Journalist:innen-Barometer: Hohe Ansprüche trotz wirtschaftlichem Druck

Eine aktuelle Umfrage von Marketagent und Farner zeigt, dass Schweizer Journalist:innen trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen hohe Ansprüche an ihre Arbeit haben. Die Mehrheit der Befragten sieht ihre Arbeit als wichtigen Einflussfaktor auf gesellschaftliche Trends. Es wird aber auch ein Rückgang journalistischer Standards beobachtet wegen den Einsparungen in den Medienhäusern.

(Symbolbild: Unsplash.com)

Das Journalist:innen-Barometer 2025 von Marketagent und Farner | Team befragte mehr als 500 Medienmacher:innen aus dem DACH-Raum, wie sie den Wandel in der Medienwelt persönlich erleben.

Auf die gesellschaftsrelevante konkrete Frage, was die Schweizer Medien gegen die zunehmende Polarisierung tun könnten, nennen beispielsweise über 85 Prozent eine sachliche und faktenbasierte Berichterstattung sowie die Aufdeckung von Fake News. Drei von vier sprechen sich für eine Vermeidung von Sensationsjournalismus aus. Ihre Alltagsrealität beschreiben die Befragten aber im gesamten DACH-Raum anders: 77 Prozent aller befragten Journalist:innen beklagen, dass die Einsparungsmassnahmen ihnen nicht erlaubten, journalistische Standards einzuhalten. Und jede:r dritte Schweizer Journalist:in gibt zu, dass sich die Bedeutung der Seriosität in der Arbeitsweise eher verringert hat.

(Grafiken: Journalist:innen-Barometer/Farner/Marketagent)

Medien beeinflussen gesellschaftliche Trends

Ihre Wirkungsmacht sieht die Mehrheit der Befragten als gross. Knapp 95 Prozent bezeichnen den Journalismus als Kraft, die bewusst oder unbewusst gesellschaftliche Trends beeinflussen kann. Eine überwiegende Mehrheit (92 Prozent) ist zudem der Meinung, dass sie einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten kann. Stellt man die kritische Frage, ob Journalist:innen in der Schweiz bewusst Trends beeinflussen sollen, bemühen sich die Befragten um Zurückhaltung: 65 Prozent sagen «eher nicht» oder «nein, auf keinen Fall». Etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) findet, Fakten müssen im Vordergrund stehen, persönliche Standpunkte dürfen aber situativ mitschwingen.

Schwindender Einfluss von Print und Radio

Über 90 Prozent der Schweizer Journalist:innen geben an, dass die Print-Medien an Relevanz verloren haben. Rund 70 Prozent sehen einen Bedeutungsverlust beim Fernsehen und fast 60 Prozent beim Radio. Hingegen gewinnen nach Meinung der Journalist:innen Social Media (fast 85 Prozent), Online und digitale Plattformen (mehr als 75 Prozent) sowie Podcasts (fast 80 Prozent) an Gewicht. Der Bedeutungsverlust klassischer Medien schlägt sich auch auf die Prägung der öffentlichen Meinung nieder. 77 Prozent sehen die sozialen Medien heute an der Spitze der meinungsmachenden Medien und 70 Prozent die digitalen Plattformen.

Das Fernsehen hat aus Sicht von knapp der Hälfte weiterhin prägenden Einfluss auf die öffentliche Meinung (48 Prozent), Printmedien dagegen nur noch aus Sicht von rund 40 Prozent. Deutlich abgeschlagen ist das Radio, nur 25 Prozent trauen ihm heute noch Deutungshoheit zu. «Was wir sehen, ist ein klarer Paradigmenwechsel: Was früher Leitmedium war, verliert an Strahlkraft», erklärt Marketagent-Founder Thomas Schwabl. «Social Media und digitale Newsformate haben sich zum mächtigsten Meinungsmacher entwickelt, während klassische Medien an Boden verloren haben. Das verändert nicht nur die Reichweite, sondern auch die Regeln des Journalismus.»

Für viele immer noch ein Traumberuf

Trotz aller Herausforderungen: Mehr als jede:r zweite Schweizer Befragte ist optimistisch, dass die Arbeitsplätze sehr oder eher sicher sind. Und wer noch im Beruf tätig ist, arbeitet aus Leidenschaft, stellt das Journalist:innen-Barometer fest. 63 Prozent bezeichnen ihren Job als Traumberuf.

