Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die Denner-Kampagne der Werbeagentur Vizner Borel an der Spitze, gefolgt von der Volvo-Anzeige von Leo Burnett Schweiz und der Anzeige für das Schweizerische Rote Kreuz von Onemarketing. Die Kampagne des VZ VermögensZentrums der Agentur Ruf Lanz siegt beim Kriterium Uniqueness vor Denner und der Swisslos-Anzeige der Werbeagentur Contexta. Beim Kriterium Brand Fit gewinnt die Anzeige Volvo vor den Anzeigen Swisslos und Denner. Bei der Likeability liegt die Anzeige für HGC von Leo Burnett Schweiz an der Spitze vor dem VZ VermögensZentrum und Denner.

Der Impact-Check der Werbewoche, Februar 2013 (PDF)

Detaillierte Ergebnisse Impact-Check Februar 2013 (PDF)

Affentheater mit Neandertalern

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über einfallsreiche Werbesujets, die leider nicht richtig funktionieren.

In Zürich gehören sie zum Strassenbild: Neandertaler in Gucci, Armani oder Boss. Sie halten ihren Mitmenschen nie die Tür auf, drücken sich vor der Mutter mit Kinderwagen in den einzigen freien Lift und essen nicht selten, als kämen sie direkt aus dem Zoo. Bereift kommen sie gerne im schwarzen Porsche Cayenne daher. Zu schnell natürlich. Mir entflutscht angesichts dieser Spezies meist ein wütendes «A…ff!». Oft mit der Vorsilbe «Banker-». Was natürlich undifferenziert ist, denn häufig sind diese Typen gar keine Geldschieber, sondern einfach Sonstwas-Manager oder andere Wichtigtuer aus irgendwelchen Teppichetagen.

Vermögende Urviecher

Mit einem solchen Affen, oder präziser: Neandertaler, wirbt derzeit das «VZ VermögensZentrum». Der stark behaarte Urmensch sitzt im Massanzug mit diagonal gestreifter Krawatte und Zigarre vor Kaffee und Cognac und starrt glasig in die Ferne. Vermutlich in der Hoffnung auf grössere Gewinnausschüttungen. Zwei weitere Sujets zeigen zwei andere Neandertaler, den einen am Chefschreibtisch hinter einer Zeitung, den anderen in Sinnierpose im Ledersessel. Kleidung und Umgebung der drei Wesen muten kultiviert an, doch an Körper, Hirn und Seele sind alle drei nur Urviecher, besser geeignet zum Hirschejagen und Uga-uga-Rufen, als für grössere Deals mit ziemlich viel Zaster. Genau wie die benimmfreien Herrschaften von der Bahnhofstrasse.

Dicht daneben ist auch vorbei

Unter den Sujets steht eine Menge Text, weiss auf anzugfarbenem Hintergrund. In diesem Buchstabengewusel fällt am ehesten das Logo des VZ VermögensZentrums auf, der Rest geht erst einmal unter. Uppps. Der Zeitungsleser sieht: Einen Neandertaler, der ziemlich dusselig dreinschaut, und darunter das Logo der Vermögensverwaltung. Die erste Reaktion, wenigstens meine: «Ach schau, jetzt zeigen die als Werbung ihren CEO!» Klischee bestätigt, weitergeblättert. Übler Schuss nach hinten. So werden wohl viele Rezipienten reagieren. Als Schreiberling der Werbewoche blättert man in einem solchen Fall natürlich noch einmal zurück und schaut genau hin: Was wollen uns die Banker-Affen eigentlich sagen? Dass Selbsterkenntnis der erste Weg zur Besserung ist? Dass sie in Zukunft beim Essen beide Hände auf den Tisch legen werden, statt einen Arm neben den Teller und den anderen in den Schoss?

