Zu guter Letzt: Hunger und Stil

Fast jeder kennt die Snickers-Kampagne «Du bist nicht du selbst, wenn du hungrig bist». Nun geht sie mit einer neuen Botschaft in eine weitere Runde. 

Wenn der Blutzuckerspiegel fällt, kann die Stimmung leicht kippen. In solchen Fällen hilft nur noch ein Snickers. Das hat uns der Schokoriegel-Hersteller in zahlreichen Spots vor Augen geführt.

Die neue Plakatkampagne behauptet, dass es auch einen Zusammenhang gibt zwischen Blutzuckerspiegel und Stil-Level: Wenn man richtig hungrig ist, spielt der gute Geschmack nicht mehr mit. Man sollte sich also besser rasch Zeit für ein Snickers nehmen, bevor man sich am Morgen anzieht – und erst recht, bevor man sich auf leeren Magen tätowieren lässt. (sis)

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André Benker schliesst sich Komet an

Nach der Schliessung der Neuen LGK wechselt André Benker zu Komet. Dort wird er als Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung tätig sein.

«Es freut uns sehr, dass wir André für uns gewinnen konnten», wird Managing Director Marcel Durst in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert. «Er ist mit seinen menschlichen und fachlichen Qualitäten eine grosse Bereicherung für unsere Agentur.»

Der ehemalige «Werber des Jahres» bringt vier Kunden, die er schon lange und erfolgreich betreut, mit zu Komet: Swisspatat, GalloSuisse (Vereinigung Schweizer Eierproduzenten), Schweizer Zucker und die Berner Zeitung. «Die Kunden ergänzen unser Portfolio in idealer Weise» freut sich Marcel Durst. 

Ab Mai wird André Benker als Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei Komet in Bern arbeiten. Gleichzeitig wird ausserdem Beraterin Claudia Shatri von der Neuen LGK zu Komet stossen.
 
 

Aufgespiesst: Clever und smart…

… analog oder digital? Wer studieren will, muss sich zukünftig entscheiden. Nicht nur für den Studiengang und die Art seines angestrebten Abschlusses, sondern auch für den richtigen Zeitmesser.

Am besten wählt man eine analoge Uhr von anno dazumal. Denn Smartwatches sind im Elfenbeinturm in Zukunft verboten.

Aber von vorn: Früher waren umfangreiches Wissen, gute Nerven und eine sorgfältig aufgezogene Armbanduhr die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für eine Prüfung. Heute ist es der flinke Finger: Weil Smartwatches einen schnellen und unauffälligen Zugriff auf Google und Wikipedia erlauben, sind sie die perfekten Spickzettel. Ein hundskommuner Blick auf die Uhr – und schon sitzt das Testergebnis. Ein «Hallo, Sie da, schauen Sie bitte nicht auf Ihre Uhr!», von der Klausuraufsicht erschien dem Rektor der City University London offenbar nicht angemessen. Deshalb ist es an dieser Londoner Uni nun bereits verboten, zur Prüfung eine Armbanduhr zu tragen. Andere Lehranstalten zogen nach. Fragt sich nur noch: Warum überhaupt an die Uni gehen, wenn das Wissen, das dort gelehrt, gelernt und abgefragt wird, gerade einmal das Niveau von Google und Wikipedia erreicht? Wir werden mal in London anfragen. afh

Bild: Keystone

Catenaccio am Superbowl

Ausgerüstet mit dem Smartphone sind Zuschauer bereit, Zuckerpässe aus Spots anzunehmen.

Die Werbebranche feiert 50 Jahre TV-Spot. Seine Verdienste sind unbestritten. Viele davon sind unvergesslich. Für Publisuisse-CEO Martin Schneider etwa jener, bei dem eine Hand in grünes Abwaschmittel eintaucht. Palmolive! Und mein Favorit? Das Abwaschduell Villariba gegen Villabajo. Fairy Ultra! Das war 1992. Zehn Jahre zuvor gewann Italien den WM-Titel mit dem Catenaccio. Das ist eine ultradefensive Spielweise im Fussball mit nur ganz selten vorgetragenen Offensivaktionen. Liessen sich die Macher der diesjährigen Superbowl TVSpots etwa vom Catenaccio der 80er inspirieren? Vom Prinzip her ja, wenn man ernsthaft gemeinte Aufrufe zu Handlungen via TV-Spots als Massstab für Offensivaktionen nimmt. 53 Prozent aller 104 (!) während des Superbowl-Spiels ausgestrahlten Spots verfügten über keinen Call-to-Action. 2014 waren es noch 21 Prozent. Ist der Wirkungsglaube an die Parallelnutzung verloren gegangen? Das Catenaccio- Prinzip gilt für TV-Spots ganz allgemein. Das erstaunt. Denn ausgerüstet mit Snack und Smartphone (61 Prozent gaben an, das Superbowl-Spiel mit dem Smartphone in der Hand zu verfolgen) sind Zuseherinnen und Zuseher mehr denn je bereit, raumöffnende Zuckerpässe aus Spots dankend anzunehmen. Vorausgesetzt, man nimmt sich die Mühe, alle Register richtig zu ziehen. Ein paar Beispiele.

#Hashtags – 42 Prozent der Superbowl-Spots hatten einen Hashtag. So weit so gut. Doch die Einblendungszeit lag durchschnittlich bei weniger als einer Sekunde. Selbst die schnellsten Tweenager sind ausserstande, in dieser Zeit einen Hashtag aufzuschnappen. Ein Hashtag gehört erstens während des ganzen Spots eingeblendet und zweitens sollte er zumindest in der Kernzielgruppe bereits bekannt sein. Wer sich via TV-Spot zwecks Netzwerkerweiterung in sozialen Netzwerken ins Gespräch bringen möchte, der kommt um die intelligente Integration eines Hashtags nicht herum.

#Downloads – Gerade mal 8 Prozent aller Spots mit Call-to-Actions boten den Zuschauern eine App zum Runterladen an. Wer über 4 Millionen Dollar in 30 Sekunden Sendezeit investiert, dem müsste eigentlich je-des Mittel recht sein, aus Kontakten via Download möglichst viele Leads zu generieren.

