Fall Giroud: Impressum erhebt Zensurvorwurf

Impressum verurteilt das dem Westschweizer Radio- und Fernsehen vorsorglich auferlegte Verbot, zwei Berichte zur Affäre Giroud auszustrahlen, als Zensur. Der Entscheid der Justiz bedeute eine schwere Verletzung der Informationsfreiheit.

Das Bezirksgericht Sitten hatte dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) am Montagabend als vorsorgliche Massnahme die Ausstrahlung von zwei Reportagen über den Walliser Weinhändler Giroud untersagt. Impressum zeigte sich am Dienstag in einer Mitteilung empört über diesen Entscheid der Justizbehörden. Der Fall sei umso gravierender, als es sich bereits um die zweite Zensurmassnahme gegenüber RTS innerhalb von drei Montane handle. Impressum bezeichnete es zudem als schockierend, dass das Gericht diesmal sogar das Recht auf Anhörung verletzt habe. Der Richter habe RTS nicht einmal angehört, bevor es dem von Giroud Vins verlangten Ausstrahlungsverbot stattgegeben habe. Bereits im Februar hatte die Walliser Justiz das Westschweizer Radio und Fernsehen angewiesen, einen Artikel auf der Internetseite zurückzuziehen. RTS hatte damals angeblich über unerlaubt gemischte Weine des Weinhändlers berichtet. RTS legte Berufung gegen den Entscheid ein. Das Verfahren ist zurzeit noch hängig. RTS erklärte am Montagabend, es werde das Ausstrahlungsverbot respektieren. Gleichzeitig kündigte der Sender aber an, von allen möglichen legalen Wegen Gebrauch zu machen.

Dominique Diserens, Zentralsekretärin von Impressum, zeigte sich am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA überzeugt, dass das Bezirksgericht im jüngsten Fall sowohl das öffentliche Interesse als auch das Recht auf Anhörung verletzt habe. «Dieser Entscheid ist eine Verletzung der Europäischen Konvention über die Menschenrechte, der in Strassburg zerhackt würde», sagte Diserens. (SDA)

Zu guter Letzt: Nägel 2.0

Hoppla: Diese australische TV-Moderatorin hätte sich beinahe vor laufender Kamera einen Nagel ins Gesicht geschossen.

Hier könnten zur Einleitung irgendwelche plumpen Geschlechterstereotypen stehen. Thema: Frauen und Werkzeug, Frauen und Technik, Frauen und Blablabla. Darauf wird selbstverständlich verzichtet. Auch wenn man in diesem Fall zugeben muss: Was den Umgang mit Werkzeug – hier: Nagelpistole –  betrifft, ist diese Dame wirklich ein ausgemachter Totsch und stellt sich etwas gar blöd an. Dank der Geistesgegenwärtigkeit jeder anderen im Studio anwesenden Person konnte Schlimmeres gerade noch abgewendet werden. Das hätte ins Auge gehen können. Deshalb, liebes SRF: Auch wenn diese seltsame Show im fernen Ausland erfolgreich zu sein scheint – bitte für einmal nicht nachmachen. (hae)

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TV24 ist auf Sendung

Am Montagabend um 20.15 Uhr ging der neue Schweizer TV-Sender TV24 mit dem hauseigenen Unterhaltungsformat «The Gran Plan» auf Sendung. Der Sendestart wurde in Zürich in exklusivem Rahmen mit rund 100 geladenen Gästen gefeiert.

Zum Sendestart lud der neue Schweizer TV-Sender der AZ Medien rund 100 Gäste ins Zürcher Lokal 320 West. Eröffnet wurde der Abend von CEO Axel Wüstmann, welcher sich in seiner Ansprache zur besonderen Rolle von TV24 innerhalb der AZ Medien äusserte. TV-Geschäftsführer Roger Elsener präsentierte den geladenen Gästen anschliessend das neue On-Air-Design von TV24 sowie die Programm-Highlights. «Fashion Run»-Jurorin Christa Rigozzi führte wie gewohnt charmant durch den Abend und interviewte dabei auch die drei «Grosis» aus der Eigenproduktion «The Gran Plan», welche zum Sendestart von TV24 Live-TV-Premiere hatte. «Tele Züri, Tele M1 und Tele Bärn sind erfolgreich und lokal gut verankert. Mit der Lancierung von TV24 stellen wir im TV-Bereich die Weichen für ein schweizweites Wachstum. Wir sprechen mit Nachrichten, Eigenproduktionen und Lizenzprogrammen insbesondere Zuschauer an, die Wert auf Qualitätsfernsehen mit Schweizer Wurzeln legen», erklärt Axel Wüstmann, CEO der AZ Medien.

