Grüsse aus dem Homeoffice – Folge 16: Moreno Cavaliere, Gruppo Corriere del Ticino

Im 16. Teil unserer Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» verschlägt es uns ins Tessin. Dort hält Moreno Cavaliere, Direktor der Gruppo Corriere del Ticino, in den eigenen vier Wänden die Stellung.

Corriere del Ticino

Moreno Cavaliere ist seit vielen Jahren in der Medienbranche tätig. Heute als Direktor bei der Gruppo Corriere del Ticino in Lugano. Cavaliere ist ein verheirateter Familienmensch mit sportlichen Ambitionen und will in der Seniorenrangliste von irgendwelchen Wettkämpfen jedes Jahr ein wenig weiter nach oben rücken.

 

Werbewoche.ch: Seit wann befinden Sie sich im Homeoffice?

Moreno Cavaliere: Ultimativ seit dem 16. März, aber eigentlich schon zwei Wochen eher, da das Tessin uns zu diesem Thema definitiv voraus ist. Das meine ich nicht wertend. Es ist einfach ein trauriger Fact.

 

Befindet sich Ihre Ihr ganzes Unternehmen im Homeoffice?

Wo immer möglich ja. Wir drucken aber verschiedene Tages- und Wochenzeitungen, haben eine TV- und eine Radiostation. Da ist natürlich eine totale Umstellung auf Homeoffice nicht möglich. Aber wir versuchen wirklich das Möglichste.

 

Hatten Sie bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes mit technischen Problemen zu kämpfen?

Nein. Unsere IT-Mitarbeitenden und natürlich die Netzanbieter tragen dazu bei, dass wir wirklich sehr smart umsteigen können. Im Gegenteil: man staunt, was alles in kürzester Zeit möglich war.

 

Wo haben Sie sich eingerichtet?

In unserem zu Hause. Ich muss aber eingestehen, dass meine Frau und ich schon seit ein paar Jahren «Teilzeit-Homeoffice» erfahren sind und uns schon eine kleine Infrastruktur aufgebaut haben, welche jetzt einfach noch ein wenig aufgerüstet wurde.

Corriere del Ticino

Homeoffice mit Rückenentlastung.

 

Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können?

Tja. Laptop, Screen, B&O-Böxchen für die Musik, Kopfhörer, iPhone, iPad, Bleistift, Füllfeder, Kaffee- oder Teetasse, schnelle Leitungen (danke Swisscom!) und los geht’s!

 

Ist es schwierig, sich genügend abzugrenzen, wenn die Kinder zuhause sind?

Wir haben drei Jungs, aber nur noch der Jüngste ist direkt betroffen. Mit 14 in einer tollen Lebensphase. Zumindest für sich selbst… Er macht das aber sehr ordentlich und wir als Eltern haben wenig Stress diesbezüglich mit ihm.

 

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen: Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Berufsalltag schwierig?

Wir haben doch ein paar Videocalls pro Woche, an welchen bis zu 15 Personen teilnehmen. Ist nicht immer ganz einfach. Aber ganz schwierig ist eigentlich nur die fehlende physische Interaktion mit den Menschen, welche man sonst im Alltag trifft. Da fehlt letzten Endes sehr viel Emotionalität.

 

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Eigentlich klappt sehr vieles überraschend problemlos.  Und deshalb – vielleicht einer der ganz wenigen positiven Aspekte dieser Zeit – dürfte da auch etwas für die Zukunft hängen bleiben. Weniger Pendlerzeit, weniger Sitzungen mit Anreisezeiten, weniger hektische Rushhours. Wer weiss, was sich noch alles zum Guten entwickelt.

 

Sollte die Homeoffice-Phase länger dauern: Was tun sie dagegen, dass Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt?

Solange wir keine Ausgangssperre einfangen passiert das nicht. Täglich Joggen oder Velofahren oder sonst Bewegung im Freien – es ist ein wunderbarer Frühling. Alleine oder maximal zu Zweit. Da fällt keine Decke runter…

«Asics. Anima sana in corpore sano»: Cavaliere während der Mittagspause.

 

Was vermissen Sie am meisten am physischen Berufsalltag?

Ganz eindeutig die Begegnungen mit den Menschen.

 

Sind Sie zuversichtlich, dass Ihre Ihr Unternehmen die Krise unbeschadet überstehen wird?

Wir werden die Krise überstehen. Ohne Zweifel. Aber ganz bestimmt nicht unbeschadet. Der Flurschaden wird enorm sein. Und der Wiederaufbau lange andauern. Leider. Deshalb hoffe ich auf eine baldige «Lockerung» der Einschränkungen.

