Der Impact-Check der Werbewoche: Top 10 2014

Wir zeigen die Top Ten 2014 in den einzelnen Kriterien. Marketagent.com verfügt über ein Panel von 38 660 webaktiven und befragungswilligen Personen und hat für die Werbewoche zehn Kampagnen pro Monat analysiert.

Einigen Agenturen schmeichelt es, andere ärgern sich. Aber Werbung ist nicht Selbstzweck. Deshalb lässt die Redaktion der Werbewoche monatlich eine Reihe von zehn ausgewählten Kampagnen testen. Die Methoden und Details zur Analyse finden sich online auf unserem Portal über den Webcode (rechts). Die in den Tabellen dargestellten Werte geben Antworten auf vier Fragen:

Awareness: An welche dieser Anzeigen können Sie sich (ungestützt) erinnern?
Uniqueness: Inwieweit heben sich diese Anzeigen von anderen Werbungen ab?
Brand Fit: Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken oder Unternehmen haben?
Likeability: Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen?

Die Interpretation lässt verschiedene Kräfte erkennen. Unübersehbar sind Sujets mit einem gewissen «Jöhh»-Effekt beim Publikum beliebt. Das Eichhörnchen von Minor, ein Frosch als Dirigent für den Zürcher Zoo, der Teddy im Bad für Total, die lustigen Charaktere für Thomy. Funktioniert hat auch das Spiel mit der Aufregung für Love Life. Dass ein bisschen Humor sogar einer Bank nicht schaden kann, zeigt eine Kampagne für die UBS. Auffallen kann man auch mit einer kreativen Grafik, wie die Kampagnen für die SBB, Floralp oder gleich mehrmals die Migros zeigen.

Zum Einsatz kamen Computer-Assisted-Web Interviews mit rund 500 Netto- Befragungen pro Welle bei Personen zwischen 14 und 65 Jahren.

Top 10 (PDF)

ONLINE
Details zu Fragestellung und Methodik finden Sie unter www.werbewoche.ch, Webcode Impactcheck.
 

Zu guter Letzt: Oh Katzenbaum

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Wer noch nicht in Festtagsstimmung ist: Hier ein sehenswertes Katzenvideo mit besonders vielen Christbäumen.

Manche Leute sagen, das Internet sei erfunden worden, damit die Menschen ihre besten Katzenmomente teilen können. Vielleicht nicht das Internet, mit Sicherheit aber Youtube. Ohne Katzen wäre das Videoportal nie derart mächtig geworden, dass es mittlerweile ein jahrzehntelang etabliertes Mediensystem in Bedrängnis bringt. So gesehen arbeiten Katzen aktiv am Medienwandel mit. Wenn sie nicht gerade schlafen – was sie bekanntlich bis zu 16 Stunden pro Tag tun. Die restlichen acht Stunden klettern sie beispielsweise auf Christbäume und sabotieren diese gezielt. Wie folgende Compilation von Tastefullyoffensive.com zeigt, kommt letzteres häufiger vor, als man denkt.

//www.youtube.com/watch?v=Pj2ceEcpbgg

Übrigens: Die Bäume bergen – je nach Schmuck – auch Gefahren. Lametta zum Beispiel enthält giftige Stoffe, andere Schmuckteile können beim Verschlucken innerlich Probleme bereiten. Petfinder.ch rät, Katzen niemals mit Weihnachtsschmuck und -Bäumen alleine zu lassen. Ausserdem könnte man dann eine filmenswerte Attacke verpassen. (hae)

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Bild: Catsuthecat.com
 

Schau nach beim Historiker

Der NZZ-Verwaltungsrat will einen neuen Chefredaktor. Der Christlich-Nationalkonservative Markus Somm sagte ab. Ihn anzufragen, war bereits ein Akt der Unvernunft. Von Hans Stutz

Weihnachten ist so nah’ und deshalb machen wir der NZZ für einmal ein Gschenkli und behaupten: Sie ist das intellektuelle Flaggschiff des Deutschschweizer Bürgertums und damit der Schweiz. Aber wird dies auch so bleiben, nach der Amtsenthebung des bisherigen Chefredaktors Markus Spillmann, auch Leiter Publizistik? Der NZZ-Verwaltungsrat hat ja in den vergangenen Wochen einiges getan, um den publizistischen Ruf des Blattes zu minimieren.

Die Auseinandersetzungen um die Spillmann- Nachfolge spiegeln den Richtungsstreit der Schweizer Innenpolitik und deren Abkoppelung von der international ausgerichteten Wirtschaftswelt. Dies nicht zum ersten Mal.

