Ausserdem: Neu präsidiert Markus Berger die Public Relations Gesellschaft für die Ostschweiz und Liechtenstein (PROL).

Berger ist seit sechs Jahren Inhaber und Geschäftsführer der St. Galler BPR Communications.

Berger ist seit sechs Jahren Inhaber und Geschäftsführer der St. Galler BPR Communications.Ausserdem Neu präsidiert Markus Berger die Public Relations Gesellschaft für die Ostschweiz und Liechtenstein (PROL).
Per 1. August übernimmt Heinz Baumann die Leitung einer Beratungsgruppe bei Universal McCann Zürich. Während der letzten acht Jahre war er als Projekt- und Verlagsleiter tätig.
Der deutsche Online-Werbevermarkter Adlink startet am 1. Juni eine Schweizer Niederlassung in Zürich. Geschäftsführer wird Martin Radelfinger. Bisher war er Mitglied der Geschäftsleitung und Mitinhaber von Wirz Interactive.
Geschäftsführerin des auf den 1. Juli neu eingeführten Geschäftsbereiches bei CineCom, Cinema & Print, wird Corinne Blaser. Ihre Stellvertretung wird Daniel Fisler übernehmen.
Am 1. Juni übernimmt Ruedi Danioth das Amt des SW-Beauftragten für Ausbildung und Prüfungswesen. Der 54-Jährige war zuvor Geschäftsleiter des SMC Olten.
Die Aargauer Rechtsanwältin Doris Leuthard hat per Anfang Mai den Vorsitz der Schweizerischen Lauterkeitskommission übernommen. Sie tritt die Nachfolge von Rolf Engler an. Auf den gleichen Zeitpunkt hin löste Carlo Schmid-Sutter im Stiftungspräsidium Markus Kündig ab.
Neuer Partner der Engineering Management Selection E.M.S. ist Theodor Klossner. Zuletzt war er Marketing und Channels Manager sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Silicon Graphics.

