Nemuk lanciert Social Media-Tool Somsum

Nemuk und Required+ lancieren mit Somsum ein Tool, das ausgewählten Social Content sammelt und in die eigene Website integriert. Das Tool eignet sich für Unternehmen, Events, Kampagnen, Verlage und alle, die Social Content kuratieren möchten.

Somsum steht laut Mitteilung für «Social Media Summary». Ziel des Content Curation Tool ist es, Social Media News zu Events, Kampagnen, Team- oder Unternehmens-News zu einem übersichtlichen Stream zu bündeln. Mit dem Auftrag von Swiss Olympic, Sportler während der Olympischen Spiele London 2012 zu Wort kommen zu lassen, war der erste Baustein für das Content Curation Tool gelegt. Entstanden ist ein Online-Werkzeug, das die Social Feeds der Sportler anzieht, gebündelt darstellt und in die eigene Website einbindet. So wurde Swiss Olympic zur zentralen Anlaufstelle für News aus erster Hand rund um die Olympischen Spiele London 2012.

Aus dem Prototypen, der bereits für Firmen wie die UBS, CS und Swiss-Ski eingesetzt wurde, hat Nemuk in enger Zusammenarbeit mit Required+ ein mandantenfähiges Tool entwickelt. Das Backend erlaubt eine einfache Administration: Kategorien, Quellen sowie Teammitglieder und Sprachen können einfach definiert werden. Über das Admin Panel können auch Farben und Schriften geändert und das eigene Logo eingesetzt werden. Via iFrame-Code kann Somsum in die eigene Website integriert werden. Somsum ist ein gemeinsames Produkt von Nemuk und Required+, entstanden in enger Zusammenarbeit mit Swiss Olympic.

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Swisscom Advertising: Partnerschaft mit Nugg.ad

Swisscom Advertising und Nugg.ad aus Berlin geben die Zusammenarbeit für den Schweizer Markt bekannt. Dadurch sollen unter anderem Zielgruppenanteile optimiert werden.

Durch die gemeinsame Produktentwicklung, basierend auf der Predictive Behavioral Targeting Technologie von Nugg.ad, können laut Mitteilung hochspezifische Zielgruppen – präzise aufgeschlüsselt nach Soziodemografien, Produktinteressen und Konsumgewohnheiten– ab sofort effizienter und mit grossen Reichweiten unabhängig vom redaktionellen Umfeld auf Bluewin.ch angesprochen werden. Die neue Targetinglösung ist sowohl für eine gezielte Optimierung von Zielgruppenanteilen als auch für eine nachhaltige Steigerung der Markenbekanntheit einsetzbar und bietet neue Möglichkeiten zur Erschliessung individueller Segmente innerhalb des Swisscom Advertising Portfolios.

Durch den Einsatz der Nugg.ad-Technologie agiert Swisscom Advertising auch beim Datenschutz weit über dem Marktstandard, denn Nugg.ad ist der einzige Marktteilnehmer, dessen Zielgruppenprodukt mit dem unabhängigen Europrise (European Privacy Seal)-Datenschutz-Gütesiegel ausgezeichnet wurde, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

«Wir freuen uns, dass wir mit Nugg.ad auch beim Thema Datenschutz unser Qualitätsversprechen auf unser Premium Portfolio einlösen», so Philipp Scheidegger, Head of Swisscom Advertising. «Digitales Zielgruppenmarketing und die Einhaltung strikter Datenschutzkriterien ist kein Widerspruch, sondern muss stets Hand in Hand gehen» sagt Stephan Noller, CEO Nugg.ad. «Nimmt man diesen Anspruch ernst, sind alle Beteiligten, sowohl die Branche als auch die Nutzer, letztendlich Gewinner. Swisscom Advertising hat das erkannt, und ich freue mich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.»
 

Neuenburger Medienhaus SNP streicht sieben Stellen

Beim Neuenburger Medienhaus SNP verschwinden sieben Arbeitsplätze. Die Société neuchâteloise de presse (SNP), die die Tageszeitungen L'Express und L'Impartial herausgibt, entlässt vier Angestellte; drei Abgänge werden nicht ersetzt.

