Die härteste Währung der (Media-)Welt

Die harzige Einführung einer neuen Fernsehforschung in der Schweiz hat zu einer allgemeinen Verunsicherung über den Wert der neuen TV-Währung geführt. Aus einer medienvergleichenden Perspektive wird allerdings deutlich, dass TV auch unter dem neuen Messregime über die härteste Währung der Schweizer Media-Welt verfügt.

Dr. Mirko Marr ist Head of Research bei Goldbach Media. Der Research-Spezialist mit Schwerpunkt Medienverbreitung, Mediennutzung sowie Medien- und Werbewirkung war in führenden Positionen unter anderem bei Mediapulse, dem IAB Schweiz, der Publicitas und dem Institut für angewandte Kommunikationsforschung in Zürich tätig.

Will man die Härte einer Media-Währung beurteilen, lässt sich ein ganzer Strauss an Kriterien heranziehen. Für die Werbeauftraggeber und deren Agenturen hängt dieses Urteil jedoch vor allem von einer Frage ab: In welchem Verhältnis stehen die von einer Media-Währung gemessenen Kontakte einerseits und die tatsächlich realisierten Kontakte andererseits?

Print-Währung

Die gemeinschaftliche Leserschaftsforschung der WEMF ermittelt im Rahmen ihres Befragungsprogramms die Wahrscheinlichkeit, mit der eine einzelne Ausgabe eines Print-Titels gelesen wird. Dieser Werbeträgerkontakt gilt im Werbemarkt als Proxy für die Wahrscheinlichkeit eines Kontakts mit allen in der Titelausgabe geschalteten Anzeigen. Diese Gleichsetzung beruht auf der impliziten Annahme eines idealen Lesers, der sämtliche Seiten einer Print-Ausgabe liest und so mit sämtlichen Anzeigen in Kontakt kommt. Aus der Abweichung des realen Lesers von diesem Ideal entsteht eine Unschärfe, die als das Fundamentaldefizit der herkömmlichen Print-Forschung bezeichnet werden kann, das auch durch die jüngste Umstellung der MACH-Studien nicht beseitigt wurde. Bezogen auf die oben formulierte Grundsatzfrage, muss deshalb für die Print- Währung erstens angenommen werden, dass die Zahl der realisierten Werbemittel-Kontakte prinzipiell kleiner ist als die Zahl der gemessenen Werbeträger- Kontakte. Der Umfang dieser Differenz ergibt sich zweitens aus dem Grad, mit dem der reale Leser vom idealen Leser abweicht oder anders formuliert: aus dem Ausmass der selektiven Titelnutzung.

Online-Währung

In der Online-Welt reklamiert die Forschungsorganisation NetMetrix für sich den Anspruch, die Währung für den Bereich Internet zu repräsentieren. Eingelöst wird dieser Anspruch durch die kontinuierliche Messung der Reichweiten von Websites. Der Schluss von Webseiten- auf Kampagnenreichweiten ist allerdings im Online-Kanal, in dem die Entkoppelung von Werbeträger und Werbemittel durch dynamische und gesteuerte Werbemittelplatzierung Standard ist, nicht nur voraussetzungsreich, sondern schlicht unhaltbar. Infolgedessen stützen sich Agenturen bei der Planung, Aussteuerung und Evaluation von Kampagnen nur bedingt auf die Daten von NetMetrix, sondern in erster Linie auf die Zählung von AdImpressions via AdServer. Dieses Vorgehen ohne Umweg über eine Währungsforschungsorganisation ist inzwischen breit akzeptiert, steht aber vor zwei zentralen Herausforderungen. Zum einen handelt es sich bei den so ermittelten Kennzahlen um Bruttowerte, deren Umrechnung auf Nettoebene ohne ergänzende Nutzungsforschung sehr voraussetzungsreich ist. Zum anderen erscheint ein nicht unerheblicher Anteil der ausgelieferten Werbemittel nie im sichtbaren Bereich eines Nutzers. Diese Unterscheidbarkeit von sichtbaren und nichtsichtbaren Kontakten wird von den Auftraggebern und Agenturen seit längerem eingeklagt und durch justierte Zählverfahren intern kontrolliert. Ein Branchenkonsens über den Umfang der Abweichungen, über eine Definition von Sichtbarkeit oder über akzeptierte Zertifizierungsverfahren zeichnet sich allerdings erst in Umrissen ab.