#AugmentedReality – Es hört sich futuristisch an. Ist es aber nicht. Die Rede ist von Bild-und-Ton- Erkennungs-Applikationen. Sehr verbreitet ist Shazam, eine App, die Musikstücke innert weniger Sekunden erkennt und Songtitel entsprechend auf dem Smartphone anzeigt. Auch für die Bilderkennung gibt es bereits zahlreiche Applikationen, die vorderhand im Print-to- Mobile eingesetzt werden. Eigentlich unverständlich, dass kein einziger Superbowl-Spot zum «Mithören» via Shazam aufforderte.

#Video-Apps – Videos lassen sich immer schneller und einfacher in einem Atemzug via Social-Media- Apps aufnehmen, hochladen und teilen. Twitter, Facebook und Instagram verbessern die entsprechenden Funktionen laufend.

#Chat-Apps – Seit wenigen Tagen ist es möglich, via Twitter-App in Gruppen zu chatten. Führende Chat-Apps sind WhatsApp und Snapchat. Via Chat- Apps Spot-Inhalte ins Gespräch zu bringen ist eine spannende Wirkungsoption. «Damit TV-Werbung eine Zukunft hat, muss sie gut sein», sagt Martin Schneider. Wir nehmen den CEO des grössten TV-Vermarkters beim Wort und freuen uns auf eine Innovationsoffensive, die das qualitative Pass-spiel zwischen den Bildschirmen so richtig lanciert. Es ist höchste Zeit dazu, weil Facebook inzwischen mit über 3 Millionen Userinnen und Usern dem TV den Rang des stärksten Reichweitenmediums für Werbung streitig macht.

Beat Hürlimann
 

Zwei neue Moderatoren bei «Echo der Zeit»

Bei «Echo der Zeit» werden zwei Moderationsstellen neu besetzt. Redaktionsleiterin Isabelle Jacobi übernimmt die Moderationsfunktion von Ursula Hürzeler, die pensioniert wird. Moderator Samuel Wyss ersetzt Peter Vögeli, der als Korrespondent nach Berlin wechselt.

Isabelle Jacobi wird neben ihrer Funktion als Redaktionsleiterin von «Echo der Zeit» künftig die Sendung auch moderieren. Sie folgt in dieser Funktion Anfang 2016 auf Ursula Hürzeler, die dann in den Ruhestand geht. Isabelle Jacobi, 45, moderierte von 1999 bis 2006 die damalige Hintergrundsendung «DRS 2 aktuell». Später arbeitete sie als freie Korrespondentin, unter anderem für SRF, in New York. Ende 2008 begann sie als Produzentin bei «Echo der Zeit», dessen Redaktion sie seit Herbst 2012 leitet.

Samuel Wyss stösst Anfang August 2015 als Moderator neu zu «Echo der Zeit». Er wird Nachfolger von Peter Voegeli, der als SRF-Korrespondent im Frühjahr 2015 nach Berlin wechselt. Samuel Wyss, 35, arbeitet seit 2010 bei Radio SRF 4 News, als Redaktor, Produzent und seit September 2014 als Moderator. Er schliesst diesen Sommer sein Bachelor-Studium der Germanistik und der Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Fribourg ab. Vor seiner Radiotätigkeit bei SRF arbeitete er im Bereich Werbung und Kommunikation.

Isabelle Jacobi, Redaktionsleiterin «Echo der Zeit»: «Samuel Wyss ist ein junger, innovativer Moderator, der als relativer Neuling am Mikrophon in kürzester Zeit zu einer prägnanten und kritisch-hinterfragenden Radio-Stimme wurde. Wir freuen uns auf unseren neuen Kollegen.»

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Isabelle Jacobi

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Samuel Wyss
 

Die Leinwand am Handgelenk

Swatch und Kunst sind für das Marketing ein Dreamteam. Das «Artist Residency Program» des Swatch-Art-Peace- Hotels in Shanghai bringt Künstler aus aller Welt zusammen, um werbewirksam ein Image zu pflegen.

Seit dem Lancieren des ersten Modells im Jahre 1983 hat Swatch eine enge Beziehung zur Kunst gepflegt. Bereits nach einem Jahr folgte ein «Swatch Art Special» mit einem Set von unikaten Plastikuhren, die von Christian Champion entworfen wurden. Der Künstlername des Designers war «Kiki Picasso ». Zu wertvollen Sammelstücken wurden auch die «Uhrwerke» des amerikanischen Artisten Keith Haring.

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In der weiteren glücklichen Ehe von Kunst und Zeitmessung konnte Swatch jährlich neue Filmschaffende, Modedesigner, Fotografen oder Concept- Artists für sich begeistern. Und damit auch stilvoll «Gratis»-Werbung für seine Kollektionen betreiben. Im November 2011 hat das künstlerische Engagement eine weitere Dimension erfahren mit der Eröffnung des Swatch-Art-Peace-Hotels in Shanghai. Dort ist das frühere Peace-Hotel grosszügig restauriert und in ein Kunsthotel in Shanghais Luxusmeile verwandelt worden. Zum Konzept gehört es, mit Aktionen und Shows regelmässig Künstler ins Zentrum einer der dynamischsten Städte Chinas zu bringen. Zwei Etagen des Hotels wurden in 18 Wohnateliers für Künstler aus aller Welt umgebaut. In den restlichen Räumen soll man sich treffen und neue Ideen entwickeln. Ein paar Suiten sind auch für das Publikum offen. Die «Artists in Residence » werden von einer Kommission ausgewählt. In dieser sitzt neben Nayla und Nick Hayek auch George Clooney. Die Exponate der Künstler werden auch in einem virtuellen Museum ausgestellt. Dieses ist über die Website des Hotels zu erreichen. pan

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Das innovative Konzept des Swatch-Art-Peace-Hotels verbindet auf intelligente Weise den Einzelhandel mit einem Hotel, in dem Künstler leben und arbeiten. Regelmässig finden Happenings mit illusteren Kunstschaffenden das Interesse auch der Medien. Foto oben: Nick Hayek bei der Eröffnung.
 