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Tv24.ch ist online

Parallel zum Sendestart wurde gestern auch die Online-Plattform Tv24.ch aufgeschaltet. Diese informiert laufend über das aktuelle Programm und bietet ergänzende Hintergrundinformationen zu den einzelnen Sendungen wie Texte, Bilder und Trailer. Ferner können auf der Website verschiedene Sendungen nachträglich angeschaut werden. Das Design ist modern und elegant mit einer intuitiven Navigation. Umgesetzt wurde Tv24.ch von der Digitalagentur Spoiled Milk.

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TV24 bei Sunrise TV und den wichtigsten Web-TV Anbietern

TV24 ist rechtzeitig zum Sendestart seit 12. Mai auch über IPTV im digitalen Programmangebot von Sunrise TV in HD-Qualität verfügbar. TV24 ist im Basispaket aufgeschaltet, die Kunden von Sunrise TV können von den Funktionen «Comeback TV» und «Live Pause» profitieren. Pünktlich zum Sendestart ist TV24 auch über Web-TV bei Zattoo, Teleboy und Wilmaa verfügbar. Alle weiteren Verbreitungspartner sind auf Tv24.ch gelistet.

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Spot: 101 Geschichten fürs Hotel Schweizerhof

Das Hotel Schweizerhof Luzern eröffnet seine 101 neuen Hotelzimmer und Suiten. Im Fokus der Zimmerrenovationen stand das Erzählen von Geschichten aus dem historischen Fundus des Hotels. Spot Werbung hat für jedes Zimmer eine eigene Story geschrieben.

Im Zentrum der umfassenden Zimmerrenovationen im Hotel Schweizerhof Luzern, das am am Mittwoch, 14. Mai 2014 eröffnet, standen Geschichten aus den vergangenen knapp 170 Jahren. Unter dem Motto «Wo Luzern Geschichte(n) schreibt» ist jedes Zimmer und jede Suite einer Persönlichkeit gewidmet, welche als Gast im Hotel Besonderes erlebt hat. Seien dies grosse Persönlichkeiten wie Denker, Künstler, Politiker, Sportler, Musiker oder königliche Hoheiten, aber auch unbekannte Gäste, deren Geschichten noch heute im Hotel herumgeistern.

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So wurde für sämtliche Hotelzimmer und Suiten eine eigene Geschichte geschrieben, zusammengetragen aus Recherchen der Besitzerfamilie Hauser, Direktor Clemens Hunziker und dem Autorenteam um Fabrizio D’Aloisio und Alexandra Knetsch von der St. Moritzer Fullservice-Kommunikationsagentur Spot Werbung. So finden sich Geschichten um Weltstars wie Anastacia oder James Blunt beim gemeinsamen Frühstück, um Sportler wie Marathonläufer Viktor Röthlin beim Pasta-Kochen in der Schweizerhof-Küche oder auch Anekdoten des seit mehr als 25 Jahren im Haus tätigen Concierges Enzo Baciocchi, der beispielsweise schon innert Stundenfrist einen Berner Sennenhund-Welpen für einen amerikanischen Hotelgast beschaffen durfte.

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13 Fragen an… René Eugster

Was ihm ausser Bildern von Rolf Knie sonst noch auf keinen Fall ins Büro kommt, verrät René Eugster, Gründer und Inhaber der Agentur am Flughafen, in unserer Serie «13 Fragen an...».

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1. Sie könnten Ihr Smartphone einen Tag lang mit dem einer anderen Person tauschen. Würden Sie? Und falls ja, mit wem?

Mit Hugh Hefner oder James Bond.

2. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?

Bilder von Rolf Knie oder Roswitha Wachtmeister.

3. Wofür möchten Sie am liebsten werben?

Für spannende, begeisterungsfähige Menschen.

4. Wären Sie nicht Werber geworden – was dann?

Rockstar oder Banker.