TV-Währung

Während sich also die beiden wichtigsten Konkurrenzgattungen von TV im Werbemarkt mit Zahlen verkaufen, die die effektiven Kampagnenkontakte tendenziell überschätzen, zeigt sich bei der TVWährung ein umgekehrtes Bild. Den Status eines Goldstandards hat sich die Fernsehforschung nicht zuletzt mit dem Anspruch verdient, nur solche Kontakte auszuweisen, die sich zuverlässig und nach den Regeln der Wissenschaftlichkeit reliabel und valide erfassen lassen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sämtliche nichterfassbaren Nutzungsanteile von der Forschung ignoriert und folglich den Werbeauftraggebern gratis bereitgestellt werden.

An dieser Situation hat sich durch das neue Messsystem nichts Grundsätzliches geändert. Zwar werden nun sowohl die zeitversetzte TV-Nutzung innerhalb der ersten sieben Tage ab Erstausstrahlung als auch die TV-Nutzung über private PC und Laptops erfasst. Gleichzeitig werden die folgenden Messlücken, die bereits im alten Forschungsansatz bestanden, auch vom neuen Verfahren nicht geschlossen:

– jegliche TV-Nutzung über TV-Geräte ausserhalb von Privathaushalten im beruflichen Kontext oder in öffentlichen Nutzungssituationen, aber auch in Ferien- oder Zweitwohnungen,
– jegliche TV-Nutzung über mobile Endgeräte (Smartphone, Tablet),
– jegliche TV-Nutzung in Haushalten ohne klassisches TV-Gerät (PC-only),
– jegliche TV-Nutzung über PC oder Laptops, die ausschliesslich oder unter anderem für berufliche/ geschäftliche Zwecke verwendet werden,
– jegliche zeitversetzte TV-Nutzung, die im Abstand von mehr als sieben Tagen zur Erstausstrahlung erfolgt,
– jegliche TV-Nutzung in den Panel-Haushalten, die fälschlicherweise ohne Personenanmeldung stattfindet (uncovered viewing).

Man kann diese unvollständige Erfassung beklagen und die Schliessung der Messlücken mit gutem Recht von der Forschung fordern. Berücksichtigen sollte man dabei allerdings den Zielkonflikt, in dem sich die Fernsehforschung heute befindet. Auf der einen Seite wird sie durch die dynamische Entwicklung der TV-Nutzung vor immer neue Messanforderungen gestellt. Auf der anderen Seite ist sie dem Qualitätsanspruch des Goldstandards, nur das zu messen, was auch valide und reliabel messbar ist, verpflichtet. Das neue Messsystem und die dahinter stehenden Auftraggeber haben ohne Zweifel dem zweiten Anspruch die höhere Priorität eingeräumt. Nutzniesser dieser Priorisierung sind die Auftraggeber. Die Kosten tragen die Sender und Vermarkter. Diese Kosten-Nutzen-Rechnung ist allerdings nur eine kurzfristige. Mittel- und langfristig wird sich die konservative Messstrategie der Gattung TV auszahlen und den Status der härtesten Media-Währung – ungeachtet aller berechtigten Kritik an den Kinderkrankheiten des neuen Messsystems – zementieren.

Mirko Marr
 

Ringier und Axel Springer planen Gemeinschaftsunternehmen in der Schweiz

Die Medienunternehmen Ringier und Axel Springer planen die Gründung eines weiteren Joint Ventures, an dem beide Unternehmen zu gleichen Teilen beteiligt sein werden. Eine entsprechende Absichtserklärung ist bereits unterzeichnet worden.

In das Unternehmen eingebracht werden sollen einerseits sämtliche Deutschschweizer und Westschweizer Zeitschriftentitel von Ringier inklusive deren zugehörige Online-Angebote, sowie auch die Westschweizer Zeitung Le Temps, andererseits das Unternehmen Axel Springer Schweiz, in dem das gesamte Schweizer Geschäft von Axel Springer gebündelt ist. Die Gesellschaft soll unter dem Namen Ringier Axel Springer Medien Schweiz firmieren und ihren Sitz in Zürich haben. Ringier konsolidiert das geplante Unternehmen.