«Schweizer Journalistinnen und Journalisten reflektieren ihre gesellschaftliche Rolle mit grossem Bedacht», kommentiert Farner-Partner Toby Felder die vom Barometer 2025 erhobenen Antworten. «Die Ergebnisse bestätigen aber auch, dass es Journalist:innen durch den wirtschaftlichen Druck zunehmend schwerfällt, diese Rolle zu erfüllen.»


In Zusammenarbeit mit Farner | Team Farner hat das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent vom 3. bis 16. März 2025 über 500 Medienschaffende im DACH-Raum, darunter 168 Journalist:innen aus der Schweiz, mittels CAWI (Computer Assisted Web Interviews) befragt.

Swiss Media Forum 2025 über Meinungsfreiheit, KI und geopolitische Spannungen

Am 15. und 16. Mai beschäftigt sich das Swiss Media Forum im KKL Luzern mit Themen rund um die bedrohte Meinungsfreiheit, KI und deren Anwendung, die Kommunikation in der Zeitenwende und geopolitische Spannungen.

Impressionen vom Swiss Media Forum 2023 in Luzern. (Bild: SwissMediaForum/Severin Bigle)

Eröffnet wird das Swiss Media Forum von der US-Karikaturistin Ann Telnaes, deren Jeff Bezos-Karikatur in der Washington Post nicht veröffentlicht werden durfte. Pia Guggenbühl, Geschäftsführerin des Verlegerverbands Schweizer Medien VSM, und Präsident Andrea Masüger geben Einblicke in die Krise und Zukunftsperspektiven der Schweizer Medien. Und Hans-Peter Nehmer, CCO Allianz Versicherungen, referiert über die Unternehmenskommunikation in der Zeitenwende.

Ausserdem werden Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft über aktuelle Themen sprechen, darunter der neue SNB-Präsident Martin Schlegel sowie auch Bundesrat Ignazio Cassis, der in einem Interview zur geopolitischen Lage Stellung nimmt.

Anwendungsbeispiele von KI in der Privatwirtschaft und im Journalismus werden von Fachpersonen wie Norman Nielsen, KI-Spezialist und ehemaliger Zalando-Manager, beispielhaft vorgestellt. Und auch dieses Jahr gibt es die Elefantenrunde, bestehend aus den Führungskräften der fünf grössten Schweizer Medienhäuser. Unter Leitung von Matthias Ackeret diskutieren Felix Graf (NZZ), Susanne Wille (SRG SSR), Pietro Supino (TX Group), Marc Walder (Ringier) und Michael Wanner (CH Media) über die Zukunft der Medien.

Drei Breakoutsessions vertiefen Themen wie die Perspektiven junger Medienschaffender, die Medienkompetenz der nächsten Generation und die Unternehmenskommunikation in der Zeitenwende. Das Forum wird erneut von Maria Victoria Haas moderiert. Weitere Informationen und das vollständige Programm sind auf der Website des Swiss Media Forum verfügbar.

Big Time in Bern: Republica und Bernexpo feiern die neue Festhalle

Nach rund zehn Jahren Vorbereitungszeit wurde Ende April die neue Festhalle in Bern eröffnet. Republica hat in Zusammenarbeit mit Bernexpo eine Eröffnungskampagne für den neuen Event-Leuchtturm lanciert.

Die neue Festhalle katapultiert den Event-Standort Bern mit Raum für Kulturanlässe, Shows, Kongresse, Messen, Konzerte und weitere Veranstaltungen für bis zu 9000 Personen auf ein neues Level. Republica begleitet das LiveCom-Unternehmen Bernexpo seit rund zehn Jahren bei der strategischen Markenführung der neuen Festhalle – von der Baukommunikation über das Branding bis hin zur Verabschiedung der alten Festhalle mit dem «Bye Bye Fest».

Das Motto zur Eröffungskampagne «Big Time in Bern» sollte die Bedeutung der neu gebauten Multifunktionshalle unterstreichen und Vorfreude wecken. Die aktivierende Frage «Are you ready for Big Time?» erschien auf Plakaten, Ads und Social Media. Dabei wurde die Zielgruppe dazu animiert, Clips einzureichen, in denen sie sich für «Big Time in Bern» bereit machte. Dazu gehörten auch Prominente wie Fussballer Christian Fassnacht, Kontorsionistin Nina Burri oder die Radiomoderatoren und Comedians Moser und Schelker.

