Migros ist jetzt auch im Digital-TV Markt

Die Migros will ein Fernsehangebot lancieren und kooperiert dafür mit Swisscom. Das Angebot sieht günstig aus, zumindest auf den ersten Blick. Die Branche aber hat Bedenken wettbewerbsrechtlicher Art, wie die NZZ am Sonntag schreibt.

Der Kunde bezahlt monatlich lediglich 5 Franken für digitales Fernsehen. Doch das Signal wird über Internet und nicht über Kabelanschluss verbreitet. Somit ist ein sogenanntes Internet-Breitband-Abonnement zwingend, folgert die NZZ am Sonntag. Das Abo koste zusätzlich rund 55 Franken. Damit unterbiete das Angebot die Konkurrenz nicht entscheidend.

Wettbewerbsrechtliche Bedenken

Das Vorgehen von Swisscom stösst in der Telekombranche auf Kritik. Wie die NZZ am Sonntag schreibt, werden hinter vorgehaltener Hand wettbewerbsrechtliche Bedenken geäussert:

Die Telekommunikationsangebote von Swisscom würden über ihre Tochterfirma Wingo entwickelt und vermarktet. So habe Swisscom eine preissensible Kundschaft auf ihrem Netz, die nicht zur Zielgruppe der Nummer eins im Telekommarkt gehöre. Ausserdem verkaufe Wingo bereits das Breitband-Internet, welches sie vom Mutterhaus beziehe, an die Migros. Zu welchen Konditionen die Wingo ihr Angebot an Drittkunden verkaufe, sei nicht bekannt. Und halte das Angebot von Wingo nicht, was man sich versprochen habe, erleide Swisscom keinen Image-Schaden.

Auch Konkurrenten wie Sunrise oder VTX haben Fernseh-Angebote. Sie kaufen den entbündelten Breitbandanschluss als Vorleistung direkt bei Swisscom zu einem regulierten Preis ein und entwickelten eigene TV-Produkte. Dies habe Jahre in Anspruch genommen.

Swisscom-Sprecher Olaf Schulze zerstreut die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Konkurrenz laut NZZ am Sonntag: «Wingo bezieht die Vorleistungen zu den gleichen Preisen wie alle anderen Anbieter.» (uma/NZZ am Sonntag)

 

Verleger des Walliser Boten gestorben

Philipp Mengis, der Verleger des Walliser Boten, ist am Freitag mit 81 Jahren gestorben. Der Oberwalliser erlag in Visp einem plötzlichen Herzversagen, wie das Online-Portal 1815.ch, das von der Zeitung betrieben wird, gleichentags meldete.

Mengis führte 37 Jahre lang die Mengis Druck und Verlag, daneben leitete er den Rotten Verlag und war Mitbegründer von Radio Rottu. Er hinterlässt vier Töchter. (SDA)
 

Zu guter Letzt: Windows 8, die schöne Frau

Schminken in 8 Sekunden, ein schräges Filmchen drehen und nebenbei schnell die Frauenwelt beleidigen; all dies für Windows 8.

Keine Frau kann sich in 8 Sekunden schminken. Doch eine kann es, denn sie ist clever genug dafür, und sieht dabei auch noch gut aus. So kommuniziert Microsoft in einem Filmchen für Windwos 8. Und setzt dem Ganzen mit dem Slogan «Beautiful and fast» noch die Krone auf.

Nicht so böse gemeint? Es ist doch ein Kompliment für eine Frau, mit Windows 8 verglichen zu werden, der «schönen UND schnellen Technologie»? Hier fühlt Frau sich zu unrecht beleidigt, ist doch nur Werbung, und auch noch witzig? Na dann, ein Hoch auf Microsoft! Auf dass den Computern bald Brüste wachsen. (uma)
 

Weko: Kabel-TV-Anbieter fordern Soforterlass

Im Zwist um die Live-Übertragungsrechte von Sportanlässen mit der Swisscom fordern die Kabel-TV-Anbieter die Wettbewerbshüter zum Handeln auf. Sie wollen per Erlass der Wettbewerbskommission Weko den sofortigen Zugang zu Sportinhalten, die von der Swisscom kontrolliert werden.

Der Telekom-Marktführer Swisscom hat im vergangenen Jahr seine Stellung in der Sportdirektübertragung massiv ausgebaut und inzwischen eine Monopolstellung erreicht. Cinetrade gehörte damals zu 49 Prozent der Swisscom und ist seit Anfang Mai mehrheitlich in Swisscom-Händen. Die Kino- und Pay-TV-Gruppe hatte unter anderem die Übertragungs- und Vermarktungsrechte für die obersten beiden Ligen der Schweizer Fussballmeisterschaft für mindestens 140 Millionen Franken gekauft.

Auch die Rechte für die Spiele der Eishockeymeisterschaft liegen bei ihr. Das Nachsehen hatten die Kabelnetzbetreiber. Deren Verband Swisscable hatte gemeinsam mit der SRG ebenfalls um die Rechte geboten.

Die Weko untersucht seit April, ob die Swisscom ihre Stellung missbraucht (Werbewoche.ch berichtete). Die Untersuchung werde aber viel Zeit beanspruchen, schrieb Swisscable am Sonntag in einer Mitteilung. Wie auch die Sonntagszeitungberichtete, erachtet Swisscable die Angelegenheit für die Kabelnetzbranche als dringlich.