Aber alles schön der Reihe nach. Weltwoche- Verleger Roger Köppel eröffnete das nationalkonservative Wunschkonzert: Der neue Chefredaktor müsse das bürgerliche Lager versöhnen, die neurotischen Grabenkämpfe entschärfen. Und «SVP und FDP auf eine einigermassen gemeinsame Linie gegen die Linken bringen». Bereits vor Wochen hatte ein anderer Blocher-Apologet Ähnliches gefordert. Es gehe um «die Zukunft der bürgerlichen Schweiz» schrieb BaZ-Chef und FDP-Mitglied Markus Somm zu Allerheiligen: Wenn sich FDP und SVP nicht fänden, gingen wir «sehr schweren Zeiten» entgegen. Die beiden Parteien müssten daher Listenverbindungen eingehen und nach den Wahlen 2015 in der Lage sein, «die Zusammensetzung des Bundesrates mittels einer eigenen Mehrheit im Parlament zu bestimmen». Diese Forderung kann Somm nur stellen, weil er die Differenzen der beiden Parteien in der Aussenpolitik kleinschreibt. Konkret: Wie entwickelt die Schweiz ihr Verhältnis zu den internationalen Organisationen, von der UNO über die EU bis zum Europäischen Menschenrechtsgerichtshof. Und damit auch zum Völkerrecht, nicht nur beim zwingenden.

Die beiden rechtsbürgerlichen Chefredaktoren wie auch ihr politischer Ziehvater kämpfen noch immer gegen den Paradigmenwechsel der eidgenössischen Politik. Galt bis Mitte der 1980er-Jahre in allen bürgerlichen Parteien und in der Landesregierung die Devise «Sonderfall» (Internationaler Handel JA, politische Einbindung in internationale Organisationen NEIN), gilt nun die Losung, die Schweiz ist ein Sonderfall wie andere Länder auch. Das heisst: Sie ist wirtschaftlich eingebunden in die Weltwirtschaft (besonders ausgeprägt die Finanzund Rohstoffbranche) und ist auch in internationalen Organisationen politisch aktiv. Diese Politik ist demokratisch bestens abgestützt. Die Nationalkonservativen haben in den vergangenen Jahrzehnten viele Volksabstimmungen zur Aussenpolitik verloren (UNO-Beitritt, bilaterale Verträge etc.). Der Kampf um den EU-Beitritt ist die letzte verbliebene Auseinandersetzung. Dieser Beitritt ist ebenso unvermeidlich wie der Fall der Steuerhinterziehungsfreiheit. Wir erinnern uns an Bundesrat Rudolf Merz: «Am Bankgeheimnis werdet ihr euch die Zähne ausbeissen».

Die bürgerliche Schweiz kann gar nicht mehr anders. Seit dem Zusammenbruch des «real existierenden Sozialismus» und seit der fast weltweiten Durchsetzung von neoliberalen Wirtschaftsvorstellungen und dem dazugehörenden Abbau von nationalen Hindernissen orientiert sich auch die Schweizer Wirtschaftswelt nicht mehr an nationalen Auseinandersetzungen. Selbst SVP-Tribun Christoph Blocher ist aufgefallen, man lese «die NZZ heute vor allem wegen des Wirtschafts- und allenfalls Auslandsteils, nicht mehr wegen der politischen Berichterstattung ». Dieses starke publizistische Standbein gefährdete der NZZ-Verwaltungsrat durch sein Liebäugeln mit einem Isolationisten wie Markus Somm. Es waren ja denn auch die NZZ-Korrespondenten, die den Verwaltungsrat zuerst vor dem «Ende der Kultur einer liberalen und weltoffenen NZZ» warnten.

Wie teuer es die bürgerliche Schweiz zu stehen kommt, wenn sie sich mit nationalistischer Rabulistik den internationalen Auseinandersetzungen entzieht, hat der Historiker Thomas Maissen – einst auch NZZ-Redaktor – in seinem Buch «Verweigerte Erinnerung. Nachrichtenlose Vermögen und Schweizer Weltkriegsdebatte 1989–2004» präzis beschrieben. Er endet: «Um weltweit konkurrenzfähig zu sein und überhaupt wahrgenommen zu werden, müssen die notwendigen Deutungsalternativen aber überund transnational verankert sein, und das heisst im schweizerischen Kontext: europäisch.»

Hans Stutz lebt in Luzern. Er ist Journalist und Kantonsrat der Grünen.
 