Mit dem neuen Unternehmen wollen die Partner laut Mitteilung ihre Wettbewerbsfähigkeit im Schweizer Leser- und Werbemarkt deutlich verbessern und insbesondere die Digitalisierung ihrer bekannten Marken forcieren. Durch diese Bündelung der Kräfte planen Ringier und Axel Springer ihre bereits bestehende, erfolgreiche Partnerschaft in Osteuropa auch auf das Schweizer Geschäft zu erweitern. Seit der Gründung von Ringier Axel Springer Media im Juli 2010, welche die Geschäfte in Osteuropa umfasst, konnte der Anteil des digitalen Geschäfts, der zum Start des Joint Ventures noch lediglich sieben  Prozent betrug, mehr als verfünffacht werden. Aktuell liegt der digitale Umsatzanteil des Osteuropa-Joint Ventures bei 36 Prozent.

Designierter CEO des geplanten Gemeinschaftsunternehmens ist Michael Voss, das Präsidium des Verwaltungsrates soll Ralph Büchi, President International von Axel Springer, übernehmen. Michael Voss, aktuell CEO Publishing und Entertainment von Ringier, würde seinen Verantwortungsbereich behalten und Mitglied des Group Executive Boards von Ringier bleiben, die Geschäftsführung der Blick-Gruppe und alle Verwaltungsratsmandate bei den digitalen Tochtergesellschaften aber abgeben.

Marc Walder, CEO Ringier und Vizepräsident des geplanten Joint Ventures Ringier Axel Springer Medien Schweiz: «Dieser mit Axel Springer geplante Schulterschluss in der Schweiz macht sowohl journalistisch wie auch betriebswirtschaftlich Sinn. Die komplementären Portfolien beider Unternehmen beinhalten hervorragend positionierte Publikationen. Unser bestehendes Joint Venture in Ost-Europa zeigt, wie stark beide Parteien von einer solchen Zusammenarbeit profitieren können.»

Ralph Büchi, President International, Axel Springer: «Das geplante Schweiz-Joint Venture bildet eine ausgezeichnete Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Weiterentwicklung der starken Medienmarken von Ringier und Axel Springer in der Deutschschweiz und der Romandie, sowohl für die Printtitel als auch die digitalen Angebote.»

Die Details für die abschliessende Vertragsvereinbarung werden in den nächsten Wochen erarbeitet. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsgremien der beiden Unternehmen sowie der Wettbewerbsbehörden.

Das Portfolio des geplanten Joint Ventures umfasst folgende Titel:

Ringier: Schweizer Illustrierte, SI Style, Gault&Millau, GlücksPost, Schweizer LandLiebe, Bolero, BoleroMen, TVtäglich (Anteil Ringier), L'illustré, L'Hebdo, L'HebdoMen, TV8, Edelweiss, Le Temps.

Axel Springer: Beobachter, Beobachter Natur, Tele, TVStar, TV vier, TV2, Handelszeitung, Bilanz, PME Magazine, Fachzeitschriften (Schweizer Bank, Schweizer Versicherung), Wirtschaftsnetz Online, Amiado Group (Students.ch, Usgang.ch, Partyguide.ch).

Die Unwerbefigur

Schon seit Jahren fällt mir diese mannshohe und bewegliche Klauspuppe mit Saxophon auf. Was sie mir als Samichlaus mitteilen will und für was sie da steht, weiss ich immer noch nicht.

Um was es mir hier geht: um die Lenkung oder die Ablenkung von Werbefiguren. Es gibt Figuren, die zu Werbezwecken erfunden wurden. Nicht alle davon lassen sich schlussendlich mit dem beworbenen Produkt identifizieren. Ein Klassiker ist der Tiger von Esso oder Shell oder BP. Der Slogan hiess «Put the Tiger in your Tank.» Allen geläufig, aber die wenigsten konnten diese Werbefigur dem Benzin zuordnen. Hier beginnt die hohe Kunst der guten Werbung, die ja leider heute nur noch vereinzelt existiert. Ich hoffe, Sie lesen alle meine Motze, dann verstehen Sie, was ich meine (nachzulesen unter www.tingerbutzmarketing.ch/motz-vonbutz/). Zurück zur Werbefigur, dem Samichlaus. Eigentlich ein armseliger, dicklicher, alter, aber freundlicher Mann mit weisslichem Rauschbart und je nach Land mit Schlitten und Elchen. In gewissen Ländern muss der arme Typ sogar durch den russigen Schornstein runter klettern, um den folgsamen Kindern einen prall gefüllten Strumpf zu bringen oder den bösen Kindern die Rute. Und so spannen die Werbetreibenden diesen Hero vor den Verkaufskarren.

