Fünf Freunde ziehen bei FKP aus

Eine eigene Kreativagentur mit dem Namen 5 Freunde gründen sie, CD Markus Holenstein, AD Chris Burkhard, Texter Michel Bozikovic, Beratungsleiter Urs Walter und die Planerin Marketingkommunikation Beatrix Jakob.

Eine eigene Kreativagentur mit dem Namen 5 Freunde gründen sie, CD Markus Holenstein, AD Chris Burkhard, Texter Michel Bozikovic, Beratungsleiter Urs Walter und die Planerin Marketingkommunikation Beatrix Jakob.Das neue Unternehmen entsteht nicht aus dem Nichts, sondern nabelt sich von FKP & Partner in Dietikon ab. 5 Freunde startet als Business Unit der FKP, will aber längerfristig selbstständig werden.«Mit der Auslagerung können wir uns an andere Kunden und andere Güter wagen», erklärt Urs Walter. Weg von Investitionsgütern und Business-to-Business, hin zu Verbrauchs- und Gebrauchsgütern lautet die Devise. «Wir wollen zu den sehr kreativen Agenturen gehören und auch bei den Würfelgeschichten mitmischen», legt Walter die Ziele fest. Dazu gehört auch der Umzug vom bei Kreativen unbeliebten Dietikon an die Zürcher Konradstrasse.
Mitinhaber der Agentur sind vorerst CD Markus Holenstein und Urs Walter. Dieser kann sich weitere Beteiligungen durchaus vorstellen: «Der Name 5 Freunde hat nicht direkt mit der Anzahl Leute zu tun, er soll vielmehr Teamgeist und Spass an der Arbeit ausdrücken.»
Von FKP wird der Freundeskreis einige Aufträge mitnehmen. Walter setzt seine Hoffnungen aber vor allem auch auf neue Pitches. Die 5 Freunde sind ab sofort bereit, sich kreativen Herausforderungen zu stellen. (ba)

Branchenhits (1999)

(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)

(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)Best of Print Advertising 1999 Die Anzeigenhits 1999 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-IndexFür die Anzeigentests des Advertising-Index wird in acht Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Item-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als Supporter werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Item-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.
Uhren Chopard Mille Miglia 1,25

Auto Mercedes-Benz V-Klasse – Geissenpeter 1,67
Getränke Swissmilk Milch gibt starke Knochen 1,98
Zigaretten Philip Morris Superlights – Fenster 1,50
Körperpflege L’Oréal Visible Lift 1,51

Klassik und Jazz gepaart

Zweimonatlich soll Piero D. Rimoldis Magazin herauskommen

Zweimonatlich soll Piero D. Rimoldis Magazin herauskommenErfolg versprechende Nischen sind im gesättigten Markt der Musikzeitschriften eine Rarität. Dennoch glaubt Piero D. Rimoldi mit seinem neuen Magazin Classic ein in der Schweiz noch unbeackertes Land entdeckt zu haben. Das Rezept: die Musikbereiche Klassik und Jazz in einem Heft thematisieren. «Dabei haben wir ganz klar die aktiven Konzertbesucher im Visier», sagt Rimoldi.
Im Inhalt von Classic spiegelt sich dieser Anspruch in einer breiten Auslegeordnung bevorstehender Veranstaltungen. Knapp die Hälfte des Heftes soll laut Rimoldi Transparenz über das Konzertgeschehen in der Schweiz schaffen. Garniert wird das Menü mit Hintergrundberichten zu Musikern und Trends, musikalischen Neuheiten und Sternen am Schweizer Nachwuchshimmel.
Piero D. Rimoldi ist Herausgeber und Chefredaktor von Classic in Personalunion. Die Inhalte für das Heft entstehen ausschliesslich in Zusammenarbeit mit freien Journalisten. In der ersten Ausgabe, die vergangene Woche erschienen ist, trifft man einen alten Bekannten wieder: Roger Cahn, letzter Chefredaktor der mittlerweile beerdigten ZüriWoche, kritisiert gleich auf mehreren Seiten eine Aufführung im Schauspielhaus, bespricht das Programm des Opernhauses und schreibt über Belcanto.
Classic wird in einer Auflage von 65000 Exemplaren gedruckt und in den wichtigsten Theatern und Jazz-Lokalen gratis aufgelegt. Zusätzlich sind Kolporteure im Einsatz, die das Magazin nach wichtigen Aufführungen und Konzerten verteilen. Am Kiosk ist Classic zum nicht unbescheidenen Preis von 12 Franken erhältlich.
Mit dem neu gegründeten Classic Verlag mit Sitz in Zürich lanciert Piero D. Rimoldi seine zweite Publikation im Bereich Ausgehen. Bereits zwischen 1990 und 1995 war unter seiner Federführung das Veranstaltungsmagazin Inside Züri erschienen. Daniel Schifferle

