Lampert Druckzentrum: Neustrukturierung für mehr Kundennähe

Firmengründer und Alleininhaber Alfred Lampert, der das Lampert Druckzentrum 1981 als Einmann-Betrieb gründete, hat sein Unternehmen neu strukturiert, bevor er sich ins 2. Glied zurückzieht.

Die Neustrukturierung ist verbunden mit einer personellen Erweiterung, damit das Unternehmen in der weiteren schweizerischen Region noch besser verankert werden kann. Die personelle Aufstockung umfasst einerseits die Erweiterung der Geschäftsleitung und anderseits den Ausbau des Aussendienstes zur Akquisition von Aufträgen. Neu in die Geschäftsleitung eingetreten sind Harald Fessler und Pietro Lira, Inhaber der Firmen IMSAG Gesamtanbieter für Medien und Print.

Harald Fessler und Pietro Lira, die über langjährige Erfahrungen in der Druckbranche verfügen, teilen sich mit Alfred Lampert die Geschäftsleitung, bis die Nachfolgeregelung mit den Söhnen Andreas und Tobias Lampert vollzogen ist. Mit Marcel Herzog und Roman Blaser wurden erstmals in der 32-jährigen Firmengeschichte des Lampert Druckzentrums zwei Aussendienstmitarbeiter eingestellt, die in der Schweiz Kundenaufträge akquirieren werden. Kunden aus Liechtenstein werden weiterhin von Moritz Walser, Matthias Märdian, Alfred Lampert und neu auch von Tobias Lampert betreut. Neben der Erweiterung der Geschäftsleitung und dem Ausbau des Aussendienstes sind auch die anderen Abteilungen der Druckerei mit Fachpersonal ergänzt worden, womit das Druckzentrum ab dem 1. Juni 2014 um insgesamt sieben Personen verstärkt wurde.

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Das neue Team für mehr Kundennähe und bessere Dienstleistungen: (von links) Moritz Walser, Matthias Märdian, Harald Fessler, Tobias Lampert, Alfred Lampert, Marcel Herzog, Pietro Lira und Roman Blaser.

Print liegt im Ranking der Werbeausgaben 2013 deutlich vor Direktwerbung und TV

Mit 38,4% Marktanteil am Nettowerbeumsatz 2013 sind die Printmedien Nummer eins und stärker als TV, Radio, Aussenwerbung und Kino zusammen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Gesamtmarkt mit 4,209 Milliarden Franken leicht unter Vorjahr blieb.

Die Schweizer Printmedien haben in den letzten Jahren zwar deutlich an Werbeumsatz verloren, führen das Umsatz-Ranking aber nach wie vor mit grossem Abstand an. Mit einem Umsatz von über 1,6 Mrd. Franken bleibt die Presse die bedeutendste Werbegattung der Schweiz. Sie verfügt über mehr als doppelt so viel Nettowerbeumsatz wie das Fernsehen, das insgesamt 749 Millionen umsetzte. In der Wahrnehmung vieler Nichtbranchenkundiger wird der Printmedien-Werbeumsatz selten derart stark eingestuft. Das mag damit zusammenhängen, dass sich die Werbung in Printmedien auf eine Medienlandschaft von rund 800 werberelevanten Titeln aufteilt und somit als weit weniger dominant empfunden wird. In Umfragen zur Werbeakzeptanz geht überdies hervor, dass die Werbung in Printmedien über eine deutlich höhere Akzeptanz verfügt als beispielsweise die Werbung im TV oder die Online- Werbung.

Von den werbeintensivsten Produktgruppen in der Schweiz sind es vor allem die Grossverteiler, wirtschaftliche Kampagnen und die Branchen Bildung, Uhren/Schmuck, Finanzen sowie Einrichtungen, die überdurchschnittlich auf die Gattung Print setzen. Ihre Printanteile am Gesamtwerbeumsatz liegen bei über 60%. Diese Zahlen stammen von Mediafocus 2012 (die Werbestatistik Schweiz erhebt keine Brancheninformationen). Trotz klarer Leaderstellung verlieren die Printmedien von allen grossen Mediagattungen zurzeit am meisten. Gegenüber dem Vorjahr haben sie einen Verlust von 9,4% zu verzeichnen, was 168 Millionen Franken entspricht und mehr bedeutet, als der gesamte Radio-Umsatz in der Schweiz. Mitverantwortlich für den Rückgang in den letzten Jahren waren die Rubrikanzeigen, allen voran die Stelleninserate. Mit einem Anteil von 13,2% am Gesamtumsatz der Tagespresse liegen die Stelleninserate 2013 auf dem Tiefststand seit der Erhebung der Werbestatistik Schweiz (1986). Im Rekordjahr 2000 betrug der Anteil Stellenwerbung am Gesamtumsatz der Tagespresse mehr als 25%, bei den grossen Zeitungen gar deutlich höher. Tempi passati. Immerhin, im letzten Jahr erschienen für über 110 Millionen Franken Stelleninserate. Damit würde diese «Branche» zu den Top Ten der Schweizer Werbeauftraggeber gehören.

Das Umsatz-Minus bei den Printmedien trifft nicht alle Titel gleichermassen. Die Kategorie der Tagespresse I (grosse Tageszeitungen) verliert mit 16,8% gegenüber Vorjahr am meisten. Die mittelgrossen Zeitungen leiden mit einem Minus von 7,9% nur halb stark und die Lokal- und Regionalzeitungen vermochten 2013 mit einem Plus von 10,3% gegenüber Vorjahr sogar zuzulegen. Trotz Internet scheint hier das Credo «all business is local» nach wie vor zu stimmen. Letztlich ist diese Kategorie auch weit weniger von Rubriken abhängig. Hier noch ein Blick auf die Netto-Werbeumsatz- Zahlen der anderen grossen Mediagattungen. Die Direktwerbung liegt beim Werbeumsatz-Ranking mit 1,086 Milliarden Franken (plus 6,9%) auf dem zweiten Platz. Die adressierte Direktwerbung macht dabei rund 80% der DM-Gesamtausgaben aus. Die Fernsehwerbung folgt mit einem Umsatz von 749 Millionen auf Platz drei (plus 3,1%). 50% des TVUmsatzes (inkl. TV-Sponsoring) fallen auf die öffentlich- rechtlichen Sender von SRF und 50% auf die ausländischen Werbefenster bzw. die privaten Schweizer Sender.

Die Out-of-Home-Werbung ist mit einem Umsatz von 565 Millionen auf dem dritten Platz (minus 0,4%). Die analoge Plakatwerbung macht dabei noch 58% der Gesamtausgaben aus. Die grosse Unbekannte in der Werbestatistik Schweiz ist die Online-Werbung. Die publizierte Umsatzzahl von 642 Millionen Franken ist eine Schätzung und deshalb im Gesamtwerbeaufwand nicht enthalten. Der Versuch der Stiftung, die Netto-Zahlen für die Display-Werbung gleichermassen zu erfassen und zu publizieren wie die anderen Mediagattungen, ist an der mangelnden Bereitschaft der Website-Betreiber leider gescheitert. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt! Im Interesse von transparenten Umsatzzahlen, die den Werbemarkt effektiv widerspiegeln, ist eine exakte Publikation der Werbeumsätze aller Mediengattungen unabdingbar.

Der Nettowerbeaufwand für das Jahr 2013 beträgt insgesamt 4209 Millionen Franken. Damit liegen die Werbeinvestitionen um 1,7% unter Vorjahr. Die positive Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP) von plus 1,0% hat sich also nicht eins zu eins auf die Nettowerbeumsätze niedergeschlagen.

