Inhalt und Form blickt nach OST

Die Ostschweizer Fachhochschule und die Zürcher Agentur Inhalt und Form schlagen für die Lancierungskampagne von OST dieselbe Richtung ein.

Inhalt und Form

Die Fachhochschulen FHS St. Gallen, HSR Rapperswil sowie NTB Buchs treten neu mit vereinter Kraft unter dem Namen OST – Ostschweizer Fachhochschule auf. Keim Identity hatte für den Zusammenschluss einen neuen Gesamtauftritt erarbeitet (Werbewoche.ch berichtete).

Für die Lancierung von OST hat Inhalt und Form eine Kampagne realisiert, die auf lockere Art Studentinnen und Studenten aus verschiedenen Studienrichtungen zeigt, die die richtige Richtung eingeschlagen haben. Mit dem motivierenden Aufruf «Go OST» wird dazu aufgerufen, sich für das Studium oder die Weiterbildung Richtung Ostschweiz zu begeben. Mit dem Ziel, möglichst viele Studierende in die Ostschweiz zu locken.

 

Die Kampagne ist seit Anfang September in Form von Plakaten, Inseraten, Onlinespots, Display-Ads sowie Digitaler Aussenwerbung im Einsatz.

Inhalt und Form

Verantwortlich bei OST: Eva Tschudi (Leiterin Kommunikation); Simone Wyder (Fachverantwortliche Werbung und Social Media). Verantwortlich bei Inhalt und Form: Dominik Stibal (CEO); Karin Estermann (Executive Creative Director); David Hugentobler (CD Text); Vasco Bickel (Senior Art Director); Mato Bilic (Animation & Ads); Govinda Schmidt (Grafik); Manuela Marty (Beratung); Celina Harisberger (Projektleitung). Photos: Mirjam Kluka. Film: Hans Kaufmann. Produktion: Visualeyes.

IKEA Schweiz und Rod engagieren sich für Vaterschaftsurlaub

Zufriedenheit im Job – IKEA setzt im aktuellen Abstimmungskampf für die gesetzliche Verankerung von zwei Wochen Vaterschaftsurlaub Akzente. Und führt dabei eigene Erfahrungen ins Feld.

IKEA

IKEA Schweiz hat im Jahr 2017 für werdende Väter einen sechswöchigen Urlaub eingeführt und damit beste Erfahrungen gemacht. Das Unternehmen hat erkannt, dass diejenigen Mitarbeitenden, die sich heute in der Phase der Familienplanung befinden, andere Lebensentwürfe kultivieren und Prioritäten anders setzen, als die Generationen vor ihnen.

 

Positive Erfahrungen

IKEA hatte sich vorgenommen, mit der Zeit zu gehen und veränderten Bedürfnissen zwischen Arbeit und Familienleben gerecht zu werden. Das Resultat: Die Mitarbeitenden erhalten mit dem verlängerten Vaterschaftsurlaub nicht nur die Chance, wichtige Bande zu ihren neugeborenen Kindern aufzubauen und sich gemeinsam mit ihren Partnerinnen oder Partnern innerhalb ihrer neuen Rollen und Verantwortungen zu organisieren, sondern sie kehren auch motivierter, gelassener und kreativer an ihren Arbeitsort zurück.

Die Erfahrungen, die IKEA Schweiz mit dem verlängerten Vaterschaftsurlaub gemacht hat, will das Unternehmen den Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern vor der Abstimmung am 27. September nicht vorenthalten. Zu eindeutig positiv seien die Auswirkungen einer ausgedehnten Elternzeit auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden aber auch auf die Attraktivität und somit Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, so IKEA in einer Mitteilung vom Montag.

IKEA

Vorteile am Markt

Aurel Hosennen, Leiter Kommunikation bei IKEA Schweiz: «Wir haben mit unserem Urlaubsmodell für Väter sehr gute Erfahrungen gemacht. Natürlich danken uns das motivierte Mitarbeitende und dadurch zufriedenere Kundinnen und Kunden. Der längere Vaterschaftsurlaub bringt aber auch uns als Unternehmen entscheidende Vorteile am Markt. Nämlich wenn es darum geht, innovativ zu bleiben und dafür die besten Leute zu rekrutieren. Darauf sind Unternehmen angewiesen, die eine führende Rolle in ihrer Branche spielen wollen.»

Die Kampagne für mehr Vaterschaftsurlaub, die IKEA lanciert hat, soll den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern auf IKEA-typische Art und Weise erklären, wie einfach es ist, eine wichtige, gesellschaftsprägende Entscheidung zu Gunsten von mehr Familienzeit, mehr Chancengleichheit und letztlich mehr Zufriedenheit im Job zu fällen. Im Stil der bekannten Montageanleitungen von IKEA wird den Stimmberechtigten erklärt, wie sie mithelfen können, das Land familienfreundlicher zu gestalten. Kreiert hat die Kampagne Rod Kommunikation.

