Schück verkauft an BertelsmannSpringer

Der deutsche Verlagsriese führt nun die Schweizer Fachverlage an

Der deutsche Verlagsriese führt nun die Schweizer Fachverlage anPer 1. Januar 2001 übernimmt BertelsmannSpringer den Rüschliker Bauverlag Schück Söhne AG, den Schweizer Marktführer im Segment Bauprojektinformationen. Zusammen mit den publizistischen Angeboten seiner Tochterfirma MVS Baumarketing AG wird das Berliner Unternehmen die mit Abstand führende Posi- tion im Schweizer Bauinformationsgeschäft einnehmen.Schück Söhne AG wurde 1940 in Zürich gegründet und beschäftigt heute 105 Mitarbeiter. Herzstück des traditionsreichen Baufachverlages ist das Schweizer Baublatt, das zweimal wöchentlich mit einer Auflage von 13500 Exemplaren erscheint und die bedeutendste verbandsunabhängige Fachzeitschrift für das Schwei- zer Bauhaupt- und -nebengewerbe ist. Schück gehören weitere bekannte Publikationen wie der Bau-Kontakt, in diesem Produktfeld umsatz- und auflagestärkstes Angebot in der Schweiz, sowie das Bau-Bulletin und der Bau-Tip. Schück ist zudem an der Online-Plattform www.bauonline.ch beteiligt und besitzt eine Druckerei.
Mit der Übernahme der Schück AG ist BertelsmannSpringer in der Schweiz einer der grössten Fachverlage mit insgesamt 75 Millionen DM Umsatz. Daniel Schifferle

Der Tagi ist und bleibt dran

WHS lässt prominente Schweizer für den Tages-Anzeiger werben

WHS lässt prominente Schweizer für den Tages-Anzeiger werbenEines haben die acht prominenten Testimonials der Imagekampagne für das Tamedia-Flaggschiff gemeinsam: Alle sind fleissige Leser der Zürcher Tageszeitung, wenn man der aktuellen Printkampagne des Tages-Anzeigers glauben darf. Auf den Sujets präsentieren sie ihre persönliche Tagi-Welt. Die Botschaft ist deutlich: Nicht nur der Tagi bleibt dran, sondern auch jeder Leser. So spinnt die verantwortliche Agentur WHS die altbewährte Headlinekampagne des Blatts weiter, die nun endgültig abgesetzt ist. Trotzdem sind die Sujets nur als Zwischenlösung gedacht – der definitive neue Werbeauftritt des Blatts wird von WHS auf Anfang Jahr programmiert. Seite 6

Muse & Musse: David Liebi

Muse & Musse David LiebiWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?David Liebi: Die Blue Balls Night im Kaufleuten – wegen des guten Programms.Was lesen Sie gerade und warum?Liebi: Nichts.

Muse & Musse David Liebi
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht und warum gerade diese?
David Liebi: Die Blue Balls Night im Kaufleuten – wegen des guten Programms.
Was lesen Sie gerade und warum?
Liebi: Nichts.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Liebi: «Riding with the Kings» von Eric Clapton und BBKing.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen und warum?
Liebi: «Dead Man» mit dem Schauspieler Johnny Depp. Warum? Freut euch des Lebens.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Liebi: Grundsätzlich beim Abendprogramm.
Welche ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Liebi: www.atomfilms.com
Liebe ist…?
Liebi: Am Morgen mit Freude in den Spiegel zu schauen…

