Die Realisierung des Gewinnerprojekts wird mit zusätzlicher Unterstützung der SRG SSR vollumfänglich finanziert. Den 6. CH-Dokfilm-Wettbewerb 2015 lanciert das Migros-Kulturprozent zum Thema Zeit. Jacqueline Zünds Filmprojekt (Produktion: Real Film, Zürich) trägt den Titel «2,8 Tage» und widmet sich dem Thema Scheidungskinder. Zwei Erwachsene trennen sich, eine Familie fällt auseinander, Kinderleben werden aufgeteilt. Aus einer vermeintlichen Einheit entstehen zwei Welten, verteilt auf zwei Räume. Ausgehend von der aktuellen Praxis in der Schweiz, dass heute bei einer Scheidung das gemeinsame Sorgerecht zum Regelfall wird, macht sich die Zürcher Regisseurin auf den Weg, aus der Perspektive der Kinder eine filmische Annäherung an die Situation zu unternehmen. Dabei soll es um äussere wie auch um innere Räume – und um die Zwischenräume – gehen.
Mit ihrer Idee, die Realität von Scheidungskindern und damit eine für die Schweiz gesellschaftlich und sozial relevante Frage in einem Dokumentarfilm anzugehen, überzeugte Jacqueline Zünd die Jury. «Wir hatten dieses Mal die Wahl aus drei sehr starken Projekten. Der Entscheid fiel zugunsten eines Projekts, welches das Thema Raum aus einer neuen Perspektive und in einer cineastischen Handschrift beleuchtet», sagt Nicole Hess, Projektleiterin Film in der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bundes, und Jurypräsidentin. Der Film widme sich in filmisch eigenständiger und differenzierter Weise einer aktuellen Fragestellung. Er wird voraussichtlich 2016 im Kino Premiere feiern.
Die Jury setzte sich zusammen aus:
– Nicole Hess, Projektleiterin Film, Direktion Kultur und Soziales, Migros-
Genossenschafts-Bund, Zürich, Jurypräsidentin
– Simon Baumann, Regisseur und Produzent, Suberg
– Barbara Pichler, Intendantin Diagonale, Graz
– Lara Stoll, Slam-Poetin, Winterthur
– Nicolas Wadimoff, Dokumentarfilmer und Produzent, Genf
– Sven Wälti, Verantwortlicher Koproduktionen, Generaldirektion SRG SSR, Bern
Wettbewerbsthema 2015: Zeit
Das Migros-Kulturprozent schreibt 2015 zum sechsten Mal seinen CH-Dokfilm- Wettbewerb aus, diesmal zum Thema Zeit. Es lädt Schweizer Filmschaffende ein, sich in dokumentarischer Form mit dieser für die Schweiz aktuellen und gesellschaftlich relevanten Grösse auseinanderzusetzen. Gesucht werden Filmideen, die sich in differenzierter und eigenständiger Herangehensweise dem Thema Zeit stellen. Es kann sich um alltägliche Geschichten handeln, aber auch um Auslegungen intellektueller oder philosophischer Natur, die über den Alltag, das Heute und das Reale hinausweisen. Der Wettbewerb erfolgt wiederum in zwei Stufen.
Eingabeschluss für die 1. Runde: 8. Mai 2015, Preisverleihung im Rahmen des Filmfestivals Locarno 2015; Eingabefrist für die 2. Runde: 6. Dezember 2015; Preisverleihung Gewinnerprojekt im Rahmen der Solothurner Filmtage 2016.