«Testa Digital Hub»: Neues Kleid für Fiat-Website

Weber Harbeke Partners hat für Fiat die komplette Website überarbeitet. Seit Anfang 2013 betreut die Agentur unter dem Namen «Testa Digital Hub» die digitalen Aktivitäten der Fiat-Gruppe in der Schweiz.

Dazu gehören die fünf Marken Alfa Romeo, Lancia, Jeep, Fiat und Fiat Professional (Werbewoche.ch berichtete). Mit der kompletten Überarbeitung der Fiat-Website konnte nun ein erstes umfangreiches Projekt abgeschlossen werden. Es galt eine Modellpalette von elf Fahrzeugen inklusive Car-Configurator und dazu sämtliche Aktionen, Service-, Garantie-, Finanzierungs- und Händlerinformationen in eine neue ansprechende Form zu bringen, wie es in einer Mitteilung heisst. In nur zwei Monaten wurde die neue Site in drei Sprachen realisiert.

Verantwortlich bei Fiat Group Automobiles Switzerland: Guy Nelson (CEO), Rosa Prieto (Communications Manager Fiat), Enzo Razzano (Product Manager Fiat), Pablo Parli (Product Catalogue Specialist). Verantwortlich bei Weber Harbeke Partners «Testa Digital Hub»: Guido Zehnder (Projektmanagement), Benjamin Kocher (Projektmanagement), Eddie Walker (DTP), Christian Sidow (Text).

fiat_ch_500L
fiat_ch_configurator

Eclat: Digitaler Geschäftsbericht für Sanitas

Unter dem Aspekt «Ein Leben lang» kreierte Eclat für Sanitas den Online Report 2012. Er thematisiert den neuen Claim und ist wohl der «kleinste Geschäftsbericht der Welt».

60 Milimeter x 180 Milimeter: Das sind die Ausmessungen des gedruckten Sanitas Teasers für den Online Report 2012 unter Report.sanitas.com. Mit diese Massen dürfte sich die gedruckte Version inoffiziell zum kleinsten Geschäftsbericht der Welt qualifizieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Doch nicht das Guinness-Buch der Rekorde steht im Mittelpunkt, sondern der Online Report, das Herzstück der jährlichen Sanitas Berichterstattung.

Während die meisten Firmen für ihre Unternehmensberichterstattung auf ein Flip-Book oder einen PDF zum Download zurückgreifen, setzt Sanitas auf einen kompletten Online Report mit Bewegtbild und verschiedenen weiteren Features. Hintergrund ist die strategische Überzeugung, welche das Thema Online bei Sanitas spielt. Dies widerspiegelt sich im neuen digitalen Kunden- portal und eben auch im Sanitas Online Report, der als jährliche Visitenkarte des Unternehmens verstanden wird.

Im Zentrum des Online Report steht der neue Claim von Sanitas: «Ein Leben lang». Portraitreihen unterschiedlicher Personen zeigen die Veränderungen einer Person von seiner Geburt bis zum heutigen Tag. Und damit auch, dass sich die Bedürfnisse im Lauf der Zeit ändern.

sanitas
Unbenannt-1_4
Unbenannt-3_2

 

Mind baut zum ersten Mal das Team aus

Per 1. Mai 2013 verstärkt Andreas Keller das Team von Mind. Damit baut die vor einem Jahr gegründete Agentur zum ersten Mal personell aus. Der Schritt wurde aufgrund einer verfeinerten Ausrichtung und mehreren Grossprojekten nötig.

Andreas Keller wird Mind in den Bereichen Kreation und Projektleitung unterstützen, wie es in einer Mitteilung heisst. Gemeinsam mit den Inhabern Marcel Debrunner und Fabian Müller wird er die strategische Weiterentwicklung mitgestalten. Keller betritt bei Mind kein Neuland: Bereits während seines Studiums «Multimedia Production» an der HTW Chur lernten sich Andreas Keller und die Inhaber kennen. Zu dieser Zeit war er in diversen Projekten von Mind involviert. Nach dem Studiumsabschluss war Andreas Keller beim TPC und Cinergy tätig. Zuvor absolvierte er die Ausbildung zum Applikationsentwickler bei der UBS.

teambild_mind

Scholz & Friends verstärkt Beratung und Strategie

Scholz & Friends Schweiz stellt zwei Neuzugänge vor: Michèle Gutmann ist seit Anfang Jahr Group Account Director, Tobias Baumann verstärkt das Team als Senior Strategy Consultant. Beide haben eine JvM-Vergangenheit.

Bereits seit Anfang Jahr ist Michèle Gutmann als Group Account Director bei Scholz & Friends Schweiz tätig. Gutmann wechselte von Jung von Matt/Limmat, wo sie sich in den letzten elf Jahren bei der Betreuung von Kunden wie Swiss International Airlines, Gesundheitsförderung Schweiz, Rivella International und der Migros Dachmarkenkommunikation zur Senior Beraterin entwickelte. Im Sommer 2011 schloss Gutmann ihr Studium zum Master of Advanced Studies Business Communications an der HWZ Fachhochschule für Wirtschaft in Zürich ab.