In den 20 Net-Metrix-Jahren hat sich die Zahl der Onliner mehr als verdoppelt

Die Entwicklung der Internetnutzung in der Schweiz wird im Rahmen der Studie NET-Metrix-Base seit 1999 dokumentiert. Seither hat sich die Zahl der Onliner mehr als verdoppelt. Aktuell sind neun von zehn Personen online und mehr als 80 Prozent surfen täglich. Dies besagen die neuesten Daten der Grundlagenstudie NET-Metrix-Base 2020-1.

Net-Metrix

Zu Beginn des neuen Jahrtausends surften knapp 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung im Web. Heute sind mehr als 90 Prozent regelmässig online. Aktuell nutzen acht von zehn das Internet täglich oder mehrmals täglich, 1999 zählten sich nur gerade 14 Prozent zu den Heavy-Usern. Unter den Digital Natives (14- bis 29-jährig) wird das Internet fast ausnahmslos genutzt – nur 1 Prozent dieser Altersklasse lebt offline. Vor 20 Jahren war dieser Anteil mit 39 Prozent noch wesentlich höher. Auch wenn die meisten Offliner nach wie vor unter den Senioren ab 70 Jahren zu finden sind, haben diese in den letzten Jahren das Internet für sich entdeckt: heute zählen 63 Prozent dieser Altersgruppe zu den Onlinern, 1999 waren es nur 2 Prozent.

 

Studie

Onliner

Offliner

2020-1

92,1 %

7,9 %

2019-1

91,0 %

9,0 %

Es gibt mittlerweile rund 6,3 Millionen Internetnutzer ab 14 Jahren in der Schweiz. Der Anteil an Offlinern ist gesunken: noch 538’000 Schweizerinnen und Schweizer (8 %) nutzen das Internet nicht.

 

Studie

Frauen

Männer

2020-1

89,6 %

94,6 %

2019-1

88,4 %

93,5 %

Die Internetdurchdringung nimmt bei beiden Geschlechter-Kategorien stetig zu: Insgesamt nutzen noch 118 Tausend mehr Männer als Frauen das Internet in der Schweiz.

 

Studie

14-29 Jahre

30-49 Jahre

50+ Jahre

2020-1

99,1 %

99,3 %

83,1 %

2019-1

99,6 %

98,1 %

81,0 %

Die Internetdurchdringung hat bei den 14- bis 29-Jährigen bald 100 Prozent erreicht. Weniger als ein Fünftel der über 50-Jährigen leben noch offline.

 

Studie

Obligatorisch

Mittel

Hoch

2020-1

79,8 %

92,7 %

98,1 %

2019-1

77,5 %

91,7 %

97,8 %

Nach wie vor ist der Offliner-Anteil in der Gruppe mit obligatorischer Schulbildung am höchsten: etwa jeder Fünfte ist nicht im Web unterwegs.

 

Allgegenwärtiges Smartphone

Das Smartphone ist heute mit 5,4 Millionen Nutzern das meistgenutzte Gerät zum Surfen im Internet, während es im Jahr 2013 mit 3,4 Millionen Nutzern hinter Desktop und Laptop an dritter Stelle lag. Auch die Nutzungsintensität hat zugenommen: Acht von zehn Schweizer Onlinern surfen täglich auf ihrem Smartphone, gegenüber fünf von zehn im Jahr 2013. WLAN gehört heute zum Standard: 42 Prozent surfen mit ihrem Mobiltelefon vor allem über diese Verbindung. 29 Prozent geben an, vor allem das Mobilfunknetz (4G, usw.) zu nutzen und 29 Prozent surfen etwa gleich viel über WLAN und das Mobilfunknetz.

 

Studie

Smartphone

Desktop-PC

Tablet

2020-1

85,4 %

60,4 %

49,0 %

2019-1

82,3 %

61,5 %

51,4 %

Smartphone-Nutzung nimmt unter den Internetnutzern noch immer stetig zu: Die Anzahl der Smartphone-User hat innerhalb eines Jahres um rund 288 Tausend Personen zugenommen.

 

Boom bei Online-Messaging-Diensten

Die Aktivitäten Informationsbeschaffung über Suchmaschinen, E-Mail und Tagesaktuelle Nachrichten sind nach wie vor am beliebtesten. Aber am stärksten zugenommen hat die Anzahl der Nutzer von Online-Messaging- und Telefoniediensten: Waren es 2013 noch 37 Prozent der Befragten, die angaben, diese Dienste zu nutzen, sind es heute 59 Prozent. Auch Soziale Medien werden heute vermehrt genutzt: 66 Prozent tummeln sich regelmässig auf Facebook, Instagram und Co. – 2013 waren es nur 46 Prozent.

 

Studie

Soziale Netzwerke

Wikis, Wikipedia

Media Sharing

2020-1

55,7 %

55,4 %

34,8 %

2019-1

55,1 %

54,7 %

32,5 %

Am häufigsten genutzt werden die sozialen Netzwerke mit mehr als 3,7 Millionen Nutzer ab 14 Jahren.

#WieDuUndIch: Die neue Pro Infirmis-Kampagne thematisiert ein beliebtes Internet-Phänomen

In der neuen Kampagne von Pro Infirmis besetzen Menschen mit Behinderungen ein beliebtes Internet-Phänomen.

