Aufgefallen: Liebe Hermès Communication.

Es ist schön zu wissen, dass Ihr das Virgin-Cola-Budget betreut. Schön auch, dass Ihr mit Virgin-Anzeigen ganze Seiten füllen dürft.

Es ist schön zu wissen, dass Ihr das Virgin-Cola-Budget betreut. Schön auch, dass Ihr mit Virgin-Anzeigen ganze Seiten füllen dürft.Aufgefallen Liebe Hermès Communication. Schade nur, dass Ihr bei der Kreation nicht etwas progressiver vorgegangen seid. Das kann natürlich zwei Gründe haben: Entweder musstet Ihr dieses Inserat für den deutschsprachigen Raum adaptieren (dann hätte ich vielleicht den Agenturnamen weggelassen), oder der Konsum von Virgin Cola weckt Gedanken, die alles andere als jungfräulich sind. Ich habe mir mal sagen lassen, dass ein Mann nicht genügend Frauen von ihrer Jungfräulichkeit befreien kann oder dass gewisse männliche Zeitgenossen keine Frau heiraten, die nicht mehr ganz unberührt ist – obschon diese Männer selber gar nicht mehr wissen, wann sie ihre «Unschuld» verloren haben. Aber da moderne Frauen gelernt haben zu nehmen, was ihnen Spass macht, kommt natürlich der eine oder andere Jungfrauenjäger zu kurz – beziehungsweise zu spät. Und diese wachsende Zielgruppe scheinen Sie, liebe Hermès Communication, für die Virgin-Produzenten ins Visier gefasst zu haben. Denn Sie verkaufen endlose am Laufmeter produzierte Jungfräulichkeit. «Baywatch»-süchtige Jungs, die es in ihrer Fantasie gerne mal mit Pamela Anderson treiben würden, kommen ihrem Wusch beim Öffnen einer Virgin-Cola-Flasche etwas näher. Mir persönlich ist die Lust deutlich vergangen, einen Schluck daraus zu trinken, geschweige denn eine Flasche zu öffnen. Denn eine Bikiniträgerin zu entjungfern, steht bei mir nun wirklich nicht an oberster Stelle.
Mit ganz anderen als jungfräulichen Grüssen, Ihre Chandra Kurt
Sprachbeobachter La Hausordnung
Hausordnung sich zu den Gliedern des Mieteigentums sowie zeitweiligbesitznehmerer oder Mieterer des Wohnungens auferlegt:
Um ein gemütlicher Komfort und eine leichte Pflege auf dem Haus ermöglichen zu konnen, wird es daran erinnert, an allen besitznehmerer Anordnungen anschliessend.
Alle gemeine Teile (Durchwege, Hauseingange, Treppen, Gänge) jederzeit werden mussen frei sein. Demzufolge, das nicht möglich zu niederlegen ein irgendeine Ding in den gemeinen Teile ist (Pakete, Pappkartone, Schuhwerk…).
Besitzerer und Besitznehmerer werden mussen zusehen dass die Ruhe des Grundstücks nicht werde keines Falls gestört sein. (Besonders nach 22 Stunden). Demzufolge sie nicht Gerausch machen konnen oder Gerausch geschehen lassen, auch nichts Arbeit zu tun beginnen, um nicht die Nachbarschaft zu stören. Es wird daran erinnert, dass sie sollen die Tür zuschlagen vermeiden. Empfänger oder Rundfunk Appärate müssen sein mässig benutzt.
Kinderspielen sind nicht in den Hauseingangen, Treppen, gemeinen Teile, Parkplätze, Erdwälle mit Rasen ermächtigt.
Schierverkehr im Haus ist verboten. Sie mussen Ski in lokal reserviert aus diesem Grunde niederlegen, Verkehr in gemeine Teile mit Skischue am Füsse ist verboten.
Klopfen, ausschwingen den Teppich und Decke ist verboten. (Neueres Elektrisches Haushaltsgeräte nicht keine Toleranz fur das Thema ermöglichen). Naturlich, hinauswerfen irgendeine Dingen zum Fenster und Balkon ist verboten (Papiere, Zigarettenstummeln, flussigkeit, wässern, Blüte…) Spülen Balkone, Wäsche aufhangen, speichern Holz auf oder benutzen als rumpelkammer ist verboten.
Hünde und Kätzen mussen sein unbedingt an der Leine im alle gemeine Teile sowie auf den ganzen Haus führen. Uberdies, sind sie ertragt, unter der Bedingung, dass es keine zurückforderung wird.
Die Hausordnung respektiert durch jeden für sich, wird gemutlicher aufenthalt in diese Haus zu begreifen erlauben.
Der Syndikus Hausordnung der Ferienkolonie Yeti in Châtel, Savoyen (F).
Kolumne No Panic, Peter Pan
Von Anna Esposito
Ich glaube nicht mehr an mein Geburtsdatum. Mein Alter kennt Quantensprünge, Phasenverschiebungen und Reisen in die Zukunft. Es ist emotional und besitzt ein unberechenbar polymorphes Wesen. Zum Beispiel nach anstrengenden Präsentationswochen und einer Mittelohrentzündung meiner Tochter fühle ich mich wie Hundertzehn. Siezt mich ein neuer Juniortexter während eines Briefings respektvoll, dann wie Fünfundsiebzig. Das Schöne an der Entdeckung, dass Gefühle ihr eigenes Frischedata haben, schlägt aber mehrheitlich positiv zu Buche. Arbeite ich mit meinem Lieblings-AD an einem Konzept, betrete ich nach kurzer Zeit beflügelt mein vierzehntes Lebensjahr. Mit ungebrochener Schadenfreude und absolut political incorrect werden Minderheiten des Geistes diffamiert (Aargauer, SVPler, Porschefahrer), mit Sexleistungen geprotzt (Viva Italia) und tiefe philosophische Gespräche angezettelt, wie damals an einem schulfreien Nachmittag auf einer von der Sonne beschienen Wiese am Limmatufer. Und siehe, sie kommen wie von selbst, die vielen Ideen. Schaue ich mir das ADC-Buch an, stelle ich befriedigt fest, dass auch andere Ausflüge in die Lausbubenaltersliga unternehmen. Und mit ihren sackfrechen Einfällen auch manches innere Kind im Kunden zu wecken verstehen. Es gibt ihn also, den Erfolg versprechenden Weg auch in der Werbung älter, aber nicht alt zu werden: Dank heimlicher Verschwörungen im Kampf um die kostbaren Momente, in denen Peter Pan uns vom Fensterbrett abholt, mit magischem Pulver bestreut und mit uns zu seiner Insel fliegt. Schade nur um all die Ewigerwachsenen, die sich in Strategien, Theorien und Corporate Images verheddern: Sie fürchten sich wie Käpt’n Hook ständig vor dem tickenden Krokodil, das einst einen Wecker verschluckte, und sehen dabei so alt aus.

