Zur Sache: was lange währt …

Bis heute Mittwoch, den 19. Juni 2013 sind es 170 Kalendertage her, dass keine Daten zum Fernsehverhalten der Schweizer verfügbar waren. Präziser: Die Daten waren zwar vorhanden, aber erst wollte man sie zweimal nicht veröffentlichen, dann durfte man sie nicht mehr veröffentlichen. Nun scheint einer Veröffentlichung aber nichts mehr im Wege zu stehen.

So heisst es wenigstens in der neuesten Mitteilung der Mediapulse. An meiner Formulierung merkt man meine leichten Zweifel, denn was in diesen 170 Tagen hinter und vor den Kulissen passierte, ist unglaublich und eigentlich unvorstellbar. In den Augen ausländischer Betrachter ist die Schweiz mittlerweile zur Lachnummer in der TV-Forschung mutiert. Dies nach vielen Jahren erfolgreicher und zukunftsweisender Fernsehforschung. 

Wie konnte das passieren? Es geht hier nicht darum, die Forschungsdetails zu analysieren, um eventuelle methodische Ungereimtheiten oder Fehler zu entdecken. Diese Aufarbeitung muss erfolgen. Aber das müssen unsere Medienforscher – auch mit Einbezug ausländischer Experten – selbst an die Hand nehmen. Mir geht es vielmehr darum, die ganze Geschichte grundsätzlich zu hinterfragen, um herauszufinden, warum es überhaupt zu diesem Debakel kommen konnte. Für mich sind es vier Punkte, die zum Chaos führten.

Erstens ist es der gut schweizerische Drang zur Perfektion, der uns immer wieder daran hindert, griffige und pragmatische Lösungen zu finden. Wir wollen immer alles und alles auf einmal. Und dann sollte es natürlich auch noch perfekt sein. Das aber ist oft ein Ding der Unmöglichkeit. Weniger wäre oft mehr, denn die Eier legende Wollmilchsau gibt es definitiv nicht, auch wenn wir oft hoffen, dass diese Spezies irgendwo doch noch entdeckt wird.

Zweitens zeigen sich die Grenzen eines Joint Industry Committee, eines Gebildes, in dem alle relevanten Marktpartner (Medien, Mittler und Kunden) mit eingebettet sind. Das geht meistens so lange gut, wie alles gut läuft. Wenn es mal harzt, sind die Grenzen einer solchen Struktur erreicht – zu unterschiedlich sind die Partikularinteressen.

Ein Mangel an Experten. Eine solche Riesenkiste müsste von einem hochstehenden Fachausschuss von ausgewiesenen und unbeteiligten (!) Experten begleitet werden. Und wenn es die in der Schweiz nicht gibt, muss man diese halt im Ausland suchen. Eine noch so optimal zusammengesetzte Usercommission kann eine solche Aufgabe nicht erfüllen. Deren wohlverstanden wichtige Rolle ist eine andere. Sie muss dafür sorgen, dass man mit den Ergebnissen und den dazu nötigen Tools einfach und praxisgerecht arbeiten kann.

Viertens sind es zwei fehlende Ks: Kontrolle und Kommunikation. Diese beiden hängen entscheidend zusammen. Das Uvek respektive das Bakom haben ihre Aufsichtspflicht scheinbar erst sehr spät wahrgenommen. Es ist aber gut möglich und sogar wahrscheinlich, dass sie schon früher aktiv waren, nur wusste das niemand. So, wie man auch vieles sonst nicht wusste. Kommunikation heisst Informationen proaktiv zu verbreiten und nicht, diese passiv zu verwalten wie ein Bundesamt.

Pierre C. Meier, Chefredaktor [email protected]
 

Presserat: Weltwoche ging im «Fall Strehle» zu weit

Der Presserat findet, dass die Weltwoche mit der Berichterstattung über die Vergangenheit von Res Strehle zu weit gegangen ist. Trotz des öffentliches Interesses an Strehles Werdegang geniesse auch eine öffentliche Person den Schutz der Persönlichkeit.

Die Weltwoche hatte Strehle am 7. Februar in der Titelgeschichte vorgeworfen, in jungen Jahren Kontakte «zu Bombenlegern und linken Extremisten» gepflegt zu haben. Das Titelblatt des Magazins zeigte ein erkennungsdienstliches Polizeifoto Strehles und war untertitelt mit «Der Tagi-Chefredaktor und die Terroristen». Strehle gelangte darauf an den Presserat (Werbewoche.ch berichtete). Er wollte geklärt haben, «ob diese Art von Kampagnen-Journalismus, wie ihn die Weltwoche betreibt, zulässig ist», wie er damals der Nachrichtenagentur SDA sagte.
 