Valentinsgrüsse aus dem Labor

Pünktlich zum Valentinstag lanciert Melectronics einen Online-Spot. «From The Lab» heisst die Web-Serie, welche die Kreativen von Inhalt&Form ins Leben gerufen haben.

Hauptakteur ist der bekannte Melectronics-Mann, der darin seinem Erfindergeist freien Lauf lässt. Zum Valentinstag möchte er den Damen auf überraschende und einzigartige Weise alles Gute wünschen.

Mit einer gezielten Teaser-Phase und einem geschickten Seeding will die Agentur auf die erste Episode «From The Lab» aufmerksam machen. Weitere Überraschungen aus dem Labor seien bereits in Planung, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Verantwortlich bei Melectronics: Patrick Marti (Leiter Fachmarkt), Kristina Burch (Leiterin Marktbearbeitung a.i.). Verantwortlich bei Inhalt&Form: Serge Riedener (CD), Karin Estermann (Senior AD), Fabian Zahner (Text/Konzept), Simon Kümin (Social Seeding), Barbara Zingg (Beratung), Kristian Brändle (Beratung/Strategie online). Verantwortlich bei Solid & Hallerfilm: Martin Luchsinger (Regie), Daryl Hefti (DOP), Valentin Altdorfer (SFX), Rudi Haller, Silvana Pellegrini (Produktion); Jingle Jungle (Sounddesign), Federico Bettini (Komposition).
 

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Die Kunst der Verzückung

Die Kunst der Verzückung Uhrenmarken und die schönen Künste: Das Luxuslabel Jaquet Droz zeigt sich stolz auf seine Partnerschaft mit dem Béjart Ballet Lausanne. Das Sponsoring soll auch eine kreative Begegnung sein.

Zuweilen gibt es diese besonderen Begegnungen. So wie beispielsweise jenes Zusammentreffen eines passionierten und avantgardistischen Uhrmachers und eines aussergewöhnlichen Künstlers, die ihre einzigartige Vision des Lebens, ihrer reichen Geschichte und ihrer Vorstellung der Zukunft teilen », heisst es in der Erklärung von Jaquet Droz zu ihrem Sponsoring-Engagement. Die Manufaktur in La Chaux-de-Fonds hat im Dezember 2013 die Rolle des exklusiven Presenting Partners des Béjart Ballet Lausanne unter der Leitung von Gil Roman eingenommen. Über das traditionelle Sponsoring hinaus begründet das Zusammentreffen der Uhren- Manufaktur und des Ballett-Ensembles, die nun das Erbe von Maurice Béjart weitertragen, gleichzeitig eine künstlerische Symbiose. «Es handelt sich um eine kreative Begegnung sowie das Zusammenschmelzen von Persönlichkeiten, die dieselbe Leidenschaft für die Bewegung und den unschätzbaren Wert dieser seltenen und flüchtigen Momente teilen, in denen das Schöne seine Vollendung findet.»

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Pierre Jaquet-Droz ist 1721 im Schweizer Jura geboren und konnte sich in der Zeit der Aufklärung zu einem der begabtesten Uhrmacher etablieren. Neben seiner ausgezeichneten Technik galt er auch als echter Künstler. Seine Musikautomaten haben damals alle europäischen Königshäuser begeistert.

Der im Jahr 1927 in Marseille geborene Béjart bleibt bis zu seinem Tod im Jahr 2007 eine der Legenden des Tanzes. 1987 hat er das Béjart Ballet Lausanne gegründet und damit seinen revolutionären Ansatz der darstellenden Kunst in der Schweiz verankert. Dabei stellte Béjart immer wieder – bei seinen Tourneen in Afrika, Asien und auch in den USA – sein Streben nach höchster Perfektion unter Beweis. Eine Zielsetzung, die heute bei Jaquet Droz genauso für die Macher der hochwertigen Kunstwerke aus der Uhrenbranche gilt. pan

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Gil Roman, Directeur Artistique du Béjart Ballet Lausanne, will in seiner Ballett-Schule die Ideen des legendären Choreografen in die Zukunft weiterführen. Ein kreativer Ansatz, der im übertragenen Sinn auch für die Uhrenkünstler des Labels Jaquet Droz Gültigkeit hat.

 

Die Neuen Digitalen

In Flagranti wird zur Agenturgruppe. Für die digitale Kompetenz der Agentur werden in Zukunft Thomas Röthlisberger und Christoph Camenisch sorgen.

Thomas Röthlisberger und Christoph Camenisch haben beschlossen, die unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Welt als Unternehmer auszuschöpfen. Sie steigen, neben dem Aufbau ihres eigenen Unternehmens, ab 1. März 2015 bei 55 weeks ein, dem digitalen Agenturzweig, der zusammen mit In Flagranti Communication und In Flagranti Design neu die In-Flagranti-Gruppe bildet.

Vom Manager zum Unternehmer

Thomas Röthlisberger und Christoph Camenisch waren die letzten Jahre bei der E-Business-Dienstleisterin Unic tätig. Nun wollen die beiden vom Manager zum Unternehmer werden und werden im Frühjahr ihre Passion für die digitale Transformation in einer eigenen Firma manifestieren. Mit diesem Vorhaben im Kopf loteten sie verschiedenste Kooperationsmöglichkeiten am Markt aus und sind so auf In Flagranti gestossen. Sie hätten rasch gemerkt, dass Lorenz Schmid und Michael Hählen die Notwendigkeit, sich im Marketing-Umfeld neu zu erfinden, erkannt haben und kreative Wege gehen wollen. Nach ersten Gesprächen wurde rasch klar, dass die zwischenmenschliche Ebene zwischen den vier Unternehmern harmoniert, und eine gemeinsame Vorgehensweise wurde beschlossen.

Christoph Camenisch und Thomas Röthlisberger liefern künftig die Grundlagen für den digitalen Erfolg der In-Flagranti-Gruppe. Christoph Camenisch ist Vater von drei Kindern. Seit der frühen Kindheit ist Chris-toph fasziniert von allem Digitalen. Sei es als Gamer oder als Jungprogrammierer während der Schulzeit. Seinen ersten IT-Job fand er bei Swisscom, wo er für verschiedene Web-Applikationen zuständig war. Danach war er bei der Deutschen Telekom in einem Web-Team für den Kunden SBB tätig. An der dritten Station T‑Systems durfte Christoph Camenisch verschiedenste Füh rungsfunktionen in der Schweiz und dann auch international wahrnehmen. Nach acht Jahren wollte er aber «zurück an die Front», wie er es nennt, «näher zu den Projekten und technischen Lösungen.» So hat er vor fünf Jahren den Schritt zu Unic gemacht.