Ein Tag in Zürichs Leben

Edition Patrick Frey veröffentlicht ein Buch für waschechte Zürcherinnen und Zürcher

Edition Patrick Frey veröffentlicht ein Buch für waschechte Zürcherinnen und ZürcherVon Chandra KurtStadtoriginale und originelle Stadtplätze sind der Puls der Publikation «Tage Buch» von Philipp Funk und Claudio Walser. Sie haben 365 Fotos von elf jungen Fotografinnen und Fotografen zusammengetragen, die Zürich im Jahr vor dem Millennium porträtieren.
Frei von der gestalterischen Enge faktentreuer und chronologischer Jahresrückblicke, blättert sich Funks und Walsers Blick auf das Jahr 1999 wie ein buntes, überraschendes Tagebuch der Limmatstadt durch. Und obschon dieses Werk für jeden Historiker mit dem Etikett moderne Kunst versehen würde, gibt es dennoch alle wichtigen Momente des Jahres 1999 wieder.
Der Wechsel der Jahreszeiten mit den passenden Wettereinflüssen, etwa der grosse Schnee im Februar, gehören ebenso zu dieser Chronik wie architektonische Veränderungen und sportliche
und gesellschaftliche Höhepunkte; und zu der einen oder anderen politischen Entscheidung passt auch manche Baustelle der Stadt.
Ergänzend dazu liest man über 20 Texte von zeitgenössischen Autorinnen und Journalisten, die jeder auf seine Art und Weise einen Stein ins Mosaik unseres komplexen Stadtbildes einfügen.
Das «Tage Buch» – mit dem Format eines klein geratenen Ziegelsteins – ist so vielfältig und voller Überraschungen, dass es auch jedes Jahr neu erscheinen könnte. Allerdings ist seine Schönheit nur Zürich-Vertrauten zugänglich. Anderen dürfte die Bildzusammenstellung eher beliebig daherkommen. Zumal Zürich, Beweis seiner Lebendigkeit, bunter und chaotischer ist als jeder Tourismusprospekt.
Philipp Funk und Claudio Walser, «Tage Buch», Edition Patrick Frey, Fr. 49.80.

B2B-Werbung im Internetrausch

Im Business-to-Business-Bereich nimmt die Zahl der gemessenen Ad Impressions am stärksten zu

Im Business-to-Business-Bereich nimmt die Zahl der gemessenen Ad Impressions am stärksten zuVon Clemens Hörler Der Boom im B2B-E-Commerce führt dazu, dass auch OnlineWerbung im Business-to-Business-Bereich stark an Bedeutung gewinnt.
B2B-Unternehmen drängen ins Netz, und immer mehr Grossfirmen richten B2B-Plattformen ein, auf denen sie sich Einsparungen beim Handel mit Zulieferern erhoffen. Ford, Nestlé, Pirelli und Boeing sind Beispiele dafür. Davon profitiert auch die Werbung: Eine Studie des MediaMetrix-Unternehmens AdRelevance, Seattle, zeigt, dass Werbeausgaben der B2B-Firmen im Internet mit höherem Tempo wachsen als Ausgaben von Unternehmen im Business-to-Consumer-Bereich (B2C).
Gemäss der Studie von AdRelevance (www.adrelevance.com) hat die Zahl der B2B-Firmen, die online warben, zwischen Oktober 1999 und Februar 2000 um 58 Prozent zugenommen. Bei den übrigen Unternehmen war im selben Zeitraum ein Plus von 17 Prozent zu verzeichnen.
Auch bei der Zahl der geschalteten Ad Impressions liegen die B2B-Firmen mit einem Zuwachs von durchschnittlich 66 Prozent vorne, dahinter folgen die B2C-Bereiche Telekommunikation (plus 45 Prozent), Automobilindustrie (plus 44 Prozent), Finanzdienstleisungen (plus 40 Prozent), Konsumgüter (plus 38 Prozent) und Hardware/Elektronik (plus 34 Prozent).
Charles Buchwalter, Vice President Medienforschung bei AdRelevance: «Der B2B-Werbeboom ist eine logische Konsequenz der Online-Präsenz vieler Firmen aus diesem Sektor. Man erreicht die Kunden, wo sie arbeiten – und das ist in diesem Fall im Netz.»
Mehr Werbung auf Special- Interest-Sites
Innerhalb des B2B-Bereichs werben vor allem Firmen, die internetrelevante Dienste wie Webdesign, E-Commerce-Software oder Netzwerkeinrichtungen anbieten. Viel mehr als Werbetreibende, die sich an die Konsumenten richten, nutzen die B2B-Unternehmen auch Special-Interest- Sites als Werbeträger.
Immerhin 9,9 Prozent des gesamten B2B-Werbevolumens im Internet fliessen auf Websites zum Thema Computer und Technologie, 2,5 Prozent auf Finanzdienste und 2,2 Prozent auf Newsplattformen. Der Löwenanteil in beiden Bereichen fliesst allerdings immer noch auf grosse Portale, Communities und Suchmaschinen.
Durchschnittliche Zunahmeder Ad Impressions pro Firma
Business-to-Business 66 %
Telekommunikation 45 %
Automobil 44 %
Finanzdienste 40 %
Detailhandel 38 %
Hardware/Elektronik 34 %
Online-Medien 29 %
Verteiler 26 %
Software 22 %
Reisen 19 %
Quelle: AdRelevance Intelligence Report
«Business Is Booming».
Die Anzahl Ad Impressions pro Unternehmen stieg im B2B-Bereich stärker als im B2C-Sektor.