«Die Publikation der Polizeifotos auf dem Titelblatt ist vollkommen unverhältnismässig», sagte Dominique von Burg, Präsident des Presserates, am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Die Weltwoche verletzte damit Strehles Persönlichkeit sowie seine Privatsphäre. «Hier hat die Weltwoche versagt», sagte auch Vizepräsident Max Trossmann.

Grundsatz der Verhältnismässigkeit

Der Presserat betont zwar, dass ein öffentliches Interesse daran bestehe, beim Chefredaktor einer wichtigen Zeitung den beruflichen Werdegang und seine politische Vergangenheit kritisch zu beleuchten. «Aber auch bei öffentlichen Personen ist sorgfältig zwischen dem Persönlichkeitsschutz und dem Anspruch der Öffentlichkeit auf Information abzuwägen», sagte Trossmann.Dabei sei insbesondere dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen.
 
Das öffentliche Interesse an der politischen Biografie eines Chefredaktors rechtfertige es nicht, fast 30-jährige Polizeifotos zu veröffentlichen, sagte Trossmann. Auch die Kombination des Artikels mit Fotos von verurteilten Gewalttätern und Terroristen kritisierte der Presserat. Das öffentliche Interesse berechtige die Weltwoche auch nicht, die durch Fakten nicht belegte, Tatsachen entstellende These aufzustellen, Strehle habe als möglicher Mitwisser und ideeller Unterstützer von politischer Gewalt eine «irritierende Nähe zu Bombenlegern und linken Extremisten» gehabt.

Schwere Vorwürfe

Der Presserat bezeichnet die Vorwürfe als «schwer». Bei solchen müsste ein Betroffener angehört werden, betonte Trossmann. Dies habe die Wochenzeitung zwar getan, aber «ungenügend und zu kurzfristig». «Man kann nicht so schwere Vorwürfe zu Jahrzehnte zurückliegenden Vorgängen erst wenige Stunden vor Redaktionsschluss unterbreiten.» Gemäss Presserat nichts falsch gemacht hat das Magazin hingegen bei der Recherche. «Wir haben nicht gesehen, dass sich die Weltwoche beim Beschaffen der Polizeifotos unlauterer Methoden bedient oder Dritte zur Amtsgeheimnisverletzung angestiftet hätte», sagte Trossmann.
 
Die Zürcher Kantonspolizei hatte nach der Veröffentlichung der Polizeibilder bei der Oberstaatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht. Es ist jedoch immer noch unklar, wie die Weltwoche zu den Bildern kam. «Das Verfahren ist sistiert», sagte Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, am Donnerstag gegenüber der sda. Man habe die Täterschaft nicht eruieren können.
 
Strehle nimmt den Entscheid mit Befriedigung zur Kenntnis, wie er auf Anfrage der SDA sagte. Der Presserat habe ihn in seiner Ansicht bestätigt, dass die Weltwoche handwerkliche Fehler gemacht habe.

«Presserat würgt Aufarbeitungsprozess ab»

Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel nahm die Stellungnahme des Presserates «mit grossem Erstaunen zur Kenntnis», wie er auf Anfrage der SDA sagte. Es sei «mehr als ironisch, dass dieses Gremium den Aufarbeitungsprozess um Strehles Vergangenheit abwürge», sagte Köppel. Gerade der Presserat setze sich doch für Aufklärung und Transparenz ein.

Mehr zum Thema:

Weltwoche-Pranger: Geschädigte wehren sich

 

Neue Website für Bildagentur Stock Food

Die Nahrungsmittel-Bildagentur Stock Food hat eine neue, innovative Website. Neu gibt es zum Beispiel eine Ähnlichkeits- und Farbsuche.