Erstes elektrifiziertes ADC-Buch.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird das Kreativ-Jahrbuch der innovativsten Werbekampagnen seiner Funktion als leuchtendes Vorbild gerecht.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird das Kreativ-Jahrbuch der innovativsten Werbekampagnen seiner Funktion als leuchtendes Vorbild gerecht. Für die Ausgabe 2000 liess sich Konzepter und Gestalter, McCann-Erickson-CD Frank Bodin, einen von innen her beleuchteten Band einfallen. Was wegen der hohen Kosten fast als Bankrottidee aufgegeben wurde, rettete er zusammen mit begeisterten Kollegen dank einer ebenso innovativen Idee: Die gravierten Buchdeckel aus Acryl fanden in der IP Multimedia einen finanzstarken Sponsor. Auf der Innenseite geben Piktogramme Anleitungen zur Handhabung des Buches. Bei der Umsetzung des Buches, das auch als haptisches Ereignis das Zeug zum Kunstobjekt hat, standen ihm unter anderen AD Lisa Leuch und für die Produktion Dani Strickler zur Seite. Sags mit blumen. Wer sich vor dem Blumenstrauss zum Muttertag gedrückt hat, kann das virtuell nachholen. Fresh Herb Cards nennt sich ein elektronischer Postkartenservice der Roggwiler Bioforce AG. Unter www.bioforce.ch finden Schreibfreudige Postkarten mit neun Pflanzenmotiven von Drosera rotundifolia bis Crataegus oxyacantha. Einen Nachteil haben die elektronischen Grüsse – sie duften leider (noch) nicht.
NEUE ZUKUNFT ALS GOURMET-MARTI. Das Restaurant Kunsthaus in Zürich wird umgebaut und soll bei dieser Gelegenheit auch ein neues gastronomisches Konzept bekommen. Zu diesem Zweck hat die Stiftung Zürcher Kunsthaus unter dem Präsidium von Stadtrat Thomas Wagner einen Wettbewerb ausgeschrieben. Unter den fünf Finalisten fand sich für viele überraschend auch der Zürcher Werber Peter Marti. Wie er auf Anfrage der WerbeWoche erklärte, will Marti allerdings nicht selber hinter die Theke stehen. Er fungiere nur als «Lokomotive» – oder sagt man dem Strohkoch? – im Auftrag einer Zuger Interessengruppe. Sie wird noch Zeit haben, neue Töpfe, Deckel und Küchenschürzen zu kaufen. Das Kunsthaus hat beschlossen, den Entscheid auf Ende Juni zu vertagen. Kein Wunder, denn so genannte «gros pièces» dürfen nur bei niedriger Temperatur gegart werden, sonst werden sie zäh.
EHRUNG FÜR AARGAUER DRUCKER. Die Druckerei Köpfli & Partner in Neuenhof AG wurde für die Auszeichnung «European Printer of the Year» nominiert. Von über 4000 Kandidaten schafften es laut Firmenchef Dölf Köpfli rund 30 in die Endrunde. Die Auszeichnung, die vom südafrikanischen Papierkonzern Sappi zum siebten Mal verliehen wird, sei «für Drucker gleichbedeutend mit dem Oscar für die Filmbranche», sagte Köpfli.
WErbefreiheit in gefahr? Am 19. Mai starten Mitglieder des Europäischen Verlegerrates eine Kampagne zur Förderung der Werbefreiheit. Nach dem
EU-Beschluss, ab 2001 Tabakwerbung zu verbieten, sehen Werber künftig auch Alkoholwerbung und Werbung für Kinder bedroht. Die Kampagne wirbt mit der Tatsache, dass Kunden sehr wohl zwischen Realität und Werbung zu unterscheiden vermögen. Neben Print- und Internetwerbung wird auf der Website www.adfreedom.com eine Meinungsumfrage durchgeführt und das Ergebnis danach EU-Entscheidungsträgern vorgelegt.
machs doch wie der anton aus tirol. «Get Dirty!», lautet die Aufforderung von Axe an alle Männer. Natürlich nur, um sich mit dem neuen Phoenix Showergel wieder sauber zu waschen. Und weil der Duft nach Angaben des Herstellers heisse Nächte garantiert, werden Probemuster von Axe Phoenix gleich in der Kondomverpackung verteilt. Diese werden Nachtschwärmern in nächster Zeit in den Inlokalen der Schweiz begegnen. Die Message ist klar: Erst das Musterpäcklein, dann die Frau aufreissen. Doch Vorsicht: Ungewollte Schwangerschaften und andere Katastrophen kann das neue Duschgel nicht verhindern.
Tierisches Mambo-Mailing. Ein nicht alltäglicher Werbeversand liess sich das Publicis-Werber-Trio Daniel Krieg (Texter), Simon Staub (AD) und Jo-Wayne Peacock (Grafik) für das Streetwearlabel Mambo einfallen. In 200 Schachteln verschickte es durchsichtige Plastikboxen, auf deren Inhalt nur der Stempel «Vorsicht, lebender Inhalt» und der Satz «Die Sommerklamotten sind da» hinwiesen. Da Mambo als Anti-Marke etabliert ist, konnte man sich auf einiges gefasst machen. Nur nicht auf den abstossend witzigen Inhalt: Im Plastikwürfel krabbelten und flatterten eine Unmenge Motten um einen Baumwollbausch. Daniel Krieg zur makabren Werbeidee: «Im Zürcher Zoo wurde eine Baumwolllieferung im Lager vergessen. In uns fanden sie einen überaus glücklichen Abnehmer.»
«ROBINSON» IST NICHT MEHR ALLEIN. Zuerst war die Serie, dann die Talkshow zur, vor und nach der Serie, und bald gibt es vielleicht auch noch den Sender nur noch für diese Serie. Vorgängig hat TV 3 allerdings jetzt das Buch zur Serie auf den Markt gebracht. Unter Mithilfe des Gemischtwarenladens Werd Verlag. «Expedition Robinson. Abenteuer in der maliischen Inselwelt» heisst der Fotoband. Hautnah auf den Fersen der tropensonnegebräunten sowie sandflohverstochenen Leiber der Helden um Inselgott Penunggu, folgt die (Foto-)Kamera dem Alltag des Nichtalltäglichen. Das im Cross-over zwischen billigem Reiseprospekt und drögem Schulaufsatz angesiedelte Werk verströmt eine naturbelassene Intensität, die auf Seite 64 ihren Höhepunkt im Kapitel «Tengah brennt!» finden muss (Es stand im Blick). Mit einem «Robinson»-Rezept für Langusten «Tengah style» ist das Werklein das berühmte – weil in zahlreichen Interviews immer wieder ultimativ gesuchte – Buch zum Mitnehmen auf die einsame Insel.
BESTE BERNER WERBUNG GESUCHT. Um zu beweisen, dass gute Werbung auch jenseits von Zürich gemacht wird, schreibt die Publicitas Bern zum siebten Mal den Inseratepreis URS aus. In den Kategorien «Bestes Berner Kleininserat» und «Bestes Berner Lokalinserat» können sich Werber im Kanton Bern anmelden. Für die Kategorie «Bestes nationales Berner Inserat» reicht es, wenn die Kreation aus dem Kanton Bern stammt. Einsendeschluss ist der 6. Juni 2000. Anmeldeformulare sind erhältlich bei Publicitas AG, Kurt Müller, Seilerstr. 8, 3001 Bern.
Editorial Selbstdisziplin
Die Diskussion um Werbeverbote zeigt deutlich: Auch wenn Werbung weder moralisch noch ethisch anfechtbar ist, so birgt sie doch ethisch-moralische Risiken. 1993 haben 74,7 Prozent der Stimmenden die Volksinitiative zur Verminderung der Alkoholprobleme und 74,5 Prozent die Volksinitiative zur Verminderung der Tabakprobleme abgelehnt. Diese Zwillingsinitiativen wurden vom Tisch geblasen, nicht aber das Thema Werbeverbote. Staatliche Eingriffe garantieren aber weder Lauterkeit noch guten Geschmack. Sie unterbinden den Wettbewerb und zementieren Marktanteile. Dennoch stehen sie hoch in der Gunst der Populisten. Sowohl in den USA als auch in der EU ist ein Tabakwerbeverbot faktisch beschlossene Sache. Weitere Beschränkungen der Alkohol-, Auto- und Spielzeugwerbung stehen auf der Liste. Dem wird sich die Schweiz nur entziehen, wenn hierzulande freiwillig Werte wie Lauterkeit, Korrektheit und Glaubwürdigkeit in der Werbung konsequent durchgesetzt werden.
1966 rief der Verband Schweizer Werbung (SW) die Schweizerische Lauterkeitskommission ins Leben, die über die elementaren Regeln und Grundsätze in der kommerziellen Kommunikation wacht. Sie setzt sich aus Werbefachleuten, Konsumenten und Medienschaffenden zusammen. Als Organ der Selbstkontrolle bekämpft sie Auswüchse und Entgleisungen. Unentgeltlich kann sie von Konsumenten und von Konkurrenten beansprucht werden. Gleichzeitig setzt die SW auf Selbstbeschränkung: 1992 einigte sie sich beispielsweise mit der Schweizerischen Tabakindustrie, ihre Werbemassnahmen – etwa im Bereich des Jugendschutzes – freiwillig einzuschränken.
Die bei uns praktizierten Bemühungen um Selbstdisziplin sind wesentlich effizientere und bürgernähere Lösungen als Verbote. Wer die Bankrotterklärung bürgerlicher Mündigkeit nicht akzeptieren und behördlicher Gängelung vorbeugen will, muss sich für eine wirksame Selbstkontrolle der Branche einsetzen. Dass die Schweiz im Vergleich zu Brüssel und Washington in dieser Hinsicht besser abschneidet, ist nicht zuletzt das Verdienst des Verbandes Schweizer Werbung, der am 19. Mai im Zunfthaus zur Meisen sein
75-Jahr-Jubiläum feiert – am gleichen Ort, wo er 1925 gegründet wurde.
Samuel Helbling

