Media verpflichtet
Ein neuer «Code of Conduct» soll im Schweizer Media-Geschäft eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Werbeauftraggebern, Mediaagenturen und Medien sowie deren Vermarktern ermöglichen. Formuliert hat das Papier der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA).

Download Code of Conduct (deutsch, PDF)
Download Code de conduite (französisch, PDF)
Der SWA stellte auf seiner Website bereits verschiedene Grundsätze, Musterverträge und Empfehlungen für den Schweizer Werbemarkt zur Verfügung. Nun hält der neue «Code of Conduct» zusätzlich fest, welches Verhalten von den Auftraggebern am Werbemarkt gewünscht ist.
Der «Code» des SWA legt zum Beispiel fest, dass Agenturen von den Werbeauftraggebern entsprechend der vereinbarten und erbrachten Leistungen fair und leistungsgerecht honoriert werden müssen oder dass Mediaagenturen bei der Auftragserfüllung den Zielen des Werbekunden verpflichtet sind, der sie beauftragt hat. Das bedeutet, dass sie neutral bleiben, eine objektive Beratung anbieten und sich nicht durch Dritte beeinflussen lassen. Entschädigungen oder Vergünstigungen müssen transparent abgerechnet werden.
Das Papier des SWA soll den Mitgliedern des Verbands als Orientierungshilfe dienen. Eine ähnliche Verhaltensempfehlung wurde bereits vor mehreren Jahren von der deutschen Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) lanciert.
Anne-Friederike Heinrich
«Werbeauftraggeber müssen ihre Agenturen fair bezahlen»

Vier Fragen an Roland Ehrler, Direktor des SWA, zum neuen «Code of Conduct».
WW: Roland Ehrler, warum haben Sie eine Verhaltensempfehlung für Werbeauftraggeber, Mediaagenturen und Medien sowie deren Vermarkter formuliert? Wird im Markt nicht fair und transparent gearbeitet?
Roland Ehrler: Wir legen Wert auf ein transparentes Vorgehen in der Zusammenarbeit aller am Media-Geschäft Beteiligten. Dabei ist wichtig, dass Werbeauftraggeber ihre Agenturen fair bezahlen und auf der anderen Seite alle Rückvergütungen auf den Tisch kommen.
Warum kommen Sie jetzt mit dem Papier?
Wir hatten das Thema schon länger auf der Agenda. Als ich Ende 2012 mein Amt als Direktor des SWA angetreten habe, habe ich gesagt, dass ich Transparenz für äusserst wichtig halte und lieber mit gestalte, als abzuwarten. Der «Code» ist eines der konkreten Ergebnisse meiner nun zweijährigen Amtszeit.
Der «Code» ist kein Vertrag, den Ihre Mitglieder unterzeichnen müssen, sondern lediglich ein Thesenpapier, an das man sich halten kann – oder auch nicht. Welche Wirkung, glauben Sie, wird der «Code» haben?
Er ist eine wichtige Handreichung für unsere Mitglieder, die Mediaagenturen und Medienanbieter. Der Werbemarkt wird entscheiden, wie weit sich diese Position durchsetzt. Wir glauben jedoch an diese Grundsätze und hoffen auf viel Zustimmung aus dem Markt.
Im «Code» geht es um leistungsgerechte Entlohnung, neutrale Beratung und das Erbringen vertraglich festgelegter Leistungen. Sind das nicht Selbstverständlichkeiten?
Wenn das so ist, werden uns ja alle zustimmen. Wir hatten aber einfach immer wieder Anfragen von unseren Mitgliedern und es war jetzt Zeit, unsere bereits bekannten Positionen mit diesem Papier zu manifestieren.
Interview: Anne-Friederike Heinrich
In Kürze
Der Schweizer Werbe- Auftraggeberverband (SWA) vertritt seit 1950 die Interessen namhafter Schweizer Unternehmen im Werbemarkt. Die heute 160 Mitglieder repräsentieren etwa 75 Prozent des Schweizer Werbemarktes mit einem Gesamtvolumen von rund fünf Milliarden Franken. Eines der wichtigsten Ziele des Verbands sind attraktive Rahmenbedingungen für die Marktaktivitäten seiner Mitglieder.