Kamera tot, Bild lebt weiter

Für Keystone schreibt Honegger von Matt die Betriebsanleitungen von Kameras neu

Für Keystone schreibt Honegger von Matt die Betriebsanleitungen von Kameras neuFür den dienstältesten Kunden, Keystone, durfte die Zürcher Kreativagentur Honegger von Matt auch im sechsten Jahr eine provokative Kampagne gestalten. Wurden im früheren Konzept überraschende Keystone-Bilder mit saloppen Sprüchen verknüpft und letztes Jahr der Online-Bereich von Keystone in einer mehrstufigen Kampagne umgesetzt, gingen die Macher diesmal einen Schritt weiter und schossen die Fotos gleich selbst. Ein Widerspruch, denn eigentlich sollte der Griff zur Kamera bei einem so riesigen Bilderstock von bald elf Millionen Fotos überflüssig sein.In einfacher Bildsprache und grober werblicher Überhöhung führt die Kampagne auf vier Sujets vor, was die letzte Konsequenz solchen Denkens wäre: Fotoapparate haben heute keine raison d’être mehr. Fast keine. Denn zukunftstauglich sind sie alleweil. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten präsentiert die Agentur in wunderbar unverfrorener Form, wie das abgebildete Beispiel einer Hasselblad-ähnlichen Kamera exemplarisch darstellt: Die Borsten einer WC-Bürste finden in ihrem Body sauber Platz. Eine Augenweide für alle masochistisch veranlagten Hobbyfotografen. Seite 14

«Ein Ombudsmann muss die Nähe der Redaktion suchen»

François Gross über seine Aufgabe als «médiateur» bei 24 Heures in Lausanne

François Gross über seine Aufgabe als «médiateur» bei 24 Heures in LausanneEine wachsende Zahl von Medien haben in jüngster Zeit das Amt eines Ombudsmanns geschaffen und hoffen dadurch, den Kontakt zum Publikum zu verbessern und Gerichtsfälle zu vermindern. François Gross ist «médiateur» bei 24 Heures, der auflagestärksten Tageszeitung der welschen Schweiz. In einem Gespräch mit der WerbeWoche zieht er eine gemischte Bilanz.Erzählen Sie bitte kurz, wie Sie zu Ihrem Job als Ombudsmann gekommen sind.
François Gross: Im Herbst 1997 wurde ich von Edipresse angefragt, ob ich das neu geschaffene Amt eines «médiateur» übernehmen wolle. Anfangs war die Rede von einem Ombudsmann für die ganze Gruppe. Das schien mir aber zu viel.
Weshalb?
Gross: Als «médiateur» sollte man wenn möglich die Redaktionen von innen kennen. Ich kannte Le Matin und Tribune de Genève aber nicht gut. Schliesslich wurde ein «médiateur» für jede der drei Tageszeitungen ernannt.
Und im Juni 1998 haben Sie dann als Ombudsmann von 24 Heures begonnen.
Gross: Richtig.
Worin besteht Ihr Job eigentlich?
Gross: Mein Auftrag besteht ganz einfach darin, Klagen über die Zeitung zu behandeln und mein Urteil abzugeben. Letzteres mache ich auf zwei Wegen. Einerseits im direkten Kontakt mit dem «Kläger», andererseits öffentlich. Alle zwei Wochen publiziere ich einen Artikel in 24 Heures, in dem ich zu einigen der mir unterbreiteten Probleme Stellung beziehe.
Sie sind aber, wie der Presserat, eine ausschliesslich moralische Instanz, kein Gericht?
Gross: Stimmt. Der «médiateur» ist kein erstinstanzliches Tribunal und auch keine Rekursinstanz.
Nehmen wir an, ich habe 24 Heures Vorwürfe zu machen. Ich wende mich an Sie. Was passiert dann?
Gross: Ich versuche zuerst einmal, genau zu verstehen, worüber Sie sich beklagen. In vielen Fällen höre ich dann auch die andere Seite, die Redaktion, an. Ich bilde mein Urteil und gebe es bekannt. So einfach ist das.
Angenommen, die Redaktion habe Fehler begangen, beispielsweise die journalistische Ethik verletzt. Was können Sie tun?
Gross: Ich kann meine Meinung sagen, das ist aber schon alles.
Sie haben kein Weisungsrecht gegenüber der Redaktion?
Gross: Die einzige Machtbefugnis, über die der «médiateur» verfügt, ist seine moralische Autorität.
Wie ist Ihr Verhältnis zur Redaktion?
Gross: Anfangs war da eine gewisse Skepsis und Abwehr vorhanden. Ich musste den Redaktoren klarmachen, dass ich kein «Super-Chefredaktor» bin, sondern ein Journalist, der seine Meinung sagt und der Redaktion auch Probleme abnehmen kann.
Ist die Skepsis verschwunden?
Gross: Ein bisschen schon, glaube ich.
Suchen Sie intensiv den Kontakt zu den Journalisten?
Gross: Ja. Aber ich versuche gleichzeitig den Dienstweg zu respektieren. Wenn ich die Meinung der Redaktion einholen möchte, gehe ich zum Chefredaktor.
Wie viele «Klagen» bekommen Sie im Schnitt?
Gross: Etwa vier bis fünf pro Monat.
Muss man eigentlich selbst betroffen sein, um an Sie zu gelangen?
Gross: Nein. Wer der Zeitung etwas vorwerfen will, kann sich an mich wenden, auch wenn er sich von der Zeitung nicht persönlich tangiert fühlt. Eine Bedingung aber ist, dass nicht gleichzeitig gerichtlich geklagt wird.
Und worüber beklagt man sich am meisten?
Gross: Ein Grossteil der Klagen betrifft die Rubrik Leserbriefe. Viele Leserbriefschreiber beschweren sich, weil ihre Briefe nicht oder nicht schnell genug oder im gewünschten Umfang publiziert wurden. Das kann damit zusammenhängen, dass der Leserbriefredaktor ihre Zuschriften wegen Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit abgelehnt hat.
Das Problem Rassismus ist also eine Ihrer Dauersorgen?
Gross: Ja. Es ist eine der heissen Fragen, mit der ich mich chronisch auseinander setzen muss. Die Leute haben oft das Gefühl, die Rubrik Leserbriefe sei ein rechtsfreier Raum. Nur muss ich sie immer wieder darauf hinweisen, dass der Verleger auch für den Inhalt der Leserbriefseite verantwortlich ist, dass also die rechtlichen Normen auch hier gelten.
Welches sind die anderen Hauptprobleme, zu denen Sie Stellung nehmen müssen?
Gross: Was immer wieder zu Polemiken Anlass gibt, ist die Behandlung religiöser Themen oder der Sexualität in den Zeitungen.
Halten Sie den «médiateur» für geeignet, um den Druck auf die Medien zu dämpfen und die Zahl der Klagen zu senken?
Gross: Meine Bilanz ist durchzogen. Ich glaube, diese Institution ist nicht genügend bekannt. Ich nenne ein Beispiel: Die 24 Heures berichtete neulich über eine Schule, die einen afrikanischen Schüler weggewiesen hat. Die Lehrer fühlen sich verunglimpft, weil man ihnen zu Unrecht Rassismus vorgeworfen habe. Sie hätten an mich gelangen können. Sie haben es nicht getan und anderweitig protestiert.
Viele Menschen fühlen sich als Opfer der Medien. Wir Journalisten müssten ihnen doch die Möglichkeit geben, zu unserer Arbeit Stellung zu beziehen…?
Gross: …das stimmt…
…aber was tun, damit die Leute besser zu Wort kommen?
Gross: Die Rubrik Leserbriefe ist ein sehr wichtiges Ressort, das vermehrt gepflegt werden sollte. Es ist nicht gut, wenn ein Journalist diese Rubrik gewissermassen mit der linken Hand betreut.
Was sollte noch verbessert werden?
Gross: «Médiateurs» müssten noch besser in den Medienhäusern integriert sein. Man muss aber aufpassen, dass sie ihre Unabhängigkeit nicht verlieren, sonst ist es um ihre Autorität geschehen.
Interview: Christophe Büchi
VollblutjournalistFrançois Gross ist ein klingender Name des welschen Journalismus. Der heute 69-jährige Publizist war von 1970 bis 1990 Chefredaktor der Tageszeitung Liberté in Freiburg/Fribourg. Er machte aus der vormaligen katholisch-konservativen «Prawda» eine unabhängige, kritische und angesehene Zeitung. Nach 1990 arbeitete er als Korrespondent in Zürich. Schliesslich war er Chefredaktor von Radio Suisse internationale.