Mitte Februar startete Tobias Baumann als Senior Strategy Consultant. Baumann wechselte von Jung von Matt/Brand Identity, wo er Kunden wie Mondaine Watch, Mövenpick Hotels & Resorts, Socar und ZVV betreute. Zuvor arbeitete er unter anderem als strategischer Planer bei Jung von Matt/Limmat und in verschiedenen Marketing-Funktionen auf Kundenseite. Baumann hat Betriebswirtschaft studiert und verfügt über einen Abschluss als Master of Arts in Marketing, Dienstleistungs- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen. Mit Tobias Baumann baut Scholz & Friends Schweiz die Strategy Group, die mit über 30 Strategen an den Standorten Zürich, Hamburg und Berlin zu den grössten im deutschsprachigen Raum gehört, auch in der Schweiz weiter aus.

Erdmannpeisker: Kampagne für Mammut Schuhe

Die Mammut Testevent-Kampagne ist um ein weiteres Motiv reicher. Das neue Sujet von Gabriel Peisker und seinem Team richtet sich an alle Läufer, die weit abseits der Strasse unterwegs sind.

Für den Trailrunning Testevent auf der Pers Moräne in Graubünden konnten sich dieses mal die Teilnehmer des Swiss Irontrails bewerben. 17 Athleten fanden sich schliesslich auf einem Teilstück des Irontrails mit Blick auf den Piz Palü ein, um die neuen Schuhe zu testen und das neue internationale Kampagnen-Motiv zu realisieren. Dieses zeigt alle 17 Läufer, wie sie gemeinsam den Bewegungsablauf eines einzelnen Schrittes darstellen. Auf den Auslöser drückte wie immer Kampagnen-Fotograf Robert Bösch, wie es in einer Mitteilung heisst. Geschaltet wird das neue Anzeigenmotiv im Sommer 2013 vorwiegend in Fachtiteln.

Verantwortlich bei Mammut: Jutta Römmelt (Head of Multimedia), Cordelia Müller (Project Manager Multimedia), Christian Gisi (Head of Marketing Communications). Verantwortlich auf Agenturseite: Gabriel Peisker (CD), Patrick Fawer (AD), Rainer Neusius (Beratung), Robert Bösch (Fotograf).

Image_Advert_MotionControl-1

Ruf Lanz: Neues Motiv für Suva Care

Ruf Lanz hat für Suva Care ein weiteres Sujet kreiert und zeigt: Viele Menschen mit Behinderung wollen nicht länger auf ihre berufliche Chance warten.

Die Suva-Angebotsmarke Suva Care unterstützt Betroffene nach einem schweren Unfall bei Rehabilitation und Wiedereingliederung, wie es in einer Mitteilung heisst. Denn auch Menschen mit Behinderung haben grosses Potenzial im Beruf – wenn man sie nicht behindert (Werbewoche.ch berichtete). Dass viele dieser Menschen nicht länger auf ihre berufliche Chance warten möchten, zeigt Ruf Lanz für Suva Care am Beispiel eines auffälligen Rollstuhls, der die Form einer Wartebank hat.

Verantwortlich bei der Suva: Urs Schaad (Leiter Marketingkommunikation Suva), Kevin Blättler (Messe- und Sponsoring-Manager Suva). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Isabelle Hauser (Art Direction), Maren Beck (Text), Doelkar Monkhar (Beratung), Sebastian Durband (Beratungsleitung). Fotografie: Flufix.

suva-ruf-lanz

Zu guter Letzt: Völlig belanglos

Die Leser der Coop Zeitung dürfen die Qualität von Interviews beurteilen. Frank Baumanns Aussagen zum Beispiel findet die Mehrheit «belanglos».

Direkte Demokratie in der meistgelesenen Zeitung der Schweiz: Per Knopfdruck können die Leser der Rubrik «Persönlich» (nicht zu verwechseln mit der Radiosendung und der Zeitschrift) online bestimmen, ob ein Interview hui oder pfui ist. Die Skala reicht von «Diesen Artikel finde ich…» «sehr faszinierend» bis hin zu «belanglos» oder «langweilig».

Über was genau geurteilt wird, ist wie so oft bei Online-Bewertungen unklar. Werbewoche.ch zum Beispiel hat Bewertungs-Sterne. Bedeuten fünf Sterne «Super, dass diese Druckerei schliesst und alle Angestellten entlässt» oder «Super, dass jemand auf die Misere aufmerksam macht» oder «Super geschrieben, dieser Artikel über ein trauriges Thema» oder «Super, dass man hier abstimmen kann»?

Ganz so unklar wie bei uns ist es bei der Coop Zeitung nicht – man hat das Gefühl, es gehe um Sympathie gegenüber den Befragten. So finden das Interview mit Everybody’s Darling Sandra Studer («Ich bin die Fee aus dem See») 23 Prozent «sehr faszinierend» und 23 Prozent «inspirierend». Kiki «Wildtiere sind faszinierend» Maeder finden leider nur 17 Prozent «sehr faszinierend» (dafür 29 Prozent «langweilig»). Sie ist Glücksbringerin bei «Happy Day» – das war der feinen Leserschaft wohl nicht faszinierend genug.

