Protest-Aktionen der Westschweizer Journalisten
Die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) für Journalisten durch die Westschweizer Verleger hat in der ganzen Romandie Proteste ausgelöst. Betroffene in Genf, Lausanne, Neuenburg, Freiburg und Sitten demonstrierten am Dienstag für den GAV-Erhalt.
Rund 50 Betroffene protestierten in Genf vor der Redaktion der Tageszeitung Le Temps. Sie überbrachten ausserdem Valérie Boagno, Präsidentin des Westschweizer Verlegerverbandes Médias Suisses und Direktorin von Le Temps, einen offenen Brief.
Angst vor Lohndruck
Darin fordern sie, dass die Verleger die Kündigung rückgängig machen. Ohne GAV kämen die Löhne unter Druck, was sich früher oder später auch auf die journalistische Qualität auswirken werde, schrieb der Journalistenverband Impressum in einem Communiqué. Die gleichen Forderungen kamen auch aus Lausanne. Dort machten über 100 Betroffene vor dem Edipresse Turm, wo die Redaktionen mehrerer Westschweizer Publikationen des Zürcher Medienunternehmens Tamedia untergebracht sind, ihrem Unmut Luft. Und auch bei der Unterwalliser Tageszeitung Nouvelliste, bei den Neuenburger Tageszeitungen L'Express und L'Impartial sowie beim La Liberté im Kanton Freiburg kam es zu Protestaktionen.
Angst vor Qualitätsverlust
Suissecultur, der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden, äusserte sich in einem Communiqué ebenfalls besorgt über die Kündigung des GAV. Dieser sichere den sozialen Frieden und die Qualität der Berichterstattung. Vor einer Woche hatten die Westschweizer Verleger den GAV auf Ende 2013 gekündigt. Als Grund machen sie den Rückgang der Werbeeinnahmen sowie die sinkenden Verkaufserlöse geltend. In der Deutschschweiz war der letzte GAV für die gedruckte Presse 2004 ausgelaufen. Seither herrscht ein vertragsloser Zustand.