Dabei bewirbt er wie eingangs erwähnt genau das gleiche wie der Tiger, den man keinem Produkt zuordnen kann. Der Chlaus steht eigentlich für nichts Positives, ausser er sagt uns am 6. Dezember, dass Weihnachten naht. Aber dies ist ja auch an den kalten und trüben Tagen ersichtlich. Dass Coca-Cola diese Darstellung schon seit 1931 benutzt und ihn in den letzten Jahren im 40-Tönner auffahren lässt, mag ja vielleicht bei den doofen Amerikanern und bei den Kids funktionieren.

Meine Theorie: Eine Werbefigur sollte unbedingt sofort zu einem Brand oder Produkt einen Link erstellen. Die erwähnte Chlauspuppe hat zumindest ein Saxophon dabei, was ihm einen etwas originelleren Touch und mehr Aufmerksamkeit verleiht. Aber «Jetzt Klavier mieten», wie ich mit Mühe herausgefunden habe, kommuniziert sie nicht.

Es gibt nur wenige gute und optimal funktionierende Werbefiguren. Gute Beispiele sind die M&M, die zudem noch unterhaltend sind. Die lila Kuh von Milka, der Playboy-Hase oder Bibendum, wie das Michelin-Männchen eigentlich heisst, ordne ich, ohne dass sie das Produkt verkörpern, der Kategorie «hervorragende Werbefiguren» zu. Diese zeichnet sich aber auch durch langfristiges, konsequentes Anwenden aus und selbstverständlich durch eine aussergewöhnliche Umsetzung. Die Kuh ist lila wie die Verpackung von Milka. Hase gleich Bunny. Der Reifenmann entstand schon 1899.

Die meisten Figuren, die in der Werbung auftauchen, sind wie unser Chlaus nicht aussagekräftig oder schlicht dilettantisch und hässlich. Zu den Thomy-Senftuben-Figuren habe ich in einem früheren Motz schon meine Meinung abgegeben. Mein Aufsteller der letzten Wochen: ganz klar der FCB.

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Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit mehr als drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

Die Award-Inflation

Markus Ruf über die immer bizarrere Menge an Werbeauszeichnungen, und warum «Reduce to the max» auch für Awards ein smarter Slogan wäre.

Während ich diesen Beitrag in mein Air Book tippe, werde ich ständig von meiner Mailbox unterbrochen: Cristal Award Last Call for Entry – Bling – Telly Award Early Entry Deadline is Dec 12th – Bling – Andy Awards are thrilled to announce the Winners – Bling – Eurobest First Shortlists Released – Bling! Es herrscht eine regelrechte Award-Inflation. Wer lieber über überraschende Lösungen für seine Kunden nachdenkt, als sich den ganzen Tag mit Einsendeformularen und Case Movies herumzuschlagen, ist zur Fokussierung gezwungen. Ruf Lanz hat sich 2014 eine Auszeit von fast allen Festivals gegönnt (dass wir trotzdem unter den Top Ten im Kreativ-Ranking auftauchen, überrascht und freut uns). Die Ressourcen haben wir 2014 in eine aufwändige neue Website gesteckt. Gleichzeitig haben wir uns wieder einmal gefragt, welches für uns als unabhängige, inhabergeführte Agentur die Leuchttürme in der ganzen Awardflut sind. Herausgekommen ist diese Shortlist:

1. ADC Schweiz: Der ADC hat sich vom Fähnlein der sieben Aufrechten, die 1976 gegen das Mittelmass in der Werbung angetreten waren, zur Autorität für Kreativität entwickelt, mit führenden Köpfen aus den Bereichen Werbung, Design, Digitale Medien, Film und Fotografie. Als einziger Wettbewerb in der Schweiz zeichnet der ADC herausragende Arbeit in allen Disziplinen aus. Gegenüber internationalen Jurierungen hat er zudem den Vorteil, dass man der Jury nicht erklären muss, wer Mörgeli und Jositsch sind.

2. Swiss Poster Award: Der bedeutendste Plakatwettbewerb der Schweiz. Michelangelo soll einst auf die Frage, wie er es schaffe, aus einem Granitblock einen Löwen herauszuhauen, geantwortet haben: «Ich schlage einfach alles weg, was nicht nach Löwe aussieht.» Die Kunst des Weglassens gilt auch für das grossartige Medium Plakat, das heute leider oft überquillt vor Botschaften, Störern, Logosalat und QR-Codes.