Philipp Fankhauser
ist «ganz in Ordnung». Viktor Giacobbo liefert ausnahmsweise (offizielle) Rekordquoten: 47 Prozent finden ihn «sehr faszinierend». Davon kann ein anderer nur träumen: Frank Baumann mit seinem humorvollen Golfbuch «Single in 365 Tagen». Es scheint, als werde er den Tag, an dem ihm «Ventil» vom Schweizer Volk verziehen wird, nicht mehr persönlich (das Wort, nicht die Rubrik, die Radiosendung oder die Zeitschrift) erleben.

Zum Glück kann man hier nicht ähnlich präzise abstimmen. «Völlig belanglos» wäre vorprogrammiert. Und eine zu geringe Anzahl Sterne interpretieren wir einfach Frank Baumann in die Schuhe.

umfrage

Thomas Häusermann

Teaserbild: Coopzeitung.ch
 

Contexta für SBB: Unterwegs in den Frühling

Eine Fahrt ins Grüne muss nicht teuer sein. Erst recht nicht in Anbetracht dessen, was man dabei alles erleben kann, wie Contexta mit dem aktuellen TV- und Printauftritt für die SBB vor Augen führt.

Eine 9-Uhr-Tageskarte im Multipack kostet jetzt weniger als 50 Franken pro Tag, wie es in einer Mitteilung heisst. Dies kommuniziert Contexta im neuesten Freizeitspot von SBB und ÖV – realisiert in bewährter Match-Cut-Manier und auf allen TV-Kanälen zu sehen. Da reist ein glückliches Paar per Zug, Schiff und Postauto kreuz und quer durch das schönste Land der Welt und geniesst seine Extraportion Freizeit, so wie dies auch auf Plakatwänden rund um Schweizer Bahnhöfe kommuniziert wird.

Nach einem schier endlosen Winter sollen die neuen Freizeitsujets Lust machen, sich wieder einmal Ein-Tages-Ferien in Berg und Tal, Stadt und Land zu gönnen und vom aktuellen Angebot zu profitieren. Dies umso mehr, als den Schweizerinnen und Schweizern der Billettkauf mit allgegenwärtigen Online-Werbemitteln, die direkt zum virtuellen Bahnschalter führen, ausgesprochen leicht gemacht wird.

Verantwortlich bei SBB: Reto Meissner (Leiter Marketing-Kommunikation Personenverkehr), Petra Thomann (Projektleitung Marketing-Kommunikation, Freizeitkampagne). Verantwortlich bei Contexta: Nadine Borter (Gesamtverantwortung), Moritz Staehelin (Creative Direction), Willem Baumann (Art Direction), Jessica Müller (Grafik), Daniel Müller (Text), Marc-André Singer (Beratungsgruppenleiter), Ivo Sonderegger, Monika Siegenthaler (Beratung). Filmproduktion: Shining Pictures, Zürich, Marco Lutz (Regie), Stefan Bircher, Reiner Roduner (Produktion). Fotografie: Jonathan Heyer. Bildbearbeitung: Patrik Rohner.
 

SBB_PL_POS_F4_F200_2013_Mai

Wirz verstärkt kreative Führung

Bundesrat: Mehr Online-Freiheiten für SRG

Die SRG darf im Internet neu auch Texte veröffentlichen, die keinen Bezug zu Radio- oder Fernsehsendungen haben. Auch darf sie künftig wichtige Ereignisse im Internet live übertragen. Der Bundesrat hat am Mittwoch eine Konzessionsänderung verabschiedet.

Der Streit tobt seit Jahren: Die SRG möchte ihre Angebote im Internet ausbauen. Die Verleger wehren sich gegen gebührenfinanzierte Konkurrenz. Weil sich die beiden Parteien nicht einigen konnten, musste der Bundesrat eingreifen. Die Regierung spricht von einer «moderaten Öffnung» des Internets für die SRG. Damit solle der Service public gestärkt werden, schreibt das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) in einer Mitteilung. Zum Schutz anderer Medien würden der SRG aber klare Grenzen gesetzt. Es handle sich um einen Kompromiss, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi vor den Medien.

Schwerpunkt audiovisuelle Inhalte

Aus Sicht der Verleger ist vor allem das Werbeverbot für die SRG im Internet wichtig, wie Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Medien, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Bereits letzten Herbst hatte der Bundesrat beschlossen, dass die SRG auch in Zukunft keine Werbung im Internet verkaufen darf. Im Gegenzug stellte er dem Unternehmen eine Lockerung der Regeln für das publizistische Angebot in Aussicht. Die revidierte Konzession legt nun die Regeln fest. Den Schwerpunkt der Online-Angebote sollen audiovisuelle Inhalte bilden: Drei Viertel aller Texte im Internet, die nicht älter als 30 Tage sind, müssen mit audiovisuellen Inhalten verknüpft sein. In diesem Punkt ist der Bundesrat den Verlegern nach der Konsultation etwas entgegen gekommen. Ursprünglich hatte er vorgeschlagen, dass nur zwei Drittel der Online-Texte einen Bezug zu einer Sendung haben müssen.