«Love Life»-Plakat wirkt

Clear Channel hat am Beispiel der vom Bundesamt für Gesundheit initiierten Love-Life-Sensibilisierungskampagne eine Studie zur Werbewirkung von Plakaten durchgeführt. Fazit: Das Plakat spielt im Media-Mix eine bedeutende Rolle.

Der Love-Life-Kampagne wurde sehr viel Beachtung geschenkt, und entsprechend gross ist die Werbeerinnerung: 80 Prozent der Befragten erinnerten sich daran, die heiss diskutierte Kampagne auf irgendeinem Kanal gesehen zu haben. Davon hatte der Grossteil, nämlich 71 Prozent, die Werbung auf einem Plakat bemerkt. Bereits kurz nach Kampagnenstart stiegen die Key Performance Indicators deutlich, nämlich um 35 Indexpunkte. Die Kampagne wurde selbst ohne das Love-Life-Logo von drei Viertel der Befragten wiedererkannt. Auf Grund des Plakats zur Love-Life-Kampagne besuchten 56 Prozent der Befragten die Kampagnen-Website. Das bedeutet für den Response: Aussenwerbung spielt im Media-Mix eine wichtige Rolle.

Neben dem Plakat war die Website ein wichtiger Bestandteil der Kampagne, da dort unter anderem Manifeste unterschrieben werden konnten. Da über die Hälfte der Responses über die Aussenwerbung lief, folgert Oliver Schönfeld, Marketing Director Clear Channel: «Das Plakat hat einen grossen Beitrag zum erfolgreichen Kampagnenverlauf geleistet. » Denn das Plakat ermöglicht einen schnellen Aufbau von Reichweiten und Bekanntheit, da es eine hohe Erreichbarkeit der Zielgruppen garantiert und rund um die Uhr präsent ist. Es besitzt gemäss der aktuellen Studie unter den klassischen Medien nachweisbar die grösste Hebelwirkung beim Steigern des Verkaufserfolges. Dass Omnipräsenz auch eine gegenteilige Wirkung erzielen kann – nämlich eine sinkende Aufmerksamkeit auf Grund von Reizüberflutung –, lässt Oliver Schönfeld nicht gelten: «Grundsätzlich tritt das Phänomen der Reizüberflutung bei Aussenwerbung deutlich weniger stark bis gar nicht auf, als dies bei anderen Medien, beispielsweise bei TV-Werbung, der Fall ist. Man spricht hier von einer so genannten ‹Reaktanz›. Das heisst, wenn man von immer wiederkehrenden Spots derart genervt ist, dass man anfängt den Spot (und häufig auch die Marke dahinter) ablehnend zu beurteilen. Was sich im Extremfall in einer Protesthaltung und Konsumverweigerung äussern kann. Bei der Aussenwerbung haben wir den Vorteil, dass unser Medium als ‹das am wenigsten störende› Medium gilt. Auch wenn es sich dabei natürlich nicht um klassische Mediennutzung handelt, da kein redaktioneller Content. Bei Printwerbung ist es in der Forschung erwiesen, dass nach dreimaliger Schaltung desselben Sujets die Aufmerksamkeit für die Werbebotschaft beim Betrachter deutlich sinkt, aber sie nervt trotzdem nicht. Das Thema Reaktanz ist also ein typisches TV-(beziehungsweise Bewegtbild-) Phänomen. »

Das Marktforschungsunternehmen GfK Switzerland führte die Werbewirkungsstudie im Auftrag von Clear Channel Schweiz durch. Gegenstand der Studie war die Love-Life-Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit, für deren Kreation die Agentur Rod Kommunikation sowie für Mediaplanung Mediaschneider verantwortlich zeichneten. Ziel der Studie war es, die Wirkung von Out-of-Home hinsichtlich dieser Kampagne zu analysieren. Befragt wurden 604 Personen zwischen 18 und 70 Jahren, wohnhaft in der Deutsch- oder Westschweiz. Clear Channel führt, in Zusammenarbeit mit Werbeauftraggebern und unabhängigen Marktforschungsinstituten, regelmässig Studien durch, um die Wahrnehmung, Relevanz und Akzeptanz von Plakaten zu überprüfen. «Es ist unser Ziel, mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse zusammen mit den Kunden und ihren Agenturen Aussenwerbung noch wirksamer zu gestalten», so Schönfeld. uma

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Goldbach Group: Rückzug aus Rumänien

Goldbach hat sich, wie anlässlich der Präsentation des Halbjahresergebnisses 2014 angekündigt, per 18. Dezember 2014 aus Rumänien zurückgezogen und übergibt die Geschäftstätigkeit dem bisherigen Management.

