner damit fortan auf Fachmedien Mobil (Automobil Revue und Revue Automobile) in Bern sowie auf die Publitex in Basel (Spatz und Blickpunkt) konzentrieren. In Bern wird er vor Ort ad interim als CEO wirken. Für die Publitex wurde Hans Gerber neu als Geschäftsführer verpflichtet.

«Nach langer Überlegung kam ich zu dem Entschluss, mich auf wenige Kerntitel zu konzentrieren, um den Ausbau der Titel vorantreiben zu können. Mit der Automobil Revue und Revue Automobile als nationale Auto-Zeitungen, dem Spatz als regionales Produkt und dem Blickpunkt als nationaler KMU-Titel habe ich ein gutes Portfolio. Women in Business hat mir immer viel Freude bereitet und ich gebe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge an P.A. Media ab», so Hiltbrunner.
 

Publisuisse Studie: TV-Werbung hat den grössten Einfluss auf das Kaufverhalten

Eine neue Studie von Publisuisse und GfK Switzerland hat den Einfluss von TV-Werbung auf den Markenklang untersucht. TV-Werbung hat gegenüber Printwerbung in allen befragten Produktwerten klar die Nase vorne.

Die Studie zeigt, dass TV-Werbung einen deutlich stärkeren Einfluss auf den Markenklang hat als Print-Werbung. Dies schreibt Publisuisse in einer Mitteilung zur Studie. Die Effekte auf Bekanntheit, Sympathie, Kaufbereitschaft und schliesslich auf das Kaufverhalten seien substanziell und signifikant. Besonders gross ist der Effekt beim Kaufverhalten: Personen mit TV-Werbekontakten greifen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit zum beworbenen Produkt als Personen ohne TV- oder nur mit Print-Werbekontakten. Besonders gross sind die gefundenen Effekte auf das Kaufverhalten bei FMCG-Produkten (Fast Moving Consumer Goods) wie Waschmitteln, Shampoos oder Frischkäse.

Die Studie wurde von Publisuisse und GFK Switzerland mittels Befragung und statistischer Analyse durchgeführt. Untersucht wurde die Wirkung von Werbung auf den Markenklang (Bekanntheit, Sympathie, Kaufbereitschaft und Kaufverhalten). Die Auswertungsmethodik sowie die Resultate der Studie sind von der HTP St. Gallen geprüft worden.

Zur Studie
 

Gespräche über Fusion von Bertelsmann-Random House und Penguin

Es könnte der Anfang eines neuen Kapitels auf dem internationalen Buchmarkt werden: Europas grösster Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson führen Gespräche über einen Zusammenschluss ihrer Buchverlage.

Man sei in Diskussionen über eine mögliche Fusion von Random House und Penguin, bestätigte Pearson in London entsprechende Medienberichte. Derzeit sei aber noch nichts entschieden und auch nicht sicher, dass man sich tatsächlich einigen werde.

Der Traditions-Verlag Penguin von Pearson ist vor allem für sein Repertoire an klassischer Literatur bekannt, durch Random House kämen unter anderem zahlreiche aktuelle Bestseller hinzu. (sda)
 

Komet: Soirée graphique 2012

Vom 20. bis 21. Oktober ging die fünfte Soirée graphique in der Kunsthalle Bern erfolgreich über die Bühne. Mehr als 1‘250 Personen besuchten die Ausstellung rund um Grafikdesign.

Zum ersten Mal fand die Soirée graphique in der Kunsthalle Bern statt. Für die fünfte Ausgabe der Ausstellung hatten 28 Grafikdesignerinnen und Grafikdesigner Unikatplakate gestaltet. Diese wurden von 65 weiteren Kreativschaffenden aus dem In- und Ausland in eigenen Arbeiten neu in Szene gesetzt. Die dabei entstandenen Werke gab es am vergangenen Wochenende während zwei Tagen zu bestaunen.