Die neue Website ist konsequent auf die gezielte Suche in den vier Produktsäulen des Unternehmens – Bilder, Videos, Features und Rezepte – ausgerichtet, wie es in einer Mitteilung heisst. Zahlreiche neue Optionen und Möglichkeiten erlauben professionellen Bildnutzern aus Medien, Werbung und Industrie, ihre Motive nun noch schneller und treffsicherer zu finden. Es genügt die intuitive Eingabe eines allgemeinen Suchbegriffes, um über eine Vielzahl an interaktiven Filterangeboten zum perfekten Bild zu gelangen. Innovativ sind auch die visuellen Suchoptionen, welche die Ähnlichkeits- und Farbsuche ermöglichen. Mit ihnen lassen sich optisch verwandte Motive innerhalb eines frei bestimmbaren Themas anzeigen oder angebotene Suchergebnisse anhand einer grossen Farbskala justieren. Die Suchfunktionen sind insbesondere für Werbekunden und Grafiker ideal, die optische Vorgaben ihrer Kunden berücksichtigen oder sich innerhalb bestimmter Farbwelten bewegen möchten.

Weitere Angebote der neuen Stock Food-Website sind Bildserien und Features. Bei den Serien präsentiert Stock Food über zehntausend Bildstrecken, die thematisch und visuell verknüpft sind. Dies ist besonders für Bildnutzer interessant, die ganze Themenstrecken wie aus einem Guss nutzen möchten, ohne dafür eine aufwändige Fotoproduktion in Auftrag zu geben. Hinzu kommt das Angebot von knapp eintausend Features aus aller Welt, also kompletten Bild- und Textstrecken aus renommierten Publikationen, die in einem Zug lizenziert werden können. Auf vielfachen Kundenwunsch bietet Stock Food den Nutzern nun auch sogenannte «Drag-and-Drop»-Leuchtkästen. Dank dieser Funktion kann der User die gewünschten Bilder ohne lästige Klicks in seine Leuchtkästen ziehen, um eigene Auswahlen anzulegen und beim nächsten Besuch wiederzufinden.

Weitere Filtermöglichkeiten sind in Planung, um Profikunden vielseitige Perspektiven auf die Stock Food-Kollektion zu bieten. Zeitgleich mit der Schweizer Website gehen auch die Versionen für Deutschland und Österreich online. Aktuelle Website-Versionen in allen anderen Märkten werden folgen. Pete A. Eising, Stock Food-Gründer und CEO von Culinarts, ist stolz auf den Website-Launch: «Unsere Geschäftskunden in Werbung und Redaktionen wissen ganz genau, was sie wollen. Wir haben sie ausführlich befragt und alle Wünsche umgesetzt. Wir wissen, dass Zeit auch Geld ist. Deshalb sind Qualität und Innovation im Mediengeschäft eminent wichtig. Unsere neue Website wird diesen Anforderungen gerecht.»

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Werbewirkung: Kreativität wirkt dauerhaft

Kreativ gestaltete Fernsehspots bewegen. Sie können die Zuschauer zum Nachdenken oder zum Lachen bringen. Sie sind beliebt bei Werbeagenturen und auch vielen Werbetreibenden. Aber wie ist es um den Kommunikationserfolg kreativer Werbung bestellt?

Eine aktuelle Studie der Grand Valley State University (USA) hat sich dieser Frage angenommen und dabei vor allem den Kontextfaktor «Wiederholung » beleuchtet – mit spannenden Ergebnissen.

In der Theorie brächte ein idealer Werbespot bereits nach dem ersten Ansehen hohe Erinnerungswerte und würde bereits beim ersten Kontakt einen signifikant positiven Einfluss auf die Einstellung des Konsumenten erzielen («Wear in»-Effekt). Der ideale Spot würde mit jedem weiteren Kontakt an Wirkung gewinnen und niemals den Punkt erreichen, an dem beim Konsumenten ein gewisser Ermüdungseffekt einsetzt, der sich darin äussert, dass zusätzliche Kontakte keinen weiteren positiven oder sogar negativen Einfluss auf die Einstellung haben («Wear out»-Effekt). So weit die Theorie. In der Unternehmenspraxis, fern der Theorie, besteht das Ziel der Werbeverantwortlichen jedoch in der Regel darin, die Zahl der nötigen Kontakte bis zu gewünschten Werbewirkung möglichst zu minimieren (= schnelles Erzielen des Wear-in) und den Wear-out möglichst lange hinauszuzögern. Welchen Einfluss Kreativität auf Wear-in- und Wearout- Effekte hat, zeigt eine aktuelle Studie von Lehnert et. al.

