Am Ende hat alles keine Bedeutung – wenn das Vertrauen fehlt

Die wiedergewählte bundesdeutsche Kanzlerin Angela Merkel war selber überrascht: Der Wahlerfolg war nach dem Krisenmanagement der letzten Regierungsperiode keine Selbstverständlichkeit. Das kommunikative Erfolgsrezept von Angela Merkel lautet: Vertrauen trotzt Krisen. Von Josefa Haas, Medienexpertin/Rektorin EB Zürich

In ihrer Regierungszeit kann Angela Merkel eigentlich nur alles falsch machen. Die Bewältigung der Finanz- und der Eurokrise erfordert Opfer und Kompromisse auf allen Seiten. Die deutschen Bürgerinnen und Bürger müssen tief in die Tasche greifen. Wer in solchen Zeiten Entscheidungen fällen, sie durchsetzen und begründen muss, darf nicht davor zurückschrecken, sich unbeliebt zu machen. Angela Merkel schafft das Meisterstück, sich als Krisenkanzlerin mehr Freunde als Feinde zu schaffen, wie das Wahlresultat zeigt. Man mag mit ihrer Politik einverstanden sein oder nicht, es lohnt sich, ihr Erfolgsrezept genau zu studieren: Angela Merkel gewinnt durch Vertrauen und nicht durch Visionen.

Despektierlich wird Angela Merkel in den Medien als «Mutti» bezeichnet. Geschlechtsneutral betrachtet entlarven sich die Schreibenden mit diesem Begriff selber. Welchen Politiker würden sie «Vati», geschweige denn «Mutti» nennen. Trotzdem steckt ein Kern Wahrheit darin. Während Peer Steinbrück sich als polternder Patriarch inszeniert, stellt Angela Merkel die Sorge um das zukünftige Wohlergehen Europas und damit Deutschlands ins Zentrum. Sie vermittelt Geborgenheit und die Zuversicht, es lohne sich bittere Pillen zu schlucken auf dem Weg der Genesung. Die Wahl von Angela Merkel ist eine Botschaft an die Paternalisten: Macht um der Macht willen schafft Misstrauen. Gefragt sind Frauen und Männer, denen vertraut wird, dass sie so genannt mütterlich das Wohlergehen der Menschen ins Zentrum stellen und damit ihre Führungsrolle legitimieren.

In stürmischen Zeiten wünscht man sich krisenfeste Persönlichkeiten am Steuer. Angela Merkel bleibt unaufgeregt, wiederholt klar und einfach ihre Botschaften, lässt sich von keinem noch so starken Gegenwind ins Wanken bringen. Was die einen als Sturheit interpretieren, verstehen ihre Wähler als Belastbarkeit. Der innenpolitische Wind in Deutschland ist rau, die Strömungen aus den Mittelmeerländern eiskalt. Die Bundeskanzlerin reagiert weder beleidigt noch larmoyant. Mit ruhiger Stimme erklärt sie, warum welche schmerzhaften Massnahmen ihrer Ansicht nach notwendig sind für die Bewältigung der Krise.

Fortschritte in der Wissenschaft setzen den unsentimentalen Abschied von alten Gewissheiten und Theorien voraus. Die Physikerin Angela Merkel bringt diese Erfahrung in ihre Arbeit als Politikerin ein. Konsequent setzte sie eine Modernisierung der CDU durch. Auf dem Weg in die Mitte mischt sie politische Glaubensbekenntnisse auf, sucht Nähe zu den Bürgern und setzt auf konkrete Lösungen. Was ihr im Wahlkampf als Profillosigkeit vorgeworfen wurde, wird von ihren Wählern als Pragmatismus geschätzt. Sie liest keine Sonntagspredigten, wie es eigentlich von einer Vertreterin einer christlichen Politikerin zu erwarten wäre. Sie nennt Probleme beim Namen und bietet Lösungen zu deren Bewältigung an, aus ihrer Perspektive ohne Anspruch auf Objektivität.