So schön wohnen nur die Werber

Glass machte Ex-Werberin Ruth Arber ein verführerisches Geschenk

Glass machte Ex-Werberin Ruth Arber ein verführerisches GeschenkWeihnachtszeit – Gabenzeit. Weil Beschenkte auch sonst immer an Überraschungen Freude haben, wartete Regisseur und Mitinhaber der Produktionsfirma Glass, Marcello Schnyder (Freixenet-, Coop-Image-Spots), nicht bis Heiligen Abend, um Lebenspartnerin und Ex-Werberin Ruth Arber ein verführerisches Präsent zu machen: Fünf Monate nach Eröffnung ihres Zürcher Möbelgeschäfts für Wohnen in mediterranem Ethnolook, Casa Smeralda, liess Schnyder vor zwei Wochen seinen Low-Budget-TV-Spot als Launchkampagne für das Einrichtungshaus vom Stapel laufen. Da sich das neue Möbelgeschäft gegenüber einer Anzahl etablierter Läden profilieren muss, riet Schnyder zu diesem für die Branche aussergewöhnlichen Werbemedium. Selbst der Soundtrack, ein Celentano-Verschnitt, stammt aus Schnyders Feder und Stimmbändern. Wie der Urheber des 20-Sekunden-Spots an einem Werberanlass scherzend bemerkte, dürfte es sich dabei um den ersten Möbelladen dieser Art mit einem Spot handeln. Das ist nicht verbürgt.
Sicher ist hingegen: Beim Streifen, in dem eine karge Wohnzimmereinrichtung en plain air in die wildromantische Landschaft der Costa Smeralda gezaubert wird, handelt es sich um ein liebenswertes, verkaufsförderndes und verführerisches Geschenk Schnyders an Ruth Arber, die etwas von Werbung versteht. Als Mitbegründerin und -besitzerin der Agentur By Heart sattelte sie im Frühjahr definitiv auf ihr Steckenpferd Einrichtung um und verliess nach mehr als 20 Jahren das Werbegeschäft. Luca Aloisi

«Der Grafikerberuf erfährt eine klare Aufwertung»

Susann Mäusli, Geschäftsführerin Schweizer Grafiker Verband, zu Qualität und Ausbildung