Otto Meier

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Stiftung Werbestatistik Schweiz
 
Die Werbestatistik Schweiz gibt Auskunft über die Nettobeträge, die die Werbeauftraggeber für die Streuung ihrer Werbebotschaften in die wichtigsten Werbemedien investiert haben (Streukosten). Im Gegensatz zu den Werbedruck-Zahlen von Mediafocus beinhaltet die Werbestatistik Schweiz nur die effektiv verrechneten Umsätze. Dabei handelt es sich um Kundennettoumsatz, nach Abzug von Rabatten. Provisionen wie BK und JUP sind nicht berücksichtigt. Nicht gemessen sind die Kosten für Beratung, Konzeption und Kreatin von Werbung. Mit der Erhebung und Publikation der Werbestatistik Schweiz hat die Stiftung die WEMF AG für Werbemedienforschung beauftragt. Die Ergebnisse sind in Form einer Broschüre erhältlich oder unter www.werbestatistik.ch nachzuschlagen. 

 

Tagesanzeiger/Newsnet.ch lanciert «Soundslides»

Tagesanzeiger.ch/Newsnet lanciert eine neue Form des multimedialen Storytellings: «Soundslides» ist ein interaktives Web-Format, das Bild und Ton in den Mittelpunkt stellt.

Renommierte Fotografen werden damit auf «Tages-Anzeiger online» und den Newsnet-Partnersites ihre besten Reportagen zeigen und in eigenen Worten kommentieren. Dabei zählt nicht allein die ästhetische Qualität der Bilder, wie es in einer Tagesanzeiger-Mittteilung vom Donnerstag heisst. Von zentraler Bedeutung sei die Story dahinter. Die Projektleiterin Lea Koch hat zusammen mit ihrer Kollegin Melanie Finschi die erste Ausgabe von «Soundslides» produziert. Ihr Ziel ist es, die Fotoreportagen für die Userinnen und User allumfassend erlebbar zu machen.

«Soundslides» startet mit der Reportage «Leben und Sterben in Haiti», die Helmut Wachter in berührenden Bildern fotografierte und für die Nutzerschaft in eindrücklichen Worten kommentierte. Helmut Wachter ist seit 13 Jahren spezialisiert auf Porträt- und Reportage-Fotografie. Der gelernte Architekt und Mitbegründer der Agentur «13 Photo» besuchte Haiti im Sommer 2013. An der Fotografie fasziniert ihn ganz besonders, «dass ich sowohl ein Teil des Geschehens sein kann und doch nicht dazugehören muss».

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Das neue «Soundslides»-Format setzte bewusst einen Kontrapunkt zu den gängigen Online-Genres, heisst es in der Mitteilung weiter. «Wir schaffen damit auf unseren Web-Sites einen Ort der Konzentration», sagt Michael Marti, Leiter Digital beim «Tages-Anzeiger» und Newsnet-Chef. «Die ‹Soundslides› sind eine Art Guckkasten, der ein Eintauchen in eine Story ermöglicht, ohne dass die User abgelenkt oder irritiert werden.»
 

Viel Noise dank neuer Interaktionen

Noise arbeitet in cross-funktionalen Teams, um das Maximum an Kreativität und Innovation zu erzeugen. Seit ein paar Monaten ist auch Patrik Giacobbo wieder dabei. Nach seinen Erfahrungen als Head of Creation bei Namics in Deutschland soll er ein zweites Mal bei Noise für mehr Lärm sorgen als neuer Managing Partner Digital.

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In einer Zeit, wo die Grenzen zwischen klassischer Werbung und digitaler Kommunikation verwischen, droht Orientierungslosigkeit. Im Zeitalter von wachsenden Kommunikationskanälen und immer noch mehr neuen Geräten ist die Evaluation der strategisch richtigen Touchpoints und deren intelligente Vernetzung «von zentraler Bedeutung », ist auf der Website von Noise zu lesen. 13 Spezialisten wirken in dieser Agentur. Seit ein paar Monaten ist auch Patrik Giacobbo wieder mit an Bord. Der Pionier aus der Welt des Internets soll bei Noise die Kompetenzen im digitalen Bereich für die Zukunft weiter ausbauen. Als Sparring-Partner auf kreativer Seite kann er dabei auf die klassische Unterstützung von CD Andreas Mädler bauen.

Mit seinen drei Kernkompetenzen Beratung, Digital und Kreation verfügt Noise bereits heute über ein hohes technologisches Know-how. «Wir haben die Erfahrung, um spezielle Lösungen entwickeln zu können, die auf neue Herausforderungen und Anforderungen passend zugeschnitten sind», weiss Patrik Giacobbo. Innovative und kreative Mediennutzung zur Stärkung der Markenbeziehung ist bereits jetzt ein wichtiges Credo. «Das wird aber in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen», ist man bei Noise überzeugt. Konvergenz als Schlüssel zum Erfolg schafft dabei Messbarkeit, Effizienz, Effektivität, Mehrwert und Bindung. Um das zu erreichen, ist ein perfektes Zusammenspiel von Strategie, Kreativität und technologischem Wissen Voraussetzung. Eine Kombination, die sich in einer perfekten Spiegelung auch im beruflichen Werdegang des neuen Managing Partner Digital verfolgen lässt.

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Die verrückte Zeit rund um den Hype

Angefangen hat Patrik Giacobbo als Fotograf. In den 80er-Jahren besuchte er die Fotoklasse an der Zürcher Kunstgewerbeschule, wie es damals noch hiess. Nach dem Diplom war er gut eingedeckt mit interessanten Jobs als Werbefotograf. Trotzdem wollte er beruflich etwas breiter fahren. In den 90er-Jahren fand er seinen Einstieg als Grafiker bei Wirz Interactive, einer der ersten Agenturen in der Schweiz, die es wagte, voll auf die Zukunft der digitalen Werbung zu setzen. «Das war eine spannende Zeit, weil im Bereich Internet noch alles völlig neu war. Wir lebten im grossen Hype noch vor der Blase. Wir haben nicht gewusst, was genau kommen wird. Aber wir waren sicher, dass das Online eine grosse Wichtigkeit bekommt», erinnert sich Giacobbo an diese Pionierjahre.

Das Netz und andere digitale Medien wie zum Beispiel die CD-ROM – ein Vorläufer der heutigen USB-Sticks – boten kreativen Raum für damals «verrückte» Premieren neuer Ideen. Die technischen Neuerungen waren aber auch eine Spielwiese für Autodidakten. «Es gab noch keine Ausbildung», blickt Giacobbo zurück. Auch von der heute gehypten «crossmedialen » Werbung hat damals noch niemand gesprochen. «Man hat noch nichts integriert angeschaut. Wir produzierten eine CD-ROM mit digital steuerbarem Content, daneben machten wir Below-the-Line-Aktionen und die Kollegen schalteten klassische Werbung. Das Integrieren der verschiedenen Kanäle ist viel später gekommen.» Auch heute noch, drei Jahre nach dem Aufkommen der QR-Codes, würden viele Agenturen und Auftraggeber die technischen Möglichkeiten noch lange nicht komplett ausschöpfen. «Es ist ja noch keine crossmediale Idee, wenn die klassischen Plakate auch in der Online-Werbung noch einmal gezeigt werden. Hier müssen neue Interaktionen zum Spielen kommen.»