Die Entlassenen profitieren von einem Sozialplan, wie die Zeitungen in ihren Samstagsausgaben berichten. Das Medienhaus hatte seine Angestellten bereits Ende letzten Jahres darüber informiert, dass 2013 rund eine Million Franken eingespart werden müssten. Zwei der gestrichenen Stellen sind Redaktionsstellen. (SDA)
 

Wunderman: Tinkabelle gewinnen

Wunderman hat eine Online-Kampagne für den neuen Ford Fiesta lanciert. Verlost wird ein Privatkonzert der Sängerin Tinkabelle bei sich zuhause in der guten Stube.

«Was kann der neue Ford Fiesta wirklich?», fragt Ford seine Fans auf Facebook. Zur Teilnahme am Gewinnspiel muss aus teilweise hanebüchenen Antworten wie «Beim neuen Ford Fiesta kann der Fahrer ab Tempo 100 km/h die Hände vom Lenkrad nehmen» die richtige ausgewählt werden.

Die Verlosung des Wohnzimmerkonzerts ist laut Mitteilung Teil der Online-Kampagne «24 Stunden», die Wunderman zur Lancierung des neuen Ford Fiesta entwickelt hat die und aktuell auf Schweizer Websites zu sehen ist.

Verantwortlich bei Ford Motor Company Switzerland: Marcello Varallo (Marketing Communications Manager). Verantwortlich bei Wunderman (Y&R Group Switzerland): Thomas Engeli (CD), Dieter Boller (Text), Daniel Schranz (AD), Christopher Wetter (Grafik), Lisa Indlekofer und Paolo Brocco (Programmierung), Stéphanie Bertschi (Beratung).

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Publikumsrat mag Krimiserie «Der Bestatter»

Die SRF-Krimiserie «Der Bestatter» kommt beim Publikumsrat inhaltlich und thematisch insgesamt gut an. Für einige im Rat werden zu viele Klischees bemüht. Andere stören sich an der derben und teilweise holprigen Sprache. Die Mehrheit des Rats würde eine zweite Staffel begrüssen.

Im Januar zeigte SRF 1 als Dienstagskrimi die eigenproduzierte Serie «Der Bestatter». Die (vorerst) auf vier Folgen beschränkte Serie findet im Publikumsrat viel Zustimmung, wie es in einer Mitteilung heisst. Eine Ratsmehrheit beurteilt die Krimiserie als spannende Unterhaltung. Man schätzt, dass jede Folge eine eigenständige Geschichte erzählt und trotzdem ein roter Faden durch alle vier Sendungen hindurch erkennbar ist. Der Plot sei nachvollziehbar und die Ermittlungen knifflig. Betreffend Handlung, Dialoge und Spannung habe man ausserdem von Folge zu Folge eine Steigerung gespürt. Nur wenige im Rat wünschen sich mehr Spannung und Action.

Auch wenn die Handlung insgesamt als nachvollziehbar und authentisch beurteilt wird, erscheinen dem Rat einige Szenen und Figuren als überzeichnet und realitätsfremd. Zu übertrieben wirkten beispielsweise die eingesperrte Jugendliche im Sarg oder die sexuelle Verbandelung mehrerer Mitglieder einer Familie miteinander. Das Bestatter-Motiv biete einen unverkrampften Zugang zu einer den meisten Menschen unbekannten, interessanten Welt. Daraus würden sich ungeahnte Begegnungen und Geschichten sowie skurril-komische Situationen ergeben. Dabei sei die Würde der Toten nie verletzt worden. Der Tod, das Leben und das Sterben würden insgesamt auf eine offene und unbeschwerte Art thematisiert, hält der Publikumsrat fest.

Sprache verbesserungswürdig

Anklang im Rat findet, dass «Der Bestatter» aktuelle, gesellschaftspolitische Themen aufgreift und damit schweizerische Wirklichkeit abbildet. Mühe bekunden einige Ratsmitglieder aber mit dem eher düsteren, mit Klischees behafteten Menschenbild (zum Beispiel gewalttätige Raser mit Balkan-Akzent, böse Schwiegermütter, rechtsradikale Gewalttäter). Zugutegehalten wird jedoch, dass diese Klischees immer wieder durchbrochen werden.

Die meisten Ratsmitglieder finden die Sprache zeitgemäss, allerdings seien die Dialoge zuweilen etwas holprig. Einige stören sich auch an den vielen Kraftausdrücken. Für die Ratsmehrheit ist Mundart ein Muss. Für Gremienmitglieder, die sich Fiktion in Standarddeutsch gewohnt sind, ist Mundart aber gewöhnungsbedürftig.