Susann Mäusli, Geschäftsführerin Schweizer Grafiker Verband, zu Qualität und AusbildungBereits zum zehnten Mal seit 1991 vergab der Schweizer Grafiker Verband (SGV) dieses Jahr seinen Förderpreis (WW 43/00). An der Verleihung in Luzern erläuterte SGV-Geschäftsführerin Susann Mäusli ausserdem gegenüber der WerbeWoche, welche neuen Möglichkeiten angehenden Grafikerinnen und Grafikern durch Veränderungen an den Schulen offen stehen.Welches Ziel verfolgt der Schweizer Grafiker Verband mit der Verleihung seines Förderpreises?
Susann Mäusli: Mit dem mit 12000 Franken dotierten Förderpreis, den wir seit 1991 jedes Jahr vergeben, unterstützen wir die Qualitätssicherung beim beruf- lichen Nachwuchs. Der Förderpreis wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen, weil das Ausbildungsniveau in der Schweiz sehr schwankte und Vergleiche aufgrund unterschiedlicher Aufgabenstellungen in den verschiedenen Prüfungsregionen fast nicht möglich waren. Man wollte die Resultate der einzelnen Prüfungsregionen nebeneinander sehen. Nach zehn Jahren darf man feststellen, dass das Qualitätsniveau allgemein gestiegen ist. Während es anfänglich vielleicht eine einzige Prüfungsaufgabe gab, die konzeptionelles Denken forderte, liegen heute fünf von acht Aufgabenstellungen in diesem Bereich. Ein Grafiker soll schliesslich kein «Förmchenbäcker» sein, sondern eine Aufgabe analysieren und als deren Autor Verantwortung übernehmen können.
Schätzen Sie die Auswirkung des Förderpreises nicht etwas zu optimistisch ein?
Mäusli: Wir sind sicher, dass der Förderpreis einiges bewegt hat. Gestaltung wird diskutierbar, es findet ein Austausch statt, etwa nur schon durch die Tatsache, dass die Beurteilung der jurierten Arbeiten in die Schulen zurückgetragen wird. Die Förderpreisbroschüre, die die Beurteilung der nominierten Arbeiten durch die Jury enthält, wird auch in den Ausbildungsstätten ge- lesen und durchaus ernst genommen. Des Weiteren gab es Be- mühungen, gesamtschweizerisch ein gemeinsames Prüfungsthema anzustreben. Diese Diskussion, die derzeit wieder in Gang kommt, entstand ebenfalls durch den Förderpreis.
Spielen dabei nicht auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Einflüsse der US-amerikanischen auf die Schweizer Grafik?
Mäusli: Hauptsächlich in den Fünfziger- und Sechzigerjahren erlangte die so genannte Neue Grafik – eine Strömung, die auf die Entwicklungen der konkreten Kunst zurückgeht – internationales Ansehen. Vom Verbandspräsidenten Peter Vetter, der lange Zeit in den USA gearbeitet hat, weiss ich, dass Swiss Design dort heute noch immer ein positiver Begriff ist. Im Ausland spricht man von der Schweizer Gestaltung, hier zu Lande eben nicht. Dieses Missverhältnis hat vielleicht damit zu tun, dass die Schweizer Mentalität grundsätzlich eher zurückhaltende Tendenzen aufweist. Daher wollen wir versuchen, Swiss Design auch hier zu einer Marke zu machen, und da gehört eben auch dazu, dass man Arbeiten zeigt. Ich denke aber, dass das Qualitätsniveau in Zukunft auch durch die aktuellen Veränderungen in der gestalterischen Bildungslandschaft beeinflusst werden wird.
An welche Veränderungen denken Sie konkret?
Mäusli: Derzeit ist alles in Fluss. Das Ausbildungsmodell der beiden Gestalterverbände basiert auf der Idee einer fundierten Grundausbildung mit verschiedenen Modellen für die Weiterbildung. Im revidierten Ausbildungsreglement für Grafikerinnen und Grafiker wurde der bisher auch nur rudimentär vermittelte Bereich Konzeption tendenziell in die Weiterbildungsstufe verlagert. Die neuerdings dreijährige Lehre muss man aber ganz klar im Zusammenhang mit dem Vorkurs sehen, der im neuen Ausbildungsreglement und vom Bundesamt für Bildung und Technologie verlangt wird. Die dreijährige Lehre baut auf dem Wissen auf, das man im Vorkurs bereits erworben hat. Die Grafikerlehre wurde also nur bedingt verkürzt. Sie soll Grundwissen vermitteln, danach folgt – in der heutigen Zeit mit den permanent sich entwickelnden Technologien sowieso ein Muss – die stetige berufliche Weiterbildung und Spezialisierung, sei es an einer Fachhochschule oder berufsbegleitend mit einem Diplomabschluss. Die Ausbildung besteht demzufolge also in Modulen, die nach der Grundausbildung individuell zusammengestellt werden können.
Genügt die Basisausbildung, um an der Fachhochschule studieren zu können?
Mäusli: Nein. Dazu benötigt man laut eidgenössischem Fachhochschulgesetz die Berufsmatura. Im Moment sind wir aber daran, ein Konzept für eine berufsbegleitende Weiterbildung zum eidgenössisch diplomierten visuellen Gestalter auszuarbeiten. Von der eidgenössischen Fachhochschulkommission wissen wir, dass vorgesehen ist, Gestalter mit diesem Diplom ohne Berufsmatura an den Fachhochschulen zuzulassen, was eine klare Aufwertung der praxisorientierten Ausbildung darstellt. Es stehen heute die verschiedensten Möglichkeiten zur Auswahl. Ganz gut finde ich die Nachricht, dass man die Berufsmatur nicht mehr unbedingt braucht, wenn man sich anderweitig berufsspezifisch weitergebildet hat. In anderen Be-rufen ist es ja nach wie vor so, dass der Berufs- oder ein anderer Maturatypus Voraussetzung für ein Studium an der Fachhochule ist. Im Bereich der Gestaltung verhindert dieser Entscheid, dass vermehrt Quereinsteiger ohne fachliche Grundausbildung auf Weiterbildungsniveau ausgebildet werden. Der Beruf des grafischen Gestaltens erfährt somit eine klare Aufwertung.
Was verbindet Sie mit der grafischen Gestaltung und dem Verband?
Mäusli: Bereits während meines Jurastudiums war ich im Kunsthandel tätig. Nach Studienabschluss führte ich während sechs Jahren eine eigene Galerie für aktuelle Schweizer Kunst. Die Mitarbeit im Verband wurde über meinen Mann, der ebenfalls Verbandsmitglied ist, an mich herangetragen, weil die Verbindung Recht und Kunst, wie sie mein Curriculum aufzeigt, für den Verband als interessant erachtet wurde. Ich übe als Geschäftsführerin des Verbandes eine Stabsfunktion zum Vorstand aus, setze dessen Beschlüsse um und vertrete den Verband in dessen Sinn nach aussen.
Wie bilden Sie selbst sich weiter?
Mäusli: Im Moment absolviere ich den Nachdiplomkursus Kunst und Beruf an der Universität Bern. Dieses Nachdiplom, das eine Weiterbildung zum Kulturmanagement ist, wurde im Grunde für Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker eingerichtet, die – ich sage das jetzt etwas prosaisch – während des Studiums – wenig bis nichts mitbekommen haben über die Anforderungen des modernen Kulturbetriebs. Bereits jetzt kann ich das im Nachdiplomkursus vermittelte Wissen in meine Verbandstätigkeit einfliessen lassen. Interview: Ernst Weber