Patrik Giacobbo erlebte diese Spezialisierung rund um den Beginn des neuen Millenniums. Mit der neuen Zeitrechnung ist auch aus Wirz Interactive die neue Firma Assai Dialog + Digital geworden und Giacobbo durfte Verantwortung als Art Director übernehmen. Zu den grössten Kunden zählten neben Saab auch Opel. Für den Auftraggeber aus Deutschland durfte Assai mit den Mitteln des Storytellings eine umfassende Online- Plattform für die Autobauer kreieren. Das Schielen nach Deutschland hat anschliessend bei Namics seine Fortsetzung gefunden. Der 1995 gegründete Spin-off aus dem Umfeld der Hochschule St. Gallen war eine reine Online-Agentur und konnte sich bald als führender Webdienstleister etablieren. Eine Zeitlang gehörte die Agentur zur PubliGroupe. Nach einem Management-Buyout 2012 ist Namics heute eines der grössten Netzwerke im Besitz beteiligter Partner mit inzwischen «über 400 digitalen Talenten». Schon von Beginn weg war die Idee, dass Namics genau wie das Internet seine Dienste grenzüberschreitend anbieten wollte. Neben dem Stammhaus in St. Gallen sowie Zürich kamen schon bald Filialen in Frankfurt, Hamburg und München dazu. Für diese suchte Nathalie Strobl, die damalige Head of Creation bei Namics Schweiz, einen Kollegen für die gleiche Position in Deutschland. Ein Angebot, das Patrik Giacobbo nicht abschlagen konnte, obwohl er seine noch junge Familie mit drei schulpflichtigen Söhnen nicht sofort in den Norden mitnehmen konnte. Gleichzeitig in Frankfurt, Hamburg und München hatte Giacobbo in der Folge ab 2005 einen Bürotisch stehen. An den Weekends ist er «nach Möglichkeit» zu seiner Familie nach Zürich gefahren, um dann den Montag am sinnvollsten wieder mit einem Flug nach Hamburg zu starten. Als Head of Creation hat Patrik Giacobbo in Deutschland insgesamt 60 Leute in seinem Team beschäftigt und alle drei Niederlassungen «nachhaltig stärken und aufbauen können». Zu den namhaften Kunden zählten BASF, die Deutsche Börse oder Hapag Lloyd. «In Deutschland ist alles zehnmal grösser. Das war für mich als Schweizer eine sehr wertvolle Erfahrung. Man muss sich in einem viel grösseren Wettbewerb behaupten können. Ich musste auch lernen, härter zu verhandeln», meint Giacobbo über seine Erfahrungen im grossen Kanton.

Als aber seine drei Söhne immer mehr zu Teenagern heranwuchsen, wollte der Vater seine Jungs nicht mehr nur an den Weekends vom Ausgang heimkommen sehen. So wechselte er 2009 wieder zurück in die Schweiz. Zuerst für ein paar Monate bei Namics Zürich. Dort war die Spezialisierung für den Kreativen inzwischen aber «ein bisschen zu technisch» geworden. Mehr Chancen für seine Entfaltung entdeckte Patrik Giacobbo schliesslich bei Noise.

«Hier konnte ich die integrierte Werbung erstmals richtig leben. Viele haben davon geredet. Bei Noise hat tatsächlich ein echter Dialog zwischen dem Gestalter und dem Techniker stattgefunden. Die Technik kann dem Kreativen neue Wege eröffnen, zum Beispiel im Bereich Gamification, wo wir Spiele für Werbung einsetzen. Ihre Bedienung eröffnet neue Dimensionen. Das wiederum ist Technik. Deshalb muss der Gestalter wissen, was machbar ist. Sonst kann er gar nicht auf Ideen kommen. Deshalb braucht es den engen Kontakt und das wird bei Noise sehr intensiv gepflegt. Alle sitzen von Beginn weg an einem Tisch.»

Trotzdem hat es für Patrik Giacobbo noch einmal eine kurze «Auszeit» bei Noise gegeben. Im Jahre 2012 hat er mit zwei Kollegen zusammen das Unternehmen «8°» gegründet. Die Vision war eine reine Digitalagentur im Bereich Kommunikation. Seine Partner haben sich aber immer stärker der Entwicklung von neuen Apps zugewandt. Giacobbo wollte mehr Projektarbeit machen. So hat man sich wieder «im Guten» getrennt und der Werber kehrte zu Noise zurück, wo er «wieder mit offenen Armen empfangen wurde». Und die Zukunft? «Wir wollen wachsen, aber gesund. Ich will Top-Leute um mich. Und je mehr Auftragsvolumen ich generieren kann, umso mehr kann ich auch gute Leute einstellen», ist Giacobbos Strategie. Dabei ist dem Teamplayer auch wichtig: «Mit meinen Leuten will ich einen Kontakt auf Augenhöhe. »

Andreas Panzeri

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Arbeitsproben von Noise und Patrik Giacobbo (von oben): Flexibel nutzbare Plattform für diverse Kommunikationsthemen für Credit Suisse. Im Beispiel AIC (Asian Investment Conference). Rechts eine weltweite Corporate Site für über 50 Länder. Marken-Relaunch für die modularen Tisch- und Stauraumsysteme von Denz. App für die Wahl des passenden Bodenbelags sowie überarbeiteter Webauftritt für Kronoswiss. We-feel-good.ch Gesundheitsquiz für Visana.

 

Der Motz von Butz: Starker Tobak

Warum kann man überhaupt Werbung für ein Produkt verbieten, obwohl es legal ist? Als Ex-Raucher und Werber für Peter Stuyvesant, Flint und Philip Morris macht es mir ziemlich Mühe, das neueste Tabakwerbeverbot zu verstehen.

In der NZZ-Ausgabe vom 23. Mai schrieb Davide Scruzzi, um was es hier geht: «Als Bundesrat Alain Berset am Mittwoch den Entwurf zum neuen Gesetz über Tabakprodukte präsentierte, betonte er, dass es sich um einen Kompromiss zwischen den wirtschaftlichen Interessen und dem Gesundheitsschutz handle. Das Resultat sind aber wenig glaubwürdige und undurchsichtige Regelungen. Das Sponsoring von Grossveranstaltungen durch Zigarettenfirmen bleibt erlaubt. Doch soll ein weitreichendes Werbeverbot für Plakate, Zeitungen und Kinos gelten. Der Verkauf elektronischer Zigaretten mit Nikotin wird neu erlaubt, weil diese laut dem Bund weniger schädlich seien als gewöhnliche Glimmstengel. Gleichzeitig wird dieses Dampfen von Nikotin in öffentlichen Räumen aber verboten. – Just diese Passivrauch-Bestimmung ohne gesundheitliche Begründung zeigt, wie im Tabakgesetz weniger nüchterne Abwägungen der Gesundheitsgefährdung dominieren, sondern der Geist einer bevormundenden Gesundheitserziehung schwebt.»