Die Suche nach der Botschaft

Worum es hier geht, erklärt ein wirklich gutes Sätzchen unter jedem Sujet: «Erfolgreiche Anleger verlassen sich nicht auf ihre Urinstinkte.» Das ist erst einmal beruhigend. Und in Kombination mit dem Neandertaler-Bild bestechend pointiert und dabei auch noch komisch. Humor, wenns um richtig viel Geld geht – das ist mutig. Bravo Ruf Lanz. Warum aber steht dieser Satz nicht gross über dem Bild?! Oder wenigstens gross darunter. Das bisschen Fettdruck rettet die Sache leider nicht. Denn es dauert zu lange, bis man den Sinn dieses Inserats kapiert. Die Kernbotschaft geht unter. Hängen bleibt: Banker sind Affen und verhalten sich wie Neandertaler. Und sehen dabei nicht einmal gut aus. Das wussten wir ja schon. Werbung, die erst beim zweiten Hinschauen funktioniert, funktioniert gar nicht. Jedenfalls nicht bei einer Zielgruppe, für die Zeit Geld und Geld das Wichtigste überhaupt ist. Die hat nämlich keine Minute übrig, mal genauer hinzuschauen. Schade eigentlich.

Ehemaliger Patron der Zeitung L’Agefi gestorben

Der ehemalige Verleger der Westschweizer Wirtschaftszeitung L'Agefi, Alain Fabarez, ist am Mittwochabend in Lausanne gestorben. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Spitalgruppe Genolier erlag im Alter von 68 Jahren einem Herzinfarkt.

Der gebürtige Pariser stieg in den 1970er-Jahren bei L'Agefi Schweiz ein, 1993 kaufte er das Blatt der französischen L'Agefi ab. Er leitete das Unternehmen bis 2007. Unter seiner Führung ging die Zeitung 1999 an die Börse.

Im Jahr 2006 expandierte der Verleger in den Gesundheitsbereich und übernahm das Genolier Swiss Medical Network GSMN. Fabarez habe die Romandie perfekt gekannt, sagte François Schaller, Chefredaktor von L'Agefi. Er habe das Medienhaus geprägt. (SDA)

(Teaserbild: Keystone)
 

Sonntagsblatt mit Sprengpotenzial

Die Ostschweizer Tageszeitungen Werdenberger & Obertoggenburger und Rheintalische Volkszeitung tanzen auf zwei Hochzeiten: Werktags bei der Südostschweiz, sonntags bei der neuen Ostschweiz am Sonntag. Wie lange noch?

Das haben bisher bloss Anzeigenkunden erfahren: Die neue Ostschweiz am Sonntag (OaS), die am 3. März mit einer Auflage von etwa 100 000 Exemplaren startet, wird nicht nur den Abonnenten des St. Galler Tagblatts (SGT) zugestellt, sondern auch jenen des Werdenberger & Obertoggenburgers (W&O) und der Rheintalischen Volkszeitung (RVZ) – und das sind immerhin weitere 13 700 potenzielle Interessenten. Alle drei Verlage bestätigten dies auf Anfrage. Dass sich die beiden lokalen Tageszeitungen aus dem Hause Buchs Medien und Rheintal Verlag AG sonntags mit der OaS einlassen, ist bemerkenswert, sind sie doch werktags bereits eng liiert mit der Südostschweiz (SOCH) von Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument: Beide sind Teil des SOCH-Inserateverbundes, der W&O übernimmt zudem redaktionelle SOCH-Seiten, und beide halten je eine Beteiligung an der Südostschweiz Partner AG, dem gemeinsamen Druckzentrum in Haag.

Zwar ist die sonntägliche Hinwendung nach St. Gallen trotz werktäglicher Bindung an Chur für W&O und RVZ an sich noch nichts Aussergewöhnliches. «Wir tanzten schon bisher auf zwei Hochzeiten », gesteht etwa Max Müller, Geschäftsführer der Buchs Medien. So übernehme der W&O jeweils den überregionalen Mantelteil der SOCH und pflege gleichzeitig im Regionalbereich einen regen Artikeltausch mit dem SGT. Bei der RVZ ist es ähnlich, wie Verlagsleiter René Wuffli erklärt: Die Ein-Bund- Zeitung erhalte Anzeigen aus dem SOCH-Inseratekombi, sei sonst aber redaktionell und werblich identisch mit dem Regionalbund des «Rheintalers», der wie die RVZ in der Rheintal Verlag AG erscheint, aber ins SGT-Kopfblatt-System eingebunden ist.

