Inhalt und Form startet Solidaritätsprojekt für das Zürcher Nachtleben

Das Leiterlispiel «Züribrätt» bringt die Zürcher Nacht in die Wohnzimmer der Menschen. Und das für den guten Zweck, denn der Gewinn wird vollumfänglich an die Bar- und Clubkomission Zürich (BCK) gespendet. Zusammen mit Katrin von Niederhäusern zeichnet Inhalt und Form für das Projekt verantwortlich und vertraute dafür drei Mitarbeitenden eine kreative Carte Blanche an.

Um dem von der Coronakrise überproportional hart getroffenen Zürcher Nachtleben unter die Arme zu greifen und dessen politischen Vertretung, der BCK, im Kampf für die Nachtkultur mehr Mittel an die Hand zu geben, haben Mitarbeiter der Zürcher Agentur in den vergangenen zwei Monaten ein Leiterlispiel konzpiert und umgesetzt. Das «Züribrätt» soll die Aufregung und das Gefühl eines Nachhausewegs in der Zürcher Nacht in die Wohnzimmer der Menschen bringen, wenn sie diese schon nicht verlassen sollen.

So wird der Geist der Zürcher Nacht auch während des Lockdowns erlebbar gemacht und mit jeder Menge eigener Erinnerungen der Spieler*innen angereichert. Um das Erlebnis zu vervollständigen, wartet das Züribrätt ausserdem auch noch mit einer eigenen, passenden Spotify-Playlist sowie einem eigens dafür umgesetzten Instagramfilter auf.

Spiel für den guten Zweck

Hinter dem Spiel steckt aber bedeutend viel mehr als nur Spass und Awareness für die schwere Situation des Zürcher Nachtlebens. Das «Züribrätt» ist auch und vor allem ein Zeichen der Solidarität mit einem wichtigen Ziel. Der gesamte Gewinn wird im Rahmen einer Spende transparent an die BCK weitergegeben, die mit ihrem Fundraiser «Ausgeben statt Ausgehen» bereits seit Monaten gegen die Krisensituation in der Branche ankämpft.

«Damit möchten wir als Agentur einer Branche unter die Arme greifen, die wahnsinnig hart getroffen wurde. Gleichzeitig möchten wir unbeschwerte Stunden und Erinnnerungen in die Haushalte aller bringen, die die Zürcher Nacht vermissen. Denn sie fehlt auch uns», erklärt Dominik Stibal, CEO bei Inhalt und Form.

Auch Alex Bücheli, Geschäftsführer der BCK, findet klare Worte zum Vorhaben: «Die Sache wirkt verblüffend authentisch. Es ist schön zu sehen, dass sich so viele Menschen für unsere Sache engagieren und sich in der einen oder anderen Art an unserem Fundraising ‹Für e gueti Nacht – Ausgeben statt Ausgehen› beteiligen.»

Elf Lokale mit von der Partie

Mit an Bord sind neben der BCK die elf Zürcher Lokale Gonzo, Frieda’s Büxe, Fat Tony, Heldenbar, Hive Club, Klaus, Longstreet, Olé Olé Bar, Supermarket, Vagabundo und Zukunft. Sie haben mit limitierten Getränkebons für nach dem Lockdown ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Spiel geleistet. Nici Faerber, Mitinhaber des Klaus, war von Anfang an mit im Boot: «Ich fand das auf Anhieb eine super Idee. Wir alle lieben die enorme Vielfalt der Bar- und Clubkultur, die diese Stadt bietet. Ich verstehe das Spiel auch ein wenig als Andenken daran. Und zudem wird diese Kultur mit der Spende an die BCK in dieser schwierigen Zeit unterstützt.»

Das in Zürich hergestellte «Züribrätt» gibt es ab Donnerstag in drei verschiedenen Ausführungen für entweder 79, 129 oder 169 Franken zu kaufen. Unter Zueribraett.shop kann man sich ein Exemplar der auf 500 Stück limitierten Erstauflage sichern.


Verantwortlich bei der BCK: Alex Bücheli (Geschäftsführung). Verantwortlich bei Inhalt und Form: Vasco Bickel (Konzept, Art Direction), Yannick Lippuner (Konzept, Text), Nicolas Krönert (Projektleitung), Michèle Weber (DTP), Dominik Stibal (CEO), Karin Estermann (ECD). Illustration: Katrin von Niederhäusern (Konzept, Illustration).

Off The Record 2: Videopodcast mit Dennis Lück

Off the Record ist der Videopodcast für die Fachmagazine m&k und Werbewoche.ch. Chefredaktorin Anna Kohler fühlt ausgewählten Gästen in persönlichen Gesprächen auf den Zahn.

Brinkertlück-Creatives-Mitgründer Dennis Lück feiert einen ganz persönlichen Rekord. Beim Kreativranking 2020 ist er zum fünften Mal in Folge Sieger. Einmal mit FCB Zürich und viermal mit Jung von Matt Limmat.

Mit m&k/Werbewoche-Chefredaktorin Anna Kohler spricht er über seine Werte-Agentur, seinen Werdegang und über die Schweiz – und liefert im «Off The Record»-Podcast ausserdem ein exklusives Gitarrensolo.

Das Interview aus der Werbewoche-Printausgabe 1-2/2021 gibt es hier zu lesen.

«Das Ende der Pandemie wird hoffentlich sehr viel Energie freisetzen»

Mit 2020 ging ein von Herausforderungen geprägtes Jahr zu Ende. Jedoch haben die Schweizer Agenturen auch Chancen genutzt, neue Traditionen erschaffen und wichtige Learnings gezogen. Im letzten Teil unserer Miniserie berichten Contexta, Notch Interactive, Publicis, Spinas Civil Voices, Thjnk Zürich und Wunderman Thompson von ihren Erkenntnissen.

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Das Coronavirus hält mittlerweile seit mehr als einem Jahr die gesamte Welt in Atem und ist auch nicht an der Werbe- und Kommunikationsbranche spurlos vorbeigegangen: Nebst all den Herausforderungen, die durch Homeoffice, stornierte Werbebudgets und geschlossene Geschäfte entstanden sind, gab es jedoch auch viele Chancen und Learnings, welche die Schweizer Agenturen aus der Krise ziehen konnten. Im ersten Teil unserer Miniserie haben Equipe, Heimat Zürich, Hinderling Volkart Part of Dept, Jung von Matt Limmat, Ruf Lanz, Serviceplan Suisse und Wirz das sowohl das vergangene wie auch das aktuelle Jahr beleuchtet. Für den zweiten Teil haben Farner, Havas, Inhalt und Form, Rod und TBWA\Zürich über Herausforderungen, Chancen und Learnings der Coronakrise gesprochen.

Im letzten Teil reflektieren Contexta, Notch Interactive, Publicis, Spinas Civil Voices, Thjnk Zürich und Wunderman Thompson die Krise. Wie war das Jahr 2020 für die Agenturen? Und mit welchen Vorsätzen haben sie das Jahr 2021 angetreten?

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Nadine Borter, Contexta

«Mit dem kreativen Nomadentum haben wir uns vor zwei Jahren in den kontrollierten Ausnahmezustand versetzt. Als kurze Zeit darauf der Lockdown ausgerufen wurde, waren wir parat: 2020 war für uns ein sehr erfolgreiches und kreatives Jahr. Ein Jahr, wo unser gemeinsamer Mindset seinen ganzen Wert offenbarte. Es zählte zu einem der besten Jahre in unserer 52-jährigen Geschichte.

Das schlechteste Jahr war es aus gesellschaftlicher Sicht. Wir können Covid-19 wenig Gutes abgewinnen. Dass der Marathon bundesrätlich zum Triathlon erklärt wird, macht die Sache auch nicht besser. Der Gut-Mensch-Anstrich blättert ab. Darunter zeigt sich die hässliche Fresse einer Pandemie. Wir erfahren alle, wie wichtig gute, verständliche und einfühlsame Kommunikation ist. Oder besser gesagt: wäre. Doch Kritik von der Seitenlinie ist hier nicht angebracht. Einzig den Medien erlauben wir uns einen Vorwurf zu machen, dass ein Mindestmass an Verantwortung gegenüber den Menschen in unserem Lande Clickbait-Headlines, wie wir sie täglich serviert bekommen, eigentlich verbieten müsste.