Das ist jetzt Fakt. Und das ist in meinen Werberaugen eine feige Ungerechtigkeit und zudem eine Bevormundung aller Erwachsenen. Ich habe nebst Zigaretten auch viele umstrittene oder gesundheitsunfördernde Produkte beworben. Ich spreche da z. B. von Nutella, ein tolles Produkt. Auch Boris Becker hat dafür geworben. Nutella enthält viele Kalorien und macht – wie man bei Boris sieht – dick. Nutella- Werbung sollte für Kinder und Jugendliche verboten sein. Nach dem Rostdebakel von Fiat, diesen CO2-ausstossenden 127er, Supermirafioris, Ritmos und Pandas als das «Piacere d’Italianità» habe ich 20 Jahre lang Werbung für diese Marken betrieben. Ich fordere Sie auf, Herr Berset: «Verbieten Sie die Autowerbung, ausser es sind Hybride oder Elektromobile! » (Ihren Ärger mit der Wirtschaft möchte ich nicht teilen.) Es fehlt bei weitem nicht an Beispielen, wo man ernsthaft Restriktionen für Werbekampagnen definieren könnte: Die Fashion-Industrie, die sich ihre Produkte zu Hungerlöhnen im Fernen Osten produzieren lässt. Dass ich Miterfinder der Jägermeister- Kampagne war, ist nun wohl bekannt, wenn nicht, dann spätestens jetzt. Ich denke, auch solche Alkoholika wären werbeverbotgefährdet.

Zurück zum Tabakverbot. Seit einigen Jahren gilt das Rauchverbot in Restaurants. Auf Tabakwaren ist immer eine tödliche Warnung mit einem gruseligen Bild angebracht, und jetzt gilt sogar beinahe totales Werbeverbot. Auf der Nutella-Dose müssten unbedingt fettleibige Jugendliche abgebildet sein. An den Eingängen und in der Werbung von McDonald’s sollte auch auf solche gesundheitsschädigenden Wirkungen hingewiesen werden. Freude kommt bei mir auf bei der Snickers-Werbung (Diva) oder bei der gut gelungenen M&M-Geiselnahme. Im Abspann sollte es aber heissen «Dies ist ein kalorienstarker, ungesunder Dickmacher. Frage Deine Mutter und sie einen Ernährungsberater.»

Wir diskutieren über die Legalisierung von Canabis, kastrieren auf der andern Seite aber die Tabakwerbung. Für Kokain existiert bis anhin meines Wissens noch keine Werbung. Diese braucht es auch nicht, weil der Konsum und die Preise laufend steigen.

Meine Theorie: Alles Verbotene oder Gefährliche ist attraktiver, deshalb wird ein Werbeverbot nichts bewirken. Wenn Sie meiner noch nicht gegründeten Partei für «Free Advertising Speech» beitreten wollen, bitte. Das wäre mein Aufsteller.

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Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]
 

Bewegte und bewegende Worte

Da könnte dem Smiley das Lächeln vergehen. FCB Zürich und die Filmproduktion WirzFraefelPaal haben für MTV mobile von Sunrise eine App erfunden und realisiert, mit der Kurznachrichten in Zukunft noch emotionaler verbreitet werden können. (:-)))

Gerade rechtzeitig vor Cannes präsentieren MTV mobile von Sunrise und die Werbeagentur FCB Zürich zusammen eine Idee, welche die Zukunft der Kommunikation mit SMS und anderen Kurzmeldungen revolutionieren könnte. Wir alle lieben Smiley. Das Zeichen mit seinen unzähligen Variationsmöglichkeiten wird oft verwendet, um eine bestimmte Emotion wiederzugeben oder sie zu verdeutlichen. Die lächelnde Sonne wurde 1963 vom Werbegrafiker Harvey Ball im Auftrag der Versicherung State Mutual Life Assurance geschaffen. Man wollte damit auf Anstecknadeln das Betriebsklima verbessern. Rund ein halbes Jahrhundert nach dem Lancieren dieser Emoticons, könnte jetzt die nächste Generation folgen. Die Smileys der Zukunft präsentieren sich unter dem Namen «MTV mobile Emography Project» und wurden in Zürich von den Kreativen in der Werbeagentur FCB Zürich erfunden.

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«Die Idee war, für unseren Kunden MTV mobile von Sunrise Communications ein Gadget zu entwickeln, das bei einer jugendlichen Zielgruppe ein frisches, sympathisches und innovatives Image vermitteln kann», erklärt Executive CD Dennis Lück bei FCB Zürich. Herausgekommen ist dabei eine neue Facebook- App. Mit dieser lassen sich Notizen in bestimmten Stimmungslagen bildhaft angepasst in entsprechend emotionsgeladenen Schriften kommunizieren. Für die Kurzmeldungen stehen acht verschiedene Alphabete mit den grundlegenden Emotionen zur Verfügung: Neugier, Überraschung, Angst, Trauer, Verachtung, Wut, Freude und Ekel. Will ich jetzt eine Kurznachricht in einer zum Beispiel sehr verliebten Stimmung senden, wähle ich auf der App das entsprechende Alphabet für «Happiness». Gebe ich den Text ein, wird diese Meldung in der Folge mit einem Kussmund auf eine Glasscheibe «geschrieben». Gebe ich Ekel oder «Disgust » ein, wird die Schrift von lebendigen Maden geformt. Für Zorn stehen die Spuren eines Hammers, wenn damit auf eine Glasscheibe eingeschlagen wird. Für «Sadness» sprechen die Tränen einer Frau, die ihre Wimperntusche zu schwarzen Buchstaben verschwimmen lässt.

All diese Buchstaben sind nicht nur grafisch, sondern ihren Emotionen entsprechend in bewegten Bildern umgesetzt worden. WirzFraefelPaal hat zusammen mit den Kreativen von FCB Zürich für jede der acht menschlichen Grund-Emotionen eine möglichst vielsagende «Szene» dramatisiert. Diese kurzen Impressionen werden als Vorspann innerhalb der Videomessage auf Facebook an den Empfänger der Nachricht mitgeliefert. Die Filmchen starten automatisch als Opener, wenn die Nachricht gelesen wird. Dann beginnen die aus Realbildern animierten Buchstaben ebenso in Bewegtbild zu schreiben. Für sämtliche Buchstaben in acht Alphabeten hat WirzFraefelPaal Productions über 500 Filmsequenzen realisiert, wie Produzent Stefan Fraefel erklärt. Um die «Ekel»-Buchstaben mit den Maden zu gestalten, gab es zuerst ein «Maden-Casting » mit vier verschiedenen Rassen. Für die gewählte Schrift durften dann 4000 Tierchen vor der Kamera kriechen. «Diese wurden anschliessend konform dem Tierschutz-Gesetzt einer weiteren Bestimmung übergeben.»

Angenehmer für die Filmer soll sich die Sequenz mit den tausend Küssen abgespielt haben. Beworben wird die neue App mit einem Teaser- Film, den ebenfalls WirzFraefelPaal produziert hat und der in nächster Zukunft seine Verbreitung im weltumspannenden Netz finden soll. Ein Casefilm mit dem Making-of der emotionalen Alphabete ist bereits auf YouTube unter «Emography» zu finden. Das Unternehmen Viacom mit MTV mobile ist in sechs Ländern in Europa präsent. In jedem spannt MTV mobile mit einem anderen Telecom-Anbieter zusammen. In der Schweiz ist dies Sunrise. Dieser Brand zeigt mit dieser Neuerung nicht nur viel Know-how als erster Schweizer Anbieter eines speziellen Messaging-Services. Man gibt der jungen Zielgruppe auch ein wirksames Tool in die Hand, das bei der MTV-Generation garantiert auf grosse Sympathien treffen wird. Wie lange es dauert, bis die Idee geklaut wird, will Dennis Lück nicht voraussagen. Cristian Vaccariello, Senior Mar- Com Manager Segment Youth & Youth bei Sunrise Communications, ist diese Frage auch nicht sehr wichtig. «Wir sind uns sicher, dass die User sehr kreativ mit der Emography- App umgehen werden.»

