Weinhändler fordert 30 Millionen von der SRG

Der Walliser Weinhändler Dominique Giroud fordert 30 Millionen Franken Schadenersatz von der SRG. Er wurde zu unrecht als Weinpanscher bezeichnet.

Wie die Zeitung Schweiz am Sonntag in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, erreichte der Zahlungsbefehl am Donnerstag das Betreibungsamt Bern-Mittelland. Giroud wurde im Dezember 2013 in einem RTS-Bericht ohne Unschuldsvermutung der Weinpanscherei beschuldigt. Die UBI wies im Oktober zwar eine Beschwerde Girouds knapp ab (Werbewoche.ch berichtete), die Waadländer Staatsanwaltschaft sprach Giroud jedoch kürzlich vom Verdacht der Weinfälschung frei. Das hat den Weinhändler in der Absicht bestärkt, gegen die SRG zu klagen. Wie die Schweiz am Sonntag aus seinem Umfeld erfahren haben soll, wirft Giroud der SRG vor, seinen Ruf als seriösen Weinexperte ruiniert zu haben und für den Verlust von Grosskunden wie Denner verantwortlich zu sein. Ausserdem könne er durch die Geschichte sein Weingut nicht zu einem anständigen Preis verkaufen.

Giroud und die SRG liegen sich aufgrund mehrerer Berichte in den Haaren. Der Walliser wirft der Gesellschaft vor, zu keinerlei Kompromissen bereit zu sein. So habe sie beispielsweise im Gegensatz zur ebenfalls in die Berichterstattung involvierte Zeitung Le Temps einem Verjährungsstopp nicht zugestimmt – die Verjährungsfrist für eine allfällige Klage ist kurz.

Giroud ist mittlerweile nicht mehr operativ in seiner Weinhandlung tätig, sondern kümmert sich hauptsächlich darum, seinen angeschlagenen Ruf wiederherzustellen. Dieser ist nicht nur durch die Panscher-Vorwürfe in Mitleidenschaft gezogen: Der Walliser wurde im Juli wegen Urkundenfälschung und Steuerbetrug verurteilt im Kanton Genf wird wegen des Verdachts auf Hackerangriffe auf Journalisten ermittelt. (hae/SaS)

Bild: Keystone
 

Leergut

Das Magic Tape von 3M soll unsichtbar sein. Zumindest die von Kolle Rebbe Hamburg entworfene Verpackung hält das Versprechen.

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Magic Tape ist laut Produktbeschreibung «praktisch unsichtbar» und eignet sich deshalb, um Blätter zu reparieren, einzelne Seiten oder gar Gegenstände zusammenzukleben. Offenbar kein leeres Werbeversprechen, wie ein Blick in Kunden-Rezensionen eines grossen Onlinehändlers zeigt. Eigenschaften, die man also guten Gewissens entsprechend kommunizieren darf. In diesem Fall übernahm die Hamburger Agentur Kolle Rebbe die Aufgabe und kreierte für das Magic Tape eine Verpackung, die weit über die deutschen Grenzen hinaus für Aufsehen sorgte. Ein simpler Zauberklassiker mit grosser Wirkung sorgte dafür, dass das Klebeband unsichtbarer wurde, als dies den zahlenden Kunden auf den ersten Blick lieb sein konnte. Auf den zweiten Blick hingegen dürfte die clevere Verpackung für viele sogar das entscheidende Verkaufsargument gewesen sein. (hae)

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Jung von Matt/Limmat: Baden wird fit

Jung von Matt/Limmat hat eine auffällige Ambient-Aktion zur Eröffnung von Exersuisse Baden durchgeführt.

In der Fussgängerzone von Baden sorgte ein Kraftprotz für staunende Blicke: Mit nur einer Hand hielt er sich während Stunden an einer Reckstange fest. Die Aktion an einer mobilen Plakatstelle wies die Passanten auf das neue Trainingscenter von Exersuisse hin, welches gleich um die Ecke eröffnet wurde.