5. Hat sich Ihr Medienverhalten in den letzten drei Jahren geändert? (Wenn ja, wie?)

Ja, sehr. Ich versuch nun wie meine Kids multitasking mich durch die Medien zu bewegen. First, second and third Screen lassen sich wunderbar neben Zeitungen, Mailings usw. gleichzeitig lesen und bearbeiten;-)

6. Stimmt für Sie die kolportierte Meinung, dass man in Agenturen nicht alt werden kann, oder ist das ein Vorurteil?

Es ist sicher ein Beruf mit Ablaufdatum. Ich werde dieses Jahr 50 und habe immer noch enormen Spass an der Sache.

7. Was ist für Sie die momentan grösste Herausforderung für die Werbung?

Wenn wir mal von der zunehmenden Kurzfristigkeit und den teilweise weltfremden Kostenideen absehen, dann ist es sicher die Tatsache, dass zu stark kanalspezifisch gepitcht, gedacht und gearbeitet wird.

8. Glauben Sie, dass Sie das Salär verdienen, das Sie verdienen?

Ja, drum heissts so.

9. Fallen Sie auf Werbung herein? Wann?

Oh, ja. Dauernd. Manchmal befürchte ich zwar, wir Werber seien die einzigen, die an unsere Botschaften glauben.

10. Schon mal überlegt, die Werbebranche zu verlassen?

Klar doch. In dem Alter ists wahrscheinlich normal, dass man sich mit den bevorstehenden Zweidritteln der verbleibenden Lebenszeit beschäftigt.

11. Was hat Sie inspiriert, in die Werbe-/ Kommunikationsbranche einzusteigen?

Ganz klar die anspruchsvolle Vielseitigkeit, die jeden Tag zur Herausforderung macht: morgens Damenstrümpfe, danach Notstromaggregate, dann wieder Arteriosklerosika – spannender gehts nicht.

12. Wofür würden Sie unter keinen Umständen werben?

Wir haben da in der Agentur seit 21 Jahren eine klare Haltung: Kirche, Sex und Politik.

13. Was wollen Sie unbedingt erreichen?

Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

René Eugster gründete 1993 die heutige Agentur am Flughafen unter dem Namen «René Eugster Kommunikationsberatung ASW» und führt sie seither als Inhaber und Kreativkopf. Mit mehr als 200 gewonnenen Kreativ-Awards amtiert er regelmässig als Juror bei namhaften Wettbewerben. Zudem steht er seit 25 Jahren als Dozent an verschiedenen Weiterbildungsinstituten im Einsatz – auch in seinem eigenen und zuletzt in der Miami Ad School.

NZZ wegen Verletzung des Arbeitsgesetzes angezeigt

Syndicom und der Impressum haben Anzeige gegen die NZZ wegen Verstössen gegen die Arbeitszeiterfassung eingereicht. Nach Tamedia und Ringier ist die NZZ das dritte Medienhaus, das von den Journalistenverbänden angezeigt wurde.

In einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag werfen Syndicom und Impressum der NZZ-Mediengruppe vor, das Arbeitsgesetz zu vernachlässigen. Zudem werde der gesetzlich vorgeschriebene Gesundheitsschutz gegenüber den Journalistinnen und Journalisten vernachlässigt. Den Redaktionsmitarbeitenden würden regelmässig Aufgaben übertragen, die innerhalb der regulären Arbeitszeit nicht erledigt werden könnten. Da die
Arbeitszeit nicht korrekt erfasst werde, werde eine geregelte Kompensation aber oft verunmöglicht. «Die Überarbeitung gefährdet die Gesundheit der Mitarbeitenden», heisst es in der Mitteilung. Mit der Anzeige wollen die beiden Journalistenorganisationen dem Arbeitnehmerschutz auf den Redaktionen der NZZ-Mediengruppe «nachhaltige Beachtung verschaffen», wie sie in einem Offenen Brief an NZZ-Chef Veit Dengler schreiben.

Festhalten am GAV

Sie würden die Probleme lieber auf sozialpartnerschaftlichem Weg angehen, betonen Syndicom und Impressum. Trotz «jahrelanger Bemühungen und etlicher konstruktiver Vorschläge» seitens der Journalistinnen und Journalisten seien bisher aber weder die einzelnen Deutschschweizer Medienunternehmen noch der Verband Schweizer Medien bereit gewesen, wieder einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abzuschliessen. Impressum und Syndicom beteuerten, sie seien nach wie vor bereit, mit der NZZ-Mediengruppe oder mit einzelnen Betrieben Lösungen in Form von Betriebs-GAV angepasste auszuhandeln. Sozialpartnerschaftlich vereinbarte Mindestarbeitsbedingungen entsprächen einer bewährten schweizerischen Tradition. Paritätische Institutionen, wie sie in GAV vorgesehen sind, können nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter Problemen vorbeugen und Konflikte entschärfen, bevor die Situationen eskalieren. Veit Dengler wird deshalb aufgefordert, «möglichst rasch und nachhaltig ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen». Zudem hoffen die Journalistenorganisationen, dass Dengler sich innerhalb des Verlegerverbandes für neue GAV-Verhandlungen einsetzt.