In der Wahlnacht wurde schon von einer Königin Merkel gesprochen. In den letzten Jahren hat sie zwar ihren Königsweg beschritten, diese Reaktion zeugt jedoch von einer grossen Verunsicherung und einer Lähmung. Weder übermenschliche Gnade noch ein demütiges Volk dürfen die Folge der Persönlichkeitswahl von Angela Merkel sein. Der Erfolg verpflichtet sie im Gegenteil zu offenen demokratischen Debatten, in der kritische Fragen aufgenommen und Interessen berücksichtigt werden. Ihre Rolle wird diejenige einer Vermittlerin sein. Mit Abwiegeln, Verschleiern und Entwerten lässt sich kein Vertrauen aufbauen. Angela Merkel wird beweisen müssen, dass ihre Kommunikation nicht Rhetorik bleibt. Die Wahl in Deutschland zeigt die Wege für einen modernen politischen Diskurs auf: Es lässt sich trefflich streiten über die Wahrnehmung von Problemen und die Entwürfe von Lösungswegen. Mit ideologischen Grabenkämpfen kann man in Deutschland nicht mehr einfach punkten. Die Auseinandersetzung läuft über den Wettbewerb von glaubhaften Rezepten und vertrauenswürdigen Persönlichkeiten. Gespannt werden die Wählerinnen und Wähler beobachten, wie die Politikerinnen und Politiker aller Parteien ihr Vertrauen in den nächsten vier Jahren gewinnen wollen. Dann können auch sie im nächsten Wahlkampf einfach feststellen: «Sie kennen mich.»
 

Die Qualität der Schweizer Geschäftsberichte stagniert

Am Schweizer Geschäftsberichte-Rating 2013 gewinnt Swisscom vor Kuoni und Geberit.

Am diesjährigen Rating Event vom 19. September wurden wiederum neun Medaillen vergeben. In der Gesamtwertung holt sich Swisscom Gold vor Kuoni (Silber) und Geberit (Bronze). Die Kategorie Design wird von Geberit vor Kuoni und Valora gewonnen. In der Kategorie Value Reporting wurden die Plätze genau wie im Vorjahr vergeben: Swisscom Gold, Straumann Silber und Credit Suisse Bronze.
 
Unter den besten zwanzig bis dreissig Geschäftsberichten erscheinen seit Jahren die gleichen Namen. Es scheint, dass die Qualität ihrer Berichterstattung nicht besonders ansteckend wirkt, denn die restlichen der 234 bewerteten Geschäftsberichte werden von den Jurys höchstens mittelmässig beurteilt. So meint Prof. Alexander Wagner vom Institut für Banking und Finance der Universität Zürich, dass lediglich 59 der bewerteten Geschäftsberichte einen genügenden Informationsgehalt aufweisen. Und in die gleiche Kerbe haut Peter Vetter, Präsident der Designjury. «Die Gestaltungsqualität der gedruckten Berichte hat in den Jahren ständig abgenommen. Und wer hoffte, dass dies durch die Qualität im Online wettgemacht würde, wird schwer enttäuscht.»

Beispielhafte integrierte Print-Online-Ansätze

Gute Online-Lösungen der Geschäftsberichterstattung sind rar, noch rarer ein harmonisches Zusammenspiel der beiden Kanäle Print und Online. So heben sich denn die Beispiele der Top-Berichte zum Teil haushoch von den Verfolgern ab. So spricht der Laudator beim zweitplatzierten Kuonibericht, Michel Gerber, Präsident des IR-Clubs, von «einer hervorragenden Balance zwischen spielerischer Animation und benutzerfreundlicher Informationsvermittlung bei der Online-Version und gesamthaft von einer Kreativität in einer unverkrampften Art, die den Leser nicht überfordert». Es ist zu wünschen, dass das Schweizer Geschäftsberichte- Rating dazu beiträgt, dass der Keim von Kreativität und Transparenz doch weiter um sich greift. Die Beispiele dafür liegen auf dem Tisch. Die Top-12-Unternehmen des diesjährigen Ratings verbindet ein sicheres Gespür für professionelle Kommunikation.

Andreas Jäggi

Fotos der Verleihung (PDF)
 

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Die Gewinner in der Übersicht
 
Design (Print und Online)
Platz 1: Geberit
Platz 2: Kuoni
Platz 3: Valora
 
Value-Reporting
Platz 1: Swisscom
Platz 2: Straumann
Platz 3: Credit Suisse
 
Gesamtwertung Geschäftsberichte
Platz 1: Swisscom
Platz 2: Kuoni
Platz 3: Geberit

Goldbach Audience vermarktet Rayneer.tv

Die interaktive Plattform für personalisiertes Musikfernsehen übergibt die Exklusiv-Vermarktung an Goldbach Audience.

Das Schweizer Start-up Rayneer, das den Businessplan-Wettbewerb Venture 2012 der ETH und McKinsey gewonnen hat, bringt das Musikfernsehen auf die Bildschirme zurück – und macht es interaktiv. Die User loggen sich über Facebook ein, Rayneer erkennt über das Profil den Musikgeschmack und erstellt automatisch und kostenlos einen personalisierten Musik-TV-Sender.