Südostschweiz: Kündigungstermin naht

Die Tatsache aber, dass sich die beiden Zeitungen gerade jetzt enger beim SGT und seiner Sonntagsaus- gabe anlehnen, lässt dennoch aufhorchen. Denn bei Lebruments Medienverbund naht ein wichtiger Kündigungstermin: Bis zum 30. Juni ist der SOCHVertrag per Ende 2013 auflösbar (nicht jedoch der Vertrag beim Druckzentrum, dieser dauert länger). Hinter den Kulissen laufen deshalb intensive Verhandlungen unter den zwölf SOCH-Partnern. Lebrument bemüht sich natürlich um die Fortführung des bisherigen Verbundes. Ob ihm dies im bisherigen Umfang gelingen wird, erscheint aber fraglich: Dass sich RVZ und W&O sonntags für die OaS entschieden haben, lässt vermuten, dass sie sich auch werktags dem SGT-System anschliessen werden. Umso mehr, als der W&O zu 57 % der St. Galler Tagblatt AG und damit zur NZZ-Gruppe gehört. Auch Lebrument ist sich dessen bewusst. Mehr noch: «Dass der W&O auf den 1.1.2014 den SOCH-Verbund verlässt und ins SGT-System wechselt, steht bereits fest», weiss er. «Und bei der RVZ ist dieser Schritt ebenfalls möglich.» Das fände er zwar bedauerlich. «Aber schlaflose Nächte habe ich deswegen keine», sagt er.

Vage Antworten aus dem Rheintal und aus Zürich

RVZ-Verlagsleiter Wuffli hingegen will die Hinwendung zur OaS keineswegs als Signal verstanden wissen dafür, dass er sich aus dem werktäglichen SOCH-Verbund verabschieden werde. Entscheidend sei, wo die RVZ kommerziell mehr profitiere. Dazu führe er derzeit mit SGT und SOCH Gespräche und stelle entsprechende Berechnungen an, sagt er. Beim W&O und bei der NZZ vertröstet man dagegen auf später: Ob die Kooperation des W&O als affiliierter SOCH-Partner weitergeführt werde, «wird zu gegebener Zeit kommuniziert», sagt Müller. Die Antwort aus Zürich lautete ähnlich unverbindlich. Doch egal, ob die OaS den SOCH-Verbund nun sprengen wird oder nicht – warum kümmert sich eine kleine Zeitung wie der W&O überhaupt um den Sonntagsmarkt? «Der Sonntag ist ein wichtiger Lesetag geworden, es geht deshalb darum, in diesem Markt mit einer gut gemachten Zeitung schon mal einen Platz zu besetzen», sagt Müller. Der Geschäftsführer der Buchs Medien weist denn auch auf die Liewo hin, ein Gratis-Sonntagsblatt aus dem Hause Liechtensteiner Vaterland, das seit Jahren an alle Haushalte in Liechtenstein und im W&O-Gebiet verteilt wird. «Inhaltlich lässt die Liewo zwar zu wünschen übrig, im Werbemarkt aber ist sie durchaus eine Konkurrenz», sagt er. Brisant: Auch das Liechtensteiner Vaterland ist werktags Teil des Südostschweiz- Verbunds.

Dank OaS keine eigene Sonntagsredaktion nötig

Doch wenn Müller sonntags Präsenz markieren will, weshalb tat er dies nicht schon früher zusammen mit der Südostschweiz am Sonntag (SOSo)? «Weil es bis vor Kurzem in unserem Gebiet keine sonntägliche Frühzustellung gab – und eine aufzubauen wäre zu teuer gewesen», sagt er. Dies habe sich erst vor einem Jahr geändert, als der W&O wegen des Service- Abbaus der Schweizerischen Post die werktägliche Frühzustellung einführen musste. «Ein Ausbau auf sieben Tage ist für den W&O nun leichter stemmbar», erklärt Müller. Nebenbei: Für die Frühzustellung engagierte er die Liechtensteinische Post. Und weshalb zieht er die OaS der SOSo vor? Müller nennt drei Gründe: Zunächst die geografische und politische und damit inhaltliche Nähe zum Blatt aus St. Gallen. Zudem sei die OaS eine Zeitung für die ganze Ostschweiz – ohne Regionalsplits. Das erspare dem W&O den Aufbau einer eigenen Sonntagsredaktion. Anders bei der SOSo und ihrem Nachfolgeprodukt «Schweiz am Sonntag»: Hier wäre eine eigene Lokalredaktion vom Konzept her zwingend. Und drittens erinnert Müller daran, «dass die St. Galler Tagblatt AG bei uns das Sagen hat».