One Club zog eine Show ab

Die One Show hat in der amerikanischen Werbeszene einen hohen Stellenwert

Die One Show hat in der amerikanischen Werbeszene einen hohen StellenwertVOn Thérèse Balduzzi Zahlreich strömten Vertreter der New Yorker Werbeszene ins Lincoln-Center, um der 24. Preisverleihung des One Clubs beizuwohnen. Die Gold-, Silber- und Bronzebleistifte wurden grösstenteils amerikanischen Agenturen verliehen. International waren englischsprachige Länder im Vorteil. Schweizer Preise sind keine zu vermelden.
Andere Preisverleihungen ziehen mehr internationales Publikum an, wirken aber auch anonymer. Bei der jährlichen Preisverleihung des One Clubs, einer vor 25 Jahren gegründeten Organisation von und für Art Directors und Werbetexter, gibt sich fast die gesamte New Yorker Werbeszene ein Stelldichein.
Für Stimmung sorgte die Einleitung des bekannten Komikers Al Franken. Seine witzige Solidaritätsbekundung mit dem gegenwärtigen Streik der Schauspielergewerkschaft SAG stiess auf grossen Applaus, obwohl im Publikum genau die Arbeitgeber sassen, die die Honorare der Schauspieler herabzusetzen versuchen.
Präsentiert wurden die Preise von Hal Curtis von Wieden & Kennedy und Chuck McBride von TBWA Chiat/Day, welche Mitglieder der ebenso hochkarätigen wie strengen Jury waren: Unter den insgesamt 15400 Eingaben von Agenturen aus aller Welt wurden nur 28 Goldstifte vergeben, die meisten an US-Agenturen. In manchen Kategorien wurden gar keine Goldpreise verliehen.
In den USA entstehen auch politisch unkorrekte Spots
Mit Abstand am meisten «Pencils» gewann das Agenturnetzwerk Fallon McElligott (New York, Minneapolis, London): insgesamt 14 Preise, davon siebenmal Gold, für Kampagnen zum Sportsender Liberty Network (Fox), zur United States Tennis Association und zur Zeitschrift Sports Illustrated.
Im Spot für Liberty Network singt ein Mann die amerikanische Nationalhymne mit politisch unkorrektem Text, der sinngemäss lautet: «Männer sind Männer und müssen ihren Sport haben».
Wieden & Kennedy aus Portland gewann insgesamt sieben Auszeichnungen (dreimal Gold) für ihre Arbeiten für Nike und Miller Genuine Draft. Crispin Porter & Bogusky aus Miami gewann sechs Preise für die Antiraucherkampagne (Florida Tobacco Pilot Program), welche für die nationale Antiraucherkampagne Pate stand. Zu den Mehrfach-Gewinnern zählten auch Cliff Freeman & Partners aus New York, Martin Agency aus Virginia und Loeffler Ketchum Mountjoy aus North Carolina mit je vier Preisen.
Londoner Agenturen sahnten in der Printkategorie Preise ab
Die meisten internationalen Preise wurden in der Printkategorie vergeben: Saatchi & Saatchi Singapur und London gewannen je drei Preise. Davon gingen zwei Goldstifte an die Agentur in Singapur für die Anzeige «Bubble Wrap» für Borneo Motors. Die südafrikanische Agentur TBWA Hunt Lascaris erhielt vier Preise. Weitere internationale Goldgewinner waren Abbott Mead Vickers BBDO aus London und BBDO Denmark. Silber ging an DDB Advertising Paris, F/Nazca S&S San Paulo und Ogilvy & Mather Buenos Aires und Singapur.
Bei der One Show Interactive gewann Euro RSCG Interaction vier Preise; geehrt wurde bei diesem Award die auf interaktive Medien spezialisierte Gruppe aus 40 Agenturen in 26 Ländern.

Snap! schnappt sich die Zentralschweiz

KMUs fehlen oft das Personal und die Zeit, um seriöses Marketing zu betreiben. Diese Beobachtung veranlasste Monika Suppiger und Christine Thaddey zur Gründung der snap! event and marketing services GmbH.

KMUs fehlen oft das Personal und die Zeit, um seriöses Marketing zu betreiben. Diese Beobachtung veranlasste Monika Suppiger und Christine Thaddey zur Gründung der snap! event and marketing services GmbH.«Wir verstehen uns als ausgelagerte Marketingabteilung», erklärt Thaddey, «das entlastet die Geschäftsführung in KMUs. Aus- und Weiterbildung entfallen, durch Urlaub und Krankheit entstehen keine Lücken.»Das Angebot umfasst die Bereiche Organisation von Events und Messeauftritten, PR- und Medienarbeit, Mailings und Kundengeschenke. Die Frauen operieren von Küssnacht am Rigi aus und wollen vorab in der Zentralschweiz Kunden akquirieren.
Christine Thaddey kommt aus der Werbebranche, Monika Suppiger hat sich zuvor im Marketingbereich umgesehen. (ba)

Publisuisse tritt der IGEM bei

Ein Stimmungswandel vollzieht sich bei der Publisuisse:

Ein Stimmungswandel vollzieht sich bei der Publisuisse:Zwei Jahre nach der Gründung der Interessengemeinschaft elektronischer Medien (IGEM) auf Initiative der IP Multimedia hin hat sich die Werbezeitenvermarkterin der SRG-Sender nun doch für einen Beitritt entschieden. Der frühere Publisuisse-Direktor André Hofer hatte es noch kategorisch abgelehnt, zusammen mit privaten Veranstaltern in ein und derselben Interessengemeinschaft zu sitzen. Hofers Nachfolgerin Ingrid Deltenre hat damit überhaupt kein Problem. «Die Einbindung in die IGEM bietet uns eine gute Möglichkeit, unsere Position als aktiver und innovativer Leader im elektronischen Werbemarkt weiter zu festigen und die künftige Entwicklung gemeinsam mit unseren Marktpartnern vorantreiben zu können», sagt sie.
Die Publisuisse sieht ihre Rolle in erster Linie auch im Interessenausgleich zwischen SRG und privaten Stationen. Und zwar sowohl im Blick auf das neue Radio- und TV-Gesetz als auch im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Planungs- und Buchungstools sowie in allen Fragen der Zuschauerforschung.
Die IGEM ihrerseits beteiligt sich als erste Folge der neuen Partnerschaft an der Optimierung des elektronischen TV-Planungstools «mediaoptimizer by publisuisse».
Nach dem Beitritt der Publisuisse vereinigt die IGEM jetzt insgesamt 27 Anbieter und Abnehmer und ist damit die wichtigste Schweizer Branchenorganisation im Bereich der elektronischen Medien. (dse)