Pro infirmis

Ein Internet-Phänomen begeistert Menschen auf der ganzen Welt und bewegt sie zum Mitmachen: Detailgetreu nachgestellte Kinderfotos mit dem Original als Vorlage gehören heute zu den beliebtesten Bildern im Internet. In ihnen verbinden sich Humor, Nostalgie, Zuneigung und eine Prise «Schrägsein» zu einer inspirierenden Form von Internet-Kunst. Menschen mit Behinderungen jedoch sieht man kaum auf solchen Bildern.

 

Damals wie heute

Mit der Kampagne #WieDuUndIch, die ab Montag 7. September 2020 in der ganzen Schweiz zu sehen ist, zeigt Pro Infirmis einmal mehr, dass Menschen mit Behinderungen als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft überall vertreten und zu sehen sein müssen. Deshalb: Wenn erwachsene Menschen freiwillig regenbogenfarbene Schwimmflügel anziehen oder sich in den selbstgestrickten Pullover im 70er-Chic stürzen, dann gibt es nur einen triftigen Grund: Sie lassen auf witzige Weise ihre Kindheit Revue passieren. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Menschen eine Behinderung haben oder nicht, hier sind alle Menschen gleich. Für die neue Pro-Infirmis-Kampagne durchforsteten Menschen mit Behinderungen ihr Fotoalbum aus Kindertagen und zeigen Kinderfotos, die ihnen etwas bedeuten und die sie nachstellen wollten. Sie geben damit selbstbestimmt Einblick in persönliche Momente aus ihrer Kindheit: Das bin ich. Damals wie heute.

Acht Sujets wurden in einem professionellen Fotoshooting nachgestellt; teils am Ort, wo das Foto einst entstand, teils im Fotostudio mit aufwändig nachgezimmerten Hintergrundkulissen – und immer mit so detailgetreuen Requisiten wie möglich.

Pro infirmis

Betroffene lassen sich nicht unterkriegen

Die neue Sensibilisierungskampagne zelebriert das Leben. Dazu gehören schöne und weniger schöne Momente – und die Bandbreite aller Momente dazwischen. Gleichzeitig sind die Fotos Zeitzeugen unserer Gesellschaft und werden von den Protagonist*innen in ihrem jeweiligen Kontext gesehen: «Früher hat man meine Arme noch mit einem T-Shirt versteckt», erinnert sich Lorenz Vinzens, als er aus seinem ganz persönlichen Damals und Heute Bilanz zieht. Oder: «Bei mehreren Reisenden im Rollstuhl wurden wir auch mal in Frachtwagen gesteckt», erzählt Jasmin Rechsteiner. Eine Behinderung ist für die betroffenen Menschen eine lebensbegleitende Realität, die ihnen viel abverlangt, von der sie sich aber nicht unterkriegen lassen. Das zeigen die Sujets der neuen Pro Infirmis-Kampagne. Sie fokussieren ganz auf das Menschsein ihrer Protagonisten, auf ihre Entwicklung und Veränderungen, die sie im Verlauf des Lebens durchmachen, wie alle anderen Menschen auch.

 

Social-Media-Kampagne ruft zum Solidarisieren auf

Ab dem 7. September 2020 hängen die Plakate in der ganzen Schweiz. In den Sozialen Medien posten weitere Protagonist*innen mit Behinderungen ihre Damals-Heute-Bilder und auf der Pro-Infirmis-Website sind alle Bilder sowie Making-of-Filme und Interviews mit den Protagonist*innen zu finden.

Parallel zur Plakatkampagne lanciert Pro Infirmis eine Solidarisierungskampagne auf Social Media: Mit dem Hashtag #WieDuUndIch können User*innen ihr Facebook- und Instagram-Profilbild zieren und sich so mit Menschen mit Behinderungen solidarisieren. Ziel ist, dass die Inklusion von Menschen mit Behinderungen selbstverständlich und überall, offline und online stattfindet. Denn: Sie geht uns alle etwas an.

Für die 2020er-Kampagne hat Pro Infirmis wie bereits im vergangenen Jahr mit der Agentur CRK zusammengearbeitet. 2019 wurden populäre Werbesujets nachgestellt, um zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung in der Werbung meist nicht stattfinden (Werbewoche.ch berichtete).

Das war der erste FemBizSwiss Award

Am Freitag wurde der erste FemBizSwiss Award in Zürich verliehen. Unter dem Motto «beyond the next level» wurden Frauen in den Kategorien Leadership, Innovation und Communication ausgezeichnet, die mit ihren digitalen Ideen die Zukunft des Landes mitgestalten.

FemBizSwiss Award
Patrizia Laeri mit den Siegerinnen Lea Hungerbühler, Valérie Vuillerat, Nadia Fischer und Bettina Hirsig sowie Award-Initiatorin Tijen Onaran (v.l.).

Ziel des Awards ist es, den Frauen und ihren spannenden Initiativen mehr Reichweite zu geben und die Wichtigkeit auch international zu unterstreichen.