Corriere del Ticino
Corriere del Ticino

«Physisches Mitarbeitergespräch in Zeiten von COVID. Damit man nicht aus der Übung kommt.»

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Home-Office-Situation?

Wir verbringen viel Zeit mit guten Gesprächen in der Familie und wir geben viel weniger Geld aus. Sonst kann ich leider nichts Positives an der Situation finden.

 

Was möchten Sie Ihren Branchenkolleginnen und -kollegen mit auf den Weg durch die Krise geben?

Um ein Bonmot von Vladimir Petkovic, unserm Nationaltrainer aufzunehmen: «Wir müssen positiv bleiben. Es braucht viel Positivität». Eines seiner Lieblingswörter. Passt doch gerade jetzt.

Corriere del Ticino

«7 Uhr, Tagesrapport mit mir selber beim Joggen. Tagesplanung und Budgetanpassung inklusive.»

Komet und die Berner Zeitung fordern zum Heimgehen auf

In Zeiten, in denen alle zuhause bleiben sollten, erinnert ein Plakataushang der BZ Berner Zeitung Passantinnen und Passanten daran, sich nicht draussen aufzuhalten. Für die Umsetzung zeichnet die Berner Agentur Komet verantwortlich.

Berner Zeitung

Ursprünglich hatte die BZ Berner Zeitung geplant, anfangs April auf den neuen Neo-Advertising-Plakatstellen eine Fortsetzung ihrer Leserkampagne «Immer die Region zuerst» zu schalten. Doch angesichts der alles überschattenden Corona-Pandemie wurde gemeinsam mit Komet die Idee entwickelt, diese mehrheitlich an Passantenlagen gelegenen Plakatstellen für einen Appell an die Bevölkerung anstatt für herkömmliche Werbung zu nutzen.

Denn leider halten sich noch immer nicht alle an die Verhaltensregeln des Bundesamts für Gesundheit BAG und bleiben wie empfohlen zuhause. Speziell bei schönem «Plakat-Wetter» sieht man noch sehr viele Menschen draussen auf den Plätzen und in den Gassen. Darum hängen nun in der ganzen Hauptstadt Plakate, die alle Passantinnen und Passanten direkt ansprechen und sie zu solidarischem Handeln ganz im Sinne des BAG auffordern. Und kein Medium trägt diese Botschaft momentan passender als das gute alte Plakat.

«Dieses Plakat ist ganz im Sinne der jetzt gefragten Solidarität», so Simon Bärtschi, Chefredaktor der BZ Berner Zeitung. «Für einmal plädieren wir fürs Zuhausebleiben. Verpassen müssen unsere Leserinnen und Leser aber trotzdem nichts – wir halten sie auf unseren digitalen Kanälen und mit unserer Zeitung auf dem Laufenden.»

Berner Zeitung

Verantwortlich bei Tamedia: Robin Tanner (Verlagsleiter Regionalmedien Deutschschweiz); Patrick Linder (Leiter Subscription Sales & Relations Regionalmedien); Nina Fryba (Creative Specialist Subscription Sales & Relations Regionalmedien). Verantwortlich bei Komet: Jeff Gerber (CD/Text); Claudio Parente (AD); Melanie Schlunegger (DTP); Corinne Hert (Leiterin Beratung); Claudia Shatri (Senior Beraterin).

Audienzz lanciert programmatischen Native Ad Manager

Audienzz bietet einen programmatischen Native Ad Manager an, über den Werbetreibende ab sofort eigenständig Native-Ad-Kampagnen buchen und auf 150 Premium-Websites und Apps an die gewünschte Zielgruppe ausliefern sowie in Echtzeit überwachen und optimieren können.

Audienzz

Der Native Ad Manager ist eine Erweiterung zur Adconsole, einem interaktiven Portal und Buchungstool für Onlinewerbung, und erlaubt es Werbetreibenden, Performance-Kampagnen erstmals selbstständig zu erfassen und diese innert weniger Minuten live zu schalten. Wie die NZZ in einer Mitteilung vom Montag schreibt, kann der Nutzer sich dafür auf der neu lancierten Website Businessclick.ch registrieren und seine Kampagne mit verschiedenen Sujets erstellen. Durch einen direkten Zugang zum Realtime-Dashboard der Adconsole kann er deren Performance jederzeit einsehen. Somit können Kampagnen laufend an die gewünschten KPIs angepasst werden – das können neben der Klickrate auch die generierten Leads oder Conversions sein.