In Appenzell muhen auch Mercedes

Koller Werbung stellt Autohändlern die C-Klasse auf dem Appenzeller Viehmarkt vor

Koller Werbung stellt Autohändlern die C-Klasse auf dem Appenzeller Viehmarkt vorDas erlaubt sich der Schweizer Importeur von DaimlerChrysler: Er macht mit seinen Händlern das Kalb und geht mit seinen Edelkarossen unter die Viehhändler. Zur Präsentation der Mercedes-C-Klasse suchte sich der Importeur den Landsgemeindeplatz von Appenzell-Innerrhoden aus. Traditionsgemäss werden DaimlerChrylser-Vertretern neue Modelle anlässlich eines Events an wechselnden Orten vorgestellt. Diesmal traf es den Hauptort des Halbkantons.«Wenn die Veranstaltung schon in Appenzell durchgeführt wird, dann soll dies auch in Anlehnung an hiesige Bräuche geschehen», sagte sich Emil Koller, Inhaber der gleichnamigen Appenzeller Werbeagentur, die den Anlass in Zusammenarbeit mit der Eventagentur Chäs+Brot AG gestaltete und in Analogie zu einem der bedeutendsten Ereignisse des Ortes: der Viehschau.
Als vergangenen Montag nichts ahnend die 91 Schweizer DaimlerChrysler-Händler mit dem Car auf dem Landsgemeindeplatz in Appenzell eintrafen, glaubten sie, im falschen Witz zu sein: Anstelle der erwarteten 91 Fahrzeuge – jeder Händler bekommt an den Events jeweils ein Fahrzeug als Vorführwagen überreicht, mit dem er später nach Hause fährt – fanden die «Gehörnten» 15 Kühe und einen wie zufällig parkierten Vorläufer der C-Klasse vor: einen Mercedes 190 E.
Prämierte Lisa gegen Mercedes 190 E eingetauscht
Ein inszenierter humoristischer Disput zwischen Diego Tomasini, Marketingleiter von DaimlerChrysler Schweiz, und einem von Emil Koller gespielten «Appenzöller» Viehzüchter, der mit dem durch Handschlag besiegelten Tausch der prämierten Kuh Lisa gegen den 190 E endete, löste die Verwirrung auf. Im Anschluss an den Sketch wurden Appenzeller Spezialitäten aufgetischt, und folkloristische Musik und Darbietungen begleiteten die Gesellschaft durch einen fröhlichen Abend.
Die eigentliche Präsentation der neuen Fahrzeuge erfolgte tags darauf am selben Ort: Kostenlos hatte die Gemeinde Appenzell über Nacht die duftenden Spuren der Kühe auf dem Landsgemeindeplatz beseitigt und für den Automobilhersteller DaimlerChrysler die Viehschau in eine aus 91
C-Modellen bestehende Fahrzeugschau verwandelt.
Ernst Weber

