Fax: Metropol lanciert Stellenbund

Seit Dienstag, 2. Mai, produziert Metropol einen eigenständigen, redaktionell eingeleiteten Stellenbund, der zweimal wöchentlich erscheint.

Seit Dienstag, 2. Mai, produziert Metropol einen eigenständigen, redaktionell eingeleiteten Stellenbund, der zweimal wöchentlich erscheint.Fax Metropol lanciert Stellenbund
Der Metropol-Stellenmarkt wird mit einer Punktklebung leicht herauslösbar in das Hauptblatt eingebunden. Zudem bietet die Zürcher Pendlerzeitung neu jeden Donnerstag eine vierseitige Kinoübersicht zum Herausnehmen.
Edelweiss Air lanciert Sunflyer Die Schweizer Charterfluggesellschaft Edelweiss Air lanciert ihr neues Bordmagazin Sunflyer. Die Zeitschrift liegt ab dem 3. Mai in allen Sitztaschen der Edelweiss-Flugzeuge zum Lesen bereit. Realisiert wird Sunflyer bei Ringier Editorial Services.
Publisuisse zügelt Verkaufshauptsitz Publisuisse, exklusive Werbezeitvermarkterin der SRG, verlegt ihren Verkaufshauptsitz von Bern nach Zürich. Ab dem 4. Mai nehmen rund 20 Angestellte ihre Arbeit an der Wengistrasse 1 auf. Mit dem Umzug möchte Publisuisse «näher bei den Kunden sein», erklärt Verkaufsleiter Martin Schneider.
St. Galler Tagblatt mit Medienseite
Ab dem 10. Juni hat auch das St. Galler Tagblatt eine regelmässige Medienseite für die Themen Print, TV, Radio und Werbung in der Schweiz und in Deutschland. Vorerst erscheint die Medienseite jeweils am Samstag. Eine Ausdehnung auf weitere Ausgaben wird laut Ursula Fraevel, stellvertretende Chefredaktorin des St. Galler Tagblattes, zu einem späteren Zeitpunkt geprüft.
Werbefreie beilage für die Thurgauer Zeitung? Die Thurgauer Zeitung plant ab dem Sommer eine neue Wochenendbeilage mit Schwerpunkt Kultur. Speziell daran: Es wird diskutiert, ob die Beilage inseratefrei sein soll. Laut Peter Forster, Chef der Thurgauer Zeitung, ist aber noch nichts entschieden: «Wir haben mehrere Konzepte, die wir im Moment prüfen.»

Shortlist: ASW geht ins Schlösschen

Zwar hatte man auf den geplanten Beginn der Jahresversammlung der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) noch nicht alle Schäflein beieinander und musste den Auftakt um eine halbe Stunde verschieben.

Zwar hatte man auf den geplanten Beginn der Jahresversammlung der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) noch nicht alle Schäflein beieinander und musste den Auftakt um eine halbe Stunde verschieben.Shortlist ASW geht ins Schlösschen
Von Beat Fritsch
Der Anfahrtsweg war auf der Einladung etwas umständlich beschrieben, was nicht nur der Landpartie-erfahrenen WerbeWoche-Crew zum Verhängnis wurde. Letztlich fanden aber die rund 125 Teilnehmer aus ASW-Agenturen und 30 Gäste den Weg in den Schlossgasthof Böttstein und zum Begrüssungsapéro in den malerischen Garten.
Eine frische und «läbige» Vereinigung ist sie wieder geworden, die ASW, mit ihren Neuaufnahmen junger Agenturen. Stark verjüngt hat sich denn auch das Publikum an den Veranstaltungen der Allianz. So sei auch, war an der GV zu hören, das Durchschnittsalter der Mitglieder von 50 auf 40 Jahre gesunken. Offenbar haben die Neuzugänge für eine echte Blutauffrischung gesorgt.
Da tummeln sich klingende Namen wie Dynamite Advertising, Masciadri, Marketing Machine, Lucky Lack Advertising oder Advision. Keine spröden Namenshülsen à la Young & Rubicam, Wirz oder Seiler. Werbung wird halt in der ASW schon bei der Wahl des Agenturnamens gelebt.
Wie immer lud der ASW-Vorstand um Stefan Hofmann, Diego Bally und Benno Frick auch Ehrengäste ein. Heuer waren es unter anderen Jürg Engi vom Sawi, Rudolf Waldburger vom SDV, Peter Hartmeier von der Schweizer Presse, Dr. Max U. Rapold, alt Präsident Schweizer Presse, Jürg Zbinden, Leiter Kommunikation des Schweizer Gewerbeverbandes, Fredy Schwab von den SWA, Otto Meier und Sabina Cadalbert von der Publimedia – Cadalbert ist auch im Vorstand des Werberklubs Idée – und Walter Merz vom BSW. Ah ja, apropos Gäste: Lieber Beat Germann, schalt doch an der nächsten GV das Handy aus.
Feines Kabarett bot Herr Felix Boehni-Irniger, wobei keiner wusste, ob er wirklich so heisst. Immer wieder trat er unter anderen Namen und Funktionen in
Erscheinung. Man sah ihn als Bundesbeamten, als um Aufnahme bettelnden ASW-Kandidaten oder als Abgesandten von TV-Direktor Schellenberg. Als Charles-Clerc-Verschnitt interviewte er gar die GV-Teilnehmer, um zum Abschluss einen veritablen Videozusammenschnitt zu präsentieren, der problemlos als ASW-Showreel durchgehen würde. Vielleicht sollte man diesbezüglich mal mit der ASW-Sponsorin Publisuisse Kontakt aufnehmen, die durch Carlo Steiner und Carmen Theiler vertreten wurde.
Viele Ehrungen musste logischerweise der zurücktretende Erik Sörensen über sich ergehen lassen. Jean Monnin und Viktor Rosser hielten eine witzig-spritzige Laudatio. Und natürlich ging auch Eriks Frau, Rose Sörensen, nicht vergessen. Immerhin galt sie während der Amtszeit ihres Mannes als gute Seele der ASW, ohne die wohl einiges nicht so reibungslos funktioniert hätte. Zur gemeinsamen Verwendung erhielten die Sörensens Theaterklub-Mitgliedschaften samt Abos und Kulturreisen. Der scheidende Geschäftsleiter wiederum revanchierte sich bei «seinen» ASW-Präsidenten Beat Fisler, Jean Monnin, Stefan Kaister und Diego Bally mit erlesenen Tropfen aus seinem Keller. Und auch die WerbeWoche ist natürlich persönlich besorgt, dass Sörensen den Kontakt zur Marketing- und Kommunikationsbranche nicht verliert. Wir ernannten den zurücktretenden ASW-Geschäftsführer zum Ehrenabonnenten auf Lebzeiten.
Eine ASW-Hausregel besagt übrigens, dass das Mitgliedschaftsdiplom jeweils nur an Generalversammlungen oder ASW-Galas übergeben wird. So kommt es, dass Kollege Andy Mossner von Advision zwar seit letztem Dezember ASW-Mitglied ist; weil er aber der GV fernblieb, kann er sich das Diplom noch nicht an die Wand seiner Agentur im Zürcher Technopark hängen.
Beat Fritsch sprach dem zurücktretenden ASW-Geschäftsführer Erik Sörensen seitens der WerbeWoche den Dank für die gute Zusammenarbeit aus.
Wer sonst in der Werbeszene noch Lob verdient, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche geortet. Wer jedoch den definitiven Sprung auf die begehrten Shortlistplätze schafft, entscheidet die Redaktion. Haben Sie tatsächlich schon jetzt etwas zu berichten? Dann greifen Sie mal schnell zum Hörer (01 296 97 98) oder mailen Sie an [email protected]. Online gibt es Veranstaltungstipps bei www.werbe woche.ch