3. Edi: Der Preis für Werbe-, Industrie- und Unternehmensfilme zeichnet herausragende Schweizer Produktionen aus. Solange viele TV-Spots bei den Konsumenten nur das Bedürfnis auslösen, während des Werbeblocks pinkeln zu gehen, braucht es den Edi.

4. Cannes Lions, Clio und One Show: International in dieser Reihenfolge die glanzvollsten Awards. Der Glanz führt allerdings auch zu viel Schein-Kreativität, sprich: zu Arbeiten, die mit bombastischem Aufwand nur für diese Wettbewerbe produziert werden. Wer solche Arty-Farty-Fakes bastelt, verwechselt Werbung mit Egomarketing. Die wahren Gewinner sind Kampagnen wie jene für Harvey Nichols, Nike oder Volvo, die mit grandiosen Ideen hervorragende Resultate für echte Auftraggeber erzielen.

5. Epica: Im Unterschied zu den meisten Kreativwettbewerben werden die Arbeiten hier nicht von Werbern beurteilt, sondern von Journalisten der internationalen Fachpresse. Eine schöne Bestätigung von unverdächtiger Seite.

Selektiv ist die Teilnahme an Werbefestivals durchaus sinnvoll. Agenturen, die relevante Auszeichnungen für relevante Arbeiten gewinnen, sind ein Magnet für talentierte Kreative. Dies kommt auch den Auftraggebern zugute: in Form von besonders pointierter und prägnanter Werbung. Die Zahl der Wettbewerbe, die fürs Kreativ-Ranking zählen, könnte man aber verkleinern. «Reduce to the max» wäre auch für Awards ein smarter Slogan.

Markus Ruf ist Gründer, Partner und Creative Director von Ruf Lanz. Er wurde zweimal Werber des Jahres

NZZ-VR will keinen inhaltlichen Positionswechsel

Der Verwaltungsrat der NZZ Mediengruppe nimmt erstmals Stellung zur Neubesetzung der Chefredaktion der Neuen Zürcher Zeitung. Zu keinem Zeitpunkt sei es um einen inhaltlichen Positionswechsel der NZZ gegangen, teilte der Verwaltungsrat am Donnerstag mit.

Vor diesem Hintergrund würden verschiedene Kandidaturen als Nachfolge von Chefredaktor Markus Spillmann evaluiert. Ein Kandidat sei auch Markus Somm, Chefredaktor und Herausgeber der Basler Zeitung, gewesen, schreibt NZZ-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod in einer Stellungnahme. Die Nähe von Somm zu Christoph Blocher sei bekannt gewesen. Die damit verbundene Problematik habe den Verwaltungsrat beschäftigt. Diverse Sondierungen hätten ein positives Bild der Kandidatur Somm gezeichnet. Der Prozess wurde dann aber doch abgebrochen: «Es gab Dinge, die nicht zusammenpassten, in der Sache und in den Erwartungen.»

Der Verwaltungsrat wird nun intern und extern Journalistinnen und Journalisten für den Chefredaktor-Posten evaluieren. Auch die Redaktion der NZZ werde dazu ihre Vorschläge einbringen und habe dazu genügend Zeit. Gesucht werde eine Persönlichkeit mit grosser publizistischer Kompetenz und bürgerlich-liberaler Meinungsführerschaft nach innen wie nach aussen. Die NZZ stärker auf einen nationalkonservativen Kurs zu verpflichten, sei nie zur Diskussion gestanden.

NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann verlässt die Zeitung Ende Jahr. Hinter dem Abgang stehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Gruppe ihre publizistische Leitung im Geschäftsbereich NZZ neu organisieren soll. Zu diesem Geschäftsbereich gehören die Neue Zürcher Zeitung, die NZZ am Sonntag und das Onlineportal Nzz.ch. (SDA)

ACS mit neuem Corporate Design

Der Automobil Club der Schweiz ACS gibt sich mit dem Jahreswechsel ein aufgefrischtes Erscheinungsbild. Die Website, sämtliche Broschüren, der Mitgliederausweis sowie das Magazin werden neu gestaltet. Das Logobleibt indes nahezu unverändert.