Best of South-East (1999)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Best of Print Advertising 1999 Die Anzeigenhits 1999 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-IndexFür die Anzeigentests des Advertising-Index wird in acht Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Item-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als Supporter werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Item-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

HvM kreiert Stellenplakat mit IQ-Test.

Die besten Webdesigner können Tastaturzeichen sofort in Zahlen umsetzen. Blindlings sozusagen.

Die besten Webdesigner können Tastaturzeichen sofort in Zahlen umsetzen. Blindlings sozusagen. Dieser Meinung ist die Zürcher Werbeagentur Honegger von Matt, die in der Nähe der Uni Zürich vor einer Woche ein 12-Quadratmeter-Plakat aufkleben liess und damit qualifiziertes Fachpersonal suchte. Laut den beiden Machern Markus Ruf und Daniel Meier hätten es Computercracks mühelos geschafft, die Telefonnummer zu entziffern. Die Lösung lautet: 01 387 84 00.APG startet mit elektronischen «Grossplakaten». Der VR der Affichage-Holding will mit so genannten Big Screens in die elektronische Aussenwerbung einsteigen. Diese grossflächigen «Bildschirme» (mehrere Dutzend Quadratmeter) können online angesteuert und inhaltlich aktualisiert werden. Auch Animationen sind möglich. Die APG wird noch dieses Jahr einen ersten solchen Big Screen am Zürcher Hauptbahnhof aufstellen, danach sollen weitere Screens an Bahnhöfen in anderen Schweizer Städten folgen.
Jesus aus dem Tempal geworfen. Er wollte werben wie Jesus. Aufrüttelnd und mit nur einem Slogan: «Liebe deinen Nächsten». Jetzt hat ihm die Idee das Kreuz gebrochen. Oliviero Toscani ist von Benetton entlassen worden. Der Absolvent der Zürcher Kunstgewerbeschule, der lieber blutverschmierte Neugeborene, kopulierende Pferde oder Aidspatienten als Models einsetzte, hat Mitte der Achtzigerjahre die Verantwortung für die Werbung der Pullis aus Treviso übernommen. Niedliche Kinder prägten damals weltweit die Plakate für Benetton. Was Toscani daran störte, hat er später in einem Buch «Die Werbung ist ein lächelndes Aas» umschrieben.
Neue Business-Umfrage im Netz von Y&R. Y&R Business Communications, Genf, lanciert eine Internetumfrage zur europäischen Wirtschaft. Zweimonatlich soll Eurostatus 2000 (www.eurostatus.com) die Meinung von Geschäftsleuten zu Gesellschaften, Wirtschaftslage und andern Businessthemen erheben. Partner bei der Umfrage sind die Y&R-Töchter The Media Edge und Futurecom sowie die Verlage Centaur Publishing, Usine Nouvelle und Vogel Industrie Medien.
SRG verlängert Vertrag mit der UEFA Champions League. Die SRG und die UEFA haben den bis Ende Mai 2000 laufenden Vertrag für die Übertragung der Champions-League-Spiele um drei Jahre bis und mit der Saison 2002/03 erneuert. Über die finanziellen Abgeltungen haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. SF2 zeigt jeweils am Dienstag die Höhepunkte und am Mittwoch eine umfassende Berichterstattung mit Vorprogramm, Live-Spiel und einer Zusammenfassung der übrigen Begegnungen. TSR und TSI zeigen auf ihren zweiten Senderketten jeweils am Dienstag und am Mittwoch Direktübertragungen ausgewählter Spiele.
auch der papst kriegt sie umsonst. Die Gratis-Pendlerzeitung Metro soll im Herbst auch in Rom lanciert werden. Das schwedische Mutterhaus hat mit den Behörden der italienischen Hauptstadt einen Vertrag abgeschlossen, um das Blatt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln aufzulegen.
Neue Struktur bei Cinecom. Der Zürcher Medienvermarkter Cinecom & Media AG hat neu die Position des Chief Sales Officers geschaffen, die von Tarkan Özküp besetzt wird, bisher Leiter der Divisions Cinema und Print. Als CSO übernimmt er die Betreuung der Key Accounts von CEO Matthias Luchsinger, der sich verstärkt strategischen Aufgaben widmen will.
NZZ übernimmt Südostschweiz-Kopfblatt. Die AG für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) sowie ihr nahe stehende Firmen und Personen halten 58 Prozent der Buchs Medien AG, die das Regionalblatt Werdenberger & Obertoggenburger (W&O) herausgibt. Die Südostschweiz, mit der der W&O einen Kooperationsvertrag bis 2006 abgeschlossen hat, besitzt 18 Prozent. Die Zahlen wurden an der Generalversammlung der Buchs Medien am 29. April bekannt. Laut der Redaktion des W&O soll die Zusammenarbeit mit der Südostschweiz fortgesetzt werden.