Den zu zahlenden Click-Preis wählt der Werbetreibende selbst und steuert damit die Auslieferung der Kampagne. So sollen die Kampagnen, die über den Native Ad Manager laufen, gut kalkulierbar und kosteneffizient bleiben, was der NZZ zufolge vor allem für KMUs von Interesse sein könnte.

 

Verschiedene Targeting-Möglichkeiten

Ausgeliefert werden die Native-Kampagnen innerhalb des Business-Click-Netzwerks von Audienzz, das150 Premium-Websites und Apps in der gesamten Schweiz umfasst. Die Werbemittel passen sich dynamisch an das Umfeld der Website, auf welcher sie ausgespielt werden, an. Dabei stehen dem Nutzer für die verschiedenen Positionen unterschiedliche Targeting-Möglichkeiten zur Verfügung – etwa eine zielgerichtete Ausspielung nach geographischen oder sprachlichen Kriterien. Neben der Adconsole mit integriertem Native Ad Manager stellt Audienzz Werbetreibenden ein Service-Angebot mit integrierter Support-Funktion zur Verfügung.

Das Business-Click-Netzwerk von Audienzz wurde 2014 lanciert und wächst seither stetig. Zum Netzwerk gehören aktuell 150 Partner-Websites wie Nzz.ch, Bellevue.nzz.ch, Cdt.ch, Finanzen.ch, Laliberte.ch, Lenouvelliste.ch oder Watson.ch. Dies soll Werbetreibenden die Möglichkeit bieten, ihre Native Ads innerhalb eines hochwertigen Umfelds zu platzieren und die gewünschte Zielgruppe mit einer passgenauen Botschaft anzusprechen.

Zwei neue Geschäftsleitungsmitglieder für Kommpass

Die Agentur Kommpass hat per 18. März 2020 zwei langjährige Mitarbeitende in die erweiterte Geschäftsleitung gewählt. Die beiden Projektleiter Markus Bührer und Viviane Thomas sind seit 2013 beziehungsweise 2017 an Bord und haben sich in dieser Zeit als überaus kompetente Fachkräfte bewiesen.

Kommpass

«Mit den zwei neuen GL-Mitgliedern erhält unsere stetig wachsende Agentur vier weitere Hände am Steuer, die sich einbringen, kritisch mitdenken und die Aufgaben der operativen Leitung mittragen», freut sich Philipp Wenzler, Miteigentümer und vorsitzender Geschäftsführer von Kommpass, über den Zuwachs. «Neben dem Know-how-Zuwachs auf Stufe Geschäftsleitung hat auch die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zur Entscheidung beigetragen.»

Der Agentur war es wichtig, die Wahl auch unter dem Zeichen der Corona-Pandemie zu vollziehen. «Gerade schwierige Zeiten erfordern das beste Personal auf der Brücke», so Philipp Wenzler.

Die Werbekanzlei setzt «Föfzg» für Swiss Life in Szene

Die Werbekanzlei hat für das neue Einkaufszentrum «50 Luzern» eine Opening-Kampagne lanciert, die schon in der ersten Woche reichlich Flexibilität beweisen musste.

Die Werbekanzlei

Die Agentur hat eine Welt erschaffen, die schnell und uneingeschränkt auf allen Kommunikationskanälen zum Leben erweckt werden kann. Die Hausnummer «50» wurde zum Aushängeschild gemacht. Mit dem Zusatz «Föfzg. Fünfzig. Fifty.» wird ein Kommunikationselement geschaffen, auf dem die gesamte Kampagne aufbaut, nämlich die Verwendung von Mundart, Deutsch und Englisch.

«Uns war es sehr wichtig, einen nahbaren Auftritt zu entwickeln und auf die regionale Eigenheiten einzugehen», sagt Andrea Zanzerl, Senior Brand & Design Strategist bei Die Werbekanzlei. «Daher ist die Verwendung von Schweizerdeutsch wichtiger Bestandteil des Brandings und sorgt hoffentlich für das eine oder andere Augenzwinkern.»

 

Bereits am 26. März 2020 öffnete das Einkaufszentrum seine Türen. Jedoch nicht ganz wie geplant. Anstelle des vorgesehenen dreitägigen Events mit diversen Attraktionen, musste wegen COVID-19 rasch umgedacht werden. So stellte die Werbekanzlei gemeinsam mit Radio Lozärn ein Live-Stream-Konzert auf die Beine. Der Musiker Pablo Nouvelle performte live aus dem «50». Die Show wurde auf Social Media und im Radio übertragen und erreichte über 15’000 Personen.