«Die grossartigen Frauen und ihre Projekte sichtbar zu machen, ist ein grosser Schritt hin zu mehr Diversität», sagt Tijen Onaran, Award-Initiatorin und Gründerin von Global Digital Women. «Nicht nur die Nominierten profitieren von dem Award. Als Vorbilder ermutigen sie andere, ihren Weg zu gehen und ihre Ideen zu realisieren.»

Gemeinsam mit Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri führte Tijen Onaran durch den Abend. Sie sprachen mit Gastgeberin Anette Bronder, Group Chief Operating Officer der Swiss Re, über die aktuellen Diversity-Entwicklungen der Schweizer Digital- und Technologiebranche. Bevor die Siegerinnen gekürt wurden, ermutigte Kenza Ait Si Abbou, Siegerin des Digital Female Leader Awards 2018, die Nominierten in ihrer Keynote zum Thema «Lucky or Not?», die harte Arbeit hinter ihrem Erfolg nicht herunterzuspielen.

FemBizSwiss Award

 

Preisträgerinnen

Leadership: Bettina Hirsig, CEO Powecoders
Innovation: Nadia Fischer und Valérie Vuillerat, Gründerinnen von Witty Works
Communication: Lea Hungerbühler, Präsidentin und Gründerin AsyLex

 

Finalistinnen

Leadership: Arijana Walcott und Sophie Lamparter, Co-Founder Dart Labs;  Nadja Perroulaz, Co-Founder Liip
Innovation: Melanie Gabriel, Co-Founder & CMO Yokoy; Sophie Achermann und Kathrin Bertschy, CEO alliance F
Communication: Gabrielle Lang, CEO Frontwerks and Pointcast.io; Sylvie Reinhard, President of the Board Republik

Das Magazin wird digitaler und erhält eine grössere Reichweite

Das Magazin erhält ab Samstag einen neuen Auftritt auf den Websites und Apps des Tages-Anzeigers, der BZ Berner Zeitung, der Basler Zeitung und der weiteren Tageszeitungen von Tamedia. Die Leserinnen und Leser können damit direkter und einfacher auf die Recherchen, Portraits und Kolumnen des Magazins zugreifen.

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Das Magazin wird auf den Websites und Apps der Tageszeitungen von Tamedia als eigene Sektion mit spezieller Auszeichnung erkennbar sein. Artikel werden dabei vermehrt bereits unter der Woche publiziert, während jeweils von Freitag bis Sonntag eine Magazin-Sektion auf den Frontseiten der Websites und Apps angezeigt wird.

Bisher war das vollständige Magazin nur über eine eigene Website abrufbar, auf der sich die Abonnentinnen und Abonnenten separat einloggen mussten. Neu führt die Website Dasmagazin.ch direkt zur Sektion Das Magazin beim Tages-Anzeiger. Auch die Abonnentinnen und Abonnenten des Landboten, des Zürcher Unterländers und der Zürichsee-Zeitung sowie des Berner Oberländers und des Thuner Tagblatts, denen die gedruckte Ausgabe nicht zugestellt wird, haben über die Websites und Apps ihrer Zeitung Zugriff auf alle Artikel. Das Magazin erreicht damit ein deutlich grösseres Publikum als bisher. Für die Abonnentinnen und Abonnenten von Tages-Anzeiger, BZ Berner Zeitung, BZ Langenthaler Tagblatt, Der Bund und Basler Zeitung ist Das Magazin sowohl im Digital- als auch im Printabonnement inbegriffen.

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Die Botschafter führen Bürgerdialog trotz Corona-Krise

Damit die Bevölkerung aktiv in der Ortsplanungsrevision mitwirken kann, setzen die Gemeinde Goldach und die Agentur Die Botschafter auf die crossmediale Mitwirkung. Damit lässt sich auch während der Corona-Krise ein aktiver Bürgerdialog führen.

Die Botschafter

Die Botschafter bereiteten die komplexen Inhalte der öffentlichen Vernehmlassung zum Richtplan so auf, dass alle Bevölkerungsgruppen in den politischen Prozess integriert werden und in der Lage sind, ihre persönliche Meinung abzugeben, ob digital oder analog.

Zum Einsatz kamen eine dem Storytelling-Ansatz folgende Faltbroschüre, sowie die digitale Lösung «E-Mitwirkung». Diese bietet der Bevölkerung eine einfache, digitale Möglichkeit, früh im Entwicklungsprozess mitzuwirken und mit der Gemeinde in den Dialog zu treten.

Das E-Partizipationsportal der Gemeinde Goldach ist ein Leuchtturmprojekt der digitalen Mitwirkung. E-Government Schweiz unterstützte das Projekt mit einem Förderbeitrag.

Die Botschafter

Verantwortlich bei der Gemeinde Goldach: Richard Falk (Gemeinderatsschreiber). Verantwortlich bei Die Botschafter: Christian Hacker (Projektleitung, Konzeption); Corina Gaelli (Grafik). E-Mitwirkung: Miro Hegnauer (Technik).

