Der SWA kann fast überall Fortschritte

verzeichnen Zufriedene Gesichter an der SWA-Tagung:

verzeichnen Zufriedene Gesichter an der SWA-Tagung: verzeichnen Zufriedene Gesichter an der SWA-Tagung: Die Leistungsbilanz 1999 fiel überaus positiv aus. Im reich befrachteten Forderungskatalog, der vor zwei Jahren präsentiert worden war, konnte SWA-Präsident Fredi Schwab diverse Punkte als erfüllt oder auf gutem Weg bezeichnen.
Um die Entwicklung transparent zu machen, hat der SWA eine Liste erstellt, in der sämtliche Forderungen bezüglich Fortschritt oder bereits verwirklichte Resultate bewertet werden. In den meisten Punkten ist man dem anvisierten Ziel deutlich näher als noch vor einem Jahr.
Bei den Printmedien lobte Schwab den per Anfang Jahr eingeleiteten Systemwechsel von Millimeter- zu Franken-Abschlüssen, den eingeschlagenen Weg zu einheitlichen Farbpreisstufen sowie die härteren Forschungsdaten durch den Wechsel zu LpA in der neuen MACH 2 ab diesem Herbst. Kritik erntete das nach wie vor gegenüber Europa höhere Niveau der Werbetarife in der Schweiz.
Bei der Plakatwerbung erntete der Systemwechsel der APG Lob. Neben der Abwendung eines zweiten Preisaufschlages habe er leistungsbezogenere Preise, bedürfnisorientierte Netzangebote und eine bessere Planbarkeit von Aktionen gebracht. Die Transparenz gegenüber den Auftraggebern muss aber laut Schwab noch Fortschritte machen. Seine Forderungen: gemeinsame Forschung zur Plakatnutzung als Grundlage für einen einheitlichen Beurteilungsmassstab aller Plakatstellen, permanente und frühzeitige Information über Angebotsveränderungen, Schaffen von standardisierten Kontrollmöglichkeiten der Aushänge.
Im TV-Markt bedauerte Schwab die Absetzung des RTL/Pro-7-Programmfensters sowie den fehlenden Zuschauererfolg bei TV 3. Die erwartete Intensivierung des Wettbewerbs mit wünschenswerten preissenkenden Effekten auf die Werbetarife sei ausgeblieben. Schwab kritisierte in diesem Zusammenhang die schweizerische Medienpolitik, die Schiffbruch erlitten habe, und forderte mit Blick auf die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG): «Das Desaster beim Privat-TV muss abgewendet werden.» Rezepte dafür: Streichung des Werbeverbotes für Bier und Wein sowie eine Lockerung der Werberichtlinien für rezeptfreie Heilmittel. In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Schweiz schon bald eine liberalere Werbepolitik fahren könnte als die EU. (dse)

Kopf der Woche: «Die Schweiz leidet unter der Verzettelung der Aktivitäten»

Peter Rudin, Internetunternehmer der ersten Stunde, Präsident der swiss interactive media association (sima)

Peter Rudin, Internetunternehmer der ersten Stunde, Präsident der swiss interactive media association (sima)Kopf der Woche «Die Schweiz leidet unter der Verzettelung der Aktivitäten»Fünf Firmen hat Peter Rudin in seinem Leben schon gegründet und wieder verkauft. Seine letzte Firma, den Internetproviderpionier Blue Window, brachte er in die Swisscom ein. Eigentlich hätte es der 57-jährige, in Zürich wohnhafte Basler nicht mehr nötig, noch eine sechste Firma grosszuziehen. Er sei nun mal der Unternehmertyp, meint Rudin. Deshalb gründete er vor einem Jahr Upaq. Die Firma ist auf den sicheren und zuverlässigen Transport digitaler Daten im E-Commerce-Markt spezialisiert.
Das Start-Up-Unternehmen gedeiht prächtig. Vor allem auf dem Kapitalmarkt konnte Rudin Erfolg feiern. So hat er mit der VENTIS AG, einer privaten schweizerischen Risikokapitalgesellschaft, Tumbleweed Communications Corp., einer führenden Anbieterin von Internetkommunikationsdiensten, und Chase Capital Partners, einer Tochtergesellschaft der Chase Manhattan Corporation, potente Investoren gefunden. Gerade erst konnte er auch die Post für sich gewinnen. Insgesamt sind so über 20 Millionen Startkapital zusammengekommen.
Dass Peter Rudin seit Mitte März auch als Präsident der swiss interactive media association (sima) amtet, ist somit kein Zufall: Der Verband will sich vermehrt auf politischem Parkett bemerkbar machen. Dafür ist Peter Rudin als Internetunternehmer der ersten Stunde sowie Gründungsmitglied der sima die Idealbesetzung.
Anfang Jahr gelang es dem aus ehemaligen Videotext-Anbietern und CD-ROM-Produzenten hervorgegangenen Verband die Internetdienstleister zu integrieren. Mitte März wurde der Vorstand zur Hälfte neu besetzt, und jetzt will man Gas geben.
In den Worten von Peter Rudin tönt das so: «Die Schweiz hat eine hervorragende Ausgangslage, um im E-Business weltweit eine massgebliche Rolle zu spielen, auch wenn der Heimmarkt sehr klein ist. Aber wir leiden unter der Verzettelung der einzelnen Aktivitäten. Es braucht deshalb ein Organ, das diese Aufbruchstimmung gegen aussen verkörpert.»
Natürlich weiss auch Rudin, dass ein Verband ein Verband ist und aufs Milizsystem bauen muss: Zeit sei aber gerade in der Internetbranche das knappste Gut. «Deshalb werden wir die Strategie der kleinen Schritte verfolgen müssen», stellt Rudin fest.
Der Fokus liegt auf der Ausbildung. Und auf den Milliarden, die der Bund über die Versteigerung der Mobillizenzen UTMS einnehmen wird. Die sollten nach Ansicht Rudins zum Teil wieder zweckgebunden eingesetzt werden. Etwa zur Förderung der Weiterbildung. Von dieser Idee wird er allerdings erst einen prominenten Gegner überzeugen müssen. Nämlich Bundesrat Pascal Couchepin, der mit den zu erwartenden Steigerungserlösen viel lieber die Staatsschuld abtragen möchte.
Thomas Brenzikofer