2021 gehen wir unseren Weg weiter. Wir haben Spass mit tollen Kunden und machen aus jedem Projekt das Beste. Zurzeit arbeiten wir im Homeoffice und – wann notwendig – in unserem Nomaden-Büro in der Wasserkirche Zürich. Wir glauben mehr denn je, dass die besten Ideen nicht durch Ordnung, Dienst nach Vorschrift oder schicke Büros entstehen, sondern durch Bewegung, Abenteuer und freies Denken. Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass fast alles in sehr kurzer Zeit möglich ist, wenn man zulässt, mit Konventionen zu brechen. Oder wenn man durch äussere Umstände dazu gezwungen wird.

Mitte März ziehen wir weiter. Im Moment evaluieren wir gerade eine Autowasch-Anlage und ein Fitness-Center. Wir ziehen mit unserem Büro immer dorthin, wo die Kunden unserer Kunden sind. Wo das Leben spielt. Und dieses wird zurückkommen. Es ist nur eine Frage der Zeit.»

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Peter Van der Touw, Notch Interactive

«Das Jahr 2020 hatte für Notch gleich mehrere spannende Herausforderungen am Start:

  1. Die Integration in Publicis Zürich
  2. Die kulturelle und prozessuale Transformation in ein grösseres Setting von beiden Agenturseiten
  3. Das virtuelle Onboarden von neuen Mitarbeiter*innen während Homeoffice-Zeiten

Die Chance, mit noch mehr Spezialistinnen und Spezialisten à la «Power of One» zusammenzuarbeiten, war sehr befruchtend. Auch die Lernbereitschaft von beiden Seiten ist nach wie vor inspirierend.
Die Umstellung auf Mobile Office ist gut geglückt und hat schnell funktioniert. Natürlich haben persönliche, physische Meetings noch eine andere Qualität als das Brainstorming beim virtuellen Bier.

2021 wollen wir unsere Kunden und Neukunden tatkräftig bei der digitalen Transformation weiterhin unterstützen und unsere Services in diesem Bereich dank dem Netzwerk sogar noch ausbauen. Sei das in der Strategie und Konzeption von UI/UX Design sowie Programmierung von Plattformen und Apps, im Digital Campaigning, im Performance Campaigning inklusive Media oder im Content-Bereich und Social Media. Neu können wir unsere Auftraggeber auch im digitalen CRM und bei der Marketing Automation beraten.

An diesem Punkt auch ein Kompliment an unsere Teams, die sich extrem schnell an die neue Situation angepasst haben und sich mit voller Leidenschaft für unsere Kunden ins Zeug legen.»

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Matthias Koller, Publicis

«Das Jahr 2020 war für Publicis ehrlich gesagt durchzogen, mit Ups und Downs – so wie es die meisten Jahre nun mal sind. Letztes Jahr war aus uns allen bekannten Gründen vielleicht noch etwas verstärkter mit höheren Ups und tieferen Downs. Was mich allerdings freut, sind die diversen Kunden- und Projektgewinne sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit den ehemaligen Notch-Mitarbeitenden. Die beiden Agenturen tun sich gegenseitig extrem gut.

Die grösste Herausforderung war – das ist jetzt keine grosse Überraschung – die Coronakrise. Genauer, die damit bedingte Umstellung aufs Homeoffice sowie der fehlende physische Austausch mit den Mitarbeitenden und Kunden. Da mussten wir sehr schnell sehr viel lernen – was natürlich auch spannend war und uns weitergebracht hat. Einige Kunden haben grosse Probleme, weil ihr Kerngeschäft massiv eingeschränkt oder komplett stillgelegt wurde. Andere wiederum profitieren. Allen gemein ist, dass sie deshalb auch neue Bedürfnisse im Bereich der Kommunikation haben.

Was wir dabei gelernt haben: Flexibilität und Anpassungsfähigkeit helfen enorm. Oft sind wir einfach zu stark in gelernten und gewohnten Mustern unterwegs, welche wir nur schwer aufbrechen oder anpassen können. Letztes Jahr wurden wir dazu gezwungen. Und siehe da: Es geht nicht nur besser als gedacht, teilweise haben uns diese Anpassungen auch weitergebracht. Sei es in der Art, wie wir zusammenarbeiten, beim Nutzen von Tools oder bei völlig neuen Denkweisen, wenn es darum geht, die Herausforderungen unserer Kunden gemeinsam anzugehen und zu lösen.

Im Jahr 2021 freuen wir uns auf ganz viel Neues. Allem voran natürlich darauf, unsere neue Ausrichtung spürbar umzusetzen. Und zwar sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeitenden. Ich freue mich aber auch auf viele Lacher; darauf, Challenges im Team anzupacken und auf viele kreative Ideen und Umsetzungen auf höchstem Niveau.»

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Susi Kammergruber, Spinas Civil Voices

«Virus. Zack. Homeoffice. So schnell ging das, als wir als eine der ersten Agenturen der Schweiz auf Homeoffice umgestellt haben. Auslöser war ein Mitarbeiter, der ein Wochenende in Mailand verbracht hatte, das sich tags darauf als Hotspot entpuppt hat. Schnell war klar, dass wir nicht nur ihn nach Hause schicken, sondern dass wir fairerweise den Ernstfall für alle proben.

Laptops und Bildschirme wurden wie bei einem Raubüberfall aus der Agentur abtransportiert. Übrig blieben zwei fast leere Stockwerke und fünf einsame Mitarbeitende. Zwei Wochen und einen Digitalisierungsschub später dann tatsächlich der Ernstfall: schweizweiter Lockdown. Wir sind ready für die totale Ausnahmesituation. Zum Glück, denn das Telefon läutet Sturm.

Unsere Kunden sind ziemlich ausnahmslos NPOs. Die Verunsicherung war überall gross: Darf man in solchen Krisenzeiten für Spenden werben? Oder sollte man sogar? Mit viel Extra-Einsatz unserer Teams und mutigen Kunden sind von Heimbüro zu Heimbüro viele Spendenaufrufe für Corona-Nothilfe entstanden. Mut und Einsatz wurden belohnt: die Schweizer Bevölkerung hat in diesen Ausnahmezeiten die Schwächeren kräftig mit Spenden unterstützt.

Was anfangs für alle herausfordernd war, wurde im Verlauf des Jahres zur Normalität. Artdirektoren und Texterinnen halten sich ihre Ideen auf Papier nun nicht mehr unter die Nase sondern in die Kamera. Kreative Kampagnen sind entstanden, deutlich mehr als sonst – logisch – für Online-Kanäle. Neue Strategien für digitale Spendenwerbung wurden erprobt und live geschaltet. Nach dem Digitalisierungsschub der Bevölkerung sehen wir in den Zahlen, dass Online nun ein rentabler Kanal für Spendenwerbung sein kann. Hier liegt eine grosse Chance für NPOs.

Es wäre also eigentlich alles in Ordnung. Wäre da nicht der Corona-Blues. Wir vermissen uns. Wir versuchen, mit Zoom-Sessions wie ‹Bier um vier› oder ‹Jetzt es Kafi› möglichst viele Gelegenheiten zu bieten, uns nebst der Arbeit auszutauschen. Doch wer schon den ganzen Tag vor dem Compi sitzt, mag für eine Pause lieber aufstehen, sich strecken, an die frische Luft gehen. Der anfängliche Durchhaltewillen weicht langsam einer gewissen Müdigkeit. Da geht es uns wohl allen gleich.

Dass Homeoffice funktioniert, ist bewiesen. Und es finden eigentlich auch alle toll. Aber eben nicht für immer. Und so werden wir die totale Ausnahme von früher, dass man von zu Hause aus arbeiten kann, als neue Normalität in unseren Agentur-Alltag integrieren. Bleibt zu hoffen, dass auch alles andere bald wieder normal sein wird: zusammen Kaffe trinken, Köpfe zusammen stecken, Ideen aushecken – gemeinsam an ein- und demselben Tisch. Nicht, weil es effizienter wäre. Sondern weil es so viel mehr Spass macht.»