Bis die Weko die Untersuchung abgeschlossen habe, profitiere die Swisscom weiter, heisst es. Drei Mitglieder von Swisscable hätten daher bei der Weko ein Gesuch um den Erlass vorsorglicher Massnahmen eingereicht. Sie fordern den umgehenden Zugang zu Inhalten wie in den Kanälen «Teleclub Sport 4-29» und «Teleclub Live Sport».

Kritik am Bundesrat

Es dürfe nicht noch mehr Zeit verstreichen: «Für die Kabelnetze ist diese Angelegenheit sehr dringlich», liess sich Claudia Bolla-Vincenz, Geschäftsführerin von Swisscable, in Communiqué zitieren. «Im digitalen Fernsehen ist der Wettbewerb intensiv. Wer attraktive Sportinhalte anbieten kann, hat damit auch einen Vorteil», sagte sie. Swisscable zweifelt zudem den Willen des Bundesrats an, die Rolle der mehrheitlich vom Bund kontrollierten Swisscom im Markt kritisch anschauen zu wollen. «Die auch 2012 führende Marktstellung in sämtlichen Geschäftsfeldern ist für den Bund positiv, weil dadurch die Dividenden üppig fliessen», hiess es. (SDA)
 

SDA lagert Nachtschicht nach Australien aus

Die Nachrichtenagentur SDA hat die Nachtschichtstellen, die zwischen 23 Uhr bis 7 Uhr stattfinden, nach Australien ausgelagert. Mitarbeiter sollen ihren Dienst neu von dort aus leisten.

Betroffen von der Auslagerung sind je 2,4 Stellen im deutschen und im französischen Dienst. Dies schreibt La Liberté gemäss Schweiz am Sonntag. Auf diese Weise spart die SDA Geld. So erklärt SDA-Chefredaktor Bernard Maissen: «Aufgrund des Nachtzuschlages entsprechen 7 Nachtschichten rund 10 Tagesschichten.» Auf diese Weise könne man das Pensum je Sprachdienst von 2,4 auf 1,6 Stellen reduzieren.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund für die Auslagerung. Die Nachtschicht ist gemäss Maissen nicht sehr beliebt bei Mitarbeitern. Die neu in Australien angesiedelten 3,2 Stellen sollen auf vier Personen verteilt werden. Die SDA hat die Stellen gemäss Schweiz am Sonntag vor gut einer Woche intern ausgeschrieben.

Future Connection: Neue Website für Carl F. Bucherer

Die Zürcher Kommunikationsagentur Future Connection hat die internationale Website der Schweizer Uhrenmarke Carl F. Bucherer vollständig überarbeitet. Entstanden ist eine 7-sprachige Website, welche Tradition und Innovationskraft vermitteln soll.

Die Agentur konnte den Auftrag zur Neugestaltung der Website im Rahmen eines Pitches gewinnen und das Resultat zur internationalen Uhren- und Schmuckmesse Baselworld aufschalten. Programmiert wurde sie basierend auf TYPO3 mit einem Webdesign, welches sich den unterschiedlichen Endgeräten anpasst und für Retina-Bildschirme optimiert wurde, wie die Agentur in einer Mitteilung schreibt. Die 7-sprachige Website vermittle die Tradition und die Innovationskraft des Familienunternehmens, eine interaktive Timeline zeige die unternehmerischen Meilensteine an und technische Details des eigenentwickelten Uhrwerkes könnten betrachtet werden.

Dargestellt werden auf der Seite die Kollektionen Patravi, Manero, Adamavi und Alacria. Dies soll einen detaillierten Einblick in die Eigenschaften der Uhren erlauben. Eine Karte zeigt mit einer gefilterten Ausgabe die nächsten Carl F. Bucherer Verkaufs- und Servicestellen an.

Verantwortlich bei Future Connection: Julian Karrer (Beratung), Saskia Böhm (Design), Gregory Plüss (Frontend), Kilian Hann (TYPO3). Verantwortlich bei Carl F. Bucherer: Marinette Haldemann (Executive Vice President Marketing), Martin Troxler (New Media Manager).

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Clevere Köpfe gesucht

Stephan Obwegeser ist seit Anfang April bei Tamedia für den neu geschaffenen Bereich Digital Advertising and Services verantwortlich – im Werbewoche-Interview legt er dar, wie Tamedia bei Digital-Werbung Fahrt aufnehmen will.

Beim neuen Bereich Digital Advertising & Services, welcher im Unternehmensbereich Digital angesiedelt ist, geht es bei Tamedia um folgende vier Themenbereiche:
1. Sicherstellen einer gemeinsamen Strategie im digitalen Werbemarkt,
2. Zentrales Erbringen von Dienstleistungen rund um das Thema Digital Advertising wie beispielsweise Ad- Operations,
3. Evaluation, Implementation und Betrieb notwendiger Technologien wie beispielsweise AdServer oder RTA-Systeme und
4. Vermarktung titelübergreifender Produkte wie Performance-, Targeting oder Pool-Produkte und die bestmögliche Monetarisierung der nicht direkt durch die eigenen Titel verkauften Werbeflächen.