Andy Award für Anti-Landminen-Plakat. McCann-Erickson, Genf, hat für ihre Anti-Landminen-Kampagne im Auftrag des IKRK am International ANDY Award in New York einen von nur zwei europäischen Preisen abgeholt. Springer & Jacoby aus Hamburg gewann einen Andy für ihre DaimlerChrysler-Printwerbung. Die Preisträger wurden aus 10000 Eingaben aus der ganzen Welt ausgelesen.
Neuer Verlagsleiter für Cash. Der 30-jährige Thomas Passen löst als neuer Verlagsleiter der Wirtschaftszeitung Cash Bettina Fischer ab. Man habe sich von Fischer wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Führung des Verlages getrennt, gab Ringier bekannt. In der Branche ist zu hören, mit dem Einzug von Fischer habe bei Cash auch eine ungewohnte Fluktuationswelle begonnen. Passen leitete bislang die beiden Titel Gesundheit-SprechStunde und MEX Musenalp Express.
Le emps lanciert Tv-magazin. Die Westschweizer Tageszeitung Le Temps lanciert ein neues TV-Magazin unter dem Titel TéléTemps. Es erscheint erstmals kommenden Samstag als Beilage der Tageszeitung. Das 56 Seiten starke Heft umfasst rund 30 redaktionelle Beiträge, auch zum Thema Internet. Ziel des Magazins ist es nach eigenen Angaben, die Fernsehkultur «breit zu thematisieren». Für die ersten Ausgaben wir die Auflage von TéléTemps auf 100000 Exemplare hochgefahren, die normale Auflage liegt danach bei 52000 Exemplaren.
Sommerseminar für Kommunikationsfachleute. Das Sawi und die FRP Fédération Romande de Publicité et de Communication organisieren vom 16. bis 19. August 2000 ein Sommerseminar in Mayens-de-Chamoson im Kanton Wallis. Der Kurs richtet sich an Kommunikationsfachleute aus der Westschweiz, die sich mit den neuesten Tendenzen der Kommunikationstechnologie auseinander setzen wollen. Das letztjährige Seminar musste mangels Teilnehmer abgesagt werden, was die Organisatoren veranlasste, Konzept und Realisation zu überdenken.
Editorial Quotenbolzer Homo sapiens
Vor der Liberalisierung der elektronischen Medien sorgte sich Europa Ende der 80er Jahre um seine jahrtausendealte Kultur. Mit Quoten sollte der amerikanischen Kulturhegemonie begegnet werden. Inzwischen hat sich in der Alten Welt eine eigenständige audiovisuelle Industrie entwickelt, und unsere Privatsender setzen zunehmend auf Eigenproduktionen. Europäische Formate wie «Robinson» oder «Big Brother» scheinen gar den Geschmack privater amerikanischer
TV-Gesellschaften zu treffen. Ende Mai will CBS eine «Big Brother»-Serie
made in USA mit dem Titel «Survivor» ausstrahlen.
Das tägliche Treiben in der Fernseh-WG «Big Brother» erzielt in Deutschland Marktanteile von 25 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. In der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen soll gar schon mehrfach die Marke von 40 Prozent überschritten worden sein. Kein Wunder, wenn die
TV-3-Verantwortlichen darüber nachdenken, eine ähnliche Sendung auf ihren Kanal zu holen.
Derweil gehen bei uns die Wogen hoch. Sendungen wie «Big Brother» stehen im Kreuzfeuer der Kritik. «Fernsehen wird immer dümmer», wettert Beni Thurnheer (sic!) im Blick gegen diese Reality Shows. «Je tiefer das Niveau, desto höher die Zuschauerzahl», lautet das Verdikt des beliebtesten Schweizer Showmasters.
Zu einem differenzierteren Urteil gelangt Kurt Imhof im Interview auf Seite 49. Im Seelenstriptease vor laufender Kamera sieht der Mediensoziologe aus Zürich eher ein menschliches Bedürfnis, das von den Medien bedient werde.
Ironie der Geschichte: Die Zukunft, die George Orwell 1948 mit so nachhaltigem Erfolg aus- und schwarzgemalt hat, diese Zukunft des «Grossen Bruders» hat begonnen. Nur ist alles wieder einmal anders gekommen: Die konservative Furcht, wonach die perfektionierte Staatsmaschinerie der Feind des Individuums sei, erhält eine ungeahnte Replik: Es ist die Gesellschaft selbst, vor der wir uns fürchten müssen – letztlich schauen wir uns als Gattungswesen selber zu. Und da Medien der Marktplatz geworden sind, auf dem sich die moderne Gesellschaft verständigt, führen sie uns zur uralten Frage zurück: Was ist der Mensch? Quotenbolzer, natürlich.
Samuel Helbling