Im Rahmen eines Experimental-Designs wurde 90 Probanden in drei Gruppen ein 30-minütiges TVProgramm vorgeführt. Darin enthalten: TV-Spots, die entweder «kreativ» oder «herkömmlich» gestaltet waren. Zwischen den drei Gruppen wurde lediglich der Kontextfaktor «Wiederholung» variiert: Der ersten Gruppe wurden die verschiedenen Spots jeweils nur einmal dargeboten, die zweite Gruppe sah die Spots insgesamt zweimal, die dritte Gruppe viermal. Als abhängige Variablen wurden gemessen: Werbe- und Markenerinnerung (jeweils gestützt und ungestützt, jeweils einmal sofort und einmal mit einer Woche zeitlichem Abstand) sowie die Einstellung gegenüber dem Spot.

Die Studie bestätigt zunächst – wenig überraschend – einen bekannten Zusammenhang: Je häufiger die Probanden den einzelnen Werbespot sahen, desto besser war die Erinnerung an Spot und Marke. Es liess sich allerdings auch nachweisen, dass die kreativen Spots durchwegs besser erinnert wurden als die herkömmlichen Spots (Ad Recall). Gleiches gilt für die Erinnerung der in den Spots beworbenen Marken (Brand Recall).

Dieser Vorteil der kreativen Werbung gegenüber der herkömmlich gestalteten Werbung in Sachen Erinnerung kommt offenbar vor allem dann zum Tragen, wenn nur wenige Wiederholungen geplant sind.

Vor allem nach der ersten Darbietung konnten die «kreativen» Spots deutlich höhere Brand Recalls erzielen als die «herkömmlichen» Spots. Der Effekt blieb auch bei der zweiten Wiederholung bestehen, schwächte sich aber bereits etwas ab. Ab der vierten Wiederholung erzielten beide Arten von Spots ähnlich hohe Werte im Brand Recall.

Zusätzlich wurde die Einstellung der Konsumenten zu den gezeigten Spots untersucht. Das Ergebnis: Bereits nach der ersten Darbietung wurden die kreativen Spots deutlich besser bewertet als die herkömmlichen Spots (5,52 vs. 4,61 auf einer 7er-Skala). Die Forscher werten dies als Zeichen für einen schnelleren Wear in der kreativen Werbung.

Nun könnte man annehmen, der Überraschungseffekt besonders kreativer Werbung nutze sich rasch ab und führe zu einer umso schnelleren Ermüdung der Konsumenten, einem schnelleren Wear-out. Die Studie zeigt aber, dass dies nicht der Fall ist: Die Probanden bewerten die kreative Werbung auch nach vier Darbietungen nur minimal schlechter als nach zwei Darbietungen. Bei den herkömmlichen Spots hingegen verschlechterte sich die Einstellung der Konsumenten zur gesehenen Werbung bereits ab der zweiten Darbietung erheblich.

Kreativ gestaltete Spots punkten also nicht nur in Sachen Werbeerinnerung, sondern erreichen die Konsumenten auch besonders schnell und besonders dauerhaft.

Clemens Koob

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Key Facts

  • Kreative Spots und die darin beworbene Marke werden besser erinnert als herkömmliche Spots. Der Erinnerungsvorteil bleibt auch nach mehreren Wiederholungen bestehen, schwächt sich aber ab.
  • Kreative Werbung führt rascher zu Einstellungsveränderungen als herkömmliche Werbung (= schnellerer «Wear-in»-Effekt).
  • Bei herkömmlich gestalteten TV-Spots stellt sich bereits nach wenigen Darbietungen ein Abnutzungseffekt ein («Wearout»-Effekt).
  • Bei kreativen TV-Spots tritt dieser Effekt erst verzögert auf.

Zu guter Letzt: Kreuzworträtsel-Meisterwerk

Das Kreuzworträtsel der New York Times am Tag der Präsidentschaftswahl 1996 gilt bei Experten als das beste aller Zeiten. Es liess beide möglichen Wahlgewinner als Antwort zu – gut eingebettet, versteht sich.

Die entscheidende Frage 39 waagrecht lautete: «Lead story in tomorrow’s newspaper (!)». Dass sowohl die Schlagzeile «Bob Dole elected!», wie auch «Clinton elected!» passten, mag auf den ersten Blick keine Meisterleistung sein. Dass der Name des künftigen Präsidenten hingegen sechs senkrechte Antworten so veränderte, dass sich zwar ein anderes Wort ergab, die Antworten jedoch immer noch richtig waren – nicht schlecht. Entwickelt hat es der Mathematik-Professor Jeremiah Farrell.