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Der Standort im Badener Gstühl-Center ist die erste Exersuisse-Filiale im Kanton Aargau – und die 19. in der ganzen Schweiz. Die Trainingsprinzipien basieren auf aktuellen medizinischen und sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. So verfügt Exersuisse als erster Anbieter schweizweit über sogenannte exzentrische Geräte, die ein besonders effizientes Training ermöglichen. Ganz nach dem Motto: Kein Ausruhen, mehr Effekt – wie der Kraftakt des Exersuisse-Promoters in der Badener Innenstadt zeigte.

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Verantwortlich bei Exersuisse: Sandra Thoma (Inhaberin); Annette Brauer (Marketing); Julia Dieziger (Public Relations). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Andy Lusti (Creative Direction); Christina Wellnhofer (Art Direction); Daniel Gremli (Text); Aude Kohler, Bettina Ehrismann (Grafik); Merja Rinderli, Milena Elias (Beratung); Philipp Bühler (Public Relations); Streuplan (Produktion).
 

Navyboot trennt sich von Schumacher

Der mit den Folgen seines schweren Skiunfalls kämpfende Ex-Formel-1-Fahrer Michael Schumacher steht nicht mehr bei Philippe Gaydouls Modefirmen Navyboot und Jet Set unter Vertrag.

Dies berichtet die Aargauer Zeitung am Samstag. Dabei wird die ungewisse, herausfordernde Situation für Schumachers Sponsoren aufgezeigt: Diese bezahlen mehrere Millionen Franken pro Jahr, erhalten seit dem fatalen Unfall aber keine Gegenleistung. Wer sich jedoch von der Rennfahrer-Legende trennt, riskiert einen Imageschaden in der Öffentlichkeit. Dennoch ist nun der erste Geldgeber «abgesprungen»: Die Schweizer Modemarken Navyboot und Jet Set sind nicht mehr vertraglich an Schumacher gebunden, wie Gaydouls Sprecherin gegenüber der Zeitung bestätigt.

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Schumacher und Gaydoul 2010 bei einem Sponsorentermin in München (Bild: Keystone)

Details werden keine bekannt gegeben. Die AZ deutet diese Verschwiegenheit als möglichen Hinweis darauf, dass der Vertrag nicht ordentlich ausgelaufen, sondern vorzeitig aufgelöst worden sein könnte. Denn die Vermutung liegt nahe, dass ersterer Fall aus Imagegründen konkret kommuniziert worden wäre.

Die Gründe für die Trennung dürften rein wirtschaftlicher Natur sein, denn Gaydoul und Schumacher traten in der Vergangenheit als Freunde in der Öffentlichkeit auf. Vor dem Unfall und nach dem Karriereende als Rennfahrer zahlte sich Schumachers Engagement laut damaliger Aussagen von Gaydoul vor allem durch sein enormes Netzwerk und weniger durch eine Funktion als klassischer Werbeträger aus. Da diese Vorteile seit dem Unfall wegfallen, dürften die vom Magazin Bilanz geschätzten fünf Millionen Franken pro Jahr für die unter wirtschaftlichem Druck stehenden beiden Schweizer Modefirmen untragbar geworden sein. (hae/AZ)
 

Medienförderung: Bundesrat spielt den Ball dem Parlament zu

Nach Ansicht des Bundesrats muss die Medienbranche den Strukturwandel selber bewältigen. Er schlägt dem Parlament aber Massnahmen vor, wie Druck von den Medien genommen werden könnte. Die von der Medienkommission vorgeschlagene Stiftung gehört nicht dazu.

Das Parlament hatte die Regierung 2012 damit beauftragt, eine Gesamtschau der Schweizer Medienlandschaft vorzunehmen und ein Förderkonzept zur Stärkung der staats- und demokratiepolitischen Bedeutung der Medien zu erarbeiten. Der Bundesrat zeigte sich unwillig: Er verwies auf frühere Berichte und empfahl, der Branche genügend Zeit zu lassen, um ihre Probleme selber zu lösen. Bei dieser Haltung ist er auch in dem am Freitag veröffentlichten Bericht geblieben, mit dem er den parlamentarischen Auftrag erfüllt.

