Adello eröffnet einen weiteren Standort in Ungarn

Adello eröffnet mit dem neuen Büro in der ungarischen Hauptstadt Budapest bereits die sechste Niederlassung. Als Country Manager für Ungarn konnte der Online-Spezialist Csaba Kötcsei gewonnen werden.

Der 38‐jährige Csaba Kötcsei bringt einen grossen Erfahrungsschatz im Aufbau von Online-Unternehmen ein. Nach seinem BWL-Studium an den Universitäten Passau/Budapest/Universität St. Gallen (HSG) arbeitete er zunächst als Consultant beim Webdienstleister Namics. Später hat er in Ungarn bei der grössten Digitalagentur Kirowski/Isobar während sieben Jahren, die letzten Jahre als COO, das Tagesgeschäft geführt. Aus diesem Grund wird Kötcsei neben seiner Aufgabe als Country Manager zusätzlich als «Head of Business Development» den Ausbau der Adello Group in Europa mit verantworten.

Simon Meier, CFO von Adello, freut sich über den Neuzugang: «Er ist mit Mark Forster und mir durch die gemeinsame Zeit an der HSG und den überlappenden Freundeskreis schon seit einiger Zeit verbunden. Aufgrund seines Hintergrunds und seiner Managementerfahrung war er für uns stets die Idealbesetzung. Nach langer Zeit ist endlich der Zeitpunkt reif gewesen, um ihn für uns zu gewinnen.»

Für Csaba Kötcsei wartet eine neue herausfordernde Tätigkeit. «Wir waren schon lange miteinander im Gespräch. Mir hat der Erfolg von Adello stets Eindruck gemacht. Spätestens seit der Lancierung von «AdCTRL» wurde mir aber bewusst, dass sich hier bei Adello eine einmalige Chance auftut. Da sich das Geschäft so rasch entwickelt, stellt es hohe Anforderungen in Bezug auf Flexibilität und auch betreffend der Service Quality. Als Country Manager freue ich mich, einerseits aus erster Hand die Bedürfnisse der Niederlassungen zu erfahren, während ich andererseits als Head of Business Development die Prozesse für das ambitionierte, kontrollierte Wachstum optimiere», fasst Kötcsei seine Motivation zusammen.
 

Ovomaltine sponsert die Schweiz mit Extra-Energie

Leo Burnett ist für die klassische Ovo Drink-Promotion verantwortlich und Webguerillas verlängert sie auf der Website und dem Facebook-Profil von Ovomaltine.

Getreu dem Motto «Mit Ovomaltine kannst du’s nicht besser. Aber länger.» sponsert Ovomaltine nach 2012 auch dieses Jahr alle, die dranbleiben. Wer einen der auf Plakaten und Anzeigen beworbenen Sponsoring-Gründe erfüllt, kann sich auf der Website sowie neu über einen Facebook-Tab auf dem Profil von Ovomaltine bewerben, wie es in einer Mitteilung heisst. Dabei stehen verschiedene bekannte Alltagssituationen zur Auswahl, so etwa «Du hast dich bereits zum 10. Mal für eine Wohnung beworben». Kann der User seine erfolglose Wohnungssuche beweisen, schickt ihm Ovomaltine eine Extra-Portion Energie in Form von zwölf Ovo Drinks nach Hause. Die Promotion läuft seit Ende März und noch bis Ende Juli 2013.

Verantwortlich bei Wander: Bettina Marthaler (Marketing Manager Ovomaltine), Miriam Wälti (Brand Manager Ovomaltine). Verantwortlich bei Leo Burnett: Pablo Schencke, Johannes Raggio, Fabian Windhager (Kreation), Johannes Raggio (ECD), Fiona Gottwald, Michael Gassler (Beratung). Verantwortlich bei Webguerillas: Richard Wegele (Art), Ennio Cadau (Text), Michel Bognar (Social Media), Elie Kerbage (PR), Michael Kohlbach (Programmierung), Tatjana Meichtry, Philipp Pongracz (Beratung).