Markus Knöpfli
 

Meisterhafte Teamarbeit

Im Dracula-Club in St. Moritz ist die bereits 5. Auflage von «Graubünden geht aus!» präsentiert worden. Damit erhöht sich die Gesamtauflage der Serie auf 30 Hefte mit total 1 200'000 Exemplaren.

Auf diesen Erfolg durfte nur in einem Lokal mit sagenumwobener Aura angestossen werden. Im legendären Dracula-Club des Hotels Kulm in St. Moritz haben Ralph Lindenmann und Wolfram Meister ihr 30. Heft aus der Serie «Geht aus!» vorgestellt. Wenige Tage zuvor wurde bekannt, dass Wachstum und Entwicklung bei der Gourmedia zu einer Erweiterung und Neustrukturierung der Geschäftsleitung geführt haben. Neben Anthony Alex konzentriert sich Ralph Lindenmann weiterhin auf die Kundenbetreuung, Anzeigenverkauf und Events. Neuer Gourmedia- Geschäftsführer wird Wolfram Meister, der gleichzeitig verantwortlicher Chefredaktor bleibt.

Ralph Lindenmann als Gründer der «Geht aus!»-Magazine ist eidg. dipl. Marketingleiter. Er verfügt über grosse Erfahrung in Unternehmensführung, PR und Marketing, vor allem im Verlagswesen. Von 1997 bis zur Gründung der Gourmedia 2005 war Lindenmann Mitinhaber und Geschäftsführer bei der Factum AG sowie dem Verlag Bücherpick.

Die Idee für «Geht aus!» geht auf eine Geschäftsreise nach Mallorca zurück. Auf dem Weg dorthin hat Ralph Lindenmann 2004 ein solches Gastromagazin im Flugzeug entdeckt und fand es praktisch, sich in diesem Heft kulinarisch abseits von Currywurst und Pommes inspirieren zu lassen. Später ist ihm das Produkt bei einem Meeting in Deutschland noch einmal über den Weg gelaufen. Das «Mallorca geht aus» wurde beim gleichen Verlag in Düsseldorf produziert, mit dem Lindenmann über eine Kooperation mit dem «Bücherpick» verhandelte. So hat man sich dann schnell geeinigt. Um einen versierten Chefredaktor für das erste «Zürich geht aus!» zu finden, hat Ralph Lindenmann seinen damaligen Autor Jürg Altwegg um Rat gefragt. Dieser schreibt von Genf aus als Kulturkorrespondenz für die FAZ und hat sofort Wolfram Meister empfohlen: «Es gibt nur einen, der das kann!»

Wolfram Meister setzte Zeichen auf den verschiedensten Etagen bei Ringier. Vier Jahre war er Stellvertreter von Peter Rothenbühler bei der Schweizer Illustrierten. Dann wollte er auch im Ausland etwas erleben. In Hamburg übernahm er den Job, das Zeit-Magazin einem Relaunch zu unterziehen. Ein zweites Angebot folgte für ein Reisemagazin. Gleichzeitig erreichte ihn aber eine Anfrage vom Blick. So wurde Meister 1997 bis 1999 einer der letzten Chefredaktoren in der Geschichte des Blicks, der die Auflage noch einmal hochschrauben konnte, «auf rund 315 000». Aber wie das «beim Fussball und Boulevardzeitungen so ist», wurde Meister nach zwei Jahren ebenfalls wieder ausgewechselt. Damit wurde Meister schliesslich sein eigener Meister. Mit seiner Creative Consulting GmbH hat er diverse Entwicklungen für Zeitschriften durchgezogen und auch einen der «ersten Newsrooms » für die Schweiz eingerichtet. Zuvor war er bei der Pendlerzeitung Metropol im Jahr 2001 kurzfristig noch einmal als Chefredaktor tätig.

In seinem eigenen Verlag gab Meister den Newsletter «Wein Wisser» heraus. Nach dem Verkauf hat Meister im Jahre 2010 die Schweizerische Weinzeitung vom Verlag Südostschweiz übernommen und das 120-jährige Fachblatt für Winzer und Küfer zu einer gediegenen Publikumszeitschrift ausreifen lassen. Einen besonderen Wert legt der Weinkenner hier auch auf eine sehr sorgfältige grafische Gestaltung. Das Cover lässt er in Essen zeichnen und das Heft wird in Hamburg produziert, «weil ich nach wie vor davon träume, ein bisschen mehr Zeit in dieser Stadt verbringen zu können».