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Stephan Obwegeser* 

WW: Beim automatisierten Handel, dem Realtime Advertising, RTA, war Tamedia bisher zurückhaltend bis ablehnend. Welche Haltung haben Sie dazu und wann kommt was?
Stephan Obwegeser: Realtime Advertising ist ein Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen und demgegenüber wir grundsätzlich offen sind. Für uns ist es zentral, auch auf digitalen Handelsplattformen und Marktplätzen die Kontrolle über unser Inventar und Transparenz über unsere Kunden zu haben. Wir geben unser Werbeinventar nicht blind in irgendwelche Netzwerke, bei denen dann nicht klar ist, wer was zu welchem Preis kauft. Wir wollen wis-sen, welchen Preis unsere Kunden am Schluss für ihre Präsenz auf unseren Plattformen bezahlen. Und wir wollen wissen, wer unsere Kunden sind. Aus heutiger Sicht scheint uns der Ansatz des Private Exchange ein sinnvoller zu sein. Dazu suchen wir den Austausch mit den relevanten Marktteilnehmern und und tauschen uns mit ihnen aus. Aus meiner Sicht macht es Sinn, im Schweizer Markt einen möglichst breiten Konsens zu finden, wo und wie welche Volumen gehandelt werden. Wir müssen sicherstellen, dass wir uns auf dem gleichen Marktplatz treffen, denn nur wenn Angebot und Nachfrage sich auf demselben Marktplatz treffen, entsteht ein transparenter Markt!

Mit Private-Exchange-Plattformen arbeiten ja bereits Verleger in Frankreich erfolgreich, und auch in Dänemark haben sich Medienhäuser kürzlich so organisiert. Die Erfahrungen aus PPN, einer ähnlich gelagerten Initiative, die jetzt nur noch von Tamedia getragen wird, geben ja für Gemeinschaftslösungen im Schweizer Markt kein gutes Signal.
Es gibt durchaus Beispiele für gut funktionierende Gemeinschaftslösungen im Schweizer Markt. Nehmen Sie beispielsweise die IG SwissAdServer – hier haben sich viele Verleger entschieden, mit derselben AdServer-Lösung zu arbeiten. In der Konsequenz konnten Messdifferenzen bei ausgelieferten Werbemitteln relevant minimiert werden. Oder die Online- Forschung. Gemeinsam haben wir uns auf Net Metrix als offizielle Institution für die Beglaubigung von Online-Reichweiten geeinigt. Bezüglich Private- Exchange-Plattformen und dem Thema RTA/RTB ist die Ausgangslage ähnlich. Und ich bin mir sicher, dass wir hier in den relevanten Punkten Einigkeit mit anderen Verlegern haben und deshalb die Zeichen gut stehen für eine gemeinsame Marktlösung. Es stellt sich die Frage, was mit solchen Systemen möglich ist und welche individuellen Ansprüche die Publisher betreffend Transparenz, Pricing etc. haben. Ich denke, dass im Markt noch viel zu wenig Verständnis vorhanden ist, was überhaupt möglich ist. Wenn jemand einfach den billigsten Traffic will, werden andere Spielregeln gelten, als wenn ein Kunde eine bestimmte Reichweite oder ein Targeting- Angebot sucht. Wir wollen unser Inventar nicht unter Wert verkaufen oder uns nicht in einigen Jahren in einem Markt wieder finden, zu dessen Regeln wir nicht mitspielen wollen.

Das ist ein vielfach geäussertes Bedenken von Verlagen, dass dann unter dem Wert verkauft wird. Doch wird ja nichts unter dem eingegebenen Floor Price verkauft…
…ja, genau. Einen Mindestpreis festlegen zu können, ist beispielsweise eine der Anforderungen, die wir stellen.

Ist also das Vertrauen zu den Anbietern nicht vorhanden, dass die einen vereinbarten Mindestpreis unterbieten. Kann man darauf vertrauen, ist doch alles bestens…
…jein. Wir haben kein Interesse daran, dass in der Schweiz ein Markt entsteht, in dem extrem viele Nutzniesser in der Wertschöpfungskette drin sind und Margen aus nicht transparenten Leistungen und Geschäftsmodellen ziehen.

Ist das wirklich Ihr Problem oder nicht vielmehr das der Werbeauftraggeber, die am Schluss dafür bezahlen?
Es ist eines der Probleme. Die Kunden bezahlen zwar einen Premium-Preis, dieser landet aber nicht bei den Verlegern, die damit ihre Sites finanzieren müssen, sondern bei irgendwelchen Mittlern. Ein anderes Problem ist die Komplexität, die mit jedem zusätzlichen Zwischenschritt zunimmt. Digitale Werbung ist schon anspruchsvoll genug für Werbeauftraggeber und Agenturen. Unser Anspruch muss es sein, dass unsere Dienstleistungen, die wir direkt unseren Kunden und Agenturen anbieten, so gut und effizient sind, dass es keinen weiteren Intermediär dazwischen braucht. Dann bleibt auch bei einem marktgerechten Endkundenpreis genügend Marge beim Verleger – im Gegensatz zu Buchungen aus irgendwelchen blinden Netzwerken und Trading- Plattformen.

Ein von den Medienhäusern getragener Private Exchange würde hier genau den Unterschied machen…
Davon bin ich überzeugt!

Wann wird es eine Diskussion darüber geben?
Wir führen diese Diskusson bereits aktiv mit verschiedenen Marktteilnehmern. Die zentrale Frage ist, wie Erwartungshaltungen von Auftraggebern, von Agenturen und von Verlagen sind. Ich stelle heute fest, und da nehme ich uns als Tamedia nicht aus, dass viele unterschiedliche Meinungen vertreten werden, dass viel diskutiert wird, dass aber ganz wenige Leute sich konkret damit auseinandergesetzt haben. Kann ich einen Floor Price setzen? Und wenn ich ihn setze, bin ich dann noch konkurrenzfähig? Was kann ich einstellen? Sehe ich den Auftraggeber hinter einer Buchung bzw. weiss ich als Auftraggeber, wo meine Werbung ausgeliefert wird? Was unterscheidet eine Private-Exchange- von einer offenen Bidding-Plattform? Welche Targeting-Möglichkeiten kann ich anbieten? Was verlangt der Markt? Welche Transparenz soll es geben und welche nicht? Da braucht es viel Aufklärungsarbeit.