Ovo-3
Ovo-2
130424_ovo_drinkpromo_01
130424_ovo_drinkpromo
 

Botox-Mäuse: Bundesgericht weist SRG-Beschwerde ab

Das Schweizer Fernsehen hat in einer Sondersendung über Botox zu Unrecht nicht darüber informiert, dass für die Produktion des Nervengifts hunderttausende von Mäusen bei Tierversuchen sterben. Laut Bundesgericht wurde das Gebot der Sachgerechtigkeit verletzt.

Am 2. Januar 2012 hatte das Schweizer Fernsehen im Gesundheitsmagazin «Puls» eine Spezialsendung zu Botulinumtoxin (Botox) ausgestrahlt. Das Publikum wurde unter anderem über die medizinischen und kosmetischen Anwendungsmöglichkeiten informiert, sowie über das Milliardengeschäft für die Hersteller.

Notwendiger Aspekt

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) kam 2012 auf Beschwerde des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) zum Schluss, dass im Rahmen dieser Sendung auch die im Zusammenhang mit Botox notwendigen Tierversuche hätten thematisiert werden müssen. Mit dem Weglassen entsprechender Hinweise sei das Gebot der sachgerechten Information verletzt worden. Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun bestätigt und die Beschwerde der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) abgewiesen. Laut den Richtern in Lausanne ist der Entscheid der UBI entgegen der Ansicht der SRG vertretbar. Der fragliche Beitrag sei als Sondersendung einzig zum Thema Botox angekündigt worden. Der Zuschauer habe damit davon ausgehen dürfen, über alle für ihn als Patient oder Konsument notwendigen Aspekte informiert zu werden.

Meinung von Kunden beeinflussen

Die Information, dass geschätzt mehrere hunderttausend Mäuse pro Jahr bei Tierversuchen mit Botox verenden würden, habe dabei nicht ausgeklammert werden dürfen. Die Tatsache, dass mit steigendem Verbrauch von Botox auch mehr Tierversuche notwendig seien, wäre geeignet gewesen, die Haltung potentieller Kunden zu beeinflussen. Von einem Magazin, das seine Service- und Ratgeberfunktion in den Vordergrund stelle, dürfte laut Gericht erwartet werden, den Aspekt der Tierversuche nicht zu verschweigen. Nur durch die Erwähnung des mit der Produktion von Botox verbundenen Tierleidens hätte sich das Publikum eine vollständige eigene Meinung bilden können.

Daran ändere sich auch nichts, dass fünf Jahre zuvor im Konsumentenmagazin «Kassensturz» die Tierversuchs-Problematik mit Botox thematisiert worden sei. Ebenso wenig genüge es, dass auf der Homepage der SRG in einem ergänzenden Beitrag zur Puls-Sendung ein kritischer Artikel zu den Tierversuchen erschienen sei. (SDA)
 

Mit dem IAB Leitfaden die richtige Digitalagentur finden

Die neu gegründete IAB Fachgruppe «Agenturen» hat einen Ratgeber für die Evaluation einer Digitalagentur erarbeitet. Der Leitfaden soll den Auftraggebern die Partnersuche erleichtern und ist gleichzeitig eine Empfehlung für Ausschreibungen.

Der Konsum digitaler Medien steigt in rasantem Tempo. Damit gewinnt auch das Digital Marketing kontinuierlich an Bedeutung. Deshalb hat IAB Switzerland in der neu gegründeten Fachgruppe «Agenturen» unter der Leitung von Claus Bornholt einen Leitfaden erstellt, der Unternehmen helfen soll, im Dschungel der Agenturen den richtigen Partner für ihre Projekte zu finden, wie es in einer Mitteilung heisst.

Anleitung für Agenturevaluation

In dem Leitfaden werden detailliert die Vorgehensschritte von der groben Auswahl bis zur finalen Entscheidung und Vertragsunterzeichnung erläutert. Dabei wird besonders die stark projektorientierte Arbeitsweise im Digital Marketing berücksichtigt. Im Leitfaden werden zudem die verschiedenen Agenturtypen aus dem Bereich des Digital Marketings ebenso erläutert wie das Ausschreibungsverfahren und das Prozedere des Auswahlprozesses. Der Leitfaden ist online unter Iab-switzerland.ch abrufbar.