Flankierend erstreckte sich ein Aktivierungs-Wettbewerb für «Big Time»-Tickets bis hin zur Eröffnung. Die Kampagne gipfelte am Event selbst, an dem auf einer riesigen Leinwand die besten Video-Beiträge als spektakulärer Imagefilm zu sehen waren.

Republica-CEO Bala Trachsel blickt zufrieden auf das Resultat der jahrelangen Arbeit: «Ich freue mich sehr, dass die gesamte Fülle des neuen Markenauftritts, den wir im Auftrag der Bernexpo erarbeitet haben, nun endlich vollumfänglich zum Tragen kommt.» Bernexpo-CMO Lea Frisch ergänzt: «Zusammen mit Republica haben wir die neue Festhalle als das inszeniert, was sie ist: Eine relevante Entertainment-Marke, eine Gastgeberin, eine Initiatorin, eine Vernetzerin und damit eine eigenständige Playerin, die neue Wege geht.»


Verantwortlich bei Republica: Creative Direction: Florian Birkner, Art Direction Branding: Annina Mettler, Art Direction Campaigning: Pascal Herzog, Beratung: Lara Gross, Markentstrategie: Bala Trachsel, LiveCom: Nora Müller, Stephanie Frei, Text/Konzept: Désirée Sattler, Simon Leray, Re Wilk, Danielle Hausmann, Motion: Nina Hofmann, Design: Tamara Lüthi, Content Concept: Valerie Koenen, Visual Storytelling: Fabienne Homberger, Video: Benoit Perritaz.

Marketer würden zusätzliche Arbeitszeit in Kreativität investieren

Eine aktuelle Umfrage unter Marketingverantwortlichen aus Deutschland und der Schweiz zeigt, wie Technologien wie KI bereits heute den Arbeitsalltag in der Branche beeinflussen. Trotz der weit verbreiteten Diskussion über Personalisierung und Automatisierung ist der kreative Anteil im Marketing weiterhin zentral.

(Grafik: Techconsult-Umfrage im Auftrag von Adobe unter 206 Marketers aus DE und CH, April 2025)

Laut der Studie von Adobe und Techconsult verbringen rund 51 Prozent der Befragten mehr als ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit kreativen Aufgaben, wobei 22 Prozent sogar mehr als die Hälfte ihrer Zeit dafür aufwenden. Wenn Marketer zusätzlich eine Stunde Zeit pro Tag hätten, würden 36 Prozent diese für kreative Arbeit nutzen, während rund 24 Prozent mehr Zeit für strategische Aufgaben investieren würden.

Planung, Content und Meetings

Der Alltag im Marketing bleibt dennoch geprägt von Multitasking: Strategieentwicklung, Content-Produktion, Analyse sowie Meetings machen über 70 Prozent des täglichen Arbeitsaufwands aus. Besonders auffällig ist die hohe Offenheit der Befragten für den Einsatz von KI zur Automatisierung von Aufgaben wie Reportings (20 Prozent), Social-Media-Planung (19 Prozent) und Content-Erstellung (16 Prozent).

Offen für Automatisierung

Auch zeigt die Umfrage, dass Marketer KI als Tool betrachten, das ihre Arbeit erleichtert und verbessert. So ist die Offenheit für den Einsatz von KI gross – und das über alle Tätigkeitsbereiche hinweg. Am häufigsten genannt werden Reportings und Performance-Analysen (20 Prozent), Social-Media-Planung und -Postings (19 Prozent) sowie Content-Erstellung (16 Prozent). Aber auch klassische Felder wie E-Mail-Marketing (14 Prozent), Lead-Generierung und Kundenkommunikation (je 10 Prozent) sowie Mediaplanung (9 Prozent) gelten als geeignete Kandidaten für die Automatisierung.


Die Befragung wurde von Techconsult im Auftrag von Adobe konzipiert und durchgeführt. Im April 2025 wurden hierzu 206 deutsche und Schweizer Marketingverantwortliche aus den verschiedensten Branchen zu ihrem Arbeitsalltag befragt.

Family befördert Flo Weitzel zum Executive Creative Director

Nach knapp einem Jahr bei der Agentur ernennt Family Flo Weitzel zum Executive Creative Director. In dieser Rolle verantwortet er künftig den kreativen Output im operativen Tagesgeschäft.

(Bild: zVg.)