Und es werden hier auf dem Platz Zürich, gleich wie bei PPN, die beiden anderen grossen Medienhäuser sein, die mitmachen oder nicht mitmachen und es klappt oder nicht klappt…
Der Werbemarkt ist riesig. Natürlich haben Tamedia, Ringier und NZZ grosse Volumen, aber es gibt nicht nur diese drei Anbieter. Es gibt viele Netzwerke, über die zum Teil ja auch Volumen anderer grosser Medienhäuser käuflich sind. Ich bezweifle, dass sich alle Publisher bewusst sind, wo und zu welchem Preis ihr Inventar bereits heute verfügbar ist. Alle haben aber ein gemeinsames Interesse daran, ihr Inventar bestmöglich und effizient zu vermarkten.

Aus Sicht von Tamedia: Wer ist beim Digital-Werbeverkauf die grösste Konkurrenz?
Wir befinden uns mitten im Wandel. Früher waren es andere Verleger oder andere Websites mit entsprechenden Reichweiten. Heute sind Netzwerkanbieter und Vermarkter hinzugekommen, welche Inventar günstig kaufen, neu bündeln und als eigene Produkte zu höhren Preisen anbieten.

Welchen Marktanteil hat Tamedia bei der Digital- Werbung im Schweizer Markt?
Schwierig zu sagen, da es keine Zahlen zum Werbemarktinventar, sondern nur zu Reichweiten der relevanten Plattformen gibt. Schaut man sich die Reichweite des Tamedia-Portfolios an, erreichen wir ca. 75 Prozent aller Schweizer Internetnutzer. Ich schätze, dass das in etwa 10 bis 20 Prozent des Schweizer Werbeinventars entspricht.

…und vom verkauften Volumen?
Diese beiden Werte liegen recht nahe beieinander, da wir praktisch bei all unseren Titeln unser gesamtes Werbeinventar kommerziell verwerten. Die Frage ist ja: Wie viel wird zu welchem Preis verkauft? Ich wage die These, dass in der Schweiz maximal 30 Prozent des verfügbaren Inventars als Premium- Produkte mit einem TKP von mehr als zehn Fanken verkauft wird. Der Rest verschwindet heute zu weit tieferen Preisen in Restplatznetzwerken – und dort wird Premium-Inventar zu den gleichen Konditionen verkauft wie das Inventar billigster Spider- Plattformen.

Wo stehen Sie heute mit PPN?
Das Premium Publishers Network PPN ist vor einem guten Jahr gestartet und konnte sich in der kurzen Zeit als Vermarkter von Performance- und Targeting- Werbung im Premium-Umfeld gut etablieren. Tamedia plant, die Aktivitäten von PPN zu übernehmen, mit dem Bereich Digital Advertising &Services zusammenzuführen und damit die eingeschlagene Strategie der Eigenvermarktung konsequent weiter umzusetzen. Die gesamte Vermarktung des nicht durch die Titel verkauften Inventars sowie der Netzwerk-, Targeting- und Performance-Angebote von Tamedia wird über dieses Team gesteuert. Bis Ende Jahr bleibt das bestehende Produkteportfolio im Markt. Im Verlauf des zweiten Halbjahres 2013 werden wir definieren, mit welchen Produkteportfolios wir ins 2014 starten werden.

Wie genau wird es weitergeführt? Sind NZZ und Ringier bei den Reichweiten weiterhin dabei?
Das ist noch offen. Wir führen konstruktive Gespräche darüber, ob und in welcher Form künftig gewisse gemeinsame Produkte angeboten werden sollen, und würden uns natürlich freuen, NZZ und Ringier weiterhin mit im Boot zu haben. Für uns ist aber klar, dass wir in diesem Gefäss nur exklusive Produkte anbieten. Konkret heisst dies, dass PPN-Angebote nirgendwo sonst gekauft werden können ausser natürlich bei den Medien selbst. Eigenvermarktung eben. Die Vermarktung über weitere Netzwerke ist damit ausgeschlossen. So sind wir in der Lage, für klare Rahmenbedingungen zu sorgen und im Interesse unserer Kunden, aber auch in unserem eigenen Interesse Transparenz über Preis, Markt, Anbieter und Auftraggeber zu schaffen.

Dieser Exklusivitätsanspruch war der Stolperstein, weshalb NZZ und Ringier nun in der Trägerschaft ausgestiegen sind?
Richtig. NZZ und Ringier haben entschieden, ihr nicht direkt verkauftes Inventar über mehrere Netzwerke vermarkten zu lassen. Wir sind grundsätzlich offen, auch andere Partner in das PPN-Netzwerk aufzunehmen. Mit Ringier und NZZ sind wir aktiv im Gespräch – denn im Bereich Performance-Werbung sind wir uns bereits heute bezüglich Exklusivität einig. Hier erfolgt bereits die ganze Vermarktung über PPN, und es spricht auch nichts dagegen, das weiterzuführen.

Anderen möglichen Partnern wird es auch nicht so leicht fallen, eine Exklusivität zuzusichern. Ist das überhaupt ein gangbares Modell?
Ich glaube schon, dass das ein gangbares Modell ist. Ich bin überzeugter Befürworter von Eigenvermarktung. Wer auch so denkt, ist bei uns an der richtigen Stelle. Das können z. B. Verleger bzw. Betreiber von regionalen Informations- oder von Special-Interest- Plattformen sein, welche bereits eine eigene Verkaufsorganisation haben, aber nicht ihr gesamtes Inventar direkt verkaufen können.