«Für Nutzer ist unsere Plattform absolut kostenlos; dafür haben wir für die Monetarisierung Goldbach Audience beauftragt», erklärt Oliver Flueckiger, CEO und Co-Founder von Rayneer. Die Werbekunden können ihre Zielgruppe treffsicher per In Stream Video Werbung in der App oder auf der Online Plattform Rayneer.tv erreichen, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstag.
 

Karin Lanz moderiert «Wie jetzt?» auf 3sat

Das Wissenschaftsmagazin «nano» auf 3sat startet eine neue Staffel seiner Reihe «Wie jetzt?». Ab dem 25. September ist Karin Lanz jeden Mittwoch für «nano» in Deutschland, und der Schweiz unterwegs um Wissenschaftlern auf den Zahn zu fühlen.

Im Wissenschaftsmagazin «nano» geht Karin Lanz Alltags- und Wissenschaftsmythen auf den Grund. Dafür bewaffnet sich die 36-Jährige Baslerin mit allen Studien, die sie finden kann und macht sich auf den Weg in die Labore – zu den Wissenschaftlern – und fragt nach. Ihre Wissensreise führt sie auch in die Schweiz: Den Wissenschaftlern von der ETH entlockt die bald zweifache Mutter alles zum Thema «Lernen im Schlaf». Und am Collegium Helveticum ergründet sie mithilfe eines Schmerzexperiments die Frage, ob Frauen das bessere Geschlecht sind. In der ersten Folgen zum Thema «Sind Hunde wirklich so schlau wie ihre Herrchen gerne denken?» spielt zudem Lanz‘ Hund, Jack Russel Terrier Janosch, die Hauptrolle.

Zweiter Sohn «im Anflug»

Auch privat läuft‘s der hochschwangeren Lanz, die mit Gastronom und Unternehmer Cédric Schweri liiert ist, rund. Im November erwarten die beiden ihren zweiten Sohn. Sie ist glücklich, dass die «Wie jetzt?»-Sendungen für dieses Jahr abgedreht sind. So könne sie sich der Schwangerschaft und ihre Familie zuwenden. «Wir freuen uns alle sehr auf unseren zweiten Sohn. Im Gegensatz zu meiner wissenschaftsgestützten Arbeit als ‚Wie jetzt?‘-Moderatorin verlasse ich mich bei der Schwangerschaft und Geburt voll und ganz auf die Natur und meine Instinkte.» Gedreht wurde die Staffel freilich im Frühjahr und Sommer, als Lanz zwar auch schon schwanger, aber noch nicht hochschwanger war.
 

Der Motz von Butz: Wie entsteht schlechte Werbung? 1. Kapitel

Wenn man sich professionell und intensiv mit Werbung in verschiedenen Medien auseinandersetzt, wie ich als Motzer das oft auch zum Unvergnügen machen muss, trifft man zu einem hohen Prozentsatz auf schlechte Werbung. Von Theophil Butz

Woher stammt diese unnötige, ineffiziente und ärgerliche Fehlwerbung? Das teure Werbegeld ist nicht nur umsonst ausgegeben, sondern oft macht es auch das beworbene Produkt unsympathisch und nervt. Ich habe versucht, Theorien zu entwickeln, die das Phänomen erklären könnten. Wie ist es möglich, dass viele Fachleute aus einer ihnen gestellten Aufgabe ein schlechtes oder unverständliches Resultat erbringen?

Theorie A: Ein Kunde organisiert einen Pitch mit sechs Agenturen. Die Geschäftsleitung wünscht, dass das Image der Firma modernisiert, jünger und sympathischer wird. Im 40-seitigen Briefing von der Marketingabteilung steht viel Verschiedenes. Unter anderem ist auch zu lesen, dass eine noch nicht dagewesene, kreative, mutige Lösung erwartet wird.

Die sechs Agenturen präsentieren je drei Lösungen: eine eher konventionelle, eine, die vom Kreativteam B entwickelt wurde, die aber nicht unbedingt überzeugend ist. Dem Agenturfrieden zuliebe wird diese Kreation als Lösung Nr. 2 mitpräsentiert. Als dritte Lösung wird noch eine oberkreative, avantgardistische, schräge Kampagne mitgeliefert. Alle Beteiligten präsentieren drei Lösungen, weil sie nicht wissen, was der Kunde wirklich will. Da beginnt schon das Problem. In der Marketingabteilung des Kunden werden nach dem Pitch die 18 Vorschläge diskutiert und bewertet.

