«404 Bot»: IAS identifiziert neue Ad-Fraud-Bedrohung
Der Technologieanbieter für Ad Verification Integral Ad Sciences warnt vor der wachsenden Bedrohung durch den sogenannten «404 Bot». Dabei handelt es sich um eine stark wachsende Bot-Betrugsmethode, die gezielt gefälschte Browserdaten generiert und Fake-URLs erstellt, um die Mediaspendings von Werbetreibenden ohne jeglichen Gegenwert abzugreifen.

Hierzu nutzt der 404 Bot ungeprüfte Ads.txt-Dateien – also genau das Tool, das Ad Buyer eigentlich dabei unterstützen soll, betrügerische Ad Seller zu meiden und den unautorisierten Verkauf von Werbe-Inventar zu verhindern. Der 404 Bot konnte bereits viele präventive Techniken umgehen und dafür sorgen, dass die gefälschten URLs von dem Radar verschwinden. Damit zeigt diese neue Bot-Betrugsmasche einmal mehr, wie raffiniert sich die neuesten Ad Fraud-Techniken ständig weiterentwickeln ‒ und dabei auch von der Industrie geschaffene Sicherheitsmethoden aushebeln. Bis heute sind circa 1,5 Milliarden Videoanzeigen von dem 404 Bot betroffen. IAS schätzt, dass er der Branche schon jetzt über 15 Millionen Dollar gekostet hat – Tendenz steigend.
Der 404 Bot hat bereits eine ganze Reihe an Publisher-Domains angegriffen. Viele von ihnen haben vor allem eines gemeinsam: lange Ads.txt-Listen. Als Reaktion auf den Anstieg von gefälschtem Anzeigeninventar hat das IAB Technology Lab vor einigen Jahren die Initiative «Authorized Digital Sellers», bekannt als Ads.txt, gestartet, um die Transparenz des Inventarflusses im Online-Advertising-Ökosystem zu erhöhen. Mit Erfolg: Die bisherige Implementierung von Ads.txt durch die Publisher hat einen dramatischen Rückgang der Betrugsfälle nach sich gezogen. Seit einiger Zeit sorgen jedoch ungeprüfte Ads.txt-Dateien, die nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, für ein erhöhtes Ad Fraud-Aufkommen.
Kontinuierliche Prüfung und Aktualisierung erforderlich
«Der 404 Bot ist seit 2018 aktiv. Sein unkontrolliertes Wachstum macht Massnahmen der Branche erforderlich», so Evgeny Shmelkov, Leiter des IAS Threat Lab. «Die Publisher haben bei der Implementierung von Ads.txt hervorragende Arbeit geleistet. Doch dieser neue Bot zeigt uns vor allem eines: Für die erfolgreiche Ad-Fraud-Abwehr ist es entscheidend, Ads.txt-Dateien kontinuierlich zu prüfen und zu aktualisieren.»
«Die Ad Fraud-Bekämpfung ist ein ständiges Wettrüsten», so Oliver Hülse, Managing Director CEE von IAS. «Die Methoden von Betrügern werden immer raffinierter und fast täglich entstehen neue Bot-Netzwerke, um die Werbebudgets der Advertiser zu ergaunern. Der 404 Bot ist ein besonders raffinierter Kandidat, der ungeprüfte Ads.txt-Dateien zu seinem Vorteil nutzt. Das Ausmerzen dieser gefährlichen Betrugsmasche muss daher zur kollektiven Aufgabe aller Mitglieder des digitalen Ökosystems gehören.»
Domain-Spoofing
Ähnlich wie 3eve und Hyphbot setzt der 404 Bot auf ein umfangreiches Domain-Spoofing, bei dem URLs auf Browserebene gefälscht werden. Dies bedeutet, dass auch die Daten aus den Browsern gefälscht werden. Um die von früheren Bots aufgezeigten Schwachstellen zu vermeiden, stellt der 404 Bot sicher, dass die gefälschten URLs für das menschliche Auge schwer zu erkennen sind.
Obwohl das IAS Threat Lab Bots regelmässig erkennt, verzichtet IAS darauf, für jede Entdeckung Details zu veröffentlichen, um unnötige Panik im Ökosystem zu vermeiden. Da es aber keine Anzeichen dafür gibt, dass 404 Bots endgültig abgeschaltet werden, veröffentlicht das Threat Lab künftig seine Forschungsergebnisse, um der Branche die Möglichkeit zu geben, ihre Bestände zu bereinigen.



