In den vergangenen Jahren hat die Goldbach Group massgeblich dazu beigetragen, Goldbach Media und Goldbach Audience in Rumänien zu restrukturieren und an die Gewinnschwelle zu führen. Nach Abschluss dieser Tätigkeit habe man sich entschlossen, die beiden Unternehmen ans bisherige Management zu verkaufen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. So könne die Weiterführung und Entwicklung der Geschäftstätigkeit effizient direkt aus dem rumänischen Markt heraus erfolgen, was der Zielvorgabe beider Parteien entspreche. Der Umsatz der beiden Unternehmen lag bei 3,28 Millionen Franken im Jahr 2013. Der Kaufvertrag tritt per 18. Dezember 2014 in Kraft. Über die Verkaufssumme haben die Parteien gegenseitiges Stillschweigen vereinbart.
 

Langlebige Konsumenten im Fokus der Unternehmen

Ältere Menschen gelten als kaufkräftige und stetig wachsende Konsumentengruppe. Welche Massnahmen treffen Unternehmen, um sie zu erreichen?

Die Zielgruppe «Golden Agers» ist seit Jahren in aller Munde. Rund 1,3 Millionen Rentner leben derzeit in der Schweiz. In den nächsten 20 Jahren wird ihre Zahl in den westeuropäischen Ländern auf etwa ein Drittel der Bevölkerung ansteigen, so die Prognose der Weltgesundheitsorganisation WHO. Angesichts der massiv gewachsenen Kaufkraft älterer Menschen können es sich Unternehmen je länger, je weniger leisten, die Bedürfnisse älterer Konsumenten zu ignorieren. Mit der wachsenden Zahl langlebiger Konsumenten steige auch ihr Drohpotenzial, bringt es Peter Gross, emeritierter Professor der Universität St. Gallen, auf den Punkt. Richtig bereit für die langlebigen Konsumenten sei die Wirtschaft aber noch nicht, ist der 72-Jährige überzeugt. Im Rahmen der Vortragsreihe «Alter(s)gerechte Wirtschaft» der Paulus-Akademie Zürich spricht er von einer «demografischen Verspätung» der Unternehmen. Herrscht bei den Unternehmen ein Bewusstsein für den Zukunftsmarkt vor? Welche Massnahmen treffen sie, um sich um die «Golden Agers» zu bemühen? Eine Umfrage im Detailhandel zeigt auf, dass einiges im Tun ist.

Verpackungen im Wandel

Generell sind sich Experten einig, dass Konsumstrukturen und Bedürfnisse von älteren Menschen äusserst heterogen sind. Milieu, Werte und Lebensstil hätten einen grösseren Einfluss auf das (Konsum-) Verhalten als das Alter. Aber auch wenn sich ältere Menschen nicht zwingend durch spezifische Interessen auszeichnen, so sind sie doch dem biologischen Alterungsprozess unterworfen. Die Sehfähigkeit und die Körperkraft zum Beispiel lassen irgendwann nach. Bei der Gestaltung von Produktverpackungen kann es sich lohnen, das zu berücksichtigen. 1989 mussten in Grossbritannien rund 49 000 Menschen stationär behandelt werden, weil sie sich beim Öffnen von Verpackungen mit Messer oder Schere verletzt hatten. Ältere Menschen sind besonders betroffen von unhandlichen Verpackungen. Studien zufolge beklagen sie sich diesbezüglich in erster Linie über schwer zu öffnende Verpackungen sowie unleserliche Beschreibungen und Ablaufdaten.