Zudem zierte eine Branding Wall bis zur Eröffnung das Baugerüst des Gebäudes und machte auf das Kommende aufmerksam. Bedruckte Gym-Bags, gefüllt mit Goodies, hingen jeden Morgen zum Mitnehmen bereit. Die Bags waren jeden Morgen aufs Neue innert kurzer Zeit vergriffen und so konnten nicht nur die Mieter sympathisch präsentiert, sondern den Menschen auch eine Freude gemacht werden.

«Eine Verbindung zu den Menschen in Luzern zu schaffen, war ein essenzieller Faktor. Die Leute mit Kleinigkeiten begeistern, gerade in der jetzigen Zeit, ist enorm wichtig. Die kleinen Dinge zu zelebrieren und sich damit identifizieren ist unser Ansporn» so Turan Oeznalci, Creative Director.

Innert kürzester Zeit wurde eine digitale Kampagne umgesetzt, die mit den Produkten und Mietern ständig weiter wächst. Es wird viel Gewicht auf Social Media gelegt.

«Ein modulares Konzept, das sich stetig schnell anpassen lässt und in der On- wie auch Offline-Welt erlebbar ist, war von Beginn an unser Anspruch. Es ist nicht limitiert und so gibt viele Spielmöglichkeiten, die für Mieter und Kunden spannend sind», meint Fabian Meier, Real Estate Asset Manager bei Swiss Life.

Die Werbekanzlei

Verantwortlich bei Swiss Life: Fabian Meier (Real Estate Asset Manager); Nils Linsi (Real Estate Portfolio Manager). Verantwortlich bei CBRE: Werner Aerni (Head of Center Management). Verantwortlich bei Die Werbekanzlei: Andrea Zanzerl (Senior Brand & Design Strategist); Ladina Baumgartner (Senior Project Manager); Dominique Huwyler (Graphic Design); Turan Oeznalci (Creative Director); Patrick Varga (Managing Director). Foto/Film: Christoph Varga & Team.

KSP für Haschi Chews: Ready, Steady, Chew!

Haschi Chews sind die neuen Nahrungsergänzungsmittel von Halter Bonbons. In drei Geschmacksrichtungen stehen sie im Coop- und Coop-City-Gesundheitsregal. KSP ist für den gesamten Neuauftritt der Marke, zunächst auf Instagram und Facebook, inklusive Content Management zuständig.

KSP für Haschi Chews: Ready, Steady, Chew!

Die neuen Bonbons gibt es in drei Varianten: Mit Koffein für den Energy-Boost, mit Zitrone für einen Vitamin-Kick oder mit Ingwer für Feel-Good-Power. Die Kampagne visualisiert, dass Haschi Chews im Alltag, in der Schule, beim Sport oder im Beruf helfen, das Immunsystem unterstützen.

Aktuell helfen die Bonbons ausserdem auch mit Tipps für Zuhause, sei es im Homeoffice oder Homeschooling.

KSP

Verantwortlich bei Halter Bonbons: Fabian Kyburz (Brand Manager). Verantwortlich bei KSP: Uwe Schlupp (Creative Direction); Alba Rau (Art Direction, Fotografie, Bildbearbeitung); Tim Ruf (Animation, Illustration); Barbara Sarras (Text/Community Management). Stéphanie Tschanz, Sabrina Deuss (Beratung/Community Management).

Die Gewinner der «Swiss Press Photo»-Preise 2020 stehen fest

Die Gewinnerinnen und Gewinner der «Swiss Press Photo»-Preise 2020 in fünf Kategorien sind bekannt. Der «Swiss Press Photographer of the Year» wird an der «Swiss Press Award»-Preisverleihung am 29. April bekannt gegeben.

Swiss Press Photo

Der Gewinner in der Kategorie Aktualität heisst Yves Leresche mit einer Bildserie vom Frauenstreik in Lausanne, wie die Fondation Reinhardt von Graffenried am Freitag mitteilte.

Swiss Press Photo

In der Kategorie Alltag gewann Adrian Moser mit einer Bildserie zum Blitztourismus im Berner Oberland.

Swiss Press Photo

In der Kategorie Schweizer Geschichten ist Eleni Kougionis im Rennen um die Auszeichnung «Swiss Press Photographer of the Year», und zwar mit der Bildserie «Gassenarbeit, der Schwarze Peter».