Elf Stars im funkelnden Diax-Rot

McCann-Erickson, Zürich, lässt Prominenz für Diax werben und organisierte eine Vernissage zur Kampagne

McCann-Erickson, Zürich, lässt Prominenz für Diax werben und organisierte eine Vernissage zur KampagneVon Ernst Weber Viel Prominenz traf sich im Zürcher Inplace Inkognito in der Überbauung Limmat West. Zu feiern gab es einen neuen, von McCann-Erickson, Zürich, konzipierten Auftritt für den Telecomanbieter Diax, für den die Stars posiert hatten. Die Bilder schoss Michel Comte.
Wer zur Vorstellung einer Werbekampagne eine Vernissage inszeniert, muss sich seiner Sache ziemlich sicher sein: Stolz klang Frank Bollers Stimme, CEO von Diax, als er sich in seiner Begrüssung bei allen bedankte, die zum Gelingen der Kampagne beigetragen hatten. Insbesondere nannte er den Schweizer Starfotografen Michel Comte, die elf Prominenten – Geraldine Chaplin, Melanie Winiger, Heliane Canepa, Roger Schawinski, Roger de Weck, Bernard Pichon, Stéphane Chapuisat, Andy Hug, Alain Prost, Simon Estes und Michael von der Heide –, die sich bis dato für Diax hergaben, sowie die Agentur McCann-Erickson, Zürich, die den Prominentenauftritt konzipierte.
Diax, eben Telecomkundenmillionär geworden, betrachtet den Auftritt als Meilenstein in seiner noch jungen Geschichte. «Die nationale Referenzkampagne soll das trockene Produkt ‹Telefonminute› zum Erlebnis werden lassen und Diax als innovative und lebendige Alternative zu Swisscom positionieren», sagte Frank Boller, bevor er das Wort an Peter Rothenbühler weitergab.
Der quirlige Programmdirektor von Tele 24 befragte Michel Comte, der auf den beträchtlichen Materialaufwand des sechs Wochen dauernden Shootings hinwies, weil das Briefing Fotos verlangte, die vom Diax-Rot durchdrungen sind. «Engagements wie dieses», sagte Comte, «ermöglichen es mir, das IKRK-Projekt People And Places With No Name weiter voranzutreiben.»
Die kreativen Väter des Auftritts sind die beiden Creative Directors Claude Catsky und Daniel Comte. «Die Kampagne», sagt Erwin Brunner, Managing Director McCann-Erickson, Zürich, «bringt die Diax-Philosophie ‹Diax brings telecommunications to life› auf den Punkt.» Über das Projekt war übrigens so lange als möglich Stillschweigen bewahrt worden. Man hatte in der Planungsphase Angst davor, Swisscom könnte die auf einen Marktleader zugeschnittene Idee im letzten Moment noch kopieren.

Bonuspunkte für fleissiges Klicken

Mit Bonus.net und Webmiles.de kommen zwei deutsche Internet-Kundenbindungsprogramme in die Schweiz