NZZ für branchenweite Lösung

Die NZZ ist erstaunt über das Vorgehen von Syndicom und Impressum. «Der Dialog wird mit solchen Anzeigen nicht gefördert», sagte Bettina Schibli, Leiterin der NZZ-Unternehmenskommunikation, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Frage der Arbeitszeitserfassung sei bei der NZZ-Mediengruppe «im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern sinnvoll und zielführend geregelt». Mit dem Arbeitsinspektorat Zürich sei die NZZ unabhängig von der Anzeige schon seit einiger Zeit im Gespräch.Das Thema sei für die ganze Branche wichtig. Nach Lösungen – speziell für journalistische Berufe – zu suchen, sei deshalb nicht allein Aufgabe eines einzelnen Unternehmens, sagte Schibli. (SDA)

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Crowdfunding: Starker Aufschwung in der Schweiz

2013 wurden in der Schweiz 11,6 Millionen Franken durch Crowdfunding vermittelt. Fast die Hälfte davon fiel auf neu gegründete Unternehmen, die im Internet Beteiligungen verkauften. Das zeigt das erste «Crowdfunding Monitoring Schweiz» der Hochschule Luzern.

Crowdfunding ist eine alternative Art, um Geld zu sammeln – sei es für die Verwirklichung eines kulturellen Projekts, die Umsetzung einer Geschäftsidee oder die Finanzierung einer privaten Investition. Via Internet versuchen Initianten solcher Kampagnen an möglichst viele potenzielle Kapitalgeber heranzukommen. Aktuell sind hierzulande vierzehn Crowdfunding-Plattformen aktiv. Erstmals haben nun Experten des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern Zahlenmaterial von dreizehn1 Marktteilnehmern zusammengetragen, analysiert und im «Crowdfunding Monitoring Schweiz 2014» festgehalten. In der Auswertung wird zwischen vier verschiedenen Formen von Crowdfunding unterschieden (siehe auch Box): Crowdinvesting (Geld gegen Beteiligung am Unternehmen), Crowdlending (Geld gegen Zins), Crowdsupporting (Geld gegen Güter/Dienstleistungen) und Crowddonating (keine direkte Gegenleistung).

Crowdinvesting erzeugt das meiste Geld

In der Schweiz wurden 2013 rund 11,6 Millionen Franken via Crowdfunding vermittelt, das entspricht einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr und fast einer Vervierfachung im Vergleich zu 2011. «Wir gehen davon aus, dass sich das Gesamtvolumen auch im laufenden Jahr verdoppeln wird», sagt Finanzprofessor Andreas Dietrich, der die Studie mit Co-Autor Simon Amrein verfasst hat. Vom Gesamtvolumen 2013 entfielen 15 Prozent auf Crowdlending und 37 Prozent auf Crowdsupporting/Crowddonating. Crowdinvesting machte mit 48 Prozent den grössten Anteil aus. Im vergangenen Jahr sind 1‘125 Kampagnen lanciert worden, 720 waren erfolgreich. Je nach Plattform gilt eine Kampagne auch dann als erfolgreich, wenn der gesuchte Betrag nicht vollständig erreicht wurde, trotzdem aber Geld floss. Das Gros der ergebnisreichen Kampagnen sind dem Bereich Crowdsupporting/Crowddonating zuzuordnen, dort floss bei 594 Projekten Geld; im Bereich von Crowdlending waren immerhin 116 Projekte erfolgsgekrönt. Crowdinvesting brachte 10 erfolgreiche Kampagnen hervor, das entspricht einem Prozent aller erfolgreichen Kampagnen. Dieses eine Prozent war aber für 5.6 Millionen Franken, also 48 Prozent des gesamten Volumens verantwortlich.