Nicht alle Internauten sind gleich

Eine E-Commerce-Internetstudie definiert sechs Nutzertypen

Eine E-Commerce-Internetstudie definiert sechs NutzertypenVon Clemens Hörler Eine Studie von McKinsey und MediaMetrix teilt die Internetgemeinde in sechs unterschiedliche Usertypen ein. Will ein Internetunternehmen seine Besucher an sich binden, muss es demnach zuerst eine Zielgruppe ausmachen und diese gezielt ansprechen.
Wenn die Verkäuferin im Uhrengeschäft den Müesli pickenden Ökofundi mit einem braven «Grüss Gott, gnädiger Herr» empfängt, ist dieser wohl genauso begeistert wie die ambitiöse Topmanagerin über ein leger dahingerotztes «Hi».
Wie die Kunden im realen Leben wollen auch die Internetnutzer auf unterschiedliche Art und ihrem Typ gemäss angesprochen werden. Eine im April veröffentlichte amerikanische Studie von McKinsey und MediaMetrix nennt sechs verschiedene Internautentypen, die für den
E-Commerce ganz unterschiedlich attraktiv sind und sich in ihren Ansprüchen ans Netz deutlich unterscheiden: Vereinfacher, Neulinge, Routiniers, Sportler, Surfer und Händler.
«Der Erfolg im Internet hängt sehr stark von der Kundentreue ab; deshalb ist es Erfolg versprechender, sich eine loyale Kundenbasis in einer bestimmten Zielgruppe zu sichern, statt alle ansprechen zu wollen», glaubt John Forsyth, E-Marketing-Spezialist bei McKinsey. Ein Unternehmen dürfe deshalb nicht nur auf blanke Besucherzahlen achten, es müsse auch Bescheid wissen über die Typologie der Kunden.
Besonders attraktiv für den
E-Commerce: die Vereinfacher
Gemäss der Studie «All Visitors Are Not Created Equal» (www.mediametrix.com) sind für E-Commerce-Unternehmen die Vereinfacher besonders attraktiv. Sie nutzen das Internet vor allem dazu, sich das Leben angenehmer zu gestalten.
Statt sich durch überfüllte Shoppingcenter zu wühlen, bestellen sie online. Und obschon sie wenig Zeit im Internet verbringen, sind sie für etwa die Hälfte aller Transaktionen verantwortlich. Um bei den Vereinfachern Erfolg zu haben, empfiehlt Forsyth ein kundenfreundliches Auftreten: eine übersichtliche Navigation, die schnelle Verfügbarkeit von Informationen und Angeboten sowie einen zuverlässigen Kun-dendienst. Lästige Pop-up-Werbefenster schrecken die Vereinfacher ab.
Eine attraktive Gruppe für den E-Commerce sind auch die Händler. Diese schätzen am Internet vor allem die aktive Preisgestaltung und das Aufspüren von Schnäppchen, zum Beispiel in Auktionshäusern. Online-Shops mit alternativen Geschäftsmodellen, die ein Einkaufserlebnis bieten, ziehen die Händler viel eher an als traditionell aufbereitete Warenkataloge.
Online-Routiniers entpuppen sich als Online-Geizhälse
Dem Online-Shopping weniger zugetan sind die Routiniers. Nur sechs Prozent haben in ihrem Leben mehr als fünfmal im Internet eingekauft. Die Routiniers nutzen das Internet vor allem, um Informationen zu gewinnen. Sie besuchen dafür nur wenige, qualitativ hoch stehende Websites, zum Beispiel Finanz- oder Newsplattformen. Ähnlich wie die Routiniers verhalten sich die Sportler, die in erster Linie Sportnews lesen.
Die Betreiber von Informationssites sind herausgefordert, die Informationssuche dieser Onlinegeizhälse in Umsatz zu verwandeln. Zum Beispiel können sie die Besucher mit Links auf Online-Shops locken, in denen diese etwas bestellen können, über das sie gerade gelesen haben. Dies wurde von vielen Schweizer Online-Zeitungen sehr früh im Bereich der Buchrezensionen praktiziert.
Die Novizen können noch geformt werden
Zwischen den Online-Shoppern und den Online-Lesern stehen die Surfer und die Neulinge. Die Surfer machen nur acht Prozent der Nutzer aus, sind aber für 32 Prozent der Internetnutzungszeit verantwortlich. Ständig auf der Suche nach Neuem, sind sie nur schwer zu binden.
Nur durch ständige Updates, aktuelles Design und eine starke Marke können sie zu regelmässigen Besuchen motiviert werden. Durchschnittliche Sites, die beim zweiten Besuch immer noch genau so aussehen wie beim ersten, werden von den rastlosen Internetnomaden schnell vergessen.
Der Anteil der Internetneulinge liegt laut der Studie immer noch bei 36 Prozent. Sie nutzen das Internet vor allem für ihre persönliche Kommunikation, schreiben E-Mails und chatten. Die Anbieter von Websites können versuchen, die Gewohnheiten dieser Internetnovizen mitzugestalten und sie als Mitglieder einer für den E-Commerce attraktiveren Gruppe zu gewinnen. Dabei, so glaubt Forsyth, sind Unternehmen im Vorteil, die auch offline einen starken Brand haben, den Neulinge bereits kennen.

Shortlist: Lallen bis zum Umfallen

Kaum wird es ein bisschen sonnig und warm in der Werbermetropole Zürich, kriegt man von überall her Einladungen zu Apéros und anderen Events.