Mit Bonus.net und Webmiles.de kommen zwei deutsche Internet-Kundenbindungsprogramme in die SchweizVon Clemens Hörler Kundenbindung im Internet bleibt oft ein Schlagwort und wird nur ansatzweise praktiziert. Zwei junge deutsche Unternehmen möchten ab Sommer den Betreibern von Schweizer Websites die Beteiligung an firmenübergreifenden Programmen ermöglichen.
Silva, Mondo, Keyclub & Co. gibt es längst auch im Internet. In den USA machen gemäss einer Studie von Jupiter Communications (www.jup.com) bereits 75 Prozent der Web-User bei einem Kundenbindungprogramm mit. Auch hierzulande haben einzelne Firmen Aktivitäten in diesem Bereich gestartet. Grosse firmenübergreifende Programme wie in der realen Welt, sprich Mondo oder Silva, fehlen auf virtuellem Gebiet noch gänzlich. Das soll sich ändern.
Punkte gegen Daten, Preise gegen Traffic
Im Sommer 2000 startet das Internet-Werbeunternehmen ActiveAgent (www.activeagent.ch) in der Schweiz mit Bonus.net. Diese Site (www.bonus.net) ist in Deutschland seit letztem Oktober online. Das Kundenbindungsprogramm soll Betreibern von Websites ermöglichen, die Konsumgewohnheiten der Internauten zu erforschen und diese an sich zu binden.
Als Gegenleistung verschenken die teilnehmenden Unternehmen den registrierten Internetnutzern Bonuspunkte, wenn diese auf ihrer Website einkaufen, Werbebanner anklicken oder den Anbietern ihre Präferenzen mitteilen, damit diese auf ihre besonderen Angebote aufmerksam machen können.
Mit den gesammelten Punkten dürfen die Konsumenten aus einer Liste eine Belohnung aussuchen, wobei die Attraktivität der Preise mit dem Punktestand steigt: von Kinokarten über eine Webcam bis hin zu einem Ticket fürs Fussball-EM-Finale – je nach Mass des Interesses am Firmenauftritt haben die User die Qual der Wahl.
«Mit Bonus.net wollen wir Onlineunternehmen ein wirkungsvolles Direktmarketinginstrument bieten», erklärt Peter Strassmann, Geschäftsleiter von ActiveAgent Schweiz. «Die Unternehmen übernehmen die Kosten für die Preise und erhalten dafür Traffic und zahlende Kundschaft.» Die Verhandlungen zwischen Bonus.net und den Schweizer Anbietern sind derzeit noch im Gange. Zum Zielpublikum gehören laut Strassmann vor allem die grossen E-Commerce-Anbieter aus den Branchen Reisen, Finanz, Shopping, Telekom und IT.
Keine Vermarktung der
Kundenadressen
Gemäss Stefan Holz, CEO von Bonus.net Deutschland, kann man mit Bonus.net schon bei sieben Partnern Punkte sammeln, doch seien insgesamt dreissig Unternehmen bereits unter Vertrag. Der Datenschutz, so Holz, werde bei Bonus.net gross geschrieben: «Die Adressen werden auf keinen Fall vermarktet.»
Wichtigster deutscher Konkurrent von Bonus.net ist die Münchner webmiles AG, seit Juli 1999 online und inzwischen in mehreren europäischen Ländern vertreten. webmiles (www.webmiles.de) hat derzeit rund 25 Partnerweb-sites online; laut Katrin Teufelberger, Verantwortliche für die Schweiz und Österreich, sind weitere 25 in der technischen Anbindung. Im Sommer wird eine eigene Website für die Schweiz ins Netz gestellt (www.webmiles.ch). Je nach Entwicklung der Geschäfte in der Schweiz erwäge man auch eine eigene Schweizer Niederlassung, sagte Teufelberger. Bis dahin wird die Schweiz, genauso wie Österreich, von München aus betreut.
DM-Agenturen wollen Internet in ihre Arbeit integrieren
Auch bei den Schweizer Direktmarketingagenturen möchte man sich intensiver als bisher mit dem Thema Internet befassen. Der Schweizer Direktmarketing-Verband werde schon sehr bald die Themengruppe Internet/E-Commerce lancieren, kündigte Friedhelm Lammoth von Lammoth Mailkonzept in St. Gallen an.
Bereits auf der Homepage des Schweizer Direktmarketing-Verbandes (www.sdv-direktmarketing.ch) wird klar, dass die Branche die Bedeutung des Internets zumindest erkannt hat: «Internet und E-Commerce bereichern die Optionen für den Dialog mit Kunden und Interessenten. Technologie und Neue Medien sind nicht mehr aufzuhalten und bedeuten historische Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss.»
«Das Internet muss in unsere Arbeit integriert werden», fordert Christian Huldi von der RBC-Gruppe Meilen, wirft aber gleichzeitig die Frage auf, ob es noch zu früh sei für rein virtuelle Kundenbindungsprogramme.
Trotz Zweifel ist Huldi überzeugt, dass es immer mehr solche Programme geben wird. «Das wird dazu führen, dass die einzelnen Anbieter sich deutlicher voneinander abheben müssen.» Zu diesem Schluss kommt auch die erwähnte Jupiter-Studie: Kun-denbindungsprogramme müssen mehr bieten als Punkte; die Loyalität der Kunden soll mit speziellen Dienstleistungen belohnt werden, die auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
E-Commerce und KundenbindungDie Bedeutung von Bemühungen um die Kundenbindung unterstreicht auch die jüngste Studie des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Uni Bern zum Thema E-Commerce in der Schweiz. Sie ist unter http://ec.unibe.ch einsehbar.

Absolut tolle Filmparty

Derweil sich in Cannes die Schönen der Filmbranche ihr Stelldichein an der Croisette geben, traf sich letzte Woche bei Absolut Film im Zürcher Giesshübelquartier die Prominenz der lokalen Film- und Werbebranche.