Der ACS frischt sein Erscheinungsbild mit Blick auf den bevorstehenden Jahreswechsel vom 1. Januar 2015 auf, wie der Club in einer Mitteilung vom Mittwoch bekannt gibt. Er verleiht dem Bild und dessen Sprache künftig mehr Gewicht. Jenes entspricht einem einheitlichen Farb-Code, womit die bisher dominante schwarze Farbe auf ein Minimum reduziert wird. Der Auftritt des ACS wird dadurch nicht nur emotionaler gestaltet, sondern er soll auch heller, lebendiger und moderner daher kommen.Die Website wird optisch und technisch komplett überarbeitet. 

Das überarbeitete Corporate Design wurde von Casalini in Bern, gemeinsam mit der hauseigenen Marketing- und Kommunikationsabteilung, entwickelt. Mit Start in das neue Jahr 2015 wird der vollständige Auftritt des ACS (Print, Online und Mobile) national und in den 19 Sektionen auf das neue Erscheinungsbild umgestellt. 

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FC Basel und SC Bern sind Social Media Meister

«Social Switzerland» nimmt die Social-Media-Präsenz der Schweizer Fussball- und Eishockey-Topvereine unter die Lupe. Der FC Basel hat online die meisten Fans, der FC Thun die aktivsten Twitterer. Im Eishockey ist Publikumsmagnet SC Bern Spitze. 

Weltweit bauen Sportclubs ihre Social-Media-Präsenz aus. Auch in der Schweiz sind Facebook, Twitter und Youtube wichtige Werkzeuge für Fan-Bindung und Vermarktung geworden. Die Online-Plattform Socialswitzerland.ch zeigt aktuell den Stellenwert der besten Schweizer Fussball- und Eishockeyclubs in der Welt der Likes, Shares und Tweets.

Untersucht wurden in der Studie die Facebook-, Twitter- und Youtube-Kanäle der Clubs aus den obersten Ligen (Raiffeisen Super League im Fussball und National League A im Eishockey). 

FC Basel: am meisten Fans

Bei den absoluten Zahlen ist der FC Basel mit insgesamt 1,4 Millionen Fans klarer Spitzenreiter. Auf dem zweiten Platz folgt der FC Zürich mit knapp 90000. Erstaunlich dabei ist die zahlenmässig grosse Kluft zwischen den beiden: Die virtuelle Fan-Gemeinde des FC Basel ist 14-mal grösser als die des FC Zürich. Die Differenz könnte auf die grössere Bekanntheit im Ausland zurückzuführen sein. «Zahlreiche Transfers von FCB-Spielern zu europäischen Topvereinen, aber auch internationale Zuzüge aus online-affinen Ländern, wie jener von Kakitani (Japan), dürften die Social-Media-Präsenz des FCB massgeblich positiv beeinflussen», vermutet Manuel P. Nappo, Leiter des Centers for Digital Business an der HWZ. Von aussen können aber nur Vermutungen angestellt werden, denn «nur die Klubs haben genauere Datenprofile ihrer Social-Media-Kundschaft», so Webguerillas Geschäftsführer Dino Ceccato.

Interaktionsfreude beim FC Aarau

Der FC Basel verfügt zwar über ein beachtliches Fan-Volumen, die Interaktionsrate beim Nordwestschweizer Club fällt allerdings eher bescheiden aus. Mit einem PTA-Index (People talking about) von lediglich 1,8 Prozent landet der FC Basel abgeschlagen auf dem neunten Platz. Nicht so beim FC Aarau: Mit einem PTA-Index von 18 Prozent beweist die Online-Community des Aargauer Traditionsvereins ein hohes Engagement in den Social-Media-Kanälen.

Viel Gezwitscher beim FC Thun

Obwohl Twitter in der Schweiz im Vergleich zu Facebook noch ein Mauerblümchendasein fristet, gibt es auch in diesem Kanal interessante Beobachtungen zu machen. Sieht man sich die Kennzahl «Interaktion pro Fan» (Verhältnis zwischen der Summe aus Retweets und Mentions zu der Anzahl der Followers) an, zeigt sich, dass der FC Thun mit einem Indexwert von 3,56 Prozent viel Gezwitscher auslöst. Erstaunlich auch hier: Mit 0,18 Prozent landet der FC Basel auf dem letzten Platz.