Mit dem Problem des Kopierens steht Sunrise nicht allein da. Das elektronische Smiley in Form von ASCII-Zeichen gibt es seit 1982. Microsoft wollte sich 2005 die entsprechenden Rechte schützen lassen, was aber juristisch nicht gelungen ist. (:-((.  

Andreas Panzeri

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Weltumwelttag: Omega und Goodplanet Foundation schliessen sich zusammen

Um den Weltumwelttag am 5. Juni zu feiern, lancieren Omega und die GoodPlanet Foundationeine gemeinsame Kampagne zum Erhalt der Weltmeere.

Die Kampagne hat zum Zweck, ein grösstmögliches Publikum in die Geheimnisse unseres blauen Planeten einzuführen, schreibt Omega in einer Mitteilung vom Donnerstag. Dies indem der von Yann Arthus-Bertrand und Michael Pitiot inszenierte Film Planet Ocean kostenlos öffentlich zur Verfügung gestellt werde. Der Dokumentarspielfilm ist ab 5. Juni in der Vollversion auf dem YouTube-Kanal «Planet Ocean-The Movie» abrufbar.

//www.youtube.com/watch?v=eH1s9GCqPKo

Mit Yann Arthus-Bertrands atemberaubenden Luftaufnahmen, den beeindruckenden Unterwasseraufnahmen preisgekrönter Kameramänner und Beiträgen renommierter Ozeanographen und Biologen nimmt Planet Ocean die Zuschauer auf eine bahnbrechende Reise durch die Ozeane dieser Welt mit und erforscht dabei die uralte aber oft zerbrechliche Beziehung zwischen Meereslebewesen und Menschheit.

Neue kostenlose mobile Anwendung

Anhand der fortschrittlichen kostenlosen mobilen Anwendung «Planet Ocean» laden Omega und die Goodplanet Foundation, in Partnerschaft mit Seaweb Europe, dazu ein auch als Konsumenten aktiv zu werden und zu handeln. Die Anwendung ist für Apple- sowie Android-Systeme verfügbar und zielt darauf ab, jeden Benutzer mit den Mitteln auszustatten, die den verantwortungsbewussten Konsum von Meereserzeugnissen fördern. Sie Anwendung ist lehrreich und praktisch zugleich, da sie 80 Profile unterschiedlicher Fischarten enthält, die nach Herkunftsregion und momentanem Bestand angeordnet sind. Dank der Anwendung kann man ausserdem verschiedene Fischfangtechniken entdecken und mehr über ihre Auswirkungen auf die Umwelt erfahren. Dank dieser Information ist es möglich die Arten zu bestimmen, die gegessen werden können, ohne das Ökosystem zu gefährden sowie jene zu erkennen, die man vermeiden oder nur mässig konsumieren sollte, um die Ozeane und die Meeresumwelt zu erhalten.

Planet Ocean, The Movie
 

Zahlreiche Haushalte in der Romandie ohne Zeitung

Tausende Haushalte in der Romandie hatten heute keine Zeitung im Briefkasten. Eine Panne in der Rotationsdruckerei verhinderte die Auslieferung der gesamten Ausgabe der Neuenburger Tageszeitungen L'Express und L'Impartial sowie der Waadtländer La Côte.

«Wir machen das Maximum, damit die Ausgabe von Morgen erscheinen kann», schreibt Chefredaktor Nicolas Willemin auf Arcinfo, der Internetseite der beiden Neuenburger Titel. Die Abonnenten sollten am Freitag die gedruckte Ausgabe vom Donnerstag nachgeliefert bekommen.

Die Waadtländer Regionalzeitung «La Côte», die auf derselben Rotationsmaschine in Neuenburg gedruckt wird, konnte ebenfalls nicht ausgeliefert werden. Ab 10 Uhr wurden die 74'000 Exemplare jedoch in der Druckerei des Nouvelliste in Sitten gedruckt und anschliessend ausgeliefert. Die tagesaktuellen Artikel waren gleichwohl gratis auf der Internetseite Lacote.ch verfügbar. (SDA)
 

«Jedermann soll die Idee verstehen»

Rund hundert Jungtalente nahmen letztes Jahr in Zweierteams am ADC Young Creatives Award teil, um nebst der Trophäe einen Platz an der Young Lions Competition zu ergattern. Hauptsponsor und Aufgabensteller war die Suva. Gesucht wurden Kommunikationsideen, um Lehrlinge vor Unfallgefahren am Arbeitsplatz zu schützen. Die Werbewoche stellt in einer Serie die vier Siegerteams vor, die dieses Jahr nach Cannes reisen.

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Mit Olivia Gnani (22) und Nora Bertoli (24), den Gewinnerinnen der Kategorie Print, wird die junge Schweiz in Cannes auch von zwei Frauen vertreten. Wir sprachen mit ihnen über die Wirkkraft guter Ideen und Provokation.

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WW: Eure Sujets zeigen einfache Fakten, mit einem kreativen Kniff umgesetzt: Freizeitgegenstände im Gipsverband. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Olivia Gnani: Wir haben erstmal viel zum Thema Unfall recherchiert. So kamen wir schnell auf das Thema Freizeit und von da auf den Gedanken, dass ein Arbeitsunfall vor allem dort schmerzt. Wenn man nicht mehr arbeiten kann, finden das viele vielleicht nicht so schlimm. Nach einem Unfall hingegen seine Freizeit nicht mehr unabhängig gestalten zu können, ist etwas anderes. Das wollten wir zeigen – dass man dann seine Freizeitbeschäftigung vermisst und damit verbunden die Freunde. So wollten wir die Jungen direkt ansprechen.
Nora Bertoli: Erst wollten wir einfach Bars und andere riesige Objekte in Gips einpacken. Das wäre jedoch zu aufwändig gewesen. Wir haben uns dann Gedanken darüber gemacht, welche kleineren, markanten Gegenstände wir benötigen, damit man sofort merkt, dass es sich um Arbeitsunfälle handelt. So fielen beispielsweise Utensilien von extrem gefährlichen Sportarten sofort weg, denn diese hätte der Betrachter wohl eher mit einem Sportunfall verbunden. Und natürlich sollten die Gegenstände sofort erkennbar sein. Wenn man erst noch überlegen muss, was der Gegenstand überhaupt darstellt, ist man schon lange am Plakat vorbeigegangen.

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Was wirkt denn genau an euren Sujets?
Olivia Gnani: Die Idee als Ganzes ist sofort erkennbar. Man merkt auf den ersten Blick, dass es um Freizeit geht. Der Gips macht deutlich, dass es sich um Gegenstände handelt, die man im Moment nicht benutzen kann. Wir hätten auch verstaubte Gegenstände zeigen können, aber das hätte unsere Aussage nicht so scharf dramatisiert.
Nora Bertoli: Wir haben uns dann doch noch lange überlegt, ob die Sujets wirklich so schnell funktionieren, wie wir denken. Für uns schienen die Bilder natürlich leicht verständlich, weil wir uns ja damit auseinandergesetzt hatten. Aber es ist nicht einfach, sich in die Rolle eines Betrachters zu versetzen, welcher ein Sujet zum ersten Mal sieht. Wir hatten beispielsweise auch eine Idee mit Horror-Plakaten: Für uns hätten diese Sujets gut funktioniert. Aber bei den meisten anderen hätte ein Horrorfilm-Sujet wohl nicht so schnell die Verbindung zum Arbeitsunfall geschaffen.
Olivia Gnani: Genau, da hätten wir textlich weitere Wege gehen müssen, damit die Idee wirkt.