Bundesrat setzt auf Eigenverantwortung

Darin kommt er zwar zum Schluss, dass sich die Medienbranche nach wie vor in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet, dessen weitere Entwicklungen nicht absehbar sind. Als grösste Probleme ortet der Bundesrat die Medienkonzentration, die erodierende wirtschaftliche Basis der Tageszeitungen, Konkurrenz durch Online-Angebote und als Folge schlechtere Arbeitsbedingungen für Medienschaffende sowie Qualitätsverlust. Unmittelbaren Handlungsbedarf sieht er aber nicht: Der Bundesrat wolle der Branche Zeit lassen, um diese Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen, heisst es im Bericht. Würden voreilig ungeprüfte Förderansätze eingeführt, könne dies zu Fehlanreizen führen. Da das Parlament aber ein Förderkonzept verlangt hat, schlägt der Bundesrat verschiedene Massnahmen vor, wie die Folgen des Strukturwandels abgefedert werden könnten. Zu den kurzfristigen Massnahmen, die ohne Gesetzesanpassungen umgesetzt werden könnten, gehört eine zeitlich beschränkte Unterstützung des Basisdienstes der Schweizerischen Depeschenagentur sda in französischer und italienischer Sprache. Einen möglichen Förderbetrag nennt der Bundesrat in dem Bericht nicht. Weiter schlägt er vor, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2,5 Prozent, von dem heute Print-Produkte sowie Radio und Fernsehen profitieren, auf bestimmte Online-Medien auszudehnen.

Mehr Geld für Journalistenausbildung

Um die journalistische Qualität zu sichern, könnte laut Bundesrat die Unterstützung der Aus- und Weiterbildung ausgebaut werden. Dafür gibt der Bund heute rund eine Million Franken pro Jahr aus. Mit einer zusätzlichen Million könnte in diesem Bereich bereits eine wirksame Unterstützung erfolgen, heisst es im Bericht. Mit der Beibehaltung der indirekten Presseförderung stellt der Bundesrat einen von ihm selber beantragten Sparantrag zur Diskussion. Heute verbilligt der Bund mit 50 Millionen Franken die Zustellung von Zeitungen sowie der Mitgliedschafts- und Stiftungspresse. Die Wirkung dieser Massnahme sei zwar umstritten, im medienpolitischen Interesse würde sich aber die vorläufige Beibehaltung der Zustellermässigung rechtfertigen. Mittel- und langfristig könnten laut Bundesrat neben den bereits heute geförderten Radio- und Fernsehangeboten auch Online-Medien gefördert werden. Dies würde aber eine grundsätzliche Debatte über Umfang und Inhalt des Service public im Medienbereich voraussetzen. Eine solche könnte auch in eine gattungsunabhängige Medienförderung münden. Der Bundesrat weist jedoch auch darauf hin, dass eine dafür nötige Verfassungsänderung bereits mehrmals verworfen worden ist.

Offene Fragen zur Stiftung

Der Massnahmenkatalog des Bundesrats deckt sich weitgehend mit den Vorschlägen, welche die Eidgenössische Medienkommission (EMEK) Anfang September vorgelegt hat. Die staatsunabhängige Stiftung zur Förderung der Schweizer Medien, welche die EMEK ebenfalls vorgeschlagen hatte, gehört jedoch nicht dazu. Dafür fehlt gemäss einem Gutachten des Bundesamts für Justiz die Verfassungsgrundlage. Darüber hinaus würden sich grundlegende Fragen zu Inhalt, Auftrag, Organisation und Finanzierung einer solchen Institution stellen, schreibt der Bundesrat. Nun liegt der Ball beim Parlament. An ihm wäre es, dem Bundesrat allfällige weiterführende Aufträge zu erteilen oder Gesetzesänderungen anzustossen. Auf einen Auftrag zur Ausarbeitung einer konkreten Vorlage haben die Räte bisher ausdrücklich verzichtet. Mit einem Element wird sie sich jedoch bereits im Laufe des nächsten Jahres auseinandersetzen müssen: Die Abschaffung der indirekten Presseförderung ist nach wie vor Teil des Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspakets (KAP), das der Bundesrat dem Parlament vorschlägt. (SDA)

Bild: Keystone

Verleger begrüssen indirekte Presseförderung – Gewerkschaften nicht

Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter der Medienbranche reagieren unterschiedlich auf den Vorschlag des Bundesrats, die indirekte Presseförderung weiterzuführen. Während für Syndicom die Probleme damit nicht gelöst sind, loben die Verlegerverbände das Vorgehen der Regierung.