Fantastischer Werbefebruar

Um hervorragende 23,4 Prozent lagen die Bruttowerbeaufwendungen im Februar über denen des Vergleichsmonats des Vorjahres. Dies entspricht einem Plus von 56 Millionen Franken.

Um hervorragende 23,4 Prozent lagen die Bruttowerbeaufwendungen im Februar über denen des Vergleichsmonats des Vorjahres. Dies entspricht einem Plus von 56 Millionen Franken.Dabei musste keine einzige Mediengattung Verluste hinnehmen.Herausragend profitiert hat von der erfreulichen Auftragslage das Radio, das seine Werbeeinnahmen mit einem Zuwachs von 93,8 Prozent beinahe verdoppeln konnte. Ebenfalls mit zweistelligen Wachstumsraten schnitten sämtliche Printgattungen ab. Die Zeitungen konnten sich um 18,6 Prozent oder Mehrumsätze von 20 Millionen verbessern. Die Zeitschriften legten gegenüber dem Vorjahr sogar um 24,7 Prozent oder rund zehn Millionen Franken zu, und auch die Fachzeitschriften konnten sich mit einem Plus von 20,1 Prozent oder 2,6 Millionen Franken happiger Mehreinnamen erfreuen.
Überdurchschnittlich gut entwickelte sich ebenfalls die TV-Werbung, die Mehreinnahmen von 24,7 Prozent oder elf Millionen Franken erwirtschaftete. Erholt hat sich im Februar auch die Kinowerbung. Im Januar noch mit 21,9 Prozent arg im Minus, ist sie im Februar mit einem Zuwachs von 7,7 Prozent wieder zu Wachstum zurückgekehrt.
Ein Superergebnis erzielte sodann die Plakatwerbung, die um 29,4 Prozent über dem Vorjahr liegt. Der Teletext profitierte von der guten Stimmung im Werbemarkt mit einem Zuwachs von 10,9 Prozent. (dse)
werbeaufwendungenFebruar 1999/2000 im Vergleich
in 1000 Fr. 1999 in 1000 Fr. 2000 +/– in %
Tageszeitungen 107 039 126 974 18,6
Publ.-Zeitschriften 39 766 49 601 24,7
Fach-Zeitschriften 13 334 16 010 20,1
TV 44 435 55 410 24,7
Radio 5 240 10 154 93,8
Kino 2 576 2 774 7,7
Teletext 1 492 1 655 10,9
Plakat 22 837 29 551 29,4
Gesamt 236 719 292 129 23,4
Quelle: Media Focus Hergiswil (NW)

ASW schwimmt im Geld

Die Allianz Schweizer Werbeagenturen nimmt 20 neue Mitglieder und eine neue CI auf