Ein «&» verkauft Luxusautos

Eine neue Kampagne der US-Agentur D’Arcy Worldwide soll das Image von Cadillac radikal ändern

Eine neue Kampagne der US-Agentur D’Arcy Worldwide soll das Image von Cadillac radikal ändernVon Werner Catrina Cadillac, das ist die Benzin saufende Luxuskutsche für Reiche und Angeber. So ungefähr präsentiert sich in Europa das Image der amerikanischen Limousine. Das war einmal. «Wir wollen mit unserer neuen, globalen Werbekampagne eine junge, technisch interessierte Kundschaft ansprechen», erklärt dagegen Kim Kosak, Direktorin für Werbung und Promotion der Cadillac Motor Car Division.
«Cadillac hat technisch viele Innovationen zu bieten. Und das wollen wir weltweit einer neuen Zielgruppe plausibel machen», sagt die Werbedirektorin im 23. Stock des Renaissance Centers in Detroit, dem neuen Hauptquartier von General Motors. Dazu hat sich der amerikanische Autobauer die Hilfe der Werbeagentur D’Arcy Worldwide gesichert.
Blenden wir kurz zurück. 1902 liess der Gründer der exklusiven Automanufaktur, Henry Martyn Leland, die ersten Cadillacs in Detroit zusammenschrauben. Er benannte die Karossen zu Ehren des französischen Entdeckers Antoine de la Mothe Cadillac, der 1701 Detroit gegründet hatte.
Lange Zeit war der nur in kleinen Stückzahlen produzierte Cadillac das Synonym für hohe Qualität, Eleganz und Exklusivität schlechthin. In den dreissiger Jahren setzte das Unternehmen ganze 13000 Limousinen ab. Nach dem Krieg – Cadillac gehörte jetzt General Motors – stieg die Produktion kontinuierlich, und das Styling der Limousinen wurde immer verwegener. Das Modell Eldorado 1959 markiert mit seinen gigantischen Schwanzflossen einen einsamen Höhepunkt.
Marylin Monroe und Gary Cooper entstiegen – im Kino und in der realen Welt – den opulenten Automobilen. Der Markenname Cadillac war «Top of the World», wie es Frau Kosak formuliert, kein anderes Automobil verkörperte besser Luxus und Glamour des amerikanischen Traums.
Nach der Ölkrise ging es mit der Produktion stetig bergab
Um 1973 erreichte der Ausstoss mit rund 300000 Wagen den höchsten Stand, dann knickten die Scheichs durch die Vervierfachung des Ölpreises die Erfolgskurve der durstigen Limousinen. Immerhin blieb der hastig abgespeckte DeVille-Luxuswagen der wohlhabenden, älteren Kundschaft. Der Seville positionierte sich als sportlicher Cadillac. Der 1993 auf Kiel gelegte und von Pininfarina gestylte Allante brachte es jedoch nur auf wenige Tausend Stück. Der Catera, auf Basis des in Europa lancierten Opel Omega gebaut, kam 1997 sozusagen als «Cadillac light» auf den Markt, ein kompaktes Einsteigermodell für ein jüngeres Zielpublikum.
Inzwischen liegt die gesamte Produktion aller Modelle bei ungefähr 200000 Stück jährlich. Die meisten «Cadis» finden in den USA Käufer, wo freilich die Erfolge der europäischen Luxusmarken und einiger teurer japanischer Automobile auf die Verkaufszahlen drücken.
Sechs Schwäne weichen stilisierten Balken
Die Zeiten liegen noch nicht weit zurück, als die US-Werber verkündeten: «American Brands for Americans.» Damals fochten Cadillac und Ford Lincoln fast unbehelligt von Mercedes und Jaguar gegeneinander. Das Duell endete mit einem Kantersieg für Cadillac. Doch der Lincoln Continental grub sich ins kollektive Unterbewusstsein der Menschheit als Limousine ein, in der Präsident Kennedy 1963 in den Strassen von Dallas einem Mörder zum Opfer fiel.
In der Werbung zeigte Cadillac früher in der Regel nur ein Automobil in eleganter Umgebung und dazu das Cadillac-Wappen. Doch selbst dieses Emblem, im Original mit sechs Schwänen dekoriert, wurde kürzlich neu gestylt. Das Federvieh musste stilisierten Balken weichen, und die Krone, die einst über dem Wappen schwebte, ist weg.
Dafür ist der Lorbeerkranz dichter geworden, wohl als Hinweis auf den neuesten Coup: Cadillac verkündete nämlich die Rückkehr zum internationalen Motorsport, bei dem man in den fünfziger und sechziger Jahren mitmischte, sich dann aber zurückzog, weil sich der Benzindampf der Rennstrecken schlecht mit dem Glamourimage vertrug. Zum taufrischen sportlichen Cadillac-Bild passt der neu entwickelte Rennwagen, der am diesjährigen 24-Stunden-Rennen von Le Mans losdonnern wird.
Cadillac neu als «Drivers Car» mit expressiven Entwürfen
«Design & Technology» ist die Schlagzeile des radikal neuen Werbefeldzuges aus der Küche der Agentur D’Arcy, die Filialen in Detroit und Los Angeles besitzt. Kein Wunder, dass Kim Kosak die BMW-Kampagne «The ultimate driving machine» als vorbildlich lobt.
Cadillac blickt in der Tat auf ein reiches technisches Erbe zurück. Bereits kurz nach der Gründung trumpfte das Unternehmen mit dem ersten V8-Motor auf und überraschte die Fachwelt später mit dem elektrischen Starter, der das Autofahren revolutionierte. Manche weitere technische Highlights folgten, doch von Technik kündete die Cadillac-Werbung früher fast nie.