Just another Wall in the Wall

Am Tag der Werbung wird an der Weinbergstrasse nur Mauer zu sehen sein

Am Tag der Werbung wird an der Weinbergstrasse nur Mauer zu sehen seinBeinahe grau in grau wird die Plakatmauer beim Central am 19. Mai gehalten sein. Und nicht deshalb, weil allen das Geld für Werbung ausgegangen ist. Im Gegenteil. Am besagten Freitag, am Tag der Werbung, wird der Branche besonders gehuldigt. Dann nämlich soll das neue Sujet der Kampagne «Werbung für Werbung» der Schweizer Werbung SW 24 Stunden lang die Plakatfläche an der Weinbergstrasse zieren. Von der Mauer wird dieses Plakat auf den ersten Blick jedoch nicht zu unterscheiden sein – erst bei genauerer Betrachtung bringt der Slogan «Werbung macht den Alltag weniger grau» die Auflösung. Diese kurze und bündige Message leuchtet ein.
Ortskundigen Betrachtern wird sofort auffallen, dass die prominente Werbefläche nicht «Kauf mich» schreit. Dass der Alltag ohne eine Prise Werbung fad sein kann – genau das will die Kampagne vermitteln. «Dass Werbung hilft, Produkte zu verkaufen, müssen wir niemandem mehr erzählen», sagt Wirz-CD Hanspeter Schweizer. Ziel der Aktion sei es, beim Publikum Sympathie, Akzeptanz und Goodwill zu wecken.
Wirz trumpft mit einer neuen Strategie auf
Mit der Plakatierung am 19. Mai wird das 75-jährige Bestehen der Schweizer Werbung SW gefeiert und die 1986 gestartete Kampagne «Werbung für Werbung» fortgesetzt. In der Vergangenheit lag den Kreativen jedoch ein anderes Konzept vor – bis anhin wurde die Wirkung der Werbung anhand von typografischen Spielen mit allgemein bekannten Marken demonstriert.
Für eine neue Strategie hat sich die Wirz Werbeberatung aus triftigem Grund entschieden. «Werbung beinhaltet mehr, als wir mit Logos abdecken können», sagt Schweizer. Zudem sei die Kampagne schon relativ lange auf der gleichen Schiene gefahren. Dachverband und Kampagne treten somit beide eine neue Ära an.
Carole Koch

Eine Boygroup namens Honda

Auf dem Radiodisplay lässt sich prima werben – und Autofahrer verwirren

Auf dem Radiodisplay lässt sich prima werben – und Autofahrer verwirrenVon Markus Knöpfli Wer über UKW Radio hört, empfängt mit seinem Gerät immer auch Frequenzen, die für das menschliche Ohr unhörbar sind. Diesen «Frequenzabfall» nutzen die Radioveranstalter für die so genannte Sendererkennung. Aber es lassen sich damit auch Botschaften – und Werbung – übermitteln.
«Gute Fahrt», heisst es einige Sekunden lang auf dem Radiodisplay, der sonst Name und Frequenz des eingestellten Senders anzeigt. Wieder so eine freundliche Botschaft, wie sie in den letzten Jahren immer häufiger von den Radiosendern verbreitet werden.
Radio-Veranstalter mit digitalen Studios sind in der Lage, das so genannte Radio-Daten-System (RDS) über die blosse Sendererkennung hinaus zu nutzen; Indem sie es auch für Zusatzbotschaften wie den Namen des gespielten Musikstückes oder gar für Werbezwecke einsetzen und verkaufen.
Ersteres wird tatsächlich gemacht, Letzteres zumindest versucht. So teilen heute die meisten Sender ihren Hörern via Display mit, welches Stück gerade läuft oder als nächstes kommt oder welcher Moderator derzeit quasselt. Zum Teil schicken die Redaktionen aber auch Freundlichkeiten wie «Fahrt vorsichtig» oder «Schönes Wochenende» schriftlich über den Äther.
Das Ganze hat einen Nachteil: RDS ist sehr langsam. Es lassen sich maximal acht Zeichen zeigen, die wie bei einer Laufwerbung gemächlich über das Display rollen. Deshalb ist RDS für das Versenden längerer Botschaften ungeeignet, besonders wenn diese Menschen bei jener Tätigkeit erreichen sollen, während der sie am häufigsten Radio hören: beim Autofahren. Entgegen einer verbreiteten Ansicht ist das Umnutzen von RDS gemäss Bundesamt für Kommunikation aber nicht illegal.
Radiosender wollen Auto fahrende Hörer in Ruhe lassen
Bisher stiess das Versenden von RDS-Werbebotschaften kaum auf Nachfrage. Der Radio-Werbevermarkter Radiotele führt RDS-Werbung nicht einmal in seinem Angebot, und Geschäftsführer Bruno Oetterli kennt keine Station, bei der der Verkauf blüht. Auch die meisten angefragten Sender nutzen RDS nicht für Werbezwecke, zum Teil sogar, weil sie ihre Auto fahrenden Hörer nicht in Versuchung bringen wollen, eher das Radiodisplay statt den Verkehr im Auge zu haben.
Der WerbeWoche sind lediglich zwei Stationen bekannt, die RDS kommerziell nutzen: Radio Extra Bern bietet es seit zwei Jahren für Werbebotschaften an, mit einem Aufschlag von 20 Prozent auf den normalen Sekundentarif – bisher jedoch ohne auch nur eine einzige Sekunde verkauft zu haben, wie Michael Schüpbach, Verkaufsleiter bei Extra-Bern-Vermarkter Conradio, versichert.
Ein klein wenig erfolgreicher ist Radio 24. Einmal pro Stunde sendet es die Kurzbotschaft «J. H. Keller – Chrysler und Honda», den Slogan eines Sponsors. Ein Jahr lang wird die Garage Keller so immer wieder den Radio-24-Hörern vor Augen geführt, sagt Belcom-Verkaufsleiter Richi Gasser.
Radio 24 hat übrigens als eines der letzten Lokalradios erst vor vier Wochen angefangen, RDS über die eigentliche Sendererkennung hinaus zu nutzen – auf Wunsch der Hörer, welche die Titel der abgespielten Stücke erfahren wollten. Seither ist zwar die Telefonistin spürbar entlastet, dafür aber verwirrt das neue Werbemedium einige Hörer. Einer rief jedenfalls kürzlich an und verlangte genauere Informationen zum Musikstück «Honda»…
Koorigendum In der WerbeWoche, Ausgabe Nummer 18, ist im Frontartikel mit dem Titel «Gratis-Swisspool in Planung» von einer Leserschaftsstudie die Rede – die von TA-Media und NZZ in Auftrag gegeben wurde –, die zeige, «dass die Pendlerzeitung 20 Minuten von allen Zürcher Zeitungen mit Abstand das beste Resultat erzielt». Diese Aussage stimmt so nicht. Richtig muss es heissen: «…dass die Pendlerzeitung 20 Minuten bei der Zielgruppe der 22- bis 35-Jährigen von allen Zürcher Zeitungen mit Abstand das beste Resultat erzielt».