Aktive Fachgruppe «Agenturen»

Die IAB Fachgruppe «Agenturen» wird im Laufe des Jahres noch weitere Leitfäden herausgeben. Geplant sind Dokumente zu den Themen «Honorar-Regelungen», «Vertragsschluss», «Urheberrecht» und «Source Code». Diese Leitfäden möchte die Fachgruppe in Kooperation mit anderen Verbänden wie der Simsa und dem BSW erarbeiten.
 

Neuer Partner für Hirzel Neef Schmid Konsulenten

Andrés Luther, derzeit Co-Leiter Corporate Communications der Credit Suisse Group, wird auf Anfang 2014 Partner beim Schweizer Kommunikations- und Wirtschaftsberatungsunternehmen Hirzel Neef Schmid Konsulenten.

Andrés Luther, lic. phil, war während der letzten zehn Jahre in verschiedenen Führungspositionen im Kommunikationsbereich der Credit Suisse tätig, seit 2005 als Leiter Group Communications und seit 2011 als Co-Leiter Corporate Communications. Davor war er Leiter Investor Relations und Corporate Communications von Day Software, einem Internet Software-Unternehmen, das heute Teil von Adobe ist.

Bild: Realwwz.ch
 

Der Landbote: Tamedia doch interessiert

Wie die NZZ am Sonntag berichtet, ist – entgegen der Spekulationen von letzter Woche – Tamedia doch an einer Übernahme der Winterthurer Tageszeitung Der Landbote interessiert. Zudem werden zwei weitere potentielle Käufer ins Spiel gebracht.

Schweiz am Sonntag spekulierte vergangene Woche, dass, da Tamedia nicht am Landboten interessiert sei, die Tore für Christoph Blocher und einen neuen Zeitungsverbund weit offen stünden (Werbewoche.ch berichtete). Doch Blocher äussert sich gegenüber der NZZ am Sonntag mit einem enttäuschten Unterton: Es sei allgemein bekannt, dass der Landbote faktisch dem Tamedia-Verlag gehöre – Gedanken über das Thema würden sich für ihn daher erübrigen.

Tamedia soll ein Kaufangebot gemacht haben, das der Eignerfamilie jedoch zu tief gewesen war. Würde Blocher oder ein Dritter ein höheres Gebot platzieren, dürfte Tamedia dank Vorkaufsrecht zu diesem Preis kaufen. Es scheint also, als habe Christoph Blocher kein Interesse an der Rolle des Preistreibers. Denn Tamedia überlässt ihm – entgegen der Berichte von letzter Woche – das Winterthurer Feld nicht kampflos. Dies bestätigt auch Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer: «Sollte sich die Eigentümerfamilie zu einem Verkauf entscheiden, ist klar, dass Tamedia einer der möglichen Partner ist».

Die NZZ am Sonntag bringt eine weitere Interessentin ins Spiel – die NZZ-Gruppe soll ebenfalls ein Gebot abgegeben haben. Doch diese will sich gegenüber ihrer eigenen Zeitung nicht äussern. Es wird aber spekuliert, dass Tamedia mit der NZZ als Käuferin wesentlich mehr Mühe hätte als mit Blocher, bei dem in der rot-grünen Stadt Winterthur mit einem Abonnenten-Einbruch zu rechnen wäre (wie damals in Basel) – bei einer NZZ-Übernahme könnte der Tages-Anzeiger keine abwandernden Abonnenten übernehmen.