Geht es um Digital-Werbung, gibt es heute ja drei Aspekte, mit denen Traffic und damit Umsatz verloren gehen kann: mit der Paywall, mit Mobile, das heute schlecht monetarisierbar ist, und mit der SRG. Welcher ist am schlimmsten?
Die grösste Herausforderung ist für mich die SRG; Paywall und Mobile sehe ich als Chancen!

Und warum ist die SRG so schlimm?
Zum Glück hat der Bundesrat entschieden, dass die SRG ihre digitalen Angebote nicht auch noch zusätzlich vermarkten kann. Das hätte aus meiner Sicht klar zu einer Marktverzerrung geführt.

Welches Potenzial hätte die SRG auf dem digitalen Werbemarkt?
Schwierige Frage, aber die Reichweite und damit das Potenzial sind beachtlich.

Auch eine Paywall kann für den Werbemarkt ein Hindernis sein?
Die Paywall kann für den Werbemarkt allenfalls eine Gefahr sein. Die Erfahrung aus ausländischen Märkten zeigt aber, dass die Traffic-Rückgänge im Rahmen der Einführung einer Paywall eher bescheiden sind. Für die Medienhäuser stellt sich die Frage, ob Paid Content eine Alternative zu Werbung sein kann. Das muss aber nicht einmal die Gretchen- Frage sein. In allen uns sonst bekannten Medien geht Paid Content einher mit Werbung – denken Sie an ihre Tageszeitung oder ihren letzten Kino-Besuch.

Darauf müssten Sie eine Antwort haben…
Meine Antwort ist da natürlich sehr opportunistisch. Natürlich ist jeder User, der hinter der Paywall ist und keine Werbung mehr konsumiert (sofern er denn tatsächlich keine mehr konsumiert), für den Werbemarkt nicht mehr attraktiv. Das ist aber kein negativer Impact für den Verleger. Machen wir es gut, setzen wir die Paywall so an, dass dies den Werbeausfall mehr als kompensiert. Das muss ja die Idee sein. Die Paywall kann ja nicht so angesetzt werden, dass wir am Schluss weniger verdienen, als wenn wir die Nutzung über Werbung refinanziert hätten. Im Fall des Tages-Anzeigers hat sich Tamedia für eine so genannte Metered Paywall entschieden, die je nach Nutzung durch eine einzelne Leserin oder einen einzelnen Leser zum Einsatz kommt. Dieses Modell lässt sowohl Paid Content als auch werbefinanzierte Bereiche zu.

…doch Ihnen geht damit Reichweite verloren.
Das reduziert allenfalls das verfügbare Inventar, also die AdImpressions. Aber sicher keine Reichweite, also Menschen, die potenziell auf unseren Medien erreicht werden können. Die Reichweite bleibt also bestehen – und das ist für mich der wichtigste Gradmesser. Wir glauben zudem, dass innerhalb einer Paywall gut gemachte, intelligente und gezielt ausgesteuerte Werbung durchaus akzeptiert wird. Funktioniert die Paywall, kann die Refinanzierung über Paid Content, Werbung oder eine Kombination beider Wege erfolgen.

Da gibt es gewisse Hoffnungen. Doch bei Mobile sieht es weniger erfreulich aus. Immer mehr Traffic geht über Mobile, und mit herkömmlichen Werbeformen lässt sich da kaum viel erreichen. Wo sehen Sie da Chancen?
Ich bin überzeugt, dass Mobile das Potenzial hat, für den Werbemarkt mindestens so attraktiv zu sein, wie es heute Desktop ist. Und es kann sogar noch attraktiver sein. Ich glaube auch, dass die heutigen Formate noch nicht optimal sind – zu schnell ging die Entwicklung von Geräten und Bildschirmgrössen. Die heute in der Mobile-Werbung gängigen Formate sind tendenziell zu störend, zu klein oder schlecht zugänglich. Zudem werden im Mobile oft noch zu viele Botschaften in die Werbemittel gepackt oder Landing-Pages nicht für mobile Endgeräte tauglich gemacht.

Was muss man bei Mobile also machen?
…andere Formate bringen…

Ein grosses Wort gelassen gesprochen.
Ja, ich bin felsenfest überzeugt, dass das die Lösung für den mobilen Werbemarkt ist.

…müsste es sein. Aber die konkrete Ausgestaltung ist bisher nicht ins Sicht. Wird Tamedia der Welt zeigen, wie man mit Mobile wird umgehen müssen?
Es wäre wahrscheinlich etwas gar ambitioniert, der Welt den heiligen Mobile-Gral präsentieren zu wollen. Aber wir werden Mobile-Formate einführen, die sowohl für den Werbemarkt wie auch für den Nutzer attraktiv sind. Dann wird der Werbemarkt auch die Verlagerung bei der Nutzung spiegeln! Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Schweizer Markt Innovation auch unabhängig von den ausländischen Märkten zulässt. So ist es uns beispielsweise bei 20 Minuten Online gelungen, mit dem Monsterboard ein neues Online-Format einzuführen, das später zum Standard wurde und heute eines der Volumen- Produkte im Markt ist.