Texte mit maximal 1000 Zeichen

Texte ohne Bezug zu einer Sendung dürfen maximal 1000 Zeichen umfassen. Hier ist der Bundesrat bei seinem ursprünglichen Vorschlag geblieben. Die SRG hatte sich gegen dieses Korsett gewehrt. Die Medienverbände forderten eine maximale Länge von 600 Zeichen. Texte mit Sendungsbezug müssen einen zeitlichen sowie thematischen Bezug zu Sendungen aufweisen, und dieser muss klar deklariert werden. Ein zeitlich direkter Bezug ist gegeben, wenn die Inhalte nicht früher als rund 30 Minuten vor der Ausstrahlung der Sendung im Internet publiziert werden.

Wie lange nach der Ausstrahlung Onlineinhalte noch einen Sendungsbezug aufweisen können, lässt die Konzession offen. Der Bundesrat geht allerdings davon aus, dass «eine gewisse zeitliche Nähe gegeben sein muss», wie er in den Erläuterungen zur Konzession schreibt. Ein rein formaler Bezug auf eine bereits vor langer Zeit ausgestrahlte Sendung genüge nicht.

Live-Streaming bei wichtigen Ereignissen

Weiter hat der Bundesrat entschieden, dass die SRG künftig wichtige politische, wirtschaftliche, sportliche und kulturelle Ereignisse direkt über das Internet übertragen darf, via Video-Live-Stream. Diese Übertragungen entsprächen einem breiten Publikumsbedürfnis, schreibt das Uvek. Bisher waren solche Live-Stream-Übertragungen nur bei gleichzeitiger Übertragung in einem Fernsehprogramm oder nach einer Meldung beim Bundesamt für Kommunikation möglich. Mit dem heutigen Entscheid anerkenne der Bundesrat das Internet als selbständigen Verbreitungskanal in der Konzession, heisst es in der Mitteilung. Der Bundesrat erfüllt damit auch eine Forderung aus dem Parlament. Die Räte hatten eine Motion für eine generelle Lockerung beim Live-Streaming überwiesen. Der Bundesrat hätte die Lockerung eigentlich auf Politik- und Wirtschaftsereignisse beschränken wollen.

Kein englischsprachiges Radio mehr

Spiele und Publikumsforen sind auch weiterhin nur möglich, wenn sie sich auf eine Sendung beziehen. Virtuelle Marktplätze, auf welchen Zuschauer Produkte kaufen, verkaufen oder tauschen können, bleiben verboten – egal, ob sie einen Sendungsbezug haben oder nicht. Die Änderungen treten per 1. Juni in Kraft. Per Ende August entbindet der Bundesrat die SRG zudem von der Verpflichtung, ein englischsprachiges Radioprogramm anbieten zu müssen. In den fünf Jahren des Betriebs von World Radio Switzerland (WRS) habe das anglophone Zielpublikum in der Schweiz nicht erreicht werden können, hält das Uvek fest. Der Service-public-Effekt sei zu gering. Die SRG kann die Radiostation nun einer privaten Gesellschaft übertragen. (SDA)
 

Wetten, dass er’s schafft!

Der «Unterhaltungsdampfer» hat einen neuen Kapitän. Der Schweizer Oliver Fuchs ist in Mainz seit einem halben Jahr ZDF-Unterhaltungschef. Der erst 44-Jährige kommt aus dem Privatfernsehen und soll das Programm sichtbar verjüngen. Das Werbewoche-Interview.

oliver-fuchs

Der neue Unterhaltungschef beim ZDF hat seit seinem Antritt im September 2012 sehr viel Zeit verbracht mit Strukturierung. Die Unterhaltung war auf verschiedenen Beinen aufgestellt. Es gab fast zwei Unterhaltungsabteilungen. «In meinem ersten halben Jahr habe ich konsolidiert in der Personalstruktur und dann die Abteilung nach Genres ein bisschen klarer aufgeteilt.» Jetzt gibt es 27 feste Redaktionsmitarbeiter, dazu arbeitet Fuchs auch mit Freien zusammen. In Mainz gibt es nur wenige Eigenproduktionen, «viel weniger jedenfalls als beim SRF». Konkret nur «Wetten, dass …?», «Der Fernsehgarten» und ein paar Musiksendungen.

WW: Hat es Sie erstaunt, dass eine externe Persönlichkeit für diesen politisch wichtigen Posten gewählt wurde?
Oliver Fuchs: Ja, das war wirklich was Neues. Das ZDF hat lange niemand von aussen in eine solche Führungsposition berufen. Dann noch jemand, der wirklich in der Privatwirtschaft tätig war, der also ohne Sender-Historie ist.