Diese Bedürfnisse haben Unternehmen teilweise erkannt. Coop reagierte 2013 (nach eigenen Angaben als erster Schweizer Detailhändler) mit einer umfassenden Verpackungsoptimierung auf die demografische Veränderung. Im Rahmen des Projekts «Easy to Open» liess Coop das auf Verpackungstechnik spezialisierte Fraunhofer Institut in Dresden kundenfreundliche Verpackungen entwickeln. Vorgängig analysierte man gemeinsam mit der Schulthess- Klinik Zürich den Ist-Zustand, indem man Probanden mit Einschränkung der Handfunktion beim Öffnen von Verpackungen filmte und anschliessend dazu befragte. Die mit dem neuen «Easy to Open»- Label gekennzeichneten Verpackungen weisen unter anderem leicht zu greifende Öffnungslaschen und eine verbesserte Siegelnaht entlang des Verschlusses auf. Zurzeit tragen 130–150 Charcuterie- Produkte das «Easy to Open»-Logo. Im Verlaufe des Frühjahres 2015 soll es für eine weitere Warengruppe lanciert werden. Schritt für Schritt wolle man die Öffnungsprinzipien bei allen Eigenmarken prüfen, so Urs Meier, Mediensprecher von Coop. Auch Migros kündigt auf Anfrage ein konkretes Projekt an, mit welchem man auf die demografische Veränderung reagiert. Das Unternehmen plant in Kooperation mit dem Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen eine Konsumentenbefragung, um die Auswirkungen einer Seheinschränkung auf das Einkaufserlebnis zu erforschen: «In dieser Befragung wollen wir herausfinden, welche Erfahrungen Blinde und Sehbehinderte beim Einkaufen in der Migros (stationär und online) machen und wie wir sie dabei noch besser unterstützen könnten.» Migros führt ausserdem diverse Richtlinien für hindernisfreies Bauen ins Feld, bei denen es «nicht nur um Rollstuhlgängigkeit, sondern auch um die Bedürfnisse von Senioren» gehe. Beide Detailhändler weisen in ihrer schriftlichen Stellungnahme darauf hin, bei Etikettenbeschriftungen, Verpackungen und der Ladengestaltung den Bedürfnissen älterer Menschen generell Rechnung zu tragen.

Anders sieht es bei den Billiganbietern aus Deutschland aus. Eine Anpassung des Produktsortiments hinsichtlich der Bedürfnisse älterer Zielgruppen fand zwar bei sämtlichen Detailhändlern statt, so auch bei Aldi und Lidl. Was die Verpackungsgestaltung speziell für ältere Menschen betrifft, sehen die beiden Unternehmen aber derzeit keinen Handlungsbedarf. «Bisher gibt es keinen Bedarf, auf möglicherweise geänderte Bedürfnisse der älteren Menschen einzugehen», schreibt Aldi bzgl. Warendeklaration: «Das würde grössere Umstellungen bedeuten und nicht zuletzt auch die Produkte verteuern.» Reklamationen erhalte man «nur sehr vereinzelt». Ebenso bei Lidl: ältere Menschen würden eher über Artikel wie «Venenkissen, Lesehilfen oder Grosstastentelefone» gezielt angesprochen. Weniger kaufkräftige ältere Menschen, die bei den Billiganbietern aus Deutschland einkaufen, können also (noch) nicht von innovativen Verpackungsinitiativen oder Ähnlichem profitieren.

In der Werbung gang und gäbe

Im Bereich Werbung hat eine Sensibilisierung für ältere Zielgruppen offensichtlich seit Längerem Einzug gehalten – und das bei allen angefragten Unternehmen. «Ja, bei uns sollen alle Altersgruppen vorkommen – denn unsere Zielgruppe ist die ganze Schweizer Bevölkerung», schreibt Migros. «Selbstverständlich. Ältere Menschen sind wichtige Mitglieder unserer Gesellschaft«, heisst es bei Coop. Etwas dezidierter bei Aldi: «Werbung muss ansprechend für die Zielgruppe gestaltet werden. Je nach Aussage der Werbebotschaft setzen wir auch in der Werbung Akteure der älteren Generation ein.» Nichtsdestotrotz dominiert die klassische «Grosselternrolle ». Sie entspricht nicht unbedingt dem Selbstverständnis älterer Menschen.

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Und das Alter der Mitarbeitenden?

Während seines Vortrags weist Peter Gross auf einen weiteren Aspekt hin, bei dem er Handlungsbedarf für die Unternehmen sieht: Die Überalterung spiegle sich bis anhin erst in der Kundenstruktur wider. Um tatsächlich auf Augenhöhe mit den Kunden agieren zu können, sollte man sie dem Wirtschaftsdozent zufolge mit der Mitarbeiterstruktur abgleichen. Denn, wie es eine Bekannte nach einem Besuch bei der Bank ausgedrückt habe, «ein Jüngelchen » als Berater stösst nicht bei jeder älteren Person auf Begeisterung. In diesem Bereich scheinen kaum strategische Zielsetzungen vorhanden zu sein. Keiner der angefragten Detailhändler berücksichtigt im Hinblick auf die demografische Veränderung die Altersstruktur der Mitarbeitenden, auch nicht von denjenigen mit Kundenkontakt. «Freundlichkeit und Kompetenz» würden im Vordergrund stehen, heisst es etwa bei Aldi, ähnlich bei den anderen Detailhändlern. Coop betrachtet das Thema als Selbstläufer: «Grundsätzlich wird das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden in den Unternehmungen – analog des Durchschnittsalters der Kunden – auch ansteigen.» Im Geschäftsbericht ausgewiesen wird die Altersstruktur der Belegschaften selten. Von den kontaktierten Detailhändlern veröffentlicht nur Migros die Altersstatistik der Mitarbeitenden (obschon hier der Anteil der Altersklasse 50–64 unter ihrem Anteil an den gesamtschweizerisch Beschäftigten liegt).