Family hat sich eigenen Angaben zufolge in den letzten zwölf Monaten verdoppelt, sich in den Bereichen Strategie und Media fokussierter aufgestellt und verschiedene Neukunden dazugewonnen. Erst kürzlich wurde das Creative-Director-Team durch Johnny Grubenmann ergänzt, der gemeinsam mit Jan Walser die kreative Leitung stärkt (Markt-kom.com berichtete).

Nun gibt die Agentur die Beförderung des bisherigen Creative Directors Flo Weitzel zum Executive Creative Director bekannt. Der gebürtige Rheinhesse ist seit Februar 2024 für die Ustermer Agentur tätig. Er bringt internationale Erfahrung mit und sei «von Beginn an prägend für die Weiterentwicklung der Agentur» gewesen, wie es seitens Family heisst. «Flo lebt den Family-Spirit – und prägt ihn aktiv mit. Seine internationale Perspektive hilft uns, unsere Expansionspläne umzusetzen. Wir haben in kürzester Zeit viel erreicht – und Flo hat daran definitiv Mitschuld», erklärt Family-Gründer und CEO/CCO Claudio Catrambone lachend.

Weitzel ist hoch motiviert: «Wir haben ein starkes Team, mit dem wir künftig noch für Aufsehen sorgen werden. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe – und darauf, die Kreativ-PS auf die Strasse zu bringen.»

Flo Weitzel studierte an der Miami Ad School Berlin, arbeitete in New York und Amsterdam – unter anderem für Heimat Berlin, Chimney und Leo Burnett. In Zürich war er zudem Teil der Geschäftsleitung von Saatchi & Saatchi. Zuletzt arbeitete er bei The Game in München für BMW auf globaler Ebene.

Pilot Suisse wird Mediaagentur von Garmin in der Schweiz

Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit von Garmin mit Pilot München im DACH-Raum übernimmt Pilot Suisse die Beratung und Kampagnen-Planung für die Active-Tech-Company in der gesamten Schweiz.

Felix Hegar, Head of Brand Management bei Garmin, freut sich über die Zusammenarbeit mit Pilot Suisse. (Bild: zVg.)

Die Zusammenarbeit startet mit einer umfassenden Imagekampagne, die die Markenbekanntheit und das Image von Garmin im Schweizer Markt weiter auf- und ausbauen soll. Der Fokus der Kampagne liegt auf Bewegtbild in linearem TV, Connected TV, YouTube und Online Video. Angesprochen werden sollen Personen mit einem aktiven Lifestyle.

«Mit ihrem Claim ‹Beat Yesterday› ist Garmin der Inbegriff einer Challenger-Brand. Genau diesen Anspruch, immer wieder aufs Neue herauszufordern, zu hinterfragen und Verbesserungen zu schaffen, leben wir als Pilot Suisse jeden Tag. Deshalb passen Garmin und Pilot Suisse perfekt zusammen und wir sind unglaublich stolz, ab jetzt gemeinsam die Konsument:innen, aber auch die Schweizer Medialandschaft für Garmin zu challengen», sagt Ben Moser, geschäftsführender Gesellschafter von Pilot Suisse.

Felix Hegar, Head of Brand Management bei Garmin, bezeichnet Pilot als innovativ und verlässlich und freut sich nun auf die Zusammenarbeit mit der Schweizer Dependance: «Mit ihrem überzeugenden Planungsansatz, ausgeprägter Expertise und dem feinen Gespür für die Besonderheiten der Schweizer Kommunikationslandschaft hat uns Pilot Suisse auf Anhieb überzeugt und schafft so deutliche Mehrwerte für unseren Markenauftritt und die Kampagnen in der Schweiz», so Hegar.

Eclipse Studios und VJPS setzen auf die Kraft der Umarmung

In Zusammenarbeit mit dem VJPS gestaltete Eclipse Studios ein Logo, das die Identität der Gassenküche stärkt und eine klare Botschaft vermittelt: «Hier bist du willkommen».

Die Gassenküche Schaffhausen ist Teil des Vereins für Jugendfragen, Prävention und Suchthilfe VJPS und agiert eigenständig. Mit viel Herzblut werden hier trotz knappem Budget ausgewogene Mahlzeiten zubereitet.