Der Rat schätzt, dass mit dem Schauplatz Aarau das Mittelland in den Mittelpunkt gerückt wird. Aarau steht damit stellvertretend für viele ähnliche Städte in der Schweiz. «Der Bestatter» kann in den Augen einer Ratsmehrheit gegenüber anderen Krimiserien bestehen. Dem Gremium gefällt, einmal eine durch und durch schweizerische Krimiserie zu sehen, welche die Schweiz in all ihren Farben und Kulturen abbildet. Gerne würde sich der Publikumsrat eine weitere Staffel ansehen.

Teaserbild: Srf.ch
 

Erfolgreicher Start für Donate A Plate

Mit Porzellanschalen setzt die Solidaritätsaktion Donate A Plate ein Zeichen für Frauen mit Brustkrebs. Im ersten Jahr konnten bereits über 900 Exemplare der limitierten Designer-Stücke verkauft werden.

Mit einzigartigen Porzellanschalen unterstützt Donate A Plate Frauen mit Brustkrebs. Vier Schweizer Künstler durften die erste Edition designen, ihre farbigen Werke sind seit Oktober 2012 über den Online-Shop und ausgewählte Geschäfte erhältlich (Werbewoche.ch berichtete). Jedes verkaufte Exemplar sorgt für eine Spende von 15 Franken zu Gunsten der genannten Krebshilfe-Organisationen. Der Teilerlös der bisher verkauften 900 Schalen ermöglicht eine Spende von insgesamt 14‘000 Franken, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Porzellanschalen 2012 sind nach wie vor für 44 Franken auf Donateaplate.ch erhältlich. Die Vorbereitungen für die neue Edition 2013 laufen bereits – im Oktober startet der Verkauf der zweiten Edition, die von vier neuen Künstlern präsentiert wird. Verantwortlich für Konzept und Gesamtkommunikation zeichnet die Zürcher Agentur Gremlich Fatzer Partner.

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Von links nach rechts: Michèle Constantin (Association Savoir Patient ), Susi Gaillard von (Leben wie zuvor), Felizitas Dunekamp (Krebsliga Schweiz) und Isabel Montserrat (Association Savoir Patient)

 

 

Zu guter Letzt: Zur Feier des Papstes

Aus aktuellem Anlass eine religiös angehauchte Geschichte aus Belgien: Die Agentur Leo Burnett hat ihre frisch lancierte Website segnen lassen. Neu wird sie vom Schutzpatron des Internets gegen Viren beschützt.

«When Firewalls fails, rely on the holy Spirit.» Um die neue Seite gegen die 30'000 täglich neu in die Welt gesetzten Viren schützen zu lassen, machte sich die Agentur auf nach Sevilla, um die Hilfe der katholischen Kirche und des heiligen Sankt Isidorus in Anspruch zu nehmen. Letzterer ist – kein Witz – seit 2001 Schutzpatron des Internets. Für Erzbischof Juan José Asenjo Pelegrina war die Segnung einer Festplatte eine Premiere – der Prozess ging trotzdem reibungslos über die Bühne. (hae)
 

Spinas Civil Voices für Brot für alle und Fastenopfer

Die Agentur Spinas Civil Voices hat für die kirchlichen Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer eine Kampagne unter dem Motto «Sehen und Handeln» kreiert. Angesprochen werden sollen Menschen, die mit ihrem Konsumverhalten Unrecht verhindern möchten.

Doch was ist Recht, was ist Unrecht? Um das zu beurteilen braucht es unabhängige Instanzen wie NGOs, die Missstände aufdecken und objektiv informieren. Die beiden kirchlichen Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer machen seit 1969 gemeinsame Sache gegen das Unrecht – dieses Jahr zum Thema Landraub, wie es in einer Mitteilung heisst. Auf den Kampagnensujets sieht man, wie Kleinbauern für die Fleisch- und Biospritproduktion von ihrem Land vertrieben werden. Sie fordern zum Handeln auf, indem man sich tiefer informiert, Konsumverhalten ändert oder mit einer Spende entsprechende Hilfsprojekte unterstützt. Zu sehen als Plakat, Anzeigen und – mit weiteren Informationen – auf Sehen-und-handeln.ch

Verantwortlich bei Brot für alle: Sybille Spengler. Verantwortlich bei Fastenopfer: Matthias Dörnenburg. Verantwortlich bei Spinas Civil Voices: Miriam Fischer, Susi Kammergruber (Kreation), Lorenz Spinas (Gesamtverantwortung), Gaby Füchslin, Carla Storz (Beratung), Tom Krieger (Illustration).