Und last but not least wird auch noch Peter Wanner von den AZ Medien ins Spiel gebracht. Denn dieser würde bei einer Anfrage «nicht a priori Nein sagen» zum Landboten. Wanner steht in Basel in Konkurrenz zu Blocher und scheint kein Interesse an dessen Ausbau der Medienmacht. Branchenkenner vermuten, es sei kein Zufall gewesen, dass es eine von Wanners Zeitungen war, welche Blochers vermeintliche Absichten in Winterthur ins Gespräch brachten. Auf diese Weise sollten die Ziegler-Erben von einem Verkauf an Blocher abgehalten werden. (hae)
 

Zu guter Letzt: Schneller als der GTI erlaubt

Die Werbungen vor Youtube-Clips lassen sich erst nach ein paar Sekunden überspringen – für die meisten User ein Martyrium. DDB drehte für den neuen Golf GTI den Spiess um.

Eigentlich ist Youtubes fünfsekündige Skip-Frist gnädig im Vergleich zu anderen Portalen, welche die Zuschauer deutlich länger auf die Folter spannen. Es verwundert allerdings ein wenig, dass die meisten auf dem Videoportal geschalteten Spots die Werbebotschaft erst gegen Ende zeigen – wenn geschätzte 95 Prozent der User bereits zum eigentlichen Video «weitergezappt» haben und nicht mal sagen könnten, um welches Produkt es in den vier halbherzig geschauten Sekunden ging.

Die spanische Agentur DDB hat sich dieser Skip-Kultur kreativ angenommen und für den neuen Golf GTI eine Werbung produziert, die nur schwer übersprungen werden kann – denn sie dauert nur ungefähr zwei Sekunden. Zu schnell – selbst für den schnellsten Skipper. (hae)
 

http://vimeo.com/58010589

Neuer Schweizer TV-Sender S1 geplant

Ehemalige Kader von Sat 1 und Pro Sieben Schweiz wollen mit S1 einen Angriff auf SRF starten. Der Sender will mit viel Swissness ein erwachsenes Massenpublikum ansprechen.

Laut Schweiz am Sonntag handelt es sich bei den beiden Initiatoren um Hardy Lussi, ehemaliger Verwaltungsrat von Sat 1 Schweiz und Geschäftsführer von Pro Sieben Sat 1 Media Schweiz, sowie Mike Gut, der Programmdirektor und gleichzeitig Geschäftsführer von Sat 1 Schweiz und Pro Sieben Schweiz war.

Lussi, der auch beim Projekt Tele 24 mitwirkte, glaubt, die Rahmenbedingungen für private Fernsehen hätten sich in der Schweiz stark verbessert. Das geplante Swissness-Konzept von S1 würde bei den Zuschauern und den Werbekunden ankommen, ist er überzeugt. Unter dem Claim «S1 – der neue Schweizer Sender» sollen rund 30 Prozent Schweizer Inhalte zur Prime-Time laufen – bei 3+ sind es lediglich 10 Prozent. Vorgesehen ist eine eigene Comedy-Sendung, die das «Humor-Monopol» von SRF (Giacobbo/Müller) aufbrechen soll. Auch Dokus und ältere Unterhaltungsformate wie «Homerun» (Sat 1 Schweiz) sollen im Programm Platz finden. Lussi zeigt sich zudem interessiert an Politsendungen – sein Wunsch wäre «Roger gegen Roger» fürs Fernsehen.

Durch eine Zusammenarbeit mit ZDF wird es S1 möglich sein, auf den grössten deutschsprachigen Programmstock zugreifen zu können. Dass Lussi als Beispiel nebst Dokumentationen auch Rosamunde Pilcher-Filme angibt, zeigt: Der Sender visiert die Zielgruppe 35+ an – ein ähnliches Publikum wie SRF. So will man dann laut Lussi auch «kein Nischenprodukt», sondern ein «massentaugliches Programm» anbieten. Der Grund für die Orientierung an einem reiferen Publikum ist klar: Die ganz Jungen wenden sich vom klassischen Fernsehen ab, während das Zielsegment immer grösser wird (durch die älter werdende Bevölkerung).