Der Erfolg mit «Geht aus!» macht inzwischen einen ständig dicker werdenden Strich durch diese Rechnung. 30 verschiedene Hefte mit einer Auflage von je 40 000 sind bis jetzt auf den Markt gekommen. In St. Moritz wurde die bereits fünfte Ausgabe für Graubünden realisiert. In Zürich sind zusätzlich drei Hefte «Zürich kauft ein!» zum Portfolio gekommen. Und nach drei Jahren Vorbereitungszeit wird man demnächst auch in Bern wissen, wo man am besten, besonders bürgerlich, urchig, unkompliziert oder auch trendy essen kann.

Andreas Panzeri

graubuenden-geht-aus
dracula-club
 

Ruf Lanz: Bei den VBZ hat es noch Platz für Werbung

«Der Bundespräsident hat keinen Platz mehr für weitere Werbung. Die VBZ schon», so das Motto der neuen Kampagne von Ruf Lanz für VBZ.

Am letzten Samstag habe sich Bundespräsident Ueli Maurer an der Ski-WM als wandelnde Werbesäule präsentiert, schreibt die Agentur. «Er warb auf Mütze und Jacke für eine Bank, ein Telekom-Unternehmen, eine Versicherung und ein Auto – mehr geht fast nicht.» Nun habe man den ungewohnten Werbeträger für ein aktuelles Sujet für VBZ Traffic Media genutzt. Denn in Tram und Bus habe es noch Platz für Werbung.

Das Sujet ist am Donnerstagmorgen ganzseitig in 20 Minuten erschienen.

Verantwortlich bei den VBZ: Heinz Vögeli (Gesamtverantwortung Unternehmenskommunikation), Jacques Baumann (Gesamtverantwortung Marktkommunikation). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Mario Moosbrugger, Marcel Schläfle (Art Direction), Markus Ruf (Text), Doelkar Monkhar (Beratung). Bild: Keystone.

ruflanz1_7

TV-Sender werten neue TV-Daten bereits aus

Hat der Mediapulse-Verwaltungsrat die Daten des neuen TV-Panels glaubwürdig überprüfen können? Fest steht: Die Medienwissenschaftliche Kontrollkommission wurde nicht eingeschaltet. Trotzdem haben die TV-Sender die Daten erhalten und arbeiten schon damit.

Wann genau die Öffentlichkeit über die neuen TV-Daten informiert wird, ist noch offen. Doch die TV-Sender können die Daten bereits auswerten. Am 12. Februar beurteilte der Verwaltungsrat von Mediapulse die Daten des neuen TV-Panels als «schlüssig und plausibel». Gleichzeitig kündigte er an, dass sie irgendwann nächste Woche der Öffentlichkeit vorgestellt würden. Davon aber, dass für die TV-Sender eine andere Regel gilt, war aber nie die Rede: Diese erhielten die Daten nämlich teils schon am 13. und teils am 14. Februar, wie die Werbewoche von mehreren Veranstaltern erfuhr. Von Mediapulse wurden diese Informationen allerdings weder bestätigt noch dementiert. Sprecher Nico Gurtner verwies lediglich auf die nach wie vor nicht terminierte Pressekonferenz von nächster Woche.

Weil die Sender nun Daten von rund 45 Tagen auf einmal erhielten (rückwirkend bis zum 1. Januar 2013), sind vielerorts Nacht- und Wochenend-Sonderschichten nötig, um die Datenmengen zu analysieren und auszuwerten. Denn mit dem neun Panel der Firma Kantar Media ändert sich alles, was sich ändern kann: Sämtliche Panelhaushalte sind neu rekrutiert, es fliessen zusätzliche Nutzungsformen (etwa TV am PC und am Laptop) mit ein, erstmals werden Daten zum zeitversetzen Fernsehen ausgewiesen, und auch mit dem neuen Auswertungstool müssen sich die Sender noch vertraut machen.