Der heutige Kreuzworträtsel-Autor der New York Times, Will Shortz, bezeichnet das Präsidenten-Rätsel vom 5. November 1996 als das Beste aller Zeiten. Er wird es wissen, schliesslich hat er über 100 Kreuzworträtsel-Bücher verfasst und besitzt eine Sammlung von 20'000 Rätselbüchern aus fünf Jahrhunderten. (hae)

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Across:
17. Forecast
39. Lead story of tomorrow's newspaper (!), with 43-Across
68. Title for 39-Across next year

Down:
23. Sewing shop purchase
27. Short writings
35. Trumpet
39. Black Halloween animal
40. French 101 word
41. Provider of support, for short
42. Much-debated political inits
 

Vizner Borel macht Caffè Lattesso zum Star

Innoprax hat Vizner Borel anfangs Jahr mit der Lancierung des neuen Coffee-Drinks Caffè Lattesso betraut. Die Agentur sollte den neuen Coffee-to-go bei Kaffee-Liebhabern bekannt machen.

Um Caffè Lattesso als Star unter den Coffee-Drinks zu etablieren, lässt die Zürcher Kommunikationsagentur zum Kampagnen-Auftakt Liebhaber des kalten Kaffees zu Wort kommen. Mit Facts, sympathischen Aussagen und einem Augenzwinkern erklären diese, warum Caffè Lattesso ihr ganz persönlicher Star ist. Seit Ende März ist Caffè Lattesso an über 2’700 Verkaufspunkten in der ganzen Schweiz und weiteren in Deutschland und Belgien erhältlich und die Werbung in der Tagespresse, auf Plakaten, sowie eBoards und ePannels zu sehen.

Verantwortlich bei Innoprax: Erich Kienle (Managing Director), Sacha Borzatta (Managing Partner). Verantwortlich bei Vizner Borel: Lajos Vizner, Guillaume Borel (Gesamtverantwortung), Gian Maurizio, John Leuppi (Kreation), Fabian von Rechenberg (Beratung), Markus Binggeli (Strategie), André Sobott (Fotografie). Verantwortliche JBW Media: Julien Witt.

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Schweizer Presserat gefragt wie nie

Der Schweizer Presserat ist im vergangenen Jahr wieder sehr gefragt gewesen. Insgesamt 95 Beschwerden gingen ein, 78 Stellungnahmen wurden veröffentlicht. Am häufigsten wurden die Verletzung der Privatsphäre und die fehlende Anhörung beanstandet.

Noch nie habe der Presserat so viele Stellungnahmen wie im Jahr 2012 veröffentlicht, heisst es im am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht. Presserats-Präsident Dominique von Burg führt dies auf die grössere Bekanntheit und die Transparenz seines Gremiums zurück, wie er vor den Medien sagte.

Am häufigsten sind Medien mit ihren Meldungen im vergangenen Jahr in das Privatleben von Betroffenen vorgedrungen. Oft wurden Personen zudem falsch identifiziert und oder mit einer Berichterstattung wurde die Privatsphäre eines Menschen verletzt, wie es im Jahresbericht heisst. «Nicht neu ist auch, dass es Medien oft unterlassen, Betroffene vor der Veröffentlichung eines schweren Vorwurfs anzuhören», sagte von Burg. Immer wieder würden zudem wichtige Informationen unterschlagen oder falsche Tatsachen verbreitet.

Abdruckspflicht einhalten

Ein Augenmerk will der Presserat künftig auf die Abdruckspflicht legen. Da leider nicht alle Redaktionen dieser Verpflichtung nachlebten, werde man in Zukunft im Jahresbericht aufführen, in welchen Fällen diese verletzt worden sei, sagte von Burg. «Wir erachten das als Pflicht». 2012 haben Medien siebenmal nicht über eine Stellungnahme berichtet, in der sie vom Presserat gerügt wurden. Bei acht weiteren Beschwerden haben Medien nicht über den für sie positiven Entscheid des Presserates berichtet. «Auch in diesen Fällen wäre eine kurze Zusammenfassung wünschenswert», sagte von Burg. (SDA)
 

Dämmerung im Quoten-Dunkel

Das Obergericht Nidwalden hat die vom Fernsehsender 3+ beantragten superprovisorischen Massnahmen gegen die Veröffentlichung der seit Januar 2013 erhobenen Mediapulse-Daten Fernsehforschung aufgehoben.

Wir wollten von den Mediaagenturen wissen, was diese Freigabe der Daten für sie bedeute. Leider haben nur zwei der angefragten Mediaagenturen rechtzeitig auf unsere Anfrage reagiert. Sollten also die fehlenden TV-Quoten eventuell gar kein so grosses Problem sein? Für Agenturen mit einem grossen Fernsehanteil ist es sehr wohl ein gravierendes Problem.
 