Kreative Plattform für Gestaltende

Die Soirée graphique wurde 2008 von der Berner Werbeagentur Komet ins Leben gerufen. Die seither jährlich stattfindende Grafikdesignausstellung soll eine kreative Plattform bieten für Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Grafikdesign, Fotografie und Visual Arts aus der ganzen Welt. Die Soirée graphique mache zeitgenössisches visuelles Gestalten auf direktem Weg erlebbar und ermöglichtedabei Kreativschaffenden, in der Szene Kontakte zu knüpfen, so die Agentur in einer Mitteilung.
    

Ausstellungskatalog & Werke online zu kaufen    

Zur Soirée graphique ist auch dieses Jahr ein Ausstellungskatalog mit allen Werken entstanden. Dieser kann auch noch nach der Ausstellung auf Soiree-graphique.ch bestellt werden. Auf derselben Seite haben Interessierte zudem die Möglichkeit, alle Arbeiten der Soirée graphique einzusehen und die Plakate, Fotografien oder Installationen zu erwerben.

Goldbach Group: Herbstanfang wirkt sich positiv auf E-Medien-Nutzung aus

Die Nutzung der elektronischen Medien steigt zum Herbstanfang im selben Masse, wie die Temperaturen sinken. Denn hauptsächlich konsumiert wird die Mehrheit der elektronischen Medien noch zu Hause.

Der TV-Konsum nahm vor allem dank den Frauen und den über 40-Jährigen um insgesamt 2,8 Prozentpunkte zu, bei den Männer ging der TV-Konsum zeitgleich leicht zurück. Internet-TV verzeichnet weiterhin schwankende Werte. Das zeigen die Resultate er vierten Befragung von Goldbach Group, Electronic Footprint – Nutzertrends für E-Medien. Diese steht im direkten Vergleich zur letzten Erhebung während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London (Werbewoche.ch berichtete) http://www.werbewoche.ch/goldbach-group-nutzung-elektronischer-medien-waehrend-olympiade-ruecklaeufig.

Bei der aktuellen Befragung sticht Teleboy mit einer Zunahme von 10 Prozentpunkten auf einen Nutzungsgrad von 20,3 Prozent hervor. Führend sind weiterhin Zattoo mit einem Anstieg um 3,6 Prozentpunkte und einer Nutzung von 30,5 Prozent sowie Wilmaa, die trotz einer Einbusse von 2,5 Prozentpunkten, einen Nutzungsgrad von insgesamt 28,8 Prozent aufweist. Auch Radio legt deutlich zu und fand um ganze 6,5 Prozentpunkte mehr Gehör. Hier sind es die Männer und wieder die Gruppe der 40 bis 65-Jährigen, die die erhöhte Nutzung mit über 9, respektive 8 Prozentpunkte begründen. Deutlich wird aber auch, dass zunehmend mehr Frauen und junge Menschen Musik und Informationen über das Radio konsumieren. Wenig überraschend nimmt die Online-Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften weiter zu und steigt insgesamt um 3,9 Prozentpunkte.

Netz-Aktivitäten ziehen an – Ad Screen auf Jahreshoch

Auch auf die Aktivitäten im Netz hat das schlechte Wetter positiven Einfluss. Suchmaschinen und Social Media ziehen fast gleich stark an und legen 3,6 beziehungsweise 3,9 Prozentpunkte zu. Online-Spiele hingegen verzeichnen lediglich einen marginalen Anstieg von einem halben Prozentpunkt und Online-Shopping verbessert sich um 2 Prozentpunkte, was nahelegt, dass die User ihre Wintergarderobe noch nicht vervollständigt haben. Was der Goldbach Electronic Media Index Gemi vom vergangenen Monat auswies, belegt auch die vierte Vergleichsbefragung der E-Footprinstudie: Ad Screen ist auf Jahreshoch und verzeichnet ungebrochen ein Zunahme bei fast allen Befragten.