Besonders merkwürdig ist aber, dass es der Mediapulse-Verwaltungsrat war, der die Daten freigab. Denn Mediapulse und sein Verwaltungsrat stehen seit rund sechs Wochen unter grossem Druck. Deshalb ist die theoretische Möglichkeit, dass das Gremium trotz allenfalls mangelhafter Datenqualität dem Branchendruck nachgab und sich vielleicht zu früh für die Daten-Freigabe aussprach, nicht von der Hand zu weisen. Und das kratzt an der Glaubwürdigkeit.

Stattdessen wäre es zweifellos besser gewesen, die aus Uniprofessoren bestehende Medienwissenschaftliche Kontrollkommission MWK einzuschalten. Denn die MWK nahm schon das bisherige Panel jährlich unter die Lupe und verfasste genau Bericht. Warum aber liess der Mediapulse-VR nicht sie die Kontrolle durchführen? Auch darauf war von Gurtner keine Antwort erhältlich.

Dafür war von der MWK zu erfahren, dass sie gar nicht mehr im Dienst der Mediapulse steht. «Die MWK ist weder in den Prozess der Auswahl des neuen Systems miteinbezogen worden, noch hat sie das neue System beurteilt», schreibt MWK-Leiter Heinz Bonfadelli, Professor am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Und weiter: «Soweit ich informiert bin, wird Mediapulse einen externen Experten/Auditor, der das Kantar-System kennt, beauftragen, das neue Messsystem zu überprüfen – oder hat das schon in die Wege geleitet.»

Das erstaunt, denn darüber wurde bisher nie informiert – selbst Brancheninsider zeigten sich verwundert, dass die Zusammenarbeit mit der MWK beendet ist. Zudem scheint es, dass diese externe Person weder bestimmt ist noch dass eine unabhängige Kontrolle stattgefunden hatte. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätte der Mediapulse-VR bestimmt diesen externen Experten das Placet zu Panel und Daten erteilen lassen. Doch davon war im Mediapulse-Communiqué kein Wort zu lesen.

Markus Knöpfli

Mediapulse stellt klar: Kontrollkommission bleibt

Initiative für Stadionverbot von Alkoholwerbung eingereicht

Das Blaue Kreuz des Kantons Zürich hat am Donnerstag die Initiative für ein Verbot von Alkoholwerbung aus Sportstadien und von Sportanlässen eingereicht. 8'422 Zürcher und Zürcherinnen haben die kantonale Initiative unterschrieben, nötig sind 6‘000 gültige Unterschriften.

Die Unterschriften für die Initiative «Keine Werbung für alkoholische Getränke auf Sportplätzen sowie an Sportveranstaltungen im Kanton Zürich» seien der kantonalen Verwaltung übergeben worden, teilte das Blaue Kreuz mit. Im Laufe der Sammelaktion habe es viele positive Rückmeldungen gegeben. Die Unvereinbarkeit von Alkohol und Sport leuchte weiten Teilen der Bevölkerung ein. Es werde erwartet, dass der Gesetzgeber eine klare Regelung verabschiede. Entscheidend sei der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor der Werbung für Alkohol im Zusammenhang mit Sport.

Bereits jetzt ist in der Schweiz landesweit ein Spirituosen-Werbeverbot in Sportstadien und an Sportanlässen in Kraft. Die Initiative würde das Werbeverbot im Kanton Zürich auf alle alkoholischen Getränke, insbesondere auch auf Bier, ausweiten. Die Alkoholindustrie, insbesondere die Bierbrauer, investieren jährlich Hunderte von Millionen Franken in die Werbung und ins Sportsponsoring. Sportverbände reagierten bei der Lancierung der Initiative im August 2012 alarmiert auf das Werbeverbot. Sie befürchten finanziell einschneidende Folgen, sind aber auch inhaltlich nicht von der Initiative überzeugt. (SDA)

Teaserbild: Blaueskreuz.ch
 

Eva Keller verlässt AZ Medien

Eva Keller, Kommunikationschefin und Mediensprecherin, hat sich entschieden, die Leitung Unternehmenskommunikation per Ende Februar 2013 abzugeben, um sich neu zu orientieren und sich selbständig Aufgaben in Kommunikation und Medienmanagement zu widmen.