Best of South-East (3. Quartal 2000)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 3. Quartal 2000 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.

Arie für ein Genfer Gratisblatt

Verleger Jean-Marie Fleury feiert den 30. Geburtstag von Genève Home Informations mit Belcanto

Verleger Jean-Marie Fleury feiert den 30. Geburtstag von Genève Home Informations mit BelcantoVon Christophe Büchi Das Genfer Gratiswochenblatt GHI (Genève Home Informations) feiert seinen 30. Geburtstag. Dem Verleger Jean-Marie Fleury ist es bisher gelungen, seinen Gratisanzeiger an den Turbulenzen des Genfer Medienmarkts vorbeizusteuern.
Wenn man bei GHI in Genf anruft und aufs Wartebänkchen geschoben wird, bekommt man den beschwingten Belcanto eines organstarken Tenors verabreicht. Und ganz nach Belcanto tönen auch die Komplimente, die sich GHI zum 30. Jahrestag selbst serviert.
Im Verlauf der letzten 30 Jahre «wurde GHI bei den Genfern zu einer Art Canard enchaîné», heisst es da, und weiter: «ein schmeichelhafter Übername». In der Tat, kann man da nur sagen! Obgleich der WerbeWoche-Korrespondent besagten Vergleich mit dem französischen Satireblatt im GHI-Communiqué erstmals gelesen hat. Wie war das schon wieder mit dem Eigenlob?
Wenn zwei (oder gar drei) sich streiten…
Diese Faktenlage aber ist gesichert: Jean-Marie Fleury hat mit seinem GHI welsche Pionierarbeit geleistet. Das Blatt mit dem komischen, in veritablem Franglais gehaltenen Namen stiess bei seinem Erscheinen auf wenig Freude – auf dem angespannten Genfer Pressemarkt stritten sich damals die Tribune de Genève, das Sonor-Blatt La Suisse, das liberale Journal de Genève und sogar der linkskatholische Courrier de Genève um die zu verteilenden Werbefranken.
Dem Blatt, das zunächst vierzehntäglich erschien, ab 1977 dann zum Wochenrhythmus überging, kam die harte Wettbewerbssituation auf dem Presseplatz jedoch zugute: Weil weder La-Suisse-Verleger Jean-Claude Nicole noch die (damals der Publicitas-Gruppe gehörende ) Tribune de Genève in den Siebzigerjahren eine klare Leaderposition hatte, konnte sich der schlaue Aussenseiter Fleury nach und nach einen kleinen Platz an der Sonne ergattern. Fleury war übrigens auch der Gründer des Lausanner Gratisanzeigers Lausanne-Cités, den er aber schon bald seinen Partnern von der Edipresse-Gruppe verkaufte.
In den letzten Jahren konnte sich GHI fest etablieren, obgleich inzwischen Edipresse – als Besitzerin von La Tribune de Genève und Le Matin und Teilhaberin an Le Temps – den Genfer Presseplatz fest unter Kontrolle hält. Die starke Position von Edipresse konnte also Fleury bisher nichts anhaben.
Im Gegenteil: GHI verstand es in der Vergangenheit ganz gut, nach aussen den gutgenferischen Aussenseiter zu spielen, der dem «Waadtländer Monopolisten» Edipresse Paroli bietet. Von Kämpfen des kleinen David gegen den grossen Goliath kann freilich keine Rede mehr sein, in Wirklichkeit halten Edipresse und Fleury je 50 Prozent des Titels.
Dennoch: Dass sich Fleury 30 Jahre halten konnte, ist eine Leistung, auch wenn bei der Konkurrenz immer wieder der Vorwurf zu hören ist, Fleury betreibe Dumpingpolitik (aber welchem Teilnehmer im Annoncenmarkt wird dieser Vorwurf von den lieben Kollegen nicht auch gemacht?). So hat der Berno-Zurigo-Genfer Immobilienhai Jürg Stäubli, später auch der einheimische Verleger Roland Ray in den letzten Jahren ebenfalls versucht, den Genfern eine Alternative zu den Edipresse-Publikationen zu bieten – ohne Erfolg.
Das GHI-Communiqué erklärt diese Leistung mit der redaktionellen Haltung der Gratiszeitung in den Anfangsjahren: «GHI hatte einen aggressiven redaktionellen Ton, der vielen nicht passte, engagierte sich in Spitzenkämpfen, verteidigte Minderheiten und setzte sich sogar bei im Voraus verlorenen Angelegenheiten ein.
Sehr schnell hatte sie den Ruf einer Kritikerin erworben, fürchtete sich aber nie, Ungerechtigkeiten aufzudecken, im Gegensatz zu anderen Zeitungen, die eher auf ‹Vertuschung› machten.» Auch diese Arie ist reines Belcanto.
In Sachen Minderheiten verhält es sich eher so, dass die Gratiszeitung zeitweise im rechtspopulistischen Fahrwasser dümpelte. Dass sie zeitweise einen Kontrast zur «political correctness» der grossen Zeitungen setzte, kann jedoch nicht abgestritten werden.
GHI bezeichnet sich forsch als Nummer 1 in Genf
Mit anhaltendem Wachstum wurde das Blatt aber zunehmend zurückhaltender. Heute ist GHI ein Gratisanzeiger, wie es in Schweizer Städten viele gibt, mit einem grossen kommerziellen und einem weniger grossen redaktionellen Teil, in dem man bisweilen durchaus etwas Gutes finden kann.
Im GHI-Verteilungsgebiet (WG 11 und französisches Grenzgebiet) weist die Gratiszeitung 230000 Leser aus, wovon rund 216000 über die Distributionsfirma Epsilon bedient werden – der Rest der Bevölkerung kommt, so er will, via Zeitungskasten auf der Strasse zu seinem Exemplar. So bezeichnet sich GHI forsch als Nummer 1 der Genfer Presse.
Die Wochenzeitung wird bei der Schwestergesellschaft Sediprint in Genf produziert und im CIEG (Centre d’impression Edipresse Genève) gedruckt. Sie beschäftigt an die 50 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 20 Millionen Franken. Damit liege sie an erster Stelle aller Gratiszeitungen der Schweiz, heisst es bei GHI.
Mamma mia, che bel canto!