Tatsächlich geht auch Thomas Röthlisbergers Lebenslauf eine gerade Linie, dem digitalen Interesse folgend. Bereits seit Kindesbeinen an interessierte er sich für die Technik und deren Möglichkeiten. Nach ersten Programmierversuchen im Jugendalter entschied er sich für eine Ingenieursausbildung an der Hochschule für Technik und Informatik in Biel. Seine erste Anstellung führte ihn zum E-Business- Dienstleister Unic. Während seiner Tätigkeit bei Unic sammelte er in den Bereichen Technologie, Entwicklung und Architektur bis hin zur Führung eines Geschäftsfeldes wertvolle Erfahrungen. Dabei realisierte er für namhafte Firmen im In- und Ausland Lösungen in der Online-Kommunikation.

Wandel im Kundenkontakt

Die digitale Welt ändert sich schnell und die Veränderungen betreffen alle Branchen. Hier wollen Camenisch und Röthlisberger ihre Erfahrungen einbringen und Unternehmen in diesen Prozessen unterstützen. Die Zusammenarbeit mit In Flagrantibiete die Chance, ihr digitales Wissen mit dem Marketing-Know-how einer Kommunikationsagentur zu verbinden, meinen die beiden. «Sich mit den digitalen Veränderungen auseinanderzusetzen muss eine Kernkompetenz vieler Unternehmen werden», konstatiert Röthlisberger. Dies gelte insbesondere natürlich für die Marketing-Branche selbst. Eine konstante und insbesondere konsistente Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden sei zentral für den Erfolg im Zeitalter der Kunden. «Es gibt nichts Schlimmeres als eine inkonsistente Kommunikation », erzählt Röthlisberger von seinen eigenen Erfahrungen.

Der heutige Kunde erwarte von den Unternehmen, dass sie jegliche Kontaktaufnahme in Erinnerung behalten. Er möchte sein Anliegen nicht mehrfach neu erklären, nur weil er zwischen dem digitalen und dem analogen Kanal gewechselt hat. Nach einer Recherche auf den verschiedensten verfügbaren Kanälen haben Kunden oft einen Wissensvorsprung gegenüber dem Verkaufspersonal, der durch den gezielten Einsatz von digitalen Lösungen kompensiert werden muss und kann. Da jeder Kunde erwartet, individuell angesprochen zu werden, führt nur eine effiziente und flexible IT-Lösung zur Kundenzufriedenheit. Der Garant für den nachhaltigen Erfolg der Unternehmen ist der Mut zur Adaption an den Kunden – an jeden Einzelnen. «Nehmen wir das Beispiel eines Lebensmittelherstellers, der bisher erfolgreich im stationären Handel ist. Seine Marken sind bekannt, aber das Unternehmen selbst tritt nicht am Markt auf. Stellen wir uns weiter vor, dass dieses Unternehmen einen Online-Shop für die verschiedenen Produkte und Marken lanciert. Nun treffen diese Online- Shop-Kunden auf bekannte Marken eines ihnen unbekannten Unternehmens. Für die Kunden, die einen Unterschied zwischen der digitalen und der realen Welt machen, ist eine solche Markenführung unverständlich und nicht vertrauensfördernd. Da wollen wir Lösungen anbieten», ergänzt Röthlisberger.

Christoph Camenisch stimmt zu: «Moderne Produkte integrieren geschickt digitale und klassische Elemente. Wir sind überzeugt, dass in der nahen Zukunft nur Firmen am Markt bestehen können, die es verstehen, solche Produkte zu kreieren.» Eine Haupteigenschaft dabei müssen die Einfachheit und die Verständlichkeit für den Kunden sein. Eine simple Aussage, aber in der Konsequenz benötigt diese Anforderung das Verständnis der gesamten Bandbreite an Kompetenzen – von der Grundlagentechnologie bis zum Produkt-Design. «Die Möglichkeit, solche Produkte, Lösungen und Services für unsere Kunden aufzubauen, sehen wir in der Zusammenarbeit mit der In-Flagranti-Gruppe» fasst Camenisch zusammen.

Genau dort müsse man als Dienstleister und als Unternehmer ansetzen, ist Röthlisberger überzeugt: «In der digitalen Transformation liegen die Herausforderungen. Die Kunden warten nicht mehr auf ein Unternehmen, die Unternehmen müssen sich der Maturität der Kunden anpassen.»

Ursina Maurer

In Flagranti wird zur Agenturgruppe

In Flagranti stellt sich neu auf. 25 Jahre nach der Agenturgründung entsteht aus In Flagranti eine Gruppe mit direktem Zugang zu drei spezialisierten und agilen Unternehmen. Die In Flagranti Werbeagentur heisst neu In Flagranti Communication und entwickelt mit den bewährten Ansprechpartnern Michael Hählen und Lorenz Schmid erfolgreiche Lösungen für Markenführung und Kommunikation. Für Designaufträge, Packaging, Interior Design und Signaletik ist neu In Flagranti Design unter der Leitung von Marcel Wälti entstanden. Und mit Thomas Röthlisberger und Christoph Camenisch stossen ab 1. März 2015 zwei innovative und unternehmerische Spezialisten aus der digitalen Welt zur Agentur-Gruppe dazu. Zusammen mit dem bisherigen Leiter Produktion, Reto Kneubühl, und seinem Team werden sie Kunden mit 55 weeks neue Perspektiven für digitale Kommunikation, Brand-Management, Content-Marketing, Marketingautomatisation und Marketing-Technology-Services eröffnen.
Franziska Wehrle, Leiterin Marketing bei In Flagranti weiss, was das bedeutet:

Wie gross ist das Team von 55 weeks?
Der Start erfolgt mit einem halben Dutzend Mitarbeitenden, die auf diesen Gebieten über Erfahrung und Kompetenz verfügen. Aber natürlich streben wir ein Wachstum an, um möglichst rasch eine kritische Grösse zu erreichen.