«Wir begrüssen es, dass der Bundesrat die vergünstigte Postzustellung der kleineren Zeitungen weiterführt und die Nachrichtenagentur sda stärker finanziell unterstützt werden sol», schreibt der erband Schweizer Medien VSM. Auch die geplante Reduktion des Mehrwertsteuersatzes für Onlineangebote stösst auf Anklang. Der Bundesrat halte in seinem Bericht zu Recht fest, dass die Schweiz eines der Länder mit der grössten Medienvielfalt und der stärksten Presse sei. Zeitungen würden in der Schweiz im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark genutzt. «Die Schweiz ist ein starkes Zeitungs- und Privatmedienland.»

Im fundamentalen digitalen Umbruch in der Medienlandschaft seien gute politische Rahmenbedingungen von grösster Bedeutung. Die politische Stossrichtung des Bundesrats ist für die Verleger deshalb der richtige Weg. So sei es richtig, dass die Medienhäuser in erster Linie selber gefordert seien, neue Wege und Geschäftsmodelle zu finden. «Der Staat soll Ermöglicher sein, aber nicht direkt finanziell eingreifen.»

Enttäuschte Mediengewerkschaft

Diametral anders sieht dies die Gewerkschaft Syndicom. «Es braucht neue Wege in der Medienförderung», heisst es in einem Communiqué. Der Bericht des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) bestätige die Befunde anderer Studien: Bezüglich Qualität und Vielfalt drohten den Schweizer Medien in den nächsten Jahren weitere Verschlechterungen. «Um diese Entwicklung zu stoppen, müsste der Bundesrat endlich Mut zeigen, ideologische Scheuklappen ablegen und Offenheit für neue Formen der Medien- und Journalismusförderung beweisen», kritisieren die Gewerkschafter.

Auch nach über einem Jahrzehnt hätten die Schweizer Verlage kein Mittel gefunden, um der Medienkrise zu begegnen. Tragfähige Geschäftsmodelle für Journalismus suche man vergebens, gerade auch im Internet. «Wer in zehn Jahren noch ein Medienangebot mit Qualität und Vielfalt möchte, muss jetzt handeln.» So bringe das Vorhaben, die Aus- und Weiterbildung der Medienschaffenden zu fördern, wenig, wenn die Arbeitsbedingungen auf den Redaktionen weiter erodierten, moniert Syndicom.

Wiederholte Forderung nach einem GAV

Die Gewerkschaft schlägt vor, der Bundesrat könnte die Verleger auffordern, nach zehn Jahren endlich wieder mit den Sozialpartnern Syndicom und Impressum einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Deutschschweizer und Tessiner Medien zu verhandeln. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) unterstützt die Forderungen der Syndicom und zeigt sich ebenso enttäuscht vom Bakom-Bericht und vom Handeln des Bundesrats, wie er in einem Communiqué schreibt.

Auch der Journalistenverband Impressum steht für einen neuen GAV ein. Jegliche Förderung der Medien müsse an die Einhaltung der journalistischen Ethik und die Garantie angemessener Arbeitsbedingungen gebunden werden, teilt er mit. Anders als die Gewerkschaften sieht Impressum aber auch Positives an einer Fortsetzung der bestehenden Presseförderung. Ebenso begrüsst Impressum den Blick über die Grenze: Richtigerweise hebe der Bericht hervor, dass in zwei  Dritteln der untersuchten Länder die Presse durch direkte Fördermassnahmen unterstützt werde. (SDA)

«Eine Hommage an den Schweizer Humor»

Was passierte wirklich unter Reto Lölis Bettdecke? Und was sagt die verantwortliche Wiener Agentur Demner, Merlicek & Bergmann eigentlich zum Löli-Gate? Partner Harry Bergmann stellt sich den Fragen.