Der abtretende Unterhaltungschef Manfred Teuber ist 62, der vor einem Jahr neu gewählte Programmdirektor Norbert Himmler 41 und Sie jetzt 44. Die Absicht einer Verjüngung ist nicht zu übersehen. Aber wieso muss sich das ZDF unbedingt verjüngen, wenn die Leute statistisch immer älter werden?
Wir hatten ein Durchschnittsalter unserer Zuschauer von 62 und sind in diesem Jahr bereits bei 60. Also zwei Jahre haben wir schon geschafft. Aber es geht nicht darum, die Älteren auszuklammern. Das ist ein grosses Missverständnis! Die demografischen Entwicklungen sind bekannt. Es geht uns darum, die Jungen nicht völlig zu verlieren. Bei RTL wurde die Zielgruppe der „Jungen» einmal von 14 bis 49 definiert. Inzwischen ist das ebenfalls auf 14 bis 59 geändert worden, weil man auch beim jungen RTL die gesellschaftliche Entwicklung bemerkt. Beim ZDF sind wir keinem Jugendwahn verfallen. Wir wollen die «aktiv Familienorientierten» erreichen und wir wollen die Gesellschaft abbilden. Es wird Programme geben, die sind tendenziell eher älter – es gibt aber auch Programme, die jünger sind. Die Jungen sind auch Beitragszahler und haben ein Recht auf Angebote von uns.

In einer Zuschauerbefragung wurde das Unterhaltungsprogramm des ZDF mit den Attributen «Monotonie»und «Stagnation» bezeichnet. Haben Sie das auch so empfunden?
Zum Teil schon. Eine BBC hat mit Formaten wie «Strictly Come Dancing», was hier als „Let’s dance» lustigerweise bei RTL läuft, immer wieder Trends gesetzt. Auch in anderen Bereichen, zum Beispiel mit ihrer Comedy auf BBC 3. Ohne etwas schlecht reden zu wollen, wurden da bei uns gewisse Trends verschlafen. Ich glaube, ein grosser nationaler Sender wie das ZDF muss immer wieder auch Vorreiter sein und First Mover. Dabei aber auch aufpassen, nicht zu viele „me too»-Produkte zu machen. Aber wir haben in den letzten Jahren das Genre Kabarett und Comedy neu aufgeladen und sind sehr aktiv dabei, darauf aufzubauen.

Ist das eine Erklärung, wieso ein Externer, konkret der CEO von Eyeworks, zum ZDF geholt wurde? Findet man solche Trendsetter vorwiegend ausserhalb der öffentlich rechtlichen Strukturen?
Eyeworks war wie viele Produktionsfirmen zum Glück unternehmergeführt. Die Shareholder waren konkrete Menschen und nicht irgendwelche Fonds oder ein grosser Investor. Insofern war immer vieles ein bisschen einfacher, auch weil wir in der Führung selber die Verantwortung hatten. Aber nichts desto trotz: Eyeworks war absolut wirtschaftlich aufgestellt. Ziel war es, Erfolge zu haben, um damit auch Geld zu verdienen. Und Erfolg kann man nur haben, wenn man ab und zu mal innovativ ist. Die Sender waren unsere Kunde damals, und denen mussten wir beweisen können, dass wir halt schon einer der frischeren Produzenten sind.

Bei Eyeworks waren Sie als Chef strategisch, wirtschaftlich und kreativ eingespannt. Was wird sich beim ZDF ändern?
Bei Eyeworks war ich seit der Geburtsstunde des Unternehmens mit dabei. 2000 waren wir eine RTL Tochterfirma. Da bin ich eingestiegen mit einem ehemaligen Geschäftsführer, Kai Sturm, der jetzt Chefredakteur bei Vox ist. 2002 ist die nun in rund 17 Ländern tätige Eyeworks bei uns eingestiegen, was zu einer Internationalisierung dieses kleinen Unternehmens in Köln führen sollte. 2004 habe ich die Geschäftsführung übernommen, obwohl jeder in Deutschland gesagt hat: Du bist doch wahnsinnig, ein derart kleines Fernseh-Unternehmen wird keine Chance haben in einem ohnehin schon extrem kompetitiven Markt. Aber genau das hat mich gereizt – zu beweisen, dass es halt doch geht. Ebenso beim ZDF wird mir jetzt gespiegelt, dass es Aufgaben gäbe, die man früher nicht umsonst nicht bewältigt hat. Aber genau das reizt mich auch hier. Wieder zu sagen: Nein, man kann das eine oder andere wieder mal überdenken und in Frage stellen.
 
Bei Eyeworks wurden interessanterweise Trash und hochstehende Filme gleichzeitig produziert. Sie haben dazu einmal gesagt: «Fernsehen ist nur ein Spiegel der Gesellschaft». Bleibt es bei dieser Message?
Natürlich haben wir gerade bei einem öffentlich rechtlichen Sender andere Aufgaben, als in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen. Bei einem öffentlich rechtlichen Sender kann man gewisse Dinge nicht machen und soll es auch nicht. Wir haben auch eine Vorbildfunktion. Aber nichtsdestotrotz wollen wir auch die ganze Breite der Gesellschaft nicht nur abbilden, sondern auch einladen, bei uns zuzuschauen.