Swiss Press Photo

Loris von Siebenthal gewann in der Kategorie Sport mit der Bildserie «Tempête sur le Bol d’Or».

Swiss Press Photo

Der Gewinner in der Kategorie Ausland ist Christian Bobst mit «Die sanfte Macht des Islams». (SDA)

Swiss Press Photo

Firmenchefs verzichten in der Krise auf Teil ihres Lohns

Die Corona-Krise verlangt den Firmen und vor allem auch den Arbeitnehmenden einiges ab: Es bleiben Geschäfte und teils auch Fabriken geschlossen, vielerorts wird Kurzarbeit eingeführt und es drohen Entlassungen. Aus Solidarität verzichten nun die Chefs einiger Firmen auf einen Teil ihres Lohns.

ABB

Für Aufsehen gesorgt hat ABB: Die Chefs des Technologiekonzerns kündigten am Montag an, ab sofort und freiwillig für die Zeit der Krise auf 10 Prozent ihres Salärs zu verzichten. Konzernchef Björn Rosengren, der Anfang März bei ABB das Ruder übernommen hat, will damit ein «Zeichen der Solidarität» setzen, wie er erklärte.

«Wir müssen zusammen stark bleiben – für ABB und unsere Gesellschaft», lautete die Botschaft Rosengrens. Das durch die Salärreduktion eingesparte Geld soll helfen, die Auswirkungen der Coronavirus-Krise abzufedern. Denn ABB rechnet wegen der Pandemie in der Rechnung des ersten Quartals 2020 mit deutlichen Bremsspuren.

Rosengren kann sich die Abstriche leisten. Der von ABB im Geschäftsbericht zu der Gesamtvergütung definierte Zielwert beträgt für das laufende Jahr knapp 6 Millionen Franken. Der tatsächlich ausbezahlte Lohn kann jedoch von diesem Ziel abweichen und auch der geplante Lohnverzicht ist in dieser Rechnung nicht erfasst.

Einige Tage vor ABB kündigte die TX Group an, dass ihre Chefs auf Geld verzichten. Die Geschäftsführer der vier TX-Unternehmen Tamedia, Goldbach, 20 Minuten und TX Markets hätten entschieden, auf einen allfälligen Anspruch aus dem «Unternehmensleitungs-Gewinnbeteiligungsprogramm» für das laufende Jahr zu verzichten, hiess es. Mitte März hatte der Medienkonzern für die Belegschaft Kurzarbeit beantragt.

 

Swissport-Chef halbiert

Nach ABB und der TX Group ziehen nun die Chefs weiterer Firmen nach: Die Verwaltungsräte und Manager der Schaffhauser Traditionsfirma Georg Fischer wollen ebenfalls aus Solidarität temporär auf 10 bis 20 Prozent ihrer fixen Vergütungen verzichten. Das dadurch frei werdende Geld soll an Mitarbeitende aus Staaten mit schlecht ausgebauten Sozialversicherungssystemen bezahlt werden.

Georg Fischer hat auf die derzeit schlechte Auftragslage reagiert, schliesst in Europa vorübergehend teilweise oder ganz Werke und führt dort, wo es möglich ist, Kurzarbeit ein. Davon betroffen sind auch die Produktionen in der Schweiz, vor allem jene im Tessin.

Beim Solarzulieferer Meyer Burger, dessen Geschäft bereits vor der Corona-Krise nur harzig lief, arbeitet die Belegschaft in Thun und im neuenburgischen Hauterive ab nächster Woche in Kurzarbeit. Die Chefs verzichten ab sofort auf 15 Prozent ihres Gehalts. Und bei der auf Raumklima spezialisierten Zehnder Group werden die Cheflöhne um 10 Prozent gekürzt, während es in der Chefetage von APG gar 20 Prozent sind.

Der Chef des Flughafen-Dienstleisters Swissport, Eric Born, ist zu noch deutlicheren Einschnitten bereit. Born will auf 50 Prozent seiner Bezüge verzichten, wie er in einem TV-Interview erklärte. An den Flughäfen ist die Geschäftslage derart kritisch, dass Swissport die Freistellung von rund 60 Prozent des Personals bis Ende April angeordnet hat.

 

Folgen die Grossbanken?

In den nächsten Tagen dürften weitere Firmenchefs dem Beispiel von ABB folgen. Zwar sei es noch zu früh, um über Boni zu sprechen, sagte etwa der neue Chef der Grossbank Credit Suisse Thomas Gottstein in der Wirtschaftssendung Eco von SRF. «Aber wir denken sicher in die Richtung, dass wir uns auch solidarisch zeigen wollen.»