Problempunkt 2: Der Geschäftsleitung werden schlussendlich wiederum 3 Lösungen von 18 vorgestellt. Darunter befindet sich auch die Lösung vom Kreativteam B. Der CEO beurteilt zwei Lösungen als viel zu modern. Der Gewinner ist Team B, nur die Headlines müssen geändert und das Logo viel grösser abgebildet werden. So entsteht schlechte Werbung.

Theorie B: Den Autohändler plagen Absatzprobleme, er ist nervös. Die Agentur, wo er der grösste Kunde ist, soll eine Werbeaktion erfinden, die den Verkauf ankurbelt. In der Aufgabenstellung stehen alle nur erdenklichen Vorteile, die unbedingt an die Konsumenten kommuniziert werden sollen. Vom Eurobonus über die Leasing-Möglichkeit bis zum Kaffee bei einem Besuch soll alles prägnant dargestellt werden. Aus Kostengründen auf einer Drittelseite. Diese Art von schlechter Werbung kennen wir nur zu gut. Auch die Agentur ist nicht begeistert. Es ist aber ihr grösster Kunde, und Letzterer ist zufrieden.

Theorie C: Viele kleine KMU haben nur ein kleines Werbebudget zur Verfügung. Statt die Aufgabe an eine Werbeagentur oder an ein erfahrenes Kreativteam zu delegieren, soll dies doch der junge Aussendienstmann übernehmen. Er beherrscht nämlich den Photoshop. So spart man Geld und kann dafür zweimal zusätzlich schalten. Beachtung findet diese Werbung keine. Also gespart für nichts. Im nächsten Motz folgen weitere Theorien. Meinen Aufsteller der Woche muss ich Euch als FCB-Fan nicht verraten.

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Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit über anderthalb Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]
 

Der Kunde als Experte

Denner lanciert eine Imagekampagne für das grosse Weinsortiment und den Online-Wineshop. Im Zentrum der von ViznerBorel entwickelten Kampagne stehen die Kundinnen und Kunden, welche die Denner-Weine bewerten.

Seit rund zwei Jahren kommuniziert ViznerBorel für den drittgrössten Schweizer Detailhändler mit der Botschaft: «Denner – Einer für alle». Die neue, gross angelegte Werbekampagne für das Weinsortiment sowie den Online-Wineshop von Denner verspricht somit folgerichtig, dass Denner «einer für alle Weinliebhaber» ist, wie Lajos Vizner und Guillaume Borel erklären. Dieses Versprechen wird durch die neue, umfassende Kommunikationskampagne unterstützt. In dieser setzt Denner in der Kommunikation keine Weinexperten ein, die den Konsumentinnen und Konsumenten erklären, warum dieser Wein besser ist als jener. Denner lässt dafür seine Kundinnen und Kunden zu Wort kommen. Diese «Weinexperten» stehen in allen Werbemitteln der Kampagne prominent im Zentrum. Weingenuss ist in erster Linie Geschmackssache. Aufbauend auf dieser Idee der Kundenbewertung, ist eine Gesamtkampagne entstanden, die in der ganzen Schweiz sowohl im TV, im Kino, online als auch in den Printmedien zu sehen ist.

Kunden-Rating als Marketing-Instrument

Kern der von ViznerBorel konzipierten Kampagne ist das neu auf dem Onlineshop www.denner-wineshop. ch eingeführte Rating-System. Damit können die Denner-Kunden alle Weine im bekannten 5-Sterne-System bewerten und kommentieren. Die Online-Bewertung der Denner-Weine ist seit April dieses Jahres möglich, und bereits wurde insgesamt mehr als 20 000 Mal bewertet und kommentiert. Dieses Bewertungssystem, respektive die Denner- «Weinexperten» und ihre persönlichen und ehrlichen Kommentare wiederum stehen im Zentrum der Kommunikationskampagne.

Das Kunden-Rating auf dem Portal www.dennerwineshop. ch als Marketing-Instrument spielt nicht nur online, sondern auch in allen möglichen klassischen Medien eine unübersehbare Rolle. Neben dem «Grossen Weinliebhaber» (die Denner-Weinzeitung mit zahlreichen Hintergrundinformationen) erscheint auch der «Kleine Weinliebhaber» (die ausführliche Broschüre, die über das umfangreiche Sortiment informiert) nun mit den integrierten Weinbewertungen der Denner-Kunden. Zudem werden diverse Anzeigen geschaltet, in denen einerseits die Weinmacher zu Wort kommen, andererseits aber auch eine Vielzahl von Denner- Kundinnen und -Kunden ihren Kommentar zum Wein ihrer Wahl abgeben. Und auch auf Leinwand und Bildschirm werden grosse Emotionen für Denner- Weine geweckt.