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Alexander Jaggy, Thjnk Zürich

«2020 sind wir mit Vollbeschäftigung durch unser viertes Jahr gekommen und konnten unser Geschäft in der zweiten Jahreshälfte sogar noch ausbauen. Kampagnenproduktionen unter Einhaltung der BAG-Sicherheitsrichtlinien haben Auftraggeber, Agenturen und Filmprodukionen gleichermassen vor Herausforderungen gestellt, aber auch neue Wege für schlankere Prozesse aufgezeigt.

Dabei ist es interessant zu beobachten, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Konsumpsychologie hat und welche Chancen sich auftun. Die Krise hat das Markenprofil einiger Kunden in einem natürlichen Prozess geschärft.

Wir haben das Homeoffice für die Zukunft standardisiert. 2021 stellen wir auf Mobilarbeit um. Alle können arbeiten, wo sie wollen. Des Weiteren sind unsere Prognosen für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch, wie man so schön sagt. Wir haben die Zeit genutzt, um unsere Markenidentität herauszuarbeiten und unser Marktangebot anzupassen. Zudem freuen wir uns auf zwei, drei schöne Projekte, die im ersten Quartal an den Start gehen.»

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Swen Morath, Wunderman Thompson

«2020 fühlte sich ein bisschen so an als hätte man links und rechts geschaut bevor man den Zebrastreifen überquert, um dann von einem Flugzeug getroffen zu werden. Das Jahr nahm eine sehr dramatische Wendung, die natürlich auch Wunderman Thompson Switzerland stark betroffen und gefordert hat. Aber im Vergleich zu anderen Branchen, wie zum Beispiel im Bereich Event oder Reisen, sind wir glimpflicher davongekommen. Dafür dürfen wir durchaus dankbar sein.

Nachdem die Umstellung auf virtuelle Zusammenarbeit sehr schnell und zumeist reibungslos funktioniert hat, war sicher eine der grossen Herausforderungen, die Kundenbedürfnisse unter den permanent wechselnden Parametern schnell zu adaptieren und in innovativen Konzepten widerzuspiegeln. Gleichzeitig: Wenn man ins kalte Wasser geworfen wird, schwimmt man schneller. Ohne Corona hätte es noch Jahre gedauert, bis wir mit digitalen Tools wie Miro oder Teams so selbstverständlich umgegangen wären.

In Krisen ist Kreativität ein gefragtes Gut und ein wichtiges Werkzeug, um diese zu überwinden. Es braucht neue Ideen, in allen Bereichen. Deshalb bin ich sicher, dass unsere Branche dank ihrer Kreativität jede mögliche Zukunft auch als Chance nutzen kann.

Aber – man wagt es noch gar nicht daran zu denken – mit ziemlicher Sicherheit wird das Ende der Pandemie kommen. Dieses Ende wird hoffentlich sehr viel Energie freisetzen. Anfang des letzten Jahrhunderts kamen nach einem verheerenden ersten Weltkrieg und einer noch schlimmeren Pandemie die berühmten «Roaring Twenties». Ein Boom der Kultur, der Wissenschaft und der Wirtschaft. Ich würde mir wünschen, dass wir am Anfang der neuen «wilden Zwanziger» stehen.»

«Abschalten im Homeoffice ist eine Kunstform, die ich noch nicht exzellent beherrsche»

Mit 2020 ging ein von Herausforderungen geprägtes Jahr zu Ende. Jedoch haben die Schweizer Agenturen auch Chancen genutzt, neue Traditionen erschaffen und wichtige Learnings gezogen. Im zweiten Teil unserer Miniserie berichten Farner, Havas Switzerland, Inhalt und Form, Rod Kommunikation und TBWA\Zürich von ihren Erkenntnissen.

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Das Coronavirus hält mittlerweile seit mehr als einem Jahr die gesamte Welt in Atem und ist auch nicht an der Werbe- und Kommunikationsbranche spurlos vorbeigegangen: Nebst all den Herausforderungen, die durch Homeoffice, stornierte Werbebudgets und geschlossene Geschäfte entstanden sind, gab es jedoch auch viele Chancen und Learnings, welche die Schweizer Agenturen aus der Krise ziehen konnten. In einem ersten Teil der Miniserie haben Equipe, Heimat Zürich, Hinderling Volkart Part of Dept, Jung von Matt Limmat, Ruf Lanz, Serviceplan Suisse und Wirz das sowohl das vergangene wie auch das aktuelle Jahr beleuchtet.

Für den zweiten Teil hat Werbewoche.ch bei Farner, Havas, Inhalt und Form, Rod und TBWA\Zürich nachgefragt. Wie war das Jahr 2020 für die Agenturen? Und mit welchen Vorsätzen haben sie das Jahr 2021 angetreten?

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Philipp Skrabal, Partner und Chief Creative Officer, Farner

«Das Wichtigste vorweg: Meinen rund 200 Kolleginnen und Kollegen geht es gesundheitlich soweit gut. Niemand ist oder war in Kurzarbeit. Wir konnten unseren Umsatz aus dem Vorjahr halten und als Gruppe sogar wachsen.

Persönlich bin ich noch immer sehr beeindruckt, wie schnell wir den Schalter umlegen und im Homeoffice produktiv sein konnten. Mit virtuellen Apèros und Foto-Challenges haben wir im letzten Frühjahr die soziale Distanz überbrückt, uns bei Laune gehalten und Resilienz entwickelt. Der zweite Shutdown fühlt sich anders an, irgendwie normaler, nicht mehr das selbe Gefühl von Ausnahmezustand. Gleiches spüre ich auf Kundenseite. Man kennt es langsam und es nervt. Ich denke oft an die Restaurants, in die ich normalerweise über Mittag gehe, wie zum Beispiel das Bar Basso. Das tolle Team dort tut mir leid. Genauso die vielen Kulturschaffenden. Da sind wir Agenturen privilegiert.

Ich persönlich kann der Situation auch Gutes abgewinnen. Zum Beispiel das nicht mehr Pendeln müssen. Soviel Zeit für Sport hatte ich schon lange nicht. Dummerweise ist auch der Kühlschrank näher als sonst.

Und trotzdem, wir wünschen uns alle nichts sehnlicher, als wieder gemeinsam in denselben schönen Räumen an der Löwenstrasse die Köpfe rauchen zu lassen, gemeinsam Dinge auszuhecken und dann zusammen essen zu gehen. Oder gemeinsam zu feiern.

Das neue Jahr hat gut begonnen – auch wenn Vieles noch länger ungewiss bleiben wird. Die ersten beiden Wochen haben bereits vier neue Kunden gebracht und wir sind personell top aufgestellt. Unser Weg führt konsequent über ein breites Setup – von Werbung, Marketing-, Change- und Unternehmenskommunikation und Branding bis hin zu Public Affairs und Data & Commtech, was uns die Arbeit an hochkomplexen Aufgaben, wie zum Beispiel in der digital getrieben Transformation von Unternehmen, ermöglicht. Und wir verbinden systematisch unsere kreative Power mit unserem Data- und Technologie-Knowhow. Diese vielgepriesene Ko-Kreation zwischen Spezialist*innen auf Agentur- und Kundenseite kommt nicht von selbst. Sie muss kultiviert werden, wenn sie nicht als Schlagwort enden oder ins Mittelmass führen soll. Excellence ist Key, ganz besonders in anspruchsvollen Zeiten.»

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Patrick Beeli, Havas Switzerland

«2020 war für die ganze Branche eine grosse Herausforderung. 2021 wird nicht minder schwierig, da wir die Auswirkungen der Pandemie noch nicht erfassen können. Spannend zu beobachten ist, wie flexibel Kunden und Agenturen in diesen turbulenten und unsicheren Zeiten zusammenarbeiten, ohne dass Qualität und Tempo eingebüsst werden.

Die neuen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Kunden zu meistern haben, stärken die Beziehung zwischen Kunde und Agentur. Diskussionen werden öfter wieder auf Augenhöhe geführt, denn wir sitzen alle im gleichen Boot.»