Was hat Sie bei Ihrem Einstieg zum Fernsehen gelockt?
Ich wollte eigentlich Fotograf werden. Ich war geprägt von den Magnum-Fotografen. Diese faszinierten mich, weil sie nicht nur ästhetisch schöne Kunst machen, sondern mit ihren Bildern auch immer Geschichten inszenierten. Als Basis dazu wollte ich an der ETH Zürich eine Ausbildung als technisch wissenschaftlicher Fotograf beginnen, leider ist mein Professor gestorben. So blieb mir als Alternative nur ein Wechsel nach Köln. Dort habe ich sechs Semester «Foto Ingenieurswesen» studiert, dann aber abgebrochen. Das war gerade die Zeit, als RTL von Luxembourg nach Köln umsiedelte. Beim Aufbau dieses neuen Fernsehens sah ich die beste Möglichkeit, Geschichten zu inszenieren. Ich bin dann trotzdem zuerst in die Produktionsschiene eingestiegen.

Learning by Doing?
Ja, absolut. Der Sender RTL wurde belächelt, zuvor hatte aber auch Sat.1 hier in der Mainzer Gegend neu aufgemacht. Das war damals die Chance. Es gab ja ausser der Filmhochschule in München fast keine Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Fernsehen. Mittlerweile hat jede Berufsschule eine Abteilung, wo man irgendetwas mit Medien machen kann. Ich selber habe in der folgenden Entwicklung bald einmal unterrichtet und doziere heute noch ein bisschen an der RTL Journalistenschule sowie an der Grimme Akademie. «Learning by doing» war damals eine gute Basis. Heute würde ich keinem mehr raten, ein Studium zu schmeissen, um in den Medien anzufangen. Ich würde eher sagen: Such dir ein Studium aus, das zielgerichtet dahin führt, möglichst berufsbegleitend. Aber der Konkurrenzkampf der Leute, die rein wollen, ist sehr hoch.

Grosser Konkurrenzkampf beim Fernsehen und ein Schweizer hat ihn gewonnen. Erleben Sie in Mainz manchmal eine ähnliche Ablehnung wie Deutsche in der Schweiz?
Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland. Die Entwicklung dieser ablehnenden Haltung gegenüber den Deutschen in der Schweiz beobachte ich höchst skeptisch. Ich erlebe es selber, wenn ich mit meinem deutschen Kennzeichen in die Skiferien anreise. Es tut mir Leid für dieses Land, das basisdemokratisch eine so hoch entwickelte Gesellschaft bildet und sich jetzt mit diesem ganz komischen Thema auseinander setzt. Ich finde Deutschland momentan ein tolles Land, höchst liberal, eine Frau als Bundeskanzlerin, einen homosexuellen Aussenminister. Es gibt kein Land weltweit, welches kombiniert, was Deutschland momentan kann: eine starke Wirtschaftsleistung mit einer höchst liberalen politischen Gesinnung, mit einem sehr bunten gesellschaftlichen Engagement und einer so hohen sozialen Sicherheit. Diese vier Punkte in einem Land zu kombinieren ist ganz schwierig und deshalb erlebe ich Deutschland momentan toll.

Das ZDF wurde in der Epoche von Helmut Kohl stabilisiert als «Unterhaltungsdampfer»und politisches Gegengewicht zur ARD. Wie gross ist heute der Anteil von Unterhaltung im Vergleich zur Information?
Der Informationsanteil des ZDF liegt bei rund 45 Prozent, da kommt sonst keiner ran. Aber es ist immer auch die Frage der Definition von Unterhaltung. Fernsehen ist in erster Linie ein Unterhaltungsmedium. Selbst viele Informationsangebote unterhalten auch, denken Sie zum Beispiel an «Terra X». Die erfolgreichen fiktionalen Sendungen spielen eine große Rolle. Fiktion prägt unsere access primetime, u. a. mit der «Soko»-Serie. Auch in der Primetime sind an vielen Abenden grosse Filme programmiert oder romantische Komödien.

Wo sehen Sie einen stilistischen Unterschied zum Schweizer Fernsehen?
Beide haben den Vorteil, dass sie nationale Sender sind. Von der Finanz-Ausstattung her würde man ja das Schweizer Fernsehen eher vergleichen mit einem 3. Programm in Deutschland. Was mich immer beeindruckt ist die große Reichweite hier. Selbst wenn man für den WDR arbeitet, erreicht man bis rund 22 Millionen Einwohner im Bundeland. Das ist nicht zu vergleichen mit der Schweiz. Der Schweizer Markt hat dafür den Vorteil, dass man über die Sprache eine nationale Identität schaffen kann. Das haben wir in einem Flächenstaat wie Deutschland nicht. Das Fernsehmachen in Deutschland ist deshalb auch so kompliziert, weil nicht nur die Konkurrenz riesig ist, man muss auch noch über regionale Grenzen hinweg sehr viele kulturelle und sprachliche Unterschiede überwinden. Diese Deckelung der Nation, wie sie die Schweiz schaffen kann, das schafft man hier gar nicht. Ansonsten habe ich höchsten Respekt vor dem Schweizer Fernsehen, wundere mich natürlich ab und zu auch ein bisschen, wie viel möglich ist im Bereich Werbung und Sponsoring, trotz dieser Monopolstellung. Es wird ja nicht wirklich privater Markt zugelassen. Die SRG ist in einer sehr privilegierten Position.