Wer die Geldgeber sind, ist nicht bekannt. Die Recherchen von Schweiz am Sonntag zeigen aber, dass es sich nicht um private Gelder handelt, sondern dass das Sender von Investoren, die «Medien-, Vermittlungs- und Vermarktungskompetenz» mitbringen, getragen wird. Zudem soll ein grosses Medienhaus hinter dem Projekt stehen. Verläuft alles nach Plan, wird im Oktober 2013 gestartet. Der schlanke Sender hat keine eigenen Kameras oder Studios und vergibt die Vermarktung an einen externen Partner. (hae/SaS)
 

Schweizer Kurzfilm für Studenten-Oscar nominiert

Der Kurzfilm «Un mundo para Raúl» des Schweizer Regisseurs Mauro Mueller ist unter den Finalisten für einen Student Academy Award. Das 15-minütige Drama, das an der Columbia University in New York entstand, weist bereits eine erfolgreiche Festivalkarriere auf.

Das 15-minütige Werk, das in Europa und den USA bereits an verschiedenen Festivals lief und mehrere Preise gewann (Werbewoche.ch berichtete), ist einer von neun nominierten Kurzfilmen in der Kategorie «Narrative». Er zeigt das Dilemma der sozialen Klassenunterschiede in Lateinamerika am Beispiel einer Missbrauchsgeschichte. Der von Contrast Film Zürich koproduzierte Film ist Mauro Muellers Abschlussarbeit an der Columbia University in New York, wo er Filmregie und Drehbuch studierte. Executive Producer Ivan Madeo war bis vor kurzem Texter-Konzepter bei Publicis Zürich.

Begehrte Trophäe

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, welche auch die Oscars verleiht, zeichnet mit dem «Studenten-Oscar» jährlich Werke von Filmstudenten aus. Bisher haben zwei Schweizer die begehrte Trophäe erhalten: Reto Caffi für «Auf der Strecke» 2009 in der Kategorie «Bester ausländischer Studentenfilm» und Michael Schaerer für «Warmth» 2001 in der Kategorie «Alternative Fiction». Die 40. Ausgabe der Preisverleihung findet am 8. Juni 2013 im Samuel Goldwyn Theater in Beverly Hills (USA) statt.

un-mundo-para-raul

Courant normal bei Tamedia-GV trotz Unruhen

Trotz Protesten und Turbulenzen im Vorfeld ist die Generalversammlung von Tamedia am Freitag in Zürich reibungslos verlaufen. Ein gewerkschaftlicher Antrag auf eine Kürzung der Dividende wurde verworfen. Und Christoph Mörgelis Auftritt stiess auf Unverständnis.

Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident des Zürcher Medienunternehmens, konnte zügig Punkt für Punkt der Tranktandenliste abhaken. Die Aktionärinnen und Aktionäre hiessen alle Anträge des Verwaltungsrates gut. Es wird eine Dividende von 4,50 Franken ausgeschüttet. Zudem wurden Claudia Coninx-Kaczynski und Martin Kall in den Verwaltungsrat gewählt. Sie ersetzen Andreas Schulthess und Martin Bachem. Coninx-Kaczynski gehört der Gründerfamilie von Tamedia an, Kall war von April 2002 bis Dezember 2012 Vorsitzender der Unternehmensleitung von Tamedia.

Vergeblicher Protest gegen Sparmassnahmen

Mit Unterstützung der Gewerkschaft Syndicom und des Journalistenverbandes Impressum hatten Angestellte von Tamedia versucht, die Aktionäre dazu zu bringen, auf die Hälfte der Dividende zu verzichten (Werbewoche.ch berichtete). Vor dem Kongresshaus machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Einige Dutzend Demonstranten stellten ein Sparschwein auf, aus dem Geld quillt – stellvertretend für die Aktionäre, die man nicht überfüttern solle. Daneben stand ein leerer Topf, in den Aktionärsgeld für den Erhalt von Arbeitsplätzen und journalistischer Qualität fliessen sollte. Tamedia erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 152 Millionen Franken. Dennoch kündigte die Unternehmensleitung im März an, in den Redaktionen und Druckereien von Tamedia würden in den kommenden drei Jahren 34 Millionen Franken eingespart, davon 18 Millionen in der Westschweiz.