Die Wogen schlagen hoch. Reto, der Sohn der für Media Markt werbenden Familie Löli, ist (vermeintlich) in einem der Werbespots beim Masturbieren zu sehen. Nun musste die Werbung aufgrund einiger Prosteste abgesetzt werden (Werbewoche.ch berichtete). Doch Reto selbst versteht die Unruhe um seine Aktivitäten überhaupt nicht, wie er über die verantwortliche Agentur Demner, Merlicek & Bergmann ausrichten lässt: «Ich mache doch nur das unter Decke, was viele andere auch machen!». Um die Bevölkerung zu beruhigen, gibt die Agentur daher jetzt die Antwort auf die Frage, was wirklich unter der Decke des Teenagers passiert. Sehen Sie hier den exklusiven Videobeweis:

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Ob diese Auflösung die erregten Gemüter wirklich zu beruhigen vermag, sei dahingestellt. Was es wirklich mit den Skandal-Lölis auf sich hat – wir haben in Wien nachgefragt. Die unabhängige, inhabergeführte Agentur Demner, Merlicek & Bergmann beschäftigt 136 Mitarbeitende und hat 39 Kunden aus 13 europäischen Ländern. Einer davon ist Media Markt Schweiz. Die erfolgreiche Agentur führt unter anderem das Effie-Ranking im deutschsprachigen an Raum an.

Harry Bergmann stiess 1976 zu der sieben Jahre zuvor von Jan Demner und Franz Merlicek gegründeten Kreativschmiede. Als Partner und Mitglied der Geschäftsleitung stellt er sich den sieben wichtigsten Fragen zum Löli-Gate.

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Werbewoche: Herr Bergmann, in der Schweiz steht Ihre Löli-Kampagne zur Zeit unter Beschuss: Media Markt nimmt den Masturbationsspot aus dem Programm. Haben Sie als Agentur diesen Schritt bewusst in Kauf genommen oder gar kalkuliert?
Harry Bergmann: Hätten wir von Anfang an gezeigt, was wirklich unter der Decke passiert, dürfte ich jetzt diese Frage nicht beantworten. Und ob man ein Interview mit der Werbewoche wirklich kalkulieren kann, sei dahingestellt.

Der Schweizer Werber und ADC-Präsident Frank Bodin wirft der Kampagne vor, die sexuelle Provokation stehe weder mit der Marke Media Markt noch mit der Kommunikationsidee im Einklang. Hat er recht?
Honi soit qui mal y pense.

Wie kamen Sie als Wiener Agentur überhaupt zur «Ehre», die neue Schweizer Nerv-Familie zu entwerfen?
Wir haben die Ehre, seit der Eröffnung der beiden ersten Schweizer Media Märkte Leadagentur zu sein. Und diese Ehre mussten wir mehrmals gegen die renommiertesten Schweizer Agenturen verteidigen.

Hat man die Lölis auch mit etwas Schadenfreude auf den westlichen Nachbarn losgelassen – als Retourkutsche für die vielen alpinen Ski-Niederlagen in den letzten Jahren vielleicht?
Als ehemalige Monarchie sind wir im Besitz einer schier unendlichen Flotte von prachtvollen Retourkutschen. Dass eine davon in Richtung Schweiz das Schengen-Gebiet verlassen hat, ist uns leider nicht bekannt. Wir als Österreicher sehen die Kampagne aber auch eher als Hommage an den Schweizer Humor, den wir über die Jahre sehr zu schätzen gelernt haben.

Was viele brennend interessiert: Wieso spricht der Vater baseldeutsch? Sind die Lölis Basler?
Ein Arbeitskollege von Papa Löli ist tatsächlich Basler. Und da muss wohl irgendwie der Akzent abgefärbt haben. Wo die Lölis allerdings herkommen, konnten wir – trotz mehrmaliger persönlicher Nachfrage – nicht in Erfahrung bringen.

In der Südschweiz wählte man für die Lölis den Namen «Baluba», der sich im Nachhinein als etwas unglücklich herausstellte. Wie kam man auf diesen Namen?
Sagen wir so: Da hat leider irgendein Löli einen Fehler gemacht.