Die Allianz Schweizer Werbeagenturen nimmt 20 neue Mitglieder und eine neue CI aufVon Beat Fritsch Mit einer angenehmen Überraschung wartete die Generalversammlung der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) auf: Das Budget wurde auf Einnahmenseite übertroffen – durch die unerwartet hohe Aufnahmequote von 20 Neumitgliedern. Ausserdem galt es, neue Vorstandsmitglieder zu wählen und den Geschäftsführer zu bestätigen.
Die ASW pflegt sich jeweils feine Lokalitäten für ihre GVs auszuwählen. Heuer lud der Vorstand ins malerisch romantische Schloss Böttstein in der Nähe von Baden zur Versammlung mit Rahmenprogramm. Sämtliche Traktanden wurden dabei einstimmig angenommen.
Gemäss jährlichem Rotationsprinzip wurde Stefan Hofmann (siehe auch Porträt auf Seite 3) neuer Präsident der ASW, zum neuen Vize ernannte die GV Benno Frick. Der leitende Vorstand der ASW, bestehend aus den beiden genannten sowie Past-President Diego Bally, sieht sich aber als einheitliches Führungsgremium, in dem man sich gegenseitig stark unterstützt. Ausserdem sei, so Diego Bally, trotz Rotationsprinzip die Kontinuität gewährt, da sich die Arbeit eines Präsidiumsmitglieds immer über mindestens drei Jahre erstrecke und die Aufgabenbereiche nicht jedes Jahr neu verteilt würden.
Silber und Gold für Helsing und Sörensen
Die aus dem Vorstand zurücktretenden Max Kuster und Günther Helsing werden durch Carmelo Buffoli und Sandra Bonsels (siehe auch Seite 32) ersetzt, als Vorstandsbeisitzer wurde Dominique Hildebrand einstimmig bestätigt. Der 74-jährige Helsing erhielt für seine Verdienste um die ASW den ASW-Award in Form einer silbernen Kugel.
Die ASW-Kugel in Gold, und somit die höchstmögliche Auszeichnung der Allianz, wurde dem zurücktretenden Geschäftsführer Erik Sörensen überreicht. Sörensen war während seiner Zeit einer der treibenden Motoren der ASW. Sein Nachfolger Karl Heinrich von Grote ist bereits in sein Amt eingeführt und wurde nun von der GV bestätigt (siehe auch WerbeWoche 16/00).
Zur Freude der Mitglieder schloss die Jahresrechnung mit einem Budgetüberschuss von 40000 Franken. Obwohl die Latte für eine Aufnahme höher gesetzt wurde – unter anderem baute die ASW die Aufnahmekommission von sechs auf sechzehn Mitglieder aus –, stiessen 20 Agenturen neu zur Allianz, was zu den Mehreinnahmen führte.
Neue CI für die ASW von Florian Schellenberg
Der Branchenverband zählte per Ende April 96 Mitglieder. Die Allianz scheint, nachdem sie Anfang der 90er Jahre ins Trudeln geriet und der Vorstand in corpore zurücktrat, wieder voll funktionstüchtig und für kleine und mittlere Agenturen sehr attraktiv geworden zu sein.
Dies zeigte sich auch im Tätigkeitsbericht. Die Allianz bietet ihren Mitgliedern Versicherungsberatungen mit der Möglichkeit für Kollektivversicherungen, eine Kredit-Informationsdatenbank, zahlreiche Workshops, die ASW-Gala, die ASW-SWA-Schlichtungsstelle und weitere, nicht nur für aufstrebende Jungagenturen nützliche Dienstleistungen an.
Da nun ein Logo für die neue ASW-CI gefunden ist (Gestaltung Florian Schellenberg), kann auch die Arbeit an der neuen Selbstdarstellung im Internet, in Printform und auf CD weitergehen. Diese wird voraussichtlich im Sommer fertig gestellt und soll interessierten Kundenkreisen einen Einblick in die Welt der ASW-Agenturen geben.
asw-NeuaufnahmenFolgende Werbeagenturen wurden seit der ASW-Gala im Herbst 1999 neu aufgenommen:
– Bootzgrolimundundbootzbonadei, Zürich; Katia Bonadei
– Koller Werbung GmbH, Appenzell; Emil Koller
– Lucky Lack Advertising GmbH, Basel; Patrick Lack
– Marketing machine GmbH, Moehlin; Robert Witte und Karolin Gast Witte
– Stier Communications AG, Weiningen; Manuela Stier
– Dynamite Advertising, Cham; Roger Bosshart
– Traber Werbeagentur, Gümligen/Bern; Eugen Traber
– Masciadri, Bern; Peter Masciadri
– Advision, Zürich; Andreas Mossner
– Schminke & Team AG, Zürich; Jörg Schminke

Aufgefallen: Wenn zwei das Gleiche tun, freut sich der Dritte.

In diesem Fall bin ich die Dritte, denn auf den schnellen Blick gleichen sich diese Anzeigen wie die beiden Lottchen in Kästners Klassiker «Das doppelte Lottchen».