Bei der UBS machte der im November abtretende CEO Sergio Ermotti publik, dass er in seinem Heimatkanton Tessin eine Million Franken spenden wird. Spenden will auch die Bank: Für globale und lokale COVID-19-Projekte werden 30 Millionen US-Dollar locker gemacht.

Ob es bei der grössten Schweizer Bank auch zum Boniverzicht kommt, liess eine UBS-Sprecherin auf Anfrage von AWP allerdings offen: Um Aussagen zu der Bemessung der Boni für 2020 zu machen, sei es noch viel zu früh. Dies hänge vom Verlauf des Geschäftsjahres und der Marktentwicklung ab. Im vergangenen Geschäftsjahr kassierte Ermotti ein zweistelliges Millionengehalt – wie auch sein damaliges Gegenüber bei der Credit Suisse, der zurückgetretene Tidjane Thiam. (SDA)

Medienorganisationen rufen zur Rettung der Medien auf

Die Medien spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Coronakrise, doch die wirtschaftlichen Folgen treffen die Branche hart. Nun rufen Medienorganisationen, darunter die Mediengewerkschaft Syndicom und der Berufsverband Impressum, zur Rettung der Medien auf.

Medienorganisationen rufen zur Rettung der Medien auf

Publikum und Öffentlichkeit hätten zuverlässigen Informationsjournalismus noch nie so nötig gehabt, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Doch die Coronavirus-Pandemie treibe die Schweizer Medienbranche in eine der schlimmsten Krisen ihrer Geschichte. Die Inserate-Einnahmen brächen zusammen, das Überleben zahlreicher Pressetitel, lokaler Radio- und Fernsehstationen sowie journalistischer Websites stehe auf dem Spiel.

Die Organisationen appellieren deshalb an den Bundesrat, das Parlament und die Kantone, dringende Massnahmen zu ergreifen. Es müsse sofort gehandelt werden, um eine für die direkte Demokratie wesentliche Branche zu unterstützen.

Die Organisationen fordern einen Hilfsfonds, um die Zustellung zusätzlich zu vergünstigen und das Überleben von Druckereien, Titeln, Sendern Presseagenturen, journalistischen Online-Plattformen und Websites zu sichern. Zudem brauche es einen Unterstützungsfonds für Recherchen und Reportagen.

Beim Bundesrat rennen die Organisationen mit ihrer Forderung grundsätzlich offene Türen ein. Dieser plant, Medien zusätzlich zu unterstützen. Geplant sind zusätzliche Ermässigungen für die Postzustellung, Unterstützung für Online-Medien oder Beiträge an Ausbildung und Agenturen. Ein Massnahmenpaket stellte der Bundesrat bis im nächsten Sommer in Aussicht. Angesichts des dramatischen Inserate-Einbruchs dürfte es dann für einige Medien zu spät sein. (SDA)

Die Löwen werden dieses Jahr nicht verliehen

In einer Mitteilung von Freitag schreiben die Veranstalter, dass das Cannes Lions Festival nicht wie ursprünglich geplant im Oktober stattfinden wird. Die nächste Ausgabe wird vom 21. Bis 25. Juni 2021 durchgeführt.

Cannes Lions

Da die Auswirkungen von COVID-19 in der Marketing- Kreativ- und Medienbranche weiterhin spürbar seien, sei klar geworden, dass sich die Prioritäten zu der Notwendigkeit verlagert habe, Menschen zu schützen und den Erhalt von Unternehmen, Gesellschaft und Wirtschaft sicherzustellen. Die schwierige Entscheidung sei in Absprache mit Partnern und Kunden gefallen.

«Die Marketing- und Kreativindustrie – wie auch viele andere – befindet sich zurzeit in einem Aufruhr», lässt sich Philip Thomas, Vorsitzender von Cannes Lions, zitieren. «Es ist klar, dass wir unseren kleinen Beitrag leisten können, indem wir Spekulationen über das diesjährige Festival beseitigen. Wir haben versucht, unsere Entscheidung so früh wie möglich zu fällen, weshalb wir diesen Schritt heute kommunizieren.»

Die Veranstalter hatten bereits im Vorfeld ein Alternativdatum für das ursprünglich im Juni 2020 geplante Festival, sowie auch kurz darauf die definitive Verschiebung auf Oktober kommuniziert. (pd/swi)

Schweizer Hotellerie setzt im Februar ein letztes Glanzlicht

Die Schweizer Hotellerie hat einen Bombenstart ins neue Jahr hingelegt. Sie fuhr in den ersten zwei Monaten das zweitbeste Ergebnis seit knapp drei Jahrzehnten ein. Das war das letzte Glanzlicht vor einer rabenschwarzen Zeit, die mit der Coronavirus-Krise begonnen hat.