«Stimmt die Produktphilosophie, steigt auch der Konsument ein»

Wine & Partners zeigt, wie ein erfolgreiches europäisches Weinmarketing aussieht

Wine & Partners zeigt, wie ein erfolgreiches europäisches Weinmarketing aussiehtWine & Partners macht mit Weinpromotion Kasse. Gegründet wurde die Wiener Agentur von Dorli Muhr, die mittlerweile fünf Mitarbeiterinnen beschäftigt und Kunden wie Robert Mondavi, Lenz Moser, Alois Kracher oder die Freien Weingärtner Wachau betreut. Und zwar in ganz Europa. Top-Labels mit Topprodukten.Weinpromotion ist Ihr Spezialgebiet. Sie arbeiten aber auch für kulinarische Produkte. Wie kamen Sie zu diesem Menü?
Dorli Muhr: Weil Essen und Trinken doch etwas vom Schönsten ist, was es gibt. Warum sollte ich freiwillig etwas tun, was weniger schön ist? Wichtig bei Wine-&-Food-PR ist allerdings, dass die Produkte einen guten Geschmack haben und eine spannende Geschichte mit sich bringen.
Die kann man zur Not ja auch erfinden…
Muhr: Nein, das wäre ja ein Blödsinn. Ohne Philosophie geht das nicht. Mit dem Produkt muss man eine Geschichte transportieren können. Sie muss übrigens nicht unbedingt mit Luxus in Zusammenhang stehen.
Aber Luxus verkauft sich besser.
Muhr: Nicht unbedingt. Wenn
die Philosophie des Produktes stimmt, steigt der Konsument auch ein. Mit Luxus verbindet ihn oftmals eine Hassliebe. Er will ihn, kann ihn sich aber nicht unbedingt leisten. Eine gute Geschichte, mit der man sich auch identifizieren kann, hat viel mehr Einfluss als Luxus. Daher arbeiten wir sehr eng mit unseren Kunden zusammen. Wir kümmern uns bei manchen sogar darum, dass sie in jedem europäischen Land mit den richtigen Importeuren zusammenarbeiten. Diese müssen ja von der Philosophie des Produktes überzeugt sein. Sonst können sie bekanntlich nicht dahinter stehen. Die Geschichte muss rund sein – vom Hersteller bis zum Käufer. Wir müssen das Thema Geschmack vermitteln. Wir können nicht nur sagen «das ist super, das musst du essen oder trinken», sondern zeigen, woran man etwas Gutes erkennt.
Und wie machen Sie das?
Muhr: Ich gebe beispielsweise Weinseminare speziell für Frauen und zeige ihnen, dass sie selber erkennen können, was ein guter und was ein besserer Wein ist. Es geht darum, dass sie Vertrauen zum Geschmack entwickeln, dass sie sich nicht alles einreden lassen sollen.
Eine Tatsache, die beim Wein aber nicht nur auf Frauen zutrifft. Wieso verlieren so viele Konsumenten aus Ehrfurcht vor dem Inhalt einer Weinflasche ihre eigene Urteilskraft?
Muhr: Wein ist sophisticated, und bisher war es nicht einfach, Zugang zum Wein zu finden. Vor allem für Weine aus der Alten Welt, sprich Frankreich oder Italien. Sie sind im Gegensatz zur Konkurrenz aus der Neuen Welt, wie Chile, Kalifornien oder Australien, oftmals verschlossen, schwerer zugänglich, müssen noch gelagert werden und so weiter. Das schafft Verunsicherung.
Prallen diese beiden Weinpole nicht total aufeinander?
Muhr: Natürlich, denn in der Alten Welt wird «gut» als das definiert, an das man nicht herankommt und das «der Laie» nicht versteht. Das kann entweder über die Menge oder den Preis gesteuert werden. In der Neuen Welt verkauft man hingegen Wein als zugängliches und sofort geniessbares Getränk. Dort werden im Gegensatz zu Europa auf dem Etikett immer Geschichten und Erklärungen mitgeliefert. Man informiert den Weineinkäufer von Anfang an und lässt ihn nicht im dunklen Weinkeller stehen. Mir persönlich ist das viel sympathischer, obschon ich die Weine von beiden Seiten der Ozeane sehr schätze. Wissen um Genuss muss für alle zugänglich und erhältlich sein.
Einer Ihrer Hauptkunden ist die Robert Mondavi Winery, für die Sie den europäischen Kontinent bearbeiten. Ist es nicht schwierig, ein Label zu vertreten, das nicht in allen Ländern denselben Bekanntheitsgrad geniesst?
Muhr: Das ist vielmehr eine Herausforderung. Mit den Kernmärkten Österreich, Deutschland und der Schweiz zu arbeiten, macht natürlich schon viel Spass, zumal der Begriff Robert Mondavi nicht gross erklärt werden muss. Das Label ist bereits bekannt, und wir müssen nicht bei Adam und Eva beginnen. Das ist nicht überall so. Aber PR ist wie eine Beziehung zwischen Mann und Frau. Da gibt es auch nie einen Zeitpunkt, an dem man sagt: «Jetzt hab ichs erreicht.» Man arbeitet ständig daran. Man kann eigentlich nur einen gefühlsmässigen Status erkennen, aber man kann nichts messen. Beziehungspflege bedeutet in der Tat ständiges Arbeiten, und PR ist zwischenmenschliche Kommunikation. Wer unter PR Propaganda versteht, liegt absolut falsch. Eines der wesentlichsten Tools der PR ist das Verstehen des Gegenübers. Zu erkennen, wie man eine Information übermitteln kann, damit sie dem Empfänger auch etwas bringt und er schliesslich etwas damit anfängt.
Haben Sie aus diesem Grund nur weibliche Mitarbeiter?
Muhr: Frauen sind in diesem Punkt eindeutig sensibler. Ich merke bei meinen Mitarbeiterinnen zum Beispiel schon an ihrem Verhalten am Telefon, mit wem sie sprechen. Sie gehen unterschiedlich auf unsere Kunden ein. Männer sind oft knallharte Entscheider, und Frauen sorgen mehr für das Atmosphärische und verstehen es, mit Emotionen zu arbeiten.
Interview: Chandra Kurt

Der Elefant heiratet ein Zwergli

Endemol beteiligt sich an Bichsel & Burger – TV 3 wartet noch immer auf «Big Brother»-Lizenz