Was genau ist das Angebot von 55 weeks?
55 weeks steht für erfolgreiche Digitallösungen, sprich effiziente Marketing-Technologie-Services, die die Kompetenzgebiete Brand-Management, Content Marketing, Digitales Marketing und die Produktion abdecken. 55 weeks wird sich also einerseits auf die Digitalisierung und die Automatisierung des Marketings ausrichten, andererseits aber auch alltägliche Dienstleistungen in der Produktion von On- und Offline-Werbemitteln den Kunden bieten. Zum Angebot von 55 weeks gehört die IT-Lösung Censhare, die im Brand Management, im Content Marketing, bei der Automatisierung und für gewisse PIM-Applikationen führend ist. 55 weeks bietet diese Leistungen modular und zu hervorragenden Konditionen an.

Wie ist die Abgrenzung zwischen In Flagranti Communication und 55 weeks?
Grob gesagt, kann man sagen, dass In Flagranti Communication für integrierte Kommunikation, Markenführung, Unternehmens- und Marketing-Kommunikation steht. 55 weeks ist die Anbieterin von effizienten, technologiebasierten Lösungen. Natürlich besteht eine Zusammenarbeit von 55 weeks mit In Flagranti Communication und In Flagranti Design. Aber 55 weeks soll am Markt möglichst unabhängig sein und die Dienstleistungen neben Unternehmen auch interessierten Werbe- oder Branding-Agenturen anbieten. Da haben wir schon grosses Interesse festgestellt und konkrete Anfragen. Systemmässig bieten wir eine unabhängige und neutrale Plattform. Unsere Kunden können den Zugang zu den Spezialisten selbst suchen und ihre Ansprechpartner bestimmen, sei es, dass sie einen der Inhaber von In Flagranti als Ansprechpartner wünschen, sei es, dass sie direkt mit 55 weeks zusammenarbeiten. uma

 

Musik zum Leben bringen

Die Walker Werbeagentur präsentiert ein neues Konzept für die Kommunikation des Swiss Music Awards. Alle Massnahmen sind rund um ein musikalisches Experiment entstanden.

Die Swiss Music Awards gelten als der wichtigste Musikpreis der Schweiz. Der Wettbewerb will der Förderung der nationalen Musikszene dienen und gleichzeitig deren kulturelle Vielfalt präsentieren. Der Swiss Music Award ist getragen von der Migros als Presenting Partner, Credit Suisse als Main Sponsor sowie den Medienpartnern SRF, Joiz, Wilmaa und Rouge TV. Veranstaltet wird der Anlass vom Verein Press Play, gestützt von den Mitgliedern IFPI Schweiz, SUISA, Swissperform und SMPA – und somit der gesamten Schweizer Musikbranche. Zum Konzept gehört es, dass einerseits den Newcomern eine Plattform geboten wird, um ihre Musik einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gleichzeitig wird das Schaffen der erfolgreichsten Musiker gebührend geehrt. Die bereits 8. Ausgabe des Awards geht am 27. Februar im Hallenstadion in Zürich über die Bühne.

Neu wurde dieses Jahr die Walker Werbeagentur mit Gesamtkommunikation beauftragt. Pius Walker und die Band seiner jungen Kreativen haben das Konzept so angelegt, «dass es über mehrere Jahre getragen werden kann». Im bildlichen Zentrum steht der Award, ein etwas eigenwilliger, aber damit auch markant wirkender Betonklotz. Walker lässt diesen Klotz mit verschiedenen Experimenten zum Leben erwecken. «Music to Life» ist so zum neuen Claim geworden. Im Soundlabor der Kreativen wird der Klotz für verschiedene Filme gesprengt oder auch geflutet. Neben verblüffenden Clips sind als «Abfallprodukte » dieser musikalischen Experimente auch die Sujets für Plakate sowie Materialien für 1000 exklusive Einladungskarten entstanden. Für die Migros wurde eine Einkaufstasche mit den gleichen Elementen gestaltet. Die Filme waren und sind in verschiedenen Wellen auf SRF, Joiz und Wilmaa zu sehen.

Andreas Panzeri

Swissmusicawards.ch

 

Zur Sache: Fairness fällt schwer

Der diesjährige Communication-Summit drehte sich um das Thema Fairness. Untertitel: «Wie Medien, PR und Öffentlichkeit von einem respektvollen Umgang profitieren.» Und schon da hätte man skeptisch werden können. Umgang womit? Mit wem?

Respekt ist immer gut und sollte einer der Grundzüge unseres Zusammenlebens sein, nicht nur in der Kommunikationsbranche. Wo der Respekt voreinander fehlt, bricht alles zusammen.

Respekt vor dem Gegenüber ist auch eine grundlegende Bedingung für Fairness. Und Fairness braucht Empathiefähigkeit, die Bereitschaft, sich in seinen Mitmenschen hineinzuversetzen, mit ihm zu fühlen, aus seiner Perspektive zu denken und auch: mit ihm zu leiden. Dann kann man einen jeden mit dem besten Argument zu Wort kommen lassen, ohne die Distanz zum Stoff zu verlieren.

Doch: Was genau ist ein faires, anständiges, gerechtes Verhalten eines Journalisten? Wenn er alles abdruckt, was gesagt wird, nicht kürzt, nicht reformuliert? Wenn er zu jeder Aussage eine Gegenposition sucht? Wenn er die Fakten prüft, bis die Konkurrenz publiziert hat? Und wie informiert ein PR-Mensch fair? Indem er auch über die Produkte der Wettbewerber spricht?

Profitieren Medien und PR eigentlich wirklich, wenn sie sich fair verhalten? Im Gegenteil. Der höhere Profit winkt, wenn man unfair kommuniziert: Eine Skandalmeldung als Erster platzieren, dann erst die Fakten prüfen und sie im Eventualfall durch eine Gegendarstellung wieder richtigrücken. Was entstandenen Schaden nicht ungeschehen macht, aber noch einmal Aufmerksamkeit erzeugt. Kein Wunder, dass das Vertrauen in die Medien abnimmt. Und Sie werden lachen: Kanadische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass gestresste Menschen weniger Mitleid empfinden. Das passt ins Bild, das Journalisten und PRler heute abgeben.