Detaillierte Ergebnisse der Studie Electronic Footprint sowie die aktuellsten Daten im Bereich TV, Radio, Teletext, Adscreen, Internet-TV, Performance-Marketing, In-Game-Werbung und Mobile Marketing stellt die Goldbach Group im Goldbachguide.ch zu Verfügung.

 

Wunderman: Aus Microsoft Partnern werden Masters of Sales

Im Vorfeld der Lancierung des neuen Betriebssystems Windows 8 am 26. Oktober 2012 hat Wunderman Zürich für Microsoft das «Master of Sales» Programm realisiert. Damit sollen die Microsoft-Partner in ganz Westeuropa optimal auf den Verkaufsstart vorbereitet werden.

Ziel des Programms ist die Ausbildung der Partner zu erstklassigen Kundenberatern und Lizenzverkäufern für Windows 8, so die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag. Dabei eignen sich die Partner das Wissen um das neue Betriebssystem über einen interaktiven Frage-Antwort-Mechanismus an und sind nach Abschluss des Programmes als «Masters Of Sales» auf Kundenfragen vorbereitet. Neben der Aussicht auf bessere Verkäufe sollten auch die Wettbewebspreise ein Anreiz für die Partner sein, am Programm teilzunehmen. Die Teilnehmer konnten etwa eine auf ihre Firma zugeschnittene Windows 8-App gewinnen.
 
Verantwortlich bei Microsoft WE: Alex Solomon (Marketing Communication Lead – Western Europe HQ). Verantwortlich bei Wunderman Zürich: Thomas Engeli (ECD), Daniel Schranz (AD), Florian Tillmann, Kevin Bloch, Christian Langenegger (Text), Sebastian Eppler (Grafik), Andreas Punter, Roger Schäffeler (Beratung), Philippe Gassmann, Manuel Meier (Programmierung).

Petar Dakovic wird CEO bei Detail

Das Geheimnis um den ehemaligen Managing Director Saatchi & Saatchi Zürich, Petar Dakovic ist gelüftet: Zwei Monate nach seinem Weggang wird Dakovic CEO und Partner der Werbeproduktionsagentur Detail in Zürich.

Gleichzeitig orientiert sich der langjährige Partner und Mitgründer Martin Oberholzer neu, behält dabei jedoch sein Mandat im Verwaltungsrat und bleibt auch in Zukunft mit dem Unternehmen eng verbunden. Dies schreibt die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag. Hauptaktionär Dietmar Knops geht mit Petar Dakovic somit eine neue Firmenpartnerschaft ein. «Ich freue mich sehr auf Petar. Mit seinem Profil und seinem Hintergrund möchten wir das Angebot und die oft individuellen Lösungsfindungen für unsere Kunden noch subtiler weiterentwickeln und auch für die Zukunft die richtigen Weichen stellen», sagt Dietmar Knops. Er fügt schmunzelnd an: «Petar und ich kennen uns seit Jahren und haben unsere Freundschaft auf dem Tennisplatz entdeckt, es wird Zeit, dieses Potenzial auch geschäftlich zu nutzen.»

Petar Dakovic hat die letzten 15 Jahre bei Kreativ-Agenturen verbracht. Seine Laufbahn massgeblich mitgeprägt haben dabei Draft FCB, Lowe und Saatchi & Saatchi. Über die Jahre
betreute er diverse nationale und internationale Kunden, bevor er vor zweieinhalb Jahren die Funktion des Managing Director bei Saatchi & Saatchi Zürich anvertraut bekommen hat. Vielleicht mag sein Wechsel auf den ersten Blick überraschen, für Petar Dakovic ist er logisch: «Meine Rolle bei Detail vereint alle Komponenten, die mir langfristig wichtig sind. Hinzu kommt, dass ich in diesem von Innovation und Dynamik geprägten Umfeld nun auch mein Unternehmerherz voll und ganz einbringen werde.» Dietmar Knops habe vor elf Jahren ein Bedürfnis im Markt erkannt und seither mit einem fantastischen Team viel erreicht, so Dakovic. «Eine gemeinsame Vision bezüglich Potenzial und Zukunft hat uns nun zusammengebracht, die Voraussetzungen könnten kaum besser sein.»