In diesem Fall bin ich die Dritte, denn auf den schnellen Blick gleichen sich diese Anzeigen wie die beiden Lottchen in Kästners Klassiker «Das doppelte Lottchen».Aufgefallen Wenn zwei das Gleiche tun, freut sich der Dritte.
In beiden dieser ganzseitigen Inserate wird der blaue Bleistift zum Sinnbild für ein Leaderprodukt. Einmal für ein verlegerisches Produkt von der Falkenstrasse in Zürich und einmal für eine finanzkräftige Spielwiese. Kurz: NZZ und Citybank. Die NZZ-Kampagne aus dem Hause Publicis ist nicht neu und hat schon manchen Preis und manches Kompliment erhalten. Das Sujet der Citybank war mir bis jetzt gar nicht geläufig und steht demzufolge in der Rolle des Abkupferers da. Gewiss, Blau ist auch die Logo-Farbe der Privatbank, aber ein blauer Kugelschreiber wäre wahrscheinlich weniger aufgefallen – wenn auch nur ein bisschen. Dass gerade vier Bleistifte mit der Farbabfolge Gelb, Grün, Weiss und Blau im praktisch gleichen Abstand wie die NZZ-Stifte mit der Farbabfolge Gelb, Grün, Rot und Blau abgebildet sind, ist bestimmt auch nur ein Zufall. Dumm gelaufen, sagt der Volksmund zu solchen Kopiervorgängen.
Fazit: Im Zeitalter der Massengeburt neuer Werbeträger erleben auch Alltagsgegenstände eine erhöhte Aufmerksamkeit. Wer seinem Produkt einen elitären Touch verleihen will, tut gut daran, das Label auf einen blauen Bleistift zu drucken. NZZ und Citybank schwören drauf. Chandra Kurt
Sprachbeobachter Der Hinweis
Ich betrachtete die Tasse mit dem Goldrand, als sähe ich sie zum ersten Mal. Mildes Morgenlicht strömte durch die Fenster des Speisesaals. Da sich die Saison dem Ende zuneigte, waren nur noch die Tische mit Seesicht gedeckt; wohl auch, um den Strom für die grossen Lüster zu sparen, die im Halbdunkel wie Tiere aus einer anderen Zeit von der Decke hingen.
In meinem Rücken sass das finnische Paar, Denkmalpfleger und Konservatorin, und teilte sich die Zeitung. Zwischen der Familie aus Lyon, deren Jungen ich jeweils meine Konfitüre abtrat, und meinem Tisch hatte ein Herr Platz genommen, der gestern Abend angekommen war. Er bat Claudia, die mir eben Kaffee einschenkte, um das Salz für sein Ei.
Seltsamerweise nannte er sie Jelena. Sie wandte langsam, wie in Zeitlupe, den Kopf in seine Richtung. «Jelena…ena…a…», hallte ihr Name in der Luft, ohne leiser zu werden. Schwarz ergoss sich der fingerdicke Kaffeestrahl ins weisse Porzellan und füllte die Tasse. «Vorsicht!» Noch langsamer wandte sie sich wieder in meine Richtung, während ihr gedehnte Laute aus dem Mund fielen, die ich vergeblich zu einer Aussage zusammenzusetzen versuchte. Als ihre Bewegung erstarrte, blickten die Augen an mir vorbei. Die Menschen im Saal wurden durchsichtig, der Kaffeestrahl verfärbte sich gräulich, und noch bevor er sich auflöste, hatte sich auch die Tasse verflüchtigt, so dass ihr Inhalt einen Moment in der Luft schwebte.
Der Tisch war fort, die Kellner waren fort, der Speisesaal war fort. Um mich war nur weissliches Licht. Ich sah hinunter und entdeckte zu meinen Füssen einen Zettel, den ich aufhob und auseinander faltete. Da stand in Grossbuchstaben: HOTEL MIRAMAR.
Ich blieb ruhig und versuchte zu denken. Da mich der Vorfall nicht wirklich überraschte, musste er sich angekündigt haben. Aber wie? Weshalb erinnerte ich mich an keine Hinweise? Hatte ich sie lediglich im Unterbewusstsein wahrgenommen? Gab es überhaupt etwas zu verstehen?
Woran ich mich erinnern konnte, waren die Kronleuchter. Auch Jelenas Gesicht war mir noch gegenwärtig und nahm zu meiner Überraschung vor dem im Halbdunkel liegenden Speisesaal Konturen an. Die Härchen auf ihrem Unterarm vollführten eine wogende Bewegung, wie die Ähren eines Getreidefelds, in das der Wind fährt. Ich folgte dem Arm bis hinauf zum Ärmel ihrer Schürze, die auf dem Rücken verknotet war, weiter über die Schulter und den Haaransatz zu ihrer hoch gesteckten Frisur.
Dahinter tauchten aus dem Nebel Herr und Frau Sarjolainen neben dem Kamin auf. Was ich mir vorstellte, nahm Gestalt an und wurde wirklich. Bald hatte ich den Käsewagen mit der Glocke und Oberkellner Eduardo wieder. Mühe bereitete mir der Herr am Nebentisch, aber schliesslich sass auch er wieder an seinem Platz. Während sich die letzten weissen Flecken im Saal füllten, hörte ich Claudia sagen: «…Sie haben sicher schon von ihm gehört.»
«Selbstverständlich», sagte ich und betrachtete die Tasse mit dem Goldrand, als sähe ich sie zum ersten Mal.
Beat Gloor, www.textcontrol.ch
Kolumne Double oder Dubl?
Von Christoph Dill
Wer möchte nicht berühmt werden?! In einem Atemzug genannt mit Roger Schlauwinsky, Beni Turnschuh oder Frank Flaumann. Ich kenne einen möglichen Weg. Der aber ist hart. Das zeigen nur schon die schweisstreibenden Facts zum Abschlussspurt: Ich habe Tausende von Kilometern abgespult, Millionen von Joules entsorgt, mich durch Hunderte von Beizen gefressen, in Dutzenden von Interviews dick aufgetragen und nicht wenige Korruptionsversuche abgewehrt, die bis zur Entblössung eines unwirtlichen Busens gingen. Nicht zu vergessen die Suppen, die mir mein sadistisches Über-Ich einbrockte: So habe ich die Schelte von Korrektoren über mich ergehen lassen, die volkswirtschaftlichen Folgeschäden von Freelance-Journalistenhonoraren geschluckt und meine Liebe zur Gastronomie verflucht. Das alles ginge ja noch. Weit anstrengender als der Abschlussspurt war der Marathon davor. Er betrifft mich als Werber. Zähneknirschend geb ichs zu: Habe während zweieinhalb Jahren versucht, einem liebenswerten Amalgam aus Paradiesvogel und Schlaumeier abzukupfern, was einen berühmt macht. So hart das Los, so ernüchternd der Lohn. Kaum kam der Restaurant-Guide von Facts heraus, riefen Freunde und Feinde angesichts meines Fotos im Impressum aus: «Du siehst ja aus wie Frank Baumann!» Beim Pfeffer des Propheten, ist der Dill nun ein Double oder ein Dubl? Der Weg ist das Ziel: Man bewerbe sich bei Ernst Meier. Steht man danach auf der Strasse, hat man immerhin das Zeugs zum Ventilator – oder gar zum Strassenwischer.

Service: Auf nach Island

Island bietet sich als Destination für Werbeshootings an: ein halbes Jahr Tageslicht, klare Luft und überwältigende Landschaften.