Endemol beteiligt sich an Bichsel & Burger – TV 3 wartet noch immer auf «Big Brother»-LizenzVon Markus Knöpfli Die holländische Endemol Entertainment beteiligt sich an der TV-Produktionsfirma Bichsel & Burger Medien AG (B&B), die für TV 3 die Millionärsshow produziert. Damit steigen für TV 3 die Chancen, das Format «Big Brother» von Endemol übernehmen zu können.
Offiziell heisst es, Endemols Eintritt in den Schweizer Markt habe mit TV 3 nichts zu tun. Doch ohne längerfristige Zukunftsperspektiven in der Schweiz hätte Endemol wohl kaum einen Fuss hierher gesetzt.
Die Zürcher TV-Produktionsfirma B&B wird zu 50 Prozent von der holländischen Endemol Entertainment übernommen. B&B hat mit der «Millionärsshow» für TV 3 schon bisher ein Format produziert, für das Endemol in mehreren europäischen Ländern die Rechte besitzt. Mit insgesamt um die 400 TV-Formaten ist Endemol Europas grösster Anbieter in diesem Bereich (siehe Kasten).
Endemol nimmt mit zwei noch nicht bestimmten Verwaltungsräten Einsitz bei der Zürcher Firma, die in B&B Endemol umbenannt wird. Freddy Burger bleibt jedoch VR-Präsident, Hannes Bichsel VR-Delegierter. B&B Endemol hat ein Aktienkapital von 100000 Franken. Umsatzzahlen wollte Bichsel gegenüber der WerbeWoche keine bekannt geben, B&B habe aber schon im ersten Jahr schwarze Zahlen geschrieben, sagt er. Für B&B sei die Beteiligung des grössten Formatanbieters interessant, «weil wir so auf alles, was wir gerne hätten, jederzeit Zugriff haben».
B&B war 1991 vom ehemaligen SF-DRS-Unterhaltungschef Hannes Bichsel und vom Personalmanager Freddy Burger gegründet worden – im Hinblick auf den Privat-TV-Start in der Schweiz. Zunächst aber produzierte B&B, das heute mit den beiden Gründern insgesamt sechs fest angestellte Mitarbeiter und zahlreiche Freelancer beschäftigt, im Ausland.
«Seit fünf Jahren ist der Schweizer Markt aber so interessant, dass wir nur noch für die Schweiz produzieren», sagt Bichsel. Zu den Kunden gehörten bisher SF DRS und TV 3. Nächstes Jahr wird B&B Endemol – zum zehnjährigen Jubiläum – seine 1000. Sendung produzieren.
Nach Beteiligung Verkauf der «Big Brother»-Lizenz?
Ist die Beteiligung an B&B nun ein Zeichen dafür, dass TV 3 und Endemol sich betreffend Format «Big Brother» handelseinig geworden sind? Oder war für Endemol die Beteiligung an einer Schweizer Produktionsfirma eine Voraussetzung für den grossen Deal mit TV 3? «Weder – noch, die beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun», heisst es unisono seitens Endemol, TV 3 und B&B.
Endemol-Sprecher Thomas Notermans erklärt, dass Endemol bereits in 16 Ländern als TV-Produzent tätig sei und sich überall an lokalen Partnern beteilige, um die jeweiligen kulturellen Gegebenheiten berücksichtigen zu können. Zudem seien die ersten Kontakte zwischen B&B und Endemol schon letztes Jahr entstanden, fügt Bichsel hinzu.
Aber klar ist: Falls TV 3 von Endemol die Lizenz für «Big Brother» erhält, wird die Sendung gemäss Notermans auf jeden Fall von B&B Endemol produziert.
Und für Casting und Hausbau braucht es vier Monate. Damit wird es für TV 3, das im Oktober mit «Big Brother» beginnen will, verflixt eng. «Da haben Sie schon Recht», sagt Bichsel, der bis Ende Mai mit einem Entscheid rechnet. Und weil er glaubt, dass «Big Brother» kommt, hat er auch schon erste Überlegungen und Vorbereitungen getroffen. Näheres will er aber nicht sagen.
Auch bei TV 3 scheint man langsam nervös zu werden. «Die Sache wird sich rasch entscheiden», gibt sich Pressesprecherin Andrea Hemmi zuversichtlich. Sie hofft auf einen Entscheid in den nächsten Tagen. Nur: Das sagen sie und TV-3-Chef Jürg Wildberger schon seit Wochen. Darüber, wo die Probleme liegen, wollen sich aber beide nicht äussern.
Gelassen gibt man sich hingegen bei Endemol. «Wir hoffen, dass es zu einem Vertrag mit TV 3 kommt, aber es sind da noch einige Fragen offen», sagt Notermans. «Es wäre schön, wenn die Sache in den nächsten Wochen bereinigt werden könnte…»
Endemol: TV und InternetDie Firma Endemol Entertainment NV mit Sitz in Hilversum (NL) ist in 16 Ländern tätig und produziert viele der bekanntesten TV-Shows im deutschsprachigen Fernsehen, so die «Millionärsshow», «Big Brother» oder «Verzeih mir».
Neben TV betreibt Endemol auch Onlinegeschäfte. In Holland und Spanien ist das Unternehmen je an einem Internetportal für Unterhaltungs- und Freizeitangebote beteiligt.
Endemol wurde 1994 von Joop van den Ende und John de Mol gegründet, indem diese ihre bis dahin unabhängigen Produktionsfirmen verschmolzen. Seit 1996 ist das Unternehmen an der Börse von Amsterdam notiert. Im März 2000 hat die spanische Telefonica für 5,5 Milliarden Euro die beiden Aktienpakete von Van den Ende (26 Prozent) und De Mol (28 Prozent) und damit die Mehrheit bei Endemol übernommen.
Endemol wirtschaftet äusserst erfolgreich: Im Geschäftsjahr 1998/99 erzielte es einen Umsatz von 962 Millionen Gulden und einen Reingewinn von 92 Millionen Gulden.
Vier statt nur drei TV-Zeitschriften in der WestschweizWW18/00: Neue Kampagnen, Die Romands haben die Wahl unter drei TV-Magazinen
En effet, vous citez, en pas de page, sous le titre «les romands ont le choix entre trois magazines TV» TéléTemps, Télé Top Matin et TV8 en omettant de mentionner le magazine TVguide distribué à 202140 exemplaires, le samedi, dans les quotidiens 24heures et Tribune de Genève. Le magazine TVguide est, avec 429000 lecteurs, le deuxième magazine TV de Suisse romande. Il est aussi leader dans les zones économiques 11 et 12 cumulées, faisant de ce titre un acteur important de la scène médiatique Suisse romande. C’est donc bien quatre magazines TV qui sont auHourd’hui offerts au lectorat romand et, bien entendu, aux annonceurs.
Benoît Flach,Direktor Publimag Lausanne

Edipresse wird zum Frontalier

Schon seit Jahren liebäugelt Edipresse mit einem satten Auftritt im französischen Zeitungsmarkt.