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Was haltet ihr generell von provokativen Ideen, die eher erschrecken oder gar abstossen?
Nora Bertoli: Ich finde solche Schocker-Momente eigentlich ziemlich cool, denn die bleiben dir deutlicher in Erinnerung.
Olivia Gnani: Man muss einfach aufpassen, dass sie nicht Selbstzweck sind, sondern zum Thema passen und der Kommunikationsidee helfen.
Nora Bertoli: Ausser man zielt darauf ab, dass eine Idee unterschiedlich aufgefasst wird oder divergente Meinungen auslöst. Genau auf diese Weise bieten polarisierende Plakate einen Anstoss zur Diskussion. Ausserdem zeigen provokativere Ideen ganz klar, wo man steht, ohne Angst vor der Reaktion oder der Meinung anderer. Wenn ich dahinterstehen kann, ist es mir auch egal, angegriffen zu werden, weil ich das Produkt oder die Idee ja unterstütze und gut finde.

Was macht eurer Meinung nach generell eine gute Idee aus?
Olivia Gnani: Toll ist, wenn man via Werbung Emotionen, welche die Leute bereits haben, aufgreifen und mit einem Thema verbinden kann. Ausserdem muss eine gute Idee schnell verständlich, etwas Neues sein, das man so noch nicht gesehen hat. Nicht nur Personen im Kreativbereich sollen die Idee verstehen, sondern jedermann.
Nora Bertoli: Ich glaube, etwas ganz Neues zu erfinden, ist heute ziemlich schwierig, irgendwie hat man alles schon mal irgendwo gesehen. Aber man kann ja auch aus einigen guten Ideen etwas Neues zusammensetzen. Ausserdem ist wichtig, dass ein Gedanke gut umgesetzt wird – ästhetisch halt. Im Notfall hilft eine gute Umsetzung, auch aus einer an und für sich nicht so wahnsinnigen Idee etwas Besonderes zu machen. Oder man setzt einen Gedanken, den es schon mal gab, ganz neu um. Aber generell vertraue ich bei Ideen auf mein Bauchgefühl: Wenn mich etwas beschäftigt, mein Interesse weckt, mich zum Lachen bringt, ist man meist schon mal auf einem guten Weg.

Interview: Ursina Maurer
 

Mobile Video immer beliebter

The world is watching – daran besteht kein Zweifel. Bewegtbildinhalte begeistern die Konsumenten. Entgegen früherer Erwartungen gewinnt dabei auch der mobile Videokonsum an Bedeutung. Und zwar deutlich.

Die Konsumenten sehen sich auf den mobilen Devices nicht nur kurze Clips an, sondern gerne auch längere Beiträge, besonders wenn es um Live- Inhalte geht. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Global Video Index des Videotechnologie- Anbieters Ooyala, für den Nutzungsdaten von rund 200 Millionen Videokonsumenten weltweit ausgewertet wurden. Die Analysen zeigen, dass heute bereits 17 Prozent aller Online-Videos am Smartphone oder Tablet angeschaut werden. Der Anteil via Tablet angesehener Videos wuchs im letzten Jahr um 6 Prozent, der Smartphone-Anteil legte im gleichen Zeitraum sogar um rund 60 Prozent zu. Begünstigt wurde diese Entwicklung insbesondere durch leistungsfähigere Netze, smartere mobile Endgeräte und optimierter mobile Video-Anwendungen. Die Konsumenten wissen die Möglichkeiten des einfachen mobilen Videokonsums immer mehr zu schätzen. Das zeigt sich nicht nur darin, dass ein immer grösserer Anteil an Online-Videos mobil abgerufen wird, sondern auch in höheren Anteilen am Zeitbudget. Der Studie zufolge entfielen Ende 2013 bereits 26 Prozent der gesamten Online-Video-Nutzungszeit auf Smartphones und Tablets. Innerhalb nur etwas mehr als einem Jahr hat sich der Mobile- Video-Anteil an der Online-Video-Nutzungszeit damit fast verdreifacht. Allein im letzten Quartal 2013 ist der Mobile-Video-Anteil um 43 Prozent gestiegen. Die Studie geht davon aus, dass der Trend zu Mobile Video anhält: Die Analysten rechnen damit, dass Ende 2016 die Hälfte der gesamten Online- Video-Nutzung an mobilen Devices stattfinden wird.

Welche Inhalte werden nun mobil bevorzugt? Die Auswertungen machen deutlich, dass es mitnichten nur um kurze Clips geht. An den grösseren Screens – Smart TV und PC – entfällt erwartungsgemäss der Grossteil der Sehdauer auf längere Online-Videos: 80 bzw. 61 Prozent der Sehdauer werden hier mit Videos verbracht, die länger als 10 Minuten sind. Doch auch am Smartphone (76%) und Tablet (59%) entfällt der Grossteil des Bewegtbildkonsums auf Videos von mehr als 10 Minuten Länge. Die Konsumenten schrecken nicht einmal vor Videos zurück, die länger als eine halbe Stunde sind: 35 Prozent der Sehdauer am Tablet und sogar 53 Prozent der Sehdauer am Smartphone entfallen auf Videos von 30+ Minuten Länge – das ist zwar weniger als am Smart- TV (62%), aber doch mehr als am PC (34%). Die Auswertungen zeigen ausserdem, dass Live- Videos im Schnitt deutlich längere Nutzungszeiten verbuchen können als Beiträge aus der Konserve. Das gilt besonders für Online-Videos am Smart TV und PC. Am Smart TV liegt die durchschnittliche Dauer eines Live-Streams bei 42,8 Minuten, ein On- Demand-Video läuft dagegen im Schnitt nur für 5,1 Minuten. Am PC beträgt dieses Verhältnis 34,5 zu 2,6 Minuten. Bei den mobilen Devices sind diese Unterschiede nicht ganz so gross, in der Tendenz aber identisch. Live-Streams dauern am Tablet im Schnitt 7,1 Minuten – fast doppelt so lang wie On- Demand-Beiträge (4,1 Minuten). Am Smartphone liegt das Verhältnis bei 3,5 zu 2.8 Minuten. Last but not least zeigt die Untersuchung: «Mobile is a Sports Lifeline.» Die Konsumenten schätzen es, Sportsendungen flexibel und unterwegs mit mobilen Devices ansehen zu können. Das Tablet kommt dabei interessanterweise eher für kürzere «Sport- Häppchen» zum Einsatz: 60 Prozent der Sehdauer entfallen auf Sportbeiträge mit einer Länge von 1 bis 6 Minuten. Smartphones hingegen werden auch für die ausführlichere Sportberichterstattung wie beispielsweise die Zusammenfassung von Fussballmatches genutzt: 62 Prozent der Sehdauer am Smartphone entfallen auf Sportsendungen, die länger als 10 Minuten sind.

Clemens Koob

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Key Facts

– Bereits 17 Prozent aller Online-Videos werden am Smartphone oder Tablet angeschaut.
– 26 Prozent der Online-Video-Nutzungszeit entfallen auf mobile Devices. Der Mobile-Video-Anteil hat im Vergleich zum Vorjahr um 190 Prozent zugelegt.
– Ende 2016 wird die Hälfte der gesamten Online-Video-Nutzungszeit auf Mobile Video entfallen.
– Ein grosser Teil der mobilen Sehdauer wird mit Videos verbracht, die 30+ Minuten lang sind (Smartphone 53%; Tablet 35%).
– Live-Streams werden im Schnitt länger geschaut als On-Demand-Clips: Am Tablet liegen die Werte bei 7.1 zu 4.1 Minuten, am Smartphone bei 3.5 zu 2.8 Minuten.
– Sport: Tablets werden für Häppchen genutzt (60% der Sehdauer für Sportbeiträge von 1-6 Minuten Länge), Smartphones für ausführlichere Berichte (62% der Sehdauer für Beiträge von 10+ Minuten Länge).
 