Im Durchschnitt wurden somit rund 560ʼ000 Franken pro Crowdinvesting-Kampagne investiert. Das ist ein Vielfaches davon, was anderswo erreicht wurde (Crowdlending: 15‘000 Franken; Crowdsupporting/Crowddonating: 7ʼ000 Franken). Crowdinvesting verzeichnete 2013 auch das grösste Wachstum: Das Volumen stieg im Vergleich zu 2012 um fast 200 Prozent. «Jungunternehmer erhalten mangels Sicherheiten oftmals keinen Bankkredit. Für sie stellt Crowdinvesting bei der Suche nach Venture Capital – so genanntes Risikokapital – eine Alternative dar», sagt Dietrich. «Gleichzeitig gehen hier die Kapitalgeber das grösste Risiko ein. Denn die Erfahrung zeigt, dass nur eines von zehn Start-ups überlebt.»

Trotz Wachstum bedient Crowdfunding eine Nische

Auch Crowdlending und Crowdsupporting/Crowddonating sind deutlich auf Wachstumskurs. Trotzdem ist der Marktanteil von Crowdfunding in der Schweiz nach wie vor gering. Als 1 100-days, 7Crowd, c-crowd, cashare, direct-lending, feinfunding, Ibelieveinyou, investiere, Kickstarter, Moboo, ProjektStarter, Sosense und Wemakeit. Als Vergleichsgrösse für das Crowdinvesting (Volumen: 5,6 Millionen Franken) dienen beispielsweise die in der Schweiz von Venture Capital Fonds beschafften Gelder. Diese lagen im Jahr 2012 bei 407,5 Millionen Franken (European Private Equity & Venture Capital Association, 2013). Das Volumen im Bereich Crowdlending von 1.8 Millionen Franken (2013) ist im Verhältnis zu den 7,5 Milliarden Franken des gesamten Konsumkreditmarktes derzeit nur marginal. Und während die Zewo-zertifizierten Organisationen im Jahr 2012 Spenden im Umfang von rund einer Milliarde Franken erhalten haben, wurden über Crowddonating (inkl. Crowdsupporting) lediglich 2,52 Millionen Franken eingesammelt. «Crowdfunding- Plattformen werden auch in den kommenden Jahren bestehende Institutionen kaum konkurrenzieren. Aber die Bedeutung der internetbasierten Finanzierung wird steigen und im einen oder anderen Fall sicherlich der Innovationstätigkeit in der Schweiz zu Gute kommen», sagt Andreas Dietrich. «Weil auf diese Weise Projekte zustande kommen, für welche ohne die ‹Crowd› wohl nicht die nötigen Mittel hätten beschafft werden können.»

Die Zahlen zu Crowdfunding in der Schweiz werden vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern nun jährlich erhoben. Die aktuelle Studie ist unter diesem Link (PDF) oder auf Hslu.ch/crowdfunding herunterzuladen.

Die vier Formen von Crowdfunding

Crowdfunding, auf Deutsch auch Schwarmfinanzierung, setzt sich aus den englischen Wörtern «crowd» (Menschenmenge) und «funding» (Finanzierung) zusammen. Bei dieser Art der Finanzierung wird Kapital für unterschiedlichste Projekte gesucht. Die Phase des Geldsammelns wird als Kampagne bezeichnet. Als Kapitalgeber fungieren die Internetnutzer. Ein Grossteil der Plattformen funktioniert nach dem «all or nothing»-Prinzip, das heisst, Geldbeträge werden nur ausbezahlt, wenn eine bestimmte Zielsumme erreicht wird. Je nach Gegenleistung, die der Kapitalgeber für seine Investition erhält, werden vier Formen von Crowdfunding unterschieden:

Crowddonating: Vor allem soziale, karitative und kulturelle Projekte (z.B. Orchesterkonzert, Hilfsprojekt einer Non-Profit-Organisation) lassen sich damit finanzieren. Die Unterstützungbeiträge sind reine Spenden, die nicht an eine Gegenleistung geknüpft sind.

Crowdsupporting: Diese Kategorie beinhaltet häufig kulturelle Projekte sowie Vorhaben aus dem Bereich Sport. Der Investor erhält für seinen Beitrag eine einmalige Gegenleistung: Wer z.B. das Album einer Band mitfinanzieren möchte, bekommt die CD nach deren Produktion kostenlos.

Crowdinvesting: Ein Start-up sammelt auf diese Weise Kapital für die Umsetzung seiner Geschäftsidee. Als Gegenleistung erhalten die Investoren Anteile am Unternehmen.