Schon seit Jahren liebäugelt Edipresse mit einem satten Auftritt im französischen Zeitungsmarkt.Jetzt wagt die stärkste Westschweizer Mediengruppe den Sprung über die Rhone: Voraussichtlich im September lanciert sie die Samstagszeitung Tribune Mont-Blanc und bedient damit die grenznahen Regionen Hochsavoyen, Evian, Chamonix und Annecy. Ganz der französischen Usanz folgend, wird Edipresse Anzeigen in Eigenregie akquirieren. Mehr über den Grenzgang aufs glitschige frankofone Medienparkett steht auf der Seite 22

Ticino, vino, pubblicità

Tessiner Werbeagenturen kämpfen um KMUs, Grosskunden und gegen die Arroganz der Deutschschweizer

Tessiner Werbeagenturen kämpfen um KMUs, Grosskunden und gegen die Arroganz der DeutschschweizerVon Carlo Bernasconi Im Süden von der Staatsgrenze, im Norden vom Gotthardmassiv eingeschlossen: Tessiner Werbeagenturen agieren auf einem kleinräumigen Markt. Und bedienen vor allem KMUs mit kreativen Lösungen. Meistens in Plakatform. Da drängt der Wunsch des Lateiners, sein Produkt möglichst überlebensgross zu sehen, in den Vordergrund. Ein Besuch bei drei Agenturen, in Chiasso, Lugano, Bellinzona.
Zugegeben, die Adresse ist nicht gerade nobel. Grancia, bei Lugano, wer kennt das Kaff? Immerhin der Sitz der grössten Agentur des Tessins, der Publigoods SA. Und einer solch international tätigen Firma wie BIC. Aber die lässt, obwohl in Rufweite zur Agentur, woanders für ihre Schreibwaren werben. Ein Umstand, den Rolando Wetter gerne ändern möchte. «Gewisse grosse Budgets sind in den vergangenen Jahren abgewandert (Fernet-Branca, Alfa Romeo Campari). Die möchten wir durch Qualität wieder zurückholen», sagt der seit Jahresbeginn wirkende Agenturleiter.
Wetter hat zuvor während zwölf Jahren für die APG als Verkaufsleiter gearbeitet und war Mitglied der Geschäftsleitung in Zürich gewesen. Jetzt ist er Direttore in Grancia, und fragt man ihn, was denn das Typische an der Tessiner Werbung ist, sagt er: «Sie ist vielleicht etwas zynischer-spielerischer. Es wird mehr gespielt. Sie ist lockerer, im Umgang mit dem Bild zum Beispiel. Auch sehr emotional.»
Plakatbusiness – das
Kerngeschäft der Tessiner
Vor zehn Jahren wurde die Publigoods gegründet. Mitbegründer war unter anderen Paolo Spalluto, der 1998 aus der Agentur ausschied und heute mit Spalluto & De Bernardi in Chiasso anknüpft, wo er mit Publigoods aufgehört hatte. Und wenn er sich eher nach internationalen Kunden umsieht, hat das Gründe. Spalluto, in der Werbeszene des Tessins eine schillernde Figur mit italienischem Pass, betreut derzeit vor allem die Banca di Sondrio mit einem nationalen Budget und sieht seine Agentur als Portal nach Norden. «Die Schweiz», betont er, «ist zu teuer für Werbung.»
Nicht, dass sich Publigoods auf das Geschäft mit den KMUs im Tessin beschränkte. Freilich ist die Grösse der Agentur mit 14 Mitarbeitenden und Bruttobetriebserträgen von sieben Millionen Franken für Wetter kein Nachteil: «Der Kunde hat immer einen direkten Draht zum Agenturleiter.
Und wir sind reisefreudig. Uns spielt es keine Rolle, ob wir nach Venedig, Zürich oder Genf zum Kunden müssen», ergänzt er. Schliesslich bietet Publigoods als Full-Service-Agentur alle Bereiche zum Thema Kommunikation an und noch ein wenig mehr dazu: Der Agentur angeschlossen ist Globalcom für Messen und Events, Theorema, strategisches Marketing auf der Methode von Prof. Sperry beruhend, C.I.B, Corporate Intelligence Bureau, sowie, mit der Firma Gateway, International Media Planning.
Gewiss, Wetter weist darauf hin, dass Publigoods eine plakatfreudige Agentur sei, aber trotzdem printlastig werbe. «Das Plakat hat eine gute Streuung im Tessin und ist in Sachen Kommunikation am schnellsten», sagt der ehemalige APG-Verkaufsleiter. «Man könnte das Plakat sogar als Basismedium nehmen, was der Mentalität des Lateiners entgegenkommt.»
Syntesi, die neue
Full-Service-Agentur im Tessin
Freilich, die Bevorzugung des Plakates als Kommunikationsmittel hat auch andere Gründe: «Bei fünf Prozent BK für Printanzeigen in den drei grossen Zeitungen Giornale del Popolo, Corriere del Ticino und La Regione Ticino versäumen wir nur das Betteln», meint Wetter. Kein Wunder, denn die drei Blätter haben ihre Anzeigen der «P» in Pacht gegeben.
Auch wenn der Tessiner Markt mit einer Bevölkerung von rund 200000 Menschen nur gerade wenigen Agenturen ein ausreichendes Auskommen gewährt, so hat sich im vergangenen Jahr eine weitere Full-Service-Agentur im Tessin etabliert, diesmal in Bellinzona. Syntesi Sagl wird von Mario Carnevale, PR-Fachmann, Fulvio Roth, CD, und Ivano D’Andrea, Beratung, getragen.
Die drei Männer besitzen noch je ihre eigene Unternehmung (Carnevale & Partner, Roth & Partner, Multifiduciaria SA), treffen sich einmal wöchentlich an der Via San Gottardo und treten Kunden gegenüber als Generalunternehmung auf, wie Mario Carnevale sagt. Und der weist gleich noch darauf hin, dass sie das Meinungsforschungsinstitut APE in Lugano übernommen haben. «Ein Ansprechpartner für alle Bedürfnisse: Wir sind im Tessin die einzige Agentur, die das bieten kann», sagt Carnevale stolz.
Auch für Roth, Carnevale und D’Andrea galt bisher die Maxime, wonach Kleinvieh auch Mist macht. Doch wollen die drei Partner von Syntesi – und dazu haben sie dieses Dach über ihre drei Firmen gelegt – expandieren, nach Norden und nach Italien. «Wir können gesamtschweizerisch tätig sein», meint Carnevale, der in der Deutschschweiz mit Frei & Partner, Zürich, die ans Porter Novelli International-Netzwerk angeschlossen ist, in der Westschweiz mit CCC, Communication, Contact, Conseil, zusammenarbeitet. «Jeder bringt sein Know-how in die Partnerschaft ein», sagt der kreative Kopf der Agentur, Fulvio Roth. Und was er darunter versteht, fasst er in einem Satz zusammen: «Wir verkaufen Kommunikationskonzepte und keine Plakatstellen.»