Die neue Kommunikationsstrategie, die PR, Werbung, Product Placement und die Teilnahme an Autorennen umfasst, soll Cadillac als «Drivers Car» positionieren, als Automobil mit neuester Technologie. Der 1999 vorgestellte Prototyp Evoque und die am Genfer Salon gezeigte Studie Imaj weisen den Weg, unüblich expressive Entwürfe mit Cadillac-Gesicht. In die gleiche Richtung fährt auch der Concept Car Catera, der 2002 auf den Markt kommen soll.
Ein Auto ist mehr als nur die Summe von Einzelteilen
«Die Kampagne basiert auf dem Gedanken, dass das Zusammenwirken zweier unterschiedlicher Elemente eine einzige, starke Idee schaffen kann», erklärt Patrick Sherwood, Präsident von D’Arcy, «so bedeutet die Kombination von Design & Technology weit mehr als ein Verbinden einzelner Elemente.» John F. Smith, Vizepräsident von General Motors und General Manager von Cadillac: «Diese Kampagne artikuliert den internen Prozess zur Neudefinition von Cadillacs Zukunft als einer wirklich globalen Marke. Sie zeichnet ein intensives und hoch emotionales Bild von Cadillac.»
Die Kreativen im Solde von Cadillac verbinden die verschiedensten gegensätzlichen Elemente zu einer neuen Einheit. Style & Performance, Art & Science, ja sogar Tag & Nacht oder Mann & Frau spannen die Werber für Cadillac ein. Etwas irritierend sind die ganzseitigen Inserate mit einem «&» in der Mitte einer weissen Fläche; denn dieses Allerwelts-Et-Zeichen als dominierendes Signal für eine Exklusivmarke wirkt nicht sehr überzeugend. Und auch die Schlagzeile «The Power of &» lässt manchen Zeitgenossen zumindest einen Moment lang ratlos.
«Cadillac visiert jetzt den globalen Markt an», sagt der Holländer Jan-Willem Vester, früher Automobiljournalist und kürzlich als Chef für die internationale Kommunikation zu Cadillac in Detroit berufen. «Cadillac wird als erstes globales Luxusautomobil positioniert», bekräftigt kühn der junge Italiener Piergiorgio Traverso, neuer Global Brand Marketing Manager, der unter anderem bei Ford in Zürich seine Sporen abverdiente. Zwei Europäer gemeinsam mit einer Amerikanerin zuständig für das globale Marketing der amerikanischen Ikone, das signalisiert einen Paradigmawechsel im Selbstverständnis der bedrängten Marke.
Die Cadillac-Kampagne zeigt nicht mehr Glanz und Gloria, sondern handfeste technische Innovationen. Die über die Inserate laufenden Bildstreifen präsentieren technische Neuheiten in Kombination mit emotionalen Elementen wie Kindern oder der amerikanischen Flagge. Brandneu ist die ursprünglich für die amerikanische Armee entwickelte Night Vision, mit der der DeVille DTS als weltweit einziges Automobil ausgerüstet wird.
Das in der Werbung hervorgehobene Infrarotsystem erlaubt es, Hindernisse nachts über Hunderte von Metern auf einem Bildschirm zu erkennen und rechtzeitig auf kreuzende Elche oder gestrandete PWs zu reagieren. Um den Imagewandel in Richtung Technik und Fahrspass zu signalisieren, werden die Fernsehspots im Übrigen bei grossen Sportübertragungen eingeblendet.
Sterne und Streifen sind nicht überall erwünscht
«Stars & Stripes» als weiteres Element der Kampagne eignet sich als Aufhänger in New York oder Wisconsin, in arabischen Ländern oder Indonesien erzeugt die amerikanische Flagge jedoch Abwehr. «Wir sind daran, die gesamte Kampagne global abzustimmen», erklärt Kim Kosak, «ein Sujet mit einer modisch gekleideten Frau am Steuer eines Cadillacs taugt für Oman nicht, ist jedoch für Europa richtig.»
Die Amerikaner, gewohnt, den Rest der Welt als Quantité négligeable zu betrachten, müssen bei der Umsetzung der weitgehend in den USA realisierten globalen Werbekampagne einiges dazulernen. Über die Kosten der Kampagne will man sich im Renaissance Center zu Detroit nicht äussern, sie bewegen sich jedoch in einem hohen zweistelligen Millionenbetrag.
Europas erfolgreiche junge Aufsteiger im Visier
In den USA wird Cadillac wegen der wachsenden Konkurrenz ausländischer Highclass-Automobile kaum mehr gross zulegen können. Deshalb nehmen die Werbe- und Marketingstrategen die Alte Welt ins Visier.
In ganz Europa setzte Cadillac vergangenes Jahr jedoch nur gerade 1050 Automobile ab; davon 200 vom Modell Seville in der Schweiz. «Cadillac kann es technologisch mit den europäischen Spitzenmodellen aufnehmen», ist Jan-Willem Vester überzeugt. Junge, ambitionierte Aufsteiger will man in Europa mit der Werbeoffensive gewinnen. «Die Marke ist kühn, von Pioniergeist erfüllt und im Konzept intelligent und inspirierend», sagt Kim Kosak, «Cadillac hat sich entschieden verändert, das ist die Botschaft!»