Grosses Kino für das Wein-Rating

In einem TV- und Kino-Spot von Stories und der Regie von Michael Fueter wird das Denner-Kunden- Rating auf emotionale Art und Weise dramatisiert: Was eine einzige Bewertung eines Kunden auf www.denner-wineshop.ch in einer malerischen Weinregion wie der Toskana auslösen kann, wird hier in Bildern dargestellt, die an grosse italienische Kinofilme erinnern. Entsprechend arbeitet auch der Werbefilm mit Untertiteln. Der Spot sowie alle anderen Werbemittel sind seit Mitte September in der ganzen Schweiz zu sehen. blab
 

//www.youtube.com/watch?v=zYTr2Jpjdlk

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Der Laufsteg im Internet: Mode-Blogs

Wie jedes Jahr standen auch diesen Herbst die berühmt-berüchtigte Fashion Weeks vor der Tür. Unzählige, von Mode Begeistere stürmten – natürlich so gestylt wie möglich – nach New York, London, Mailand oder Paris.

Die Besucher bestehen nicht mehr nur aus Promis, Models oder Designern, vielmehr überwiegt die Anzahl der Mode- Blogger, welche sich heutzutage an den Modeschauen die bekannte «first row» mit einflussreichen Modejournalisten teilen. Auch online laufen derzeit die Mode-Blogs auf Hochtouren, es wird geblogged, gepostet, geshared und verlinkt, was das Zeug hält. Doch diese Blogger-Invasion gilt nicht nur während der Fashion Week, denn heute regieren Mode-Blogs im Internet die Welt der Mode. Jede und jeder kann mitmachen und einen Blog eröffnen, dazu braucht es nur einen Internetzugang – und los geht’s. Es gibt unzählige, täglich kommen neue hinzu. Doch mal ehrlich: Was bringen Mode-Blogs wirklich?

Geschrieben wird über alles Mögliche, von Lifestyle, Design über Beauty bis zu Modetrends. In kurzen Beiträgen veröffentlichen die Bloggerinnen, meistens handelt es sich um junge Frauen, die neusten Trends, verkünden, was sie gerade tragen oder wo sie sich gerade aufhalten. Der angestrebte Nebeneffekt? Unternehmen und Organisationen werden auf Mode-Blogger aufmerksam und lassen ihnen Werbegeschenke zukommen, mit Hoffnung auf einen Eintrag im Blog.

Ein echter Mode-Blogger-Star ist Chiara Ferragni. Unter dem Namen «The Blonde Salad» (www. theblondesalad.com) betreibt die Italienerin einen erfolgreichen Blog. Auf Instagram (@chiaraferragni) hat sie über 1.3 Millionen Followers und auch auf Facebook zählt sie stolze 370 000 Fans aus aller Welt. Selbstverständlich gibt es auch einige international sehr erfolgreiche Blogs in der Schweizer Modeszene. Aufgefallen ist mir zum Beispiel der Blog von Sandra Bauknecht (www.sandrascloset.com). Schon seit einigen Jahren investiert die Zürcherin viel Aufwand und Zeit in ihren international bekannten Blog. Auch sie ist natürlich auf Facebook und Instagram (@sandrascloset) vertreten.

Nebst diesen, mittlerweile schon recht professionellen Players gibt es eine Fülle an selbstdarstellende Amateuren. Kleine Bühnen der Selbstinszenierung in unzähligen möglichen und unmöglichen Posen. Ein Trauerspiel der Eitelkeiten. Viele entpuppen sich als eher unbrauchbar. Jeder kann mitreden, seinen Senf dazugeben, und plötzlich werden alle zu Modekennern. Viel zu oft verlieren sich die Schreiber in zu vielen Themen, die Website wird unübersichtlich. Mal ein Artikel über Kosmetik hier, mal einer über eine Ladeneröffnung da. Hauptsache mitmachen. Das Fazit ist einfach. Qualitätsinhalte bleiben auch in den Web 2.0 Zeiten leider dünn gesät. Oder mit anderen Worten: «You,re not deep. You,re not intellectual. You,re not an artist. You,re not a critic. You,re not a poet. You just have internet access.»

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media
Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.
www.fh-hwz.ch/smm
 

Aufgespiesst: NZZaS – erst der Schock, dann die Enttäuschung

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über einen bedauernswert unnötigen Relaunch.