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Bakom: Verfahren gegen SRG

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat laut Sonntagsblick ein Aufsichtsverfahren gegen die SRG eröffnet. Geprüft wird die Einhaltung der Werbe- und Sponsoringbestimmungen in «The Voice of Switzerland».

Bereits Ende Januar hat der Sonntagsblick Vorwürfe in Richtung SRG erhoben. Der Zeitung war aufgefallen, dass «The Voice of Switzerland»-Juror Stress die Sendung als Werbeplattform für seine Kleidermarke Bear Inc. nutzt (Werbewoche.ch berichtete). Das Modelabel wird zwar im Abspann als Sponsor aufgeführt – die permanente und prominente Darstellung des Schriftzugs lässt aber dennoch Fragen bezüglich Schleichwerbung aufkommen.

Wie die aktuelle Ausgabe des Sonntagsblicks berichtet, prüft nun das Bakom, ob eine Verletzung der Werbe- und Sponsoringbestimmungen vorliegt. Zusätzlich zum eröffneten Aufsichtsverfahren hat man SRF einen Fragekatalog zu Schleichwerbung zukommen lassen. SRF habe die eingeleiteten Massnahmen «zur Kenntnis genommen», wie Sprecher Martin Reichlin gegenüber dem Ringier-Titel zu Protokoll gibt. Man sei jedoch überzeugt, dass im Fall von Seat und Bear Inc. keine Werbe- und Sponsoringbestimmungen verletzt wurden.

Allerdings wird Bear Inc. im Gegensatz zum Autohersteller nicht zu Beginn der Sendung als Produktesponsor deklariert – laut Sonntagsblick ein Verstoss gegen Artikel 10 Absatz 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Bakom-Jurist Michael Stämpfli fordert nun, die SRG müsse die Verträge mit den beteiligten Partnern offenlegen. Obwohl als Folge ein Konzessionsentzug möglich wäre, sei die Ablieferung der Einnahmen oder die Behebung des Mangels wahrscheinlicher. (hae)

Was halten Sie von den Schleichwerbungs-Vorwürfen gegen die SRG? Viel Lärm um um nichts oder berechtigte Einwände des Sonntagsblicks? Stimmen Sie in der aktuellen Umfrage auf Werbewoche.ch (unten rechts) ab. Die Ergebnisse werden wie immer in der kommenden Printausgabe publiziert.

Teaserbild (Stress): Thevoice.srf.ch
 

Zu guter Letzt: Wenn der Sportreporter zweimal klingelt

In der Sonntagszeitung nimmt Peter Rothenbühler das Privatleben der neuen Blick-Chefredaktorin Andrea Bleicher in Schutz. Und zieht einen Sex-Vergleich, der etwas stutzig macht. Ein Hoch auf die SRF-Ski-Kommentatoren.

Für Vergleiche zwischen der Deutschschweiz und dem Welschland ist Peter Rothenbühler zuständig. Nicht selten mit dem Fazit: Die Westschweiz ist weltoffener, multikultureller, unkomplizierter. Dies auch im aktuellen Fall der neuen Blick-Chefredaktorin Andrea Bleicher. Während man sich diesseits des Röstigrabens noch darüber aufrege, dass die junge schöne Mutter ihre Kinder nur zwei Tage pro Woche sehe, sei man sich in der Westschweiz bereits gewohnt, dass junge, schöne – und sogar blonde (!) – Mütter in den Chefredaktionen der auflagestärksten Titel sässen. Allerdings würde deren Privatleben und Aussehen «nur in der Bar» diskutiert, so Rothenbühler in seiner wöchentlichen Kolumne. Um die Relevanz des Privatsphären-Schutzes zu zementieren, fügt der ehemalige Chef der Schweizer Illustrierte an: «Wir fragen uns ja auch nicht, mit welchen Skifahrerinnen unsere Sportreporter schlafen».