Neben dem Werbeverbot am Abend darf das ZDF seit ein paar Monaten ab 20 Uhr auch kein Sponsoring mehr zeigen. Muss Ihre Abteilung als Ersatz nun mehr Geld am Nachmittag verdienen?
Redaktionen verdienen kein Geld. Sie liefern höchstens ein möglichst gutes Umfeld für die Werbung. Aber davon gibt es bei uns nicht viel. Maximal 20 Minuten pro Werktag und nicht nach 20 Uhr. Das Sponsoringverbot am Abend trifft das ZDF und auch ich habe in diesem Jahr Budget-Kürzungen hinzunehmen.

Zum Programm: Was wollen Sie ändern?
Wir sind intensiv am Arbeiten. Wir wollen Events schaffen. Wir sehen, dass insbesondere die Show ein Live Erlebnis erzeugen kann, das man sonst am Fernsehen kaum mehr findet. «Wetten dass…?» ist natürlich ein solches Beispiel. Auch unsere Jubiläumssendung «50 Jahre ZDF oder eine Promiversion von «Rette die Million» waren Events und schafften eine Unmittelbarkeit, die man in der Fiction nicht erreichen kann. Mein Ziel ist es, noch vermehrt auf diese Eventisierung von Shows zu gehen: den Samstagabend mit einem bestimmten Thema oder Aufhänger noch einmal ein bisschen grösser zu machen.

Sind Sie auch zuständig für die Digitalsender Neo und Kultur?
Nein. «ZDF-Kultur» wird es in der aktuellen Form wohl nicht mehr lange geben. Mit «ZDFneo» findet ein sehr enger Austausch statt. Wir machen sehr viele Programme gemeinsam. Wir arbeiten zusammen bei der Show-Entwicklung für die Late Night und konzipieren zusammen neue Ideen für den Sonntag-Nachmittag. Auch bei verschiedenen Factuals und Doku Soaps arbeiten wir zusammen. «Neo» bekommt zum Teil Dinge zur Erstausstrahlung, die wir dann später im Hauptprogramm haben und umgekehrt.

Wie weit können Sie selber als Chef noch kreativ tätig sein?
Das letzte halbe Jahr habe ich sehr viel Zeit verbracht mit Strukturierung. Die Unterhaltung war auf verschiedenen Beinen aufgestellt. Es gab fast zwei Unterhaltungs-Abteilungen. In meinem ersten halben Jahr habe ich konsolidiert in der Personalstruktur und dann die Abteilung nach Genres ein bisschen klarer aufgeteilt.

Wie gross ist Ihre Abteilung?
Feste Redaktionsmitarbeiter sind es 27, aber wir arbeiten auch mit Freien zusammen und haben in Mainz nur wenige Eigenproduktionen, viel weniger jedenfalls als beim SRF. Komplett selber realisieren wir nur «Wetten, dass…?», «Der Fernsehgarten» und ein paar Musiksendungen.

In den Medien wurde für den Nachmittag eine «Innovationsstrecke ab Mai»versprochen?
Das ZDF war mal ganz vorne, wenn Sie etwa an das Gerichtsformat «Streit um drei» denken. Dann wurde das von den Privaten abgekupfert und verschärft und wir sind ins Hintertreffen geraten, haben sicher auch einige Trends «stiefmütterlich“ behandelt. «Innovationsstrecke» ist ein hochgegriffenes Wort in der Gesamtbranche. Ich sag’s lieber so: Wir probieren einiges aus, sogenannte «Factual»- Strecken, also zum Beispiel dokumentarische Reality-Shows, die wir bald am Sonntagnachmittag zeigen.

Was werden diese neuen Sendungen konkret bringen?
Wir haben uns erst mal das Programm an den Rändern vorgenommen. Nicht nur, weil es dort eine flexiblere Programmstruktur hat. Man kann hier auch mehr Dinge ausprobieren. Wir haben den Sonntagnachmittag neu aufgesetzt. Mit Jörg Pilawa haben wir einen Moderator an die ARD verloren. Wir führen zur Zeit Gespräche mit mehreren potentiellen Nachfolgern. Wir haben Jörg Thadeusz und Inka Bause neu bei uns und zum Jahreswechsel geht’s los mit Helene Fischer. Bis dann werden wir rund 15 neue Formate testen. Das sind alles Einzelstücke, das fällt gar nicht so auf, glaube ich. Ich stehe dazu, dass wir auch «Try and error» machen. Kürzlich fragte ich den Intendanten: Wie viele Flops ertragen Sie? Er hat mir geantwortet: «Von dreien können es zwei schon sein. Aber der andere muss sitzen.»

Unter scharfer Beobachtung ist «Wetten, dass…?». Wie weit ist hier bereits Ihre Handschrift zu sehen?
Ich bin eingestiegen mit dem Relaunch. Da standen gewisse Parameter fest. Wir haben aber inhaltlich im Detail viel gearbeitet, ein neues Set aufgesetzt und eine neue Regie verpflichtet. Auch mit der Rolle der Assistentin, wo wir mit Cindy aus Mahrzahn die Comedy rein geholt haben, bin ich sehr glücklich. In der ersten Staffel konnten wir durchschnittlich neun Millionen erreichen. Das ist ein sehr guter Wert für eine Unterhaltungssendung und macht uns zu einem nationalen Event.