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Karin Estermann, Inhalt und Form

«Für Inhalt und Form war das Jahr 2020 ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir konnten die anfängliche Unsicherheit rasch in positive kreative Energie umwandeln und mit vielen Ideen und Inputs uns und unsere Kunden durch die neue Situation führen. Ein kleines Beispiel dafür ist die «Restart Switzerland» Initiative, die wir im Lockdown rasch und erfolgreich umsetzten.

Ebenfalls gründeten wir 2020 die Mediaagentur «Iundf Media Impact» welche sich erfolgreich etablierte und wunderbar in die «Iundf Family» eingefügt hat. Im Allgemeinen wurde gerade das Zusammenspiel von Kreation und Technologie in diesem Jahr noch stärker verlangt, was unserer Ausrichtung entgegenkam.

Was uns aber am meisten Freude bereitete sind unsere Mitarbeiter, auf die wir uns auch in dieser Zeit immer voll und ganz verlassen konnten. Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle an unsere Family. Auch schön war, dass es Nachwuchs gab – zwei neue Agentur-Babys kamen 2020 zur Welt.

2020 war für uns ein sehr menschliches Jahr – trotz Social Distancing spürten wir bei Inhalt und Form einen grossen Zusammenhalt. Die grössten Challenges waren für uns, den Agentur-Spirit ins Digitale zu übertragen. Unsere «Prosecco Fridays» fehlen den Mitarbeitern. Neue Formen von Teambuilding waren gefragt. Zudem ist das neue Arbeiten aus dem Home-Office nicht für Jede und Jeden das passende Arbeitsmodell, daher ist es umso wichtiger, jeden Mitarbeiter einzeln abzuholen. Und natürlich musste auch die Planung auf Kunden-Projekten flexibler gestaltet werden.

Aber wir befinden uns immer noch in einer sehr privilegierten Branche. Insgesamt gibt es unendlich viele neue Chancen für uns. Der Online-Konsum wird weiter ausgedehnt werden, daher wird es viel mehr digitale, personalisierte Kampagnen geben, die den Kunden individuell ansprechen und ihm dadurch einem echten Mehrwert geben.

Bei uns selbst haben wir erkannt, dass der Mensch als Wesen sehr anpassungsfähig ist und wir flexibler sind, als wir dachten. Pitchen aus dem Homeoffice ist nun normal, was zuvor kaum vorstellbar war. Locker bleiben und keine Angst haben, muss weiterhin das Motto bleiben. Noch mehr miteinander reden, noch mehr das «Social Life» fördern – trotz Social Distancing. Noch mehr Lachen zusammen, auch wenn es nur durch die Webcam ist. Den Agentur-Alltag und Stress auch im Homeoffice nicht alleine, sondern zusammen bewältigen.

Weiter gilt fürs 2021, dass der Lockdown uns alle offener gegenüber digitalen Interaktionen hat werden lassen. Das Konsumverhalten wird sich noch mehr online verlagern. Der Konsument überlegt sich in Zukunft noch viel exakter, was er wirklich braucht. Daher muss die persönliche Relevanz eines Produktes oder einer Marke für den Kunden klar ersichtlich sein. Es ist unser Job, dies so individuell und kreativ zu bewerben, dass das Produkt den Käufer erreicht.»

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Regula Bührer Fecker, Rod Kommunikation

«2020 ist für Rod im Eiltempo vergangen. Das Grundgefühl war, dass wir alle näher zueinander gerückt sind. Die Corona-Kampagne im Auftrag des BAG hat unser ganzes Team sehr beschäftigt – an allen Tagen und zu fast allen Zeiten. Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem BAG und die Dringlichkeit der Aufgabe haben die Aufwendungen aber immer wieder wett gemacht. Es galt für uns Woche für Woche zu antizipieren, wie sich die Meinungen in der Schweiz entwickeln und wo wir kommunikativ helfen können. Kommunikation wurde 2020 systemrelevant. Das zu spüren, gab uns Sinnhaftigkeit.

Wir hatten, ehrlichgesagt, einfach so viel zu tun, dass wir uns gar nicht so eingehend mit der Krise beschäftigen mussten. Dass das ein Privileg ist, das ist uns allen bei Rod mehr als bewusst. Ab März 2020 waren wir alle im Homeoffice und haben einfach weitergearbeitet. Und weil so viel zu tun war, pendelte sich das schnell ein. Persönlich finde ich es eine Herausforderung, Arbeit und Zuhause zu trennen, weil alles verschmilzt. Abschalten zu können, das ist sicher eine Kunstform im Homeoffice, die ich noch nicht exzellent beherrsche. Wobei mich meine Kinder hier sehr schnell korrigieren, wenn ich mental mit einem Bein im Büro bin.

Die grösste Chance aus der Krise empfand ich darin, dass die Zusammenarbeit mit den Kunden und dem Team auf eine sehr neue, ehrlichere und direktere Basis gestellt wurde. Im Call muss man sehr präsent und aktiv sein, um keine Missverständnisse zu haben. Dass Tools der Zusammenarbeit schneller eingeführt und aktiver genutzt wurden. Ich fand es schön, hier gemeinsam besser zu werden.

In den vergangenen Monaten haben die Schweizer Medien einen super Job gemacht, Rekordzahlen erreicht. Dennoch litten viele unter dem Abfluss der Werbemittel. Die Schweizer Werbeauftraggeber und -agenturen sind auf starke Medien in unserem Land angewiesen. Ich würde mir wünschen, dass sich Auftraggeber dieser Abhängigkeiten wieder bewusst werden, und nicht den Grossteil der Gelder ins Silicon Valley verschieben. Ich bin sonst nicht so protektionistisch oder patriotisch – aber was die Medien angeht, da müssten wir mehr Acht geben, Werte zu erhalten.

Im neuen Jahr beschäftigt uns die Impfkampagne des BAG sehr intensiv. Sie muss laufend auf die neuen Situationen angepasst werden. Ich hoffe persönlich, dass die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiter wachsen wird, und dass wir kommunikativ zum Impfentscheid beitragen können. Daneben arbeiten wir an weiteren spannenden Projekten wie der Relaunch-Kampagne von Annabelle, auf die ich mich selber wahnsinnig freue. Zusätzlich entwickeln wir zusammen mit Helvetas eine neue Kommunikationsstrategie und -umsetzung. Es läuft also einiges – aber wir freuen uns natürlich auch über weitere Anfragen.»

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Matthias Kiess, TBWA\Zürich

«Trotz aller Widrigkeiten hat das Jahr 2020 bei uns in der Agentur viele positive Spuren hinterlassen. Wir wurden alle in einen unerwarteten Lernprozess katapultiert, welcher sich mannigfaltig geäussert hat. Im Vordergrund standen sicherlich die neuen «Ways of Working», die sich sehr schnell manifestiert und etabliert hatten. Aus heutiger Sicht sehe ich das sehr positiv. Das Jahr hat uns zusammengeschweisst und zahlreiche Erfolge, vor allem zum Jahresende, haben dazu beigetragen, dass wir mit viel Positivität ins neue Jahr gestartet sind.

Auch wenn das Jahr gut geendet hat, so hatten auch wir unsere Herausforderungen zu meistern. Umgehende Digitalisierung der Arbeitsformen und der Zusammenarbeit, konsequenter Schutz von Mitarbeitenden, Kunden und Partnern, Aufrechterhalten aller Funktionalitäten und die Sicherung des Geschäftes, um den Arbeitsplatzerhalt zu gewährleisten. Dazu kam, dass wir als Teil einer globalen Struktur viele Stakeholder haben, die sich zwar in guter Absicht involvieren, aber auch nochmals zusätzlich Arbeit machen.

Nebst den behördlichen Vorgaben war sicherlich der Wechsel in den Modus «Working from Anywhere» die einschneidendste Veränderung, die uns getroffen hat – ganz im Positiven. Dennoch glaube ich, dass die Homeoffice-Fatigue doch langsam um sich zu greifen beginnt. Die soziale Interaktion, die weit über geplante Termine hinausgeht, fehlt, und die Stärkung von Kultur und Zusammenhalt fällt zunehmend schwerer. Online-Apéros können beim besten Willen das gemeinsame, physische Feiern nicht einfach ersetzen.