Hotellerie

Denn seit Mitte März ist die Welt eine andere. Der Bundesrat erklärte den Notstand für die Schweiz und brachte das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Reisen ins Land sind seither nicht möglich. Und alle anderen sind angehalten, daheim zu bleiben.

Hotels dürften zwar unter speziellen Auflagen geöffnet bleiben. Bundesrat und Kantone versuchen die Unterkünfte als Unterstützung für Militär- und Pflegepersonal oder leichte Fälle aus den Spitälern freizuhalten.

Andere versuchen, ihre Hotelzimmer als «Homeoffice auf Zeit» zu vermieten. Dennoch: Viele Betriebe haben ihre Pforten geschlossen, um die laufenden Kosten zu senken.

 

Kaum Überblick

«Es ist im Moment schwierig, den Überblick zu behalten, wie viele Hotels geöffnet haben», sagte Markus Berger, Leiter Unternehmenskommunikation der Organisation Schweiz Tourismus, am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Gemäss einer Umfrage von Hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus waren Ende März 57 Prozent der Betriebe ganz und 21 Prozent teilweise geschlossen. Laut einem Verzeichnis von Hotelleriesuisse haben aktuell jedoch nur 400 Hotels gemeldet, trotz der aktuellen Situation geöffnet zu haben.

Das sind 5 Prozent der rund 8000 Unterkünfte in der Schweiz. «Das sind sicher nicht alle», betonte Berger, der die Hoteliers mit offenen Anlagen dazu aufrief, sich in dem Register einzutragen.

Das wäre auch im Interesse von Tourismusexperte Vincenzo Carelli vom Bundesamt für Statistik BFS. Denn ohne Rückmeldungen der Hoteliers kann das BFS keine Statistiken erstellen.

Wie und welche Daten das BFS für den Monat März veröffentlichen wird, ist derzeit noch offen. «Alles hängt davon ab, wie wir die Daten und Schliessungsperioden für den Monat erhalten», sagte Carelli zu AWP.

 

Milliarden fallen weg

Der Schweizer Tourismus verliert seit den Notmassnahmen wegen der Pandemie und der Abschottung der Grenzen Milliarden. Gemäss der Umfrage von Hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus werden die Schweizer Hotels in den Monaten März (-69%), April (-90%) und Mai (-73%) massiv an Umsatz einbüssen.

Ausgehend von einem jährlichen Umsatz der Schweizer Hotelbranche von 10,2 Milliarden Franken sei daher allein für die Monate März bis Mai mit einem Umsatzverlust von fast 2 Milliarden Franken zu rechnen.

Dem gesamtschweizerischen Tourismus würden durch das Coronavirus allein von März bis Mai 6,4 Milliarden Franken entgehen. Schweiz Tourismus zitiert eine Untersuchung des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz HES-SO Valais-Wallis.

Es sind nämlich nicht nur die Hoteliers von den Schliessung betroffen, sondern auch Gastronomen, Seilbahnen und andere Transportunternehmen oder Vermieter von Ferienhäusern und -wohnungen, die sogenannte Parahotellerie.

Zum Vergleich: 2017 betrugen die Gesamteinnahmen des Tourismus in der Schweiz 44,7 Milliarden Franken. Der Tourismus spielt in der Schweizer Wirtschaft also eine bedeutende Rolle.

 

Bis Februar war alles gut

Dabei hatte das Tourismusjahr doch so gut angefangen wie schon lange nicht mehr. Die Touristen strömten in Massen ins Land und mit ihnen das Geld.

Konkret kletterte die Zahl der Übernachtungen in den Monaten Januar und Februar um 6,3 respektive 6,4 Prozent auf insgesamt 6,3 Millionen. Sowohl Schweizer als auch ausländische Gäste schliefen häufiger in den hiesigen Hotels.

Auch die Coronakrise konnte dem Sektor zu Jahresbeginn noch kaum was anhaben. Zwar sackte die Zahl der Hotelübernachtungen von Gästen aus China im Februar um fast 62 Prozent ab, dafür machten Gäste aus den Euroländern (+16%) so zahlreich wie schon lange nicht mehr Ferien in der Schweiz. Sie machten die Scharte mehr als wett, zumal der Februar kein typischer Reisemonat für asiatische Touristen in der Schweiz ist.