Kaum wird es ein bisschen sonnig und warm in der Werbermetropole Zürich, kriegt man von überall her Einladungen zu Apéros und anderen Events.Shortlist Lallen bis zum Umfallen
Von Beat Fritsch
Und trifft sich neuerdings vor Apéro- und Partytouren im Blue Monkey Cocostin, der neu eröffneten Bar & Lounge im Zürcher Königsstuhl.
Weils mehr oder weniger um die Ecke ist, gings von dort aus gleich weiter an die Vernissage von Casa Smeralda, dem neuesten Steckenpferd von Ex-By-Heart-Mitbesitzerin Ruth Arber. Sie eröffnete an der Predigergasse in Zürichs Zentrum auf zwei Etagen eine Boutique für Möbel in mediterranem Ethnolook.
Marcello Schnyder von Glass Film und Lebenspartner der frisch gebackenen Boutique-Inhaberin schenkte allen Gästen fleissig Getränke nach. Damit hat er ja Erfahrung, plant er doch einen neuen Spot für Freixenet. Natürlich war auch fast die ganze By-Heart-Crew zugegen, allen voran Hans Siegwart. Und auch Nathalie Schneider und Patrizia Metzger, die es nicht unterlassen wollten, ihrer ehemaligen Chefin viel Glück zu wünschen.
Einen Katzensprung entfernt tobte die nächste Fete. Fast achthundert Leute kamen zum grossen Fest der Publimedia ins El Cubanito in der alten Zürcher Börse. Der Saal kochte bereits um 19 Uhr, die Temperaturen erreichten tropische Werte.
Wie zu hören war, liefen die Telefone bei der Publimedia schon zwei Wochen vor der Veranstaltung heiss. Vergeblich versuchten viele, einen Platz auf der hoffnungslos überfüllten Gästeliste zu finden. Ein Wunder, dass sich nicht auch noch ein veritabler Schwarzmarkt etablierte. Der Saal war jedenfalls rammelvoll, und es war ein Ding der Unmöglichkeit, alle bekannten Gesichter zu begrüssen.
Hocherfreut war, wer sich dann im Getümmel trotzdem fand. So Verlagsberater und Personalvermittler Hans Hofmann, der sich von seiner neuen und charmanten Konkurrenz begeistern liess. Er herzte seine Mitbewerberin Inge Willmann von VMK derart, dass man meinen konnte, es stünde bereits eine Fusion an. Vergebliche Liebesmühe, denn Inge ist bei TA-Verkaufsleiter Fridolin Holdener bereits in festen Händen. Ihn sah man einige Meter weiter im Gespräch mit Pick-Pay-Werbeleiterin Sandra Ulrich. Wie es sich für einen P-Anlass gehört, waren aber noch weitere Headhunter auf der Pirsch, so zum Beispiel Hélène Müller von Worni Personalberatung. Auch sie hat sich auf die Kommunikationsbranche spezialisiert und war am Fest in ein intensives Gespräch mit Sawi-Direktor Jürg Engi vertieft.
Ebenfalls auf Werbetour war Renato Turri. Nachdem es die Spatzen schon von den Dächern pfiffen und jetzt ganz offiziell ein neuer Verlagsleiter fürs Persönlich gesucht wird: Turri macht sich mit einer eigenen Corporate-Publishing-Firma selbstständig.
Chuzpe zeigte Bettina Fischer: Nach ihrem unerwarteten und plötzlichen Abgang als Cash-Verlagsleiterin markierte sie Präsenz, statt sich im Kämmerlein zu grämen und Wunden zu lecken, wie mancher es wohl gern gesehen hätte.
Stellvertretend für alle gastfreundlichen Publimedia-Leute seien übrigens erwähnt: Ein souveräner Otto Meier, Claudia Wilden, charmant wie immer, der diskrete Stefan Hostettler und last but not least – Sabina Cadalbert, die als Publimedia-Werbeleiterin für den ganzen Anlass verantwortlich zeichnete und eine Superparty auf die Beine stellte. Fürs Catering engagierte Cadalbert Rolf Kunz, der – damals im Auftrag von Stefan Merz von Merz und Partner – schon bei der Facts-Fete kurz vor Ostern ums leibliche Wohl besorgt war.
Beat Fritsch bedankt sich bei Sabina Cadalbert für die Einladung zu einem Superfest. Deshalb darf Sabina ausnahmsweise auf den Ehrenplatz im Autorenböxli.
Wer sonst in der Werbeszene abfeiert, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche geortet. Wer jedoch den definitiven Sprung auf die begehrten Shortlistplätze schafft, entscheidet die Redaktion. Haben Sie tatsächlich schon jetzt etwas zu berichten? Dann greifen Sie doch mal schnell zum Hörer (01 296 97 98) oder mailen Sie an [email protected]. Online gibt es Veranstaltungstipps bei www.werbewoche.ch.

Eine neue Agentur für New Economy

Die Werbung ist tot, es lebe die Werbung.» Dieses Bonmot servierte Josef Haas, Mitinhaber der Zürcher Werbeagentur Bohnenblust Haas, seinen Gästen im Zürcher Belvoirpark zum Business-Breakfast.

Die Werbung ist tot, es lebe die Werbung.» Dieses Bonmot servierte Josef Haas, Mitinhaber der Zürcher Werbeagentur Bohnenblust Haas, seinen Gästen im Zürcher Belvoirpark zum Business-Breakfast.Vierzig Frühaufsteher, darunter Agenturkunden, potenzielle Auftraggeber und Journalisten, waren der Einladung der zu Jahresbeginn gegründeten Agentur gefolgt. Ziel des Anlasses war es, das neue Agenturmodell für die New Economy vorzustellen. Das Modell orientiert sich an der neuen Wirtschaftswelt: dem organisatorischen und strukturellen Wandel, den flachen Hierarchien sowie den Veränderungen, die vom Internet als Distributionsmedium ausgehen. «Wir müssen neue Disziplinen lernen», sagte Haas in seiner Rede, auf ein umfassenderes Kommunikationsverständnis hinweisend. Partner Marc Bohnenblust meinte, es gehe darum zu prüfen, inwieweit alte Werte in der neuen Wirtschaftswelt Bestand hätten.
Als Gastreferent hatten die Werber von der Zürcher Lavaterstrasse den Wiener Alltagskulturforscher und Buchautor Wolfgang Pauser geladen. In seinem Vortrag ging er auf die kulturellen Inhalte von Marken und Produkten und deren Nutzung für CI und Kommunikation ein. Um vermehrt Wissensbestände der Human- und Sozialwissenschaften über die kulturellen Dimensionen in ihre Überlegungen einfliessen zu lassen, strebt Bohnenblust Haas eine Zusammenarbeit mit Pauser an.
In fünf Jahren will die New- Economy-Agentur, die heute mit drei Mitarbeitenden 800000 Franken umsetzt, mit 20 Angestellten sieben Millionen Franken Honorarumsatz erzielen. (ew)