Nein, das tun wir wahrlich nicht. Kommt diese – scheinbar aus der Luft gegriffene – Andeutung allerdings aus der Feder eines Mannes, der jahrelang die Schlaf- und Wohnzimmer der Schweizer A- und B-Prominenz ausleuchten liess und sich bei jedem und allem auskennt, könnte man schon fast neugierig werden. Könnte man. Würde man beispielsweise beim Blick arbeiten. Denn dieser wird laut Sonntagszeitung (selbe Ausgabe, anderer Artikel) auch unter Bleicher Grosse-Bleys «Blut-Büsi-Busen-Kurs» weiterverfolgen – auch wenn bei ihr ein Wort wie «Titten» nie in eine Schlagzeile käme, wie sie beim Mittagessen betont.

Die beiden SRF-Damen-Ski-Kommentatoren Stefan Hofmänner und Michael Bont kamen bestimmt auf seriösem Weg zu ihrem fundierten Hintergrundwissen. Sie stellen seit Jahren eine der wenigen erfreulichen Ausnahmen in der SRF-Sportberichterstattung dar, auch wenn sie immer schon im Schatten des im Volk populären Herren-Duos Hüppi/Russi standen. Hofmänner ist sachlich, hat eine angenehme Stimme, formuliert pointiert und spricht nicht selten dem Zuschauer aus der Seele. Etwa, wenn die ORF-Regie statt des spannenden Abfahrtrennens lieber den Zielraum oder sich eintanzende Athletinnen zeigt – obwohl Fahrerinnen mit unerklärlich hohen Rückständen aus dem Intervall- und Übertragungsloch auftauchen («Sowas regt mich auf!»). Und hat man sich einmal an Bonts Dialekt gewöhnt, merkt man: Er hat unglaublich viel Ahnung vom modernen Skisport, kennt alle Hintergründe und versorgt die Zuschauer mit Informationen, die wirklich aufschlussreich sind. Er leidet und freut sich authentisch mit den Fahrerinnen. Wäre Berhard Russi nicht so populär und beliebt, müsste er sich für einen objektiven Experten-Vergleich sehr warm anziehen. Im Gegensatz zum endlosen Fussball-Ärgernis bietet das Schweizer Fernsehen hier Weltklasse.

Im Westschweizer Fernsehen ist die Ski-Berichterstattung bestimmt noch viel besser, unparteiischer und kosmopolitischer. Vielleicht kommentieren sogar bereits junge, attraktive Mütter, die ihre Kinder überhaupt nie zu sehen brauchen. Trendy!

Thomas Häusermann
 

SRG streicht Spesenpauschale

Die SRG hat den Angestellten die Spesenpauschale von gut 1'600 Franken pro Jahr gestrichen. Laut Sonntagszeitung hält sich bei der Belegschaft die Begeisterung darüber in Grenzen.

Seit Anfang Jahr müssen die Angestellten der SRG ihre Kleinspesen einzeln abrechnen. Wie die Sonntagszeitung schreibt, herrscht bei den TV- und Radioleuten deswegen «dicke Luft». Laut Stephan Ruppen vom Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) hat man bei der Gewerkschaft der Fernseh- und Radiomitarbeiter diesbezüglich zahlreiche Beschwerden und Anfragen erhalten und die Anrufe häufen sich.

Neuerdings werden beispielsweise für externe Mahlzeiten 32 Franken und für das Frühstück zehn Franken vergütet. Für Dienstreisen von SRF-Mitarbeitenden zu anderen SRG-Standorten dürfen keine Spesen geltend gemacht werden. Früh- und Spätdienstler bekommen maximal 50 Franken Taxikosten oder 28 Franken Kilometerentschädigung pro Dienst erstattet. Diese Regelungen gelten laut Sonntagszeitung für alle Angestellten – vom Tontechniker bis hin zu den prominenten Aushängeschildern.

Die Gewerkschaft SSM kritisiert nun, von der Neuerung würden zwar spesenintensive Mitarbeitende unter Umstände profitieren – wer jedoch wenig Aufwand verursache und meist am selben Ort arbeite, habe mit einer «versteckten Lohneinbusse» zu rechnen. Denn die Spesenpauschale, so Ruppen, sei für viele ein Lohnbestandteil gewesen. Die SSM sucht deswegen eine Aussprache mit der SRG, die auf Anfrage der Sonntagszeitung jederzeit für «konstruktive Gespräche bereit» sei.