Da komme ich von einem herrlichen Trip aus Venedig wieder, und im Briefkasten wartet der grosse Schock: nein, keine Steuernachzahlung, keine Busse, keine Kündigung. Sondern meine geliebte NZZ am Sonntag (NZZaS) mit entstelltem Gesicht. Oh jeh! Das Blatt empfiehlt sich neu als «NGZaS – Neue Gesellschafts- Zeitung am Sonntag». Und wirbt dafür mit einer Frau in Jogginganzug und Kopftuch, die im Wasser herumsteht, einem undefinierbaren Fischgetier sowie anderen Sujets, bei denen man die Verbindung zur Botschaft vergebens sucht. Ein grosses «Hä?» schiebt sich mir auf die Zunge. Und Tränen treiben in die Augen. Denn ich sehe eine laute, billige Typo, die schlechter lesbar ist als die alte NZZaS-Schrift. Und einen Gesellschaftsbund, der wie eine 20-Minuten- Ausgabe im Tabloidformat daherkommt: «Nimm mich mit in den Bus und lass mich nach drei Haltestellen dort liegen.» Was soll das? Ich kündige mein Abo!

Gutes bleibt beim Alten

Durchatmen! Abregen! Als Medien-Journi unter 40 Jahren sollte ich offen auf Neuerungen zugehen. Also schauen wir uns die Sache genau an: Auf den grossen Schock folgt nun die grosse Enttäuschung: Die Typo (weltweit erstmals eingesetzt – der Leser frage sich, weshalb …) und die Gliederung vieler Seiten erschweren das Lesen. Für Online mag das ok sein, die Printversion nähert sich dem Boulevard an, rückt näher an die Tageszeitung. Nicht schön, aber man wird sich daran gewöhnen.

Doch wozu das Ganze? Denn die Inhalte haben sich nicht gross verändert. Zum Glück – oder leider? Zum Glück finde ich die Reportagen von Christoph Zürcher, die Kommentare von Beat Kappeler, zum Glück wie immer verlässlich fundiert Politik und Wirtschaft. Zum Glück auch die bunten Heiratsmeldungen, meine Wochendosis Voyeurismus. Und, schön, «Hintergrund» wurde ausgebaut. Leider aber bietet die «neue» NGZaS nichts wirklich Neues. Gut, ein paar kleine Gefässe hat man sich einfallen lassen. Die haben aber mehr gestalterische als inhaltliche Bedeutung. Mehr Leute dürfen ihre Meinung äussern, was nicht unbedingt ein Gewinn ist, je nachdem, wer dieses Recht zugebilligt bekommt. Es gibt mehr Rätsel als zuvor. Das freut s‘Grosi. Das beigelegte Stil-Magazin ist seit dem stillen Abgang von Jeroen von Roijen seltsam labberig und ohne Würze. Der Relaunch hat hier leider nichts wieder gut gemacht.

Doch vor allem: Welche Botschaft transportiert es, wenn eine neu ernannte Gesellschaftszeitung den Gesellschaftsteil «klein macht» und boulevardhaft daherkommen lässt? Tendenz: abwärts. Ich hätte es angemessener gefunden, das Format beizubehalten und überraschende Inhalte zu erarbeiten, die mühelos mit der geschätzten NZZaS-Qualität mithalten können. Eine Zeitung ist kein Magazin. Und wenn man sie oder einige ihrer Bünde überall mit hin nimmt, hat das nichts mit dem Format zu tun. Sondern mit dem Inhalt.

Scheiden tut weh

Und was nun? Abo kündigen oder nicht? Wirklich neu ist nur das Gesicht der NZZaS. Aber das beruhigt mich jetzt nicht mehr, sondern enttäuscht mich auf einmal. Denn als Gegenleistung dafür, dass ich mir die Mühe mache, mich an die neue, wenig elegante Optik zu gewöhnen, hätte ich ein paar packende Inhalte, Rubriken oder Gefässe erwartet, die es sonst nirgendwo gibt. Andererseits lässt man sich auch nicht sofort scheiden, wenn der Partner mit einer neuen Frisur daherkommt. Wenn er sich ansonsten immer noch anständig benimmt. Aber wenn Du mir nochmal fremdgehst, liebe NZZaS, dann ist es aus mit uns!
 

Die Schokoladenseite des Kaffees

Rau Werbeagentur hat das Jubiläumspaket für Cafetiersuisse entworfen. Der Kaffeverband feiert sein 75-jähriges Bestehen.

Cafetiersuisse setzt sich als Arbeitgeberverband für individuelle Gastronomen ein und für die Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Branche. Der Verband ist ausserdem Ansprechpartner rund um das Thema Kaffee.

Zum 75-jährigen Jubiläums-Kongress der am 27. September 2013 stattfindet, gestaltete Rau Werbeagentur das Jubiläumslogo und die Einladungen in Form eines Plakates sowie den Newsletter.