Leiterin Judith Pallotta wünschte sich ein Logo, das die Wärme und Hingabe der Gassenküche widerspiegelt. Der umarmende Kochtopf soll Offenheit und Gastfreundschaft symbolisieren. Eine liebevolle Umarmung, die über das Essen weitergegeben wird, macht die Mission der Gassenküche, ein Ort des Zusammenhalts und der Geborgenheit zu sein, erlebbar.

Das neue Logo bietet zudem die Möglichkeit, das Symbol der Umarmung weiter einzusetzen als Poster oder Karte, um sich beispielsweise bei den Spender:innen zu bedanken. Es wurde im Dezember 2024 lanciert und ist seit 2025 im Einsatz.


Verantwortlich bei Verein für Jugendfragen, Prävention und Suchthilfe VJPS: Judith Pallotta (Leiterin Gassenküche Schaffhausen). Verantwortlich bei Eclipse Studios: Reto Coaz (Art Direction), Astrid Welti (Beratung, Grafikdesign, Illustration).

Sayhey und Carvolution denken Auto-Werbung neu

Die Bieler Agentur Sayhey hat für Carvolution eine TV-Testimonial-Kampagne entwickelt, die sich von klassischen Autowerbungen abheben will. Mit dem Motto «Regeln sind da, um gebrochen zu werden» soll das Auto-Abo als Alternative zu Leasing und Autokauf etabliert werden.

Die Kampagne auf einen auffälligen visuellen Look mit ungewöhnlichen Winkeln und Kameraeinstellungen. «Wir haben die klassische Bildkomposition beiseitegelegt und bewusst auf unerwartete Winkel und Perspektiven gesetzt, um einen dynamischen und auffälligen Look zu schaffen», erklärt Jason Schoch, Geschäftsführer von Sayhey.

Besonders unkonventionell für die Autobranche: Die Kamera ist ausserhalb des Autos platziert, während die Protagonist:innen dennoch zu hören sind – ein Stilmittel, das Nähe schaffen und die Kampagne noch persönlicher machen soll.

Die gänzlich im Studio produzierten Aufnahmen zeigen realistische Szenen von Sonnenuntergang bis Nachtfahrt. Die Videoreihe inszeniert Mobilität als Teil des Alltags und will die Marke Carvolution mittels authentischer Lebensgeschichten greifbar und menschlich machen.

Ausserdem greift die Kampagne einen Trend auf. Angaben zufolge verzichten immer mehr Autofahrer:innen auf den klassischen Autobesitz und bevorzugen flexible Mobilitätslösungen. Statt sich also auf das Fahrzeug selbst zu konzentrieren, setzt die Kampagne einen neuen Fokus und zeigt, dass Mobilität mehr bedeutet als nur ein Auto – sie ist Teil des Lebens.

Sustainable Switzerland kürt die «Sustainable Shapers»

Die NZZ-Nachhaltigkeitsplattform «Sustainable Switzerland» zeichnet 2025 erstmals die «Sustainable Shapers» aus. Ziel ist es, herausragende Persönlichkeiten zu ehren, die die nachhaltige Entwicklung in der Schweiz und weltweit prägen und vorantreiben.

Mit den «Sustainable Shapers» werden Einzelpersonen geehrt, die durch unternehmerisches oder gesellschaftliches Engagement sowie innovative Konzepte einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten. Nachhaltigkeit wird dabei ganzheitlich betrachtet – ökologisch, unternehmerisch und sozial. Felix Graf, CEO der NZZ, betont: «Mit der Auszeichnung wollen wir das Thema Nachhaltigkeit weiter in der breiten Öffentlichkeit stärken – durch Vorbilder und zukunftsfähige Visionen.»

Die Auszeichnung richtet sich an Menschen und nicht an Organisationen, Unternehmen oder Projekte. Die Preisträger:innen werden in einer Medienserie von Sustainable Switzerland vorgestellt, unter anderem in der Beilage «Nachhaltigkeit» der Neuen Zürcher Zeitung. Darüber hinaus erhalten sie Zugang zur Community von Sustainable Switzerland, die ihnen Synergiepotenziale im Bereich Nachhaltigkeit bietet.

Eine unabhängige Jury aus Fachexpert:innen und Netzwerkpartnern kürt die Gewinner:innen in den Kategorien «Leadership & Transformation», «Knowledge & Opinion» und «Vision & Innovation». Die Auszeichnung wird am 2. September 2025 im Rahmen des Sustainable Switzerland Forums in Bern verliehen. Nominierungen sind bis zum 30. Juni 2025 möglich.