Über die Zukunftsausrichtung möchte Petar Dakovic im Moment nur sagen: «Mit mir wollen wir die Agenturen noch besser unterstützen, und auch die Kunden sollen vielseitig profitieren können. Ob in bewährten oder neuen Geschäftsfeldern, wir werden echte Lösungen bieten und eine Menge Spass haben.»

 

Jahrbuch 2012 «Qualität der Medien»: Mehr Relevanz – weniger Hintergrund

Die Informationsmedien von Presse, Radio, Fernsehen und Onlinebereich verzeichnen unter dem Druck krisenhafter Ereignisse im Jahr 2011 mehr Hardnews als im Vorjahr. Das ist die erfreuliche Nachricht des dritten Jahrbuchs Qualität der Medien.

Gleichzeitig führt der Aktualitätsdruck dazu, dass 2011 weniger Hintergründe vermittelt werden, das heisst die Einordnungsleistung weiter sinkt. Aus einem Langzeitvergleich geht hervor, dass qualitätsniedrige Medien 2011 deutlich häufiger genutzt werden als noch vor zehn Jahren. Dies schreibt der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich FÖG in einer Mitteilung zum« Jahrbuch Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera 2012».

Vertiefungsanalysen zeigen zudem:

– dass die Newssites der meisten wichtigen Schweizer Zeitungen qualitativ weit hinter ihren gedruckten Pendants zurückbleiben,
– dass in der Wahlberichterstattung eine Verschiebung der Aufmerksamkeit zugunsten der Bundesrats auf Kosten der Parlamentswahlen stattgefunden hat,
– dass politische Kampagnen die Kriminalitätsberichterstattung wie auch die Bedrohungswahrnehmung in der Bevölkerung wesentlich prägen und dass die Kriminalitätsberichterstattung gegenüber der Polizeistatistik stark verzerrt ist,
– dass die Medienkritik dank zivilgesellschaftlicher Akteure zwar zugenommen hat, aufgrund ihrer schwachen Resonanz in den Informationsmedien jedoch ein Schattendasein fristet.

Zum dritten Mal hat der FÖG die Versorgung der Schweiz durch Informationsmedien, ihre Qualität, ihre Nutzung und ihre Einnahmen untersucht. Unter anderem wird gezeigt, dass die Schweizer Informationsmedien im Krisen- und Umbruchjahr 2011 deutlich mehr relevante Themen aus Politik und Wirtschaft auf ihre Agenda setzen als noch im Vorjahr, heisst es in der FÖG-Mitteilung weiter. Die Kehrseite dieser drängenden, von Weltwirtschaftskrise, Fukushima und dem arabischen Frühling geprägten Welt, sei eine Reduktion der journalistischen Einordnungsleistung. Im Vergleich aller Medientypen sinke gegenüber dem Vorjahr bei den Abonnementszeitungen der Anteil der einordnenden Berichterstattung am stärksten. Die Kernkompetenz der Abonnementszeitungen, Kontextwissen zu vermitteln, sei 2011 an Ressourcengrenzen gestossen.

Neues Qualitäts-Scoring

Das neu implementierte Qualitäts-Scoring erlaubt es, die publizistische Qualität der untersuchten 46 Medientitel der Gattungen Presse, Radio, TV und Online zu hierarchisieren. Während 2011 die Informationssendungen des öffentlichen Radios aus der Deutschschweiz die Qualitätsspitze darstellen, bilden die Gratis- und Boulevardzeitungen on- und offline sowie die Newssites der Abonnementspresse aus der Suisse romande und der Privatrundfunk das untere Ende der Qualitätsbandbreite. Dazwischen streuen die Sonntagszeitungen, die zwei besten Newssites und die Abonnementspresse. Einzelne regionale Abonnementstitel kommen nahe bei den Gratiszeitungen zu liegen.