Wie werden diese Formate geschaffen? Ist da eine bisher nicht bekannte, hoch-innovative Entwicklertruppe bei Tamedia an der Arbeit?
Es gibt clevere Köpfe, und es gibt Ideen, die sich heute einfach nicht umsetzen lassen, weil es den Austausch, die Plattform oder die treibende Kraft nicht gibt. Ich sehe es als meine Aufgabe, die cleveren Köpfe innerhalb und ausserhalb von Tamedia zusammenzubringen, um die richtigen Lösungen zu finden. Aber mein Team ist auch nicht allein: 20 Minuten Online, das Newsnet oder das Team von Search.ch sind genauso daran, diesen Markt weiterzuentwickeln und neue Formate und Kampagnen auszutesten.

Wann wird man da etwas zu sehen bekommen?
2014 wird wesentlich anders daher kommen als 2013.

Interview: Christoph J. Walther

*Stephan Obwegeser (38) leitet seit April bei Tamedia den neuen Bereich Digital Advertising and Services. Zuvor war er Geschäftsführer der Tamedia-Tochter Search.ch und Verlagsleiter von 20 Minuten Online und Leiter Online-Entwicklung bei Tamedia. Er ist Co-Präsident des IAB Switzerland.
 

Frauenmangel in der «Arena»: SRG geht vor Bundesgericht

Die SRG hat einen Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz (UBI) ans Bundesgericht weitergezogen. Sie wehrt sich gegen die Beurteilung einer «Arena»-Sendung vom April letzten Jahres.

Die UBI hatte diese als nicht sachgerecht kritisiert, weil Frauen deutlich in der Minderheit waren. Thema der Sendung war die Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen», für die derzeit Unterschriften gesammelt werden. Bei der UBI ging im Anschluss eine Beschwerde ein, in der auf die unzureichende Vertretung von Frauen in der Sendung hingewiesen wurde. Damit sei die Sicht der Frauen nicht zum Ausdruck gekommen, so die Beschwerdeführer. Die Auswahl der Diskussionsteilnehmer habe den Anschein erweckt, es handle sich um einen politischen Vorstoss, der primär Männer betreffe.

Die UBI hielt in ihrer Antwort fest, dass die Frauen in der beanstandeten Sendung tatsächlich klar in der Minderheit waren. Dies alleine sei allerdings noch kein Verstoss gegen das Rundfunkrecht, da keine Quotenregelung bestehe. Die Diskussion habe aber eine zu «enge Optik» aufgewiesen. Jene Aspekte der Initiative, die vor allem die weibliche Bevölkerung betreffen, seien nur am Rande zur Sprache gekommen. Die UBI hiess die Beschwerde schliesslich gut. Die Sendung habe das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt.

Die SRG wehrt sich nun gegen diese Auslegung. Sie hat den Entscheid ans Bundesgericht weitergezogen. SRG-Sprecher Daniel Steiner bestätigte am Freitag auf Anfrage der SDA eine entsprechende Meldung des Online-Medienmagazins «Infosperber».

Die UBI ist eine ausserparlamentarische Kommission des Bundes. Sie besteht aus neun nebenamtlichen Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr behandelte die Kommission 20 Beschwerden gegen Radio- und Fernsehsendungen, von denen sie vier guthiess. (SDA)

(Teaserbild: Keystone)

 

Übersicht über das Schweizer Mediensystem

Das Mediensystem befindet sich im Wandel: Neue Medien kommen hinzu (TagesWoche, Journal21, Infosperber), andere Anbieter reorganisieren (Tamedia, SRG). Einen Überblick liefert das Sachbuch «Mediensystem Schweiz».

Es beleuchtet wichtige Medienunternehmen sowie die historischen Entwicklungen der schweizerischen Medienlandschaft (die Gründung der SRG, der privaten Radio- und TV-Sender, das Verschwinden der parteinahen Presse, das Aufkommen der Gratismedien, die wechselnden Besitzverhältnisse). 

Darüber hinaus werden die gesellschaftlichen Anforderungen an die Medien und die Beziehung von Medienunternehmen zu Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit thematisiert (z.B. die Regulierungen der Medien durch das Bundesgesetz über Radio und Fernsehen, RTVG). Auch der Besonderheiten des schweizerischen Mediensystems (Kleinstaatlichkeit, Mehrsprachigkeit, kleiner Werbemarkt) und den Gemeinsamkeiten mit anderen Medienmärkten wird Beachtung geschenkt (in den skandinavischen Ländern geniesst die Presse einen mindestens so hohen Stellenwert wie in der Schweiz).

Das Buch gliedert sich in 15 voneinander unabhängige Kapitel. Jedes wird eingeleitet mit einem Zitat und einer Box, die wichtige Informationen bereitstellt oder Fragen aufwirft (z.B. ob die Vorstellung, die Schweiz sei ein Zeitungsland und Land von Fernsehmuffeln, noch stimme). Die Kapitel schliessen mit einem Fazit, in dem die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst sind (Das Vorurteil, die Schweiz sei eine Zeitungsnation, stimmt nach wie vor). Dieser Aufbau und die Kurzzusammenfassungen machen die Abschnitte angenehm zu lesen. Weniger leserfreundlich sind dagegen – zumindest einige – der Schwarz-Weiss-Grafiken. Die durch unterschiedliche Grautöne gekennzeichneten Kategorien sind schwierig auseinander zu halten, wodurch die Orientierung schwerfällt. Eine Schraffierung oder Ähnliches hätte dieses Problem gelöst.

Die 373-seitige Schrift orientiert sich am wissenschaftlichen Sprachgebrauch, bei der Literatur stützt sich der Autor jedoch bei Weitem nicht auf wissenschaftliche Literatur, sondern zitiert ebenso journalistische Texte. Angesprochen werden sollen neben Medienwissenschaftern und Studierenden denn auch Medienschaffende aus Journalismus, PR und Werbung sowie Medienkonsumenten allgemein, die sich für das Schweizer Mediensystem interessieren.

