Martin Kall kündigt Abopreiserhöhungen an
Der Tamedia-Chef Martin Kall tritt per Anfang 2013 als Konzernchef ab, bleibt Tamedia aber als Verwaltungsrat erhalten. Kall geht davon aus, dass die Abonnenten von Zeitungen künftig mit Preiserhöhungen rechnen müssen.
«Wir leben von Werbeumsätzen und von Vertriebseinnahmen», sagt er im Interview mit der NZZ am Sonntag. Das Medienhaus Tamedia sei gezwungen, «Inhalte zu erstellen, die geschätzt werden, die den Nutzern etwas wert sind». Die Rubrikeninserate würden weitgehend aus den Tageszeitungen verschwinden, die Zahl der Stelleninserate sei eingebrochen. Bei der kommerziellen Werbung gebe es für die Anzeigenkunden ein zunehmend grösseres Angebot an Medien und technischen Möglichkeiten, die Werbebotschaft zu verbreiten, erklärte Kall in der NZZ am Sonntag.
Boom der Smartphones
Im digitalen Bereich erlebe man einen Siegeszug der Smartphones, so Kall. Diese seien eine Bedrohung für die Medienhäuser. «Auf den kleineren Bildschirmen liegen die Werbeerträge pro Nutzer bei zehn Prozent dessen, was wir bei stationären Computern einnehmen. Das sei ein Problem, und darauf müsse man reagieren. Da man noch kein Geschäftsmodell habe, und die Werbeerträge nicht ausreichen, versuche man es nun mit der Bezahlschranke im Internet. Diese gelte allerdings nur für das Onlineportal des Tages-Anzeigers.
Aber die Smartphones seien auch eine Chance. «Die Smartphones erhöhen die Zahl der Kontakte mit unseren Kunden stark, das ist doch ein Segen», sagt Kall. Nun müsse man einen Weg finden, um das rentabel zu gestalten. Auch wenn das nicht von heute auf morgen gelinge, «es wird gelingen», so der Tamedia-Chef überzeugt.