Die Antworten von Manfred Strobl, CEO Omnicom Media Group, und Cosima Giannachi, Managing Director Mindshare, lesen Sie im PDF. 

 

Mehr Inspiration statt Information

Kevin Roberts, CEO von Saatchi & Saatchi weltweit, war am Swiss Economic Forum in Interlaken als einer der Top-Referenten geladen. Die Werbewoche hat den Starwerber und Chef über 7000 Kreative in 134 Agenturen und 84 Ländern zu einem Interview getroffen.

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WW: Sie haben soeben vor einem hochkarätigen Publikum am Swiss Economic Forum in Interlaken geredet. Wie ist Ihre Botschaft aufgenommen worden?
Kevin Roberts: Mir hat es Spass gemacht. Die Reaktion war sehr erhebend, sehr spontan und emotional. Während des Vortrags fühlte ich mich sehr motiviert. Sie müssen sich vorstellen: Wenn man vor 1'200 Leuten spricht, braucht man ein Publikum, das dich «füttert». Und sie haben mich gefüttert. Nach dem Referat durfte ich ein sehr positives Feedback erleben. Man wolle bestimmte Dinge ändern und sei jetzt «stimuliert». Die Veranstalter des Swiss Economic Forum wollten mit ihrem Programm bewusst eine Gegenüberstellung provozieren zwischen meinen Ansichten aus der Welt der Kreation und denen von Larry Fink, dem CEO & Chairman von Black Rock, mit seinen Betrachtungen aus der Finanzwelt. Das war eine sehr geschickt eingefädelte Rede und Gegenrede.

Was haben Sie den Leuten erklärt?
Dass ich von der Schweiz ein sehr hohes Ansehen habe. Meine Tochter war hier geboren und ein Sohn studiert in Neuchâtel. Ich habe in der Schweiz gelebt und die Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte. Aber: Es gibt eine Zukunft. Und diese findet statt in einer Welt, die gerade wechselt von einem wissenschaftlichen und technologischen System zu einer Welt der kreativen Ideen. Ideen sind die Währung von heute. Werbung, Marketing, Branding, Management: All das sind Disziplinen der vergangenen Dekade. Die Zukunft «is about» Ideen und Kreativität. So fragte ich das Publikum, ob die Schweiz genug ausgerüstet ist, «to move into this brave new world»?

Was ist die Rolle der Werbung in dieser Gesellschaft?
Werbung ist eine Spiegelung der Populärkultur, es ist eine Vermischung von Kommunikation, Informationsvermittlung und Vermittlung von Stimulationen. Heute ist Werbung irgendwie ersetzt worden durch – «let’s call it content». Wir leben in einer Welt, wo die Macht verschoben wurde. Medien haben keine Macht mehr. Ich oder die Werbeagentur: «no power ». Brands: «no power». Alle Macht kommt vom Volk. Der Konsument ist der Chef. Und so hat die Werbung die Rolle zu wechseln – weg von der Information und hin zu Inspiration. Wir müssen Teil werden vom alltäglichen Leben des Konsumenten. Wo immer das stattfindet.

Kennen Sie die Serie «Mad Men»? Was ist anders geworden am Image des Werbers seit der Epoche, in welcher diese Serie spielt?

Den Rest des Interviews lesen Abonnenten online oder in der Printausgabe.

Interview: Andreas Panzeri

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Wenn die Karawane einfach weiter zieht

Je grösser die Katastrophen und je geringer Vorwissen und Kontakte der Medien, desto wichtiger die Rolle von NGO. So auch beim jüngsten Fabrikeinsturz in Bangladesch. Ein Bericht von alltäglicher Journalistenweiterbildung und dem Kampf gegen (un)professionellen Zynismus von Oliver Classen.

Als sich die Schreckensnachricht vom 24. April über die Netzwerke globaler Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie ein Lauffeuer verbreitete, schwiegen die grossen Nachrichtenagenturen noch. Auf den Listservern wie jenem der Clean Clothes Campaign war zunächst von «einer heruntergefallenen Fabrikdecke mit einigen Dutzend Toten » die Rede. Doch als sich der Staub nach dem Gebäudekollaps in einem Vorort von Bangladeschs Hauptstadt langsam legte, wussten wir: Die Rana- Plaza-Katastrophe in unserer Medienmitteilung als «Bhopal der Textilindustrie» zu bewerten, war nicht nur legitim, sondern notwendig. Primär um die monströse Dimension dieser durch viele vorhergehende Fabrikbrände angekündigten Tragödie kenntlich zu machen. Aber auch um den Redaktionen eine zitierfähige historische Vergleichsgrösse zu liefern. 