Webtribute hilft mit App bei der Krise nach der Geburt

Rund 15 Prozent der Mütter und 10 Prozent der Väter in der Schweiz sind von einer postpartalen Depression (PPD) betroffen und brauchen Hilfe. Die «PPD Krisen-App» des Vereins Postpartale Depression Schweiz soll Betroffene nun unterstützen. Entwickelt wurde die App von Corinne Dascenzo von Webtribute.

Webtribute

Obwohl ein beträchtlicher Anteil von Müttern und Väter nach der Geburt ihrer Kinder in eine seelische Krise fallen, wird noch viel zu wenig darüber gesprochen. Oft trauen sich Betroffene nicht, über ihre Gefühle zu reden – aus Scham, aus Enttäuschung über sich selbst und weil sie dem Bild der perfekten jungen Eltern entsprechen wollen: erfolgreich, ausgeglichen, fit und leistungsfähig.

Dabei ist ihnen oft nicht klar, dass sie an einer behandelbaren Krankheit leiden, für die sie rein gar nichts können. Sie haben nichts falsch gemacht, im Gegenteil: meist möchten es Betroffene besonders gut machen. Sie wollen das Beste für ihre Kinder. Der Verein Postpartale Depression Schweiz beobachtet schon länger die stets steigende Nachfrage nach Online-Informationen zum Thema Postpartale Depression. Monatlich wird die Seite Postpartale-depression.ch rund 5’000 mal von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen besucht.

Der Web-Zugriff geschieht bei zwei Dritteln über ein mobiles Gerät, meist das Handy. So hat sich der Verein entschieden, den Betroffenen künftig noch mehr Unterstützung zu bieten und lanciert nun die erste deutschsprachige App, welche Betroffene in einer Krise nach der Geburt begleiten und als Wegweiser durch eine Postpartale Depression helfen soll.

Die kostenlose «PPD Krisen-App» bietet folgende Funktionen:

  • Der Selbsttest EPDS (Edinburgh Postnatal Depression Scale) kann regelmässig durchgeführt und die Resultate können auf dem Handy gespeichert werden. Die App erstellt eine Grafik, die die persönliche Entwicklung in der Krise sichtbar macht.
  • Die Tagebuchfunktion hilft, auch die guten Tage optisch erkennbar zu machen.
  • Durch die Möglichkeit der Ergänzung der Menstruationstage können Stimmungsschwankungen und hormonelle Schwankungen verglichen werden.
  • Besonders praktisch ist der Medikamenten-Reminder, der einen Eintrag im Kalender erstellt.
  • Alle Adressen von Fachpersonen, Mutter-Kind-Einrichtungen oder Selbsthilfegruppen sind integriert.
  • Alle Kontaktmöglichkeiten zum Verein sind aufgeführt.
  • Die App wird lokal auf dem Smartphone gespeichert. Es werden keine persönlichen Daten an Dritte weitergegeben.

Die App ist im Google Play Store sowie App Store verfügbar, kann aber auch als PWA-App (Progressive Web App) unter App.postpartale-depression.ch heruntergeladen werden.

Seed realisiert Bibliotheksfilm der etwas anderen Art für ZHAW

Die Agentur Seed hat für die Hochschulbibliothek der ZHAW einen Film realisiert. Er richtet sich primär an neue Studierende.

ZHAW

Die ZHAW Hochschulbibliothek bietet an den Standorten Wädenswil, Winterthur und Zürich ein grosses Medien- und Lernangebot. Die Mitarbeitenden unterstützen die Studierenden bei allen Fragen rund um die Recherche und die Beschaffung von Medien. Trotzdem gelten Bibliotheken gerade bei neuen Studierenden als verstaubt. Mit dem Film will die ZHAW Hochschulbibliothek ihre Studierenden mit einem Augenzwinkern dazu anregen, sich dennoch mit ihrem Angebot auseinanderzusetzen.

Der Film wird im Rahmen von Informationsveranstaltungen sowie online gezeigt.


Verantwortlich bei ZHAW: Esther Bättig, Gabriela Lüthi, Margrit Meyer Kälin, Simon Nüssli, Sylvia Wanke. Verantwortlich bei Seed: Adrian Wisard (Buch, Regie, Schnitt); Atila Ulcay (Kamera); Pippo Gentile (Aufnahmeleitung); Bettina Frymerman (Produktionsleitung); Felix Courvoisier (Produzent).

Vom Boom der Ferien im eigenen Land profitieren nicht alle Hotels

Für die Schweizer Hotellerie hat sich die Lage im Juli wieder etwas verbessert. Einzelne Destinationen konnten gar davon profitieren, dass viele Schweizer wegen Corona die Sommerferien im eigenen Land verbringen. In der Gesamtsicht steht die Branche mit einem Rückgang der Übernachtungen um einen Viertel dennoch schlecht da.

Hotellerie

Gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag veröffentlichten Angaben wurden schweizweit im Juli 3,36 Millionen Hotelübernachtungen registriert. Bei drei Viertel davon stammten die beherbergten Gäste aus der Schweiz. Die Zahl der sogenannten Logiernächte von Schweizern stieg denn im Vergleich zum Vorjahr auch um 31 Prozent.