Zum Glück ist die Wirtschaft nicht komplett zum Erliegen gekommen und die meisten unserer Kunden sind in Wirtschaftszweigen tätig, die vielleicht nicht ganz so stark unter die Räder gekommen sind, wie dies bei anderen Marktteilnehmern der Fall war. Gewisse Bereiche haben eine so grosse Dynamik bekommen, so dass sie gar neue Potenziale aufschlossen. Das Konsumentenverhalten hat sich nachhaltig verändert, was sich zum Beispiel auf E-Commerce, Audio als Kanal, Convenience Services, VR/AR oder E-Sports ausgewirkt hat, woraus sich auch für Agenturen neue Chancen ergeben, in neue Geschäftsfelder vorzudringen.

Zugleich suchen Konsumenten aber auch Orientierung, welche ihnen starke Marken, die im Zeitgeist operieren, geben können. Werthaltigkeit und ein noch bewussterer Lebensstil verändern die Bedürfnisse und beschleunigen Veränderungen im Markt.

So muss der Mut zum Wandel gar nicht lange gesucht werden, sondern es gibt gar keine Alternative zur Veränderung. Und diese haben wir weitgehend positiv erlebt. Das dezentrale Arbeiten ist unkompliziert und bringt viel Effizienz. Auch das Hinterfragen des eigenen Businessmodells wurde zusehends zum Erfolgskriterium und hat neues Momentum induziert, welches für uns neue Opportunitäten schafft.

Sobald der Corona-Wahnsinn irgendein Ende hat und wir uns an einer neuen Realität orientieren und normieren können, wird es nochmals ein befreienden Ruck geben, welcher die einen oder anderen beflügeln wird. Wir alle werden ein neues Kapitel aufschlagen, in welchem neues Denken und Handeln gefragt ist. Wer dies erkennt, wird auch davon profitieren.»

«In Zeiten der Verunsicherung wird die Haltung einer Marke noch wichtiger»

Mit 2020 ging ein von Herausforderungen geprägtes Jahr zu Ende. Jedoch haben die Schweizer Agenturen auch Chancen genutzt, neue Traditionen erschaffen und wichtige Learnings gezogen. In einem ersten Teil berichten Equipe, Heimat Zürich, Hinderling Volkart Part of Dept, Jung von Matt Limmat, Ruf Lanz, Serviceplan Suisse und Wirz von ihren Erkenntnissen.

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Das Coronavirus hält mittlerweile seit mehr als einem Jahr die gesamte Welt in Atem. Bald ist es auch in der Schweiz zwölf Monate her, seit die ersten Corona-Infektionen bekannt wurden. Wie bei allen anderen Branchen, ist das Virus auch nicht an der Werbe- und Kommunikationsbranche spurlos vorbeigegangen: Nebst all den Herausforderungen, die durch Homeoffice, stornierte Werbebudgets und geschlossene Geschäfte entstanden sind, gab es jedoch auch viele Chancen und Learnings, welche die Schweizer Agenturen aus der Krise ziehen konnten. Werbewoche.ch hat sich in der Branche umgehört. Wie war das Jahr 2020 für die Agenturen? Und mit welchen Vorsätzen haben sie das Jahr 2021 angetreten?

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Markus Hammer, Equipe

«Das Jahr 2020 war für Equipe herausfordernd und arbeitsintensiv. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden, wie wir es intern und gemeinsam mit unseren Kunden gemeistert haben. Nichtsdestotrotz belastet die Gesamtsituation natürlich auch uns weiterhin. Denn ohne negativ klingen zu wollen: Ich glaube, momentan spüren wir gerade nur den Beginn von dem, was sich nachhaltig verändern wird.

Die grösste Herausforderung dabei ist das sich massive verändernde Kundenverhalten. Die gesamte Lockdown-Situation hat nicht nur das Kaufverhalten massiv verändert, sondern auch den Anspruch an Marken und deren Leistungen und Services.
Viele Unternehmen waren bis vor Kurzem zögerlich, wenn es darum ging, ihre Produkte, Services und Prozesse zu digitalisieren, respektive sich den Herausforderungen einer sich rasant digitalisierenden Welt zu stellen. Das rächt sich jetzt und wird viele Kunden wie auch Agenturen vor grosse Probleme stellen. Denn das Gros der Agenturen ist in erster Linie ein Abbild ihrer Kunden, sowohl in Bezug auf ihre digitale Leistungsfähigkeit als auch ihren Anspruch daran.

Trotzdem bieten sich derzeit aber auch unglaublich viele Chancen, Kunden zielführend weiterzuentwickeln und Aufgaben gemeinsam erfolgreich zu gestalten. Denn Themen wie Marketing Transformation, 1-2-1-Marketing, aber auch der gesamte Aspekt, Kommunikation und Kampagnen aus einem konsequenten Mobile First-Ansatz zu entwickeln oder Social Media als sehr ernstzunehmenden Kanal innerhalb des Sales Funnels zu betrachten, sind nun auch endlich bei den meisten Auftraggebern angekommen.

Hat man vor zwei Jahren gerade zum Beispiel noch über irgendwelche Purpose-Aussagen debattiert, hat sich nun bei vielen Brands in kürzester Zeit eine neue und ernsthaftere Diskussionskultur darüber breit gemacht, was Marken in Zukunft leisten müssen und worin ihre eigentliche Existenzberechtigung liegt. Ich denke, das tut unserer Branche an der einen oder anderen Stelle ganz gut.

Die Corona-Situation hat die Digitalisierung nicht nur massiv beschleunigt, sondern bringt noch viele weitere, teils radikale Veränderungen mit sich. Ganze Branchen und bisher tragfähige Businessmodelle werden verschwinden oder durch neue, digitale Produkte und Services abgelöst. Ich denke, hier sehen wir im Augenblick nur die Spitze des Eisbergs sich kumulierender Veränderungen. Das Wichtigste wird sein, das, was bisher war und teils noch funktioniert, kritisch zu hinterfragen und zielgerichtet zu challengen. Denn der heutige Status Quo bildet lediglich den Nährboden für das, was morgen kommt.

Ich denke, dass dieses Jahr in vielen Dingen ähnlich verlaufen wird wie das letzte. Denn die Krise ist in keinster Weise überstanden. Noch wissen wir nicht, wie sich die Dinge im Detail verändern und im Grossen letztlich fügen werden. Wir bei Equipe sind aber sehr zuversichtlich, dass wir als Agentur und Team mit digitaler DNA auch diese Herausforderung gemeinsam mit unseren Kunden erfolgreich meistern.»

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Nico Ammann, Heimat Zürich

«Für Heimat Zürich war 2020 trotz all seinen Widrigkeiten ein erfolgreiches Jahr. Corona stellt die Welt auf den Kopf. 2021 wollen wir dies nutzen, um uns noch relevanter zu machen. Für Kunden, die auf kreative Lösungen für Veränderung, Fortschritt und Erfolg setzen.»

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Michael Volkart, Hinderling Volkart Part of Dept

«Das Jahr 2020 hatte es für uns in sich – es begann mit einem doppelten Paukenschlag. Im Januar vermeldeten wir, dass wir uns der Agenturgruppe Dept anschliessen. Dann kam, praktisch zeitgleich, der Lockdown und der Beginn der neuen Homeoffice-Ära. Auf der einen Seite waren da die Chancen, die sich im neuen Umfeld von Dept auftaten, und auf der anderen Seite die tägliche Herausforderung, ein Team während der Pandemie zusammenzuhalten, zu motivieren, und den Austausch auch aus dem Homeoffice sicherzustellen. Unserem Anspruch, unseren Mitarbeitenden das Erlebnis zu ermöglichen, sich wirklich als Teil einer globalen Agentur zu fühlen, konnten wir darum noch nicht ausreichend gerecht werden. Zuerst mussten wir uns auf die Stabilität des Teams und auf interne Themen hier in der Schweiz konzentrieren.

Das Spannungsfeld zwischen allen Ansprüchen war enorm und forderte uns zwischenzeitlich stark heraus. Umso wertvoller war es, mit Dept in einer Gruppe aufgehoben zu sein, die zu jedem Zeitpunkt die Komplexität und Sensibilität der Themen und Ereignisse erkannte, uns vollständig vertraute und unternehmerisch handeln liess.