Die eigentlichen «fashion victims»

Als die Rettungskräfte drei Wochen später ihre Arbeit einstellen, lautet die Bilanz 1129 Tote und 2438 Verletzte, viele davon für immer gelähmt oder verstümmelt. Den fast 3000 Menschen, welche 2001 im World Trade Center gestorben sind, wird zu Recht alljährlich gedacht und mit dem «WTC One» gerade ein Mahnmal der symbolischen Sonderklasse erstellt. Doch das war in New York, im Herzen der globalisierten Finanzwelt. Und es waren Opfer einer Handvoll Amok fliegender Glaubenskrieger. In Dhaka, der Wellblech- Metropole eines der ärmsten und zugleich am dichtest besiedelten Länder der Welt, zählen Menschenleben deutlich weniger als der nächste Bauoder Produktionsauftrag. Und die Näherinnen waren ja nur Opfer jener systematischen Ausbeutung von spottbilliger Arbeitskraft, auf der unser (Un)Wohlstand beruht. Sie sind die eigentlichen «fashion victims».

Theorie der «Themenkarriere»

Soweit die Fakten. An ein anderes Faktum sollte ich mich auch längst gewöhnt haben. Schliesslich wurde mir die Theorie der «Themenkarriere» schon im Publizistikstudium um die Ohren gehauen. Und nun besteht meine aktuelle Arbeitspraxis ja zu einem Gutteil aus der Verfolgung und Beeinflussung von «issue developments», wie das Neudeutsch heute heisst. Die Latenzphase des Themas «Arbeitsbedingungen in Sweatshops» wurde Mitte der 90er-Jahre durch empörte Ghetto Kids eingeläutet, die vor dem Flagship Store in New York «Nike, we made you, Nike, we can break you» skandierten. Es brauchte fast 20 Jahre (und unzählige kleinere Katastrophen), bis dieses Issue mit Rana Plaza erstmals wirklich ins breite öffentliche Bewusstsein tritt. Doch nach zwei Wochen (und unzähligen Gesprächen mit mehr oder minder plan- und ahnungslosen Journis) war diese Hochphase viel schneller vorbei, als die grauenvollen Bilder aus Dhaka noch in mir nachwirkten.

Die emotionale Kehrseite

Das tun sie nämlich noch heute. Aber eben offenbar nur in mir. Mein professionelles Privileg des Informationsvorsprungs und der Direktkontakte hat also eine emotionale Kehrseite, die mir diesmal selbst ohne Augenschein vor Ort den einen oder anderen Alptraum bereitet hat. Während meine Partnerin sich freut, «dass dich das Elend anderer bei deinem Job überhaupt noch berührt», befremden mich Betroffenheitsgefühle – vor allem bei mir selber. Ui, jetzt habe ich es selber geschrieben: Betroffenheit, dieses Unwort aus dem Fundus von Friedensbewegten und Fundraisern! Aber okay, es wird schon einen Grund geben fürs Überleben dieses sentimental-spiessigen Schlüsselbegriffs der 70er und 80er-Jahre.

Oliver Classen ist Mediensprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern. Zuvor arbeitete er als Medienjournalist.
 

Evoq Labs gegründet

Die Agenturen Fetzer&Weibel und Evoq beginnen einen gemeinsamen Weg und gründen Evoq Labs. Die auf digitale Medien spezialisierte Firma deckt die ganze Bandbreite der digitalen Kommunikation ab und entwickelt standardisierte sowie kundenspezifische Lösungen.

Evoq Labs geht aus der 2009 gegründeten Agentur Fetzer&Weibel hervor und ist am Hauptsitz von Evoq Communications in Zürich zuhause. Claudia Fetzer und Oliver Weibel bilden die Geschäftsleitung und widmen sich voll und ganz dem Potenzial und den Erfordernissen der digitalen Medien. Das Leistungsspektrum von Evoq Labs umfasst so vielfältige Bereiche wie Webdesign, Web-Applikationen und Web-Templates sowie Apps und mobile Anwendungen, Powerpoint-Präsentationen, Online Werbung und Social Media-Kampagnen.