Die Zahl der Logiernächte von ausländischen Gästen fiel dagegen um 69 Prozent. Der Schweiz ferngeblieben sind insbesondere die Gäste aus Übersee. Aus den USA, aus China und aus anderen asiatischen Ländern gab es so gut wie keine Reisenden mehr in der Schweiz. Der Rückgang der Gästezahlen aus diesen Ländern betrug weit über 90 Prozent.

Auch in den grösseren Herkunftsmärkten Europas war zwar eine Zurückhaltung gegenüber Reisen in die Schweiz auszumachen, Touristen kamen aber trotzdem. So ging die Zahl der Hotelgäste aus Deutschland und den Niederlanden im Juli nur um rund einen Drittel zurück, jene der Gäste aus Frankreich um einen Viertel. Bei den belgischen Hotelgästen betrug der Rückgang sogar lediglich 16 Prozent.

 

Bünder und Tessiner Destinationen profitieren

Die stärkere Nachfrage aus dem Inland und die trotz Corona noch vorhandene Nachfrage aus dem nahen Ausland führte dazu, dass in einzelnen Destinationen die Hotels diesen Sommer mehr Übernachtungen registrierten als noch letztes Jahr. Dies war insbesondere bei stark auf den inländischen Tourismus ausgerichtete Destinationen im Kanton Graubünden der Fall, aber auch im Tessin.

Konkret gab in den Monaten Juni und Juli – Zahlen für den August liegen noch keine vor – etwa in Flims und Lenzerheide ein Plus von rund 50 Prozent und in Arosa eines von 27 Prozent. Und in den Gemeinden am Lago Maggiore wie etwa Locarno und Ascona wurden in den beiden Monaten zusammengezählt etwa gleich viele Touristen wie 2019 registriert, im Juli alleine rund 15 Prozent mehr.

 

Hotels in Städten bleiben leer

In den Städten sowie in Destinationen, die ihr Angebot und Marketing stark auf ausländische Touristen ausgerichtet haben, sieht die Lage allerdings nicht so rosig aus: In Zürich und Genf etwa ist die Zahl der Hotelübernachtungen in den Sommermonaten um rund 80 Prozent eingebrochen, in Basel um 70 Prozent.

Im Berner Oberland, wo sonst viele Touristen aus Übersee die Bergwelt bestaunen, bleiben viele Hotelbetten leer. In Interlaken und den umliegenden Ortschaften ging die Zahl der Übernachtungen im Juni und Juli zwischen 50 und 65 Prozent zurück. In Luzern, das traditionellerweise viele asiatische Touristen anzieht, sowie in Engelberg am Fuss des Titlis wurden 71 Prozent weniger Hotelübernachtungen verzeichnet.

 

43 Prozent weniger Übernachtungen

Insgesamt hat der Trend zu Sommerferien im eigenen Land also nur bestimmten Hotelbetrieben geholfen. Mit Blick auf die ganze Branche konnte die höhere Nachfrage aus dem Inland das Ausbleiben der Touristen aus Übersee, die Absage zahlreicher Kongresse und Messen sowie den starken Rückgang an Geschäftsreisen keineswegs kompensieren.

Im Total ist die Zahl der Hotelübernachtungen von Januar bis Juli mit 13,2 Millionen gegenüber dem Vorjahr denn auch um fast 44 Prozent zurückgegangen. Dabei ist der Start ins Jahr für die Hotels noch verheissungsvoll verlaufen. Ab Mitte März, als die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhängt wurden, brach die Nachfrage dann aber regelrecht ein. Seit Mai hat nun immerhin eine schrittweise Erholung eingesetzt.

 

ST reagiert mit Angebotsmarketing, drastischere Massnahmen sind notwendig

Die Tourismusorganisation Schweiz Tourismus hat früh erkannt, dass es notwendig ist, rasch und massiv Buchungen auszulösen, und macht deshalb neu Angebotsmarketing mit maximaler Buchungs-Convenience und Preis-Attraktivität. Besonders für die Städte und die Saison Herbst reagieren ST und ihre Partner auf das Bedürfnis auch nach kurzfristigen und Paketbuchungen.

Kürzlich haben ST und Wirz die Kampagne «SwissSwap» lanciert, um deutsche Gäste in die Schweiz zu locken (Werbewoche.ch berichtete). Die Kampagne würde in Deutschland auf grosses Echo stossen, wie es in einer Mitteilung von Schweiz Tourismus heisst.