Branchenhits (3. Quartal 2000)

(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)

(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2000 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 3. Quartal 2000 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top three» gezeigt.
Telekommunikation Festnetz Swisscom Swisscom kleines Wunder 1,5

Informatik World Online Ihre Welt zum Greifen nah 1,3
Banken/Kreditkarten/Post UBS Hürdenläufer 1,6
Tourismus American Airlines Ihre Business-Partner 1,3
Advertising-IndexFür die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als Supporter werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

News: Targeting in Selbstbedienung

Der Suchmaschinenbetreiber Google (www.google.com), der bisher auf Bannerwerbung verzichtet, hat mit AdWords ein Angebot für Werbende lanciert.

Der Suchmaschinenbetreiber Google (www.google.com), der bisher auf Bannerwerbung verzichtet, hat mit AdWords ein Angebot für Werbende lanciert.News Targeting in Selbstbedienung
Diese können bestimmte Schlüsselwörter beziehungsweise Suchbegriffe reservieren, bei denen rechts von den normalen Suchergebnissen so genannte gesponserte Links erscheinen sollen. Der Text, der in den kleinen Kästchen erscheint, kann direkt auf der Website von Google eingegeben werden. Bilder werden nicht akzeptiert. Auch die Bezahlung, die auf einem Tausenderkontaktpreis basiert, kann online
per Kreditkarte abgewickelt werden.
Ad Pepper findet Partner für Asien Ad Pepper Media (www.ad pepper.com), Vermarkter von Onlinewerbung, E-Sponsorships und E-Commerce-Lösungen, ist eine strategische Allianz mit BMC Media eingegangen, einem Vermarkter von Onlinewerbung in der Region Asien/Pazifik mit Sitz in Sydney. Ad Pepper Media selbst ist in 13 Ländern Europas (unter anderem in der Schweiz) und in den USA tätig. Zu den bisherigen Onlinewerbemärkten sollen dank der Kooperation nun auch Australien und vier asiatische Länder hinzukommen.