«Wir freuen uns, dass wir den renommierten Social Media-Experten und Juristen David Schäfer von der Somexcloud Social Media Akademie für den Verwaltungsrat gewinnen konnten», sagt Adrian Schaffner, Verwaltungsratspräsident von Evoq Labs. Mit der Neugründung von Evoq Labs schlagen Fetzer&Weibel und Evoq Communications die Brücke zwischen Print- und Online-Präsenz. «Damit decken wir alle Kontaktpunkte mit einer Marke ab und vereinen das gesamte Know-how integrierter Kommunikation unter einem Dach», erklärt Claudia Fetzer, Mitinhaberin der Evoq Labs.

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Bitte stören!

Standard regt keine Konversation an. Hotels tun gut daran, ihren Gästen etwas Abnormität zuzumuten. Ein Aufruf zu charmanter Irritation.

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Fotos: 25 Hours Hotel Wien

Für gewöhnlich sind die Türanhänger in Hotels so unspektakulär, dass man sie nur eines flüchtigen Blickes würdigt. Zumeist rotgrün, plastifiziert – «Bitte nicht stören» halt. Lediglich ein weiteres Requisit in einem standardisierten Schema, durch das die Besucher in Hotel(ketten) gleiten. 

Das Spiel beginnt beim Griff in die in der Lobby platzierten Bonbon-Schüssel, geht weiter über die als «Liftmusik» bekannte Beschallung auf dem Weg zum Zimmer, über die schmucklose Keycard, mit der man die Türe öffnet, über die Toilettenartikel im Miniformat, dank derer viele Hotelgäste auch noch gleich riechen, wenn sie morgens das Frühstücksbuffet stürmen. Die Hotelatmosphäre ist normiert und vorhersehbar. Gut ist, was nicht auffällt, was keine Aufmerksamkeit erregt, keine Reklamation hervorruft.

Zweckmässig ist das vielleicht und auch angenehm, doch bestimmt langweilig – und keinesfalls der Rede wert. Der Standard wird mit der Garantie geliefert, dass der auf seine letzte Reise angesprochene Gast von so manchem erzählen wird – ganz gewiss jedoch nicht vom Hotel. Ein freundlicher Empfang? Klar, aber damit will man niemanden langweilen. Das Zimmer sauber geputzt? Wen interessiert das schon? Aus Marketingsicht eine vergebene Chance, stützt man sich doch, gerade wenn es um die Wahl des Hotels geht, gerne auf die Empfehlung eines Bekannten.

Um die Kommunikationsmaschinerie in Bewegung zu bringen, bräuchte es auf Gastgeberseite allerdings mehr Mut, mehr Kreativität. Etwas, was den Gast zum Staunen bringt, was ihn überrascht. Etwa wild bemalte Wände, ein Kissen, das den Gast einlädt, «die Nacht mit ihm zu verbringen», ein «Schlaffant», der anstelle eines zweifelhaften Überwurfs auf dem Bett liegt und kuscheln will. Wieso nicht?

Anstatt «Bitte nicht stören» oder «Bitte aufräumen » ein Ringbuch, mit dem der Gast je nach Lust und Laune den Service vorwarnt, dass ein Monster hinter der Tür wartet («There’s a monster behind this door»), sich rechtfertigt («I’m normally a clean person») oder zugibt, dass er ohne Service aufgeschmissen wäre («No clue what I would do without you»). Wieso auch nicht?

Alles Kleinigkeiten gewiss, die der gestresste Besucher ignoriert. Dinge, die nicht beachtet werden müssen – aber können. Und wenn sie die Aufmerksamkeit des Gastes gewonnen haben, ihm ein Schmunzeln entlocken, ein Kopfschütteln auslösen oder gar Bedenken wecken, die holde Schönheit oberhalb des Bettes (suchen Sie sich eine unten aus) möge sich nachts loslösen und die Schlafende in den Träumen heimsuchen.

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Zutaten, die den Aufenthalt aus dem Einheitsbrei katapultieren. Details, die in Erinnerung bleiben, die man weiter erzählt, die man vielleicht sogar fotografiert und verbreitet. Startpunkte für Kommunikation. Etwas, das vielen Hotels – selbst wenn sie alles richtig machen zur Zufriedenstellung des Gastes – zumeist nicht gelingt.

Bitte mehr davon.

Mailen Sie uns: Hat Ihre Agentur Ungewöhnliches für ein Hotel gestaltet? Oder haben Sie selbst eine Entdeckung gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Beispiele per Mail an [email protected].

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