Jedoch reichen besondere Marketingmassnahmen in dieser Krise nicht mehr aus. Schweiz Tourismus verlangt deshalb die Belebung der Innenstädte als Tourismuszonen – endlich auch am Sonntag. Nicht nur Gastronomie, sondern auch Detailhandel sollen in den innerstädtischen Tourismuszonen auch sonntags offen haben. «Unsere Gäste wollen lebendige Innenstädte erleben. Im Winter verlagert sich das touristische Erlebnis vermehrt nach innen. Damit gewinnt das gemütlich Stadterlebnis ‘Lädele’ an grosser Bedeutung. Und das muss auch am Sonntag möglich sein. Sonst sehe ich schwarz für die Stadthotels», stellt Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, klar. (SDA/swi)

Spiess-Hegglin erhält vor Gericht recht – Binswanger gibt nicht auf

Die Zürcher Journalistin Michèle Binswanger darf über die kolportierten Handlungen von Jolanda Spiess-Hegglin an der Zuger Landammannfeier von 2014 kein Buch veröffentlichen. Das Kantonsgericht Zug hat eine superprovisorische Verfügung vom Mai 2020 bestätigt.

Jolanda Spiess-Youtube

(Bild: Youtube.com)

 

Die ehemalige Zuger Kantonsrätin Spiess-Hegglin begründete ihren Antrag auf ein Verbot damit, sie wolle verhindern, dass die Autorin und Tages-Anzeiger-Journalistin Binswanger in persönlichkeitsverletzender Weise über sie schreibe. Binswanger habe bereits früher verletzend über sie geschrieben.

Binswanger arbeitet an einem Buchprojekt über die Landammannfeier. Spiess-Hegglin habe die Voraussetzungen für die von ihr beantragten Massnahmen glaubhaft gemacht, schreibt das Gericht. Es sei damit zu rechnen, dass das Buch den Intim- und Geheimbereich von Spiess-Hegglin ohne deren Willen betreffen und damit deren Persönlichkeit verletzen würde. Das Gericht stützte sich dabei auch auf einen Tweet, den Binswanger abgesetzt hatte.

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Tamedia, die Arbeitgeberin von Binswanger, teilte mit, sie werde das Urteil anfechten. Das Zuger Kantonsgericht verbiete der Journalistin im Vornherein, über ein Thema zu schreiben. Eine derart weitgehende Einschränkung der Medienfreiheit sei «höchst bedenklich».

 

Ungeklärte Vorkommnisse

Was an der Feier vor bald sechs Jahren genau passiert ist, ist ungeklärt. Strafrechtlich sind die Vorkommnisse, bei denen es um ein mögliches Sexualdelikt ging, abgeschlossen. Der Fall wuchs zur Medienaffäre aus, in deren Zentrum Spiess-Hegglin stand.

Gemäss dem Urteil darf Binswanger keine Publikationen machen, bei denen es um die kolportierten Handlungen von Spiess-Hegglin an der Landammannfeier geht. Als Sanktion wird der Journalistin eine Busse angedroht.
Binswanger hatte sich mit dem Argument gegen das Verbot gewehrt, dass ihr damit faktisch verboten würde, über das Thema zu schreiben. Ein Verbot wäre unverhältnismässig, würde ihr ein Stück weit die Berufsausübung verbieten und ihre Wirtschaftsfreiheit verletzen.

 

Umstrittenes öffentliches Interesse

Binswanger machte zudem geltend, dass über die Vorkommnisse an der Landammannfeier ausführlich und auch unter Mitwirkung von Spiess-Hegglin in den Medien diskutiert worden sei. Ein Publikationsverbot wäre eine Zensur gegenüber einer einzelnen Journalistin und mit der Meinungsfreiheit nicht vereinbar. Binswanger machte zudem ein öffentliches Interesse am Thema geltend.

Das Gericht schreibt aber, es sei fraglich, ob Spiess-Hegglin noch als Person des öffentlichen Lebens gelten könne. Zudem würden Persönlichkeitsverletzungen durch Wiederholungen nicht abgestumpft. Aus dem Verhalten von Spiess-Hegglin im Nachgang der Landammannfeier dürfe nicht geschlossen werden, sie sei mit einer weiteren und tief gehenden «Durchleuchtung dieser Angelegenheit» einverstanden.

Binswangers Argumente wegen Zensur und Berufsverbot liess das Kantonsgericht nicht gelten. Die Journalistin dürfte ausreichend andere Themen finden und sei nicht auf eine Berichterstattung über die Landammannfeier angewiesen. Zudem sei es ihr möglich, über andere Themen zur Landammannfeier – etwa die Rolle der Medien, der Justiz und der Politik – zu schreiben, aber unter der Wahrung der Persönlichkeitsrechte von Spiess-Hegglin.

Binswanger soll gemäss dem Urteil die Gerichtskosten von 10’000 Franken übernehmen und Spiess-Hegglin eine Parteienentschädigung zahlen. (SDA)

Der digitale Graben zwischen Jung und Alt verschiebt sich

Digitale Angebote sind bei der Generation 65+ hoch im Kurs: 74 Prozent der Seniorinnen und Senioren sind heute online unterwegs. Jungsenioren können im Umgang mit digitalen Kommunikationstechnologien sogar mit der jüngeren Bevölkerung mithalten. Dies zeigt die Studie «Digitale Senioren 2020» von der Universität Zürich im Auftrag von Pro Senectute Schweiz.