Full Service à la carte

Unter dem Namen abc dill.com eröffnet Werber und WerbeWoche-Kolumnist Christoph Dill ein «Schnittstellenmanagement».Er bietet eine Schaltstelle, die ein Netzwerk von Freelancern und Dienstleistungen verknüpft.

Unter dem Namen abc dill.com eröffnet Werber und WerbeWoche-Kolumnist Christoph Dill ein «Schnittstellenmanagement».Er bietet eine Schaltstelle, die ein Netzwerk von Freelancern und Dienstleistungen verknüpft.Unter dem Namen abc dill.com eröffnet Werber und WerbeWoche-Kolumnist Christoph Dill ein «Schnittstellenmanagement».Er bietet eine Schaltstelle, die ein Netzwerk von Freelancern und Dienstleistungen verknüpft. «Der Kunde bekommt genau, was er will, ohne ein teures Backoffice bezahlen zu müssen.» Zu seiner Klientel zählen sowohl Direkt- als auch Freelancekunden.
Auf zwei Standbeine will sich abcdill.com stellen: Lifestyle inklusive Food & Beverage und IT-Technologie. Unter anderem gehen Bar-, Feinkost- und Cocktailführer für Facts auf Dills Konto. «Der Editorialbereich läuft bereits sehr gut, im IT-Bereich werde ich noch mehr Kunden akquirieren müssen», erklärt Dill. Zu seinen wichtigsten Kunden zählen momentan Symantec, TA-Media oder die Schweizer Milchproduzenten. (ba)

Best of South-West (1999)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»Best of Print Advertising 1999 Die Anzeigenhits 1999 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-IndexFür die Anzeigentests des Advertising-Index wird in acht Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Item-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als Supporter werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Item-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Eine Sägemehlarena voller Poesie

Der Schweizer Nationalzirkus modernisiert mit Ron Stocker Art seine Corporate Communication