Derweil sich in Cannes die Schönen der Filmbranche ihr Stelldichein an der Croisette geben, traf sich letzte Woche bei Absolut Film im Zürcher Giesshübelquartier die Prominenz der lokalen Film- und Werbebranche.Die Von Beat Fritsch
Wegen des bisschen Glamour muss man nicht nach Südfrankreich jetten. Auch hiesige Filmpartys habens in sich – nirgendwo trifft man so viele schöne Frauen, lustige Typen, schräge Vögel und krumme Hunde wie in Zürich.
Weil dem Tüchtigen das Glück gehört, wurde Absolut-Film-Inhaber Reiner Roduner gleich noch mit dem Wetter verwöhnt. Jelmolis Gourmet Factory war fürs Catering zuständig. Der Überfluss an Bier, Wein und Drinks tat den Rest. Gar unter Einsatz des Lebens wurde der Risotto gekocht. Das Gasrechaud ging gleich zweimal in Flammen auf, was kurzzeitig für gewisse Unruhe sorgte, und dem fleissigen Koch kostete es gleich einen Teil seiner Barttracht. Neben dem unfreiwilligen Feuerkünstler gabs auch andere Unterhaltung. Zum Essen hörte man Live-Jazz, und als später die Caipirinha-Bar eröffnete, brachte ein DJ Bewegung in die Partymeute.
Roduners sind übrigens echte Zelluloid-Freaks. Auch Reiners Schwester, Bea Roduner, ist im Filmbusiness. Als Produzentin ist sie in ihrem Büro an der Zürcher Neugasse immer auf der Suche nach potenten Financiers für Filmprojekte aller Art. Wer also mal echten Thrill verspüren will, kann bei Bea ein paar Franken investieren. Das ist alleweil spannender, als an der Börse ödes Optionenpoker zu spielen.
Ebenfalls vom Film gekommen: Condor-Chef Martin Fueter, die Produzentin Simone Krebs, die Dokumentarfilmer Marlies Röthlisberger und Jürg Neuenschwander, die Visagistin Helen Rinderknecht sowie Bettina Bussey von Primetime, deren fotogenes Konterfei nunmehr nicht nur in der Shortlist, sondern auch auf den Inseraten ihres Arbeitgebers zu sehen ist.
Weil beim Film der Sound fast so wichtig ist wie das Bild, gehörten natürlich auch die Tönler an die Party. Zum Beispiel der Musikproduzent Raymond Anderegg oder Peach Keiser von Twinonemusic, der schon für Spots von BMW, Nestlé und Kuoni produzierte. Er kam in Begleitung von Susan Orus, die sich von ihrem Leben als Werbeassistentin und Marketingplanerin verabschiedete, um eine Karriere als Sängerin zu starten. Die CD und eine hörenswerte Single-Auskoppelung wurden soeben lanciert.
Albi Steffen ist zwar nicht Beleuchter bei Produktionen, trotzdem sorgt er bei Absolut Film für so manche Erleuchtung. Sämtliche Lichtobjekte in Roduners Studios stammen aus Steffens Lichthalle im Zürcher Westend.
Es tummelten sich aber nicht nur Filmer und zugewandte Orte am Fest. Reini ist schon lange in der Branche, bekannt wie ein bunter Hund und nicht nur beim weiblichen Geschlecht überaus beliebt. So machten auch Hans Bébié vom Zürich Express, der frühere Kommunikationsleiter der Walter Rentsch AG, Beat Hefermehl, Idée-Präsident Heinz Egli, Piero Schäfer und viele andere ihre Aufwartung. Aus der Nachbarschaft besuchten Manuela Gadient von Wirz Identity und Fabienne Lovisa, Promotionsleiterin bei Reader’s Digest, den Event. Dass dabei niemand in die Rolle des Statisten geriet, war auch das Verdienst von Caroline Braun. Als Zweite im Bunde bei Absolut Film sorgte sie sich, immer gut gelaunt und charmant, in vorbildlicher Manier um die Gäste, auf dass den ganzen Abend niemand auf dem Trockenen sitzen musste. So verlustierte man sich bei angenehmen Temperaturen bis tief in die Nacht hinein.
Beat Fritsch wollte eine neue Karriere starten, bekam gleich mehrere Filmrollen und musste bei Absolut Film sofort Hand anlegen. Fazit: Aller Anfang ist schwer, Filmrollen noch schwerer.
Wem in der Werbeszene sonst Sternchen- oder Starstatus gebührt, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche geortet. Wer jedoch den definitiven Sprung auf die begehrten Shortlistplätze schafft, entscheidet die Redaktion. Haben Sie tatsächlich schon jetzt etwas zu berichten? Dann greifen Sie mal schnell zum Hörer (01 296 97 98) oder mailen Sie an [email protected]. Online gibt es Veranstaltungstipps bei www.werbewoche.ch

«Ufrichti» in Contextas neuem Heim

Vergangenes Jahr wurde der Berner Agentur Contexta ihre Lage am Ufer der Aare zum Verhängnis:

Vergangenes Jahr wurde der Berner Agentur Contexta ihre Lage am Ufer der Aare zum Verhängnis:Die verheerenden Unwetter setzten das Agenturatelier im Berner Mattenquartier unter Wasser und verursachten einen Totalschaden.Für Contexta bot sich im Ungemach die Chance, ihren Standort auszubauen. Nur hundert Meter entfernt konnte die Agentur in einer alten Druckerei ein neues Atelier einrichten. Dort werden die Kreation und eine komplette Beratungsgruppe arbeiten.
Der Bezug des neuen Quartiers ging Hand in Hand mit dem Wachstum von Contexta. «Wir haben die Gelegenheit benutzt, um die Agentur zu vergrössern», sagt CD und Mitinhaber Hannes Weber. «Wir beschäftigen unterdessen rund 40 Angestellte – quer durch alle Bereiche sind neue Leute dazugekommen.»
Nach einem Jahr voller Improvisation ist Weber froh, mit Contexta II wieder einen festen Atelierstandort zu haben. Die ehemaligen Räumlichkeiten bleiben unter dem Namen Contexta I erhalten. «Die Lage ist ideal», so Weber, «wir können bequem per Kickboard vom einen Gebäude zum anderen verkehren.» (ba)

Fax: WPP: weltgrösster Werbekonzern

Die Übernahme von Young & Rubicam durch WPP ist seit 12. Mai unter Dach und Fach. WPP bezahlt für den Handel 4,7 Milliarden Dollar in Aktiven.