Für die Finanzbranche dürfte das Thema speziell brisant sein. Denn das Anlagevermögen liegt heute grösstenteils in den Händen höherer Altersklassen. Eine entsprechende E-Mail-Anfrage bei vier Schweizer Banken blieb leider unbeantwortet.

Universelles Design gefragt

Die bekannte Krux mit der Zielgruppe 55 plus: Wenn ältere Menschen eins nicht mögen, dann als ältere Menschen angesprochen zu werden. Migros führt aus diesem Grund «keine Produkte, die speziell für eine Zielgruppe von älteren Personen gekennzeichnet sind» im Sortiment. Recherchen hätten gezeigt, dass dies (mit Ausnahme des Klubschulangebots) von den Senioren nicht gewünscht werde. Coop-Sprecher Urs Meier weist auf den Nutzen der Optimierungsinitiative für alle Altersgruppen hin: «Wir erhoffen uns einen Mehrnutzen bzw. Mehrwert der neu verpackten Artikel grundsätzlich für alle unsere Kundinnen und Kunden – und erleichtern damit im Speziellen gerade der älteren Generation ein kleines Stück Alltag.» Die Entwicklungen weisen klar in die Richtung eines sogenannten universellen Designs, welches die Bedürfnisse so vieler Konsumenten wie möglich berücksichtigt.

Simone Isliker
 

Zur Sache: Lasst uns Froh und munter sein

Alle Jahre wieder beschert die Werbewoche ihren Lesern in der letzten Ausgabe vor Weihnachten das Kreativ-Ranking.

In diesem Jahr teilen sich Jung von Matt, Leo Burnett und die Publicis Werbeagentur das Treppchen. Wir gratulieren – in dulci jubilo – ganz herzlich, auch den anderen sieben Top-Agenturen!

Morgen, Kinder, wird’s was geben, denkt sicher mancher bei und von der NZZ. Erst schliesst die «alte Tante» ihre Druckerei in Schlieren, und dann das Theater um den Chefredaktor: Spillmann geht, Somm kommt doch nicht, Blocher hat «keinen Appetit auf die NZZ». Das Flaggschiff schlingert ohne Kapitän auf hoher See; es kommt ein Schiff geladen – und niemand will es fahr’n …

Herbei, o ihr Gläubigen, mag man auch dem «Spiegel» zurufen. Wer noch daran glaubt, dass hier Print und Online zusammengehen, trete in die erste Reihe. Der geschasste Chefredaktor Wolfgang Büchner ist an seinem Ziel gescheitert, 400 versteinerte Printjournalisten zum Schulterschluss mit ihren Online-Kollegen zu bewegen. Egal, ob Büchner clever oder ohne Fingerspitzengefühl agiert hat: Damit, dass Print und Online näher aneinanderrücken müssen, hatte er recht. Nun übernimmt der ausgezeichnete Journalist Klaus Brinkbäumer das Zepter. Nur: Wer schreiben kann, kann noch nicht unbedingt eine Zeitung führen. Und das noch in die richtige Richtung.

Last Christmas hiess es letzten Samstag für «Wetten dass …?» 9,27 Millionen Fans gaben der Show das letzte Geleit. Damit verabschiedet sich ein Format, das für so viele meiner Generation für gemütliche, lange Samstagabende vor dem Fernseher steht, frisch gebadet im Frotteepyjama. Ehrlich: Haben Sie nicht auch mindestens einmal davon geträumt, mit irgendeiner absurden Wette Wettkönig zu werden? Aus. Vorbei.

Was soll das bedeuten – und vor allem: Was können wir dagegen tun? 2014 war ein schlechtes Jahr für Medienschaffende: Weltweit wurden 66 Journalisten getötet, 119 entführt und die Angriffe werden immer brutaler. Das meldet Reporter ohne Grenzen. Besonders gefährlich arbeiten Journalisten in Syrien, im Gaza-Streifen, in der Ukraine, im Irak und in Libyen.

Ensemble, von wegen Stille Nacht! Wir feiern Weihnachten mit Freunden von der Migros. Einen Supercoup hat der Retailer mit seinem Weihnachtsspendensong gelandet. Gilbert Gress und gut frisierte Sängerinnen und Sänger wie Luca Hänni, Francine Jordi, Pepe Lienhard, Noëmi Nadelmann und Pippo Pollina weihnachtsliedeln sich auf Platz 1 der Schweizer Single Charts – und platzieren die Migros dort als erste Marke überhaupt. Ein historischer Schritt in Sachen Marketing. Zu dumm, dass Coop seinen Bio- Song 2012 ohne Label auf Höhenflug geschickt hat.