Steigende Onlinenutzung, sinkende Quoten bei Presse und Rundfunk

In der Presse und im Rundfunk schrumpft die Abdeckungsquote der Informationsmedien weiterhin, das heisst die Auflage- und Nutzungszahlen wachsen nicht parallel zur Bevölkerung beziehungsweise sind sogar rückläufig. Die Nutzung der Online-Newssites nimmt demgegenüber zu. Die Gratiskultur im Internet und die beschleunigte Newsproduktion sowie die Ertragsunsicherheiten im Onlinewerbemarkt durch die wachsende mobile Nutzung wirken aber hemmend auf die Qualitätsentwicklung. Online bleibt zu wenig Zeit und Personal für eine einordnende Berichterstattung. Gleichzeitig führt die Orientierung an Klickraten zu hohen Anteilen an Soft-News.

Bedeutungszunahme qualitätsniedriger Medien

Die langfristigen Nutzungsverschiebungen zwischen den Mediengattungen führen dazu, dass die Schweizer Bevölkerung im Jahr 2011 mit niedrigerer publizistischer Qualität versorgt wird als noch vor 10 Jahren: Die Bevölkerung wird weniger durch qualitativ bessere Titel erreicht. Es ergibt sich das Bild einer Qualitätspyramide mit einer erodierenden Spitze, einem bröckelnden mittleren Segment und einer wesentlich breiter gewordenen Basis qualitätsniedriger Medien.

Mit Blick auf die 46 inhaltlich untersuchten Medien haben in der Deutschschweiz und stärker noch in der Suisse romande qualitätsniedrige Titel in den letzten Jahren an Verbreitung gewonnen. Die qualitätsniedrigen Titel vom Typ Boulevard- und Gratiszeitung sowie der ebenfalls qualitätsniedrige private Rundfunk erreichen in der französischen Schweiz im Jahr 2011 mit 45 Prozent den anteilmässig grössten Teil der Bevölkerung. In der Deutschschweiz decken Medientitel von niedriger Qualität 37 Prozent der Bevölkerung ab. In der Svizzera italiana ist die Abdeckung der Bevölkerung durch qualitätsniedrige Medientitel aktuell noch geringer. Allerdings ist seit der Lancierung von 20 minuti im Herbst 2011 die Situation im Fluss.

Hohe Medienkonzentration und eingeschränkter Wettbewerb

Im Presse- und Onlinebereich zeigt sich eine hohe Medienkonzentration. Das Medienunternehmen Tamedia AG besitzt gesamtschweizerisch im Pressesektor mittlerweile einen Marktanteil von über 40 Prozent. Diese Marktstellung im Pressesektor und die Konvergenz mit dem Onlinesektor schränken den Wettbewerb durch Grössen- und Verbundeffekte ein.

In der Suisse romande ist die Situation im Pressemarkt besonders ausgeprägt. Die Tamedia verfügt hier über einen Marktanteil von 68 Prozent. Auch im Onlinesegment ist die Konzentration fortgeschritten. Nach der Integration der ehemaligen Edipresse-Newssites ins neue Newsnet hat die Tamedia ihre Anteile in dieser Sprachregion auf 28 Prozent gesteigert.

Problematische Entwicklung der Erlöse

Im Langzeitvergleich können im Pressebereich nur die Gratiszeitungen von steigenden Werbeein-nahmen profitieren. Die Gratistitel 20 Minuten, 20 minutes und Blick am Abend schöpften im Jahr 2011 nicht weniger als 31 Prozent des Bruttowerbeerlöses aller 46 untersuchten Pressetitel der Schweiz ab. Gesamthaft verliert die Presse seit dem Jahr 2000 einen Drittel ihrer kommerziellen Werbeerträge. Zusätzlich sinkt die Zahlungsbereitschaft des Publikums weiter.