Der Schweizer Nationalzirkus modernisiert mit Ron Stocker Art seine Corporate CommunicationVon Ernst Weber Spontan entschloss sich der Zirkus Knie zur Modernisierung seiner Kommunikation. Mitverursacher dieses Umbruchs ist der langjährige Knie-Fotograf Jost Wildbolz, der die Zürcher Image- und Medienagentur Ron Stocker Art (RSA) beim Schweizer Nationalzirkus ins Gespräch brachte.
«Ich kenne da jemanden, der Ihrer Werbung neue Kunststücke in der Kommunikation beibringen könnte», habe sinngemäss Jost Wildbolz zu den Knies gesagt: Ron Stocker, Inhaber von RSA, realisiert seit zehn Jahren Image- und Medienkonzepte. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Schweizer Nationalzirkus begann im Mai 1999 bei einem Opernhauskaffee, bei dem Stocker mit Chris Krenger, seit 39 Jahren Pressechef, und Herbert Scheller, seit 28 Jahren Marketingchef des Nationalzirkus, ein journalistischeres Konzept der Knie-Illustrierten diskutierte.
Stocker argumentierte mit der Tatsache, eine Knie-Illustrierte müsse von besseren Bildern leben. Man kam überein, ein Layout mit Fotos aus dem umfangreichen Knie-Archiv zu gestalten. «Chris Krenger hat jedes Archivbild im Kopf», sagt Stocker, «er weiss Name und Funktion jeder abgebildeten Person.» Stockers Entwurf beeindruckte: «Wir befinden uns», sagt Chris Krenger, «in einem Prozess und merkten bald einmal, dass es interessant sein kann, neue Ideen in die Kommunikation aufzunehmen. Das heisst aber nicht, dass wir alles einfach akzeptiert haben.»
Authentische Akquisitionshilfe: die Knie-Eventbroschüre
Zunächst gab Herbert Scheller bei RSA eine Eventbroschüre in Auftrag, die potenzielle Interessenten überzeugen soll, dass das 2500 Plätze fassende Knie-Zelt, das zu mieten pro Abend gerade mal 55000 Franken kostet, der richtige Rahmen etwa für einen aussergewöhnlichen Firmenanlass sein könnte.
«Eine Eventbroschüre muss man in diesem Fall der wirklichen Situation entsprechend realisieren», sagt Ron Stocker: Fünf Mal ging der Agenturinhaber mit dem Fotografen Hansjörg Egger im Zirkus auf Motivjagd, um die Stimmung bei geschlossenen Veranstaltungen authentisch einzufangen.
Die Eventbroschüre enthält Bilder verschiedener Anlässe, wie etwa von Beatocellos Benefiz-Gala, den Generalversammlungen der Crossair und des Berner Warenhauses Loeb sowie den 150-Jahr-Feiern der Rentes Genevoises und der Post. Letztere buchte den Zirkus übrigens gleich in 20 Städten. Oft baut die Zirkusleitung ein kleines Extra ins Programm ein, wie etwa ein Wettrennen zwischen A- und B-Post.
Ron Stocker mag die Art und Weise der Zusammenarbeit: «Haben die Knies einmal Vertrauen gefasst», sagt der Kanadier mit Schweizer Pass, «lassen sie dich frei arbeiten.» Wenn man allerdings ein Gruppenbild der Knie-Belegschaft schiessen wolle, mache man sich keine Freunde, weil man den ganzen Betrieb lahm lege. Deshalb sei für das Gruppenbild in der Broschüre knallhart eine halbe Stunde terminiert worden.
Beeindruckt zeigt sich Stocker ferner von der spürbaren Familienmentalität: Niedrige Arbeit im eigentlichen Sinn gebe es gar nicht, sagt der Werber: «Auch Franco Knie verlädt morgens um vier Uhr mit den Marokkanern Elefanten auf die Bahn.»
Den Glanz der Zirkuswelt zu Papier gebracht
Mitte Dezember gab Chris Krenger grünes Licht zur Realisierung einer Knie-Illustrierten, wie sie beim Opernhauskaffee besprochen worden war. Die Hochglanz-Illustrierte greift das diesjährige Motto «Spass und Poesie» auf. Auf das erste Thema wurde die Fotografin Silvia Luckner angesetzt, deren Aufnahmen von Gardi Hutter und deren Ensemble eine Hommage an die Kunst der Komik sind.
Die ästhetischen Ansprüche an die Poesie setzte Jost Wildbolz um, der die Familie Knie seit zehn Jahren fotografisch begleitet. Ausführlichere Texte erzählen Geschichten, Anekdoten und Kindheitserinnerungen. Ron Stocker: «Das Ziel war wirklich ein Knie- Poesiealbum.» Deshalb habe man Fredy Knie jun. mit einem Zebra statt mit Pferden fotografiert, mit dem er als Tierlehrer spreche.
Ein virtueller Rundgang durch den Zirkus
Der erste Internetauftritt des Schweizer Nationalzirkus ist eine Co-Produktion von RSA und Netgraphic (NET), einem Tochterunternehmen der Zürcher Druckerei gdz, das Internet- und Multimediaproduktionen realisiert.
Fachlich voneinander überzeugt, gehen RSA und NET Joint Ventures ein, um Stockers Image- und Medien-Know-how in Internetauftritte zu integrieren. Das Webdesign der Knie-Homepage kreierte Art Director Daniel Tschanz. Der 27-Jährige ist bei Netgraphic Mitglied der Geschäftsleitung. «Den Auftrag zur Gestaltung dieser Website», sagt Ron Stocker stolz, «gewann RSA/NET Ende Februar in einem Pitch gegen die Internet-agentur Jäggi Communications und eine Karlsruher Agentur.» Präsentiert wurde vor dem Verwaltungsrat des Millionenunternehmens.
Um die Internetsite bis zum Tourneestart am 21. März aufschalten zu können, schlug RSA/NET eine dreisprachige Vorausversion vor, die sukzessive ausgebaut wird. Der Auftritt übernimmt die Hauptmerkmale der Corporate Identity der Broschüre und Illustrierten: «Die Fotos und primäre grafische Elemente aus den aktuellen Werbemitteln wurden auf der Website sozusagen rezykliert», sagt Daniel Tschanz.
Ticketbestellungen über die Homepage
Ferner enthält die Homepage Facts wie Tourneedaten, die Preise der Ränge und die Möglichkeit, Tickets zu bestellen. Eingang ins Konzept fand auch die Anregung, einige Interessierte könnten möglicherweise vom Besuch einer Vorstellung absehen, wenn auf der Homepage zu viel verraten würde: Die Texte, etwa über die Artisten und deren Darbietungen, sind daher äusserst knapp gehalten, dem elektronischen Besucher wird wirklich nur ein kurzer Einblick in die Welt des Schweizer Nationalzirkus gewährt.
Mittlerweile ist dieser – für Zirkusleute verständlich – natürliche Respekt gegenüber dem neuen Medium jedoch aufgegeben worden. Dem geplanten Ausbau der Homepage steht nichts im Weg: Bis im August wird der Auftritt um einen Marketing- und Pressespiegel und um einen virtuellen Rundgang durch den Zirkus erweitert.

Fax: Y&R: Nach WPP jetzt Publicis

Die britische Werbeholding WPP hat am 29. April die Fusionsgespräche mit Young & Rubicam, New York, abgebrochen. Laut Berichten wurde man nicht einig über die Übernahmeklausel für das Y&R-Management.