Island bietet sich als Destination für Werbeshootings an: ein halbes Jahr Tageslicht, klare Luft und überwältigende Landschaften.Service Auf nach Island
Lokale Reisebüros haben sich auf die Vermittlung von Fahrzeugen, Unterkunft an Agenturen und Präsentation geeigneter Lokalitäten spezialisiert, zum Beispiel Southern Iceland Holidays. Weitere Auskünfte erteilt Ragnar A. Thorsson, Tel. 00354 483 40 08,
E-Mail: [email protected]
S-&-E-Marketing Mit einer Umverteilung der Werbeausgaben haben Sponsoring- und Eventmarketingaktivitäten stark zugenommen. In seinem Buch «Der Sponsoring- und Eventmarketing-Ansatz (S-&-E)» versucht Autor Patrick Cotting neue Grundlagen zu Dimensionen, Wirkung, Erfolgsfaktoren, Planung und Controlling von S-&-E-Aktivitäten zu entwickeln. Das Werk kann bezogen werden bei der ESB Marketing Consult AG in St. Gallen, Tel. 071 223 78 87,
E-Mail: [email protected]
Swissguide-MagazinVon den fast 90000 aktiven Schweizer Homepages finden sich rund 1500 nach Thematik sortiert in der Frühlingsausgabe des Swissguide-Magazins. Unter http://my.swissguide.ch können User sich Bookmarks, Favoriten und Einstiegsseiten personalisieren lassen. Das Magazin enthält einen Report über Immobilien im Internet und eine CD-ROM für den Netzzugang. Das Swissguide-Magazin kann bezogen werden bei der SwissGuide AG, Tel. 052 320 30 40.
Specials von KIDie KI Media GmbH lanciert zwei neue Ausgaben von Kspezial: Recht im Alltag am 21. Juni 2000 und Auto am 27. September 2000. Anzeigenschluss ist am 24. Mai beziehungsweise 30. August 2000. Weitere Auskünfte erteilt Yvonne Müller, Anzeigenleitung KI Media, Tel. 01 253 83 53, E-Mail: anzeigen @ki-media.ch
Magazine von QuerDie Quer Werbefabrik in Bern übernimmt den Verlag der beiden Magazine Zermatt en Vogue und Palace Revue The Tower. Sie richten sich an Feriengäste in Zermatt und in Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz. Beide Titel erscheinen einmal pro Jahr.
Katalog der
Schweizer Presse
Der VSW-Katalog der Schweizer Presse für das Jahr 2000 ist ab sofort erhältlich. Das Nachschlagewerk liefert Seitenpreise und Tarife für Inseratewerbung in Zeitungen, Amtsblättern, Anzeigen und Publikumszeitschriften. Der Katalog kostet 28 Franken plus Mehrwertsteuer und kann bezogen werden beim Verband Schweizerischer Werbegesellschaften, Tel. 021 213 61 41, www.vsw
assp.ch
Qualiforty für Leben & Glauben
Die Zeitschriften Sonntag und Leben & Glauben haben sich im Qualiforty-Kombi zusammengeschlossen. Die Preisreduktion beträgt 15 Prozent. Beide Titel können auch weiterhin einzeln gebucht werden. Sowohl für die Einzeltitel als auch für das Kombi wurde der Farbzuschlag um 50 Prozent reduziert. Weitere Informationen vermittelt Insertas AG, Tel. 056 203 24 00.
Baby-Index 2000Auf 36 Seiten liefert der Baby-Index aktuelle Daten zur Geburten- und Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz, zur Struktur der Alterspyramide oder zum Verlauf der Scheidungsrate. Das Nachschlagewerk kann, solange Vorrat, kostenlos bezogen werden bei Present-Service Ullrich & Co. in Zug, Tel. 041 740 01 40, E-Mail: [email protected]
AussenwerbungUmfangreich und praxisbezogen werden alle Werbeformen im neuen Buch «Aussenwerbung» erläutert. Die beigefügte CD-ROM ermöglicht zudem das Entwerfen individueller Aussenwerbe-Ideen. Das Buch kostet DM 128 bei der Creative Collection Verlag GmbH, Fax: 0049 761 479 240, E-Mail: [email protected]
Marketing auf CD-ROMDie Firma Sales Support System veröffentlicht eine CD-ROM zum Thema Marketing. Sie dient als Ratgeber, Lern- und Lehrmittel oder Nachschlagewerk. Der Marketing Supporter enthält Grafiken, Fallstudien, Fragen und Antworten, Links, ein Glossar etc. Die CD-ROM kostet 198 Franken. Tel. 01 930 73 58,
E-Mail: [email protected]

Abschied von der Werbung

Willi Bühler hat die Nase voll von der Werbung:

Willi Bühler hat die Nase voll von der Werbung:Der gelernte Schaufensterdekorateur und langjährige Drummer verschiedener Bands, unter anderem der Harlem Ramblers, der seine Werbekarriere in den späten siebziger Jahren als Reinzeichner bei Wirz begann, lässt sich frühzeitig pensionieren. Zu Ansehen gelangte der 58-jährige Creative Director bei Wirz, Aebi und Partner, Lesch+ Frei, GGK Basel und Lowe|GGK, Zürich, wo er an zahlreichen grossen Kampagnen mitwirkte, wie etwa an den Auftritten für Toni, Toggenburger, die NZZ, Weltwoche und das Cash. «Ich hatte das Glück», sagt Willi Bühler, «die Werbung in einer Zeit zu erleben, in der man wirklich tolle Kampagnen machen konnte. Wenn man aber so lange dabei ist, dann begegnen einem nur noch Déjà-vu-Erlebnisse. Die Lust geht einfach verloren.» Ausserdem sei die Werbung etwas für jüngere Leute. «In dieser Branche alt zu werden liegt eigentlich gar nicht drin.»
Nun emigriert Willi Bühler mit seiner Lebensgefährtin Ursula Büchler nach Südwestfrankreich, in die Gegend von Armagnac. Bühler erlag der Lebensart der Einheimischen. Deren Savoir-vivre lernte er bei einem befreundeten Rebbauern kennen, dem er mehrmals zur Hand ging. Als in dessen Nähe zufällig ein Haus zum Verkauf stand, griff Bühler, ohne zu zögern, zu.
Essenzielles wird Willi Bühlers neuer Lebensinhalt sein: Natur, Kunst und Wissenschaft. So lange er noch kann, will er sich wieder den Dingen zuwenden, die er dem Erfolg geopfert hat: der Musik, der Malerei, der Astronomie und der Quantenmechanik. Ferner stehen auf seinem Land ziemlich viele Bäume, die er bewirtschaften will. Zunächst nimmt sich Willi Bühler aber ein halbes bis ein ganzes Jahr lang Zeit, sein Haus umzubauen. Danach überlegt sich der Creative Director ausser Diensten vielleicht, ob er für die wenigen guten Freunde, die er in der Werbung gewonnen hat, einige wenige gute Kampagnen konzipiert.
«Ich weiss, dass ich privilegiert bin», sagt Willi Bühler, der in Frankreich auch vom Eingemachten leben wird. (ew)

Born to be mobile

Maissen, Meisterhans & Partner jagen für Portable Shop «alte» Hits durch den Äther

Maissen, Meisterhans & Partner jagen für Portable Shop «alte» Hits durch den ÄtherGrosse Hits und Ohrwürmer können positive Assoziationen und Aufmerksamkeit wecken. Sie eignen sich deshalb gut als Tonteppich für eine Werbebotschaft. Das hat sich auch Christian Maissen gesagt, als er seinem Kunden Portable Shop ein Radiospotkonzept für Imagewerbung mit Schmonzetten aus den 60er und 70er Jahren vorschlug. Nur: Die Sache mit den Musiklizenzen war komplizierter als ursprünglich gedacht. Die Kampagne wäre bei Verwendung der gewünschten Kultsongs von Doors & Co. unbezahlbar geworden.
Die Lösung hatte Jürg Metz von der ASW-Agentur A. I. E. Communications, die sich auf Spotproduktionen spezialisiert hat. In Moodmusic-Archiven machte er sich auf die Suche nach Stücken, die in Tonalität und Instrumentenwahl den Originalen sehr nahe liegen. Die Verwendung dieser «Sound-alikes» kommt aber ein Vielfaches günstiger als die der Originale.
Christian Maissen textete neue Lyrics, die sich jeweils auf Mobilität und Laptops reimten. Die Gesangsparts übernahmen bekannte Schweizer Sänger wie John Brack oder Jürg Reinhard (ex Foolhouse).
Abgemischt und produziert wurde bei Marc Frey im Studio Ad Hoc in Brugg.
Gewitzt und rechtlich ohne Fehl und Tadel
Die Anspielung auf die Originale ist unverkennbar. Herhalten mussten dafür Canned Heat (On the road), Suzie Quatro (48 Crash), Steppenwolf (Born to be wild), Beatles (Come together), The Doors (Riders on the storm) und Fats Domino (Walking).
«Bei Verwendung der echten Musik hätten die Lizenzen für ein Jahr schnell einmal eine Million Franken gekostet, und die Kampagne wäre niemals zustande gekommen», kommentiert Jürg Metz den gewitzten und rechtlich untadeligen Schachzug. Die 30-Sekunden-Spots gibts seit dem
2. Mai bei den Privatradios der deutschen und französischen Schweiz. Prädikat: hörenswert. Beat Fritsch