Wachet auf, ruft uns die Stimme – 2015 ist viel zu tun. Nun aber gönnen wir uns eine Weihnachtspause. Die nächste gedruckte Werbewoche erscheint am 16. Januar 2015, ab dem 4. Januar 2015 versorgt Sie Werbewoche.ch mit frischen Meldungen. Danke für Ihre Treue und fröhliche Weihnacht überall.

Anne-Friederike Heinrich, Chefredaktorin
[email protected]
 

APG|SGA stärkt das Key Account Management

APG|SGA baut das Key Account Management in Zürich aus. Ab dem 2. Februar 2015 ist Tony Mandingorra zuständig für Auftraggeber aus verschiedenen Branchen. Zudem wurde der Bereich Digital Sales erfolgreich in das Key Account Management integriert.

APG|SGA vergrössert das Key Account Management Team und engagiert Tony Mandingorra ab dem 2. Februar 2015 als Berater. Von 2002 bis 2004 war der kompetente Fachmann mit langjähriger Out of Home Erfahrung bereits in dieser Funktion bei APG|SGA tätig gewesen und leitete danach den Verkauf International. Zu den weiteren Stationen seiner Karriere zählten unter anderem die Leitung des Verkaufs (USA und Westeuropa) bei Gessner sowie die Leitung Akquisition bei Geyst.

Wie bereits bekanntgegeben, werden zudem ab dem 1. Januar 2015 Beat Sulzer sowie Patrik Holdener das Key Account Management der APG|SGA ergänzen. Der bisher in Winterthur niedergelassene Bereich Digital Sales ist am 1. Oktober 2014 umgezogen und hat sich erfolgreich im Key Account Management am Hauptsitz in Zürich integriert. Zwei Key Account Manager, Nurettin Yildirim und Peer Kleinfeldt, sind neu spezifisch zuständig um den digitalen Markt zu bearbeiten.

Mexan: Online-Shop für Confiserie Bachmann

Mexan betreut die Confiserie Bachmann bereits seit mehreren Jahren vollumfänglich im Online-Bereich und durfte den neuen Online-Shop komplett umsetzen.

Die alte Shop-Lösung wurde durch einen neuen modernen Magento Shop abgelöst. Die statischen Inhalte werden über TYPO3 gepflegt und mit Magento dynamisch verknüpft. Die Kombination dieser beiden Open Source Produkte erlaubt die höchst mögliche Flexibilität und das Beste aus beiden Systemen.

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Die Confiserie Bachmann hat bis heute 17 Standorte, 15 in der Zentralschweiz, sowie je einen Standort in Zürich und Spreitenbach. Neben dem erfolgreichen Geschäft vor Ort soll die neue Webseite an den bestehenden Erfolg anknüpfen und das bestehende Online-Geschäft weiter ausbauen.

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Die neue Webseite der Confiserie Bachmann ist vollständig Responsive aufgebaut und erlaubt entsprechend die Bestellung von sämtlichen Backwaren und Torten auf jedem Geräte zu jederzeit. Die Bezahlung der Produkte ist über die gängigen Zahlungsmittel möglich und die Auslieferung von feinen Torten zum Bespiel gesamtschweizerisch. Mit dem neuen Webshop hat die Confiserie Bachmann schweizweit nicht nur die umfassendste sondern auch modernsten Shop-Lösung der Branche.

Verantwortlich bei Confiserie Bachmann: Matthias Bachmann (Geschäftsleitung), Melissa Salihovic (Inhalte Shop), Bernd Rau (Bilder Shop). Verantwortlich bei Mexan: Elias Emmenegger, Christoph Karlen, Roland Kiser; Thomas Niederberger (Gesamtverantwortung).
 

Stellenportal für die Landwirtschaft lanciert

Die Schweizer Landwirtschaft hat erstmals ein eigenes Stellenportal. Seit Anfang Dezember ist Agrarjobs.ch online, das erste professionelle Stellenportal für die Agrarbranche. Hinter Agrarjobs.ch steht ein junges Team aus dem Thurgau – und das ist kein Zufall.