Die Sorgen der Old Gray Lady

Der Innovation Report der New York Times hat für viel Aufsehen gesorgt – die darin aufgezeigten Lösungsansätze, um im digitalen Markt bestehen zu können, gelten auch für Schweizer Verlage.

Dass die Verhältnisse bei der Old Gray Lady, wie die New York Times etwa auch genannt wird, nicht mit jedem Verlag hierzulande vergleichbar sind, wird schon in der Einleitung klar: Ein Team von sechs gestandenen Journalisten zusammen mit zwei internen Beratern aus verschiedenen Bereichen, darunter mit Arthur Gregg Sulzberger der Sohn des Verlegers, hatte sechs Monate Zeit, auf Grund Hunderter von Interviews mit internen und externen Experten über die Zukunft der Redaktionsarbeit und des Verlages nachzudenken. Das Resultat, ein fast hundertseitiger interner Bericht, kommt als journalistisches Produkt, in der Sprache, der Bebilderung, den Grafiken, daher und hätte so durchaus etwa im New York Times Magazine veröffentlicht werden können – doch es war dann ausgerechnet der im Report oft erwähnte neue Konkurrent Buzzfeed, der das Dokument publik machte. Darin werden sechs Kernvorschläge formuliert und mit zahlreichen Beispielen untermauert. Nicht als Vorgabe oder Forderung, sondern als Diskussionspapier, doch die Sprache und der Duktus lassen erkennen, dass in den Augen der Autoren für das Traditionsblatt Matthäi am Letzten ist, so nicht rasch und konsequent gehandelt wird. – Wir geben die Zusammenfassungen der sechs Vorschläge im übersetzten Wortlaut wieder und gleich auch noch unseren Senf dazu:

1. Entdecken
 
«Dank immer besserer Technik gibt es zusehends mehr Möglichkeiten, um die eigene Arbeit den richtigen Lesern am richtigen Ort zur richtigen Zeit zukommen zu lassen. Doch wir verlangen von den Lesern immer noch zu viel. Sie müssen mit einer Website oder einer App umgehen, die immer noch nach unserer Printstruktur gestaltet ist. Wir müssen mehr darüber nachdenken, wie immergrüne Inhalte einfach wieder zugänglich gemacht, wie unsere Inhalte besser organisiert und verpackt und wie den Lesern für sie wichtige Inhalte besser offeriert werden können. Um diese Bestrebungen vorwärts zu bringen, sollten wir mehr in die unspektakuläre, aber essenzielle Arbeit des Verschlagwortens und Strukturierens unserer Inhalte investieren.»

Die Werbewoche meint: Ob New York Times oder Hinterfultiger Tagblatt – das betrifft jedes Traditionsmedium gleichermassen: Es genügt nicht, eine Redaktion einfach konvergent aufzustellen, ohne auch neue Online- spezifische Abläufe, wie etwa das Verschlagworten, einzuführen. Als das Radio aufkam, wurden Nachrichten aus den Zeitungen vorgelesen. Und in den Anfangsjahren des Fernsehens wurden Nachrichtensprecher gesendet. Es ist höchste Zeit, dass Traditionsmedien erkennen, dass mit ihren gewohnten Strukturen und Abläufen in der digitalen Welt kein Blumentopf zu holen ist.

2. Werbung

«Wir müssen bessere Fürsprecher der eigenen Arbeit sein. Dazu müssen Redaktionsstrukturen geschaffen werden, die sicherstellen, dass unsere wichtigste Arbeit eine maximale Leserschaft und Wirkung erreicht. Es bedeutet, bewährte Vorgehensweisen zu erkennen und mit der Redaktionsbasis zu teilen und Reporter und Redaktoren zu fördern, damit sie ihre Artikel bewerben können. Ausserdem müssen wir den Optimierungsprozess im Bereich der Suchmaschinen und der Sozialen Medien ernster nehmen und sicherstellen, dass wir unsere Werkzeuge und Abläufe entsprechend unseren sich verändernden Bedürfnissen modernisieren.»

Die Werbewoche meint: Viele Medienmarken kommen in den Social Media vergleichsweise ärmlich daher: kaum Freunde oder Followers oder auf jeden Fall deutlich weniger als einige der bekannten Konsummarken oder Promis. Da geht es nicht nur darum, dass Journalisten auf Facebook aktiv sind und Redaktoren twittern, sondern es müssen auch neue Abläufe (wie Real Time Bidding, RTB etc.) beherrscht werden, um so erzielte Gelegenheitsbesucher auf der Website monetarisieren zu können. Diese Fly-bys sind die neuen Abonnenten.

3. Verbindung

«Unsere Leser sind vielleicht unsere grösste ungenutzte Ressource. In einer Welt, da Inhalte oft ihre grösste Verbreitung durch die Weiterleitung durch andere Nutzer erfahren, ist es kritisch, unsere Verbindung mit ihnen sowohl online- wie offline zu vertiefen. Und viele Leser erwarten inzwischen von uns eine Zwei-Weg-Beziehung, um sich mit unserem Journalismus und unseren Journalisten einlassen zu können. Dies bedeutet, dass die Redaktion als Ganzes die Zügel in die Hand nehmen muss, wenn es um User-generierte Inhalte, Veranstaltungen und andere Formen der Beziehungen mit uns geht, die unseren Normen und Werten entsprechen.»

Die Werbewoche meint: Das chancenreichste Potenzial, das vielen Verlagen zur Verfügung steht, sind ihre Marken. Doch werden diese Marken kaum geführt und gepflegt. Nur die täglichen News – oder ein Lifestyle?

4. Zusammenarbeit mit Verlagsabteilungen im Lesermarkt

«Praktisch über Nacht erhielt die Redaktion so viele der notwendigen Fähigkeiten und Erkenntnisse, um unsere digitale Berichterstattung auf die nächste Stufe zu heben. Es gibt eine Reihe von Abteilungen und Einheiten, die meisten auf Verlagsseite, die sich explizit mit der Lesererfahrung beschäftigen, so etwa Design, Technik, Marktforschung, Entwicklung und Produktverantwortliche. Hier gibt es eine klare Chance für eine bessere Zusammenarbeit. Jüngste Initiativen, wie etwa NYT Now, haben die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit gezeigt. Wir schlagen keine umfassende Reorganisation vor, glauben aber, dass eine einfache neue Richtlinie – die Zusammenarbeit mit Verlagsabteilungen wird gefördert und erwartet – ein starkes Signal aussenden und riesige Speicher an kreativer Energie und Einsichten freilegen kann.»
 
Die Werbewoche meint: Wer gemeint hat, das mit der Konvergenz sei nun überstanden, irrt: Auch produktrelevante Funktionen, die bisher ausserhalb der Redaktion wahrgenommen werden, sind zu integrieren. Die journalistische Unabhängigkeit ist künftig durch eine hohe Transparenz der eigenen Arbeit zu dokumentieren und zu garantieren.