Klee ist auch im Internet beliebt

Werbal gewinnt International Web Page Award für das noch zu bauende Paul-Klee-Zentrum vor Berns Toren

Werbal gewinnt International Web Page Award für das noch zu bauende Paul-Klee-Zentrum vor Berns TorenVon Luzi Weber Die Berner Werbe- und Internet-Agentur Werbal hat mit ihrer Website für das Paul-Klee-Zentrum den International Web Page Award in der Kategorie Kunst gewonnen. Die Preisübergabe fand im Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien statt.
Wer träumte nicht davon, im sonnenverwöhnten Kalifornien einen Award überreicht zu bekommen und dabei sein schönstes Lächeln in die Kamera zu werfen? Thomas Dürig, Berater bei Werbal, war dieses Gefühl am Gründonnerstag vergönnt. Zwar handelte es sich bei dem Award nicht um ein armamputiertes Goldmännchen, und die Kamera war genau genommen eine Webcam, aber immerhin: Wenn Schweizer aus einem internationalen Wettbewerb als Sieger hervorgehen, ist das allemal ein Grund, Bundesrat Adolf Ogi zu kolportieren: Freude herrscht.
Eine klare Struktur statt technischer Gimmicks
«Die Konzeption der Site wurde in einem Frauenteam erarbeitet. Wir haben bewusst auf den zur- zeit angesagten technischen Schnickschnack verzichtet und einen Aufbau angestrebt, der allen Benutzerinnen und Benutzern einen direkten Zugang zu den umfangreichen Informationen erlaubt», erklärt Sandra Bonsels, Geschäftsführerin bei Werbal und Projektleiterin der ausgezeichneten Arbeit, den Erfolg.
Klare Strukturen statt technischer Gimmicks auf der Site; entscheidungsfreudige, zielgerichtete Zusammenarbeit statt umständlicher Entscheidungswege im Projekt: Von den Frauen, so Bonsels, könnte die männerlastige Internetwelt noch so einiges lernen. Nachdem Werbal in der Schweiz mit ihrer Arbeit für das Paul-Klee-Zentrum leer ausgegangen war, freut man sich jetzt natürlich umso mehr über die Bestätigung aus den USA.
Die prämierte Site entstand im Auftrag der Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Die Besucher finden darauf Informationen zum geplanten Paul-Klee-Zentrum, über dessen Bau – ein Projekt von Renzo Piano – die Berner Stimmbürger in einem Jahr abstimmen werden.
Nebst einer Einführung in Leben und Schaffen von Paul Klee werden Einblicke in die Entwürfe des Stararchitekten gewährt, und der Besucher kann sich jederzeit über die Fortschritte der Projektplanung ins Bild setzen. Für Mitteilungsfreudige besteht schliesslich die Möglichkeit, elektronische Paul-Klee-Postkarten zu versenden.
Trotz klarer Strukturen einige kleinere Mängel
Das Design der Site überzeugt, technische Features werden mit Augenmass eingesetzt. Der Anspruch, das enorme Informationsangebot – schliesslich hat Klee beinahe 10000 Werke geschaffen – in geordnete, für den Besucher nachvollziehbare Strukturen zu bringen, ist spürbar, kann aber nicht immer ganz eingelöst werden. Etwa dann nicht, wenn auf einer einzigen Seite auf drei Navigationszonen 27 Menüpunkte zur Auswahl stehen.
Da wird sich manch ein überforderter Besucher für die Hilfe-Funktion entscheiden, mittels der ihm Struktur und Navigation der Site erklärt werden. Trotzdem: Werbal hat eine insgesamt überzeugende Arbeit vorgelegt.
Für den International Web
Page Award 1999 wurden 600 Websites aus 21 Ländern eingesandt. Teilnahmeberechtigt war jeder, der eine originäre, jugendfreie Website gestaltet hat und 85 US-Dollar als Teilnahmegebühr zu zahlen bereit war.
Die Teilnehmer konnten sich mit ihrer Anmeldung auch gleich um einen Platz in der Jury bewerben. Stellt man die 600 eingereichten Arbeiten den 30 Kategorien gegenüber, in denen es einen Preis zu gewinnen gab, ergibt sich ein durchschnittliches Verhältnis von 20 Bewerbern pro Preis: eine doch eher bescheidene Zahl für einen Wettbewerb ohne Zulassungsbeschränkungen.
Dies soll die Leistung von Werbal nicht schmälern, die auch im Vergleich mit Gewinnern anderer Kategorien gut abschneidet. Unter diesen findet sich neben mehreren mittelmässigen Arbeiten auch Hervorragendes wie beispielsweise die Site der Gesamtgewinnerin British Airways (www.britishairways.com/london traveller).
Flash-Animationen sind häufig anzutreffen, ein überzeugender Umgang mit ihnen jedoch eher selten. Die wirklich wegweisenden Beiträge schliesslich, die einen Vorgeschmack auf das Design von morgen geben, sucht man vergeblich. Die Zukunft des Internets findet eben – auch das zeigt der Wettbewerb deutlich – täglich statt.