Verantwortlich bei Cafetiersuisse: Julian Graf (Geschäftsleiter); Verantwortlich bei Rau Werbeagentur: Richard Rau (CD/Text), Andreas Konrad (AD/Text), Mauro Dimitri (Beratung), Oliver Rau (Gesamtverantwortung). Illustration: Magicgroupmedia.

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Wemf Mach Basic: Hackordnung unverändert

Weder die neue Erhebungsmethode der Wemf noch erstmals beziehungsweise nicht mehr ausgewiesene Titel haben die Rangfolge der Verlage in den einzelnen Märkten verändert. Aber die Abstände sind natürlich nicht mehr dieselben.

Tamedia, die Grossverteiler Migros und Coop sowie Ringier erzielen zusammen 50,6 Prozent aller Kontakte derjenigen Titel, die durch das MTJ erfasst werden (siehe Kasten «Basisinformationen» auf Seite 2). Die andere Hälfte des Lesermarktes geht an Axel Springer und NZZ (je 5,2%), die Konsumenteninfo (4,9%) und die AZ Medien (3,4%). Die restlichen 30,7 Prozent verteilen sich auf eine Vielzahl von Titeln kleinerer Verlage (siehe Grafik «Marktanteile Ganze Schweiz»). In der alten MACH Basic hielten Tamedia, Ringier und die beiden Grossverteiler noch weniger als die Hälfte des Marktes. Dazu beigetragen haben einerseits die neue und erstmals ausgewiesene Landliebe von Ringier und andererseits die Zugewinne der Pendlerzeitungen auf Grund der besseren Erreichbarkeit von jungen Leuten sowie deutlich höhere Reichweiten der beiden Grossverteilertitel in der Westschweiz. Vor allem dank 20 Minuten beträgt der Gratisanteil aller Tamedia-Titel 52,7 Prozent. Am zweithöchsten ist er bei der NZZ-Gruppe mit 30,2 Prozent, während Ringier auf 19,9 Prozent kommt. Nicht zu berechnen ist er bei den AZ Medien, da sie ihre Gratistitel mit Ausnahme des Stadtanzeiger Olten nicht von der MACH Basic erheben lässt.

NZZ und Springer gleichauf

In der deutschen Schweiz kommen Tamedia, Ringier und die beiden Grossverteiler auf nicht ganz 50 Prozent. Wie die Grafik «Marktanteile Deutsche Schweiz» zeigt, spielen hier drei der vier mittel-grossen Verlage eine grössere Rolle, da sie schwergewichtig oder ganz in diesem Sprachgebiet aktiv sind. Auch hier liegen die NZZ-Gruppe und Axel Springer praktisch gleichauf. Dazu beigetragen hat allerdings auch, dass der deutsche Verlagsriese seine beiden Programmtitel TVvier und TV2 nicht mehr ausweisen liess. Dazu kommt, dass für den Beobachter Natur neu wesentlich weniger Leserinnen und Leser gefunden wurden als bisher. Dasselbe lässt sich aber auch zu NZZ Folio sagen. In der Westschweiz generieren die in der MACH Basic ausgewiesenen Titel der Grossen sogar 59,1 Prozent aller Kontakte. Dabei liegt die Tamedia mit 28,8 Prozent deutlich vorne. Die Konsumenteninfo kommt hier mit 6,3 Prozent auf einen klar höheren Wert als in der deutschen Schweiz.

NZZ wird stärker werden

Fokussiert man auf den Markt der Tages- und Sonntagspresse, wird das Bild wesentlich extremer. Hier halten Tamedia, Ringier und die NZZGruppe gesamtschweizerisch und in der deutschen Schweiz über 80 Prozent des Marktes. Dominierend ist dabei die Tamedia – vor allem in der Westschweiz, wo sie mehr als drei Viertel aller Kontakte hält. Zum Marktanteil der AZ Medien ist anzumerken, dass hier für die Schweiz am Sonntag die Leserzahl der Gesamtausgabe (also inkl. der Regionalausgabe Graubünden) eingesetzt wurde, da der Titel nur noch so ausgewiesen wird. Ihr Marktanteil von 9,9 Prozent ist also zu einem kleinen Teil auch der ehemaligen Südostschweiz am Sonntag zu verdanken. Die NZZ-Gruppe wird in einem Jahr mit Sicherheit ihren Marktanteil noch ausbauen, weil spätestens dann erstmals Zahlen für die Ostschweiz am Sonntag ausgewiesen werden. Dazu kommt die Stärkung von St. Galler Tagblatt und Neue Luzerner Zeitung durch Übernahmen von Teilausgaben des Südostschweiz- Verbundes. Der nun – vorbehältlich der Genehmigung durch die Wettbewerbskommission – vollständig zur Tamedia gehörende Landbote wird die Verhältnisse angesichts von lediglich 60'000 Kontakten nicht nennenswert beeinflussen.