Crowdlending: Bei dieser Form geht es um die Vermittlung von Darlehen zur Finanzierung von Unternehmen oder Privaten. Als Gegenleistung erwarten die Darlehensgeber eine risikogerechte Rendite. Die Projekte, die auf diese Weise finanziert werden, sind sehr unterschiedlich: Ein Familienauto, Hochzeitsvorbereitungen, eine Zahnspange oder ein Start-up.

Nose: Design in voller Fahrt

Stadler Rail gewinnt die Ausschreibung der 29 neuen SBB Triebzüge für die Nord-Süd-Achse. Das moderne Aussen- und Innendesign transportiert die Markenwerte der SBB und wurde zusammen mit Nose entwickelt.

Die neuen 29 internationalen Hochgeschwindigkeitszüge der SBB sollen die Reise auf der Nord-Süd-Achse zwischen Basel/Zürich und Mailand noch komfortabler, pünktlicher und zuverlässiger gestalten. Sie sind mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 249 km/h nicht nur schneller unterwegs als die bisherigen Neigezüge, sondern decken auch die gesteigerte Nachfrage, welche nach der Eröffnung der beiden Basistunnel am Gotthard und Ceneri erwartet wird. Vor rund zwei Jahren hatten die SBB den Auftrag öffentlich ausgeschrieben – nun ist die Entscheidung gefallen: Stadler Rail erhält den Zuschlag für die Herstellung der neuen einstöckigen Triebzüge EC250.

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«Unterwegs zuhause» erleben

Zum Angebot, das Stadler Rail bei den SBB einreichte, leistete Nose mit dem Exterior und Interior Design der Züge – dank langjähriger Erfahrung im Bereich Transportation – einen wertvollen Beitrag. Sowohl aussen wie auch innen wurden die Züge entsprechend den Markenwerten der SBB und dem Versprechen «unterwegs zuhause» konzipiert: aussen schnell und aerodynamisch, innen modern und wohnlich. Der speziell entwickelte Sitz verfügt deshalb über eine hochwertige Holzverschalung und die indirekte Beleuchtung trägt ebenfalls zum angenehmen Raum- sowie Reiseerlebnis bei. Die Ausstattung des einzelnen Sitzplatzes wurde konsequent den Bedürfnissen moderner Reisender angepasst – mit möglichst viel Ablagefläche, überall gut zugänglichen Steckdosen sowie speziellen Business-, Ruhe- und Familienzonen. Der Speisewagen, die Infoscreens, das Gepäckmitnahmekonzept und ein fortschrittlicher Arbeitsplatz für den Zugführer waren weitere ausschlaggebende Designkriterien. Ganz nach dem Motto «eintreten statt einsteigen» erlaubt das Niederflurkonzept ein einfaches Betreten und Verlassen des Zuges.

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Beweglich trotz eingeschränkter Mobilität

Die Zulassung der Züge für die drei Länder Deutschland, Schweiz und Italien sowie die europäischen Normen für Personen mit eingeschränkter Mobilität (TSI PRM) stellten zusätzlich hohe Anforderungen ans Design. Haltegriffe, Kontrastwerte, der selbstständige Ein- und Ausstieg sowie die Barrierefreiheit innerhalb des Zuges wurden von Anfang an in die Entwicklung miteinbezogen. Mit der Auftragsvergabe an Stadler Rail haben sich die SBB für modernste internationale Hochgeschwindigkeitszüge entschieden, die vielfältige normentechnische Vorschriften mit ihrem emotionalen Markenversprechen vereinen.

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Publicitas mit neuem CFO

Die Unternehmensleitung von Publicitas wird durch Marius Rispeter, Chief Financial Officer, verstärkt. Er tritt die Nachfolge von Rüdiger Petrikowski an, der auf eigenen Wunsch als Finanzchef zurücktritt.

Marius Rispeter war zuletzt als Finanzvorstand von Versatel, ein Telekommunikationsanbieter in Deutschland, tätig und verantwortlich für die Bereiche Controlling, Einkauf & Logistik, Mergers & Acquisitions (M&A), Capital Markets & Treasury, Accounting & Compliance und Tax. In dieser Funktion war Rispeter massgeblich an der Repositionierung des Unternehmens, an dem Verkauf an KKR, eine globale Investmentgesellschaft, und zuletzt an der Privatisierung des Unternehmens beteiligt. Vor seinem Wechsel zu Versatel im 2007 arbeitete er neun Jahre in verschiedenen Funktionen des Finanzbereichs der Deutschen Telekom.