Eishockey: Lineare Fan-Verteilung

Bedeutend gleichmässiger ist die Fan-Verteilung im Eishockey. Die Rangliste der Fan-Zahlen zeigt eine flach abfallende Kurve: An der Spitze der SC Bern mit 50000, an zweiter Stelle der ZSC mit rund 40000, gefolgt vom HC Davos, Fribourg Gottéron und Genf Servette mit je ca. 30'000 Fans. Auffällig ist hier der relativ grosse Gap zwischen Platz 5 und 6 in der Rangliste: Das Fan-Volumen von Genf Servette ist fast doppelt so gross wie das des EV Zug.

Die Zahlen werden laufend aktualisiert und sind auf der Plattform von «Social Switzerland» ersichtlich, einer Kollaboration der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und Webguerillas. 2013 wurde die Plattform erstmals mit der Social-Media-Präsenz der Schweizer Kantone und Kantonshauptstädte auf Facebook, Twitter und Youtube lanciert. 

SRG.R-Preis für Bundeskanzlerin Casanova

Corina Casanova wird für ihr Engagement ausgezeichnet, sich innerhalb der Bundesverwaltung für die viersprachige Schweiz und die Sichtbarkeit der rätoromanischen Sprache einzusetzen.

Corina Casanova integriere die vierte Landessprache konsequent, sowohl bei offiziellen wie auch privaten Anlässen und Gelegenheiten, sei es im Parlament, in der Regierung, bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bundesverwaltung oder anlässlich ihrer Kontakte mit ausländischen Vertretern, heisst es in einer Mitteilung des rätoromanischen Radios und Fernsehens vom Mittwoch. 

Verliehen wird der SRG.R im Rahmen der Generalversammlung der SRG SSR Svizra Rumantscha vom 29. Mai 2015 in Zürich. Die Auszeichnung ist mit 8000 Franken dotiert. Die Bundeskanzlerin verzichtet aber auf das Geld.

Werbemarkt im November deutlich gewachsen

In der Schweiz ist im November mehr Geld für Werbung ausgegeben worden. Mit einem Werbedruck von 503,3 Millionen Franken wuchs der Markt gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent.

Hochdruckgebiet an der Werbefront: Um knapp 24 Millionen Bruttowerbefranken wächst der November 2015 im Vorjahresvergleich.

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Am meisten beworben wurde Mondovino.ch – das Weinportal von Coop. Auf Platz zwei folgen die McDonald's Restaurants vor UBS E-Banking. Auf den weiteren Plätzen rangieren Apples iPhone 6, Swisscom TV 2.0 und die Nein-Parole zur Ecopop-Initiative. Nach Firmen betrachtet hat Coop am meisten für Werbung ausgegeben. Danach folgen Migros, L'Oréal und Swisscom.

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Ein stetiges Wachstum bei den Werbeausgaben gebe es in der Pharma-Branche, heisst es in der Mitteilung von Media Focus vom Mittwoch. Dies hänge wohl mit dem Megatrend Gesundheit zusammen. Im Fünfjahresvergleich nahmen zwar die Werbeausgaben für Vitamine, Appetitzügler und Durchfallmittel ab. Dafür wurden beispielsweise Hustenmittel oder Medikamente gegen Pilzerkrankungen deutlich stärker beworben. (SDA)

Media Focus Werbemarkt Trend Report 11/2014 (PDF)

Wechsel im Redaktionsteam

Im Mai 2015 werden Sven Behrisch und Bruno Ziauddin Redaktoren von Das Magazin. 

Sven Behrisch studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Altphilologie und Rhetorik in Tübingen, Hamburg und Rom. Zudem besuchte der 35-Jährige die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Nach dem Studium war er unter anderem beim Verlag VDG in Weimar tätig. Journalistisch arbeitete Behrisch von 2008 bis 2012 als freier Mitarbeiter für das Feuilleton der Zeit sowie als freier Autor für Das Magazin, Dummy, Neon und Süddeutsche Zeitung.

Bruno Ziauddin studierte in London Politik und Geschichte. Zum Journalismus gelangte der 49-Jährige über ein Volontariat beim Zürcher Unterländer. Später schrieb er für Das Magazin, das St. Galler Tagblatt und das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Ziauddin war von 2002 bis 2008 bei der Weltwoche, zuerst als Mitglied der Chefredaktion, danach als Autor. 2009 wechselte er zur Annabelle, um dort den Bereich Reportagen und Portraits zu verantworten. Ziauddin ist zudem Autor mehrerer Bücher und erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem zweimal den Zürcher Journalistenpreis.