Dass sich die Medienlandschaft laufend verändert, erfuhr der Autor gleich selbst: Während des Schreibprozesses mussten fortwährend Anpassungen vorgenommen werden, wie er die Leser im Vorwort wissen lässt. So bleibt das Sachbuch eine Momentaufnahme, wie das Beispiel der mittlerweile fusionierten Sonntagstitel Der Sonntag und Südostschweiz am Sonntag vor Augen führt.

Im Schlusswort weist der Autor auf aktuelle Herausforderungen hin, wie sie auch anderorts diskutiert werden. Dabei hält er fest: «Eines der grössten Probleme dürfte mittelfristig die Finanzierung von Journalismus und die Aufrechterhaltung personell gut ausgestatteter Redaktionen sein, welche eine Vielfalt an qualitativ hochstehenden Inhalten kontinuierlich produzieren.» Das nach wie vor grosse Interesse der Mediennutzer an publizistischen Inhalten und die Gründung neuer publizistischer Onlineportale gebe allerdings Anlass zur Hoffnung, dass das Potenzial zu Innovation im Journalismus vorhanden sei und eine Nachfrage für solche Inhalte bestehe. (imp)

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Künzler, Matthias (2013): Mediensystem Schweiz. Konstanz und München: UVK-Verlag.

Matthias Künzler ist Oberassistent am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) an der Universität Zürich. Seit 2011 ist er Geschäftsführer der Abteilung «Media & Politics».

 

Schoggi-Profiling – oder: Was naschst du denn so?

Marketing kann eine ganz süsse Disziplin sein. Und sehr aufschlussreich dazu. Das glauben Sie nicht? Oh doch! Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über Naschkatzen und süsses Marketing.

Machen wir einen Test: Was für Schoggi essen Sie gerne? Milchschokolade oder lieber dunkle Schoggi, Tafel, Riegel, Stängeli oder Truffes? Ich esse am liebsten Pralinés, gerne viel davon und am liebsten hell oder weiss. Alles klar, ich bin eine Stadtbewohnerin aus der Deutschschweiz. Sie essen lieber Munzli oder ähnliche Stängeli, allerdings nur ab und zu? Dann wohnen Sie wahrscheinlich auf dem Land. Dort braucht man schliesslich manchmal schnelle Energiezufuhr via Stängel oder Riegel, zum Beispiel für die Ernte oder vor dem Melken. Oder wenn «Bauer sucht Frau» gedreht wird. Sie essen ausschliesslich dunkle Schoggi – und das regelmässig zwischen 16 und 17 Uhr in guter Gesellschaft? Dann sind Sie vermutlich ein Mann, kommen aus dem Welschland und verdienen gut. Humbug? Nein, eine neue Studie. 

Verantwortlich für das Schokoladen-Orakel ist André Hefti, Marketingchef der Luxusmarke Maison Cailler. Er liess jüngst den Schokoladenkonsum der Schweizerinnen und Schweizer untersuchen. Dabei kam beispielsweise heraus, dass in städtischen Gebieten mehr Schokolade gegessen wird als auf dem Land und eher Trüffes und Pralinen als Riegel und Stängel. Die Erklärung: In der Stadt geht es beim Schokoladeessen vorrangig um Genuss, auf dem Land um die Zuführung schneller Energie. Aha. (Ich dachte immer, Bauern trinken zu diesem Zweck ein Glas Milch?!) Und je dunkler die Schokolade ist, die konsumiert wird, desto gebildeter und reicher sind die Esser. Denn dunkle Schoggi ist wertvoller als Milchschokolade, und man ist nur, was man isst. Status geht in diesem Fall durch den Magen. Was alle Schweizer eint: Mit 12 Kilogramm Schokolade pro Kopf und Jahr sind sie Schoggi-Ess-Weltmeister.

Verräterischer Genuss

Der Volksmund sagt, man sehe an den Schuhen Charakter und Einstellung ihres Trägers oder ihrer Trägerin. Und an der Nase eines Mannes erkennt man seinen … – naja, lassen wir das. Doch auf jeden Fall sollten Sie in Zukunft darauf achten, wie Ihr Gegenüber wann welche Schoggi isst, vor allem, wenn Sie ein Geschäft mit ihm abschliessen wollen. Denn verräterischer geht es kaum. Wenn Sie es zu etwas bringen wollen, haben Sie stets eine Auswahl Tafeln, Stängeli und Truffes in der Handtasche. Die können Sie jederzeit zücken und anbieten, um Gesprächspartner sowie potenzielle Auftraggeber einschätzen zu können. Vielleicht können Sie im Notfall auch mal eine Fahrkahrtenkontrolleurin davon überzeugen, von einer Busse abzusehen. Entsprechende Schoggi- Kits sollen bald bei Maison Cailler erhältlich sein.

Bei allen Chancen, die sich dank Schoggi eröffnen, hat mich die Studie verwirrt; ich suche Aufschluss für folgenden Sachverhalt: Mein Mann isst gerne dunkle Schokolade mit Orangenstückchen, alternativ Champagnertrüffes. Stadt oder Land? Reich oder arm? Gebildet oder tubbelig? Zu kurz gedacht: Denn SEIN Schoggikonsum verrät einiges über MICH. Schliesslich ässe mein Gatte diese Schoggi-Sorten zwar gerne – er bekommt sie aber nie, denn ich bin schneller! Farbe, Form und Beigaben sind doch egal, Hauptsache, es handelt sich um Schokolade. Was mich betrifft, wäre die Schoggi-Kit-Diagnose also nicht so eindeutig, denn ich würde gleich das ganze Kit auffuttern und den Schoko-Psychologen ratlos zurücklassen. Nur eines wüsste er sofort: Die ist süchtig!