Die Verunsicherung durch Corona hielt sich wirtschaftlich glücklicherweise im Rahmen – nicht zuletzt dank unserem ausgeglichenen Kunden- und Projektmix. Auch spürten wir einen grossen Drang der Kunden nach Innovation und Digitalisierung, was uns neue Anfragen und Projekte eröffnete. Im Dept-Kontext wurde auf Corona schnell, unbürokratisch und umfassend reagiert und kommuniziert, was uns Sicherheit gab.

So war das Jahr 2020 für uns ein Jahr, in dem wir vor allem stabilisierend wirkten und uns in eine sichere und gute Startposition für 2021 bringen konnten. Das frisch begonnene Jahr werden wir nutzen, um ein weiteres Kapitel aufzuschlagen. Wir freuen uns auf die Chance, mit Dept in einem internationalen Kontext die Kombination von Kreativität, Technologie und Daten für unsere Weiterentwicklung und jene unserer Kunden zu nutzen. Wir sind voller Tatendrang um neue, umfassendere Projekte zu starten, Disziplinen zu verknüpfen und unsere Stärken in einen grösseren Kontext zu stellen. So lernen wir auf allen Ebenen dazu und erschliessen neue Felder.»

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Roman Hirsbrunner, Jung von Matt Limmat

«2020 war eine Herausforderung. Und das auf individueller und kollektiver Ebene. Es war aber auch eine Herausforderung, die wir als Agentur gemeinsam gemeistert haben.

Natürlich haben auch wir uns im Frühling 2021 die Frage gestellt, wie das Arbeiten in einer veränderten Welt funktioniert. Entsprechend haben wir viel investiert, damit wir sowohl mit und für unsere Kunden als auch mit und für unsere Mitarbeitenden die notwendigen Veränderungen in Gang bringen. Und das in Form und Inhalt: Remote und digital miteinander zu arbeiten ist mittlerweile zum eingespielten Alltag geworden – Stichwort «work from anywhere» – und auf inhaltlicher Basis konnten und durften wir mit vielen unserer Kunden strategisch in die Zukunft blicken.

Was wir 2020 gelernt haben: Es lohnt sich immer, iterativ zu arbeiten, Prototypen zu bauen, die man konstant verändert und verbessert. Vor allem in Zeiten grosser Unsicherheit muss man sich genau diesen Umstand zu nutzen machen. Nichts muss, alles kann. Das haben wir auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden gelebt: Schnell, agil und hierarchiearm an Ideen arbeiten und diese in kürzester Zeit umsetzen. Und 2020 hat uns auch gezeigt, wie wichtig und herausfordernd es ist, eine Kultur auch in den Zeiten zu leben, die man nicht zusammen verbringt. Kultur in den digitalen Raum umzumünzen braucht viel Engagement und die Bereitschaft, nichts mehr als selbstverständlich zu verstehen.

2021 steht für uns im Zeichen von Exzellenz und Momentum. Eine Arbeit, ein Projekt, eine Idee wird erst dann exzellent, wenn sie im richtigen Zeitpunkt gedacht, umgesetzt, wahrgenommen wird. Wir arbeiten weiterhin konstant an unserem Setup und unserer Kultur, damit der Nährboden für Inspiration und exzellente Ideen garantiert ist. Unser Kreativ-Ökosystem wächst und mit ihm wachsen auch viele neue Chancen. Für unsere Mitarbeitenden wie auch für unsere Kundinnen und Kunden.»

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Markus Ruf, Ruf Lanz

«Am 2. Januar 2020 sass ich mit meiner Liebsten in Ferienlaune auf der Terrasse des Mandarin Oriental in Singapur und hörte das erste Mal von einem neuartigen Virus aus China. Damals bestand das einzige nötige Schutzkonzept aus dem grosszügigen Einnebeln mit Moskitospray. Heute ist die Welt eine andere. Bezogen auf Ruf Lanz: Ganze Präsentationen waren plötzlich Makulatur, vieles musste neu aufgegleist werden. Unser Motto dabei: Kreieren statt lamentieren.

Nur drei Beispiele: Für die VBZ haben wir die Farben der abgesagten Zurich Pride mit den Tramlinien trotzdem auf die Strasse gebracht – für ein tolerantes, buntes Zürich. Für Hiltl haben wir die Schutzmassnahmen pointiert mit der tierfreundlichen Haltung des Vegi-Pioniers verknüpft. Und für die Stiftung Tier im Recht nutzten wir die Zeit des Innehaltens für einen Denkanstoss zum Wildtier-Tourismus.

Wir sind überzeugt, dass in Zeiten der Verunsicherung die Haltung einer Marke noch wichtiger wird. Die Menschen wollen wissen, wofür sie steht und welchen Beitrag sie für die Gesellschaft leistet. Diesen Beitrag überraschend und smart zu inszenieren, bleibt 2021 unser Ziel.»

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Raul Serrat, Serviceplan Suisse

«Die Situation im Jahr 2020 war für uns alle unverhofft und radikal. Wir dachten zuerst, dass der Lockdown und damit das Homeoffice die Kreativität im Keim erstickt. Doch durften wir feststellen, dass das nicht der Fall war. Das plötzliche Arbeiten von zu Hause aus, hat erstaunlich gut geklappt. Kreativität erschafft und findet immer neue Lösungen und Wege, damit es weitergeht. Die eingespielten Teams haben online kreativ weitergearbeitet. Krisensituationen bringen oft ans Licht, ob Menschen wirklich konstruktiv zusammenabreiten, wir sind diesbezüglich sehr stolz auf unsere Kolleginnen und Kollegen.

Aber es war sicherlich ein merkwürdiges Jahr und uns allen fehlt der persönliche Kontakt untereinander. Die Agenturkultur einigermassen am Leben zu erhalten, war und ist für uns als Führungskräfte wohl eine der grössten Herausforderungen in dieser Zeit. Der Austausch unter Menschen schafft Raum für neue Ideen, in der Agentur geschieht dies ganz von selbst, im Homeoffice muss man sich explizit dafür Zeit nehmen. Unser Bewusstsein, wie wichtig die Stimmung am Arbeitsplatz für kreative Menschen ist, ist noch grösser geworden, wir werden diese weiterhin sorgfältig pflegen. Ich glaube zudem auch fest, dass diese Situation ein paar Erkenntnisse mit sich bringt, die wir in Zukunft beibehalten und kultivieren werden. Und ab dem zweiten Halbjahr 2021 wird es einiges nachzuholen geben: auf gemeinsame Kaffeepausen, Aperos und Parties freuen wir uns alle sehr.»

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Petra Dreyfus, Wirz

«2020 war wohl eines der aussergewöhnlichsten Jahre, welches wir als Agentur erlebt haben. Trotz allen Widrigkeiten sind wir jedoch dankbar und stolz, dass wir ein geschäftlich erfolgreiches Jahr hinter uns bringen durften. Möglich gemacht wurde dies besonders durch das Vertrauen und die Flexibilität unserer bestehenden Kunden und tollem Neugeschäft und natürlich unseren Mitarbeitenden, die 2020 bewiesen haben, dass echtes Teamwork auch in extremen Situationen funktioniert.

Besonders im Frühjahr 2020 wurde unsere Welt auf den Kopf gestellt: monatelang erarbeitete Kampagnen und Projekte mussten, teilweise kurz vor Lancierung, abgesagt oder komplett neu gedacht werden, damit sie in Tonalität und visueller Erscheinung der aktuellen Situation entsprachen. Neben diesen anspruchsvollen Aufgaben mussten wir uns als Agentur daran gewöhnen, dass Planung, wie wir sie bis anhin kannten, nicht mehr möglich war. Auch intern mussten wir in diesem Jahr auf viele liebgewordene Rituale verzichten.

Wie viele andere Schweizer Unternehmen haben jedoch auch wir uns bewiesen, dass vieles, was bis anhin als «unrealistisch» oder «funktioniert nicht» abgetan wurde, sehr wohl klappt. Wir haben vieles bezüglich Digitalisierung am Arbeitsplatz gelernt und schätzen diese Modernisierung. Interne Rituale und Events, die wir nicht wie gewohnt durchführen konnten, wichen anderen, innovativen Formen des Teambuildings und Unterhaltung: so führten wir beispielsweise ein internes Online-Jassturnier durch.