5. Schaffen eines Strategie-Teams in der Redaktion

«Viele Redaktionsleiter sind mit der täglichen Arbeit derart ausgelastet, dass sie wenig Zeit haben, einen Schritt zurück zu treten und über langfristige Fragen nachzudenken. Wären wir einfach eine Zeitung, würde eine solche einseitige Ausrichtung Sinn machen. Aber wir müssen jetzt Print, Web, Apps, Newsletters, News Alerts, Social Media, Video, eine internationale Ausgabe und eine Reihe eigenständiger Produkte jonglieren. Wir schlagen vor, ein kleines Strategie-Team zu schaffen, mit der zentralen Aufgabe, die Chefredaktion zu beraten. Diese Gruppe soll die Redaktionsleiter über Konkurrenzstrategien, Technologiewandel und Verschiebung im Leserverhalten auf dem Laufenden halten. Sie würde auch helfen, Projekte im ganzen Unternehmen zu verfolgen, die unsere digitale Berichterstattung betreffen, und die Redaktionsleitung beim Setzen und Verfolgen von Prioritäten unterstützen sowie gelegentlich bestimmte Themen vertieft abklären. Zudem würde sie Experimente in den Redaktionsabteilungen unterstützen und die Ergebnisse an die gesamte Redaktion weiterleiten, um zu gewährleisten, dass wir neue Chancen erkunden und Erkenntnisse aus unseren Anstrengungen ziehen können.»

Die Werbewoche meint: Wenn Chefs Kernaspekte ihres Geschäfts nicht beherrschen und dazu Berater brauchen, sind sie fehl am Platz und müssen ersetzt werden. Gilt auch hierzulande. Erst wenn an der Unternehmensspitze Chefs agieren, die den digitalen Lifestyle im Blut haben, werden Verlage für talentierte Macher als Arbeitgeber attraktiv sein. Der Innovation Report dokumentiert und beklagt das Gegenteil: Fähiges Personal verlässt die Old Gray Lady in Richtung der erfolgreichen digitalen Neuankömmlinge.

6. Eine Strategie formulieren, um die Redaktion zu einer Digital-First-Organisation zu machen

«Artikel werden in der Regel gegen Ende des Tages fertig. Unsere Mobile-Apps werden gemäss den Rubriken der gedruckten Ausgabe gegliedert. Die Redaktionen gestalten sorgfältigst ihre Zeitungsbünde, verbringen aber nur wenig Zeit damit, über soziale Strategien nachzudenken. Traditionelle journalistische Fähigkeiten sind die oberste Priorität bei der Einstellung und Beförderung. Die in über eineinhalb Jahrhunderten aufgebauten Gewohnheiten und Traditionen zum täglichen Erscheinen einer Zeitung sind eine mächtige und bewahrende Kraft zu einer Zeit, da wir den Übergang zum Digital-Geschäft anstreben – genau so wie die grosse Anziehungskraft der Frontseite. Einige unserer traditionellen Wettbewerber haben sich energisch auf einen Digital-First anstatt auf einen Print-First-Ablauf eingerichtet. Angesichts unserer gesunden und profitablen Druckausgabe müssen wir noch nicht auf diesen Weg einschwenken. Aber es ist wichtig, damit zu beginnen, unsere auf die Druckausgabe ausgerichteten Traditionen zu hinterfragen, unsere Ansprüche im digitalen Bereich umfassend zu erfassen und sich dabei die Redaktion der Zukunft vorzustellen. Das bedeutet, alles zu überdenken, von unserem Personal bis zu unserer Organisationsstruktur und zur Frage, was wir tun und wie wir es tun.»

Die Werbewoche meint: Ist alles ganz einfach: Die Printausgabe kann fast ganz vergessen werden – es braucht nur noch ein kleines Gestaltungsteam, das die vorhandenen Artikel schön auf den Seiten anrichtet. Die Leser werden einen Unterschied ebensowenig bemerken, wie sie den Ressourcen-Abbau in den Redaktionen in den letzten Jahren nicht zum Anlass für eine Abonnementskündigung genommen haben. Wer‘s nicht glaubt, reise in die Berge: In Interlaken produziert die Gossweiler Media AG ihre Jungfrau- Zeitung bereits seit Jahren nach diesem Prinzip.

Christoph J. Walther

Zur Sache: Kreative Power im Doppelpack

Das Kopf-an-Kopf-Rennen dauerte fast eine Woche, dann war klar: Regula Fecker von Rod Kommunikation und Alexander Jaggy aus der Agentur Jung von Matt/Limmat haben beide exakt gleich viele Stimmen erhalten bei der Wahl zum Werber des Jahres.

«Stichentscheid oder Traumpaar?» war deshalb die Frage in der Redaktion. Und wir haben uns für einen Doppelsieg entschieden. Beide Top-Werber haben mit ihren Agenturen im vergangenen Jahr immer wieder für Aufsehen und nachhaltige Kampagnen gesorgt. Sowohl Rod Kommunikation wie Jung von Matt/Limmat haben massgebliche Pitches oder Preise gewonnen. Mit ihren kreativen Leistungen an der Front und ihren politischen und unternehmerischen Netzwerken im Hintergrund repräsentieren Regula Fecker und Alexander Jaggy für die Werbewoche das ideale Botschafter-Duo für unsere Branche in diesen bewegten Zeiten. Und wo die Entwicklung der Kommunikationsbranche uns ständig schneller mit neuen Herausforderungen konfrontiert, kann die alte Weisheit nicht schaden: «Zu zweit geht alles viel besser.»

Nach dem letztjährigen Sieger Peter Brönnimann von Leo Burnett Schweiz standen für den aktuellen Titel auch noch Geri Aebi als gestandener CEO einer Grossagentur, Michael Hählen als Vertreter für die KMU-Kommunikation, Michael Hinderling für die Digitalen und Philipp Skrabal für einen Kreativen mit Lust auf Veränderung zur Auswahl.

Die beiden neuen Werber des Jahres werden mit dem Pokal «Egon» ausgezeichnet. Das Männchen mit einem überdimensionierten Mund als Megaphon ist vom Schweizer Künstler Max Grüter gestaltet worden. Die Trophäe ist ein kleiner Fingerzeig, da den Werbern oft nachgesagt wird, dass sie eine (zu) grosse Klappe hätten. Übergeben wird der «Egon» in diesem Jahr erstmals im Rahmen der «Nacht der Marke» als feierlicher Abschluss des Schweizer Markenkongresses im «Dolder Grand» in Zürich. An diesem Abend in der Runde von vielen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kommunikationsbranche wird auch die «Kampagne des Jahres» ausgezeichnet.

20 Spots hat die Werbewoche auf ihrem Portal Werbewoche.ch zur Abstimmung vorgeschlagen. Gewonnen hat die Kampagne für Schweizer Früchte von der Werbeagentur Unikat mit den witzigen Spots von Barry und Hans aus der Feder von CD Daniel Meier. Realisiert hat diese Reto Salimbeni mit seiner Manifesto Films.

Die Kür zum Werber des Jahres gehört zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in der Agenda der Schweizer Agenturszene. Bereits 1977 haben die Kreativen erstmals ihren «König» gekürt. In diesem Jahr wird der Titel zum 37. Mal vergeben. Wir sind überzeugt, dass die Tradition mit dem Herausholen aus dem Januarloch und der prominenten Eingliederung in die «Nacht der Marke» mehr als nur eine schöne Sommerliebe bleiben wird.

Andreas Panzeri, Chefredaktor-Stv.
[email protected]
 

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