Das Netz von Fritz nützt der BaZ

Der VR-Vize der PubliGroupe, Fritz M. Schuhmacher, wurde auch VR-Vize der Basler Mediengruppe

Der VR-Vize der PubliGroupe, Fritz M. Schuhmacher, wurde auch VR-Vize der Basler MediengruppeVon Markus Knöpfli Fritz M. Schuhmacher, die neue Nummer zwei bei der Basler Mediengruppe (BMG), verfügt über ein wenig bekanntes, aber weit verzweigtes Mediennetz. Dieses Netz will der Verleger der Basler Zeitung (BaZ), Matthias Hagemann, künftig noch mehr nutzen. Deshalb hat er den Advokaten zum VR-Vizepräsidenten der BMG ernannt.
Als der Verwaltungsrat der BMG Ende März das bisherige VR-Mitglied Fritz M. Schuhmacher zum VR-Vizepräsidenten ernannte, tat er das auf persönlichen Wunsch von Verleger Matthias Hagemann. Bisher hatte der BMG-VR gar kein Vizepräsidium, der Posten musste eigens geschaffen werden.
Ein VR-Posten nur «ad personam»
Hagemann hielt zudem in seinem Antrag ausdrücklich fest, dass der neue Posten lediglich «ad personam Fritz Schuhmacher» gilt. Sollte Schuhmacher einmal von seinem Posten zurücktreten, kann der Sessel des VR-Vize im Unternehmen der Familie Hagemann nicht nur unbesetzt bleiben, sondern auch wieder ganz weggeräumt werden.
Warum aber wünschte der 38-jährige Verleger Hagemann den 54-jährigen Schuhmacher an seiner Seite? Der Verleger begründete dies in seinem Antrag unter anderem damit: Im letzten Herbst, als er sich vom bisherigen VR-Delegierten Peter Sigrist trennte und die Konzernleitung umbaute, sei ihm Schuhmacher loyal und mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Zudem sei Schuhmacher ein «ausgewiesener Kenner der Medien-Schweiz, in der Nordwestschweiz und darüber hinaus hervorragend vernetzt und zudem ein weltoffener Basler».
Ein Mann für fast alle Medienfälle
Vernetzt ist Schuhmacher tatsächlich, weit verzweigt, und dies vor allem auch international. Er sitzt in rund 40 Verwaltungs- und über zehn Stiftungsräten, vertritt mehrere hundert Millionen Franken kumuliertes Kapital und zieht bei den wichtigen Basler Medien die Fäden.
Als VR-Vizepräsident der PubliGroupe vertritt er entsprechend auch deren Interessen bei der National-Zeitung und Basler Nachrichten AG (Verlag Basler Zeitung) – auch dort als VR-Vizepräsident. Die PubliGroupe hält 37 Prozent der BaZ, die Familie Hagemann 63 Prozent. Bei der zur BMG gehörenden Jean Frey AG (Weltwoche, Bilanz, Beobachter) beansprucht Schuhmacher ebenfalls einen Sitz im Verwaltungsrat.
Ausserdem bringt er als Vertreter der Handelskammer beider Basel, des Basler Volkswirtschaftsbundes und des Basler Gewerbeverbandes die Interessen der Basler Wirtschaft im 35-köpfigen Stiftungsrat der Stiftung Kabelnetz ein, der Trägerin von Tele Basel. Das schwerfällige Gebilde hat einen sechsköpfigen Ausschuss, dem Schuhmacher ebenfalls angehört – zusammen mit Basilisk-Mitinhaber Hansruedi Ledermann.
Verschlungene Beteiligungen führen zum Fernsehen
Seit 1983 ist der promovierte Advokat und Notar zusammen mit seinem Partner Konrad Annasohn VR-Delegierter und seit 1998 Mehrheitsaktionär der Internationalen Treuhand AG (ITAG), und diese ist zu 20 Prozent an der LH-Holding in Basel beteiligt.
«LH» steht für (Hansruedi) Ledermann und (Christian) Heeb, die Inhaber von Radio Basilisk, denen zudem je 30 Prozent der LH gehören. Die restlichen 20 Prozent hält die BaZ. VR-Präsident der LH ist Schuhmacher, die weiteren Mitglieder sind Annasohn, Heeb, Ledermann – und Matthias Hagemann persönlich.
Das ist kein Zufall, denn die LH zählt im Basler Medienkuchen neben der BMG zur zweit- wichtigsten Medienholding: Zu ihr gehört die Medag, die für Basilisk und für Tele Basel den Werbeverkauf besorgt. Bei der Medag ist Schuhmacher wiederum VR-Präsident, Ledermann VR-Delegierter.
Dies ist allein deswegen von Brisanz, weil Tele Basel von Sendebeginn an bewusst eine Stiftung als Trägerin erhielt, damit das Lokalfernsehen nicht auch noch im BaZ-Topf landete. Doch dank der Medag kontrollieren Hagemann, Ledermann und Schuhmacher zumindest das Werbeaufkommen von Tele Basel.
Mit anderen Worten: Sollte das Lokal-TV je zu frech werden, lässt es sich auf diesem Weg einfach zügeln. Solange dies nicht nötig ist, laben sich BaZ und Basilisk aber an den 20-Prozent-Provisionen für jeden an Tele Basel verkauften Spot. Nebenbei: Schuhmacher ist auch VR-Präsident der Metro Media, an der unter anderem die Medag und die BaZ zu je 25 Prozent beteiligt sind. Die Metro Media träumte einmal davon, einen Bildschirmtext für Tele Basel aufzubauen, derzeit ist sie aber inaktiv.
Medienzar? Davon will Schuhmacher nichts wissen
Dass Schuhmacher quasi das personifizierte BaZ-Monopol oder der Basler Medienzar sein soll, bezeichnet er selbst allerdings als «singulären Quatsch». Er sei ganz einfach offen für viele Bereiche, wisse aber, dass auch Medien nach wirtschaftlichen Zwängen funktionierten.
Da ihm ein qualitativ hoch stehendes Medium lieber sei als mehrere schwache, vertrete er die Ansicht, «dass man in Basel Kooperationen finden müsse». Im übrigen bin ich nur mit meiner Frau verheiratet», betont der vierfache Vater.
Zwar sieht auch er bei so vielen VR-Mandaten «die Elemente Macht und Kontrolle», dennoch schliesst er nicht aus, «dass es auch bei ihm zu noch mehr Verflechtungen kommen kann». Doch sei es noch nie vorgekommen, dass er etwa bei der BaZ Einfluss auf einen redaktionellen Beitrag genommen habe.
Zudem habe er vor allem ein Ziel: «Ich will in verschiedenen Bereichen facettenreiche Menschen und technische Synergien zusammenführen. Es müssen ja nicht alle im Internet die gleichen Misserfolge machen», sagt er.
Transparenz ist vorhanden, wenn man sie sucht
Dem Vorwurf, er könne den Werbemarkt von Tele Basel kontrollieren, hält er entgegen, dass er «nach bestem Wissen und Gewissen» auch diesbezüglich noch nie Einfluss genommen habe. Und dann verweist er auf «ideelle und gesellschaftliche Werte»: «Es wäre schlecht, wenn die Meinungsvielfalt leiden würde, das tut sie aber nicht, die BaZ ist eine sehr vielfältige Zeitung und sie ist mit vielen kritischen Beobachtern konfrontiert. Im übrigen nützen die Jungen das Internet.»
Auch kenne die BMG keinen Konzernjournalismus. «Warum denn schreibt die BaZ so wenig über Tele Basel?», führt er als Beweis an. Nur: Wenn die einzige Zeitung kaum über die anderen Medien auf dem gleichen Platz schreibt, muss sie auch die personellen Verflechtungen des eigenen Verlages nicht aufdecken.
Dem hält der umgänglich und spontan wirkende Schuhmacher zweierlei entgegen: «Transparenz ist vorhanden, wenn man sie nur sucht, etwa in Form von Verwaltungsratsverzeichnissen, Internet, Suchmaschinen und vielem mehr.» Zweitens zeige er als Lehrbeauftragter für Medienpolitik, -recht und -wirtschaft an der Universität Basel seinen Studenten jeweils «offen und ungeschminkt» die (eigenen) Medienverflechtungen auf.
Die BaZ selbst aber tut’s nicht, wohl deshalb kennen viele Leute in der Stadt am Rheinknie Schuhmacher zwar als Oberst der Schweizer Armee, als Präsidenten der ACS-Sektion Basel oder als «Homo Politicus», nehmen aber seine Medienverflechtungen kaum wahr. Als die BaZ vor zwei Jahren ihr bisher einziges grösseres Porträt von Schuhmacher brachte, wurden seine Verflechtungen im Medienkuchen nur gerade auf sieben Zeilen abgehandelt. Die Tatsache, dass er auch Generalkonsul von Monaco ist, wurde hingegen auf 21 Zeilen ausführlich ausgebreitet: Das ist die Basler Transparenz.