Ludovic Rocchi, Sprecher der französischsprachigen Tamedia-Redaktionen, sprach an der GV von einem Vertrauens- und Imageproblem. Tamedia erscheine als gierig. Sparmassnahmen zerstörten die unabdingbare Leidenschaft für den Journalistenberuf und gefährdeten die Qualität des Journalismus. VR-Präsident Supino bedauerte zwar, dass die Ankündigung eines Sparprogramms Verunsicherung ausgelöst habe. Es gehe aber darum, die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern, auch in einem wirtschaftlich und strukturell anspruchsvollen Umfeld.

Mörgeli «im falschen Film»

Kurz an der GV in Erscheinung trat auch SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der kürzlich eine Tamedia-Aktie erstanden hatte. Mörgeli wollte wissen, wann sich das Unternehmen von Res Strehle, Chefredaktor des Tages-Anzeiger, trennen werde (Werbewoche.ch berichtete). Strehle sei ein Marxist und Terroristenversteher. So ein Mann passe nicht zum Tages-Anzeiger, sagte Mörgeli. Strehle schade dem Unternehmen, auch wirtschaftlich. Supino entgegnete, Strehle geniesse sein volles Vertrauen. Der Tages-Anzeiger sei eine unabhängige, philosophisch liberal ausgerichtete Forumszeitung. Diese Grundhaltung zeigten Strehle und sein Team jeden Tag in ihrer Arbeit, sagte Supino. Ein anderer Aktionär sagte dazu, Mörgeli befinde sich wohl im falschen Film. Mörgeli sei an einer Generalversammlung und nicht an einer SVP-Veranstaltung.

Mörgeli macht besonders Strehle und den Tages-Anzeiger für die Kündigung seiner Stelle als Leiter des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich verantwortlich. Im Tages-Anzeiger waren Passagen aus nicht von der Universität Zürich freigegebenen Berichten zu Mörgelis unbefriedigenden Arbeitsleistungen publiziert worden. (SDA)

169911240
Bilder: Keystone
 

Serviceplan bringt Stöckli-Bike zum Fliegen

Um zu zeigen, wie leicht das Stöckli-Bike Beryll RSC 29 wirklich ist, hat Serviceplan das Velo in einer Guerilla-Aktion zum Fliegen gebracht. Die virale Reise startete in Niederlenz und endete auf dem Uetliberg.

Die Agentur dramatisierte das erstaunlich geringe Gewicht des mit einem 974 Gramm leichten Rahmen ausgestatteten Bikes, indem sie es ganz einfach davon fliegen liess: In einem via Youtube und Facebook verbreiteten Viralfilm, der vor der Stöckli Filiale Niederlenz mit echten Stöckli-Mitarbeitern gedreht wurde, sieht man den Lehrling des Sportgeschäfts einen mit Helium gefüllten Promotionsballon an ein Beryll 29“ binden, worauf dieses plötzlich abhebt und davon schwebt.

http://www.youtube.com/watch?v=WSBd5r0rQpE

Der scheinbar zufällig mit einer Handykamera aufgenommene Clip verbreitete sich in Windeseile auf dem Internet und wirkte so realistisch, dass der Kunde kurz nach Lancierung einen Anruf der Polizei erhielt, die sich um die Sicherheit des Luftraums sorgte, wie es in einer Mitteilung heisst.

http://www.youtube.com/watch?v=Gf7_1dqcspc

Der Hauptfilm wurde anschliessend laufend durch weitere Film-Vignetten ergänzt, in denen das entflohene Beryll von einem zweiten Stöckli-Mitarbeiter auf einem E-Bike quer durch die Schweiz verfolgt wird. Gleichzeitig wurde die Öffentlichkeit dazu aufgerufen, sich an der Jagd nach dem entschwundenen Beryll zu beteiligen und per E-Mail Hinweise über seinen Verbleib einzuschicken. Die eifrig eingesandten Clips und Pics wurden auf Facebook veröffentlich, und jeder Beteiligte nahm an der Verlosung der ausgesetzten Belohnung teil.

http://www.youtube.com/watch?v=Ie8x54Z6Pfw

http://www.youtube.com/watch?v=N3uIWC-kBlo

Nach einigen Tagen verdichteten sich die Hinweise, dass das Beryll am 25.4. auf dem Üetliberg landen und dort feierlich empfangen würde. Zu diesem Zweck wurde ein Event auf die Beine gestellt, dessen Prunkstück das Beryll Bike war, welches samt Ballon am Aussichtsturm beim Restaurant Uto Kulm hängengeblieben war.