Die Übernahme von Young & Rubicam durch WPP ist seit 12. Mai unter Dach und Fach. WPP bezahlt für den Handel 4,7 Milliarden Dollar in Aktiven.Fax WPP: weltgrösster Werbekonzern
Y&R und ihre Tochterfirmen bleiben als selbstständige Units erhalten. Der bisherige CEO, Tom Bell, der sich lange gegen die Übernahme gewehrt hatte, wird Chairman von Y&R. Ex-Finanzchef Michael Dolan wird neuer CEO. Stimmen die Teilhaber der beiden Unternehmen dem Take-over zu, soll die Übernahme im Herbst abgeschlossen werden. Insider vermuten, dass Bell die Agentur danach verlassen wird.
Palm wählt unabhängige AgenturAnfang Mai gab FCB Worldwide das Budget des Taschen-PC-Herstellers Palm ab, weil es mit dem neu gewonnenen Compaq-Etat kollidierte. Nun stellt Palm seine neue Agentur vor: Citron Haligman Bedecarré, eine unabhängige Werbe- und Marketingagentur aus San Francisco, spezialisiert auf das Branding von Internetfirmen. Mit einem Budget von 70 Millionen Dollar ist Palm ihr gewichtigster Kunde.
Dicke gegen diskriminierende WerbungDie Stadt San Francisco hat ein Gesetz erlassen, das die Diskriminierung dicker Menschen verbietet. Anlass war ein Plakat einer Fitnesscenterkette. Es zeigte Ausserirdische mit der Headline: «Wenn die kommen, werden sie zuerst die Dicken fressen». Protestaktionen von Übergewichtigen zwangen das Unternehmen, die Kampagne zu stoppen, und führten zum Diskriminierungsverbot.
Blumen für McCann ParisDas Pariser Office von McCann-Erickson sicherte sich das paneuropäische Budget von Aquarelle.com. Aquarelle ist ein französischer Blumenhändler, der sein Onlinegeschäft in mehrere europäische Märkte expandieren möchte. Dazu stehen Werbegelder von rund 24 Millionen Franken zur Verfügung. McCann setzte sich im Pitch gegen die Ortskonkurrenten von BDDP@TBWA, FCB und Callegari Berville durch.

Medienscharmützel am Rhein

NZZ und Churer Gasser-Gruppe balgen um die BuchsMedien

NZZ und Churer Gasser-Gruppe balgen um die BuchsMedienVon Markus Knöpfli In den letzten 18 Monaten wurden Aktienpakete der BuchsMedien AG so turbulent wie Optionen gehandelt. Mittlerweile ist klar: Die NZZ hat ihre Position im Raum Buchs SG gefestigt, nicht zuletzt, um Hanspeter Lebruments Südostschweiz einen Riegel zu schieben. Doch Lebrument konnte sich ebenfalls an den BuchsMedien beteiligen und so einen Brückenkopf ins Rheintal bauen.
Spätestens seit die BuchsMedien, Herausgeberin des Werdenberger & Obertoggenburgers (WO, Auflage 10300 Exemplare), ihr Blatt in Hanspeter Lebruments Zeitungsverbund Südostschweiz einband, teilten sich die BuchsMedien-Aktionäre in zwei Lager. Aus politischen und aus Profitgründen verkauften Gegner der Südostschweiz der NZZ Ende 1998 einen Anteil von 27,5 Prozent, worauf das andere Lager Lebrument, VR-Delegierter der Churer Gasser-Gruppe, seine Aktien anbot – aus nahe liegenden Gründen: Der WO kooperiert über einen Mantelvertrag bereits mit Lebruments Südostschweiz, zudem ist Gasser in der Region der stärkste Verleger.
Entsteht im Rheintal ein St. Galler Medieneintopf?
Lebrument langte zu und kaufte insgesamt 18 Prozent der Aktien. Aber auch die NZZ suchte weitere Anteile und kam auf 58 Prozent. Seit dem 29. April setzt sich deshalb der VR der BuchsMedien aus VR-Präsident Jakob Rhyner (Buchs), Willy Schib (NZZ), Hotelier Roland Stump (alle drei bisher) sowie neu aus Kurt Ringer und Jean-Philippe Rickenbach (beide NZZ), Hanspeter Lebrument und dem St. Galler Anwalt Adrian Rüesch zusammen.
Dass die NZZ nun eine Mehrheit an den BuchsMedien hält, könnte für die Region weit reichende Folgen haben: Es droht ein Medieneintopf wie in St. Gallen, womöglich sogar unter St. Galler Fittichen. Denn über die BuchsMedien kontrolliert die NZZ nicht nur den WO, sondern hält auch 30 Prozent an Tele Rheintal und neun Prozent an Radio Ri. An Radio Ri ist die NZZ mit weiteren 35 Prozent über das St. Galler Tagblatt beteiligt.
Überdies sind Radio Ri und das zur NZZ-Gruppe gehörende Radio Aktuell seit langem über einen Werbepool verbunden und wollen bei Marketing und Programm noch stärker zusammen- arbeiten. Intensivere Kooperationsformen werden derzeit auch zwischen Tele Ostschweiz (ebenfalls Teil der NZZ-Gruppe) und Tele Rheintal diskutiert.
NZZ will am Mantelvertrag mit der Südostschweiz festhalten
Dass die Entwicklung in Richtung «Medieneintopf» gehen könnte, wird von Schib, Rhyner und Lebrument nicht bestritten. Alle betonen zudem, dass sie sich gut verstehen und schätzen. Schib relativiert das oben stehende Szenario allerdings: Die NZZ wolle den bis Ende 2006 verlängerten Vertrag mit der Südostschweiz auf jeden Fall einhalten, das sei für den WO ohnehin das Beste.
Und im Radio- und TV-Bereich werde es in den nächsten Jahren in der Ostschweiz so oder so aus wirtschaftlichen Gründen zu grösseren Kooperationen kommen. Rhyner, der die neue Situation «positiv» einschätzt, will einzig verhindern, dass der WO zum Kopfblatt der einen oder anderen Seite verkommt.
Lebrument kommentiert die Situation nüchtern: «Die BuchsMedien befinden sich am Rand unseres Einflussbereiches. Die NZZ hat dort einen Schuh auf unser Gebiet gesetzt, wir aber einen auf ihr Land. Sollte es einmal zum Streit kommen, sind wir dort in der schwächeren Position, wir haben aber noch Graubünden als gesichertes Réduit.»