* Anmerkung: Beim Schreiben dieser Kolumne sind aus unserem Kühlschrank etwa vier Kinderriegel und mehrere Reihen dunkler bis heller Schokolade verschwunden. Pralinés waren leider schon aus.
 

TVO startet mit neuem Programmkonzept

Mit «60 Minuten» hat das Ostschweizer Fernsehen TVO ein vollkommen neues Regional-TV-Konzept lanciert. Dazu wurde ein neues Studio gebaut und die Regie- und Sendetechnik auf den modernsten Stand gebracht.

Gleichzeitig nimmt TVO im Newsbereich den Siebentage-Betrieb auf. Start des neuen TVO ist am Montag, 13. Mai 2013. Für das neue Konzept sind ausserdem fünf neue Vollzeitstellen geschaffen worden, wie der Regionalsender am Freitag mitteilte. Zum Start gehören zum Moderationsteam Tom Bächle, Anita Cassese, Claudia Eggenberger, Linda Fäh, Daniel Sager und Natascha Verardo.

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht im vergangenen August TVO die Konzession letztinstanzlich zugesprochen hatte, sei der Weg endlich frei für die Umsetzung des neuen Programmkonzepts, heisst es in der Mitteilung. «Der Schritt war überfällig. Die Ostschweiz hat ein modernes Regionalfernsehen verdient», kommentiert der TVO-Geschäftsleiter André Moesch die Modernisierung.

Für das neue Programmkonzept hat TVO in sämtliche Bereiche investiert und ausgebaut: So wurde die bisherige Regie- und Sendetechnik durch ein modernes Broadcastsystem ersetzt. Dieses bringt laut Mitteilung eine wesentliche Effizienzsteigerung im technischen Bereich. Neu ist zudem die gesamte Optik des Senders: Ein frisch gestaltetes Studio und neue Signete sollen den Wandel auch äusserlich zeigen.

Zum Start seines neuen Programms hat TVO auch den Webauftritt komplett überarbeitet. Neu stehen unter Tvo-online.ch die ganze Sendung sowie Einzelbeiträge per Live-Stream oder als Video-on-demand zur Verfügung. TVO ist somit zukünftig auch über Computer, Tablet oder Handy zu empfangen. Per Stichwortsuche können jederzeit auch ältere Beiträge abgerufen werden.

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Das Moderationsteam von «60 Minuten»: Tom Bächle, Anita Cassese, Dani Sager (von links, vordere Reihe), Linda Fäh, Andrea Huser, Claudia Eggenberger, Natascha Verardo (hintere Reihe).

 

Ein Spot geht unter die Haut

Die Agentur am Flughafen klärt auf und macht gleichzeitig Werbung für die Tattoo- und Piercingstudios von Skin Deep Art. Der Spot wurde realisiert vom erfolgreichen Low-Budget-Filmer Dennis Ledergerber.

Vor rund zwei Monaten feierte der Jungfilmer Dennis Ledergerber mit seinem Film «Himmelfahrtskommando » Premiere in den Schweizer Kinos. Er schaffte es, für die Low-Cost-Produktion die Hauptrollen mit Schauspielern wie Walter Andreas Müller, Beat Schlatter, Andrea Zogg oder Isabelle Flachsmann zu besetzen. Nun stand er bereits wieder hinter der Kamera, nämlich für den ersten Kinospot der Tätowier-Studios von Skin Deep Art St. Gallen und Bern. 

Seit TV-Shows wie «Miami Ink» oder dem kultigen «Ink Master» sind Tattoos salonfähig geworden. Inzwischen sind auch fast 40 Prozent der Schweizer zwischen 18 und 35 tätowiert. Davon 60 Prozent Frauen und 40 Prozent Männer. Ein solcher Markt lockt natürlich allerhand Tätowierer – und im selben Atemzug auch Piercer – auf den Plan. In der Schweizer Bundeshauptstadt beispielsweise sind es inzwischen an die 100 Studios. Hinzu kommen mindestens nochmals so viele Hinterhof-Tätowierer, die es mit der Hygiene, der Qualität sowie der ordentlichen Geschäftsführung nicht ganz so ernst nehmen.

Was passieren kann, wenn man sich von einem x-beliebigen Tätowierer/Piercer sein Wunschmotiv stechen oder piercen lässt, zeigt der von der Agentur am Flughafen kreierte Spot für das Studio Skin Deep Art in Bern. Dieses ist eine Filiale des seit 11 Jahren in St. Gallen ansässigen Tattoo- und Piercingstudios mit rund 16 Mitarbeitenden. Der Spot geht unter die Haut und macht deutlich: Tätowieren und Piercen bleiben Vertrauenssache. Micha, der das Berner Studio leitet, ist in der Szene schon länger bekannt. Er war Gründungsmitglied der European Association for Professional Piercing www.eapp.eu und vom Verein für Information, Schulung und Öffentlichkeitsarbeit für Angehörige der Tätowierbranche www. orotattoo.org.

Wünsche für Tattoos sind so vielfältig, wie es verschiedene Menschen gibt. Old School, New School, Japanisch, Maori, Realistic oder Fine Line? Egal, welchen Stil man bevorzugst, bei Skin Deep Art findet man den Spezialisten dafür. (pan)

 

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