Wie Publigoods listet Syntesi eine Reihe von nationalen und kantonalen Kunden auf, für die die Agentur im Tessin Kommunikation betreibt, vom Ospedale San Giovanni in Bellinzona bis zum HC Ambri-Piotta, während Publigoods das Budget für den HC Lugano betreut, was im Tessin niemanden wundert, denn Publigoods-Mitbesitzer Mario Mantegazza ist auch Hauptsponsor des diesjährigen Eishockey-Vizemeisters. Aber auch Swisscom, Migros und Credit Suisse stehen auf der Kundenliste von Syntesi.
Wenn Fulvio Roth darauf angesprochen wird, was die Tessiner Werber von den anderen unterscheidet, sagt er: «Wir gehen in der Kreation vielleicht einen Schritt weiter – im Sinne der Flexibilität bieten wir einen Mehrwert.» Andererseits versteckt er – darin gleich wie Wetter – die lateinische Mentalität keineswegs: «Wir fühlen uns nicht in einem Schema X gefangen», meint der Kreative. Was Mario Carnevale zur Ergänzung veranlasst, «dass man auch im Tessin seriös und professionell arbeiten kann», um dann selbstkritisch anzumerken: «Die Klischees übers Tessin haben wir uns auch selbst gebastelt.»
Keine Frage, dass sich Syntesi davon nicht berührt sehen will. Gegenwärtig konzentriert man sich in Bellinzona auf den Aufbau der Abteilung für Internetlösungen – hier hat der südliche Kanton nach den Worten Roths noch Nachholbedarf. Gleichzeitig kann sich der CD vorstellen, als Partner für grosse Schweizer Agenturen in Frage zu kommen. Weniger das ästhetisch-visuelle Problem denn das sprachlich-ästhetische Problem beschäftigt auch Carnevale: «Was wir da manchmal an Übersetzungen von Slogans lesen und sehen müssen, verursacht schon mal Übelkeit», sagt er.
Spallutos Vorteil: in 48 Minuten ist er in Mailand
Seit zehn Jahren im Tessin als Werber tätig, will Paolo Spalluto mit Partnerin Tecla De Bernardi «keine Preise gewinnen, sondern für den Kunden die Umsätze steigern», erklärt er. Er fühlt sich nicht nur seiner Herkunft wegen näher bei der italienischen Werbung – zumal sein Vater schon erfolgreich den italienischen Ableger von McCann-Erickson in Mailand aufgebaut hatte und er sozusagen mit der Muttermilch Werbung zugeführt bekam. «Die italienische Werbung ist näher am Markt», sagt Spalluto.
Seine Kundenliste ist für eine zwei Jahre alte Agentur schon beträchtlich lang, doch relativiert der jetzige Publigoods-Direttore Rolando Wetter, es handle sich hierbei um solche, für die Spalluto noch während der Publigoods-Zeiten gearbeitet habe. Was Spalluto wenig kümmert, schliesslich verbringt er derzeit einen bis zwei Tage der Woche in Zürich und denkt daran, im kommenden Jahr ein Accounting Office in Zürich zu eröffnen, «weil wir da näher bei den Kunden und Lieferanten sind und auch um die Arroganz der Zürcher Werber zu bekämpfen», betont der Werber Paolo Spalluto.
Zürich und Mailand sind die nächsten Ziele des ambitionierten Spalluto. An Chiasso schätzt er, dass er in 48 Minuten in Mailand ist – freilich, als Italiener würde er seine Agentur nicht in die italienische Werbermetropole verlegen wollen. «Dort wären wir eine unter vielen Agenturen», sagt er und nützt lieber die Dienstleistungsvorteile der Schweiz.
Auch Syntesi strebt den Weg über den Gotthard an. Für Mario Carnevale gilt es das Vorurteil der Deutschschweizer zu widerlegen, die meinen, «aus Tessiner Agenturen könnten keine gehaltvollen Arbeiten kommen», und schliesslich seien alle drei Partner von Syntesi mehrsprachig, sagt Carnevale in waschechtem Berndeutsch. Freilich, die Rolle von Syntesi schätzt er realistisch ein: «Wir können nicht in Wettbewerb mit Wirz Werbeberatung treten, aber mit mittleren Agenturen in Luzern, Basel und Zürich.»
Grafiker wie Touristen an den Uferpromenaden Luganos
Tatsächlich beweist ein Blick auf die Arbeiten der drei Agenturen, dass im Tessin auch gehaltvolle kreative Lösungen gefunden werden. Was nicht wundert, weil sich im Tessin, so Wetter, zahlreiche Grafiker um die Aufträge balgen. «Jedes Jahr kommen 30 bis 35 Grafiker auf den Markt, und sie können von dem nicht absorbiert werden.» So gebe es sehr viele Grafiker, die kommunizierten, meint der Agenturleiter und setzt ein Fragezeichen hinter die Professionalität von deren Arbeiten. «Die schaden den Agenturen, weil sie zu Dumpingpreisen arbeiten.»

PR für ein vernachlässigtes Gebiet

Manuela Stier setzt auf Technologie und Ästhetik.

Manuela Stier setzt auf Technologie und Ästhetik.Mit ihrer 1995 gegründeten PR-Agentur Stier Communications AG hat sich die PR-Beraterin und Verkaufsleiterin auf integrierte Kommunikation für Technologie-, Dienstleistungs- und Bauunternehmen spezialisiert. Ein stiefmütterlich behandelter Sektor, findet sie. «Viele Leute denken, Technik sei nichts Ästhetisches», erklärt Stier. Da will sie Abhilfe schaffen.Zu ihren Kunden zählen Ascom, ABB, Kaba und zahlreiche KMUs. «Ich suche nicht nach Millionenaufträgen, sondern bevorzuge kleine, interessante Arbeiten.» Daran schätzt sie den Freiraum, in dem sie Firmen zu einheitlichen Auftritten verhelfen kann.
In den letzten Jahren hat sich die Agentur in Weiningen ZH auf fünf Mitarbeiter vergrössert, 1998 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Mehr als sieben Mitarbeiter will Manuela Stier trotz weiterem Personalbedarf aber nicht anstellen. Flexibilität ist ihr wichtiger als Wachstum um jeden Preis. (ba)
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