Auch haben wir uns bewiesen, dass wir flexibler sind, als wir vielleicht dachten. Uns wurde erneut bestätigt, dass wir unglaublich innovative und anpassungsfähige Mitarbeitende beschäftigen, die sich mit Disziplin und Kreativität durch den Pandemie-Arbeitsalltag kämpfen. Als Kreativagentur ist uns jedoch klar, dass Homeoffice Grenzen hat und kein Ersatz ist für persönlichen und kreativen Austausch. Wir Menschen brauchen einfach echte Gemeinschaft.

2021 ist unser weiterhin wichtigstes Anliegen, in noch mehr hoch qualifizierte, motivierte und begeisterungsfähige Mitarbeitende zu investieren. Mit Kathrin Jesse, die im April von DDB Berlin zu uns stösst, dürfen wir beispielsweise die Leitung unserer Strategieabteilung mit einer absoluten Traumbesetzung neu positionieren. Auch mit unseren geschätzten Kunden haben wir natürlich vieles vor. Wir verraten nur so viel: Es liegen bereits einige Highlights im Köcher.»

Eat your veggies!

Die niederländische Gemüsemarke HAK hat zusammen mit DDB Unlimited einen Teller entwickelt, der Kinder dazu bringen soll, mehr Gemüse zu essen.

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Kinder essen im Durchschnitt die Hälfte der von Gesundheitsexperten empfohlenen Tagesdosis an Gemüse, ein weit verbreitetes Problem am Familien-Esstisch. Da die Überzeugungsarbeit von Eltern nur bis zu einem gewissen Grad effektiv ist, braucht es andere kreative Lösungen – denn nicht zuletzt isst auch das Auge mit. Dabei sind bei weitem nicht alle effektiv.

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Die Gemüsemarke HAK hat dies ebenfalls erkannt und deshalb «The Helping Plate» lanciert – einen Teller, der Kindern hilft, mehr Gemüse zu essen, ohne dass diese es realisieren. Das Design des Tellers folgt wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche die Universität Wageningen in diesem Gebiet erarbeitet hat.

 

Täuschung in Tellerform

Der Teller sieht nicht aus wie en typischer Kinderteller, was auch so beabsichtigt ist. Denn Kinder kopieren in vielen Situationen das Verhalten ihrer Eltern, und dies fällt ihnen wesentlich leichter, wenn sie von einem ähnlichen «Erwachsenenteller» essen. Ausserdem bringt ein weiterer Designtrick die Kinder unbewusst dazu, mehr Gemüse zu essen: Die Grösse des Tellers und die Vertiefung an einer bestimmten Stelle sollen einerseits die Portionengrösse künstlich verkleinern, andererseits soll eine Farbschattierung das Gemüse ansprechender aussehen lassen.

DDB Unlimited hat die Idee des «Helping Plate» entwickelt und zeichnet ausserdem für die Kampagne verantwortlich. Der Teller wird in den Niederlanden von Royal Goedewaagen produziert und über das Kaufhaus de Bijenkorf vertrieben. Ob der Trick bei den Kindern funktioniert, bleibt fraglich – ein Versuch ist’s aber auf jeden Fall wert.

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Weine nicht um vergossene Milch

Am Mittwoch hat Donald Trump das Weisse Haus verlassen. Zu seinem Abtritt erhält der abgewählte US-Präsident eine klare Ansage von der veganen Milchmarke Rebel Kitchen.

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Um die Markteinführung der organischen Barista Mylk in Grossbritannien zu bewerben, hat Rebel Kitchen zusammen mit ihrer Agentur Grey London eine OOH-Kampagne mit einem kleinen Twist gestartet. Normalerweise versteckt der Brand Sticheleien gegen Tiermilchprodukte in seinen Kampagnen.

Im Rahmen der Inauguration 2021 wollte das Unternehmen, das für seine kompromisslose Einstellung zu ethischen Fragen bekannt ist, aber für einmal eine etwas andere Botschaft senden. So wurden im Januar Sujets lanciert, die von einer zuerst völlig normalen Werbung zu einer klaren Ansage an den mittlerweile nicht mehr amtierenden Präsidenten Trump verblenden.

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Die vergessene Pandemie

TBWA und die finnische Krebsgesellschaft machen auf diejenige «Pandemie» aufmerksam, welche bereits längst für bis zu über acht Millionen Todesfälle jährlich verantwortlich ist.

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Rauchen kostet jährlich mehr als acht Millionen Personen weltweit das Leben – Tendenz steigend. Obwohl die Gefahren des Rauchens schon längst weltweit bekannt sind, wird verhältnismässig wenig über diese «Pandemie» gesprochen, deren Sterblichkeitsrate kontinuierlich steigt.

Die Cancer Society of Finland möchte dies ändern und hat deshalb eine Awareness-Kampagne gestartet, die an die Covid-19-Pandemie anknüpft. Die Masken-Visuals haben zwar in Anbetracht der aktuellen Situation etwas Vertrautes an sich – sollen aber trotzdem verstören. Denn die vermittelte Botschaft ist ernst: Mit dem Rauchen aufzuhören ist jetzt wichtiger und dringender als jemals zuvor.

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«Am Ende des Tages ist jede Kampagne ein Herzensprojekt»

Gaby Füchslin, CEO/Geschäftsleiterin bei Spinas Civil Voices, stellt sich unseren 13 Fragen.

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1. Die beste Schweizer Kampagne aller Zeiten?

Ich weiss nicht, ob es die beste Schweizer Kampagne aller Zeiten ist, aber die Spots von Galaxus treffen den Nerv der Zeit wie schon lange keine mehr.

 

2. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?

Die grössten Energiefresser in einem Unternehmen: Machtspiele und Intrigen.

 

3. Wie wissen Sie bei einer Idee, dass sie gut ist?

Hundertprozentig sicher kann man sich nie sein. Doch wenn solide strategische Überlegungen vorausgegangen sind und kreative Köpfe darüber gebrütet haben, braucht es nur noch den Bauch. Sobald dieser reagiert, ist es ein fast untrügliches Zeichen, dass die Idee an der Wand gut ist.

 

4. Wieso entsprechen Sie nicht den gängigen Klischees eines Werbers?

Ich würde sagen, dass das Interesse an den Themen unserer Kunden bei mir tiefer und intensiver ist. Anders, als wenn ich für ein Smartphone oder eine Automarke werben würde. Natürlich gibt es auch innerhalb unseres Portfolios Unterschiede, aber am Ende des Tages ist doch jede Kampagne ein Herzensprojekt.

 

5. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie auf der Strasse oder im Fernsehen eine Kampagne sehen, die aus Ihrer Feder stammt?

Manche Kampagnen berühren mich in diesem Moment als Mensch. Dann weiss ich, dass wir einen richtig guten Job gemacht haben, und spende.

 

6. Die wichtigste Person in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Mit Sicherheit Lorenz Spinas. Das klingt jetzt zwar etwas klischeehaft, trotzdem stimmt’s. Als ich damals als Beratungsgruppenleiterin in seiner Agentur anfangen durfte, hätte ich wahrscheinlich jeden für verrückt erklärt, der mir prophezeit hätte, dass ich einmal Geschäftsleiterin und Mitinhaberin von Spinas Civil Voices werden würde. Es war ein spannender und lehrreicher Weg. Für dieses Vertrauen bin ich ihm sehr dankbar.

 

7. Was war das Beste, das Sie in den letzten fünf Jahren getan haben?

Ja zu sagen zur Partnerschaft. Seit Anfang Jahr sind Lorenz Spinas, Susi Kammergruber, Steph Huwiler und ich Mitinhaber der Agentur. Der Weg dahin hat uns alle einen grossen Schritt weitergebracht und zusammengeschweisst. Lorenz und Steph sorgen für herausragende Ideen und wir beiden Frauen managen operativ.

 

8 — Schon mal überlegt, die Werbebranche zu verlassen?