News: Vogt-Schild mit Waffenmagazin

Der Solothurner Verlag Vogt-Schild übernimmt auf den 1. Dezember das internationale Waffenmagazin Visier vom deutschen Paul Parey Zeitschriften-Verlag.

Der Solothurner Verlag Vogt-Schild übernimmt auf den 1. Dezember das internationale Waffenmagazin Visier vom deutschen Paul Parey Zeitschriften-Verlag.News Vogt-Schild mit Waffenmagazin
Visier sei mit einer Auflage von 45000 Exemplaren die Nummer eins im Segment der Sportwaffen-Magazine, teilte der Verlag mit; er gibt bereits die Internationale Waffenzeitung und die Zeitschrift Caliber heraus.
SRG mit lockerem sponsoringDie SRG hat gegen das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) verstossen, indem sie Namen von Sponsoren mit Werbeslogans verknüpfte. Dieses Urteil fällte das Berner Strafgericht. Bei der Ausstrahlung der Verkehrsinfos auf Radio DRS wurde die Sponsorennennung mit Slogans wie «Citroën Xara, einer, dem man vertraut» verknüpft. Im März brummte das Bundesamt für Kommunikation der SRG deswegen eine Busse von 2000 Franken auf. Die SRG will auch das jetzt gefällte Urteil «höchstwahrscheinlich» weiterziehen.
TV 3 verletzt Konzession mit newsMit dem Wechsel von der 20-minütigen Nachrichtensendung «News um 7» zu sechsminütigen Kurznachrichten hat TV 3 seine Konzession verletzt. Damit schloss sich das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) der Meinung des Bakom an, gegen dessen Urteil TV 3 rekurriert hatte. Die Konzession verpflichte TV 3, ein Vollprogramm mit Schwerpunkten in den Bereichen Information und Unterhaltung zu verbreiten, schreibt das Uvek. TV 3 nannte das Urteil «unverständlich», da die Kurznews drei- bis sechsmal so viele Zuschauer anziehen wie die früheren langen Nachrichten. Der Sender prüft nun das weitere Vorgehen. Zur Diskussion stehen ein Weiterzug des Entscheids ans Bundesgericht, die Wiederherstellung der früheren Situation oder ein Gesuch um eine Konzessionsänderung.
Ta überarbeitet ThemenbundDer Tages-Anzeiger baut seinen Themenbund auf den 22. Januar 2001 um. Wie Newsmail berichtete, weicht die Jugendbeilage «Ernst» einem wöchentlichen Medienbund. «Ernst» wird nur noch als Communityangebot auf der TA-Website existieren. Die Kehrseite des Themenbundes präsentiert künftig Ausgehhinweise und das TV-Programm.
Ricardo und Scout24 werden partnerDie Auktionsplattform Ricardo.ch und die Scout24-Marktplätze gehen per 1. Dezember eine strategische Zusammenarbeit ein. Ziel der Partnerschaft ist es, den Nutzern «auf einen Click» ein vollumfängliches Angebot in den Bereichen B-to-C und C-to-C zur Verfügung zu stellen.
Bluewin lanciert Blueprimus.ch
Blueprimus, eine Tochter von Bluewin und der deutschen E-Commerce-Firma Primus-Online (49 Prozent), ist ans Netz gegangen. Das virtuelle Shoppingcenter bietet Unterhaltungselektronik, Videos, CDs und DVDs an. Zu Blueprimus gehören auch Plattformen für Auktionen und «Powershopping».

Grafik von creadesign bbt kommt aus Rapperswil

Zwei Grafiker und ein Typograf stehen hinter der Neugründung creadesign bbt GmbH mit Sitz in Rapperswil.