Führungswechsel bei GLA United

GLA United richtet sich strategisch neu aus, um den technologischem Wandel gerecht zu werden. Mit einer neuen Führungsstruktur und der Gründung eines Innovationsunternehmens positioniert sich die Agentur mit Sitz in Baar für zukünftige Entwicklungen im Markt.

Zum 1. Mai 2025 übergibt Flavio Niederhauser die operative Geschäftsführung und wird sich fortan als Präsident des Verwaltungsrates auf die strategische Weiterentwicklung von GLA United konzentrieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Die operative Leitung übernehmen künftig Benjamin Luterbacher und Silvan Hässig als Co-CEOs.

Ein weiterer Schritt der Neuausrichtung ist die Gründung von «GLA Labs». Das eigenständige Unternehmen spezialisiere sich auf Zukunftstechnologien wie KI und Blockchain und will Unternehmen mit innovativen Lösungen durch den digitalen Wandel begleiten. Miguel Schweiger leitet GLA Labs als CEO ab der Markteinführung im Spätsommer 2025.

Flavio Niederhauser wird sich künftig mit der Marke «Nox Floc» auf Geschäftsmodelle und Interims-Management fokussieren. «Unsere Kunden erwarten heute nicht nur kreative Lösungen, sondern auch technologische Weitsicht und konkrete Umsetzungskompetenz», betont er. «Mit dem neuen Setup und der Gründung von GLA Labs schaffen wir die Basis für genau das.»

«CMOs werden zu ‹E-CMOs› und müssen ihr Stellenprofil neu schreiben»

Wer glaubt, seine digitalen Hausaufgaben erledigt zu haben, wird in China eines Besseren belehrt. Jochen Sengpiehl, ehemaliger Global CMO von Volkswagen und zuletzt CMO sowie Head of Product Strategy im grössten Markt der Welt, kennt die Spielregeln der Zukunft. In seinem Vortrag beim Schweizer Markenkongress wird er aufzeigen, wie KI und chinesische Geschwindigkeit die Markenführung neu definieren – und warum CMOs jetzt radikal umdenken müssen. Im Interview gibt er einen kleinen Vorgeschmack.

(Bild: zVg. Sengphiehl)

Jochen Sengpiehl, als ehemaliger CMO von Volkswagen China haben Sie den dynamischen chinesischen Markt hautnah erlebt und haben die Transformation von Volkswagen in Richtung Elektromobilität und Digitalisierung massgeblich mitgestaltet. Welche Herausforderungen mussten Sie überwinden?

Jochen Sengpiehl: Aufgrund der weltweiten Reiseeinschränkungen durch die Covid-Pandemie war es für mehr als zwei Jahre nicht möglich, den chinesischen Markt und die Wettbewerbssituation zu analysieren. Als wir im August 2022 nach zehn Tagen harter Quarantäne im Hotel in Peking zum ersten Mal das Strassenbild und die Wettbewerbssituation wahrgenommen haben, trauten wir kaum unseren Augen. Unglaublich, was die chinesischen Hersteller in dieser Zeit für eine Innovationspower entwickelt haben – und wie deutlich sie uns deutsche OEMs [Originalgerätehersteller, Anm. d. Red.] technologisch bezüglich Software, Sensorik, Batterie, Design, autonomem Fahren und so weiter überholt hatten.

 

Was gab es zu tun?

In der ersten Phase war es zwingend notwendig, eine harte und schonungslose Analyse der Wettbewerbssituation zu machen und daraus konkrete Strategien und Massnahmen abzuleiten. Die Key-Learnings waren: es braucht fünf Dinge. Zuallererst eine «China für China»-Strategie, also eine stärkere Unabhängigkeit vom deutschen Headquarter mit mehr Eigenverantwortung. Zweitens müssen wir eigene Forschungs- und Entwicklungskompetenzen aufbauen und für China eine eigene langfristige und wettbewerbsfähige Produktstrategie aufbauen. Dritten müssen wir die Marke in China repositionieren und modernisieren. Viertens müssen wir strategische Allianzen in den Bereichen Software, Einkauf und Entwicklung auf- beziehungsweise ausbauen. Und fünftens müssen wir eine neue Design-Sprache für E-Autos auf Basis der chinesischen Kundenbedürfnisse entwickeln.

 

Was können westliche Unternehmen vom Innovationstempo in China lernen?