Stellenportale gibt es viele – eine professionelle Plattform für die Landwirtschaft hat der Schweiz bislang aber gefehlt. Mit Agrarjobs.ch soll sich das ändern: Die Stellenplattform für die Schweizer Agrarbranche ist seit dem 4. Dezember online. Bereits in den ersten Tagen haben laut Mitteilung diverse Unternehmen und Institutionen die neue Plattform ausprobiert – darunter grosse Namen wie Emmi, Anicom oder das Bundesamt für Landwirtschaft, aber auch KMU wie die Speriwa aus Niederbipp.

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«Vor etwa zwei Jahren ist uns aufgefallen, dass die Online-Stellensuche in der Landwirtschaft noch immer sehr mühsam ist», sagt Caspar Eberhard, Marketingleiter und Mitgründer von Agrarjobs.ch. «Wer in der Schweizer Agrarbranche online einen Job suchen will, muss sehr viel Geduld haben, denn bei den grossen Portalen wird alles in den Topf Landwirtschaft geworfen wird. Wir hingegen bieten differenzierte Unterkategorien an.»

Genau hier setzen Eberhard und sein Team an: Agrarjobs.ch soll nicht nur übersichtlich und einfach in der Bedienung sein, sondern auch die erste Plattform, die alle Stellenangebote der Schweizer Landwirtschaft vereint. Das Portal richtet sich denn auch an sämtliche Berufe der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette – beispielsweise an den Saatgut-Berater oder Landmaschinenmechaniker, den Landwirt, Käser, Milchtechnologen oder Metzger. Wer einen landwirtschaftlichen Background hat oder in der Landwirtschaft und ihren vor- und nachgelagerten Betrieben tätig sein will, ist bei agrarjobs.ch richtig.

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Gestartet ist Agrarjobs.ch mit vier Mitarbeitern, Geschäftssitz ist in Wittenwil TG – nicht ganz zufällig. «Wir kommen aus dem landwirtschaftlichen Umfeld, deshalb ist uns auch die Nähe zur Landwirtschaft wichtig», sagt Jürg Zahnd, Geschäftsführer und Mitgründer von Agrarjobs.ch. Der gelernte Maschineningenieur ETH ist selber in Wittenwil aufgewachsen und stammt aus einer Bauernfamilie.

Kostenlose Betaphase bis März 2015

Vorderhand sind die Stelleninserate auf agrarjobs.ch kostenlos. «Wir wollen in der Startphase Erfahrung sammeln», erklärt Jürg Zahnd, «Wichtig sind uns auch die Reaktionen der Kunden. Nur so können wir uns laufend verbessern.»  Ab März 2015 soll Agrarjobs.ch kostenpflichtig werden. Die Preise werden bewusst niedrig gehalten, sagt Jürg Zahnd. «Ein Stelleninserat kostet 325 Franken für zwei Monate, bei Selbsteingabe des Inserates reduziert sich der Preis auf 285 Franken. Damit sind wir immer noch deutlich tiefer als herkömmliche Jobportale.» Keine Abstriche sollen bei der Qualität gemacht werden. Zahnd: «Wir wollen genauso gut sein wie die grossen Portale, nur günstiger – und mit klarem Fokus auf die Schweizer Landwirtschaft.»

Leo Burnett bewirbt Sonderausgabe der Woz

Am 18. Dezember erscheint die Wunsch-Woz– eine Ausgabe, bei der die Leserschaft der Wochenzeitung Woz einen wesentlichen Beitrag geleistet hat. Leo Burnett liefert die Kampagne.

Über die letzten Wochen konnten LeserInnen Inputs für die Artikel der Sonderausgabe liefern, was rund 350 Vorschläge zuhanden der Redaktionskonferenz ergab. 54 Beiträge erhält die letzte Woz-Ausgabe des Jahres 2014, die allesamt auf LeserInnen-Inputs zurückgehen. Dass die Wunsch-Wozein Gemeinschaftswerk von vielen Menschen ist, macht auch der Spot deutlich: Das Musikerduo Whistler & Hustler komponierte speziell für den Film ein Stück, das wahres Teamwork erlebbar macht. Der Spot wird in mehreren Deutschschweizer Programmkinos gezeigt und über Social Media verbreitet.

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Die Kampagne ist auch als Anzeige in der NZZ, im Tages-Anzeiger und in der Zeitung Work zu sehen.

Verantwortlich bei der Wochenzeitung: das Kollektiv der Woz. Verantwortlich bei Leo Burnett Schweiz: Pablo Schencke, Johannes Raggio (Kreation), Fernando Gort (Beratung), Erasmo Palomba (Art Buying), Whistler & Hustler (Komposition), Filmgerberei (Produktion), Jingle Jungle (Ton)

 

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