Zwei Grafiker und ein Typograf stehen hinter der Neugründung creadesign bbt GmbH mit Sitz in Rapperswil.Das Unternehmen bietet Betreuung im Bereich der visuellen Kommunikation, von Drucksachen, Bild- und Textverarbeitung bis zu Logodesign und Corporate Identity. Creadesign geht aus dem Atelier des Grafikers Theo Böhler hervor, der seit 14 Jahren selbstständig in Rapperswil arbeitet. «Die Firmengründung war deshalb auch nicht ein Start von Grund auf», so Teilhaber Martin Thumm, «sondern eine Geschäftserweiterung.» Der dritte gleichberechtigte Partner im Bunde ist der Grafiker Justo Barragán. Creadesign bbt will in erster Linie für Direktkunden arbeiten. (ba)

«Wir stellen eine enorme Steigerung des Interesses fest»

Lucia Degonda über die vfg. und ihre Werkschau «The Selection vfg.»

Lucia Degonda über die vfg. und ihre Werkschau «The Selection vfg.»Zum dritten Mal schreibt die vfg. vereinigung fotografischer gestalterInnen «The Selection vfg.» aus. Zu dieser Werkschau sind alle fotografischen Arbeiten von Berufsfotografinnen und -fotografen zugelassen, die im Jahr 2000 in der Schweiz oder im Ausland veröffentlicht wurden. Dem Gewinner der Ausschreibung winkt der mit 10000 Franken dotierte Magazin-Fotopreis. vfg.-Mitglied Lucia Degonda lädt insbesondere Werbefotografinnen und -fotografen zur Teilnahme ein. Welche Ziele verfolgt Ihre Vereinigung?
Lucia Degonda: Die vfg. vereinigung fotografischer gestalterInnen wurde 1995 ins Leben gerufen mit dem Ziel, ein Forum für Berufsleute zu schaffen. Im Moment gehören ihr etwa 90 Fotografinnen und Fotografen an, die in der Werbe-, der redaktionellen oder der Kunstfotografie tätig sind. Die vfg. ist die erste Vereinigung, die das gesamte Berufsspektrum umfasst. Im beruflichen Alltag vermischen sich diese Disziplinen mehr und mehr: Reportagefotografen werden angefragt, Werbekampagnen zu fotografieren, Modefotografen auf Reportagen angesetzt. Die Sparten sind nicht mehr klar auseinander zu halten. Deshalb erachteten wir es als sinnvoll, eine Vereinigung zu schaffen, die für alle diese fotografischen Disziplinen einsteht.
Welche konkreten Leistungen erbringt die vfg.?
Degonda: Durch regelmässig stattfindende Bildersoirées animieren wir den Austausch und die Begegnung unter den Fotografinnen und Fotografen. Dann fördern wir die junge Fotografie mit dem vfg.-Nachwuchsförderpreis für Lehrlinge, Studentinnen und Studenten der Fotografie, Autodidakten sowie junge Berufsleute und organisieren Vorträge und Referate, die verschiedene Bereiche der Fotografie beleuchten, wie etwa ihre Geschichte oder das Menschenbild in der Werbefotografie. Ausserdem führen wir weiterbildende praxisorientierte Workshops nach den Bedürfnissen der Berufsleute durch und bieten den Mitgliedern in Zusammenarbeit mit swissartwork einen eigenen Internetauftritt an.
Welches Ziel verfolgt «The Selection vfg.»?
Degonda: «The Selection vfg.» will ein Bild der Schweizer Berufsfotografie vermitteln, deren Stellung und Wert aufzeigen. Die Idee, eine Auswahlschau der Schweizer Berufsfotografie zu schaffen, war bereits bei der Gründung der vfg. existent. Das Projekt wird von einem Team der vfg. und dem Büro für Kulturmanagement d.o.k. organisiert. Das vfg.-Team bestimmt die inhaltliche Ausrichtung so, dass sie der Berufsfotografie von Nutzen ist. Dem Büro d.o.k. obliegt die Koordination, Organisation und Projektleitung der Veranstaltung. «The Selection vfg.» findet jährlich statt und soll ein Zeitdokument der Berufsfotografie werden.
Seit wann gibt es «The Selection vfg.»?