In unserer ichbezogenen Gesellschaft ist es fast heikel geworden, sich fair zu verhalten – denn wer auch auf andere Menschen schaut, kann allzu schnell ins Hintertreffen geraten. Wer eine eigene Meinung vertritt, wird ohnehin angegriffen, denn irgendwer fühlt sich immer unfair behandelt. Wie mutig also von der Zürcher PR-Gesellschaft, die Debatte über Fairness in den Mittelpunkt des Communication- Summit zu rücken. Und wie wichtig, gerade heute. Doch wie fade die Ergebnisse!

Aufschluss hätte man sich gewünscht, Anregungen zum Denken, zum Handeln. Stattdessen kam viel Altes und Unfaires auf den Tisch: der Vorwurf, Claudio Zuccolini sei nicht lustig (aus dem Jahr 2013). Die Hetze gegen Jörg Kachelmann im Zuge des Vergewaltigungsprozesses in Deutschland (aus den Jahren 2010/11) und die Vermutung, er empfinde Lust dabei, deutsche und Schweizer Medienhäuser der Reihe nach zu verklagen. Res Strehles Polizeifotos, die schon vor zwei Jahren 30 Jahre alt waren, und seine Entscheidung, Gerichts- und Verfahrenskosten den «verantwortlichen» Tagi-Ressorts anzulasten – eine kleine «Motivation zum handwerklich korrekten Arbeiten ». Was, bitteschön, ist daran fair?

Getwittert wurden folglich auch keine zentralen Erkenntnisse, sondern vor allem die Kalauer von Allzeit-Clown Zuccolini. Je höher der Zeit- und Kostendruck in unserer Branche wird, desto weniger wagen ihre Vertreter, Stellung zu beziehen. Schliesslich will man ja fair bleiben und niemandem auf die Füsse treten. Am allerwenigsten sich selbst.

Anne-Friederike Heinrich, Chefredaktorin
[email protected]
 

Gross im Geschäft: die «Bezwinger» der Eigernordwand

Christinger ist in vielen Zielmärkten tätig, grossformatig und dreidimensional. Die wichtigsten sind: Aussenwerbung, damit verbunden CI-Umsetzungen, Öffentliche-Verkehrsmittel-Werbung, Displays für den Point of Sale, kurz: Werbetechnik in allen Schattierungen.

Weltrekord: grösstes frei hängendes Plakat. 4067 Quadratmeter gross, gedruckt auf winddurchlässigem PVC-Netzvinyl. Das Plakat wog 1,8 Tonnen und wurde per Helikopter aufgezogen.

Vom Siebdruck, von der Werbetechnik herkommend, begann bei Christinger vor genau 20 Jahren die Ära des Digitaldrucks. Damit nahm das Schlieremer Unternehmen in der Schweiz die Vorreiterrolle im grossformatigen Digitaldruck ein. Karlheinz Kaiser, Geschäftsführer bei Christinger AG, reflektiert: «Heute haben wir, genau betrachtet, zwei Bereiche: Print & Cut und Werbetechnik.» Print & Cut basiere jeweils auf einer Offertanfrage, die es im Tagesrhythmus umzusetzen gilt. Anders im Bereich Werbetechnik, wo es um grössere Projekte geht, etwa um CI-Umsetzungen im Beschriftungsbereich, für Banken, Kioske und andere Auftraggeber. So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr über 700 Bankfilialen für einen Auftraggeber durch Christinger neu beschriftet.

Markt- und Technologieführerschaft

Christinger gilt mit seinen rund 60 bis 70 Mitarbeitenden – die Zahlen variieren – als schweizerischer Marktführer. Gründer Emil Christinger hatte das Unternehmen im Rahmen einer Nachfolgeregelung im Dezember 1994 an Toni Fricker und Karlheinz Kaiser übergeben. Damals zählte das Unternehmen 19 Mitarbeiter. In diese Zeit fällt auch der Start in den Digitaldruck: Einen Monat vor Geschäftsübernahme durch die Herren Fricker und Kaiser wurde schweizweit die erste grossformatige Digitaldruckmaschine installiert. Diese Maschinen seien ursprünglich für Architekten entwickelt worden, um Blueprints zu drucken, so Kaiser. Erst anschliessend seien die ersten Softwarelösungen hinzugekommen, die es ermöglichten, Bilder zu drucken. Weshalb die sukzessive Abkehr vom bewährten Siebdruck? «Bei Auflagen für Plakate unter 50 Stück war der Siebdruck nicht mehr wirtschaftlich. In der Folge haben wir den Plakat- und Beschriftungsbereich mit der grossformatigen Digitaldrucktechnologie richtiggehend industrialisiert. Der Siebdruck, vor zwanzig Jahren noch vorherrschend, ist nun praktisch inexistent; er wird nur noch in besonderen Fällen eingesetzt.» Christinger folgte somit als einer der ersten Betriebe einer Maxime, die Digitaldruckpionier Beny Landa bereits Ende der neunziger Jahre so formulierte: Everything that can be digital, will be digital.

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Poster für Ford von Ogilvy & Mather an der Zürcher Weinbergstrasse, gedruckt auf starres Material (oben); Schaufenster-Dekoration bei UPC Cablecom. Doppelseitiger Digitaldruck,
sichtbar von innen und von aussen.