Der Onlinewerbemarkt kann diese Situation nicht auffangen. Er weist zwar anhaltend zweistellige Wachstumsraten auf, generiert aber mit Bruttowerbeerträgen von 521 Millionen Franken erst einen Bruchteil der entsprechenden Erlöse des Printmedienmarktes (Nettoumsatz Pressemarkt 2011: rund 2 Milliarden Franken). Der Werbemarkt von Radio und Fernsehen ist stabiler. Allerdings schöpfen die ausländischen privaten Fernsehveranstalter nicht weniger als 37 Prozent vom Schweizer Fernsehwerbemarkt ab, ohne einen relevanten Beitrag zum Informationsjournalismus zu leisten. Der Vergleich der untersuchten privaten Rundfunkprogramme zeigt zudem, dass weder höhere Werbeerlöse also finanzielle Ressourcen, noch eine Konzessionsverpflichtung die Qualität erhöhen. Ausschlaggebend ist auch der Wille zum Service public.

Untersuchungsanlage und Methodik

Diese Untersuchung der Qualität der Medien vollzieht sich auf zwei Stufen. Erstens wird die publizistische Versorgung – das heisst die Auflage beziehungsweise die Nutzung, die Einnahmen und die Besitzverhältnisse der Informationsmedien in der Schweiz – untersucht. Im Jahre 2011 handelte es sich um 146 Medientitel, die die erforderliche Abdeckungsrate von 0.5 Prozent der sprachregionalen Wohnbevölkerung erreichen. Zweitens werden unter diesen Titeln die 46 bedeutendsten Titel aller Mediengattungen (Presse, Radio, Fernsehen, Online-Newssites) in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz einer inhaltlichen Validierung auf der Basis der Qualitätsmerkmale Vielfalt, Relevanz, Aktualität und Professionalität.

Jahrbuch 2012 «Qualität der Medien − Schweiz Suisse Svizzera»

Das Ziel des Jahrbuchs ist die Stärkung des Qualitätsbewusstseins bei den Medienmachern wie beim Publikum. Das Jahrbuch soll eine Quelle bilden für Medienschaffende, Akteure aus Politik und Wirtschaft, die Wissenschaft und für alle Interessierte, die sich mit der Entwicklung der Medien und ihren Inhalten auseinandersetzen wollen. Anstoss für das Jahrbuch bildet die Einsicht, dass die Qualität der Demokratie von der Qualität der medienvermittelten Kommunikation abhängt. Das Jahrbuch will einen Beitrag dazu leisten, dass die Qualität der Medien ein wichtiges Thema öffentlicher Kommunikation ist.

Das Jahrbuch wird herausgegeben durch den FÖG– Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich. Folgende Autoren sind am Jahrbuch 2012 beteiligt (In alphabetischer Reihenfolge): Urs Christen, Mark Eisenegger, Patrik Ettinger, Angelo Gisler, Lucie Hauser, Florent Heyworth, Kurt Imhof, Esther Kamber, Jens Lucht, Johannes Raabe, Mario Schranz, Peter Studer (Gastautor), Linards Udris, sowie Vinzenz Wyss mit Michael Schanne und Annina Stoffel (Gastautoren).

Die Finanzierung für das Jahrbuch wird durch die gemeinnützige Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft eingebracht. Der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus: Christine Egerszegi-Obrist, Kurt Imhof, Yves Kugelmann und Oswald Sigg.