Teaserbild (Banknoten): Keystone

Weltwoche-Pranger: Geschädigte wehren sich

Die Weltwoche veröffentlichte alte Aufnahmen aus dem Polizeiarchiv und verwechselte dabei Personen. Tages-Anzeiger-Chefredaktor Res Strehle nimmt Stellung. Ein irrtümlich an den Pranger gestellter Mann prüft laut NZZ am Sonntag rechtliche Schritte.

Unter dem Titel «Der Tagi-Chefredaktor und die Terroristen» veröffentlichte die Weltwoche vergangene Woche Polizeibilder aus den 80er-Jahren. Sie spüren der politischen Vergangenheit von Tages-Anzeiger-Chefredaktor Res Strehle nach. Der Artikel beschreibt Strehles Teilnahme an einer Hausbesetzung und bezieht sich unter anderem auf alte Woz-Publikationen, in welchen er «revolutionäre Gewalt» rechtfertigen soll.

«Handwerkliche Regeln des Journalismus missachtet»

Am Samstag nahm Strehle Stellung zum Artikel. Er wirft der Weltwoche «politischen Kampagnenjournalismus vor», der mit der Realität wenig zu tun habe. Das verwendete Bild sei kein Fahndungsbild, obwohl es so wirke. Er sei an keiner der im Artikel erwähnten Gewalttaten auch nur am Rande beteiligt gewesen und mit einigen der geschilderten Personen habe er wissentlich nie ein Wort gewechselt. Der Weltwoche gegenüber habe er sich nicht geäussert, da er der Überzeugung gewesen sei, dass These und Tonalität bereits festgestanden hätten – daran hätte auch eine Stellungnahme, die er drei Stunden vor Redaktionsschluss hätte abgeben dürfen, nichts geändert. Strehle verurteilt dabei die «Missachtung handwerklicher Regeln des Journalismus» und prüft alle rechtliche Schritte, «um in Zukunft eine korrekte Berichterstattung anzumahnen».

Verwechslung «im ungünstigsten Moment»

Wie die NZZ am Sonntag berichtet, ist der Weltwoche bei der Illustration des Artikels zudem ein schwerwiegender Fehler unterlaufen. Ein Bild zeigt nicht einen ehemaligen Bombenleger, sondern einen Mann mit fast gleichem Namen, der nichts mit Sprengstoffdelikten zu tun hatte. Er wurde – zusammen mit Strehle und rund 70 anderen Personen – 1984 in einem besetzten Haus in Zürich festgenommen und fotografiert (von da stammt auch Strehles vermeintliches «Fahndungsbild»). Der Geschädigte zeigt sich gegenüber der NZZ am Sonntag entsetzt. Er habe sich gerade selbständig gemacht, daher komme der ungerechtfertigte Pranger «im ungünstigsten Moment». Er prüft rechtliche Schritte und verlangte von der Weltwoche eine umgehende Klarstellung, welche mittlerweile im Internet von Autor Philipp Gut veröffentlicht wurde. Die Verwechslung sei «bedauerlich». Über Quellen (hier: Polizeiarchiv) äussere sich die Weltwoche grundsätzlich nicht und im Fall von Stehle sei die Veröffentlichung gerechtfertigt, da er eine Person des öffentlichen Interesses sei.

Polizei und Oberstaatsanwaltschaft interessiert an Quelle

Laut NZZ am Sonntag interessiert sich die Kantonspolizei Zürich trotzdem für die Quellen und hat Abklärungen in die Wege geleitet. Freigegeben würden solche Bilder nur mit dem Einverständnis des Betroffenen – oder 30 Jahre nach dessen Tod. Die alten Negative werden dem Staatsarchiv zur Archivierung angeboten. Allerdings befindet sich laut des Stellvertretenden Staatsarchivars Hans Ulrich nur eines der vier von der Weltwoche veröffentlichten Bilder im Archiv. Das Resultat der Polizei-Ermittlungen interessiert auch die Oberstaatsanwalt. Eine spätere Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung – ein Offizialdelikt – sei nicht auszuschliessen, so Sprecherin Corinne Bouvard. (hae)

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Bild (Titelseite Weltwoche): Weltwoche.ch
 

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