Anklicken statt ausrasten

Guye & Partner zeigt: Besuche bei winner.ch verwandeln Frust in Lust

Guye & Partner zeigt: Besuche bei winner.ch verwandeln Frust in LustDie TA-Media AG will es wissen: Zur Einführung ihres Onlinemarktplatzes winner.ch stellt das Verlagshaus allein im Mai und Juni einen siebenstelligen Geldbetrag bereit. Eine zweite Werbewelle, die im Herbst geschaltet wird und die Marke in den Köpfen der Konsumenten verankern soll, wird auch nicht ganz gratis sein. Die Kampagne wurde von der Zürcher Agentur Guye & Partner konzipiert. Ihr ist die Umsetzung einer Idee gelungen, die mehr Ausfsehen erregt und Wirkung erzielt als zahlreiche andere Kampagnen, die mit dem Prädikat «überdurchschnittlich kreativ» gekennzeichnet wurden. Unser Bericht sucht Antworten auf die Frage, worauf der Erfolg dieses Auftrittes beruht. Seite 6

Fax: WPP und Y & R vor Zusammenschluss

Die Übernahme von Young & Rubicam durch WPP kommt zustande. Gemäss Presseberichten soll die Fusion noch diese Woche verkündet werden.

Die Übernahme von Young & Rubicam durch WPP kommt zustande. Gemäss Presseberichten soll die Fusion noch diese Woche verkündet werden.Fax WPP und Y & R vor Zusammenschluss
Die Initiative zur Wiederaufnahme von Gesprächen sei von Y & R ausgegangen, nachdem die Verhandlungen mit Publicis gescheitert waren. Damit entsteht die weltgrösste Werbeagentur.
CLT-Ufa will Super RTL komplettCLT-Ufa möchte Super RTL zu 100 Prozent übernehmen. Bisher halten CLT-Ufa und Disney je die Hälfte am deutschen Sender, der sich auf Kinderprogramme spezialisiert hat. Laut der Süddeutschen Zeitung will CLT-Ufa dafür 200 bis 250 Millionen DM bereitstellen. Disney verlange aber über 300 Millionen DM.
Metro oder 20 Minuten in Wien?Ab 3. Oktober soll in Wien eine kostenlose U-Bahn-Zeitung erscheinen. Der Initiant Hans Auer, Inhaber des Grafikdienstes Auer, erklärte der APA, er verhandle mit Metro, Schibsted und anderen ausländischen Firmen. Auer möchte 26 % des Blattes halten, dessen Name noch zu bestimmen sein wird.
Verluste für FCB wegen CompaqDas Compaq-Budget von 350 Millionen Dollar bringt FCB Worldwide Verluste: FCB muss den Etat des Taschen-PC-Hersteller Palm (70 Millionen Dollar) wegen der Lancierung des iPaq von Compaq im Juni 2000 zurückgeben. Der Computerhersteller Unisys prüft zudem, ob er sein Budget (20 Millionen Dollar) von FCBs Schwesteragentur Bozell abziehen soll. In Märkten, in denen Bozell und FCB fusioniert wurden, besteht ebenfalls ein Kundenkonflikt. In der Schweiz zum Beispiel würden beide Konzerne von FCB Leutenegger Krüll betreut.

Das wahre Gesicht des Teufels.

Dass Daniel E. Eggli kein Kostverächter ist, gilt als bekannt.