Verband Schweizer Medien zum Jahrbuch
 
Der Verband Schweizer Medien hat sich in einer Pressemitteilung zum Jahrbuch «Qualität der Medien» geäussert: Die Lektüre des Kurzberichtes lasse, wie schon im Vorjahr, an dessen Objektivität und auch an der wissenschaftlichen Seriosität zweifeln. «Ein Fazit ist, dass Medien sich in qualitativ bessere und qualitativ schlechtere aufteilen, die einen seien für Eliten, die anderen für die Massen und eine analoge Kluft besteht zwischen älteren und jüngeren Alterskohorten», heisst es im Communiqué. Was aber genau mit Qualität gemeint ist, würden die Berichtverfasser , vergessen offenzulegen. Ableiten könne der Leser höchstens, dass Presseerzeugnisse mit Hardnews ein kleineres Publikum erreichen, während solche mit Softnews breiter gestreut sind. Des weiteren scheinen Gratiszeitungen und Boulevardjournalismus mit niederer Qualität gleichgesetzt zu werden.
 
Der Verband vermisst eine seriöse und nachvollziehbare Definition des Begriffes Qualität. «Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit sollte die eineindeutige Definition jenes Begriffes sein, den man untersucht», so der Verband. Im neuen Jahrbuch zur Qualität der Medien werde offensichtlich darauf verzichtet, womit jeder Leser seinen eigenen Qualitätsbegriff einbringen und sich im wissenschaftlich verklausulierten Text wiederfinden könne.
 

KSB richtet sich neu aus – Christoph Bürge verlässt das Unternehmen

Die KSB Krieg Schlupp Bürge Werbeagentur richtet sich strategisch neu aus. Dies manifestiert sich in der neuen Positionierung «Werbung und Nachhaltigkeit».

Nachhaltigkeit habe ein sehr grosses Business-Potential, schreibt die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag. Die Neuausrichtung erfordere eine entsprechend wirksame und zukunftsgerichtete Führungsorganisation. Christoph Bürge verlässt infolge unterschiedlicher Auffassung in Bezug auf diese strategische Neuausrichtung die Agentur und orientiert sich neu, heisst es in der Mitteilung weiter.

Ab sofort setzt sich die Geschäftsleitung wie folgt zusammen:

Aus den beiden Gründern Daniel Krieg als Chief Executive Officer (CEO) und Uwe Schlupp als Chief Creative Officer (CCO), sowie aus Dany Kielholz als Managing Director (MD) und Flo Wacker als Executive Creative Director (ECD), beide mit erweitertem Aufgabengebiet.

Mediapulse und Kantar Media stellen neues Panel vor

Im Rahmen eines Insiderlunches der Interessengemeinschaft elektronische Medien IGEM haben Mediapulse und Kantar Switzerland das neue TV-Panel vorgestellt. Mit dem neuen Panel wird ab 2013 die Fernsehnutzung in der Schweiz gemessen.

Gegenwärtig baut die Kantar Media Switzerland von Grund auf ein neues Panel mit neuen Panelhaushalten und natürlich auch einer neuen Hard- und Software auf. Nachdem die IGEM am 21. Juni an einem Event das neue Werbetool vorgestellt hat, stellten die Mediapulse sowie Kantar Media Switzerland jetzt an einem Insiderlunch das neue Panel vor.

Nach 27 Jahren Telecontrol wird die TV-Nutzung ab 2013 ausschliesslich in neu rekrutierten Haushalten mit neuen Geräten von Kantar Media Switzerland erhoben. Die Zahl der Haushalte bleibt gleich wie bisher bei 1870, aber die Ergebnisse werden deutlich repräsentativer sein als bisher. Dies schreibt die IGEM in einer Mitteilung vom Freitag. Dazu tragen einerseits das besser erfasste Universum und andererseits eine neue Technologie für die Nutzungsmessung bei.