Am gut besuchten Event auf dem Üetliberg konnte das Publikum das Fliegengewicht des Beryll gleich selber auf dem Biketrail testen, ausserdem wurden die Gäste bewirtet und unterhalten. Um die Botschaft des extraleichten Stöckli Bikes noch breiter zu streuen, werden zusätzlich spezielle Plakate und Inserate eingesetzt, aus denen das Beryll von einem Ballon in die Höhe gezogen wird.

Uetliberg_2_25-04-13

Verantwortlich für die Kampagne auf Seite von Stöckli Outdoor Sports: Adrian Albrecht (Leiter des Marketings), bei Serviceplan Suisse: Manuela Brunner (Account Direction) Sacha Moser, Viviana Chiosi und Jan Krohn (Kreation). Bei Condor Films: Lukas Wälli (Regie) sowie Leonardo San Filippo, Kerstin Reulen und Ricardo Colacurcio (Producers).
 

Basler Startup ausgezeichnet

Die Architekturzeitschrift Arch + und die Stiftung Bauhaus Dessau haben einen internationalen Wettbewerb für Informationsdesign ausgelobt. Unter den Gewinnern ist auch ein Design-Startup aus Basel.

Heute sind mehr Daten verfügbar als je zuvor. Doch wie lassen sich aus dem Datenmeer sinnvolle Informationen gewinnen? Wie kann man dem Bedürfnis nach Lesbarkeit, Überschaubarkeit und Orientierung entgegenkommen? Welche Sachverhalte sind unbeobachtet oder unterbelichtet? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der internationale Wettbewerb «Out of Balance – Kritik der Gegenwart. Information Design nach Otto Neurath». Aufgabe war es, auf Basis von empirischem Material die gesellschaftliche Ungleichheit aufzuzeichnen und erlebbar zu machen. 

499 Gestalter, Wissenschaftler und Studierende aus 18 Ländern nahmen am Wettbewerb teil. Verliehen wurden sechs Preise der 1. Kategorie, sechs Preise der 2. Kategorie sowie fünf Anerkennungen. Als einzige Schweizer Teilnehmerin gewonnen hat die junge Designagentur Yaay aus Basel. Das interdisziplinäre Team, bestehend aus Spezialisten in den Disziplinen Grafikdesign, Produktedesign, Informatik, Ökonomie und Soziologie, hat sich auf die Visualisierung komplexer Sachverhalte spezialisiert.

Die prämierte Arbeit von Yaay «Ein Blick über den Tellerrand: Löhne und Preise in den Metropolen der Welt» nimmt Bezug auf den Diskurs um soziale Gerechtigkeit und Angemessenheit. Es wird die wachsende Diskrepanz zwischen den Einkommen einzelner Berufsgruppen innerhalb einer Gesellschaft am Beispiel von zwanzig Städten in verschiedenen Ländern thematisiert.

schere

Auf einem Sujet (siehe oben) wird die Einkommensschere für verschiedene Städte grafisch veranschaulicht, auf einem anderen die je nach Stadt/Land unterschiedliche Kaufkraft der Einkommen der Berufsgruppen für verschiedene Gebrauchsgüter und Dienstleistungen dargestellt. Zuletzt wird für die jeweiligen Städte die Kaufkraft an Lebensmitteln der untersten Einkommensgruppe aufgezeigt und mit der Kaufkraft verglichen, die das Einkommen eines Zürcher Arbeiters in der jeweiligen Stadt hätte. Die Sujets finden Sie hier als PDF.

Alle Gewinner sowie weitere Informationen zum Wettbewerb: Archplus.net. 

 
 

get_footer();