Dass Daniel E. Eggli kein Kostverächter ist, gilt als bekannt. Völlig unglaubhaft wäre es deshalb gewesen, hätte er in seinem Salz & Pfeffer die originalen Inserate mit Dr. Luzi Fehrs Krankheits-Tipps der Schweizerischen Stiftung für Gesundheitsförderung abgedruckt. Wo die Agentur Wirz ironisch getextet hat «Friss das Doppelte» kontert Eggli in einem Fake-Inserat: «Leben Sie furchtbar gesund.» Und die Ironie mit Dr. Fuzzi statt Luzi noch einmal verdoppelnd, meint er: «Hütet Euch vor den Spitzenköchen und dem täglichen Glas Wein.» TV 3 prüft «Taxi Talk». Die Verhandlungen zwischen TV 3 und der holländischen Produktionsgesellschaft Endemol für eine Schweizer Version von «Big Brother» ziehen sich in die Länge. Der seit Wochen angekündigte Entscheid steht immer noch aus. Von ihm hängt die weitere Programmierung ab Herbst ab. Geprüft wird unter anderem ein Revival des Formats «Taxi-TV», ein Klassiker der Zürcher Privatfernsehszene, der zuletzt bei Star-TV lief. Die 30-minütige Talk-Show mit dem Namen «Taxi Talk» könnte im September starten.
Handelszeitung plant Relaunch. Die Handelszeitung erscheint am 6. September mit überarbeitetem inhaltlichem und optischem Konzept. Nach fast zehn Jahren mit unverändertem Grundlayout drängt sich laut Handelszeitung-Verleger Ralph Büchi jetzt eine umfassende Erneuerung auf. Als Basis für den Relaunch dient eine im Herbst von Demoscope durchgeführte Leserbefragung sowie ein internes Ideenpapier. Das optische Redesign leitet Anja Horn vom deutschen Mutterverlag Axel Springer. Horn und ihr Team waren unlängst für das Redesign von Die Welt ausgezeichnet worden.
Blauer Stellenmarkt für die Ostschweiz. Das Kombi 1B mit den Titeln Landbote, Thurgauer Zeitung und Schaffhauser Nachrichten lanciert einen auf blauem Papier gedruckten Stellenanzeiger. Im Markt zwischen Zürich und St. Gallen erzielt der «blaue Stellenmarkt» eine Reichweite von 60 Prozent, mit der Mittwochgrossauflage der Thurgauer Zeitung sogar eine solche von über 72 Prozent.
Aus Schweizer Gastronomie wird Gastro Journal. Die Schweizer Gastronomie, Organ des Verbands für Hotellerie und Restauration Gastro Suisse, wurde neu lanciert. Unter dem Namen Gastro Journal erscheint die Wochenzeitung neu zweisprachig (Französisch und Deutsch), mit neuem Layout und auf besserem Papier. Durch Service- und Infoangebote im Internet wird enge Leserbindung angestrebt. Das Gastro Journal richtet sich an Inhaber oder leitende Angestellte von Betrieben und stellt den beruflichen Alltag in den Vordergrund des Themenmixes.
Online-PC-Zeitung sieht rot. Auf ihren fünfzehnten Geburtstag modernisiert die Online-PC-Zeitung ihr Erscheinungsbild und erweitert den Inhalt. Die Themen E-Commerce und Business erhalten im neuen Heft mehr Gewicht, die Bereiche Online, Tests und neue Hard- und Software sind klarer gegliedert. Äusserlich fällt die Online-PC-Zeitung mit dem neu in Rot statt wie bisher in Blau gehaltenen Titelkopf auf.
I love you. Vom Virus «Iloveyou» haben sich nicht nur Millionen von Computern, sondern auch die Kreativen von Guye & Partner anstecken lassen. Als die Werber realisierten, dass die Zürcher Firma open systems, einer der führenden Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Internetsicherheitslösungen, ihren Kunden innert Minuten einen Anti-SPAM-Mail-Gateway installiert hat, teilten sie die Erfolgsmeldung einer breiteren Öffentlichkeit mit. Das gelungene Inserat erschien im Tages-Anzeiger und freut dank seines praktischen Nutzens. Ob Guyes Gag auch die Hausagentur von open system gefreut hat, konnte der WerbeWoche (voller Apple!) bis Redaktionsschluss leider nicht gemailt werden.
Gloors schönste Worte. Nach sechs Jahren und 273 Artikeln als «Sprachbeobachter» in der WerbeWoche hat Beat Gloor seine Textsammlung zu einem Buch binden lassen: «staat sex amen», bereits in der zweiten Auflage, ist an der Genfer Buchmesse mit dem Preis «Die schönsten Bücher der Schweiz» ausgezeichnet worden. Erschienen ist der Band beim Zürcher Verlag Kontrast. Die künstlerische Gestaltung stammt von Alberto Vieceli. Die Produktion leitete Tatjana Wagenbach-Stephan, Die Buchherstellung, Zürich. Zum Inhalt selber meint der Autor: «Ich habe abgeschrieben. Von Zeitungen und vom Fernsehen, von alten Meistern und jungen Wilden.» Hat er damit wohl die Texter einer bestimmten Agentur gemeint? Die Antwort findet sich unter ISBN 3-952121287-5-9. Und im Buchhandel.
Radio DRS legt wieder zu. Frohe Botschaft für Radio DRS im ersten Quartal 2000: Erstmals seit 25 Jahren zeigen die Tagesreichweiten der SRG-Radios wieder nach oben. Laut Radiodirektor Walter Rüegg erreichten die DRS-Programme eine Tagesreichweite von 50,2 Prozent, 2,2 Prozent mehr als im vierten Quartal 1999. Am stärksten legte DRS 3 zu, nämlich von 9 auf 11 Prozent. DRS 2 steigerte sich um rund einen Viertel auf 4 Prozent.
Ringier gibt Lifestyle-Zeitschrift auf. Aus für die von Ringier projektierte Lifestyle-Zeitschrift für eine Leserschaft über 50 Jahre. Das Konzept von Ex-Glückspost-Chefredaktorin Beatrice Merlotti habe zwar gefallen, das Potenzial im Lesermarkt sei aber als zu gering erachtet worden. «Eine Auflage von 80000 bis 100000 Exemplaren hätte das Magazin erreichen müssen», sagt Ringier-Sprecher Fridolin Luchsinger, «das hat sich aber als unrealistisch erwiesen.» Leider, denn vom Anzeigenmarkt sei das Projekt begrüsst worden, sagt Luchsinger.
Editorial Der wahre Held ist «la macchina»
«Männer brauchen Religion», erklärte mir mal ein Ferrarista, «und für einige von uns ist eben Ferrari die Religion.» Selbst Papst Johannes Paul II. liess es sich nicht nehmen, einmal nach Maranello zum italienischen Sportwagenhersteller zu pilgern, um die Ikonen der Motorenwelt zu segnen. Kein Zweifel, die Formel 1 ist ein erfolgreiches Entertainment-Unternehmen mit einer riesigen Fangemeinde. Im vergangenen Jahr sollen über fünf Milliarden Anhänger die 16 Rennen entweder vor Ort oder vor dem Bildschirm verfolgt haben. Die weltweite Attraktiviät der Königsklasse des Autorennsports wird einzig von den olympischen Sommerspielen und den Fussballweltmeisterschaften erreicht. Kein Wunder gilt die Formel 1 als die mächtigste Imagemaschine, die die Welt je gesehen hat. Ihre Teams versprechen Sportlichkeit, Dynamik, Hightech. (Siehe Interview mit Marco Feser, Marketingchef im Formel-1-Team von Peter Sauber, auf Seite 33.)
Der Rennzirkus hat sich vom Ruch des Proletarischen befreit und zu einem der effizientesten Marketinginstrumente entwickelt. Die Formel 1 ist zudem eines der wenigen globalen Medienereignisse mit mythischen Qualitäten: Erfolg und Niederlage, der Kampf Mensch gegen Maschine, Leben und Tod – auf jeder Grand-Prix-Eintrittskarte steht: «Der Rennsport ist gefährlich!»…Diese universalen Mythen und Träume sind der mediale Schatz, der sich nach allen Regeln der Marketingkunst ausschlachten lässt. Kein Wunder gilt die Formel 1 als Instrument, mit dem einer Marke am schnellsten weltweite Bekanntheit verpasst werden kann.
Abgeklärter sieht es Mario Illien. Für den Bündner Rennmotorenbauer sind die Mc-Laren-Mercedes-Piloten Mika Häkkinen und David Coulthard nur Rädchen in einem getunten Präzisionsgetriebe, wie er unlängst der Weltwoche erklärte. Diese Helden der Massen seien Angestellte, die funktionieren müssten und «zum Glück nicht daran denken, dass sie bei ihrer Arbeit auf einem Fass voll Treibstoff, so gefährlich wie Dynamit, hocken».
Dies tut der Faszination dieser Sportart keinen Abbruch. Im Gegenteil. Weiss doch jeder Ferrari-Fan, dass der wahre Held «la macchina» ist – das Auto. Samuel Helbling