Pro Senectute

Seniorinnen und Senioren entdecken die Chancen digitaler Angebote und finden zunehmend Gefallen an der virtuellen Welt. Die Studie zeigt, dass sich der Anteil der über 65-jährigen Internetnutzer innert eines Jahrzehnts von 38 auf 74 Prozent nahezu verdoppelt hat. Die mobile Nutzung des Internets hat seit 2015 gar um mehr als das Doppelte zugenommen – von 31 auf 68 Prozent. Zehn Jahre nach der ersten Befragung sind die Nutzungszahlen der jüngeren Seniorinnen und Senioren fast identisch wie jene der berufstätigen Bevölkerung.

Der digitale Graben zwischen Jung und Alt ist jedoch nicht verschwunden – er hat sich nur verschoben. Hochgerechnet gibt es in der Schweiz noch immer rund 400’000 Seniorinnen und Senioren, die das Internet nicht nutzen. 2010 waren es noch über 820’000. Ältere Menschen, die offline unterwegs sind, sind heute klar in der Minderheit und vorwiegend über 80 Jahre alt. Die «Onliner» unter den Seniorinnen und Senioren nehmen mit steigendem Alter ab: Während 95 Prozent der 65- bis 69-Jährigen das Internet nutzen, sind es bei den 80- bis 84-Jährigen 54 Prozent und bei den über 85-Jährigen noch 35 Prozent.
Neue digitale Angebote im Aufwind

Die Neugier älterer Menschen auf neue digitale Angebote und Apps wächst. Wurde vor fünf Jahren vor allem das Potenzial von E-Mails und Online-Fahrplänen entdeckt, rücken heute Instant-Messenger und allmählich Gesundheits-Apps sowie Fitness-Armbänder in das Bewusstsein der Seniorinnen und Senioren.

Einen klaren Trend macht die dritte nationale Erhebung ausserdem beim Smartphone aus: In den letzten Jahren hat es sich zum wichtigen mobilen Alltagsgerät für die Informationssuche und Kommunikation gewandelt. Mittlerweile nutzen 69 Prozent der befragten Seniorinnen und Senioren ein Smartphone, 81 Prozent davon täglich. Trotz dieser Entwicklung bleiben Fernsehen (93 Prozent) und Radio (89 Prozent) die wichtigsten Informationsquellen für die Generation 65+. Die jüngeren Senioren im Alter von 65 bis 75 Jahren schauen sogar noch etwas öfter TV als Menschen im Alter über 80 Jahren.

 

Schulungen und Hilfestellungen bleiben wichtig

Gerade in Zeiten der digitalen Transformation, in der sich Online-Dienstleistungen und Self-Service-Technologien rasant weiterentwickeln, sind das Erlernen und der Umgang mit diesen Errungenschaften im Alter relevanter denn je. «Als Altersorganisation ist es uns wichtig, Seniorinnen und Senioren mit der digitalen Welt vertraut zu machen und ihnen mit Kursen und konkreter Unterstützung die Möglichkeiten der Digitalisierung zu eröffnen», sagt Alain Huber, Direktor von Pro Senectute Schweiz. Noch immer gibt es aber ältere Menschen, die keinen Zugang zum Internet und zu digitalen Angeboten haben. «Wir müssen dafür sorgen, dass diese Seniorinnen und Senioren nicht ausgegrenzt werden und den Anschluss an die Gesellschaft verlieren», so Huber.

 

Social Distancing dank digitaler Angebote überwinden

Wie wichtig digitale Kommunikationskanäle für die gesellschaftliche Teilhabe sind, hat sich während der Corona-Pandemie gezeigt: Viele Familien haben die Nutzung von Apps wie Facetime, Zoom oder WhatsApp mit den Grosseltern eingeübt, um in Zeiten der physischen Distanz visuell in Kontakt zu bleiben. «Unsere Erfahrungen zeigen, dass ältere Menschen die Nutzung digitaler Angebote infolge der Corona-Krise intensiviert und ihre digitalen Kompetenzen ausgebaut haben», bestätigt Huber. Digitale Hilfsmittel fördern aber nicht nur die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen, sie erhöhen auch ihre Autonomie und Mobilität. So macht die Studie deutlich, dass sich Seniorinnen und Senioren dank des Internets selbstständiger und unabhängiger fühlen.

Die Studie «Digitale Senioren 2020» wurde im Auftrag von Pro Senectute Schweiz durch das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich durchgeführt. Nach 2010 und 2015 wurden in der gesamten Schweiz erneut mittels einer repräsentativen telefonischen und postalischen Erhebung 1’149 Menschen im Alter ab 65 Jahren zu ihrem Umgang mit digitalen Kommunikationstechnologien befragt.

Erhoben wurde ebenfalls das Mediennutzungsverhalten im Alltag sowie die generelle Einstellung gegenüber digitalen Dienstleistungen. Die Daten wurden im August und September 2019 – noch vor der Corona-Pandemie – erhoben. Die Hochrechnungen in dieser Medienmitteilung basieren auf den Zahlen «Bevölkerung 2019» des Bundesamts für Statistik BFS, somit auf einem Total von 1’606’051 Menschen im Alter über 65 Jahren.

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