Best of North-West (1999)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»Best of Print Advertising 1999 Die Anzeigenhits 1999 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich jene Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen, im vergangenen Jahr am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Advertising-IndexFür die Anzeigentests des Advertising-Index wird in acht Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Item-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als Supporter werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Item-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Keine Kurven für Marilyn

Marilyn Monroe und Gary Cooper haben das Auto mit seinen opulenten Formen geliebt. Heute gelten Cadillacs nur noch als alte Schwarten.

Marilyn Monroe und Gary Cooper haben das Auto mit seinen opulenten Formen geliebt. Heute gelten Cadillacs nur noch als alte Schwarten.Mit Hightech statt Schwanzflossen will General Motors der Marke aber wieder mehr Stil statt nur wohl gekurvtes Blech geben. Wie das neue Image von der Werbeagentur D’Arcy Worldwide verkauft werden soll, steht auf Seite 22

Blick mit neuer Dramaturgie

Layoutchef Willy Lüscher verpasst dem Boulevardblatt ein neues Layout

Layoutchef Willy Lüscher verpasst dem Boulevardblatt ein neues LayoutDie Leser werden nicht viel merken», orakelte Blick-Chefredaktor Jürg Lehmann bereits in der Ringier Hauszeitschrift Domo. Er hatte Recht. Wer den Blick vom vergangenen Dienstag in Händen hielt, hat die Änderungen im Layout kaum bemerkt. Erst ein genauer Vergleich von altem und neuem Auftritt zeigt die recht zahlreichen Neuerungen. Sie reichen von einer geänderten Bild- und Textdramaturgie über die Reduktion der Spaltenzahl von sieben auf sechs bis hin zu neuen Schriften. Grosse und kleine Geschichten besser voneinander unterscheiden, so lautete eine der Leitlinien für den Relaunch. Dieser Grundsatz gilt auch für die Bilder, die neu auf die schwarze Umrahmung verzichten: Das Aufmacherbild erhält mehr Gewicht, die übrigen Seitenbilder ordnen sich unter.
Entrümpelung war ein anderer Schwerpunkt für das neue Layout. Die Zahl der Gestaltungselemente wurde stark gestrafft. Auch Kästchen setzt der Blick sparsamer ein als bisher. Und frischere Farben sind angesagt: bisher mit «Sirup» unterlegte Texte erhalten jetzt eine beige Farbe als Grundierung, was die Lesbarkeit erhöhen soll.
Eine der markantesten Änderungen, die Umstellung von sieben auf sechs Spalten, beendet ein altes Problem. Lehmann: «Es gelingt uns jetzt viel besser, unschöne Löcher im Text zu vermeiden.»
Kurt Schwerzmann bei Michael Ringier abgeblitzt
Der Weg zum neuen Layout war ein beschwerlicher. Bereits vor einem Jahr hatte der Mediendesigner Kurt Schwerzmann den Auftrag erhalten, für den Blick ein neues optisches Konzept zu erarbeiten. Seine Vorschläge blitzten bei der Geschäftsleitung aber ab. Die Kritik: «Zu elegant und zu wenig boulevardig.»
Für die nächste Präsentationsrunde wurden auch Blick-Layoutchef Willy Lüscher und sein Team zur Ausarbeitung eines Layout-Vorschlags eingeladen. Und siehe da: Das hauseigene Projekt fand Gnade vor demjenigen von Meister Schwerzmann. Daniel Schifferle