Der Diplomkaufmann wird seine Arbeit als CFO und Mitglied der Unternehmensleitung von Publicitas am 2. Juni 2014 aufnehmen. Alain D. Bandle, CEO Publicitas: «Mit der Verpflichtung von Marius Rispeter ist es uns gelungen, einen CFO mit relevanter und langjähriger Erfahrung in einer ebenso vom Wandel geprägten Branche wie die unsrige zu Publicitas zu holen. Ich freue mich, mit Marius Rispeter als CFO an meiner Seite die weitere Umsetzung unserer Strategie unter der neuen Eigentümerschaft voranzutreiben.»

Der bisherige CFO Rüdiger Petrikowski wird nach zweieinhalb Jahren Finanzchef der Publicitas und vier Jahren Head of Corporate Finance & Strategic Projects bei PubliGroupe das Unternehmen auf eigenen Wunsch per Ende Mai 2014 verlassen.

Berner Kommunikationspreis an Hans Zurbrügg

Hans Zurbrügg, Gründer und Präsident des Internationalen Jazzfestivals Bern, erhält den 4. Berner Kommunikationspreis. Die Berner Public Relations Gesellschaft BPRG zeichnet ihn aus, weil er Bern zu einer Weltmarke in Sachen Jazz gemacht hat.

Ob Sport, Kultur oder Politik: was in Bern passiert, findet im Rest der Welt nur selten Beachtung. Eine Ausnahme bildet das Internationale Jazzfestival, welchem Hans Zurbrügg seit 1976 als Gründer und Präsident vorsteht. «Seit Jahrzehnten spielt Hans Zurbrügg mit seinem Festival in der Champions League und trägt den Namen der Stadt Bern in die ganze Welt hinaus», so BPRG-Präsident Cla Martin Caflisch im Rahmen der Preisübergabe. Dank seiner Arbeit und seiner Kontakte werde Bern jedes Jahr während zehn Wochen zur europäischen Jazz- Hauptstadt
Mit seiner Präsenz – auch in internationalen Medien – erreicht das Internationale Jazzfestival eine sehr grosse Reichweite. Beeindruckt zeigt sich die BPRG zudem von der langjährigen Kontinuität und der grossen Leidenschaft, die die Arbeit von Hans Zurbrügg auszeichnen. «Wer eine solche Veranstaltung etabliert, weiterentwickelt und sogar zu einem Markenzeichen der Stadt Bern macht, ist auch ein begnadeter Kommunikator», begründet BPRG-Präsident Cla Martin Caflisch die Wahl. Hans Zurbrügg schaffe es immer wieder, nicht nur Stars aus der ganzen Welt, sondern auch ein internationales Publikum nach Bern zu locken.

Die BPRG vergibt jedes Jahr den Kommunikationspreis an eine Persönlichkeit, die ohne entsprechende Fachausbildung aussergewöhnliche kommunikative Leistungen erbringt. Der Preisträger erhält ein eigens angefertigtes Werk des Berner Künstler Kornel Stadler und stellt sein kommunikatives Können im Talk mit Ueli Schmezer unter Beweis. Die diesjährige Preis- verleihung findet am Originalschauplatz des Internationalen Jazzfestivals Bern, im Marians Jazzroom, statt. Zum ersten Mal sind Mitglieder des Werbeclub Bern und des Berner Medien- tags als Gäste dabei.

Bisherige Preisträger

2011 Steff la Cheffe, Beatboxerin und Rapperin
2012 Bernd Schildger, Tierpark-Direktor
2013 Francis Foss Pauchard, Olmo-Gründer
 

Zu guter Letzt: Ticket-Zirkus im Hause Ringier

DJ Bobo verkauft zu wenig Tickets. Zur Hilfe eilt – völlig überraschend – der Blick.