Als erstes Fazit: Sind Sie – trotz oder gerade wegen des eisigen Gegenwindes, der den Lölis entgegenschlägt – zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Kampagne?
Der eisige Wind, den Sie verspüren, hat mehr mit der Jahreszeit als mit der Kampagne zu tun. Was nun die Zufriedenheit mit der Kampagne betrifft: Wir sind zufrieden, dass über die Kampagne offensichtlich mehr gesprochen wird als über alle anderen derzeit laufenden Kampagnen in der Schweiz. Wir sind zufrieden mit der grossen Anzahl derer, die die Lölis lieben. Ja, wir sind sogar zufrieden mit der grossen Anzahl derer, die die Lölis nicht lieben. Weil die Lölis die Anti-Welt des Media Markt verkörpern. Aber wir stehen nicht an zu versprechen, dass wir Joysticks im Laufe der Kampagne nur mehr über der Gürtellinie verwenden lassen.

Interview: Thomas Häusermann

 

Neo Advertising und Clear Channel beenden Kooperation

Clear Channel Schweiz und Neo Advertising haben entschieden, ihre Digital Shopping Media-Vertriebskooperation 2015 nicht zu verlängern. Ab dem 1. Januar 2015 werden die beiden Unternehmen daher ihre digitalen Werbeflächen in Shoppingzentren wieder selbst vermarkten.

Die Kooperation wurde im Oktober 2013 beschlossen und kommuniziert (Werbewoche.ch berichtete). Mit der strategische Zusammenarbeit führten die beiden Unternehmen ihre «Digital Shopping Media»-Produkte zusammen. Clear Channel und Neo Advertising vermarkteten zusammen insgesamt 653 digitale Screens in 54 Shoppingzentren in der Schweiz und ermöglichten so Werbetreibenden, drei Millionen Ladenbesucher pro Woche zu erreichen. Das Portfolio wurde durch eine Investition von 50 interaktiven 55-Zoll-Bildschirmen in zwölf Einkaufszentren im ersten Quartal 2014 durch Neo Advertising zusätzlich vergrössert.

Nun geht man getrennte Wege: Clear Channel Schweiz hält an der Strategie fest, ausschliesslich grossformatige Premium-Produkte im DOOH-Portfolio zu halten, wie das Unternehmen gegenüber Werbewoche.ch ausführt. Da Neo Advertising eine andere Strategie verfolge, werde die Kooperation nicht weitergeführt. Neo Adverstising habe sehr viele kleinformatige digitale Werbeflächen im Portfolio.

Aus diesem Grund erweitert Clear Channel laufend das Digital Shopping Media-Netzwerk: Neu verfügt das Unternehmen beispielsweise über Digital Shopping Media Screens im Einkaufszentrum Regensdorf, das mit 3,3 Millionen Besuchern pro Jahr zu den grössten Centren der Schweiz gehört. Sales Director Diego Quintarelli freut sich in einer Mitteilung über die Erweiterung des Netzwerkes: «Digital Shopping Media eröffnet neue und spannende Möglichkeiten, Menschen mit Marken zu verbinden, wenn diese draussen unterwegs und in Einkaufslaune sind». (hae/pd)
 

Gute Fahrt und gute Luft in einem Atemzug

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) tragen mit ihrem öffentlichen Verkehrsangebot zur guten Zürcher Luft bei. Ruf Lanz kommunizert dies mit einer neuen Kampagne.

Gemäss der renommierten Mercer-Studie gehört Zürich seit vielen Jahren zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität. In der aktuellen Studie 2014 landete Zürich auf dem zweiten Platz, hinter Wien und vor Auckland, München und Vancouver. Die VBZ tragen mit ihrem öffentlichen Verkehrsangebot dazu bei, dass die Lebensqualität in Zürich nicht auf der Strecke bleibt. So erbringt eine einzige Tramspur die gleiche Kapazitätsleistung wie fünf Autostrassen. Und was den 
CO2-Ausstoss betrifft, verursacht eine Person im Tram 13-mal weniger Emissionen als eine Person im Auto (bei durchschnittlicher Besetzung).

Ruf Lanz kommuniziert diese Facts mit einer spielerischen Analogie, die den Zürcher Netzplan einmal ganz anders zeigt. Das neuste Werbestück in der vielfach preisgekrönten VBZ-Kampagne kommt in TV und Kinos sowie auf Ad Screens, Plakaten und Inseraten zum Einsatz.