Eva Keller ist im Januar 2006 zu AZ Medien gestossen, nachdem sie in leitenden Funktionen bei Ringier, dem Verlegerverband Schweizer Medien und Bilanz tätig war. Sie hat in den letzten sieben Jahren in einer ausgeprägten Wachstums- und Innovationsphase der AZ Medien die interne und externe Unternehmenskommunikation aufgebaut, weiterentwickelt und auf einen hohen Qualitätsstandard gebracht, wie es in einer Mitteilung von Mittwoch heisst.

Der Bereich Unternehmenskommunikation wird ab 1. März 2013 von Ursulina Stecher geleitet. Sie ist im November 2009 als Assistentin des CEOs und der Unternehmensleitung zu AZ Medien gekommen. Vormals war die Primarlehrerin seit 1997 in verschiedenen Marketing- und Kommunikationsfunktionen der Medienbranche, unter anderem bei Weltwoche und Cash, tätig.

Teaserbild: AZ Medien
 

Valencia: TV-Aktionswerbung für Coop

Im Februar ergänzen neu von Valencia kreierte TV-Spots die bis anhin vor allem im Printbereich und online geführte Aktionswerbung von Coop. Der Retailer bewirbt mit kurzen Spots jeweils ein Fleisch- und Weinangebot aus den aktuellen Wochenaktionen.

Valencia kreierte dafür einen TV-Spot im Stil des Coop Aktionsmagazins. Der Spot ist laut Mitteilung eine Kombination aus 2D- und 3D-Elementen und stellt die Rabatte und Produkte ins Zentrum. Da die Angebote wöchentlich wechseln, wurde besonders darauf geachtet, dass die Packshots und Preisfelder ohne grossen Aufwand geändert werden können, der Rahmen aber konstant bleibt. Start der Spots war der 7. Februar auf den grossen TV-Sendern in der Deutschschweiz, dem Tessin und der Romandie.

Verantwortlich bei Coop: Thomas Schwetje (Leiter Marketing/Services), Sacha Zuberbühler (Leiter Werbung), Marc Weber (Projektleiter), Karin Heliopoulos (Leiterin Media), Stephan Küng (TWMedia). Verantwortlich bei Valencia Kommunikation: Simone Fluri (Creative Director), Beatrice Ketterlin (Art Director), Sebastian Refardt (Text), Diana Aberkane (Beratung) und Emanuel Pluess (Desktop).Verantwortlich bei Encore Pictures: Jürg Steudler (Executive Production) & Neil Stubbings (Direction).

 

Zu guter Letzt: Geocities reloaded

Erinnern Sie sich an Geocities? Falls ja: Eine Website zeigt die scheusslichen Webdesigns der 90er Jahre - köstlich. 

Man fragt sich aus heutiger Sicht wirklich, wie das Internet einen derart mächtigen Siegeszug antreten konnte….(hae)

gc-01
 
gc-02
gc-03
gc-04
gc-05

Prospective expandiert nach Deutschland

Prospective eröffnete per 1. März 2013 die erste Niederlassung in Deutschland. Die Positionierung als Medienagentur, welche alle fünf Medienkanäle (Print- und Onlinemedien, Social Media, Website und Mobile) abdeckt, sei einzigartig im deutschen Markt.

Dies schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Prospective wurde im Jahr 2000 gegründet. Unter der Führung von Geschäftsleiter Matthias Mäder entwickelt das Unternehmen Lösungen, um Recruiter und HR-Fachleute bei der Stellenausschreibung und Rekrutierung zu unterstützen. Prospective ist zudem Organisator der Recruitingconvention und Herausgeber des «Trend Report Online-Recruiting Schweiz».

Per 1. März 2013 wurde Prospective Media Services PMS mit Sitz am Lützowplatz in Berlin gegründet. Damit wird der Grundstein für die Expansion in Deutschland gelegt. Prospective ist spezialisiert auf die Dach-Region, daher bot sich eine Ausweitung nach Deutschland an. Matthias Mäder, Geschäftsführer von Prospective sagt dazu: «Wir wollen die innovativen Produkte, welche wir in den letzten Jahren entwickelt haben, nun endlich auch den deutschen Kunden zur Verfügung stellen!»

Berlin_Eingang_Prospective_
Berlin_Luetzowplatz_Prospec
Berlin_Bueros_Prospective_F
 

get_footer();