Aufforderung zur Tarifuntreue

Lesch+Frei fordert in einem Inserat in Marketing & Kommunikation zum Drücken von Anzeigenpreisen auf

Lesch+Frei fordert in einem Inserat in Marketing & Kommunikation zum Drücken von Anzeigenpreisen aufVon Daniel Schifferle Nicht mit der kreativen Kompetenz – bewahre! –, sondern mit der Geschicklichkeit im Drücken von Anzeigenpreisen wirbt die Zürcher Agentur Lesch+Frei in der jüngsten Ausgabe von Marketing & Kommunikation für sich.
Die Aussage könnte nicht deutlicher sein: «Den Preis für diese Anzeigenschaltung haben wir um 50 Prozent heruntergehandelt», verkündet die erste Seite des doppelseitigen Inserates, und auf der zweiten folgt lapidar: «Was können wir für Sie tun?» Gezeichnet Lesch+Frei. Das Inserat hat in der Fachwelt Erstaunen und Kopfschütteln ausgelöst.
Peter Hartmeier, Geschäftsführer beim Verband Schweizer Presse, ist überrascht, dass ausgerechnet eine Kreativagentur mit Tariffragen statt mit kreativer Kompetenz für sich wirbt: «Auf das Image kann sich diese Anzeige nur negativ auswirken.»
Auch an die Adresse von Marketing&Kommunikation (M&K) richtet sich Hartmeiers Kritik: «Ich staune, dass M&K dieses Inserat überhaupt angenommen hat», sagt er, «jeder Kunde, der vorher oder nachher in dieser Zeitschrift inseriert, muss sich verschaukelt vorkommen.»
Als absurd bezeichnet Hartmeier auch den Zeitpunkt, in dem das Tarifargument in den Vordergrund rückt. Wenn der Werbemarkt boomt, sind Verhandlungsspielräume naturgemäss enger. Hartmeier sieht im streitbaren Inserat einen Hinweis auf einen Trend: «Es wird heute härter um Tarife gefeilscht.»
Peter Lesch von Lesch+Frei erklärt die Entstehungsgeschichte der streitbaren Anzeige vor allem mit Termindruck. Die beiden Seiten seien für die Lancierungskampagne von Meyer’s reserviert gewesen. Diese hätte aber kurzfristig verschoben werden müssen. «Wir brauchten eine schnelle Idee», sagt Lesch. M&K habe sich seinerseits um Entgegenkommen bemüht – mit dem Rabatt, den die Anzeige unverholen verkündet.
«Natürlich war ein Augenzwinkern mit dabei, als wir den Text formulierten», sagt Peter Lesch. Aber gleichzeitig meint er: «Wenn einer die Aussage ernst nimmt, ist das auch gut.» Lesch versteht das Inserat im besten Falle als eine Persiflage auf die Wirklichkeit im heutigen Tarifdschungel. «Grosse Mediaagenturen können enorm Druck machen», sagt Lesch. Gegenüber solcher Einkaufsmacht habe eine Agentur wie Lesch+Frei, die Media inhouse mache, natürlich viel weniger Möglichkeiten.
Marketing & Kommunikation zeigt sich sprachlos
Erstaunlich ist, dass ausgerechnet M&K als offizielles Publikationsorgan diverser Branchenverbände, etwa der Schweizer Werbung SW, eine Anzeige akzeptiert, die mit dem Herunterhandeln von Tarifen wirbt.
Bei M&K spielt man die Sache herunter und will auf keinen Fall mit Aussagen zitiert werden. Anzeigenleiter Urs Dick sagt nur so viel: «Grundsätzlich gilt bei uns Tariftreue.» Immerhin räumt er aber ein, es gäbe Ausnahmesituationen, in denen eine Anzeige erst in letzter Minute gekippt würde. Wenn die Druckmaschinen liefen, müsse man Lösungen finden.
Ob dieser Sonderfall auch beim Inserat von Lesch+Frei eingetreten war? M & K schweigt sich darüber aus. Um dies verbindlich zu klären, müssten alle Beteiligten an einen Tisch sitzen und die Details ausdiskutieren, sagt Dick. So schwer durchschaubar kann das Anzeigengeschäft also sein, wenn es um Tariffragen geht…
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