Deepseek fordert ChatGPT und Co. heraus
Das Unternehmen Deepseek mischt mit seinen grossen Sprachmodellen den Markt auf. Die KI-Modelle des chinesischen Jungunternehmens sollen mindestens so leistungsfähig sein wie jene hinter ChatGPT und Co, jedoch deutlich weniger Ressourcen benötigen.

Wenn ein Unternehmen ein eigenes grosses Sprachmodell lanciert, ist das heutzutage meist keine grosse News mehr. Anders verhält es sich mit Deepseek, dessen KI-Produkte Deepseek V3 oder Deepseek R1 seit Tagen schon für Schlagzeilen sorgen – und nicht nur dafür: Auch die Aktienkurse namhafter KI-Unternehmen wie Nvidia kamen in den letzten Tagen ins Schlingern, wie etwa Euronews berichtet.
Der Hauptgrund für den Aufruhr ist, dass die Deepseek-KI-Modelle in verschiedenen Leistungstests besser abzuschneiden scheinen als grosse Sprachmodelle bekannter Hersteller. Gleichzeitig lasse sich Deepseeks KI mit deutlich weniger Ressourcen ausführen – es sind also weniger leistungsfähigere Prozessoren dafür nötig.
Ausserdem stellt Deepseek seine fertig trainierten KI-Modelle quelloffen (Open Source) zur Verfügung. Damit können sie alle auf ihrer eigenen Hardware ausführen und für spezifische Anwendungsfälle weiter entwickeln.
Die Chip-Not zur Tugend gemacht
Zu alledem kommt noch der Umstand, dass das Jungunternehmen Deepseek in China beheimatet ist. Gegründet wurde das Unternehmen 2023 von Liang Wenfeng, wie einem Porträt von Wired zu entnehmen ist. Er habe Deepseek für die Forschung und aus Neugier gestartet, nicht um kurzfristig Gewinn zu machen, zitiert das Portal den Gründer aus einem Interview.
Ginge es nach den USA, sollten chinesische Unternehmen in puncto KI keine grossen Sprünge machen können – zumindest nicht mit westlicher Technologie. Dafür sorgen die Vereinigten Staaten, indem sie den Chip-Export nach China einschränken. Doch wie Wired aufschlüsselt, scheint genau dies Deepseek zum Erfolg verholfen zu haben: Das Unternehmen habe für seine Entwicklungen 10’000 A100-Chips von Nvidia zur Verfügung gehabt, heisst es im Artikel – das ist wenig im Vergleich zu den vielen Ressourcen grosser westlicher Player. Das Startup machte aus der Not eine Tugend und bemühte sich daraufhin, ihre KI möglichst effizient zu entwickeln, um die Nachteile der vergleichsweise schwächeren Prozessoren auszugleichen.
Dass dies dem Player aus China gelungen ist, schockiere viele westliche Unternehmen, heisst es in einer Analyse von Ben Thompson. Deepseek zeige nicht nur, wozu China fähig sei. Generell habe das Unternehmen bewiesen, dass nicht die teuerste Hardware nötig sei, um die Leistung eines KI-Modells zu steigern. (René Jaun/dda)
