Ueli Custer

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Wemf: Neuer Forschungsansatz

Die Studie Mach Radar 2013 der Wemf verknüpft psychografische Daten mit Presse- und Konsuminformationen.

Dadurch wird eine psychografische Positionierung von Produkten, Marken, Dienstleistungen, Einkaufskanälen und Pressemedien möglich. Zudem werden Informationen über die Werthaltungen von (potenziellen) Produktnutzern gewonnen.

Auf diese Weise lässt sich beispielsweise bestimmen, was Personen, die gerne Badeferien verbringen, von Wandertouristen unterscheidet. Die folgenden Erkenntnisse dazu gehen aus den heute publizierten Zahlen des Mach Radars 2013 hervor:

Badeferien höher im Kurs

Badeferien stehen bei der Schweizer Bevölkerung hoch im Kurs. 54 Prozent der Personen, die im Rahmen der Studie Mach Radar 2013 befragt wurden, nannten Badeferien am Meer als favorisierte Ferienart. Wanderferien wurden dagegen nur von 29 Prozent der Befragten als bevorzugte Ferienart angegeben.

Badeferien bei Hedonisten beliebt

Befragte, die nach eigenen Angaben gerne Badeferien am Meer verbringen, weisen oft extravertierte Wesenszüge auf, haben einen Hang zum Hedonismus und sind materiellen Werten gegenüber nicht abgeneigt. Sie neigen zu einem grosszügigen Konsumstil und hohem Medienkonsum. Ein ausgeprägtes Markenbewusstsein ist in dieser Zielgruppe verbreitet.

Wandertouristen tendenziell preisaffin

Personen, die gerne Wanderferien unternehmen, sind dagegen eher konservativ eingestellt und introvertiert. Sie lehnen zur Schau gestellten Besitz, übersteigerten Ehrgeiz und Prestigestreben tendenziell ab. Dafür spielen bei Personen dieser Zielgruppe die Aspekte Preis und Servicequalität beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen eine wichtige Rolle.

 

Judith Hardegger wird Redaktionsleiterin Sternstunden

Die 42-jährige Judith Hardegger wird per 1. November 2013 Redaktionsleiterin Sternstunden, zu der neu auch die Radioredaktion Religion gehört.

Judith Hardegger arbeitet seit 2009 in der Redaktion Sternstunden und moderiert die «Sternstunde Religion». Seit Anfang dieses Jahres ist die promovierte Theologin zudem als Autorin von Religionssendungen auf Radio SRF 2 Kultur zu hören. Vor ihrem Wechsel zum damaligen Schweizer Fernsehen war Judith Hardegger im Printjournalismus sowie in der Erwachsenenbildung tätig.

Die bisherigen Redaktionsleiter Norbert Bischofberger und Hansjörg Schultz geben ihre Ämter auf eigenen Wunsch ab, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Norbert Bischofberger will sich stärker für seine Familie zu engagieren. Er bleibt der Sendung als Redaktor und Moderator erhalten. Hansjörg Schultz tritt von seinem Amt als Redaktionsleiter Religion Radio zurück, um sich ab 2014 ganz auf die Redaktion und Moderation von Sendungen wie «Kontext», «Perspektiven» oder «Musik für einen Gast» zu konzentrieren.

SRF Kultur nimmt die Rücktritte zum Anlass, die beiden Redaktionen organisatorisch zusammenzulegen. Aus der TV-Redaktion Sternstunden und der Radioredaktion Religion entsteht per 1. Januar 2014 eine konvergente Redaktion, die für Fernseh- und Radiosendungen verantwortlich zeichnet und als trimediales SRF-Kompetenzzentrum für Religion, Integration, Philosophie und Kultur-Dokumentarfilm arbeitet. Bereichsleiterin Franziska Baetcke meint dazu: «Die Kolleginnen und Kollegen der Redaktionen Sternstunden und Religion Radio arbeiten seit der Konvergenz eng zusammen. Da ist es zum Zusammenschluss der Teams nur ein kleiner Schritt. Gemeinsam können sie die für das Profil von SRF wichtigen Themenfeldern Religion, Integration, Philosophie und Kunst noch besser zur Geltung bringen.»
 

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