Kopf der Woche: «Kunden und Agenturen mehr Mut zu differenzierter Werbung machen»

Stefan Hofmann ist neuer ASW-Präsident und steckt sich hohe Ziele für seine Amtszeit

Stefan Hofmann ist neuer ASW-Präsident und steckt sich hohe Ziele für seine AmtszeitKopf der Woche
«Kunden und Agenturen mehr Mut zu differenzierter Werbung machen»
Mit der Wahl zum Präsidenten der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) bekennt sich Stefan Hofmann zu zwei klaren Zielen: «Zum einen will ich die Brand Awareness der ASW bei Auftraggebern, nicht alliierten Agenturen und Partnerorganisationen massiv erhöhen. Andererseits sollen Mitglieder und Werbeauftraggeber motiviert werden, mehr Mut für differenzierte, spannende, unterhaltende, auch mal witzige und somit wirkungsvollere Werbung zu finden.»
Ein hartes Stück Arbeit liegt vor ihm. «Die Stärken der ASW gründen wie in einer Agentur zuerst auf der Fähigkeit, Kreativität im Team zu entwickeln, Ideen zu generieren und zu überprüfen, sie zu verwerfen, um noch bessere zu erkämpfen und im Team umzusetzen. Erfolg kann also nie der Verdienst eines Einzelnen sein.»
Stefan Hofmann sieht sich als engagierter Botschafter, der nach innen und aussen wirke, Kontakte knüpfe und sich aktiv für die Qualitätsbildung in der Allianz einsetze.
Hofmann leitet mittlerweile im sechsten Jahr die Aufnahmekommission der ASW und hat in dieser Zeit über 60 Agenturen geprüft. Mit der Durchsetzung härterer Aufnahmekriterien und der Einführung eines ganzheitlichen Bewertungssystems ist es ihm gelungen, das Mitgliederprofil positiv zu erweitern. Trotz verschärfter Aufnahmekriterien erfreut sich die ASW zunehmender Anziehungskraft. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte man gar von einem eigentlichen Boom sprechen. Mehrere Dutzend Agenturen standen auf der Interessentenliste.
Die Gesamtkompetenz der Allianz habe sich durch den spannenden Mix von bisherigen und neuen Agenturen äusserst erfreulich weiterentwickelt, so Hofmann. Und: «Die Qualität der Allianz basiert in erster Linie auf der Vielfalt der Fähigkeiten unserer Agenturen sowie auf der hervorragenden Arbeit von Idealisten, die sich seit Jahren für die Marke ASW engagieren.»
Von den Instrumenten, mit denen er ein stärkeres Markenbewusstsein für die ASW erkämpfen will, hat er klare Vorstellungen: «Wir wollen die Werte und die Kompetenz unserer Mitglieder im Rahmen einer Kampagne verstärkt nach aussen tragen. Es reicht nicht zu wissen, dass es die ASW gibt. Man soll klar erkennen, wo die Qualitäten der inhabergeführten Agenturen liegen. Aspekte wie Flexibilität, Marktnähe, ganzheitlich-unternehmerisches Denken und Engagement werden die Kernthemen sein.»
Natürlich richtet sich die ASW damit nicht nur an Auftraggeber, sie will auch ihre Anziehungskraft auf Agenturen weiter ausbauen. Zusätzlich sollen die Öffentlichkeitsarbeit professionalisiert und die Kontakte zu Partnerorganisationen intensiviert werden.
Beat Fritsch

Muse & Musse: Barbara Corti

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?Muse & Musse Barbara Corti
Barbara Corti: Das Konzert von Myriam und Amadou in der Roten Fabrik…weil ich mitgehen musste.
Was lesen Sie gerade und warum?
Corti: Vogue, Ausgabe 5/2000.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Corti: Noa.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen und warum?
Corti: Ich möchte prinzipiell keinen Film zweimal sehen.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Corti: Ich schlafe auch ohne Fernsehen gut.
Welche ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Corti: Die Website www.polar hunde.de der Nothilfe für Polarhunde e.V.
Liebe ist…?
Corti:…wunderschön.
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