Mit dem Wechsel von Sven Behrisch und Bruno Ziauddin in die Redaktion von Das Magazin verabschieden sich Birgit Schmid und Martin Beglinger nach langjähriger Mitarbeit. Beglinger wechselt per 1. Februar zur Neuen Zürcher Zeitung (Werbewoche.ch berichtete).
 

«Kassensturz»-Beiträge verletzten Persönlichkeit

In der «Kassensturz»-Sendung über eine IV-Abklärungsstelle sind tatsachenwidrige und persönlichkeitsverletzende Aussagen gemacht worden.

Das Bundesgericht hat damit eine Beschwerde von «Kassensturz» abgewiesen. Thema von insgesamt drei im Jahr 2006 ausgestrahlten Sendungen waren Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (ABI), die Privat- und Sozialversicherungen als Grundlage für die Bemessung von Leistungen dienen. Das Institut ist eine der Medizinischen Abklärungsstellen (Medas) der Invalidenversicherung.

Der «Kassensturz» hatte dem ABI-Leiter zunächst vorgeworfen, im Schlussgutachten ohne Rücksprache mit den Fachärzten den Grad der Arbeitsfähigkeit der Begutachteten erhöht zu haben – und das zu Lasten der Versicherten.

Die Versicherungen schickten Betroffene vor allem zu Gutachterstellen, die versicherungsfreundlich entscheiden würden, hiess es im «Kassensturz» weiter. Qualität sei kein Thema, und es gebe keine Qualitätskontrolle – weder von den Gutachterstellen noch von den Gutachten. Eine unabhängige Überprüfung gebe es nicht.

Und schliesslich berichtete der «Kassensturz» in seiner Beitragsserie, das Institut habe Expertisen über Patienten «reihenweise» abgeändert.

Das Bundesgericht kommt im am Mittwoch publizierten Urteil zum Schluss, dass die beiden letzten Aussagen nicht den Tatsachen entsprechen. Es seien nur drei Fälle belegt worden, in denen die Gutachten abgeändert worden waren. Der Ausdruck «reihenweise» erwecke den Eindruck, es gebe eine Vielzahl von Fällen. Das zeige das Institut in einem falschen Licht.

Persönlichkeit verletzt

Auch sei es falsch, dass die Gutachten nicht überprüft würden. Dies finde jeweils im gerichtlichen Verfahren statt. Die im TV-Beitrag gemachte Aussage erwecke beim Zuschauer aber den Eindruck, dass das Institut nach Gutdünken schalten und walten könne und das auch tue.

Daher habe das Schweizer Fernsehen in diesen zwei Fällen die Persönlichkeit des Instituts und von dessen Leiter verletzt. Wie schon das Basler Appellationsgericht als Vorinstanz entschieden hat, muss einer der Beiträge auf der Website des Schweizer Fernsehens gelöscht werden. Ebenso sei die Löschung des Beitrags aus dem Cache der Internet-Suchmaschinen Google und Yahoo zu veranlassen. (SDA)
 

Zusammenarbeit mit Seven One Media verlängert

Die Goldbach Group Tochter Goldbach Media gibt die vorzeitige Verlängerung der Verträge mit Seven One Media bekannt. 

Goldbach Media vermarktet seit 2011 das komplette Senderportfolio der Seven One Media in der Schweiz, darunter die Sender Sat 1, Pro Sieben, Kabel Eins, Sixx, Sat 1 Gold und Pro Sieben Maxx. Nun haben sich die beiden Parteien laut Mitteilung vom Mittwoch zur vorzeitigen Verlängerung der erfolgreichen Zusammenarbeit bekannt und erneuern ihre bestehenden Verträge um mehrere Jahre.

Die frühzeitige Vertragsverlängerung sei Ausdruck des Vertrauens in das professionelle Vermarktungsteam der Goldbach Media, so Andrea Haemmerli, Managing Director von Seven One Media. Für Alexander Duphorn, CEO Goldbach Media zeichnet sich das Sender-Portfolio durch innovative Eigenproduktionen und erfolgreiche internationale Formate aus: «Insbesondere Pro Sieben Schweiz hat sich 2014 stark entwickelt und ist der aktuell stärkste Privatsender in der Deutschschweiz. Die Pro SiebenSat 1-Gruppe deckt mit ihren individuell positionierten Sendern alle Zielgruppen ab und schafft so ideale Voraussetzugen für die Zukunft.» 

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