«China speed» ist das Schlüsselwort. Chinesische Unternehmen digitalisieren die gesamte Wertschöpfungskette sämtlicher B2C-Branchen. Sie bauen dafür holistische digitale Ökosysteme auf und integrieren dort auch Social-Commerce-Optionen. Gleichzeitig werden innovative Schlüsselbranchen staatlich unterstützt. Und schlussendlich ist die gesamte Gesellschaft motiviert, ehrgeizig und leistungsorientiert – und hat dies auch als Purpose verinnerlicht.

 

Wie müssen sich Organisationen anpassen, um von dieser Geschwindigkeit nicht überrollt zu werden?

Die Europäischen Konzerne haben schon jetzt in grossen Teilen die digitale Transformation verschlafen. China und USA sind uns in den Bereichen digitaler Vertrieb und Marketing zwei bis drei Jahre voraus und sind mit KI schon in der nächsten Transformationsgeneration. Der Schlüssel ist ein radikales Umdenken bezüglich der organisatorischen Verantwortlichkeiten und der Steuerung der prozessualen Vermarktungswertschöpfungslette. Dinge wie Vertrieb, Marketing, PR und Customer Data müssen digital vernetzt und Teil einer holistischen Strategie entlang aller Customer Touchpoints werden.

 

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung an CMOs im Umgang mit KI?

KI ist Chefsache und muss von oben gesteuert ganzheitlich in die Organisationen integriert werden. Die vertikalen Siloorganisationen und Bereichsegoismen stehen dabei dem Ziel einer beweglichen Organisation im Wege. CMOs werden zu «E-CMOs» und müssen ihr Stellenprofil neu schreiben. Für fast alle Branchen gilt: digital, digital, digital! Darüber hinaus braucht es zukünftig einen eigenen Vorstand für das Ressort KI – mit Power und Durchgriff in alle Einheiten.


Der Schweizer Markenkongress ist der grösste Branchentreff für Marken-Entscheider:innen, Dienstleister:innen sowie Medienvertreter:innen. Am 23. Juni 2025 trifft sich die Branche wieder im «The Dolder Grand Hotel» Zürich. Inhaltlich geht es um die Herausforderungen im Markenmanagement. m&k ist Medienpartnerin.

United by Music: ESC-Kampagne der ADC Young Creatives

Im Mai steht die Kultur-Metropole Basel ganz im Zeichen des Eurovision Song Contests. An einer Information in der Fondation Beyeler wurde unter anderem auch die nationale Kampagne der Young Creatives des ADC Switzerland vorgestellt.

Im Dezember verkündete das ESC-Projektteam eine kreative Partnerschaft mit dem ADC Switzerland (Markt-kom.com berichtete). Die Young Members des Vereins konnten sich mit Ideen bewerben, um die Freude in der Bevölkerung für diesen Mega-Musikanlass aufkommen zu lassen. Gemeinsam mit dem Siegerteam von der Agentur TBWA\Switzerland entstand eine Imagekampagne, die vergangene Woche in der Fondation Beyeler präsentiert wurde. Sie ist seit Ende April 2025 schweizweit in den Kanälen der SRG und der ESC-Medienpartner zu sehen.

Das Sieger-Team mit Naomi Gulla (Art Director), Alisea Ferrara (Junior Art Director), Selina Engeli (Junior Copywriter Creative) und Fabrice Studer (Junior Motion Designer) wurden begleitet von Manuel Wenzel (Chief Creative Officer), Sarah Rüegger (Creative Director), Claudia Sigg (Group Account Director) und Domenico Catena (Dop and Edit).

«Es war schön zu sehen, wie viele Young Creatives unserem Aufruf gefolgt sind. Vor uns lagen zahlreiche Ideen, die in die verschiedensten Richtungen gingen – interessant, wie die Jungen denken», so ADC-Präsident Thomas Wildberger. «Wir haben uns für eine Idee entschieden, die nahe am Motto lag und dieses sogar auf die Spitze getrieben hat in einer tragfähigen Art, sodass sie in viele Kanäle adaptierbar ist. Um am Ende das wichtigste Kampagnenziel zu erreichen, nämlich nicht nur uns, sondern auch die Bevölkerung zu begeistern, die sich auf den ESC nun wirklich freuen kann. Herzlichen Dank und 12 Punkte für die jungen Kreativen aus der Agentur TBWA\ Switzerland!»

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