«CMYK-art»

Die Metapher vom Schuster mit den schiefen Absätzen hat für Christinger keine Gültigkeit. Das Unter- nehmen aus Schlieren wirbt, wie könnte es anders sein, mit einer Aufsehen erregenden Plakatkampagne für sich selbst; mit einer Kampagne, die durch ihre auffällig bunten Sujets auch im Hauptbahnhof Zürich zu besichtigen war. Klar, Christinger hat seine Plakate selbstverständlich inhouse produziert; gestaltet wurden sie jedoch von der ganz jungen Agentur Karling. Lanciert wurde die Kampagne unter der Bezeichnung «CMYK-art» (Das Akronym CMYK steht für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key als Farbtiefe = Vierfarbendruck). Kaiser will das Konzept in den kommenden Jahren weiterführen: «Wir wollen damit jungen Gestaltern im Rahmen eines jährlich wiederkehrenden Wettbewerbs eine Plattform bieten – das ist die Idee dahinter.» Eine lobenswerte Idee, der Talentförderung dienend, zumal sie laut Kaiser grosses Echo ausgelöst hat. «Es gab Anfragen für Plakate dieser Art. Nun, Plakate, das ist eine unserer Kernkompetenzen. Mit dieser Kampagne wollen wir veranschaulichen, dass die Grossbildkommunikation, das Plakat, eine unserer Kernkompetenzen ist – und eine Passion.»

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Das Zoo-Tram wirbt für das neue Elefantenhaus im Zürcher Zoo (oben); aktuelle Eigenwerbung (unten). Das Konzept CMYK-art soll mit einem Wettbewerb für junge Grafiker fortgesetzt werden.

Lösungen für Anspruchsvolle

«Wir machen natürlich nicht nur für uns selbst gute Plakate», sagt Kaiser lachend. Ein gutes Beispiel dafür ist das Plakat für den Ford Transit, das die Agentur Ogilvy Matter gestaltet hat, mit der Idee des ausgesparten Laderaums bei diesem Auto. «Wir lieben kreative Ideen, die wir umsetzen dürfen – wir lieben die Herausforderung, diese zu verwirklichen. Denn unsere Zielsetzung ist nicht das ‹gewöhnliche› Plakat, sondern Lösungen für anspruchsvolle Auftraggeber. » Es liegt somit auf der Hand: Werbeagenturen sind wichtige Kunden für Christinger. Ihr Anteil an den Aufträgen pendelt um die 50-Prozent- Marke herum.

Kaiser: «Da wir seit 1994 Plakate im Digitaldruck produzieren, sind wir sicher diejenigen, die die längsten Erfahrungen haben mit dieser Technologie. Das begann mit einfachen Plakatdruckmaschinen. Mittelfristig kamen grössere Formate für Megaposter zum Einsatz, anschliessend die ersten Maschinen, die Weiss drucken. Das war für uns – aus dem Siebdruck kommend und mit vielen transparenten Folien konfrontiert – sehr wichtig. Als weiterer Meilenstein folgte 2004 der Einsatz der ersten Flachbett- Digitaldruckmaschinen, und zwar bereits damals mit Druckfarbe Weiss, mit denen wir starre und halbstarre Materialien bedrucken, also Karton, Dibond, Hart-PVC, Plexiglas und andere Druckträger.» Die breiteste Maschine bei Christinger misst sage und schreibe fünf Meter. Wird das Thema «Formate» angesprochen, kennen die Large-Format-Printer kein Halten mehr: «Die grossen Plakate, die man beispielsweise im Flughafen sieht, messen 28 Meter × 14 Meter. » Wie muss man sich deren Herstellung vorstellen? Kaiser: «Da wird das Sujet im Computer in Bahnen aufgeteilt und anschliessend auch in Bahnen gedruckt. Die einzelnen Teile werden am Schluss vom Ausrüster zu einem einzigen Teil zusammengefügt und zur Sicherheit mit Rückhalteschlaufen versehen.»

Als die Eigernordwand zur Plakatwand wurde

Als besonderes Referenzprojekt nennt Kaiser das Plakat, das im wahrsten Sinne des Wortes einen Höhenflug absolvierte: «Wir funktionierten damals die Eigernordwand im Auftrag von Procter & Gamble zur Plakatwand um! Das war das grösste Plakat, das je produziert worden ist. Es wurde vor zehn Jahren bei uns gedruckt und wies eine Fläche von 4067 Quadratmetern auf.»

Die Aktion wurde von Procter & Gamble Schweiz zusammen mit der Promotionsagentur fm/Projects GmbH geplant und realisiert, das Plakat von Christinger Partner AG in Zusammenarbeit mit Spühler Blachen und der Nüssli-Gruppe produziert und konfektioniert. Die Durchführung kam mit Unterstützung der Jungfraubahnen und der Jungfrau-Tourismus- Organisation zustande. Um das Plakat in die Luft zu bringen, wurde ein spezieller Helikopter mit einer Last-Kapazität von 4200 kg benötigt. Piloten der Heliswiss und viele freiwillige Helfer auf dem Flugplatz Interlaken und auf der Kleinen Scheidegg waren an der Aktion beteiligt. Das Megaposter diente übrigens nach seinem weltweit beachteten Auftritt einem guten Zweck: Aus dem Material des Plakates wurden Taschen hergestellt, die zugunsten von SOS-Kinderdorf in den Verkauf kamen. Es bleibt bei Christinger indes nicht beim Medium Plakat, wenn von Werbung fürs eigene Unternehmen die Rede ist. «Es ist einerseits sicher ein Vorteil, wenn man mit einem Dienstleistungsangebot breit abgestützt ist», sagt Kaiser, «auf der anderen Seite wird es bezüglich Marketing und Kommunikation komplex, wenn man verschiedene und sehr unterschiedliche Zielmärkte bewirtschaften muss. Deshalb geben wir auch unser Kundenmagazin ‹Tatort-Journal› heraus. Sodann ist für uns selbstverständlich auch das Internet sehr wichtig. Wir halten unsere Site ständig à jour. So können wir Projekte zeitnah präsentieren, zum Beispiel momentan die Zürcher Trams, die von uns vollflächig beschriftet worden sind.»

Der Point of Sale – ein weites Feld

Neben dem Plakat ist für Christinger auch der Point of Sale (POS) ein gutes, lebhaftes Geschäft, zudem auch das Geschäft mit Shop-in-Shop-Konzepten. «Shop-in-Shop-Konzepte kommen meistens für internationale Brands zum Einsatz, die hier in der Schweiz in einem Ladengeschäft angeboten werden. Beispielsweise wenn Kollektionen von Sommer auf Winter wechseln. Der POS ist ein weites Feld. Das beginnt etwa bei einem Gestell für Grossverteiler, geht über Bodenkleber, Displays, Trays bis hin zur Grossbildkommunikation.» Aber nicht nur der Detailhandel ist Grossauftraggeber. Auch Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen, wo es um die Wahrung der Corporate Identity beziehungsweise ums Corporate Decorating geht, sind Auftraggeber der Firma Christinger.