Gay-Magazin für SF 2

Am 27. Mai startet auf SF 2 im Rahmen von PTV das Gay-Magazin «Felix». Die Produktionsfirma Basilea Film will ein Sprachrohr für Schwule und Lesben schaffen.

Am 27. Mai startet auf SF 2 im Rahmen von PTV das Gay-Magazin «Felix». Die Produktionsfirma Basilea Film will ein Sprachrohr für Schwule und Lesben schaffen.Laut Geschäftsführer Walter Liechti sind das rund zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung.PTV und Network Schweiz, eine Interessenvereinigung schwuler Führungskräfte, decken die Kosten der Pilotsendung. Danach soll die Finanzierung hauptsächlich über Sponsoring gesichert werden. «Wir haben den Markt im Vorfeld noch nicht gezielt abgegrast», erklärt Walter Liechti, «weil wir erst die Zuschauerzahlen der Pilotsendung abwarten wollten.»
Auf seiner Sponsorenliste stehen Grossunternehmen wie Migros, Ikea oder Mobitare. «Ikea zum Beispiel hat im Ausland schon Gay-Werbung betrieben», so Liechti, «und auch Mobitare hat schon Bilder in dieser Richtung publiziert.»
Basilea Film will sich nicht auf Nischenwerbung einlassen, sondern renommierte Kunden gewinnen. Dies ist kein Ding der Unmöglichkeit: Firmen wie Sunrise zum Beispiel haben auch in Schwulenmagazinen wie aK inseriert.
Auch Andreas Lehner, der im Herbst 2000 das Schwulenmagazin Bliss lanciert, hat keine Bedenken bezüglich Werbeeinnahmen: «Die Zeiten der Stigmatisierung von Homosexuellenmedien sind vorbei.» Oder anders ausgedrückt: Wenn die Leserzahlen stimmen, kommt auch die Werbung.
Als junge kaufkräftige und somit attraktive Zielgruppe ist die Schwulenszene aber in der Deutschschweiz noch nicht entdeckt worden. «Man spürt von Kundenseite her kein Interesse», kommentiert Pierre C. Meier, Geschäftsführer der Mediaagentur Initiative Media Western. Ähnlich beurteilt Andy Lehmann von Optimedia die Lage: «Schwulenmedien werden als eigene Kategorie kaum wahrgenommen. Spezifische Werbung wird nicht gewünscht.» (ba)
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