Das neue Universum

Wurde bisher ausschliesslich die Nutzung über das klassische TV-Gerät in Haushalten mit Telefonanschluss gemessen, bilden neu sämtliche Haushalte des Adressverzeichnisses der Post die Basis. Damit werden also auch die 18 Prozent Haushalte erfasst, die über keinen oder über keinen eingetragenen Telefonanschluss verfügen. In den neuen Panelhaushalten wird ab 2013 auch die TV-Nutzung via PC oder Laptop gemessen. Auch die zeitversetzte Nutzung wird neu ebenfalls gemessen. Diese Nutzung wird einbezogen sofern sie innerhalb von 7 Tagen nach der Erstausstrahlung erfolgt.

Die neue Technologie

Um die Nutzung über PC und Laptop zu erfassen, wird auf allen entsprechenden Geräten in einem Panelhaushalt eine Software installiert. Verfügt ein Haushalt über einen schnellen Internetzugang, ist dies Voraussetzung, dass er überhaupt in das Panel aufgenommen wird. Die in der Schweiz sehr stark verbreiteten iPhones und iPads können aber nicht integriert werden. Denn Apple erlaubt keine Apps, die «zuhören». Es wird deshalb ab 2013 eine Lösung geprüft werden, ob die entsprechende Technologie direkt in die Apps der Anbieter (zum Beispiel Zatto, Wilmaa, Teleboy, SRF) eingebaut werden könnte.

Auf den klassischen TV-Geräten konnte der digitale Empfang bisher nur dann gemessen werden, wenn er über eine Set-Top-Box erfolgt, die über ein Scart- oder HDMI-Kabel angeschlossen ist. Inzwischen erfolgt der Digitalempfang aber zunehmend über TV-Geräte mit integriertem Empfänger. Im neuen Panel setzt man jetzt auf das bereits aus der Radioforschung bekannte Audiomatching, das von Verbreitungstechnologien völlig unabhängig ist.

Der Aufwand für diese neue Technologie ist nicht zu unterschätzen. Um das in den Haushalten aufgezeichnete Tonsignal mit demjenigen der ausgestrahlten Programme vergleichen zu können, müssen an insgesamt sieben Orten in der Schweiz nicht weniger als 400 Sender akustisch aufgezeichnet werden. Trotzdem sind die Gesamtkosten für das Panel mit 10,8 Millionen Franken pro Jahr nur acht Prozent höher als bisher.

Geschäftsführer der neuen Messfirma Kantar Media Switzerland, Matthias Hartl, ist überzeugt, dass ab dem 1. Januar 2013 die Daten geliefert werden können. Seit Anfang Oktober arbeiten bereits mehr als 40 Personen für die neue Firma.

(Matthias Hartl, Geschäftsführer von Kantar Media Switzerland)

Welt-Gruppe baut Redaktionsgemeinschaft aus

Die Welt-Gruppe und die Berliner Morgenpost bauen ihre Zusammenarbeit aus und wollen künftig mit dem Hamburger Abendblatt eine Redaktionsgemeinschaft bilden. Den Vorsitz des neuen Chefredaktoren-Gremiums soll Welt-Gruppenchef Jan-Eric Peters übernehmen.

Das teilte Axel Springer am Freitag mit. Die Welt und die Berliner Morgenpost hatten sich schon vor zehn Jahren zu einer Redaktionsgemeinschaft zusammengeschlossen. Künftig sollen die überregionalen Themen aller drei Zeitungen unter Federführung der Welt entstehen, die Berliner Morgenpost zeichnet für Themen aus Deutschlands Hauptstadt verantwortlich. Beim Hamburger Abendblatt werden die Hamburg-Themen für alle drei Zeitungen erarbeitet.

Mit der Zusammenarbeit von Welt und Berliner Morgenpost habe das Haus sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte Welt-Gruppenvorstand Jan Bayer. «Dieses Erfolgsmodell, das branchenweit zum Vorbild geworden ist, bauen Chefredaktion und Verlag nun konsequent aus.»

Zur Welt-Gruppe gehören die sogenannten blauen Blätter wie Welt, Welt kompakt und Welt am Sonntag. (sda)

 

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