3-D im Fokus

Bei Christinger denkt man immer mehr in dritter Dimension: «Mit unserer Flachbettdruckmaschine, mit unseren Cutter-Kapazitäten und mit unserer Designstation können wir 3-D-Aufträge gestalten, entwickeln, bedrucken und ausliefern. 3-D ist ein Segment, das wir weiterentwickeln. Die Komplexität darin jedoch ist gross, wir mussten zunächst Fachleute finden, die mit Wellpappe und Karton POSKonzepte entwickeln. Da steckt viel Know-how dahinter, da ist es wichtig, die richtige Schnittstelle zu den Kunden zu haben. Wir stellen heute auch grosse Displays her. Wir können ein, zehn oder hundert Exemplare davon produzieren, und wir können die alle auch noch cutten, das geht alles einteilig. Früher waren als Minimalmenge zehntausend bis fünfzehntausend Stück angesagt, wenn von Displays die Rede war. Heute liegen die Stückzahlen weit darunter. Dank unserer Digitaldruckkapazitäten können wir innert kürzester Frist, etwa innert zweier Tage, dem Kunden einen Prototyp zur Begutachtung liefern. Die Sujets variieren oft in den verschiedenen Regionen oder Läden. Diese Anforderung können wir mit unserer systembedingten Flexibilität problemlos erfüllen», so Kaiser.

Eine Einschränkung macht er schliesslich doch noch, nämlich bei der Frage, wie es um die erwähnten hohen Auflagen stehe, die in traditionellen Druckverfahren hergestellt werden. «Für die Entwicklung von Prototypen und Testserien sind wir sicher der richtige Partner sowie für Aufträge mit kleineren bis mittleren Auflagen. Handelt es sich hingegen um ganz hohe Auflagen, geht der Auftrag in den Offset- oder Flexodruck zu einem anderen Lieferanten. Das wissen unsere Kunden.» Gestaltungsaufträge, wie sie Werbeagenturen ausführen, übernimmt Christinger nicht. Hingegen zählt das Design und das Beschriften von Vorführwagen zu den Christinger-Kernkompetenzen. «Das ist eine Nische, die man beherrschen muss; jedes Auto hat Türen und Griffe, einen Tankdeckel und andere Eigenheiten, die es zu berücksichtigen gilt. Da ist unser Know-how gefragt.»

«Geeichte» Qualität – PSO-zertifiziert

Technologieführerschaft ist mittlerweile fast so etwas wie eine Selbstverständlichkeit bei Christinger. «Aber immer unter der Prämisse, dass man Qualität damit produzieren kann», so Kaiser. «Was wir auch als Erste hierzulande umgesetzt haben, nämlich bereits 2006, ist die Angleichung des Digitaldrucks an den Offsetdruck. Was heisst das? Die Kunden wissen, was Offsetdruck ist, sie wissen, wie sie im Offsetdruck die Daten aufbereiten müssen, und sie wissen, was sie vom Offsetdruck erwarten können. Wir haben schnell gemerkt, dass wir den Produktionsstandard des Offsetverfahrens (PSO) auch für den Digitaldruck anwenden können. Auf vielen Substraten können wir den PSO abbilden. Es gibt jedoch auch solche, bei denen das nicht möglich ist.» Was heisst das für den Kunden? Er erhält die Gewissheit, dass die verschiedenen Druckverfahren zueinander passen – Digitaldruck sieht aus wie Offset und umgekehrt. Kaiser: «Oft wird eine Plakatkampagne parallel im Offset- und im Digitaldruck produziert; die deutsche Version in der höheren Auflage etwa im Offset-, die französische oder die italienische Version im Digitaldruck. Der dritte wichtige Grund: Digitaldruck ist immer auch ausgelegt für Printing on demand, man druckt nur gerade das, was man braucht. Und wenn ein Nachdruck ansteht, so hat der auszusehen wie der vorherige Druck. Das erreichen wir mit der PSO-Standardisierung. Diese wird bei uns jedes zweite Jahr von der Ugra rezertifiziert. So sind auch unsere Maschinen zertifiziert: der Turbojet, die Durst-Anlage sowie unsere HPFlachbettmaschine und eine vierte Maschine, ein HP-Latex-Drucker. Wir sind der einzige Grossformat- Digitaldrucker, der PSO-zertifiziert ist.»

«Seerestaurant» Christinger …

Die Philosophie Christingers war es schon immer, mit einer hoch entwickelten, industriellen Produktionskapazität Spitzen im Einschichtbetrieb bewältigen zu können; denn mehrschichtiges Arbeiten ist in der Schweiz nicht sonderlich beliebt. «Ich vergleiche das immer mit einem Seerestaurant – wenn schönes Wetter herrscht, muss man bereit sein; wenn es regnet, muss man nicht mal die Stühle bereitstellen. Mit unseren Maschinen sind wir dazu in der Lage, im Einschichtbetrieb die Auslastungsschwankungen abfedern zu können, bis hin zur Montage.» Kaiser weiter: «Wir versuchen, Balance zu halten. Mit Flachbett- und Weissdruck konnten wir den herkömmlichen Siebdruck ablösen. Digitaldruck heisst die Zukunft für uns. Gleichzeitig stellt sich uns die Frage: Welche neuen Marktsegmente können wir uns damit erschliessen? Die Strategie heisst klar: Wir wollen das, was wir im Plakatdruck erreicht haben, auch im Displaybereich, im POS-Bereich, erreichen.» Muss ein Unternehmen, das so gut aufgestellt ist wie Christinger, überhaupt noch eine Vision haben, ist das Ende der Fahnenstange gar erreicht? Kaiser abschliessend: «Das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Das Stichwort dazu: Singlepassdrucken. Aber da sind wir noch ein paar Jährchen davon entfernt. Aber es kann durchaus relativ schnell gehen, darauf bereiten wir uns vor. Herausforderungen sind da, um sie zu packen …»

Claude Bürki
 

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