Wäre ich vor knapp 15 Jahren nicht an Spinas Civil Voices geraten, hätte ich damals einen anderen Weg eingeschlagen. Die Sinnhaftigkeit im Berufsleben ist für mich sehr wichtig. Jetzt habe ich das Glück, mich jeden Tag mit Themen befassen zu können, die mir selber am Herzen liegen.

 

9. Welche Rolle spielen Awards in der Werbebranche?

Wohl nach wie vor eine wichtige. Bei unseren Kampagnen ist jedoch die Resonanz in der Bevölkerung die wichtigste Messlatte – der Response und das Engagement, das wir auslösen. Deshalb reichen wir kaum Arbeiten ein. Umso überraschender war der Gewinn des SDV Lifetime Awards in diesem Jahr, was uns natürlich unheimlich gefreut hat. Es ist schön zu wissen, dass auch die Kolleg*innen aus der Fachwelt unsere Arbeit toll finden.

 

10. Wieso gibt es in den Führungsetagen der Schweizer Werbebranche nicht mehr Frauen?

Ich denke, das betrifft nicht nur die Werbebranche. Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, ist für Frauen immer noch eine grosse Challenge. Und sie getrauen sich zu selten, auch mal die Ellenbogen auszufahren.

 

11. Was wollen Sie unbedingt noch erreichen?

Inhaltlich versuchen wir sowieso jeden Tag, die Welt ein wenig besser zu machen. Formal haben wir uns auf die Fahne geschrieben, das digitale Fundraising auf ein höheres Level zu hieven, sowohl strategisch wie auch operativ.

 

12. Haben Sie ein Vorbild?

Kein bestimmtes. Oft kommt mir zur rechten Zeit die richtige Person in den Sinn, bei der ich mich frage: Wie würde sie es machen? Das Spektrum reicht von meiner Grossmutter bis hin zu Speedy Gonzales.

 

13. Das beste Buch, das Sie in letzter Zeit gelesen haben?

Die Service Public Revolution von Cédric Wermuth und Beat Ringger. Ein bemerkenswertes Buch mit sinnvollen Denkanstössen, wie der nötige Wandel in der Welt doch noch möglich sein kann.

Gaby Füchslin ist seit einem Jahr Geschäftsführerin und Partnerin bei Spinas Civil Voices. Richtigen Werbeboden
unter den Füssen betrat sie in den 90er-Jahren bei der damals grössten Schweizer Dialogmarketing-Agentur Fisch.Meier.Direkt, die später in Publicis integriert wurde. Nach zahlreichen Jahren und dem Aufstieg von der Produktionerin zum Geschäftsleitungsmitglied entschied sie sich zum Karriereschnitt. Ohne Plan, dafür mit einer grossen Portion Abenteuerlust im Gepäck, reiste sie ein Jahr lang durch die Welt und landete kurz nach ihrer Rückkehr bei Spinas Civil Voices. Seither erlebt sie ihren Arbeitsalltag als inspirierendes Teamwork mit motivierten Leuten, die die Welt verbessern möchten.

Das Glück begünstigt den Genügsamen

Mother London und Ikea greifen in einer aktuellen Kampagne die positiven Aspekte von sparsamen und nachhaltigen Verhaltensweisen im Haushalt auf.

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Der einminütige Spot beginnt mit einem Meteor, der sich in bedrohlicher Geschwindigkeit auf die Welt zubewegt. Bei näherem Hinschauen wird klar, dass es sich um einen gigantischen Abfallberg handelt. Auf der Erde werden mittlerweile im Fernsehen die beunruhigenden Neuigkeiten kommuniziert, so auch im Haushalt einer jungen Familie. Als die junge Tochter aber ihre Kopfhörer aufsetzt, werden die schlechten Nachrichten ausgeblendet, und «Make it Better» von The Barons beginnt zu spielen. Mit dieser musikalischen Unterlegung zeigt der Spot nun all die umweltfreundlichen Verhaltensweisen der gesamten Familie, die zu einer Reduktion von Abfall und Energie beitragen. Durch diese Taten brechen immer wieder grosse Teile aus dem Müllberg heraus, woraufhin dieser immer weniger bedrohlich wird und schlussendlich nur noch aus einer einzelnen zerdrückten Plastikflasche besteht – das letztendlich wohl am schwierigsten anzugehende Problem.

Mit dieser international gestreuten Nachhaltigkeitskampagne sprechen Ikea und Mother London über die positiven Auswirkungen einer nachhaltigen Lebensweise. Die Video-Kampagne wird unterstützt mit OOH-Plakaten, die ökologische Ikea-Produkte anpreisen.

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«Die ersten Wochen waren ruhig – dann war plötzlich Weihnachten»

Mit «Wir haben nur ein Klima» für die Basler Kantonalbank geht die erste grosse Kampagne von Mona und Mateo live. Werbewoche.ch hat sich bei der noch jungen Basler Agentur erkundigt, wie es ihr im ersten halben Jahr ergangen ist.

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Mit Schutzmaske und Fischauge: Mona Fluri (mit Pony und Brille), Mateo Sacchetti und Nicole Waldis. (GIF: zVg.)

Mitten im Corona-Sommer haben die beiden damaligen Rod-Creatives Mona Fluri und Mateo Sacchetti den Schritt in die Selbständigkeit gewagt: Am 1. Juli 2020 ging ihre eigene Agentur «Mona und Mateo» an den Start – ein mutiges Wagnis, in unsicheren und herausfordernden Zeiten eine solche Entscheidung zu treffen. Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen, und die junge Agentur hat soeben eine gross angelegte Nachhaltigkeitskampagne für die Basler Kantonalbank lanciert (Werbewoche.ch berichtete). Was hat sich für die beiden Kreativen in dieser Zeit geändert?

 

Werbewoche.ch: Mona und Mateo gibt es nun bereits seit sechs Monaten. Wie sind die ersten Monate der Selbständigkeit vorübergegangen?

Mateo Sacchetti: Sehr schnell und sehr intensiv. Die ersten Wochen waren ruhig. Dann hat das Telefon ein paar Mal geklingelt. Dann war plötzlich Weihnachten.

 

Sie haben Ihre Agentur inmitten einer weltweiten Pandemie gestartet – das war bestimmt nicht einfach. Welche Auswirkungen hatte die Situation auf Ihr Schaffen?

Wir haben Corona nicht wirklich als zusätzliche Herausforderung wahrgenommen. Wir hatten schlicht nicht die Zeit, gross darüber nachzudenken. Wir hoffen, dass das so bleibt.

 

Welche Entwicklungen gab es bei Mona und Mateo bisher?

Wir sind zu zweit gestartet – ohne Kunden und ohne Räumlichkeiten. Mittlerweile dürfen wir unter anderem für die Basler Kantonalbank, Ewz und Modissa arbeiten. Im Oktober sind wir in eine hübsche, kleine Agentur im Gundeli gezogen. Ausserdem hat per Januar 2021 Nicole Waldis bei uns als Grafikerin angefangen. Wir wollen dieses Jahr noch weiterwachsen, gehen das aber bewusst langsam an.

 

Ihr Anspruch ist, «neue Werbung» anzubieten. Konnten Sie dies bereits in Ihre Arbeit einfliessen lassen?

Ja, wir denken schon. Gerade bei der Zusammenarbeit haben wir entsprechendes Feedback von unseren Kunden erhalten. Das motiviert, den Anspruch an uns selbst hoch und das Versprechen «neue Werbung» an unsere Kunden einzuhalten. Wir arbeiten weiterhin hart daran.

Wir verabschieden uns in die Weihnachtspause

Mit dem Newsletter vom Freitag verabschiedet sich die Redaktion in die Weihnachtspause. Wir sind aber schon bald wieder da: Der erste Newsletter im neuen Jahr erscheint am 4. Januar 2021.

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Ein herausforderndes Jahr 2020 geht zu Ende. Wir nutzen die verbleibende Zeit, um unsere Energiespeicher wieder aufzufüllen und hoffen, dass auch Sie sich etwas erholen können. Wir wünschen Ihnen wundervolle Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleiben Sie gesund! Wir freuen uns, wenn Sie uns auch im neuen Jahr die Treue halten!

 

Ihr Redaktions-Team

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