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Verantwortlich bei den Verkehrsbetrieben Zürich: Heinz Vögeli (Leiter Unternehmenskommunikation). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Marcel Schläfle (Art Direction), Markus Ruf (Text), Laura Hofer (Grafik), Christian Brütsch (Beratung). Produktion: Manifesto Films. Regie: Reto Salimbeni, Jürg Dummermuth. Animation: Jürg Dummermuth. Producer: Shannon Mildon/Charlotte Hottinger. Musik: Fred Hermann, Hitmill.

Vizner Borel für I Gelati: Bitte lächeln

Seit fast drei Jahren lässt Vizner Borel für die Migros-Tochter Midor kommunikativ die Glacekugeln rollen. Und sorgt mit erfrischenden Sujets bei Gastronomen und deren grossen und kleinen Gästen für ein Lächeln.

Im Mittelpunkt der bestehenden Kampagne (Werbewoche.ch berichtete) stehen bei den neuesten Kreationen aus der Küche der Zürcher Kommunikationsagentur Gesichter und Köpfe von Tieren.

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Verantwortlich bei I Gelati: Stefan Eberle (Product Group Manager), Barbara Velder (Product Manager). Verantwortlich bei Vizner Borel: Lajos Vizner, Guillaume Borel (Gesamtverantwortung), John Leuppi, Florian Steiner (Kreation), Eveline Jakob (Beratung), Jonas Kuhn (Fotografie).
 

Sonntagszeitung verstärkt Wirtschaftsredaktion

Peter Burkhardt verstärkt die Redaktion der SonntagsZeitung. Er ist seit 2007 als Wirtschaftsredaktor bei der Schweiz am Sonntag tätig und wechselt ab Februar 2015 als stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft zu Tamedia.

Vor seinem Engagement bei der Schweiz am Sonntag schrieb der heute 44-Jährige Journalist für die Neue Luzerner Zeitung und «one», das Mitarbeitermagazin der Credit Suisse. Seine ersten Erfahrungen als Journalist sammelte Peter Burkhardt beim damaligen Luzerner Tagblatt. 1992 wechselte er anschliessend zur BZ Berner Zeitung, für die er bis 2000 tätig war. Anschliessend war er bis 2001 als Presseoffizier und Chefredaktor für die friedensfördernde Mission Swisscoy KFOR im Kosovo im Einsatz. Peter Burkhardt studierte Neue Allgemeine Geschichte, Schweizer Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Bern und an der Freien Universität Berlin.

Indirekte Presseförderung um 1 Rappen erhöht

Nächstes Jahr profitieren 143 Titel der Regional- und Lokalpresse von ermässigten Zustelltarifen. Neu in den Genuss der indirekten Presseförderung kommt die satirische Wochenzeitung Vigousse. Sie musste bis ans Bundesgericht gelangen, um die Vergünstigung durchzusetzen.

Der Entscheid der Lausanner Richter vom letzten September hat Auswirkungen auch auf die anderen geförderten Titel: Diese erhalten nächstes Jahr zwar 23 Rappen pro Exemplar, 1 Rappen mehr als bisher. Weil für die indirekte Presseförderung aber 30 Millionen Franken zur Verfügung stehen und die Zahl der förderberechtigten Exemplare um 5,3 auf 130,1 Millionen zurückgeht, wäre eine Vergünstigung von 24 Rappen möglich. Wegen des Bundesgerichtsurteils geht der Bundesrat jedoch davon aus, dass die Zahl der föderberechtigten Exemplare nächstes Jahr leicht ansteigt. Er  entschied sich daher für eine Erhöhung um lediglich 1 Rappen. Dadurch könne für die Folgejahre eine gewisse Stabilität bezüglich Höhe der Zustellermässigung sichergestellt werden, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag.

Die Ermässigung für die Mitgliedschafts- und Stiftungspresse beträgt weiterhin 14 Rappen pro Exemplar. Dafür stehen insgesamt 20 Millionen pro Jahr zur Verfügung. Die jährliche Versandmenge bleibt bei 139,6 Millionen Franken nahezu stabil, die Zahl der geförderten Titel nimmt aber um fünf ab: 2015 profitieren damit noch 1119 Titel der Mitgliedschafts- und Stiftungspresse von der indirekten Presseförderung. (SDA)

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