Degonda: «The Selection vfg.» wird zum dritten Mal durchgeführt. Wir stellen eine enorme Steigerung des Interesses fest: Während im ersten Jahr noch an die 100 Arbeiten eingingen, hatte die Jury im vergangenen Jahr bereits nahezu 300 Arbeiten zu beurteilen. Die selektionierten Arbeiten werden in einer Ausstellung in Zürich und weiteren Schweizer Städten gezeigt und in einem Katalog dokumentiert. Unser Ziel ist es, dass dieses Werkbuch wie etwa der Keystone-Bildkatalog in jeder Werbeagentur und Bildredaktion steht. Der Katalog soll kein Kunstbuch sein, sondern ein Nachschlagewerk, das man benutzt.
Welche Beurteilungskriterien wenden die Juroren an?
Degonda: Die vfg. hat absolut keinen Einfluss auf die Jurierung, sondern lediglich auf die Zusammensetzung der Jury. Ihr gehören Fotografen, Werberinnen, Bildredaktoren und Kunsthistorikerinnen an, die aus möglichst allen Landesteilen sowie aus dem Ausland kommen. Man kann die Schweizer Berufsfotografie nicht isoliert vom Ausland betrachten, da viele von uns mit ausländischen Auftraggebern zusammenarbeiten. Sie will man mit einbeziehen, weil ihr Urteil relevant ist.
Welche Rolle spielt das Bundesamt für Kultur?
Degonda: Das Bundesamt für Kultur hat das Patronat über «The Selection vfg.» übernommen. Für den letztjährigen Katalog wurde uns ein Startkredit gewährt. Dieses Jahr findet eine Zusammenarbeit etwa im Rahmen der Wanderausstellung statt, die wir in Lausanne, Basel, Chur und eventuell im Tessin zeigen möchten.
Was hat «The Selection vfg.» mit der Fotonacht des Magazins zu tun?
Degonda: Ich muss das vielleicht von der Geschichte her erklären. Mit der Idee «The Selection vfg.» haben wir während eines Jahres ohne Erfolg Partner in der Fotobranche gesucht. Danach gelangten wir gemeinsam mit dem Büro d.o.k. an Das Magazin und schlugen «The Selection vfg.» als Inhalt für die Magazin-Fotonacht vor. Tamedia und Das Magazin, das neue Sichtweisen der Schweizer Fotografie fördert, unterstützten diese Idee. Das Magazin investierte massiv in die Kommunikation von «The Selection vfg.», was sicher ein Grund für die rasche Etablierung der Auswahlschau ist. Zudem stiftet Das Magazin einen mit 10000 Franken dotierten Fotopreis, der jeweils einem von der Jury selektionierten Teilnehmer zuerkannt wird.
Wie ist es um das Ansehen der Schweizer Auftragsfotografie bestellt?
Degonda: Die Fotografie hat in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren allgemein an Bedeutung gewonnen. Vor allem die Kunstfotografie. Nachdem dieser Aufschwung in den USA bereits seit längerer Zeit feststellbar war, hat die Fotografie nun auch in der europäischen Kunstwelt einen festen Wert bekommen. Die angewandte Berufsfotografie hingegen, die im Kontext mit Produkten entsteht und die sich mit dem Alltag befasst, wird weniger stark wahrgenommen, obwohl gerade in diesem Bereich viel Grossartiges geleistet wird. Es ist uns ein Anliegen, dass man auch diesen Teil der fotografischen Gestaltung gemeinhin wahrnimmt.
Welchen fotografischen Stil pflegen Sie?
Degonda: Ich habe sehr breite fotografische Interessen. Seit 14 Jahren arbeite ich als selbstständige Fotografin. Früher war ich vor allem im redaktionellen Bereich tätig, heute fotografiere ich für Architekten und Spitäler, aber auch Landschaften, und ich mache Porträts. Zudem unterrichte ich Fotografie an der Schule für Gestaltung und Kunst in Zürich und am MAZ in Luzern, und wie viele andere Fotografen und Fotografinnen habe auch ich ein persönliches Thema: Ich fotografiere Berge. Interview: Ernst Weber
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