Ist eine Schweizer Teilnahme für Sie als Schweizer ein Thema?
Wir treffen den SRF-Direktor Rudolf Matter in diesen Tagen zusammen mit SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel für eine Koproduktionstagung. Da sprechen wir über Programme, die innerhalb der deutschsprachigen öffentlich rechtlichen Sender gemeinsam produziert werden. Ich würde mich freuen, wenn die Schweiz bei «Wetten, dass…?» wieder mitmacht.

Was könnte sonst möglich sein?
Man muss noch einmal über kompetitive Wettbewerbe nachdenken. Das, was früher «Spiel ohne Grenzen» war. Ich sage nicht, das ist das Programm. Aber in diesem Bereich gibt es neue Möglichkeiten, wo man gemeinsam noch einmal einen Event – wieder Betonung auf Event – gestaltet, wo Sportives mit Unterhaltung vermischt wird. Im Musikbereich ergibt es zumindest mit dem ORF eine sehr enge Abstimmung. Eben haben wir für die «Carmen Nebel Show» die Verträge für eine Verlängerung unterzeichnet und für das kommende Jahr führen spannende Gespräche.

Als Unterhaltungschef haben Sie eine Machtposition. Können Sie Stars machen?
Klar macht Fernsehen Stars. Aber sehr häufig ist es mittlerweile ja auch so, dass die Stars gerade im Musikalischen und im Comedy Bereich das Fernsehen umgekehrt als Marketing Plattform ansehen für ihre ganz eigenen Programme und Ziele. Natürlich können Shows immer noch Stars generieren. Ich denke, das ist wie mit Fernsehformaten: Einer von zehn wird es machen. Aber das liegt nicht am Unterhaltungschef! Entwicklungsarbeit hat immer mehr mit Strategie zu tun. Ich glaube nicht an den einzelnen, der so genial ist, dass er irgendetwas Tolles erfindet. Fernsehformatentwicklung ist immer eine Teamarbeit und nie ein singulärer Prozess, der die anderen Aspekte wie den Markt, die Verfügbarkeit der Künstler, Trends und die Konkurrenzsituation ausser Acht lassen kann.

Welche Rolle spielt bei Ihrer Abteilung das Internet?
Die Neuen Medien sind ein grosses Thema bei uns. Wir haben eine eigene Online-Unit mit einem Development-Chef. Wie in der Schweiz unterliegen wir als öffentlich-rechtlicher Fernsehsender starken Einschränkungen. Wir sind aber sehr aktiv mit Aktionen über Twitter und Facebook und sehen bei jungen Sendungen wie bei der «Heute Show», dass die Zuschauer im Internet bereits einen Anteil von bis zu 2 Prozent ausmachen. Das ist enorm, was da mittlerweile parallel läuft.

Was macht Ihnen Spass an Ihrem neuen Job?
Bis jetzt ist es immer noch super spannend. Ich komme von einer kleinen Firma mit 200 Mitarbeitenden und bin jetzt in einem Unternehmen mit mehreren Tausend. Das hat einen ganz anderen Effekt. Auf Senderseite zu sein, bedeutet für mich auch: Ich lerne so viele Leute kennen wie noch nie. Alle Kreativen, Produzenten, Künstler wollen mit mir ins Gespräch kommen. Der Insight in die Branche ist enorm, also ich lerne täglich, und es macht mir Spass nach mehr als 20 Jahren im Geschäft, völlig neue Aspekte kennen zu lernen.

Interview: Andreas Panzeri

jetzt-Abonnent-werden_0

 

Clear Channel: Neuer Key Account Manager Digital

Anthony Sauter ist seit Anfang April bei Clear Channel Schweiz als Key Account Manager für den Bereich Digital Out-of-Home verantwortlich. Er rapportiert in dieser Funktion an Sales Director Beat Sulzer.

Sauter verfügt laut Mitteilung über langjährige Verkaufserfahrung in der Medienbranche. Bevor er als Sales & Sponsoring Manager zu 3 Plus TV Network in Schlieren stiess, wo er zuletzt tätig war, arbeitete er bei Belcom in Zürich als Verkaufsberater für Tele Züri und Radio 24 sowie beim Tagblatt der Stadt Zürich und beim Tages-Anzeiger.

Clear Channel hat 2012 das neue Produkt «Shopping Media» – digitale Werbeflächen in Einkaufszentren – lanciert (Werbewoche.ch berichtete). CEO Jürg Rötheli: «Es ist unser klares Ziel, den Bereich 'Digital' zu erweitern und wir stehen diesbezüglich in diversen Vertragsverhandlungen mit weiteren Einkaufszentren. Wir möchten unseren bestehenden sowie neuen Kunden nebst dem Angebot am Flughafen ein möglichst grosses digitales Angebot in Einkaufszentren unterbreiten können.»
 

get_footer();