Die britische Werbeholding WPP hat am 29. April die Fusionsgespräche mit Young & Rubicam, New York, abgebrochen. Laut Berichten wurde man nicht einig über die Übernahmeklausel für das Y&R-Management.Fax Y&R: Nach WPP jetzt Publicis
Die französische Werbegruppe Publicis gab dagegen am 2. Mai bekannt, sie prüfe einen Zusammenschluss mit Y&R. Gemeinsam würden die beiden zur viertgrössten Werbefirma der Welt. Analysten zufolge hat Publicis schlechte Karten: Für US-Anleger sei ein Angebot nur in Aktien uninteressant; ob Publicis genug Cash aufbringen könne, sei zweifelhaft.
kloiber kassiert 350 Millionen für tm 3 Der Filmrechtehändler Herbert Kloiber erhält von Rupert Murdoch fast 350 Millionen
D-Mark für seinen Anteil von 34 Prozent am deutschen Sender TM 3. Damit will Kloiber laut der Süddeutschen Zeitung ins Pay-TV-Geschäft einsteigen. Murdoch reiche die Ausstrahlungsrechte für die Champions League von TM 3 an Premiere und RTL weiter und wolle TM 3 als Gesundheits- und Fitnesskanal positionieren.
FCB gewinnt Compaq-Budget Der US-Computerhersteller Compaq hat seinen globalen Etat von über 300 Mio. Dollar an FCB Worldwide vergeben (siehe auch Seite 12). FCB setzte sich in der Endrunde des Pitchs gegen den bisherigen Betreuer DDB Worldwide durch. Ab wann die Schweizer Agentur FCB Leutenegger Krüll für Compaq tätig wird, ist laut CEO Peter Leutenegger noch unklar. Zurzeit betreut Seiler DDB das Budget.
Havas hat Zielgrösse erreicht Die französische Werbeholding Havas hat ihr erklärtes Ziel erreicht, einen Platz unter den Top Five einzunehmen. In der neusten weltweiten Rangliste von Advertising Age kletterte Havas dank der Übernahme von Snyder Communications vom 6. auf den 4. Platz. Der Abstand auf den Drittplatzierten WPP ist allerdings gross: Mit 4,82 Milliarden Dollar erzielte WPP 1999 doppelt so viel Bruttoumsatz wie Havas (2,39 Milliarden).

Humor beginnt im Magen

Die amerikanische Takeout-Kette Boston Market veräppelt real existierende TV-Spots

Die amerikanische Takeout-Kette Boston Market veräppelt real existierende TV-SpotsVon Thérèse Balduzzi Während Jahren konnten sich US-Fernsehzuschauer an den Calvin-Klein-Spots für das Parfüm Obsession delektieren – oder auch nicht: Der dämliche Spot reizte zur Satire, und Boston Market, eine Restaurant- und Takeout-Kette, die US-Hausmannskost anbietet, lancierte schnell eine Parodie. Seither sind Spot-Satiren ein Markenzeichen der Restaurantkette.
Die Boston-Market-Parodie des Calvin-Klein-Spots begann wie jener in Schwarzweiss mit einem mageren Modell, das in träumerisch-unrealer Stimme ein unbestimmtes Gefühl der Leere beklagte. Doch was wie ein weiterer abgehobener Calvin-Klein-Spot aussah, wurde bald auf den Boden gebracht. Mittendrin erschien Sportreporter Keith Olberman in Farbe und erklärte: «Dieses Gefühl der Leere heisst Hunger. Esst etwas!», worauf Werbung für Boston Market Sandwiches folgte.
Profilgewinn durch Spot-Satiren im Fastfood-Ketten-Markt
Die Anfang neunziger Jahre gegründete Boston-Market-Kette unterhält in 33 Staaten 850 Filialen und ist vor allem im Nordosten Amerikas, in Florida und Kalifornien stark vertreten. Sie bietet währschafte amerikanische Kost an, die entweder in Restaurants konsumiert oder mit nach Hause genommen wird, was 50 Prozent des Umsatzes ausmacht. Der bodenständige Humor ihrer Werbung passt zum Angebot der Kette und ist ein geschickter Weg, sich in der Fülle von Werbung für Fastfood-Ketten und Fertigmahlzeiten ein Profil zu verleihen.
Während sich der Sandwiches-Spot an ein junges, männliches Publikum richtete, das sich mit einem Sportreporter identifizieren kann, sprechen die «Dinner? It’s done!»-Spots berufstätige Mütter an. Auch diese veräppeln bekannte Werbespot-Genres. Mehrere sind Variationen des bekannten Putzmittel-Spots, in dem ein (Ajax-)Wirbelwind die dreckige Küche sauber fegt. Nur dass hinter dem Geheimnis der sauberen Küche diesmal nicht ein Putzmittel steckt, sondern die Fertigmahlzeiten von Boston Market.
Ein weiterer Spot parodiert die im US-Fernsehen allgegenwärtigen Kopfschmerzmittel-Spots: Eine Ärztin erzählt, wie sie früher unter Kopfschmerzen litt. Zur Illustration wird sie in einer schwarzweissen Rückblende mit verzerrtem Gesichtsausdruck gezeigt. Auch hier arbeitet der Spot mit dem Überraschungseffekt. Statt einer Arzneimittelpackung tritt eine Boston-Market-Einkaufstasche ins Bild: Die Lösung gegen Kopfschmerzen, die durch die tägliche Sorge ums Nachtessen auftreten können.
Faltenlos dank Boston-Market- Food
Nach gleichem Muster verläuft die Parodie auf die Werbung für Antifaltenprodukte von L’Oréal. Zu Tanzmusik preist ein Modell das Wundermittel gegen Sorgenfalten. Wider Erwarten erscheint das Boston-Market-Logo.
Die Kampagnen wurden von der Agentur Suissa Miller in Los Angeles gestaltet. Die Parodien vermitteln auf kreativem Weg die Botschaft, dass Boston Market eine Lösung für die täglich bohrende Frage «Was gibts heute zum Abendessen?» bietet. «Der Humor dient auch dazu, mit den Konsumenten eine Beziehung herzustellen, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie verstanden werden», sagt Trey Hall, Vizepräsident Marketing bei Boston Market.
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