Q-Award: Erfolgreicher Kampf gegen die Armada beeindruckt die Jury

Das «Swiss Dental Journal» konnte sich dank einer cleveren Strategie erfolgreich gegen starke Konkurrenz behaupten.Das würde jedem Verlagsmanager den Schweiss aus den Poren treiben: Noch 2008 hatte der Branchenprimus Swiss Dental Journal genau einen einzigen Konkurrenten, den man sich gut vom Leibe halten konnte. Doch dann kam innert weniger Jahre eine ganze Armada von Konkurrenztiteln auf den Markt, von denen sich jeder ein Stück vom lukrativen Kuchen in dieser Nische abschneiden wollte.Acht Jahre später hat das Fachmagazin gegen nicht weniger als 14 Konkurrenten aus dem In- und Ausland zu kämpfen, die alle um die attraktive Leserschaft der Schweizer Zahnärzteschaft buhlen. Ein harter Kampf, den das 1891 unter dem Namen «Schweizer Monatsschrift für Zahnmedizin» gegründete Magazin bis heute bravourös gemeistert hat.Weitsicht und Offenheit als ErfolgsfaktorDer Erfolg war kein Zufall. Mit klugen Entscheiden und einer unter Fachmagazinen leider noch viel zu selten anzutreffenden Weitsicht und Offenheit wurde die neue Konkurrenzsituation mit viel Professio-nalität gemeistert. Dank einem gelungenen Relaunch des Magazins und umfangreichen crossmedialen Angeboten konnte der Rückgang im Werbemarkt gestoppt und wieder in eine positive Richtung gelenkt werden. Basis dafür war die inhaltliche Qualität – das Magazin wird gerne gelesen und ist schon seit Jahren der Primus mit einer konstant hohen Abdeckung innerhalb der Dentalbranche.Das Swiss Dental Journal vermittelt auf wissenschaftlicher Basis Beiträge zur fachlichen Fortbildung der Zahnärzteschaft und orientiert elfmal jährlich über das aktuelle Geschehen im Bereich Zahnmedizin, Medizin und der Standespolitik der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO. Dabei setzt man heute auf einen gekonnten Mix aus Print- und Online-Angebot. Sämtliche Artikel können von den Nutzern auch auf Twitter, Google+, YouTube oder per Mail geteilt werden.Gelungener RelaunchDie Schweizer Monatsschrift für Zahnmedizin war schon immer die meist gelesene Fachzeitschrift und unangefochtene Nummer eins im Schweizer Dentalmarkt. Die Verteidigung ihrer ehemalig unangefochtenen Leaderschaft begann 2014 daher aus der Position der Stärke heraus mit einem umfangreichen Relaunch des Printproduktes: Gestalterische Defizite wurden behoben, das Layout den heutigen Leserbedürfnissen angepasst. Der Hefteinstieg wurde dramaturgisch verändert, neue Gefässe wurden etabliert. Durch diese Massnahmen wurden zudem neue Vermarktungsmöglichkeiten wie Klappcover und neue Positionen im Hefteinstieg kreiert.Die neue Typografie steigert die Lesbarkeit und lockert die Gesamtanmutung auf. Gleiches gilt für das Seitenlayout und den veränderten Umgang mit Bildern, die so eine bessere Strukturierung und Gewichtbarkeit von Inhalten ermöglichen.Frisches, lebendiges ErscheinungsbildDank der Einführung einer neuen Farbpalette wurde ein frisches, lebendig anmutendes Erscheinungsbild geschaffen. Gleichzeitig werden durch das klare Farbleitsystem die einzelnen Ressorts («Forschung und Wissenschaft», «Praxis und Fortbildung», «Zahnmedizin Aktuell», «Diverses») klar voneinander abgetrennt.Im Rahmen dieser gestalterischen und strukturellen Neukonzeption konnte zudem die Problematik des Sprachwechsels elegant auf einer rein visuellen Ebene für den Innenteil sowie durch das Klappcover gelöst werden.Hilfe von aussenFür diese Arbeiten und die Vermarktung holte man sich Hilfe von aussen. Die Kreativabteilung von Axel Springer Schweiz hat das neue Layout in Zusammenarbeit mit den hauseigenen Produktmanagern entworfen. Die externen Vermarktungsspezialisten haben auch zu einem Namenswechsel mit internationaler Ausstrahlung geraten – aus der «Schweizer Monatsschrift für Zahnmedizin» wurde so das Swiss Dental Magazin.Zur internationalen Ausrichtung gehört auch, dass seit 2010 die wissenschaftlichen Arbeiten standardmässig auch auf Englisch übersetzt werden. Damit wurde eine elektronische Anbindung an die bedeutende Wissenschaftsdatenbank Pubmed möglich. Pro Monat werden durchschnittlich 1500 zahnmedizinische Fachartikel des Swiss Dental Journal heruntergeladen, was die hohe Qualität des Inhaltes widerspiegelt.Online stärker im FokusDer Fokus in Leser- wie auch Anzeigenmarkt wurde vermehrt auf das Online-Angebot gelegt. Auf der SSO-Website sind sämtliche Ausgaben des Swiss Dental Journal SSO (und seiner Vorgängerin Schweizer Monatsschrift für Zahnmedizin) auf Deutsch und Französisch kostenlos zugänglich.Auch der Werbemarkt profitiert von der neuen Ausrichtung. Als einer der ganz wenigen Verbände in der Schweiz macht die Schweizer Zahnärzte-Gesellschaft SSO den gesamten Verbandsbereich auf ihrer Homepage sso.ch dem Werbemarkt zugänglich. Die Nutzerzahlen – ein wichtiger Faktor für den Verkauf von Onlinewerbung – konnten damit gegenüber dem reinen Fachteil um etwa den Faktor 10 gesteigert werden. Spezielle crossmediale Pakete unterstützen damit das Printgeschäft.Starke KonkurrenzAll diese Massnahmen waren dringend nötig. Durch den massiven Markteintritt der neuen Konkurrenten in den letzten Jahren kam die SSO im Werbemarkt stark unter Druck. Der Werbeumsatz fiel in den Jahren 2008 bis 2011 um über einen Drittel. Dieser Rückgang konnte mit der Öffnung der Homepage für Fremdwerbung und die damit eingeführten crossmedialen Produkte gestoppt werden.Doch ist auch hier – wie überall in der Branche – die Online-Monetarisierung nicht ganz einfach. Das erweiterte Online-Angebot und die damit verbundenen crossmedialen Produkte haben aber auch das Printgeschäft neu gestärkt. Der Relaunch der Zeitschrift 2014 und die Neulancierung von www.swissdentaljournal.org im Jahre 2016 führten zu einer Trendumkehr, die verlorenen Marktanteile konnten wieder zurückgewonnen werden.








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