Die Aussichten für den Schweizer Tourismus waren also glänzend – bis das Coronavirus kam. Oder wie es Schweiz Tourismus ausdrückt: Ein dramatisches Ende nach einem verheissungsvollen Start. (SDA)

Vier Bücher, die Sie interessieren könnten

In Zusammenarbeit mit GetAbstract stellen wir Ihnen erneut vier neue Bücher aus dem Marketingbereich vor. Diesmal: «OpenSpace Beta», «Systemische Werkzeuge für erfolgreiches Projektmanagement», «Innovationsmanagement unter extremer Unsicherheit» und «Die angstfreie Organisation».

Bücher

OpenSpace Beta

Das Handbuch für organisationale Transformation in nur 90 Tagen. 

  • Autor: Silke Hermann und Niels Pfläging
  • Verlag: Vahlen, 2020
  • Seiten: 152
  • ISBN: 9783800660544

OpenSpace Beta ist ein Ansatz, der Unternehmen einen schnellen, gründlichen Wandel von innen heraus ermöglicht. Er kommt weitgehend ohne externe Berater aus und nutzt stattdessen das Potenzial der Beschäftigten. So wird diesen kein fremdes Konzept aufgezwungen – sie gestalten den Wandel mit und beseitigen dabei bekannte Missstände. Die Autoren Silke Hermann und Niels Pfläging versprechen, dass Mitarbeiter die Veränderungen damit auch besser akzeptieren. Ein Ansatz mit großem Potenzial und eine Buchempfehlung für alle, die ihre Organisation verändern wollen.

Bücher

Systemische Werkzeuge für erfolgreiches Projektmanagement

Konzepte, Methoden, Fallbeispiele

  • Autor: Simone Gehr, Joanne Huang, Michael Boxheimer und Sonja Armatowski
  • Verlag: Springer Gabler, 2018
  • Seiten: 147
  • ISBN: 9783658199883

Klassisches Projektmanagement fokussiert sich vorwiegend auf Prozesse – der Faktor Mensch bleibt aussen vor. Hier setzt das systemische Projektmanagement an: Zusätzlich zu Aufgabenlisten und Zeitplänen bringt es weitere Werkzeuge, sogenannte systemische Interventionen, ins Spiel. Was das in der Praxis bedeutet, zeigen die vier Autoren anhand zahlreicher Beispiele. Auch die systemische Theorie kommt nicht zu kurz, dieser Teil ist jedoch etwas zäh geraten. Dennoch ein empfehlenswertes Buch für Projektmanager und alle, die es werden wollen.

systemische-werkzeuge-für-erfolgreiches-projektmanagement

Innovationsmanagement unter extremer Unsicherheit

Neue Methoden zur Ideenbewertung zu Beginn des Innovationsprozesses

  • Autor: Stefanie Vollmann
  • Verlag: Büchner-Verlag, 2018
  • Seiten: 188
  • ISBN: 9783963171192

Gescheiterte Markteinführungen von Innovationen sind oft auf Fehler zurückzuführen, die ganz am Anfang des Innovationsprozesses begangen wurden. Obwohl bekannt ist, wie wichtig diese Phase ist, wird sie häufig vernachlässigt. Autorin Stefanie Vollmann möchte dies ändern und präsentiert in ihrem Buch ein neuartiges Phasenmodell für die Bewertung von Innovationsideen. Das Buch bietet einen Überblick über viele Bewertungstools, liest sich durch die vielen Quellenangaben aber zäh. Dennoch eine Empfehlung für alle, die sich mit Innovationen beschäftigen.

Bücher

Die angstfreie Organisation

Wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovationen schaffen. 

  • Autor: Amy C. Edmondson
  • Verlag: Vahlen, 2020
  • Seiten: 196
  • ISBN: 9783800660674

Viele kennen das: In Unternehmen werden gefährliche Fehler begangen, Kollegen mundtot gemacht oder grosse Chancen übersehen. Und niemand protestiert – aus Angst vor den Konsequenzen. Amy C. Edmondson belegt ihr leidenschaftliches Plädoyer gegen die Unkultur des Schweigens mit eindrucksvollen Fallbeispielen: Viele tödliche Unfälle in der Luftfahrt- oder Atomindustrie hätten verhindert, schwerkranke Menschen gerettet und Unternehmen vor der Pleite bewahrt werden können, wenn jemand rechtzeitig Alarm geschlagen hätte. Dieser praxisnahe Leitfaden hilft, die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

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