Dass Ticketcorner zur Hälfte Ringier gehört, ist kein Geheimnis. Dass die Blick-Redaktion diese familiäre Beziehung ab und zu pflegt, ebenfalls nicht. Etwa, als im März der Vorverkauf des Rolling Stones-Konzertes ausgeschlachtet wurde, als würde die Band in der Schweiz ein Comeback nach dreissigjähriger Bühne-Abstinenz feiern. Ein Schelm, wer Böses denkt. Die Medienwoche tat es ausführlich. Vielleicht waren die Bedenken gewisser Journalisten, die bei wirtschaftlichen Beziehungen zu Lara Gut (Infront Ringier), Ottmar Hitzfeld (Kolumnist) oder eben Ticketcorner (Anteile) die redaktionelle Unabhängigkeit in Gefahr sahen, doch nicht so unbegründet? Erinnern wir uns an ein Interview, das Ringier-CEO Marc Walder im November 2012 dem Bündner Tagblatt gegeben hat. Christian Buxhofer stellte folgende Frage:

«Wenn ein Konzert, das von Ihrer Firma Good News organisiert wird, schlecht läuft und Ticketcorner – auch eine Ringier-Tochter – zu wenig Tickets verkauft, muss dann die Zeitungsredaktion das Konzert pushen?»

Und Marc Walder antwortete:

«Dann kauft Good News im Blick Inserate ein, das ist ein kommerzieller Vorgang. Mit der Redaktion wird darüber nicht gesprochen. Und wenn Madonna ein mieses Konzert gibt, dann schreibt dies der Blick auch. Und zwar gross. Letztlich führt unser Engagement in neuen Gebieten vielleicht sogar zum Gegenteil.»

(Bündner Tagblatt, 16.11.12)

Das klang einleuchtend und transparent. Auch wenn der am Montag erschienene Artikel über den schleppenden Vorverkauf von DJ Bobos «Circus»-Tournee auf den ersten Blick den Eindruck macht, als sei Buxhofers Vorstellung der werbetrommelnden Ringier-Medien inzwischen Realität geworden:

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Wieder einmal ein Schelm, wer an Schleichwerbung denkt. Zumal Sätze wie «Und das, obwohl die Tickets im Verhältnis zu anderen Künstlern eher günstig sind. So kostet das günstigste 29.50 Franken.» nicht unbedingt den Verdacht einer unbefangenen Berichterstattung aufkommen lassen. Verglichen werden die Preise übrigens mit der Helene Fischer-Tour, die per Zufall auch ansteht – Tickets gibts bei Ticketcorner. Um das unauffällige Angebot abzurunden, wird am Schluss des Artikels direkt auf die Ticketcorner-Seite verlinkt – das wäre ja noch, wenn die Leserschaft sich den Weg zu den unbegehrten Tickets selbst suchen müsste.

Thomas Häusermann

Tages-Anzeiger startet den Blog «Welttheater»

Tages-Anzeiger lancierte am Sonntag den neuen Auslandblog. Welttheater erscheint zweimal wöchentlich und greift auf bekannte Autoren zurück.

Neben Martin Kilian, Tages-Anzeiger-Korrespondent aus Washington, der jeweils sonntags bloggt, schreiben viele weitere Tages-Anzeiger-Auslandjournalisten wie Sandro Benini (Mexiko-Stadt), Oliver Meiler (Barcelona) oder Birgit Schönau (Rom) aus verschiedenen Teilen der Welt. Sie richten ihr Augenmerk auf Skurriles, Bemerkenswertes und Alltägliches, berichten über ihre Recherchen, über Treffen mit spannenden Menschen oder geben Einblick in ihren Berufsalltag. Doch auch die altbekannte und beliebte «Kleine Geschichte» findet im Blog Welttheater einen neuen Platz.

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«Der ‹Tages-Anzeiger› hat zahlreiche hervorragende Korrespondenten in aller Welt, die täglich über relevante Vorgänge in ihren Regionen berichten. Sie schreiben über Politik, deren Hintergründe und gesellschaftliche Veränderungen», erklärt Gabriela Braun, Blogleiterin. «Im Blog schreiben unsere Korrespondenten hingegen über andere Themen wie etwa: persönliche Erlebnisse, Zwischentöne oder Aufgeschnapptes. Sie stehen zudem mit unseren Leserinnen und Lesern in direktem Kontakt. Der Blog bietet ihnen eine multimediale Plattform dafür.» Einige Blogbeiträge werden zudem auch im «Tages-Anzeiger» auf der Seite 2 unter der Rubrik «Best of Blogs» abgedruckt.
Welttheater erscheint jeweils sonntags und donnerstags auf Tagesanzeiger.ch.

Blog.tagesanzeiger.ch/welttheater
 

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